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Dienstag, 23. April 2024

Tucho Fernandez und das Lehramt

Luisella Scrosati analysiert und kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die nachgeschobenen, teils widersprüchliche Erklärungen des Präfekten des Glaubensdicasteriums -Kardinal Tucho Fernandez-zu Dignitas infinita, der Pflicht der Gläubigen zum Gehorsam und der Bedeutung des Lehramtes. Hier geht s  zum Original:  klicken  

"UNTERWÜRFIGKEIT ODER BLINDER GEHORSAM? Tucho gibt etwas vor, OHNE klarstellung" 
Wenn d Lehramt das eine sagt und dann das Gegenteil, ist das eher widersprüchlich als "authentisch". Der Kardinal-Präfekt weicht Einsprüchen aus aber indem er das tut, macht er die Zustimmung unmöglich, die er von den Gläubigen fordert.

Unterwürfigkeit
Ein weiteres sehr wichtiges Thema, das Kardinal Fernandez bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Erklärung "Dignitatis infinita" angesprochen hat, betrifft die Bedeutung des authentischen Lehramtes ( hier ist der erste Artikel). Von Journalisten gefragt, welche Art Zustimmung die Erklärung fordert, hat der Präfekt des Glaubens-Dicasteriums wiederholt darauf hingewiesen, daß es ein "authentisches Lehramt" ist.

Fernandez erinnert in dieser Hinsicht an den CIC  (can. 752) und die Dogmatischge Konstitution Lumen Gentium 25. Er erinnern an die Professio Fidei von 1989 , in der verlangt wird, da jene, die ein Kirchenamt einnehmen mit "religiösem Gehorsam von Willen und Intellekt der Lehre folgen, die der Römische Pontifex oder das Bischofs-Kollegium anbieten, wenn sei ihr authentisches Lehramt ausüben, auch dann, wenn sie nicht als definitiv verkünden wollen," 

Fernandez schloss damit, dass jene Bischöfe oder Kardinäle, die behaupten, dass der Papst ein Ketzer ist oder Statements verkündet, die der Tradition der Kirche widersprechen "diesen Eid scheinbar nicht geschworen haben". Er bekräftigte irrtümlicherweise, da diejenigen, die Papst Franziskus kritisieren, glauben, daß es nur das Lehramt ex cathedra des Papstes gibt, oder das Lehramt, das bestimmte Punkte der Lehre definieren will, und wiederholte mehrmals, daß Papst Franziskus das Lehramt niemals auf diese Art ausüben wird (als ob das etwas Schreckliches wäre...) Im Grunde würde -laut dem Kardinal- die gebotene Zustimmung zu dieser dritten Ebene des Lehramtes-Gehorsam des Willens und des Intellekts- jede Art von Kritik verhindern, weil die Hilfe des Hl.Geistes dem Pontifex versprochen ist. 

Beginnen wir mit einem feststehenden Punkt: Professio Fidei von 1989 bindet alle Katholiken und verpflichtet besonders diejenigen in der Kirche, die ein kirchliches Amt bekleiden müssen. Deshalb  gehört zum Glauben, daß es wirklich ein authentisches Lehramt gibt, auf das man hören muss, sogar wenn nicht geplant ist ein Dogma oder eine definitive Lehre zu verkünden. Aber die geforderte Ehrung beinhaltet nicht eine endgültige und bedingungslose Zustimmung, andernfalls würde diese dritte Art der Zustimmung sich nicht von den beiden vorhergehenden unterscheiden.  Und tatsächlich spricht die Doktrinale Note der Glaubenskongregation von 1998,die den Schlussteil von Professio Fidei erklärt, dem Lehramt, das eine Doktrin lehrt, die als "göttlich offenbart geglaubt werden muss" (§§ 8-9) volle und unwiderrufbare Zustimmung zu. Aber nicht für das authentische Lehramt. 

Das Mindeste was man sagen kann, ist deshalb, daß das authentische Lehramt  von Seiten der Gläubigen keine bedingungslose und definitive Zustimmung, sondern Respekt fordert. Das  bedeutet nicht, daß diese Art Lehramt nichts bedeutet und daß jeder aus welchen Gründen auch immer- so tun kann, als es das nicht gäbe eine Haltung, die im Gegensatz zu diesem Respekt Verwegenheit ist, die einen dem Risiko des Irrtums aussetzt. Aber, was die klassische theologische Lehre  bekräftigt, bleibt wahr, namentlich, daß "so wie ein nur authentischer Vorschlag seiner Natur nach unvollständig und provisorisch ist,-so auch die ihm gebührende religiöse Zustimmung, " So Gerard Van Noort in seinem "Tractatus de fontibus revelationis".
Eine Klarstellung ist in Ordnung: sogar im Fall eines authentischen Lehramtes, damit es ein Lehramt wird, ist es nötig, daß der Inhalt Themen von Glauben und Moral betrifft, nicht irgendeine Zustimmung zu möglichen Inhalten wie wissenschaftliche Diskussionen oder Bewertung sozio-politischer Fakten etc.

Was passiert nun aber, wenn eine oder mehrere Behauptungen des authentischen Lehramtes  im Gegensatz entweder im Gegensatz zu anderen Äußerungen des gleichen lehramtlichen Dekrets oder -noch schwerwiegender- zu endgültigen Verkündungen des Lehramtes stehen?
In solchen Situationen ist es zulässig, die Widersprüche aufzuzeigen, ob angenommen oder real, und auf den Papst selbst oder die kompetenten Dicasterien zu warten, um zu zeigen, daß ein solcher Widerspruch nicht besteht, oder wenn er besteht, ihn zu korrigieren. Und es ist wirklich so, daß Gehorsam von Verstand und Willen wirklich geleistet werden kann, nicht um das authentische Lehramt zu disqualifizieren. Weil ein Gläubiger nicht zwei widersprüchlichen Statements zustimmen kann, oder sogar einer Behauptung Ehre erweisen, und auch dem Gegenteil voll und unwiderruflich zustimmen kann."

Quelle: L.Scrosati, LNBQ

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