Samstag, 31. Januar 2026

So ist sie gedacht

 und so muß sie klingen - Mozarts Kleine Nachtmusik: gespielt von einem Streichquintett.... hier dem Quartett des Leipziger Gewandhausorchesters plus dem Bassisten. 

              

"Reform"-Botschaft des "Synodalen Weges"- trotz Uneinigkeit der Bischöfe

Mario Galgano kommentiert bei vaticannews die Abschluss-Sitzung und das Abschluss-Dokument des umstrittenen  "Synodalen Weges". Dazu ist zu bemerken, daß an der Abschlußsitzung nicht mehr alle Bischöfe teilnahmen und in sofern nicht von einer Einheit der Hirten innerhab der deutschen Kirche geprohen werden kann.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"ENDE EINER ETAPPE: DER SYNODALER WEG VERABSCHIEDET REFORM-BOTSCHAFT"

Nach sechs Jahren intensiver und oft kontroverser Debatten ist der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland an diesem Samstag in Stuttgart zu Ende gegangen. Mit der Verabschiedung einer abschließenden Botschaft, dem sogenannten „WegWort“, bekräftigten Bischöfe und Laienvertreter ihren Willen, den eingeschlagenen Reformkurs trotz aller Widerstände fortzusetzen. Das Ende des Projekts wurde als Übergang in eine neue, dauerhafte Form der Zusammenarbeit gefeiert.

Kurz nach 11 Uhr stellte die Präsidiums-Gruppe der Versammlung das Dokument vor, das den programmatischen Titel trägt: „Für eine Welt, die Zukunft hat – mit einer Kirche, die Hoffnung macht.“ Der Text, der in einer Nachtsitzung von beratenden Theologen noch einmal grundlegend überarbeitet worden war, versteht sich als Bilanz und Selbstverpflichtung zugleich." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews. 

Fundstück

Regina Einig diagnostiziert in einem Beitrag für "Die Tagespost"  bei den Synodalen Weggefährten Frust und einen "Synodalen Blues". Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel

"IM SYNODALBLUES"

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"Die sechste Synodalversammlung zerfleischt sich in Vorwürfen und Schuldzuweisungen. Vor allem die Besetzung der geplanten Synodalkonferenz entpuppt sich schon ein halbes Jahr vor ihrer Konstituierung als schier unerschöpfliches Minenfeld: Frauenquote? Jugendquote? Hauptamtliche oder Personen, die die Bandbreite des katholischen Lebens repräsentieren? 
Weiter weg sein kann man nicht von einer offenen, einladenden Kirche, die das Feuer der Glaubensfreude weiterträgt. Paradoxerweise hofft man auf Zustimmung Roms zu einer Satzung, an der manches ZdK-Mitglied am liebsten jetzt schon Änderungen vornähme, um Quoten voranzubringen." 
(...)

Quelle: R. Einig, Die Tagespost

 

Weiter weg sein kann man nicht von einer offenen, einladenden Kirche, die das Feuer der Glaubensfreude weiterträgt. Paradoxerweise hofft man auf Zustimmung Roms zu einer Satzung, an der manches ZdK-Mitglied am liebsten jetzt schon Änderungen vornähme, um Quoten voranzubringen.


 

Einweihung eines Mosaiks und einer Statue der Hl Rosa von Lima

in den Vaticanischen Gärten- in Anwesenheit von Papst Leo XIV

             

Freitag, 30. Januar 2026

Fundstück

Die Tagespost stellt sich die Frage, ob "der Synodale Weg ein Erfolg war".Die Antwort auf diee Frage fällt je nach Standort in der Kirche (ob "mit Rom" oder "gegen Rom") unterchiedlich aus.

Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

                               "THEMAVERFEHLUNG"

beginnt der Beitrag so- ZITAT.

"War der Synodale Weg ein „Erfolg“? Um diese Frage zu beantworten, hat der Synodale Weg selbst eine Studie bei der Katholischen Universität Eichstätt in Auftrag gegeben. Gestern haben die Forscher Katharina Karl und Markus Dumberger ihre Arbeit, die vor allem den Ablauf des Synodalen Weges selbst, aber auch den wahrgenommenen Effekt auf Teilnehmer, Kirche und Gesellschaft beleuchten sollte, bei dem sechsten Treffen des Synodalen Weges vorgestellt. Die Studie basiert dabei auf einer Umfrage, die an alle Teilnehmer des Synodalen Weges versandt wurde. Rund die Hälfte hatte sich beteiligt, darunter allerdings nur rund ein Drittel der Bischöfe. Ein brisantes Ergebnis: Das ursprüngliche Ziel des Reformprojekts wurde am klarsten verfehlt."  (,,,)

Quelle: Die Tagespost

Bischof Marian Eleganti über Sacrosanctum Concilium und die Schismen im Christentum, Fortsetzung

Folgebeitrag zu Weihbischofs Marian Elegantis  "Die allgegenwärtigen Schismen des Christentums"  klicken

Unbequeme und vernachlässigte Wahrheiten

 

Die Relativierung der Heilsmittlerschaft JESU CHRISTI ist auch innerhalb der katholischen Kirche ein weit verbreitetes und Besorgnis erregendes Phänomen. Das «extra ecclesia nulla salus» (kein Heil ohne die Kirche) wurde in unserer Zeit sehr stark relativiert. Richtig ist, dass GOTT unschuldig irrende Menschen (Gewissen) auf Wegen, die ihm allein bekannt sind, zum Heil führen kann. GOTT macht jedem Menschen das Angebot des Heils und will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Die Menschen, die nie etwas von CHRISTUS gehört haben oder Ihn nicht wirklich kennen aus welchen Gründen auch immer, bilden nicht einfach eine «massa damnata» (eine Masse von Menschen, die das ewige Heil nie erlangen werden). Zu denken ist auch an die unzähligen unschuldigen Kinder, die schon im Mutterschoss getötet werden. Alle diesbezüglichen, notwendigen Differenzierungen relativieren aber nicht die absolute Heilsnotwendigkeit der Mittlerschaft JESU CHRISTI und Seines Heilswerkzeuges par excellence: die Kirche bzw. die Taufe! Denn es ist den Menschen kein anderer Name gegeben, in dem sie das Heil erben sollen ausser der Name JESU, vor dem jedes Knie sich beugen wird (im Himmel, auf Erden und unter der Erde). Und die Kirche ist Seine Gründung und Sein Mittel in der Zeit, zu den Menschen zu kommen und durch die Geschichte zu gehen. 

 

Der universale und inklusive Heilswille GOTTES, jeden Menschen zu retten und zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen, steht also auch in einem Zusammenhang mit dem unabdingbaren Missionsauftrag der Kirche. Die Kirche muss bei anderen Religionen nicht in die Schule gehen, sondern das lehren, was sie von CHRISTUS empfangen hat. Mit anderen Worten: Sie muss gemäss dem Missionsbefehl des Auferstandenen hinausgehen und alle Völker zu Seinen Jüngern machen und taufen. Das ist Wort GOTTES! Die Kirche ist «Mater et Magistra» /»Mutter und Lehrerin» der Völker. Sie bewahrt die von GOTT ergangene Offenbarung in der Zeit und trägt sie unverfälscht zu allen Menschen. Ihre Sakramente sind die übernatürliche Lebensquelle, an welcher jeder Mensch gesunden soll. In der Hl. Eucharistie schlägt uns die Liebe CHRISTI direkt entgegen und empfangen wir das göttliche Leben. Was gibt es Grösseres als die eucharistische Vereinigung mit IHM? Alternative Gottesdienstformen (Wortgottesdienste) können die Hl. Messe («Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens») nicht im Geringsten ersetzen. Wehe, wenn man es versucht, um etwa die Bedeutung der Laien in der Kirche zu unterstreichen. Die Klerikalisierung der Laien und die Entsakralisierung des Priesters sind sehr zum Schaden der Kirche. Das geschieht an vielen Orten. Der Verdrängungsprozess des Priesters durch Laien lässt sich vielerorts beobachten. Derjenige, der ursprünglich dem Priester assistieren sollte (der Pastoralassistent war die nachkonziliare Errungenschaft schlechthin der 70 er Jahre) will ihm nicht untergeordnet oder zugeordnet sein, sondern ersetzt ihn. Es bleibt trotzdem wahr: Ohne den Priester wird es keine Kirche geben. Wo er verschwindet oder marginalisiert wird, liegt die Kirche in den letzten Zügen. Das hängt mit der Zentralität der Hl. Eucharistie zusammen, die es ohne den Priester nicht gibt. 

 

In ihrer Tradition hat die Kirche das Glaubensgut unverfälscht bewahrt und weitergegeben. Sie tut dies auch heute. Referenzpunkt bleibt der Katechismus der Katholischen Kirche, der von den Bischöfen der Universalkirche in einem erstaunlichen Redaktionsprozess geschrieben und vom Papst (Johannes Paul II.) autorisiert wurde. Die Kirche braucht keine Ausleger, die die Hl. Schrift mit Berufung auf «neue» Erkenntnisse der Humanwissenschaften umschreiben wollen, sog. wissenschaftliche Erkenntnisse, die schon morgen wieder revidiert werden. Die Offenbarung ist nicht falsifizierbar wie wissenschaftliche Erkenntnisse. Wenn heute selbst Stellungnahmen Jesu für zeitbedingt und korrekturbedürftig gehalten werden, ist die Schmerzgrenze definitiv erreicht. 


Besuch bei den Peruanischen Bischöfen

Wie vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV im Vatican gestern die zum Ad-Limins-Besuch in Rom weilenden Bischöfe währen ihres "brüderlichen MIttagessens" besucht, die sichtlich erfreut waren.
Hier geht´s zum Original:  klicken

            "ROM: PAPST BESUCHT PERUS BISCHÖFE"

Leo XIV. hat sich am Donnerstag zu einem Mittagessen der Oberhirten dazugesellt: eine „Geste der Nähe und Verbundenheit“, so Perus Bischofskonferenz, die am Freitag zum Ad limina-Besuch im Vatikan ist.

„Eine Geste der Nähe und Verbundenheit, die die pastorale Mission der Kirche in Peru stärkt“: so beschrieb die Bischofskonferenz die „angenehme und unerwartete Überraschung“, die der Papst den Bischöfen des südamerikanischen Landes am 29. Januar bereitete.

Der Papst besuchte die Bischöfe während eines „brüderlichen Mittagessens“, wie es auf dem Profil der peruanischen Bischofskonferenz hieß, während sie sich zu ihrem Ad limina-Besuch vom 26. bis 31. Januar in Rom aufhält. An dem Treffen nahmen die Bischöfe der 46 kirchlichen Jurisdiktionen des südamerikanischen Landes teil, in dem Robert Francis Prevost über zwanzig Jahre als Missionar und später als Bischof der Diözese Chiclayo tätig war. Die Bischöfe werden am 30. Januar vom Papst in Audienz empfangen.

„Vereinen und bereichern“

Wir sind hier, um für den Frieden und die Zukunft Perus zu beten, dass dieser Besuch uns alle stärkt und uns im Glauben ermutigt, besser zu dienen“, sagte Carlos García Camader, der Bischof von Lurín und Präsident der Peruanischen Bischofskonferenz. „Wir beten, dass unsere zukünftigen Führungskräfte gute Männer und Frauen sein werden, die dem Land dienen, das Gemeinwohl suchen und vor allem danach streben, zu vereinen und zu bereichern, nicht zu spalten oder zu trennen“, fügte er hinzu.

Mosaik und Heiligenbild der Rosa von Lima


Die Bischofskonferenz stiftete ein Mosaik der Jungfrau Maria und ein Bild der Heiligen Rosa von Lima, die beide am Samstag, dem 31. Januar, gesegnet und in den Vatikanischen Gärten aufgestellt werden sollen. Die letzten beiden Ad limina-Besuche der Bischöfe des südamerikanischen Landes fanden im Mai 2017 mit Papst Franziskus und im Mai 2009 mit Papst Benedikt XVI. statt."


Quelle: vaticannews


Ökumene und Ökumenismus

Peter Kwasniewski veröffenticht bei Rorate Caeli einen Beitrag zum aktuellen Zustand der Ökumene und befindet den als "Krise des Ökumenismus": Hier geht´s zum Original:  klicken

                        "KRISE DES ÖKUMENISMUS"

Die moderne ökumenische Bewegung, insbesondere in ihrer nachkonziliaren Ausprägung, hat sich einer gefährlichen Illusion hingegeben: der Annahme, die verschiedenen christlichen Konfessionen seien gleichermaßen gültige Wege zu Gott und unterschieden sich lediglich in zufälligen, nicht aber in wesentlichen Merkmalen. Dieser friedfertige Ansatz, der seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit zunehmendem Eifer verfolgt wird, verkennt grundlegend das Wesen der von Christus gegründeten Kirche, der katholischen Kirche, die unter dem Schutze Petros und mit dem Petro erbaut wurde . Papst Pius XI. übte in seiner Enzyklika „Mortalium Animos“ von 1928 prophetische Kritik an eben dieser Tendenz und warnte vor einem falschen Friedfertigkeitsglauben, der die Integrität der katholischen Wahrheit um einer oberflächlichen Einheit willen gefährden würde. Fast ein Jahrhundert später sind seine Warnungen nicht nur relevant, sondern von entscheidender Bedeutung, da die Früchte des ökumenischen Projekts dürftig ausgefallen sind, während die Verwirrung unter den Gläubigen exponentiell zugenommen hat.

Der  grundlegende  Fehler:  Konfessionelle  Äquivalenz

Das zentrale Problem des heutigen Ökumenismus ist seine implizite Akzeptanz eines ekklesiologischen Relativismus. Indem die Bewegung getrennte christliche Gemeinschaften so behandelt, als besäßen sie alle den gleichen Anspruch auf Authentizität, verschleiert sie die fundamentale katholische Lehre, dass die Kirche Christi in ihrer Fülle in der katholischen Kirche fortbesteht. Dies ist kein bloßer Triumph, sondern theologische Notwendigkeit. Christus gründete eine Kirche, nicht einen Zusammenschluss gleichberechtigter christlicher Konfessionen. Wer die Lehre verwässert, um ein gutes Miteinander zu ermöglichen, baut keine Brücken, sondern ein Haus auf Sand und nennt es interreligiöse Zusammenarbeit. 

Die Annahme, die vielen ökumenischen Dialogen zugrunde liegt – dass sich eine gemeinsame Wiedervereinigung ganz natürlich aus der Betonung von Gemeinsamkeiten und dem diplomatischen Ignorieren von Unterschieden ergeben würde –, hat sich als falsch erwiesen. Jahrzehntelange gemeinsame Erklärungen, theologische Kommissionen und brüderliche Gesten haben uns der sichtbaren Kirchengemeinschaft nicht messbar nähergebracht. Dieses Scheitern ist kein Zufall, sondern unvermeidlich, denn es beruht auf einer fehlerhaften Prämisse: dass die theologische Wahrheit verhandelbar sei oder dass echte Einheit ohne Glaubenseinheit bestehen könne.

Die orthodoxe Frage: Eine theologische, keine grammatikalische Frage

Das Verhältnis zu den orthodoxen Kirchen bietet hierfür ein besonders aufschlussreiches Beispiel. Manche behaupten in ihrem Eifer, Hindernisse zu verharmlosen, die Schwierigkeiten zwischen Rom und Konstantinopel seien eher grammatikalischer als theologischer Natur. Diese gefährliche Vorstellung verkennt tiefgreifende Lehrstreitigkeiten. Die Frage des Petrusamtes, des Primats und der universalen Jurisdiktion des römischen Papstes ist keine Frage sprachlicher Nuancen, sondern von ekklesiologischer Bedeutung.

Die orthodoxe Petition zur päpstlichen Primatsfrage fordert Rom auf, das aufzugeben, was es nicht aufgeben kann, ohne die göttliche Verfassung der Kirche zu verraten. Manche innerhalb der Kirche scheinen bereit zu sein, diesen Forderungen nachzukommen, und vergessen dabei, dass Nachsicht gegenüber Irrtümern keine wahre Barmherzigkeit ist. Frühere Päpste haben diese Grenzen weise erkannt und verstanden, dass authentische Einheit nicht auf Kosten der Wahrheit erkauft werden kann.*

Darüber hinaus blendet die orthodoxe Position das erste Jahrtausend des Christentums unter der Pentarchie geflissentlich aus, in dem päpstliche Interventionen wiederholt die Orthodoxie bewahrten. Auf dem Konzil von Chalcedon, als die christologische Klarheit auf dem Spiel stand, verkündeten die versammelten Kirchenväter: „Petrus hat durch Leo so gesprochen.“ Dies war keine bloße rhetorische Floskel, sondern die Anerkennung des Petrusamtes als letzte Instanz in Lehrstreitigkeiten. Die nachfolgende Geschichte der orthodoxen und orientalischen Kirchen, geplagt von Cäsaropapismus und Lehrverwirrung in Ermangelung effektiver päpstlicher Aufsicht, beweist die praktische Notwendigkeit eben jenes Amtes, das sie heute ablehnen.

Das Filioque liefert ein weiteres aufschlussreiches Beispiel. Wir haben vor Kurzem den 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa begangen, das uns das Nicänische Glaubensbekenntnis schenkte. Mit großem Bedauern wurde bei verschiedenen ökumenischen Feiern beobachtet, dass das Filioque beim gemeinsamen Rezitieren des Glaubensbekenntnisses fehlte. Dies ist nichts anderes als eine Anpassung an orthodoxe Empfindungen, die eine legitime Weiterentwicklung der Lehre implizit als unglückliche Ergänzung behandelt. Das Filioque ist keine Formulierung, für die man sich entschuldigen müsste, sondern eine Klarstellung der Trinitätslehre, die aus dem tieferen Verständnis der geoffenbarten Wahrheit in der Kirche hervorgegangen ist. Sein Weglassen im Namen ökumenischer Sensibilität vermittelt die Botschaft, dass doktrinäre Präzision weniger zählt als Empfindungen, dass Wahrheit selbst eine Frage der „Annäherung“ ist.

Die ständige Veröffentlichung gemeinsamer Erklärungen mit orthodoxen und orientalischen Kirchen hat das Schisma nicht überwunden, weil es dazu nicht in der Lage ist. Die Wunde ist theologischer Natur und wurzelt in grundlegend unvereinbaren Ekklesiologien, die aus der Trennung von Petrus hervorgegangen sind. Keine noch so sorgfältig formulierte Sprache kann diesen Abgrund überbrücken, solange die orthodoxen und orientalischen Kirchen nicht die Demut besitzen, ihre Abspaltung zu erkennen.

Das protestantische Problem: Rechtfertigung und ihre Unzufriedenheit

Wenn die Schwierigkeiten mit der Orthodoxie schon herausfordernd sind, so sind jene, die Katholiken von der protestantischen Welt trennen, noch viel schwieriger. Die protestantische Theologie beruht auf einem grundlegenden Missverständnis von Gnade und Erbsünde, insbesondere in Bezug auf die Rechtfertigung. Die lutherische Formulierung, die sich in der Metapher des „schneebedeckten Misthaufens“ ( simul justus et peccator ) widerspiegelt, stellt die Gnade als zugerechnet dar: eine äußere Erklärung, die den Sünder zwar bedeckt, ihn aber nicht verwandelt. Im Gegensatz dazu versteht die katholische Theologie die Gnade als eingegossen, als eine heiligende Wirklichkeit, die die Seele innerlich reinigt und wahrhaft verwandelt, indem sie die Sünde tilgt, anstatt sie nur zu bedecken.

Dies ist keine einfache Meinungsverschiedenheit, sondern berührt den Kern unseres katholischen Heilsverständnisses. Die lutherische Position, ungeachtet ihrer psychologischen Ursprünge (und es ist gut belegt, dass Luther unter schweren und anhaltenden Depressionen und spiritueller Qual litt, die sein theologisches Denken maßgeblich prägten, insbesondere seine Betonung der Unfreiheit des Willens), präsentiert letztlich ein missverstandenes Evangelium, das den Menschen durch die Gnade im Grunde unverändert lässt. Keine gemeinsame Erklärung kann diese Kluft überbrücken, ohne dass eine der beiden Seiten ihre Kernüberzeugungen aufgibt.

Darüber hinaus verdeutlicht die weitere Entwicklung protestantischer Gemeinden die Instabilität ihrer Gründungsprinzipien. Die Vielzahl an Denominationen, die sich jeweils auf die Führung des Heiligen Geistes berufen, aber zu widersprüchlichen Schlussfolgerungen gelangen, offenbart die Widersprüchlichkeit von „ sola scriptura“ und privatem Urteil als ekklesiologische Grundlagen. Noch beunruhigender ist die vollständige Kapitulation vieler protestantischer Gruppen vor säkularen Ideologien, die sich in ihrer Abkehr von apostolischen Traditionen zeigt; insbesondere in der Ordination von Frauen zum pastoralen Dienst und ihrer bereitwilligen Übernahme weltlicher Werte in Fragen der Sexualmoral und Bioethik.

Wenn protestantische Kirchen Frauen ordinieren, übernehmen sie nicht einfach eine andere Disziplinarpraxis; sie offenbaren ein grundlegendes Missverständnis des sakramentalen Charakters des Priestertums und der ikonischen Darstellung Christi, die dem Sakrament der Heiligen Weihe innewohnt. Wenn sie Verbindungen segnen, die die Heilige Schrift und die beständige christliche Tradition verurteilen, zeigen sie, dass theologischer Liberalismus ohne die Lehrgewalt der Kirche unweigerlich zu seinem Endziel abgleitet: der Ersetzung geoffenbarter Wahrheit durch zeitgenössische kulturelle Vorlieben.

Angesichts dieser Entwicklung erscheint das ökumenische Unterfangen mit dem Protestantismus nicht nur fruchtlos, sondern auch als Fehlallokation von Ressourcen. Letztlich stellt sich die Frage: Welchen Nutzen kann man vom Dialog mit Gemeinschaften erwarten, die keine Kontinuität mehr zum historischen Christentum pflegen?

Der Äquivalenzskandal

Der aktuelle Skandal liegt nicht im Dialog der Katholiken mit abtrünnigen Glaubensbrüdern an sich ; an Dialog oder gemeinsamen Projekten in Bereichen von gemeinsamem Interesse ist nichts grundsätzlich falsch. Vielmehr stiften katholische Würdenträger Verwirrung, indem sie Scheingottesdienste mit schismatischen Klerikern oder solchen ohne gültige Weihe abhalten. Dies führt bei vielen zu der Annahme, sie seien katholischen Bischöfen und Priestern gleichgestellt. Wenn katholische Prälaten an gemeinsamen Gebetsgottesdiensten teilnehmen, wenn sie den Ansichten derer, die einer materiellen Häresie angehören, entgegenkommen, wenn sie die Grenzen zwischen Kirche und kirchlichen Gemeinschaften verwischen, stiften sie Anstoß unter den Gläubigen.

Der gläubige Katholik, der seinen Bischof Seite an Seite mit protestantischen Geistlichen und orthodoxen Prälaten auf der Bühne sieht – in demonstrativer Zweideutigkeit bezüglich der Unterschiede –, fragt sich: Wozu brauchen wir die katholische Kirche, wenn andere genauso gut sind? Waren die Märtyrer, die lieber starben, als die katholische Wahrheit zu verraten, mit etwas Sinnlosem beschäftigt? Wenn lutherische oder anglikanische Pfarrer und katholische Priester im Grunde gleichwertig sind, warum sollte man dann katholisch bleiben?

Dieser Skandal wird noch verschärft, wenn ökumenische Initiativen in scheinbarer Unkenntnis oder Gleichgültigkeit vorgehen. Pius XI. warnte ausdrücklich vor genau jener Art von Indifferentismus, die einen Großteil des zeitgenössischen Ökumenismus kennzeichnet: „Sie fügen hinzu, dass die Kirche an sich oder ihrem Wesen nach in Sektionen gespalten sei; das heißt, dass sie aus mehreren Kirchen oder verschiedenen Gemeinschaften bestehe, die dennoch getrennt blieben und, obwohl sie bestimmte Lehrartikel gemeinsam hätten, in den übrigen Fragen uneins seien; dass diese alle die gleichen Rechte genössen; und dass die Kirche höchstens vom apostolischen Zeitalter bis zu den ersten Ökumenischen Konzilien eine und einzigartige gewesen sei“ ( Mortalium Animos §7).

Diese Beschreibung trifft mit unangenehmer Genauigkeit auf die operative Ekklesiologie vieler zeitgenössischer Verfechter des Ökumenismus zu, die konfessionelle Spaltungen als bedauerlichen, aber letztlich akzeptablen Pluralismus betrachten, anstatt sie als die Wunden am mystischen Leib Christi zu erkennen.

Die Ergebnisarmut und Schlussfolgerung

Das erwiesene Scheitern der ökumenischen Bemühungen spricht für sich. Nach jahrzehntelangem Dialog, gemeinsamen Kommissionen, brüderlichen Besuchen und sorgfältig formulierten Erklärungen sind wir einer institutionellen Wiedervereinigung mit einer der großen orthodoxen oder protestantischen Gruppen kein Stück näher als zum Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils. Einzelne Konversionen finden weiterhin statt, wie eh und je, doch die institutionelle Versöhnung, die die Verfechter der Ökumene versprochen hatten, bleibt zwar unerreichbar, aber nie wirklich erreicht.

Das sollte uns nicht überraschen. Wahre christliche Einheit erfordert Einheit im Glauben, nicht bloß freundschaftliche Beziehungen oder gemeinsame soziale Belange. Wie Pius XI. erklärte: „Die Einheit der Christen kann nur gefördert werden, indem man die Rückkehr derer fördert, die von der einen wahren Kirche Christi getrennt sind, denn in der Vergangenheit haben sie sie unglücklicherweise verlassen“ (ebd. § 10). Dieser direkte Weg wurde durch ein endloses Labyrinth von Dialogen ersetzt, die nirgendwohin führen, weil sie ihr wahres Ziel nicht anerkennen können, ohne entweder das Vorhaben aufzugeben oder dessen grundlegende Prämisse als fehlerhaft einzugestehen.

Der Weg in die Zukunft erfordert eine Rückbesinnung auf das wahre Wesen der Ökumene. Die Hirten der katholischen Kirche müssen von ihrer eigenen Identität als der von Christus gegründeten Kirche überzeugt sein, von der bereits in ihr bestehenden Einheit und von der Fülle der christlichen Wahrheit, die in ungebrochener Kontinuität seit den Aposteln fortbesteht. Dies ist keine Arroganz, sondern Treue zur göttlichen Ordnung der Kirche.

Der Dialog mit getrennten Brüdern und Schwestern kann und soll fortgesetzt werden, doch er muss ein ehrlicher Dialog sein, der Unterschiede nicht verharmlost und Irrtum und Wahrheit nicht als gleichwertige Positionen behandelt. Die Kirche muss klarstellen, dass Einheit nur durch die Rückkehr zur vollen Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri erreicht werden kann, nicht durch die Schaffung eines neuen Bündnisses, das nie existiert hat und niemals existieren könnte, ohne das Wesen der Kirche zu verraten.

Die moderne ökumenische Bewegung ist in ihrer Verwirrung und ihren Kompromissen eher ein Hindernis für die wahre Einheit als ein Weg dorthin geworden. Sie bietet den Gläubigen einen kraftlosen Ersatz für den kraftvollen Katholizismus, der allein die Sehnsucht des menschlichen Herzens nach Wahrheit stillen kann. Es ist an der Zeit, dieses Versagen anzuerkennen, daraus zu lernen und zu dem Prinzip zurückzukehren, das die missionarische Arbeit der Kirche zwei Jahrtausende lang beflügelt hat: „ Extra Ecclesiam nulla salus“ – außerhalb der Kirche gibt es kein Heil. Nicht weil Gott nicht retten kann, wen er will, sondern weil er eine Kirche als ordentlichen Weg zum Heil eingesetzt hat und die Treue zu Christus die Treue zu dieser Kirche in ihrer ganzen Fülle erfordert.

Die ökumenische Bewegung wird erst dann Früchte tragen, wenn sie aufhört, im modernen Sinne ökumenisch zu sein, und wieder das wird, was sie immer hätte sein sollen: eine evangelische Verkündigung der Fülle der katholischen Wahrheit und eine Einladung an alle, diese anzunehmen. Bis dahin sollten wir von diesen Bemühungen wenig Erfolg erwarten.

Dieser Skandal wird noch verschärft, wenn ökumenische Initiativen in scheinbarer Unkenntnis oder Gleichgültigkeit vorgehen. Pius XI. warnte ausdrücklich vor genau jener Art von Indifferentismus, die einen Großteil des zeitgenössischen Ökumenismus kennzeichnet: „Sie fügen hinzu, dass die Kirche an sich oder ihrem Wesen nach in Sektionen gespalten sei; das heißt, dass sie aus mehreren Kirchen oder verschiedenen Gemeinschaften bestehe, die dennoch getrennt blieben und, obwohl sie bestimmte Lehrartikel gemeinsam hätten, in den übrigen Fragen uneins seien; dass diese alle die gleichen Rechte genössen; und dass die Kirche höchstens vom apostolischen Zeitalter bis zu den ersten Ökumenischen Konzilien eine und einzigartige gewesen sei“ ( Mortalium Animos §7).

Diese Beschreibung trifft mit unangenehmer Genauigkeit auf die operative Ekklesiologie vieler zeitgenössischer Verfechter des Ökumenismus zu, die konfessionelle Spaltungen als bedauerlichen, aber letztlich akzeptablen Pluralismus betrachten, anstatt sie als die Wunden am mystischen Leib Christi zu erkennen."

Quelle: P. Kwasniewski, Rorate Caeli
 

Donnerstag, 29. Januar 2026

Bischof Marian Eleganti über Sacrosanctum Concilium und die Schismen im Christentum

Der Weihbischof von Chur, Marian Eleganti, hat - inspiriert durch einen Artikel gleichen Inhalts ("Ist eine EInheit unter Leo vorstellbar?") von Eric Simmons im Crisis Magazine-  einen Text über die Formulierung und Implementierung des Novus Ordo Missae und der Konstitution Sacrsanctum Concilium während und nach dem II. Vaticanischen Konzil und die Folgen verfaßt und zur Veröffentlichung freigegeben.                                                Hier geht´s zum Original:  klicken


             "DIE ALLGEGENWÄRTIGEN SCHISMEN IM CHRISTENTUM" 

In einem Interview mit Diane Montagna vom 20. Jan. 2026 macht Bischof Athanasius Schneider auf einige historische Fakten der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil aufmerksam, welche die meisten Bischöfe und Kardinäle ignorieren bzw. nicht mehr kennen: 

Die Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium wurde am 4. Dezember 1963 verabschiedet und gab die Richtlinien zur Reform der Messe und anderer liturgischer Riten vor. Sie enthielt theologische und pastorale Prinzipien. Die eigentliche Umsetzung lag bei der päpstlichen Kommission (Consilium ad exsequendam Constitutionem de Sacra Liturgia). Am 27. Januar 1965 wurde unter Leitung des Consilium eine überarbeitete Form der Messordnung veröffentlicht: Ordo Missae. Ritus servandus in celebratione missae … Editio typica 1965. Dieser Ordo Missae ersetzte rechtswirksam Teile des Missale Romanum von 1962 und führte erste Änderungen ein. 


In Oktober 1967 wurde in Rom eine experimentelle neue Messe (Missa normativa) gefeiert, die von der Kommission beschlossen worden war. Sie war ein weiterer Entwurf, der nicht mehr nur geringfügig den 1962er Ritus modifizierte. Diese Fassung wurde von Bugnini der ersten nachkonziliaren Bischofssynode vorgestellt, stiess aber auf geteilte Meinungen:

 

Etwa 71 Bischöfe stimmten für („placet“)

43 waren dagegen („non placet“)

62 sahen sie nur als Diskussionsgrundlage

 

Das heisst: Dieser Entwurf wurde nicht verbindlich angenommen. Man kann sagen: Die Synodenväter lehnten die „Missa normativa“ in dieser Form mehrheitlich ab und gaben kein klares Mandat, diese Fassung so zu übernehmen oder weiterzuverfolgen (mehrere waren dagegen oder wollten Änderungen). Dennoch wurde der Prozess nicht gestoppt; Die Arbeit am neuen Messbuch ging trotz der gespaltenen Resonanz weiter. Über mehrere Jahre wurden Texte und Struktur überarbeitet, auch mit Beteiligung von Papst Paul VI. selbst.  Am 3. April 1969 wurde durch die Apostolische Konstitution Missale Romanum das neue Messbuch promulgiert, das mit dem ersten Adventssonntag (30. November 1969) verbindlich eingeführt wurde. Dieses 1969er Messbuch ist die sogenannte Messe nach Paul VI. (im kirchlichen Sprachgebrauch der sog. „Novus Ordo Missae“). Sie unterscheidet sich erheblich von der Editio typica 1965, die bereits von den Konzilsvätern zelebriert wurde und unter ihnen auf keine Ablehnung stiess. Die Änderung der Zelbrationsrichtung und der Volksaltar waren vom Konzil nicht vorgesehen.


Fundstück

vaticannews  berichtet über die Audienz der Mitarbeiter des Glaubensdikasteriums beim Hl. Vater.      Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"LEO XIV: MISSBRAUCHSFÄLLE MIT GERECHTIGKEIT, WAHRHEIT UND LIEBE UNTERSUCHEN"

beginnt der Beitrag so - ZITAT 

Der Papst hat die Mitarbeitenden und Mitglieder des Dikasteriums für die Glaubenslehre dazu aufgerufen, die Untersuchung von Missbrauchsfällen konsequent an den Maßstäben von Gerechtigkeit, Wahrheit und Nächstenliebe auszurichten. Leo XIV. äußerte sich bei einer Audienz für die Vollversammlung des Dikasteriums für die Glaubenslehre an diesem Donnerstag im Vatikan.

Leo, der vor seiner Wahl zum Papst als Präfekt der vatikanischen Bischofsbehörde täglich mit den Belangen von Bischöfen befasst war, bat darum, die Bischöfe und Generaloberen „mit Wohlwollen und Urteilskraft aufzunehmen und zu begleiten“, wenn sie mit Fällen sexualisierter Gewalt in den ihnen anvertrauten Diözesen und Ordensgemeinschaften konfrontiert sind.(...)  

Quelle: vaticannew

 

Über das Opus Dei...

La Nuova Bussola Quotidiana hat den Priester José L. Gonzáles Gullón zur wahren Geschichte des Opus Dei interviewt. Vielleicht hilft das manchem eingefleischten Opus-Dei-Phobie-Erkrankten, seine panikartige Furcht vor dieser Vereinigung zu nehmen. Hier geht´s zum Original:  klicken

AUF GOTTES RUF ANTWORTEN: DIE WAHRE GESCHICHTE DES OPUS DEI 

Co-Autor des ersten geschichtswissenschaftlichen Werkes über das von Josemaría Escrivá gegründete Opus Dei spricht mit La Nuova Bussola über seine Forschungen in den Archiven der Bewegung und seine Liebe zu diesem Charisma. Fast ein Jahrhundert Leben und unzählige Männer und Frauen, die sich der Ausübung (und dem Studium) ihres Glaubens verschrieben haben.

„Wenn die Mitglieder der Institution, die diese Botschaft bewahrt, sie sich zu eigen machen und sorgsam weitergeben, bleibt sie unversehrt“, erklärt José Luis González Gullón, Priester des Opus Dei und Geschichtsprofessor an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz, in einem Interview mit La Nuova Bussola. Dies ist jedoch ohne Kenntnis der eigenen Geschichte nicht möglich. Daher beschlossen Gullón und John F. Coverdale, ehemaliger Geschichtsprofessor an der Princeton University, einen historiografischen Band über die von Josemaría Escrivá gegründete charismatische Bewegung zu veröffentlichen (Opus Dei. Una storia, Ares, Mailand 2025). Dies ist besonders wichtig, weil die Menschen, die zu seinem engsten Kreis gehörten, nicht mehr unter uns weilen. „Es lag nahe, jene Jahre, die für die Institution so bedeutsam waren, neu zu erzählen. Bislang gab es keine Veröffentlichung zu ihrer Geschichte, und als Historiker und Priester des Opus Dei hatte ich Fragen zu ihrer Vergangenheit.“ Nach eingehender Recherche in den Archiven glaube ich, einige Antworten gefunden zu haben, die ich im Buch mit allen teile.

Frage: Für die heilige Therese von Lisieux bedeutete Heiligkeit, jede noch so kleine Geste Gott darzubringen, während Escrivá betonte, dass dies für jeden möglich sei, auch für Laien. Man mag sich jedoch fragen, wie es möglich ist, das vom Gründer des Werkes vorgeschlagene Leben und Gebet in der heutigen hektischen Welt zu führen.

Antwort: Gemäß dem ihm zuteilgewordenen Charisma sagte der heilige Josemaría, dass das hohe Tempo unseres Lebens kein Hindernis, sondern ein Weg für diejenigen sei, die sich als Kinder Gottes fühlen und so leben. Escrivás Vorschlag, Jesus in all unseren Tätigkeiten zu betrachten, ist zweifellos überraschend. Er bekräftigte, dass dies nicht nur möglich, sondern auch eine Berufung sei: Gott ruft uns auf, uns mit Jesus zu vereinen, wo immer wir sind: zu Hause, bei der Arbeit oder wo auch immer wir uns befinden. Dies ist die Botschaft des Evangeliums, an die uns Opus Dei erinnert. Wie dies gelingen kann, erklärte Escrivá: Zum einen pflegen wir Christen unsere Beziehung zu Gott durch das Gebet und den regelmäßigen Empfang der Eucharistie und der Bußsakramente, verbunden mit geistlicher Begleitung und der Vertiefung in die Wahrheiten des christlichen Lebens. Zum anderen ist die vollkommenste Verwirklichung unserer beruflichen, familiären und sozialen Tätigkeiten der Weg, auf dem wir uns heiligen, als Individuen wachsen und uns anderen widmen.

Manche haben Ihrem Gründer vorgeworfen, ein Progressiver zu sein, während ihn ein Großteil der Kirche in der nachkonziliaren Zeit als strengen Traditionalisten ansah. Was aber machte ihn so ausgeglichen?

Ich habe keinen Zweifel: die Vereinigung mit Jesus. Er lud alle – Laien und Priester, Frauen und Männer, Verheiratete und Ledige – ein, seinem Weg zu folgen: Jesus zu suchen, zu finden und zu lieben. Er sagte, das Leben habe erst dann vollen Sinn, wenn es mit Gott gelebt wird. Er hatte kein Problem damit, eine persönliche und innige Beziehung zu Jesus vorzuschlagen und benutzte sogar das Verb „sich in ihn verlieben“. Ich denke, das war seine Stärke. Er predigte, was er lebte, und lebte, was er liebte.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Leo XIV und der Synodale Weg...

Roberto de Mattei befaßt sich in seinem heutigen Beitrag für Corrispondenza Romana  mit dem Deutschen Synodalen Weg und seinen Herausforderungen -besonders unter dem Aspekt der kommunistischen Iseologie. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV UND DIE HERAUSFORDERNGEN DURCH DIE SYNODALITÄT - UND DEUTSCHLAND"

"Vor dreißig Jahren veröffentlichte der französische Historiker François Furet ein vielbeachtetes Buch, das sich als Analyse des Kommunismus im 20. Jahrhundert nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion präsentierte (Die Vergangenheit einer Illusion, italienische Übersetzung erschienen bei Mondadori, Mailand, 1995). Die Originalität des Werkes lag darin, dass es die Geschichte des Kommunismus nicht als Partei oder Staatssystem, sondern als die Anziehungskraft einer Idee darstellte, die sich als Illusion und somit als Utopie erwies.


Der Weg dieser Utopie, schrieb Furet, „ist geheimnisvoller als die wahre Geschichte des Kommunismus.“ Ihre weltweite Verbreitung war tatsächlich viel weitreichender als die der kommunistischen Macht. Doch das Verschwinden des sogenannten „wahren Sozialismus“ bedeutete den Verlust der Glaubwürdigkeit des historischen Versprechens und somit dessen Ende, denn der Kommunismus erschien nicht länger als die strahlende Zukunft der Menschheit. Daher der Titel von Furets Buch: Die Vergangenheit einer Illusion .


Können wir jedoch sagen, dass die Vergangenheit der Illusionen wirklich der Vergangenheit angehört? Verglichen mit dem 20. Jahrhundert überlebt der Kommunismus – trotz des Fehlens eines einheitlichen Zentrums wie der UdSSR – als Machtsystem in China, Russland, Nordkorea und Kuba, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Was aber vor allem fortbesteht, ist die kommunistische Idee in einem geopolitischen Raum, der weit über den Rahmen der sie verkörpernden Regime hinausgeht. Selbst in Gesellschaften, die sich nicht mit kommunistischen politischen Systemen identifizieren, herrscht eine ideologische Atmosphäre vor, die weniger auf Illusionen als vielmehr auf das verweist, was als fundamentaler Irrtum des Kommunismus bezeichnet werden könnte. Der Begriff Illusion bezeichnet einen trügerischen, aber mitunter edlen Traum, der unweigerlich von der Realität zerschmettert wird. Der Irrtum hingegen ist das Festhalten an einer falschen Vorstellung, selbst wenn die Realität sie widerlegt. Illusionen werden von der Hoffnung auf eine ideale Gesellschaft der Zukunft genährt, während Irrtum von einer Revolte gegen die Realität der Gegenwart angetrieben wird. 


Die kommunistische Gesellschaft, wie sie von Marx und Engels im Kommunistischen Manifest (1848) beschrieben wird, ist eine egalitäre und klassenlose Gesellschaft. Sie, so erklärt Nikolai Bucharin in „Das ABC des Kommunismus“ (1919), „wird die Einteilung der Menschen in Klassen, Reiche und Arme, Herrschende und Beherrschte, beseitigen“. Diese materialistische und egalitäre Vorstellung ist offenkundig eine Utopie. 


Generalaudienz

vaticannews berichtet über Papst Leos Katechese bei der heutigen Generaudienz, bei der es um das Verhältnis der Hl. Schrift zur Tradition ging.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO BEI DER GENERALAUDIENZ: SCHRIFT UND TRADITION GEHEN ZUSAMMEN"

Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz am Mittwoch die enge Verflechtung von Heiliger Schrift und kirchlicher Tradition betont. Beide bildeten nach seinen Worten eine unauflösliche Einheit und könnten nur gemeinsam richtig verstanden werden. Der Papst setzte damit seine Auslegung der Konzilskonstitution Dei Verbum über die göttliche Offenbarung fort.

Den Ausgangspunkt seiner Katechese bildeten zwei biblische Szenen. Im Abendmahlssaal verspreche Jesus den Jüngern den Heiligen Geist, der sie lehren und an seine Worte erinnern werde. Zugleich sichere Christus zu, der Geist der Wahrheit werde sie „in die ganze Wahrheit führen“. Die zweite Szene spiele in Galiläa, wo der auferstandene Jesus den Jüngern den Auftrag erteile, alle Völker zu Jüngern zu machen und sie zu lehren, alles zu befolgen, was er geboten habe. In beiden Fällen werde deutlich, wie das Wort Christi weitergegeben werde, so Leo XIV.

Die Offenbarung kann nicht auf einzigen Text reduziert werden


Das Zweite Vatikanische Konzil fasse diesen Zusammenhang prägnant zusammen. Wie der Papst erinnerte, halte Dei Verbum fest: „Die Heilige Schrift und die Heilige Tradition sind eng miteinander verbunden und stehen in gegenseitiger Beziehung. Da beide aus derselben göttlichen Quelle stammen, bilden sie in gewisser Weise eine Einheit und streben dasselbe Ziel an.“ Damit mache das Konzil deutlich, dass Offenbarung nicht auf einen einzelnen Text reduziert werden könne.


„Da beide aus derselben göttlichen Quelle stammen, bilden sie in gewisser Weise eine Einheit und streben dasselbe Ziel an“


Die kirchliche Tradition entwickle sich im Lauf der Geschichte durch die Kirche, die das Wort Gottes bewahre, auslege und lebe. Der Katechismus der Katholischen Kirche greife in diesem Zusammenhang ein Wort der Kirchenväter auf: „Die Heilige Schrift ist eher im Herzen der Kirche geschrieben als in materiellen Instrumenten.“ Tradition sei daher kein statisches Weiterreichen, sondern ein lebendiger Vorgang.

Tradition wird lebendig fortgeschrieben


In Anlehnung an die Worte Christi betone das Konzil, „dass die Tradition apostolischen Ursprungs in der Kirche mit Hilfe des Heiligen Geistes weiterlebt“. Leo XIV. zitierte ausführlich, wie dieses Weiterleben konkret geschehe: „Dies geschieht durch das volle Verständnis mittels der Reflexion und des Studiums der Gläubigen, durch die Erfahrung, die aus einem tieferen Verständnis der geistlichen Dinge entsteht, und vor allem durch die Verkündigung der Nachfolger der Apostel, die ein sicheres Charisma der Wahrheit empfangen haben.“


„Die Heilige Schrift wächst mit denen, die sie lesen“

Zusammenfassend bewahre die Kirche, so Dei Verbum, „in ihrer Lehre, in ihrem Leben und in ihrem Gottesdienst alles, was sie glaubt, und gibt es an alle Generationen weiter“. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an Gregor den Großen, der gesagt habe: „Die Heilige Schrift wächst mit denen, die sie lesen.“ Auch Augustinus habe hervorgehoben, „dass es nur eine einzige Botschaft Gottes gibt, die sich in der gesamten Schrift entfaltet“.

Ein Leitstern 


DasWort Gottes sei daher keine erstarrte Größe, sondern eine lebendige und organische Wirklichkeit, die sich in der Tradition entfalte. Heilige Schrift und Tradition seien „so eng miteinander verbunden und verflochten, dass sie nicht unabhängig voneinander bestehen können“, sagte Leo XIV. Dei Verbum spreche hier von einem einzigen „Vermächtnis des Wortes Gottes“, das der Kirche anvertraut sei: „Das ,Depot‘ des Wortes Gottes befindet sich auch heute noch in den Händen der Kirche, und wir alle müssen es in den verschiedenen kirchlichen Diensten weiterhin in seiner Unversehrtheit bewahren, als Leitstern für unseren Weg in der Komplexität der Geschichte und der Existenz.“


Quelle: vaticannews