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Donnerstag, 30. April 2020

Tosatti - zur Zukunft des Malteser Ordens

Marco Tosatti hat gestern bei Stilum Curiae die aktuelle Lage des Malteser Ordens nach dem Tod des Großmeisters Dalla Torre analysiert und kommentiert. Heute fügt er seinem Artikel einige Korrekturen und Ergänzungen hinzu.
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"DIE ZUKUNFT DES MALTESER ORDENS: NICHTS IST AUSGESCHLOSSEN. AUCH NICHT AUFSEHENERREGENDES".

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae präsentieren wir Ihnen eine Überlegung über die Situation, die seit dem Tod des Großmeisters des Malteser Ordens entstanden ist. Mit dem Tod von Fra´Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto kurz nach Mitternacht des 29. Aprils eröffnet sich für dem Malteser Orden ein nicht besonders beruhigendes Szenario. Der Tod einer sowohl "religiösen" als auch "weltlichen" Führungsperson ruft immer schon eine Erschütterung des Systems hervor, aber das wird - glauben wir- beim Orden des Hl. Johannes noch mehr der Fall sein, der bereits seit vier Jahren eine tiefe institutionale Krise erlebt. 

Es genügt zu sagen, daß bereits in den Nachmittagsstunden, die der offiziellen Ankündigung des Ablebens vorausgingen, widersprüchliche Nachrichten über den Gesundheitszustand des Großmeisters (wie Quellen berichten- in Folge eines unüberlegten Briefes von Prinz Erich von Lobkowicz, dem mächtigen Präsidenten der Deutschen Vereinigung der Malteser Ritter) veröffentlicht wurden, der vorzeitig für tot erklärt wurde- mit einer sehr schnellen Aktualisierung der Wikipedia-Seite, die später nach einer offiziellen Erklärung des Ordens und dem vom Großkommendatore "unterzeichneten" Brief korrigiert wurde (dem Zweiten Mann des Malteser Ordens - der für das religiöse Leben verantwortlich ist) dem 80-jährigen Portugiesen Fra´ Ruy Goncalo do Valle Peixolo de Villas Boas.

In anderen Zeiten wäre so etwas niemals passiert, auch weil davon auszugehen ist, daß die Nachrichten über die Gesundheit des Oberhauptes eines Ordens, der in der gegenwärtigen Rechtslandschaft ebenfalls einzigartig ist, unbedingt von der unmittelbaren Umgebung und- wie man hofft- zuverlässigen Mitarbeitern zurückgehalten werden.


Der verstorbene Großmeister hatte persönlich - mit einem formlosen Schreiben vom 24. Februar - angekündigt, daß er gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit einem diagnostizierten Kehlkopf-Tumor habe, die ihn aufgrund der Behandlungen, die er durchführen lassen musste, von vielen institutionellen Verpflichtungen abhielten. In demselben Brief hatte Dalla Torre auf tatsächlich ungewöhnliche Weise unter anderem geschrieben: "Die wichtigen Entscheidungen bleiben in meinen Händen", als wollte er versichern, daß niemand davon Gebrauch machen würde. Aber warum so etwas schreiben - fragen wir?

All diese Krisen erwecken den Eindruck einer Institution, die sehr zerbrechlich ist und ihre fast tausendjährige Geschichte von Schlachten und Siegen zur Verteidigung des Christentums zu vergessen scheint.




Eine sehr schwache Führung wie die von Fra 'Giacomo Dalla Torre, gewählt wegen seiner bekannten Gutmütigkeit, wegen seines integren moralischen Verhaltens, aber auch wegen der unbestrittenen Nähe seiner Adelsfamilie zur vatikanischen Welt: Sein Großvater Giuseppe war Direktor des Osservatore Romano gewesen, während sein Bruder, ebenfalls  Giuseppe, jahrzehntelang (bis vor einigen Monaten) der einflussreiche Präsident des Vatikanischen Tribunals war. 

Eine Führung, die seit der Stellvertretung, die durch Dalla Torre als Verband für die Wunde angekündigt wurde, die dem Orden durch den Sturz des Großmeisters Matthew Festings zugefügt wurde, auch ihre Mängel und Unfähigkeiten gezeigt hat- fehlgeleitet durch ein deutsch-vaticanisches Manöver des zuerst entlassenen und dann wieder eingesetzten Großkanzlers Albrecht Freiherr von Boeselagers, der auch den Kopf von Kardinal Leo Burke forderte, der in der (nur formal existierenden) Rolle des Kardinal-Patrons "eingefroren" wurde. 

Ein einzigartiges Zusammentreffen von Daten:  Er wurde am 29. April 2017 unter der Aufsicht von Msgr. Angelo Becciu (heute Kardinal und Präfekt der Heiligsprechungs-Kongregation) zum Leutnant gewählt, dem damals sehr mächtigen Substituten im Staatssekretariat und Papst Franziskus gegenüber sehr loyal, der zum Sonderdelegierten des Papstes für den Orden ernannt wurde- und der Herr hat ihn auf den Tag genau 3 Jahre später zu sich gerufen. 

Weder als  Leutnant noch auch später als am  2. Mai 2018 mit einem klaren Placet aus 
Oltretevere konnte Dalla Torre neben seinen unbestrittenen moralischen und religiösen Qualitäten von großem Wert, nie die institutionellen Fähigkeiten zeigen, die eventuelle Ereignisse erforderten und die eine Form der direkten Fremd-Leitung des Ordens. an dessen Spitze er gestellt worden war, zugelassen hat.
Er hat zugestimmt, daß alle drei italienischen Großpriorate (die die Territorien, Operationen, Wohlfahrtsstrukturen und die Wohltätigkeitsarbeit verwalten und mit denen das italienische Hilfscorps des Malteser Ordens  CISOM verbunden ist) von sog. Prokuratoren und nicht von Ordensleuten verwaltet wurden. (Eine Art indirekter Kommissionierung). 
Er hat dem Sonderdelegierten des Papstes erlaubt, das Noviziat für die neuen Ritter mit Profess (d.h. jene Ritter, die ein Armuts-, Keuschheits- und Gehorsamsgelübde ablegen und zur Ersten Klasse des Ordens werden) zu blockieren und so das religiöse Leben des Ordens lahmzulegen, das heute de facto auf einen bloß dekorativen Aspekt reduziert ist und das, wenn es nicht reaktiviert wird, für einen schnellen Verfall bestimmt ist.

Man sollte u.a. auch den großen Ausrutscher nicht vergessen, der ihm unterlief, als er für die religiösen Feiern des Ordens den Gebrauch der Alten Messe verbot (s.hier unseren damaligen Kommentar) eine sicher unkluge Tat, wahrscheinlich das Ergebnis eine internen institutionellen Erpressung, aber auch einer unangemessenen Form von Schmeichelei gegenüber einem angeblichen "apostolischen Willen" so als ob man zeigen wollte, daß man im Malteser Orden, sowieso schon verpönt weil er (zumindest prinzipiell) eine bestimmte elitäre und aristokratische Spielart des Katholizismus verkörperte, den selbsternannten Traditionalisten keine Stimme geben wollte. Das war auch ein indirekter Angriff auf die Sensibilität seines Vorgängers Festing. der als Liebhaber der tridentinischen Spiritualität bekannt war.  Kurz gesagt, das war ein kostenloses Attest für die Gleichausrichtung, das man uns hätte ersparen können.
Es scheint naheliegend zu sein, zu glauben, daß Dalla Torre im ersten Licht des Tages verloschen ist, an dem die Kirche nach dem Kalender der traditionellen Messe an die universale Schirmherrschaft des Hl. Josephs erinnert, der auch der Schutzpatron für eine gutes Sterben ist.

Zuallererst sollte angemerkt werden, daß der Tod eines Staatsoberhauptes, der unter Umständen wie dem, den wir aufgrund der globalen Blockade wg.der Pandemie erleben, eintritt, sicherlich zeremonielle Auswirkungen hat, beginnend mit der Unsicherheit über die Beerdigung: natürlich is der Malteserorden Subjekt des Völkerrechts, der daher Souveränität, Unabhängigkeit und sogar Extraterritorialität genießt, für den die grotesken Eindämmungsmaßnahmen der italienischen Gesetzgebung zu diesem Thema sicherlich nicht gelten. Objektiv gesehen glauben wir jedoch nicht, daß ein Ritual denkbar ist, das der Würde einer "eminenten Hoheit" angemessen ist.
Es wird wahrscheinlich nur eine Zeremonie geben, die nur Mitgliedern des Souveränen Rates und den bekennenden Rittern vorbehalten ist. Vielleicht könnte man auf die konsolidierte Praxis hoffen, bei der es innerhalb von 30 Tagen ein Staatsbegräbnis in Anwesenheit von Staatsoberhäuptern und des diplomatischen Corps gibt. Wir werden sehen. Es tut mir sicherlich leid, daß das Oberhaupt eines Ordens, ein Mann, wie fromm und ergeben er auch sein mag, keinen würdigen Moment des letzten Grußes mit den ihm gebührenden Ehren erhalten soll.

Darüber hinaus - was jedoch eine "politische" Überlegung über den Regierungsstil darstellt, aber sicherlich kein moralisches Urteil (das, selbst bevor es rücksichtslos erscheint) über die Person - das unangemessen wäre- eröffnen sich jetzt- nach dem Tod Dalla Torres sehr problematische Szenarien für das Leben des Ordens.

In der heute Nacht gegen 1.00 Uhr veröffentlichten Erklärung der Groß-Meisterei heißt es: "Gemäß Artikel 17 der Verfassung des Souveränen Malteserordens hat der Großkommandant die Funktionen des Leutnants ad interim übernommen und wird bis zur Wahl des neuen Großmeisters Leiter des Souveränen Malteserordens bleiben. "

Jetzt ist das Problem wirklich groß. Bereits während seiner Stellvertretung und dann in seinem Amt als Großmeister hätte Dalla Torre Schritte unternehmen sollen, um eine Verfassungsreform des Ordens durchzuführen und abzuschließen. Es wurden Kommissionen organisiert (in denen jedoch die bekennenden religiösen Ritter weitgehend an den Rand gedrängt wurden), es gab einen Austausch von Dokumenten (alles intern, natürlich nichts Öffentliches), und dann geriet alles in Vergessenheit eine Form der Zustimmung zum Status quo: sehr unklug für jemanden, der nicht damit rechnen kann, fünfzig Jahre Regierungszeit vor sich zu haben.

Alles ist jetzt in den Händen des Großkommandanten.

Ja, natürlich ist es formal so, aber es ist klar, daß ein 80-jähriger portugiesischer Gentleman (und nicht gerade rüstig. nach dem was man sieht und weiß), der zudem in Portugal festsitzt, eine komplexe Situation wie diese, nicht selbständig bewältigen kann. und deshalb Hilfe brauchen wird.
Es besteht kein Zweifel, daß der obskure Großkanzler von Boeselager bei allem die Fäden ziehen wird ... aber das erste Hindernis ist die unvollständige Reform, die daher auch nutzlos ist. Denn bei näherer Betrachtung befindet sich der Orden in derselben Pattsituation, die zur Wahl von Dalla Torre führte.

Artikel. 13 der heute geltenden Verfassungs-Charta des Ordens schreibt vor: "Der Großmeister wird auf Lebenszeit gewählt ... unter den Rittern mit Profess, mit mindestens zehn Jahren ewiger Gelübde, wenn er jünger als fünfzig Jahre ist; Für ältere Professritter, die mindestens zehn Jahre lang Ordensmitglieder sind, reichen drei Jahre ewiger Gelübde aus. " (Paragraph 1) und fährt dann fort: "Der Großmeister und der Leutnant des Großmeisters müssen die für die Kategorie der Ritter der Ehre und Hingabe vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen." (Paragraph 2). Was bedeutet das?

Für Nicht-Experten muß der Großmeister des Malteserordens ein Aristokrat zu sein (was uns auch für einen Orden, der als "adelig" gilt, logisch erscheint); und die Verfassung sieht vor, daß das Oberhaupt des Ordens nicht "unter den Rittern der Ehre und Hingabe" gewählt wird (die möglicherweise sogar mit einem "motu proprio" in diese Kategorie aufgenommen wurden, selbst für bestimmte Verdienste, ohne -heraldisch gesprochen- das Rech darauf zu haben ), der aber "die Voraussetzungen erfüllt, um zu den Rittern der Ehre und Hingabe zugelassen zu werden", nämlich: zu 4/4 (= sowohl väterlicher-  als auch mütterlicherseits) seit 200 Jahren adelig zu sein oder: 250 Jahre adelig in der väterliche Linie zusätzlich zu 200 Jahren der anderen 2/4, oder zusätzlich als "Ausgleich" für einen  Großvater oder: 300 Jahre in der väterlichen Linie,  zusätzlich 200 Jahren der anderen 2/4, zusätzlich zum Ausgleich für einen Großvater oder 350 Jahre in der väterlichen Linie zusätzlich zu 200 Jahren eines anderen Viertels oder: 450 Jahre in der väterlichen Linie."

Das war eine der Normen, die die Reform hätte ändern sollen,

Zumindest um es zu ermöglichen, sich zwischen den Mitgliedern mit Profess zu bewegen ("erste Klasse" genannt), und vielleicht (so wurde angenommen) die Wählbarkeit auch auf die Ritter der Gnade und Hingabe auszudehnen (was der Grad unmittelbar unter dem der Ehre und Hingabe wäre), aber so es war nicht. Und deshalb ist die derzeitige Regelung die oben erwähnte.

Wer könnte nach diesen Regeln zum Großmeister gewählt werden? Nun, das Spiel ist komplex, weil bei näherer Betrachtung das menschliche Panorama keineswegs breit ist. Einige sind Kandidaten "nur auf dem Papier", wie Fra 'Luigi Naselli di Gela (geboren 1930, ehemaliger Großprior von Neapel und Sizilien, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist) und Fra' Gherardo Hercolani Fava Simonetti (geboren 1941, ehemaliger Großkommandant auch er, (aber bei sehr angeschlagener Gesundheit); schließlich gäbe es Fra Pierre de Bizemont (geboren 1944, der einzige bekennende Franzose mit den Zulassungsvoraussetzungen). Natürlich sollte auch der 1949 geborene ehemalige Großmeister Festing, für den die "große Rückkehr" technisch nicht ausgeschlossen ist, zu diesen wenigen Kandidaten hinzugefügt werden, auch angesichts der Tatsache, daß die Kontroversen, die auf seinen umstrittenen Rücktritt folgten, nie wirklich aufhörten.

Der Großkommandant selbst könnte nicht gewählt werden, da er aus den Reihen der Ritter der Gnade und Hingabe kommt, eben so wie unter den Italienern Fra´Carlo Ippolito di Sant´Ippolito (ein energischer kalabrischer Gentleman, geboren 1933, ehemaliger Großkommandant) und Fra' Marco  Luzzago (geboren 1950, "Commendatore di giustizia", verantwortlich für die Burg von Magione), der wurde ebenfalls als Ritter der Gnade und Hingabe zugelassen wurde. Natürlich sind alle anderen aus den anderen Klassen des Ordens bekannten Personen auszuschließen.

Es könnte auch die Hypothese einer italienischen Rückeroberung gebe, die der Via Condotti zugute kommen würde, da ein anderer bekennender Ritter dazu gezählt werden könnte, der ebenfalls die edlen Anforderungen der Norm in Artikel 13, Absatz 2, der jedoch nicht in Absatz 1 vorgesehen ist, wie der 44-jährige aus Friaul stammende Nicolò Custoza de Cattani (der 2016 das feierliche Gelübde abgelegt hat, aber bis 2026 warten muß, um wählbar zu werden).
Und dann gibt es noch einen anderen Italiener, der derzeit jedoch kurz davor steht, die Anforderungen in Bezug auf die feierliche Berufung zu erfüllen: das ist der 1955 geborene kampanische Fra´ Alessandro de Franciscis, der derzeitige Direktor des Bureau Médical in Lourdes, der die Ausführung von Berufsjahren im nächsten Dezember erfüllt. Daher könnte sich in einem hypothetischen Aufschub, der mit den Eventualitäten von covid-19 verbunden ist, auch die Hypothese seiner Wahl verwirklichen. De Franciscis ist jedoch nicht nur ein hochgeschätzter Arzt, der in einem der wichtigsten marianischen Wallfahrtsorte des Christentums eine Rolle von klarem Prestige spielt, sondern hat auch einen politischen Hintergrund in den Reihen von Mitte-Links  (ex DC, dann Margherita, UDEUR, Demokratische Partei), was ihn 2005 dazu veranlasste, das Amt des Präsidenten der Provinz Caserta zu übernehmen und sich unangenehm mit den mit diesem Amt verbundenen Rechtsfragen befassen zu müssen, die sich dann auf jeden Fall positiv für ihn lösen ließen. Sicherlich ist er seit 2009 nicht mehr in die Politik involviert, aber es ist bekannt, daß in bestimmten Kreisen bestimmte Dinge immer wieder in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn es darum geht, ein Staatsoberhaupt zu wählen, obwohl es eines sui generis ist.

Natürlich ist spielt die Frage der Zeit auch eine entscheidende Rolle, die angesichts der mit der Pandemie verbundenen Umstände sicherlich nicht fehlen wird. Es muss jedoch gesagt werden, daß der Kodex, der das Leben des Ordens regelt und (Art. 145) den Zeitpunkt für die Einberufung des Staatsrates festlegt (das Wahlorgan des Großmeisters, das eine Art "Parlament" des Ordens darstellt,
in dem auch die großen Priorate und nationalen Verbände vertreten sind), und daher ist die Zeit für hypothetische Bündnisse noch nicht gekommen, es sei denn, es kommt zu einer Ausnahme von dieser Regel, aber bis heute ist dies nur eine "Schul" -Hypothese.

Es ist jedoch klar, daß sich der Einfluss des deutschen Ordensmanagements, das vom unsäglichen  Boeselager inszeniert wird, nicht zögern wird, sich bemerkbar zu machen. Er hat sicherlich fast alle nationalen Verbände in der Hand - etwas widerspenstiger als die anderen ist der italienische, angeführt vom Sizilianer Riccardo Paternò di Montecupo, der, obwohl er mehr Mitglieder als die anderen hat, bei den letzten Wahlen des Wahlkreises willkürlich daran gehindert wurde, seine Präferenz auszudrücken 2018 - gerechtfertigt unter dem Vorwand, daß Italien bereits durch die drei großen Priorate vertreten werde (von denen zwei zu diesem Zeitpunkt bereits kommissioniert wurden) - und der eindeutig auf ein weitläufiges Kontrollsystem zählen kann, das auf der Verwaltung und Verteilung von Wirtschaftsmitteln und diplomatischen Privilegien beruht (denken Sie auch nur zur Wahl aller Diplomaten des Ordens - unter denen wir uns an den Sohn des sehr mächtigen ehemaligen Kommandanten der vatikanischen Gendarmerie Domenico Giani erinnern, der jetzt von Papst Bergoglio torpediert wurde). Die Bekennenden (nicht nur die "geborenen Adligen") sind dagegen zahlenmäßig klein und erscheinen vor allem sehr unorganisiert und demoralisiert; in ihrer Pattsituation scheinen sie nicht viel Atem oder Handlungsspielraum zu haben.

Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß der Heilige Stuhl durch den Sonderdelegierten Becciu erneut seinen Einfluss in Richtung Orden ausübt und eine Führungsrolle für das Wahlverfahren übernimmt,  indem er vielleicht die Wahl eines Leutnants ermöglicht, der den Orden vorübergehend regiert und ihn in Richtung der gewünschten Reform führt. Der Leutnant muss aber auch die Anforderungen erfüllen, die an den Großmeister gestellt wurden (wie wir im Zitat von Art. 13 Abs. 2 der Verfassungs-Charta gesehen haben), und daher würde das Problem der Wahl erneut auftreten, vorgeschlagen, weil er in diesem Fall auf ein einziges Regierungsjahr begrenzt wäre, um dann bei der Wahl des neuen Großmeisters über mehrere Kandidaten verfügen zu können.
In diesem Fall würde sich jedoch der Bruch, der mit der Berücksichtigung der, wenn auch eigentümlichen, Souveränität des Ordens verbunden ist, erneut zeigen, der durch eine Form äußerer Einmischung beschädigt würde.

Hinzu kommt, wie die Dinge auch immer gehen, sich die Frage des Kardinal-Patrons erneut stellen wird, eine Position, aus der Raymond Burke bis heute nie offiziell entfernt wurde. Der amerikanische Kardinal, der sicherlich keinen Untertitel benötigt, hat nach seiner Entlassung, die tatsächlich zu einem "Einfrieren" seiner Funktion führte, elegant keine Rolle mehr beansprucht, ist jedoch der Ansicht, daß die Regeln des Ordens seinem Amt in dieser Phase bestimmte Pflichten zuweisen, in der
eine ehrliche Definition des Problems wünschenswert wäre.

Das sind natürlich politische Hypothesen. Aber die Situation mag nicht so tragisch sein, wie wir denken, und in der Tat könnte die Pars Sanior des Ordens im Vertrauen auf die Stärkung einer "widerstandsfähigen" Gruppe den Moment für einen Richtungswechsel hin zu einer verantwortungsvolleren Autonomie nutzen und für ein besseres Bewusstsein für die eigene Vergangenheit.

Lass uns zuschauen.
                                                                *   *   *   *

Man hat uns mitgeteilt, daß unser gestriger Beitrag Ungenauigkeiten und Unvollständigkeiten enthält. Versuchen wir die zu korrigieren. 

Zu den Italienern  gehört zunächst noch Roggero Caccia Dominioni, emeritierter Großprior der Lombardei und Venedigs, der jedoch die neunzig Jahre überschritten hat und sich nicht bei ausgezeichneter Gesundheit befindet ...; dann sollte angemerkt werden, daß sowohl zwischen Carlo d'Ippolito di Sant'Ippolito als auch zwischen Marco Luzzago (der Justizkommissar ist, aber nicht in der Burg von Magione, sondern in der Villa Ciccolini in Macerata wohnt) im Orden als Ritter di Grazia e Devozionema aufgenommen wurden, dann den Adelsnachweis erbracht haben und (wie es im Fachjargon heißt) "die fehlenden Viertel" ausgeglichen, und so gezeigt, daß sie den Anforderungen genügen, um zu den Rittern di Onore e Devozione zugelassen zu werden. 
Diese Praxis. die zu seiner Zeit auch der verstorbene Großmeister Fra´Giacomo befolgte, ist im Orden anerkannt und , weil sich die genealogische Forschung im Lauf der Zeit immer weiter perfektionieren kann. sodaß neue angemessene und überzeugende Beweise in Adelsprozessen gefunden werden können. 

Zu den wählbaren Rittern mit Prozess müssen diese hinzugefügt werden: 

Fra Ludwig Hoffmann von Rumerstein, Österreicher, 1937 geb., Ex-Groß-Kommandant , der während des Interregnums nach dem Rücktritt Festings Leutnant ad interim war. 
Fra´Karel Paar, geb. 1934, emeritierter Groß-Prior von Böhmen 
Fra´ Elie de Comminges, Franzose, geb. 1935, seit etlichen Jahren aus dem öffentlichen Leben des Ordens verschwunden. 
Fra´ Ludwig von Call, aus Tirol, geb. 1934 , Chemie-Professor in Innbruck

Dann hat man uns mitgeteilt, daß -auch wenn es war ist, daß Fra´Aleesandro de Franciscis im kommenden Dezember die in Artikel 13 der Ordensverfassung georderten Jahre nach der Profess erreichten wird, er dennoch eine weitere, nicht unwichtige Anforderung eben dieses Artikels nicht erfüllt- nämlich seit mindestens 10 Jahren Mitglied des Ordens zu sein, weil er erst 2012 aufgenommen wurde. 

Der Kreis von alt und geschwächt zieht sich daher um de Bizemont, Luzzago, Paar, von Call ... und Festing zusammen.

Dies schließt auch Überraschungen nicht aus ... Wenn wir Briten wären, könnten wir auch darauf wetten.


In der Zwischenzeit teilt uns ein dürftiger Nachruf mit, daß die Beerdigung des verstorbenen Großmeisters (man weiß nicht wann) in eingescgränkter Weise in der Kirche der Villa Malta am Aventin (extraterritorial) abgehalten wird und eine "feierliche  Requiemmesse" an einem noch zu bestimmenden Datum"  gefeiert werden wir. . Keine Erwähnung eines Staatsbegräbnisses Boh."

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti


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