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Dienstag, 23. April 2024

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über Vorkommnisse in der Kirchengeschichte während der Tudor-Zeit im 16. Jahrhundert. Hier geht s zum Original:  klicken

"LERNEN SIE REVEREND THOMAS BLACKBURN VON RIPON KENNEN" (1) 

Im März 1570 gab es in der mächtigen Kirche St.Peter in Ripon (eine der großen Gründungen des Hl.Winfrids) ein ungewöhnliches Spektakel. Der Anblick war der eines älteren Priesters, der in ein weißes Tuch gehüllt war. Dieses Schicksal betraf bekannterweise Büßer; es war eine Demütigung, die üblicherweise Ehebrechern und Unzüchtigen vorbehalten war. 

Blackburn war für schuldig befunden worden, während der "Rebellion“ im vergangenen Jahr das heilige Messopfer dargebracht zu haben, und hatte eine Geldstrafe von zehn Mark (£6 13s 4d) verhängt. Er hatte "andere papistische Gottesdienste“ gehört, darunter "Kirchenbesuche“ von Frauen nach der Geburt. Aber möglicherweise hatte er das Glück, keine härtere Strafe erhalten zu haben, etwa auf dem Galgenberg, ungefähr eine Viertelmeile südlich der Kirche. (Ein örtlicher Tudor-Anhänger, Bowes, der von Thirsk aus seine Runden machte, hatte es geschafft, etwa 600 Hinrichtungen durchzuführen.)

Und wer war dieser bewundernswerte Pfarrer und Geistliche? Im Jahr 1546 war er Pfarrer in Ripon. Das bedeutete, daß er, nachdem er laut Vertrag die Stiftungsmesse gelesen hatte, wahrscheinlich etwas dazu verdiente, indem er die Kinder vor Ort unterrichtete. Er hatte außerdem ein jährliches Honorar von 2 £ als Leiter der Dombauhütte und weitere 2 £ als Schatzmeister. Er war für die "Güter und den Schmuck“ verantwortlich, wobei sich der letztere Begriff (lateinisch „jocalia“) auf das bezieht, was wir den "Kirchenteller" nennen würden. Und er verwaltete Teile des königlichen Zehnten.

Eine bescheidene, aber sichere Position vor Ort, die Vertrauen in seine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit impliziert. Aber er war schon früher in Schwierigkeiten gewesen. Im Jahr 1568 wurde ihm befohlen, "St. Wilfrid's Needle“ (eine schmale Öffnung in der Krypta, die offenbar zur Aufklärung bestimmter Missetaten diente) zu verschließen und die Steinaltäre abzureißen. Er gab zu, dies nicht getan zu haben, und gestand "Götzendienst und verdammende abergläubische Anbetung“. Er bestritt jedoch, Bilder aus der Kirche entfernt zu haben, um sie zu schützen. Es gab jedoch Schlimmeres! Im Jahr 1567 wurden er und andere angeklagt, weil sie während der Herrschaft von Eduard VI etwa 49 katholische Bücher in einem Tresor versteckt hatten. Als würdige Strafe wurde ihnen befohlen, die Lesungen beim Morgen- und Abendgebet im Kirchenschiff zu lesen, damit sie gehört werden konnten. Darüber hinaus wurde ihnen vorgeworfen, eines Nachts die Schlüssel des Mesners gestohlen und Steine von den zerstörten Altären in der Kirche versteckt zu haben. Sie gaben diesen Vorwurf zu und wurden außerdem beschuldigt, „sechs große Albastertafeln mit Bildern“ -zu ihrem Schutz- in einem Tresor versteckt zu haben.

Diese Kenntnisse stammen u.a. aus dem Führer der Kathedrale von Duffy. Es folgt noch etwas über den Werdegang von Sir Thomas."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

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