Posts mit dem Label Aphorismen und gute Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aphorismen und gute Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 10. Dezember 2019

Grußbotschaft des Papa emeritus an die Internationale Theologen-Kommission zu ihrem 50-jährigen Bestehen

Sandro Magister hat bei Settimo Cielo - mit einem kurzen Kommentar- die Grußbotschaft des Papa emeritus Benedikt XVI an die Internationale Theologen-Kommission veröffentlicht.
Hier geht´s zum Original: klicken

"AUS RATZINGERS TAGEBUCH, TATEN UND UNTATEN DER INTERNATIONALEN THEOLOGENKOMMISSION" 

Ende November traf sich die Internationale Theologenkommission im Vatican, um ihr erstes halbes Jahrhundert zu feiern. Und Papst Franziskus - der sie in Audienz empfing, dankte ihnen dafür 2018 ein Dokument zu einem Thema verfaßt zu haben, das ihm sehr am Herzen liegt- zur Synodalität und er erklärte daß das für viele nicht die Art zu denken ist. also" sich an den Händen zu  halten und vorwärts zu gehen, Partys mit jungen Leuten zu veranstalten oder Meinungsumfragen darüber zu starten, was die Leute über das Frauenpriestertum denken,."

Wenige haben jedoch realisiert, daß die dreißig Theologen der Kommission auch die Botschaft eines anderen Papstes- heute emeritierten- Papstes, namens Joseph Ratzinger empfangen haben, auch er ein Theologe größten Kalibers, der bei ihrer Gründung 1969 Teil dieser Kommission war.

Die Botschaft, die von Benedikt XVI an die Internationale Theologenkommission adressiert ist, kann man in ganzer Länge  in italienischer Sprache auf der offiziellen website des Vaticans lesen:

Grußbotschaft des Papa emeritus...."
Für den Anfang drückt Ratzinger seine Wertschätzung der Autonomie aus, die die Theologen-Kommission von Anfang an gegenüber der Kongregation für die Glaubenslehre hatte. Natürlich ist der Präfekt der Kongregation auch der Präsident der Kommission, aber es ist wie im "Österreichisch-Ungarischen Reich", wo "der Kaiser von Österreich und der König von Ungarn dieselbe Person waren, während die beiden Länder autonom leben eines neben dem anderen. "


Mittwoch, 10. April 2019

Spruch des Tages


"Ungeachtet seiner Wut auf das Christentum ist der Stammbaum Nietzsches ungewiss. Nietzsche ist ein Saulus, der auf dem Weg nach Damaskus in Ohnmacht gefallen ist. "

Nicolas Gomez Davila

Quelle: Zitat aus dem Vatican-Magazin

Mittwoch, 15. August 2018

Fr. Hunwicke spricht

bei liturgicalnotes anläßlich des Hochfestes Mariae Himmelfahrt über einen Text von Abbé Perdrau zum Zusammenhang zwischen der Hl. Gottesmutter und der Eucharistie.
Hier geht´s zum Original: klicken

        "ABBÉ PERDRAU UND UNSERE LIEBE FRAU" 
"Der Gedanke an Maria und an die Eucharistie lassen sich leicht vereinen; sie sind sozusagen miteinander verbunden und austauschbare Begriffe; Es ist Maria, die uns das Göttliche Kind von Bethlehem anbietet; am Fuß des Kreuzes  präsentiert sie uns den toten in sein Grabtuch gewickelten  Körper Jesu; am Altar gibt sie ihn  uns wieder-ins eucharistische Leinen gehüllt.

"Das ist es nicht, was die Kirche Gottes denkt, wenn es uns ermächtigt vor dem Heiligen Sakrament die wunderschöne Sequenz des Ave Verum:




Sei gegrüßt, wahrer Leib,
geboren von Maria, der Jungfrau,
der wahrhaft litt und geopfert wurde
am Kreuz für den Menschen;
dessen durchbohrte Seite
von Wasser floss und Blut:
Sei uns Vorgeschmack
in der Prüfung des Todes!

So wird in dem Augenblick, wenn Jesus aus dem Tabernakel erscheint- die Erinnerung an Maria in unseren Seelen -Maria erscheint uns wie die Monstranz in der der Leib des Herrn glänzt.
In der Tat ist die Hl. Hostie ein Geschenk der Hl. Jungfrau. 
Der Hl. Augustinus sagt das in vier oft zitierten Worten: Caro Jesu, Caro Mariae..."Das Fleisch Jesu ist das Fleisch Mariens. Diese Leib, dieses Blut Christi, das auf dem Altar unsere Nahrung und Getränk wird- haben ihren Ursprung in Maria. Es ist die Materie Mariens die die Substanz Jesu geworden ist, Maria ist eines Hauptbestandteile des Hl. Sakramentes; sie trägt dazu bei wie das Weizenkorn, das ausgesät wird, die Ähre hervorbringt, die die Ernte  ausmacht."

                                                      *     *     *     *     *

Ein gelehrter Leser unterrichtet mich, daß der Abbé einen ....Essay über die letzten Tage unsrer Lieben Frau in Ephesus geschrieben hat und seine Schwester Pauline eine Nonne war, die ein Bild der Mater admirabilis gemalt hat, das von Papst Pius IX sehr bewundert wurde. Es zeigt unsere Liebe Frau -ungewohnt- mit einer Spindel.

Freitag, 15. September 2017

Papst Benedikt XVI -ein neuer Nehemia?

Gerade gesehen: bei der Freischaltung dieses Beitrags ist einiges schief gegangen,- dafür entschuldigen wir uns.

rorate caeli hat zum 10. Jahesetag der Promulgierung des motu proprio "Summorum Pontificum"
ein Loblied auf den Papa emeritus verfaßt und vergleicht ihn darin mit dem Propheten Nehemia, der das seit langer Zeit verborgene Feuer aus dem Tempel wiederfand.
Hier geht´s  zum Original:  klicken

"BENEDIKT XVI DER NEUE NEHEMIA, DER DAS VERBORGENE FEUER WIEDER ENTZÜNDET"

Am 10. Jahrestag des In.Kraft.Tretens des Motu Proprio Summorum Pontificum preisen wir das Erbe Papst Benedikts XVI, der die schwerwiegende Ungerechtigkeit des Versuchs der unmöglichen Abschaffung der Apostolischen Messe der Lateinischen Kirche und hat sie von den Fesseln aus Lügen und Täuschung befreit.
Ad multos annos, Papa Ratzinger!

Aus dem Zweiten Buch der Makkabäer, Kapitel 1

           Für all das sei unser Gott gepriesen, der die Gottlosen preisgegeben hat.

 Gelobt sei Gott in allen Dingen, der die Bösen ausgeliefert hat.
"Wir schreiben euch, weil wir die Tempelreinigung feiern wollen- am 25. Tag des Monats Casleu, wir hielten es für nötig, es euch bekannt zu machen, so daß ihr den Tag des Feuers begeht, das gegeben wurde, als Nehemias das Opfer brachte und der Tempel und der Altar gebaut wurden. 
Denn als unsere Väter nach Persien verschleppt wurden, nahmen die Priester, die Anbeter Gottes waren, das Feuer vom Altar und versteckten es in einem Tal, wo es eine tiefe Grube ohne Wasser gab- dort hielten sie es in Sicherheit, so daß der Platz allen Menschen unbekannt war.
Als aber viele Jahre vergangen waren und es Gott gefiel, daß Nehemia vom König von Persien gesandt werden sollte, schickte er einige Nachfahren dieser Priester und sie sagten uns, daß sie kein Feuer gefunden hätten sondern schlammiges Wasser.

          Er befahl ihnen, es zu schöpfen und ihm zu bringen. Als alles zum Opfer gerüstet war, gebot               Nehemia den Priestern, das Holz und was darauf lag, mit dem Wasser zu  begießen.
          Als dies geschehen war und nach einiger Zeit die Sonne hervor kam, die bis dahin von einer               Wolke verdeckt war. loderte ein gewaltiges Feuer auf, sodaß alle staunten. Und alle Priester                 beteten, während das Opfer verbrannte, Jonathan begann und die anderen- auch Nehemia-                   antworteten:

          "Herr, Herr und Gott,
          Du Schöpfer aller Dinge,
          Du furchtbarer und gewaltiger,
          gerechter und barmherziger
          alleiniger Gott und Wohltäter,
          eingiger Spender der Lebensgüter,
          einzig gerechter Allherrscher und Ewiger,
          der Du Israel aus aller Not errettet,
          der Du die Väter auserwählt und geheiligt hast.

          Nimm das Opfer an für Dein ganzes Volk Israel,
          schütze und heilige Dein Erbteil.
          Führe uns wieder aus der Zerstreuung zusammen,
          befreie alle von den Heidenvölkern Geknechteten,
          schau gnädig auf die Verschmähten und Verachteten!
          Dann sollen die Völker erkennen, daß Du unser Gott bist.
          Strafe, die uns Gewalt antun und uns in ihrem Stolz verhöhnen,
          und pflanze Dein Volk wieder an deinem Heiligen Ort ein,
          wie Moses es gesagt hat.

         Dann sangen die Priester die Loblieder und das Opfer wurde verzehrt. 

Quelle : rorate caeli

Freitag, 10. Februar 2017

Fundstück zur Reformation

Gefunden in einer speziellen Fundgrube: dem Löwenblog. Marco Gallina faßt da Leserzuschriften zu Martin Luther und der Reformation zusammen und kommentiert bzw. beantwortet sie auf historischer Grundlage. Danke!

Hier geht´s zum lesenswerten Original:  klicken

Da steht z.B. Folgendes, was den Reformationsapologeten sicher nicht gefallen wird:

"These I: Die Reformation hat mitnichten etwas mit Fortschritt zu tun. Sie war als absolutes Gegenteil gedacht. Re-formen heißt, etwas in alte (gute) Formen zurückzuführen. Die meisten Reformatoren, vor allem Luther, Zwingli und Calvin waren im Grunde mittelalterliche Menschen, die mit der „Neuen Zeit“ nichts anfangen konnten."

Quelle: Marco Gallina

Montag, 6. Februar 2017

Das Pasquill ist zurück in Rom. Terror?

Roberto de Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana und in Il Tempo die Plakate, die in der Nacht des 5. 2. an den Mauern Roms auftauchten. Ohne jeden Sinn für Tradition (das wissen wir ja nun) und für Humor wurde jetzt eine Antiterroreinheit mit der Untersuchung der Plakatiererei beauftragt und verbal auch seitens des Hl. Stuhls mächtig aufgerüstet. Wut gegen Esprit.
Hier geht´s zum Original:  klicken

 "Das Pasquino (Pasquill) kehrt nach Rom zurück"
"In der Nacht von Freitag auf Samstag hat eine unbekannte Hand die Straßen rund um den Vatican mit einem Plakat tapeziert, auf dem man unter dem Bild eines finsteren und stirnrunzelden Papst Bergoglio liest: “A France’, hai commissariato Congregazioni, rimosso sacerdoti, decapitato l’Ordine di Malta e i Francescani dell’Immacolata, ignorato Cardinali… ma n’do sta la tua misericordia?”
"He Franz, du hast Kongregationen kommissioniert, Priester entlassen, den Malteser Orden und die FFI enthauptet, Kardinäle ignoriert....aber wo ist deine Barmherzigkeit geblieben?"

    pasquinata-papafrancesco

"Der stachelige Protest in Romanesco fügt sich die in Rom als "Pasquinate" bekannte Tradition ein. Pasquino war der Name einer Statue, an der zu nächtlicher Zeit  Kärtchen und Plakate befestigt wurden, auf denen Machtmißbräuche verurteilt oder Fehler von Päpsten und Kardinälen angeprangert wurden. Als Clemens VII 1534 starb , erschien z.B. ein Porträt seines Arztes, der anstatt ihn zu heilen in die andere Welt geschickt hatte, mit der anerkennenden Unterschrift: "ecce qui tollit peccata mundi"   "hier ist der, der die Sünde der Welt hinweg nahm" 
Gestern wie heute haben die Pasquinati immer die Gefühle zwischen dem Volk und dem römischen Klerus zusammengefaßt.

In unserem Fall, .besonders in diesen Tagen in denen die Geschichte des Malteser Ordens mit der Entlassung des Großmeisters, der Rehabilitation eines der moralischen Verfehlung angeklagten Mannes des Vaticans, Albrecht von Boeselager und der kommissarischen Machtübertragung an Msgr. Becciu endete. 
In voller Mißachtung der Souveränität des Ordens, der dem Hl. Stuhl nur in Bezug auf das religiöse Leben seiner geweihten Ritter untersteht, aber in seinem inneren und internationalen Leben völlig unabhängig ist oder sein sollte. 

Der selbe Mangel an Respektierung des Rechts scheint sich auf das italienische Zivilrecht auszudehnen.  [.....]

"Freiheit, Freiheit, wieviele Verbrechen sind in deinem Namen begangen worden" klagte Madame Roland, eines der berühmten Opfer der Französischen Revolution.

"Barmherzigkeit, Barmherzigkeit, wieviel Gewalt ist in deinem Namen ausgeübt worden"
könnten die Opfer des Pontifikates des Barmherzigkeit wiederholen.
Quelle: Corrispondenza Romana, IlTempo R. De Mattei

Sonntag, 21. August 2016

Fundstück

ein lesenswerter Artikel über die Bedeutung Mendelssohns und Wagners für die Romantik- gefunden-und das wird langsam zur Gewohnheit- auf dem Löwenblog, bei Marco Gallina. Interessant weil einer richtigen Einordnung lange Zeit ideologische Überlegungen im Wege standen.
Dieser Satz zaubert bei jedem, der den Wagnerschen Mangel an Humor und seinen Hang zu bombastischen Pathos beklagt, ein Lächeln ins Gesicht:
"als der Käufer (der imaginäre Held beim Bäcker) nunmehr an der Reihe ist und
"den gar lieblichen Laybe Broth“ verlangt, und dann im Todeskampf ringend wieder aus der Bäckerei auf einem Pferd herausreitet." (...)


Hier geht´s zum Fundstück mit dem Titel "Das große Mißverständnis der Romantik , für das wir herzlich danken:  klicken


                    

und hier noch ein Ausschnitt aus dem Beitrag:

(.....) " sind Wagner und Mendelssohn Antipoden jenes faustischen Deutschtums, das heute beinahe vergessen ist. Sie sind zwei Seiten ein und derselben Medaille, eben zwei Seelen in der Brust der deutschen Musikkultur. Bei Wagner erscheint das Pathos, das Bombastische, das Melancholische, das Tragische in voller Gänze; aber es scheint zugleich, dass keine Wagner-Figur irgendetwas sagen kann, ohne dass es tiefdeutschen Ernst verlangt. Selbst eine Szene beim Bäcker hätte Wagner wohl mit teuflisch-infernalen Klängen unterlegt, zusammen mit einer ausgewalzten Arie über die vielen Gedanken, die den Helden in der Schlange verzweifeln lassen; über den Kummer über das Geld, das er bereits im Kopf vorher zusammenzählt, da er die Preise zusammenrechnet; und zuletzt die heldenhafte Tat – untermalt von Posaunen, Hörnern und brachial-männlicher Stimme – als der Käufer nunmehr an der Reihe ist, „den gar lieblichen Laybe Broth“ verlangt, und dann im Todeskampf ringend wieder aus der Bäckerei auf einem Pferd herausreitet." 
(....)

Quelle: Löwenblog,Marco Gallina 

Mittwoch, 6. April 2016

Die Kreuzzüge. Mythos 3

Wir wissen ja, wie sehr unsere orientromantischen Geschichtsanalphabeten in trauter Gemeinsamkeit mit den linken scheuklappentragenden Zeitungsschreibern und ihren Schützlingen, den gewalttätigen Islamisten, an ihren Kreuzzugmythen hängen, wir müssen sie leider trotzdem widerlegen.
Fortsetzung:

Mythos Nr.3 : D
"Die Kreuzritter waren ein Haufen Zyniker, die ihrer eigenen religiösen Propaganda nicht wirklich glaubten, sie hatten letztendlich materialistische Motive. Das ist ein ein sehr populäres Argument gewesen, jedenfalls seit Voltaire.
Es erscheint modernen Menschen überzeugend, in eine materialistische Weltsicht eingetaucht, wie sie sind. Und sicher gab es Zyniker und Heuchler im Mittelalter- unterhalb der offensichtlichen Differenzen in Technologie und materieller Kultur- waren die mittelalterlichen Menschen genau so menschlich wie wir und dem selben Scheitern unterworfen.

Jedoch -wie bei den ersten beiden Mythen- ist auch diese generalisierte Behauptung beweisbar falsch. Zum einen waren die Todesfälle bei den Kreuzzügen wirklich zahlreich und viele, die meisten Kreuzritter rechneten nicht mit ihrer Heimkehr.
Mindestens ein Militärhistoriker hat die Gefallenenrate der Kreuzritter mit erschreckenden 75% angegeben.

Der Aussage des Kreuzfahrers Robert de Crésèques aus dem 13. Jahrhundert, "daß er über das Meer gekommen sei, um für Gott im Heiligen Land zu sterben", folgte bald sein Tod in der Schlacht gegen eine überwältigende Übermacht, mag in ihrer Kraft und schnellen Erfüllung ungewöhnlich gewesen sein, aber sie zeigt keine untypische Haltung.
Es ist schwer, sich einen überzeugenderen Weg vorzustellen, um die eigene Hingabe an eine Sache zu beweisen,als das eigne Leben dafür zu opfern und ein sehr große Zahl von Kreuzrittern taten genau das. Aber diese Erklärung hat sich auch als falsch herausgestellt, wenn man bedenkt, wie die Kreuzzüge gepredigt wurden.
Kreuzzügler wurden nicht eingezogen. Die Teilnahme war freiwillig und die Teilnehm er mußten überzeugt werden, mitzumachen.

Das Hauptwerkzeug der u doft dem TodÜberredung war die Kreuzzugspredigt, und man würde erwarten, daß die Teilnahme an  einem Kreuzzug in diesen Predigten als anziehend beschrieben wurde.
Das ist im Allgemeinen nicht der Fall; waren angefüllt mit Warnungen vor den Entbehrungen und oft demTod, die ein KreuKreuzzugpredigten zzug mit sich brachte.
Das war die wohlbekannte Realität der Kreuzzüge.
Wie Jonathan Riley-Smith bemerkte, mußten die Kreuzzugprediger ihre Zuhörer dazu überreden, sich selbst in ein Unterfangen zu stürzen, das ihr Leben unterbrechen würde, sie wahrscheinlich verarmen lassen und sogar töten würde und Unannehmlichkeiten für ihre Familien mit sich bringen, deren Unterstützung sie brauchen würden, wenn sie ihr Versprechen erfüllen sollten.
                                                                                               

Freitag, 18. März 2016

Fortsetzung des Interviews von J. Servais mit dem Papa Emeritus, dritter und letzter Teil

Fortsetzung des Interviews, das Jacques Servais, SJ, im vergangenen Oktober mit Papst em. Benedikt XVI führte. Klicken
"Als Anselm sagte,  daß Christus am Kreuz sterben mußte, um die unendliche Beleidigung Gottes zu heilen und auf diese Weise die zerstörte Ordnung wieder herzustellen, bediente er sich einer Sprache, die der moderne Mensch schwer ertragen kann. Sich so auszudrücken, birgt die Gefahr mit sich, auf Gott ein Bild zu projizieren- eines Gottes, der ohne Nachsicht mit der Sünde des Menschen ist, mit Gefühlen von Gewalt und Aggression, vergleichbar mit dem, was wir an uns selbst erfahren können.
Wie ist es möglich, so von Gottes Gerechtigkeit zu sprechen, ohne die in den Gläubigen tief und fest verankerte Sicherheit, daß der Gott der Christen der "Gott reich an Gnaden" ist- zu unterminieren? Das Konzept des Heiligen Anselms  ist für uns jetzt unverständlich geworden. Es ist unsere Aufgabe, zu versuchen, die Wahrheit, die hinter dieser Ausdrucksweise verborgen liegt, wieder  zu verstehen.
Ich würde dafür 3 Gesichtspunkte anbieten:
a) der Kontrast zwischen dem Vater, der auf absolute Weise auf Gerechtigkeit besteht, und dem Sohn, der dem Vater gehorsam ist und den grausamen Forderungen der Gerechtigkeit gehorcht, ist heute nicht nur unverständlich sondern in sich selbst-vom Gesichtspunkt der trinitarischen Theologie-auch falsch. Der  Vater und der Sohn sind einer-und deshalb ist auch íhr Wille einer. Wenn der Sohn im Garten Gethsemane mit dem Willen des Vaters kämpft, geht es nicht darum, den grausamen Plan des Vaters für ihn selbst anzunehmen sondern eher darum, die Menschheit in den Willen Gottes mit hinein zu ziehen. Wir werden darauf später zurück kommen müssen- auf das Verhältnis der beiden Willen- des Vaters und des Sohnes. 
b) Warum also das Kreuz und Versöhnung? Irgendwie muß die Antwort auf diese Fragen in den Verdrehungen modernen Denkens, das wir  oben erwähnt haben, auf eine neue Weise formuliert werden. Stellen wir uns selbst vor diesen unglaublichen Berg von Bösem, Gewalt, Falschheit, Hass, Grausamkeit und Arroganz, die die ganze Welt anstecken und zerstören. Diese Masse an Bösem kann nicht einfach als nicht existent bezeichnet werden, nicht einmal durch Gott. Es muß gereinigt, überarbeitet und überwunden werden.
Das Alte Israel war überzeugt, daß das tägliche Opfer für die Sünden und darüber hinaus die große Liturgie des Versöhnungstages (Yom Kippur) als Gegengewicht gegen die Masse des Bösen in der Welt nötig waren, und daß nur durch eine solche Wiederherstellung des Gleichgewichts, die Welt, wie sie war, erträglich bliebe.
Als die Opfer aus  dem Tempel verschwanden, mußte man fragen, was man der größeren Macht des Bösen entgegensetzen konnte, wie man ein Gegengewicht finden könne.
Die Christen wußten, daß der zerstörte Tempel durch den auferstandenen Körper des gekreuzigten Herrn ersetzt worden war und in seiner radikalen und unermeßlichen Liebe ein Gegengewicht geschaffen worden war gegen die unermeßliche Präsenz des Bösen.
In der Tat wußten sie, daß die bis dahin dargebrachten Opfer nur als eine Geste des Verlangens nach einem genuinen Gegengewicht verstanden werden konnten.
Sie wußten auch, daß angesichts der exzessiven Macht des Bösen nur die unendliche Liebe genügte, nur eine unendliche Versöhnung.
Sie wußten, daß der gekreuzigte und auferstandene Christus eine Macht war, die die Macht des Bösen kontern konnte und die Welt retten. Und auf dieser Basis konnten sie sogar die Bedeutung ihres eigenen Leidens verstehen, als in die leidenden Liebe Christi eingebunden und Teil der erlösenden Kraft einer solchen Liebe war.Oben habe ich den Theologen zitiert, für den Gott für seine Sünden an der Welt leiden mußte. Jetzt - Dank seiner umgekehrten Perspektive - die folgende Wahrheiten auftauchen: Gott kann "es einfach nicht so lassen, wie es ist", die Masse des Bösen, die aus der Freiheit kommt, die er selbst garantiert. Nur Er, der kam um das Leiden der Welt zu teilen, kann die Welt erlösen

c) Auf dieser Basis, wird die Beziehung zwischen Vater und Sohn verständlicher. Ich werde dazu eine Passage aus dem Buch von Henri de Lubac  über Origenes, die ich für sehr klar halte, zitieren:"Der Erlöser kam in die Welt aus Leidenschaft für den Menschen. er nahm die Passion auf sich, schon bevor er gekreuzigt wurde, sogar bevor er herabstieg, um unser Fleisch anzunehmen: hätte er das nicht vorher erlebt, wäre er nicht gekommen, um unser menschliches Leben zu teilen, 
Aber was war dieses Leiden, das er im Voraus für uns erlitt? Es war die Passion der Liebe. Aber der Vater selbst, der Gott des Universums,- er der mit dem langen Leiden , Geduld,  Gnade und Mitleid überfließt, leidet er nicht auch auf gewisse Weise.
"Der Herr euer Gott hat eure Wege auf sich genommen als einer der seinen Sohn auf sich nimmt" (Deut. 1, 31) Gott hat so unsere Gebräuche übernommen als der Sohn unser Leiden auf sich nahm"
Der Vater ist nicht ohne Gefühl. Wenn er angerufen wird, kennt er Gnade und Mitleid. Her nimmt das Leiden aus der Liebe wahr."             

In einigen Teilen Deutschlands gab es eine sehr bewegende Verehrungform, die die Not Gottes bedenkt. Für meinen Teil läßt das vor meinen Augen das eindrucksvolle Bild des leidenden Vaters entstehen läßt, der als Vater innerlich das Leiden seines Sohnes teilt.
Auch das Bild des "Gnadenthrones" ist Teil dieser Verehrung: der Vater stützt das Kreuz und den Gekreuzigten, beugt sich liebend über ihn und die beiden sind zusammen am Kreuz. Und so nimmt man auf eine reine und große Weise wahr, was Gottes Barmherzigkeit bedeutet, was die Teilnahme Gottes am Leiden des Menschen bedeutet. Das ist keine Sache einer grausamen Gerechtigkeit, nicht eine Sache des väterlichen Fanatismus, sondern eher der Wahrheit und der Wirklichkeit der Schöpfung: das wahre innere Überwinden des Bösen, das letztendlich nur durch das Leiden der Liebe realisiert werden."

Mittwoch, 16. März 2016

Ein unveröffentlichtes Interview

Der belgische Jesuit und Urs von Balthasar-Schüler Jaques Servais hat anläßlich einer Tagung im Oktober 2015 den Papa emeritus interviewt. Avvenire hat das Gespräch jetzt veröffentlicht.
Hier geht´s zum Original:   klicken  und klicken
Vielleicht können auch die wie immer falsch informierten Glaubensfeinde den Text mit Gewinn lesen,


"WAS IST DER GLAUBE? EIN UNVERÖFFENTLICHTES INTERVIEW VON JACQUES SERVAIS MIT BENEDETTO XVI"

"Heiligkeit: die Frage, die in diesem Jahr beim Studientag der Rettoria del Gesu gestellt wurde, ist die der Rechtfertigung des Glaubens. Im letzten Band Ihrer Opera Omnia steht dazu Ihre resolute Feststellung: "Der christliche Glaube ist keine Idee sondern ein Leben"


           

"Indem Sie die berühmte Feststellung des Hl. Paulus (Röm 3,28) kommentieren, sprechen Sie diesbezüglich von einer doppelten Transzendenz. "Der Glaube ist ein Geschenk  den Glaubenden durch die Gemeinschaft, die ihrerseits Frucht des Geschenkes Gottes ist"
Können Sie erklären, was Sie mit dieser Aussage gemeint haben - natürlich eingedenk der Tatsache, daß der Zweck dieser Tagung die Klärung der pastoralen Theologie und die Belebung des spirituellen Erlebens der Gläubigen ist?"

Papa Benedetto: "Es handelt sich um die Frage, was der Glaube sei und wie man zum Glauben kommt. Auf der einen Seite ist der Glaube ein tiefer persönlicher Kontakt mit Gott, der mich in meinem Innersten berührt und mich vor den lebendigen Gott hinstellt - in absoluter Unmittelbarkeit, so daß ich mit ihm sprechen, ihn lieben und in Kommunion mit ihm treten kann.
Aber zur selben Zeit hat diese maximal persönliche Realität mit der Gemeinschaft der Brüder und Schwestern zu tun - Der Glaube kommt vom Hören (fides ex auditi), lehrt uns der Hl. Paulus. Das Hören setzt immer einen Partner voraus. Der Glaube ist nicht das Produkt von Überlegungen, um die Tiefe meines Seins zu durchdringen. Diese Dinge können vorhanden sein, aber sie bleiben unzureichend ohne das ...Hören auf das, was Gott von außen gibt, beginnend mit einer Geschichte, die er selbst geschaffen hat und die mich angeht.
Damit ich glauben kann, brauche ich Zeugen, die Gott begegnet sind und ihn mir zugänglich machen. Die Kirche hat sich nicht selbst gemacht, sie wurde von Gott geschaffen und wird kontinuierlich von ihm geformt.
Dort findet er seinen Ausdruck in den Sakramenten, besonders in dem der Taufe: ich trete in die Kirche ein - nicht durch einen bürokratischen Akt, sondern in dem ich das Sakrament bedenke. Und das ist gleichbedeutend als ob man mir in einer Gemeinschaft zuhört, die sich nicht selbst gegründet und sich nicht selbst geplant hat.
Die Pastoral, die die spirituelle Erfahrung formen will, muß von diesen Fundamenten ausgehen. Es ist nötig, den Gedanken von einer Kirche, die sich aus sich selbst schafft, aufzugeben.
Sie muß zur Begegnung mit Jesus Christus in seiner Anwesenheit in den Sakramenten führen."

Samstag, 27. Februar 2016

Der etwas andere Nachruf auf Umberto Eco, einen subtilen Verächter des Mittelalters....

von einem, der es beurteilen kann: Roberto De Mattei. Diesen speziellen Nachruf hat er bei "corrispondenza romana" veröffentlicht.  Er unterscheidet sich deutlich von den eher indifferent-lobenden Nachrufen aus deutschsprachigen Landen, besonders natürlich von denen der postchristlichen Kultur, denen schlicht die Kenntnisse fehlen, um die Nuancen und Details der Aussagen Ecos zu Religion im Allgemeinen und zum Katholizismus im Besonderen zu erkennen und zu verstehen und denen ob des hohen Bildungsgrades Ecos als Pisa-Geschädigten vor Staunen "die Spucke wegblieb" und sie ad hoc in Ehrfurcht erstarren ließ, dazu kam noch der übliche Bonus für die richtige politische Vorliebe- den Salon-Marxismus,
Das ist bei Roberto De Mattei natürlich ganz anders, lesen wir also, was er schreibt.
Hier geht´s zum Original, das wir bei rorate caeli gefunden haben : klicken

"DER WAHRE UMBERTO ECO: WIE EIN TIEF KATHOLISCHER JUNGER MANN EIN APOSTEL DES ANTIKATHOLIZISMUS WURDE"
                               Umberto Eco, die traurige Parabel eines Nominalisten

"Am 23. Februar 2016 hatte der Schriftsteller Umberto Eco, der am 19. Februar im Alter von 84 Jahren gestorben war, sein "nicht-religiöses" Begräbnis. Eco war eines der schlimmsten Produkte der Kultur Italiens/Turins des 20. Jahrhunderts.

Die Schule von Turin, die von Augusto Del Noce gut beschrieben wird, ging vom Idealismus zum Illuministisch-Marxistischen über, wobei sie das Antikatholische als immanente Essenz beibehielt, Dank des Einflusses von Antonio Gramsci (1807-1937) und Piero Gobetti ( 1901-1925).

Umberto Eco, 1932 in Alexandria geboren, war mit 16 Jahren ein Führer der Actuion Catholique in der Diözese, wie er selbst enthüllte, nicht nur ein Aktivist, sondern einer der täglich die Kommunion empfing.
Er nahm 1948 an der Wahlkampagne teil, bei der er Plakate aufhängte und antikommunistische Flugblätter verteilte.
Er arbeitete dann mit der Präsidentschaft der Action Catholique in Rom zusammen, während er an der Universität von Turin studierte, wo er 1954 mit einer These zur Ästhetik bei Thomas von Aquin promovierte. Danach veröffentlichte er sein einziges Buch, das lesenswert war (Die Ästhetik beim Hl. Thomas ).
1954 verließ er auch den katholischen Glauben.

Wie kam es zu dieser Apostasie? Sicher war sie begründet, überzeugt und endgültig. Eco sagte, er habe den Glauben verloren, als er Thomas von Aquin las. Aber wie dem auch sei- seinen Glauben verliert man nicht, man verwirft ihn und am Anfang seiner Entfremdung von der Wahrheit steht nicht Thomas von Aquin sondern der philosophische Nominalismus, eine dekadente und deformierte Interpretation der Lehre des Hl. Thomas.

Dienstag, 2. Februar 2016

E.G. Tedeschi: Der Teufel hat sich zur Ruhe gesetzt

Ettore G.Tedeschi hat nicht nur eine ironische Erklärung für die globale Klima-Erwärmung, der Ex-Präsidetnt des IOR hat sich auch Gedanken über den Zustand der Kirche und der Welt gemacht.
Sandro Magister berichtet bei www.chiesa darüber. Hier geht´s zum Original:   klicken

Ettore Gotti Tedeschi: "DER TEUFEL HAT SICH ZURÜCKGEZOGEN"



"Direkt nach dem Titel zu urteilen; hat das letzte Interview in Buchformat mit Ettore G. Tedeschi zumindest eines mit dem Predigen von Papst Franziskus gemeinsam: die Zentralität einer Figur, die auch eine führende Rolle in der Bibel spielt: des "Fürsten der Lügen"

Gotti Tedeschi ist sehr ein Banker sui generis, ein glühender Katholik und Humanist, Ein bißchen ein Einzelgänger, zögerlich sich dem Team anzuschließen. Als er 2009 in den Vatican gerufen wurde, um dem Institut für die Religiösen Werke, IOR, vorzustehen, hat er den Posten mit der absoluten Hingabe eines Mannes angenommen, der "Eunuch um des himmlischen Königreiches willen wird" - in diesem Fall um die in Auflösung begriffene Quasi-Bank der Kirche zur Tugend zurück zu führen.

Und sie haben ihn auf kurzem Weg hinausgeworfen- 2012. Er sagt im Buch nicht, wer es war. Weil das letztlich sekundär ist. Was aber keineswegs marginal ist, ist der Steinerne Gast, der auf jeder Seite lauert, der Teufel, den Gotti Tedeschi "den großen Pensionär" nennt, weil er inzwischen so von Fans belagert wird, daß er sich gar nicht mehr bemühen muß, die Hölle zu füllen.

Die wirklichen Wurzeln der weltweiten Unordnung - sagt G. Tedeschi - sind moralische und letztlich theologische. Die Wirtschafts-und Umweltkatastrophen sind nicht die Gründe sondern die Symptome.
Aber da ist nichts Trauriges oder Resigniertes in seinen Worten. Der Teufel nimmt es leicht, aber da ist immer einer, der seine Arbeit fortführt, erleuchtet und am Ende gewinnt und das ist die Göttliche Vorsehung, Dank derer auf geheimnisvolle aber unfehlbare Weise alle Dinge "cooperantur in bonum".

Der Dialog zwischen Gotti Tedeschi und seinem Interviewer ist durchwoben von Überlegungen die unkonventionell, ironisch und überraschend sind. Aber das Material hat Substanz: Wirtschaft, Umwelt, Kirche, Katholischer Glaube. Mit abweichenden Punkten der oft ungetreuen Erzählung- die weltweit Papst Franziskus umgibt.

Dem er den kindlichen Respekt und Gehorsam erweist, ohne jedoch zu verbergen, daß die  Personen, die er unter den spirituellen Persönlichkeiten in der obersten Spitze der Kirche am meisten bewundert die Kardinäle Robert Sarah, Carlo Caffarra, Gerhard Müller, Raymond Burke, und George Pell sind -den letzten, das betont er, als Theologen.


Samstag, 31. Oktober 2015

Ettore G. Tedeschi schreibt einen Brief an seine Enkelin

La Nuova Bussola Quotidiana hat heute -als Leitartikel-den Brief veröffentlicht, den Ettore G.Tedeschi (wir erinnern uns: der von Benedetto XVI eingesetzte und von Papst Bergoglio ad hoc geschasste Direktor der IOR) an seine vor einem Monat geborene Enkelin Olivia geschrieben hat, damit sie einmal versteht, warum die Welt, in der sie lebt, so ist wie sie ist, und er versucht, ihr u.a. die Klimaerwärmung zu erklären-was man gelesen haben muß- auch wenn das, oder gerade weil das zu einem Aufschrei der Gläubigen der Relativismus-und der Klimareligion führen wird, der wahrscheinlich noch in weit entfernten Galaxien zu hören ist-auch wenn das mit der Klimaerwärmung im übertragenen Sinn gemeint ist.
Hier geht´s zum Original: klicken

            "GLOBALE ERWÄRMUNG? ES SIND DIE SEELEN IN DER HÖLLE"
Brief an meine vor einem Monat geborene Enkelin Olivia, in 20 Jahren zu lesen, um die Welt zu verstehen, in der sie sich befindet.

"Liebe Olivia,
in 20 Jahren denkst Du vielleicht daran, zu heiraten, aber welches dann das Sakrament der Ehe sein wird, hängt von uns Heutigen ab, oder besser- von der Entscheidung der Gläubigen via Referendum....
Eine Synode zur Ehe ist gerade vor einigen Tagen zuende gegangen und machte die Journalisten glauben, daß alle triumphiert haben (Progressisten und Konservative) genau wie wir es von Politikern nach Wahlen kennen.
Auch wenn man den Text des Synodensekretärs (Kardinal Baldisseri) im Corriere della Sera vom 27. Oktober liest, hat man den Eindruck, daß die, die darüber entscheiden, die Betroffenen ( das Volk Gottes) sein werden, die im Fragebogen zum sensus fidei nach ihrer Meinung befragt werden.
Weil die Herde ihren eigenen flair besitzt, um unterscheiden zu können, was die Kirche bei einem Problem tun soll, das sie betrifft.
Und dann klingt die Stimme des Hl. Geistes auch in der Stimme der Gläubigen wider-  natürlich. Um zu verstehen, welches Sakrament Dich erwartet, müssen wir- wie ich befüchte- auf die urteilende Versammlung der an der Sache interessierten Gläubigen warten.

Liebe Olivia,
jede Epoche hat immer ihre eigene Misere, ihre Tragödien und ihre Größe gehabt.
Das ist so, seit der Mensch versucht, seinem Leben und Handeln einen Sinn zu geben. Und das hat man immer so gesehen, weil die moralischen Autoritäten der verschiedenen Religionen die Gründe für das Gute und das Böse suchen und erklären wollten.

Freitag, 8. Mai 2015

Fundstücke

Nicolas G. Dávila sagt:

"Um jedes Mysterium abzuschaffen, genügt es, die Welt mit den Augen eines Schweines zu betrachten"

Quelle: "Scholien zu einem inbegriffenen Text" Karolinger Verlag

und das haben wir in "Richelieu´s Sammelsurium " gefunden - hier klicken-   Dank dafür !
                                 
                                             "Hillary im Gotteswahn"

                 

Donnerstag, 30. April 2015

Der gefährlichste Feind der Kirche? Die Ignoranz

Das schreibt Rino Camilleri heute in La Nuova Bussola Quotidiana und fährt fort, daß man bereits 1852 wußte, daß die modernen "Ismen" nichts anderes sind als die alten bereits verdammten Häresien in neuer "laizistischer Sauce".  Das hat sich bis heute nicht geändert.
Hier geht´s zum Original:   klicken

                  "DER GEFÄHRLICHSTE FEIND DER KIRCHE? DIE IGNORANZ"

Vor einigen Tagen erinnerte Ettore Tedeschi in seinem Leitartikel in La Nuova Bussola an die Weisheiten, die der Hl. Josemaria Escrivá wie eine Medizin in den Büchern, die Generationen von Katholiken -Laien oder nicht- formten, austeilte.
Die gegenwärtige Katholikengeneration hat wahrscheinlich noch nie vom "Weg" oder von "Schmiede" gehört, ebensowenig von "Furche" aus denen Tedeschi seine Ideen bezog.  Wie diese  (Nr. 359)  "Ich bin einverstanden mit der Aussage, daß es Katholiken gibt, praktizierende und persönlich fromm in den Augen der anderen, vielleicht ehrlich überzeugt, die unbewußt als Feinde der Kirche dienen. In ihre Häuser ist unter den verschiedenen Namen  wie Ökumenismus, Pluralismus, Demokratie das Böse- der schlimmste Feind- die Ignoranz -eingezogen."
Dieser Gedanke, den jede neue Generation von vorn wiederholen müßte, bedarf einer Vertiefung.

Schon 1852 gab es Leute, die wußten, daß die modernen Ismen nichts anderes waren, als die Wiederkehr der alten, bereits von der Kirche verdammten Häresien- in einer neuen laizistischen Sauce.
Es handelte sich um Juan D. Cortés, einen spanischen Denker und Homo Politicus,  der von Kardinal Raffaele Fornari im Namen von Papst Pius IX gebeten wurde, eine Auswahl der zeitgenössischen Irrtümer angesichts der Vorbereitung des Syllabus ( der dann 1864 herausgegeben wurde und wie ein Stich in ein Wespennest wirkte) zusammenzustellen. Und der stellte scharfsinnig fest, daß die häretischen Positionen erotischen Positionen ähneln : wenige und wiederholt. Aber ungeachtet dessen hörten sie nicht auf, ihre mächtige Anziehung auszuüben.
Eine Häresie könnte in der Tat nicht faszinieren, wenn sie nicht einen Hauch von Wahrheit enthielte. Und dennoch nur ein sehr kleines Stück Wahrheit, das den ganzen Rest ausschließt  und so zum Irrtum wird. Das Gleiche gilt auch für die Ideologien, die Häresien der Laien.

Montag, 9. Februar 2015

Aphorismus des Tages

von Nicolás Gómez Dávila:

"Die sexuelle Promiskuität ist das Trinkgeld, mit dem die Gesellschaft ihre Sklaven beschwichtigt."

Donnerstag, 27. November 2014

Der Franziskus-Effekt, wie Francesco Colafemmina ihn sieht.

Francesco Colafemmina, Philologe und Schriftsteller aus Apulien, blogger von "Fides et Forma", ( wo er seiner Leidenschaft für die sakrale Kunst Ausdruck verleiht) äußerte sich in einem Interview zum "Franziskus-Effekt" :  hier geht´s zum Original    klicken
   
Frage: 
"Sprechen wir über den Bergoglio-Effekt : seine Worte, seine Handlungen (auch wenn viele davon einer augenblicklichen Situation entspringen) stellen einen lebenden Widerspruch zur klar formulierten Katholischen Verkündigung dar, sie rufen häufig den Eindruck von Mehrdeutigkeit und Verwirrung hervor, als erlebe man das klassische "einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück". Resultat: eine Kirche, die Beute von Verwirrung und Desorientierung ist, mit dem  Effekt, alles, was in den letzten Jahrhunderten aufgebaut wurde, zu zerstören. Wie denken Sie darüber?"

Antwort Colafemmina:
"Ich glaube ganz einfach, dass das Pontifikat Bergoglios mit einem sehr klar erkennbaren Projekt zusammentrifft: die Kirche in die Realität der sogenannten neuen Weltordnung zu führen.
Ich will nicht einer Paranoia folgend- behaupten, daß es irgendeine Art von Komplott gäbe, als vielmehr eine politische oder geopolitische Notwendigkeit. Wir leben in einer Welt, die immer mehr von Finanzeliten und technischem Know-how dominiert wird, die die klassische Kultur abgeschafft hat, die sich nicht mehr auf die kulturellen Wurzeln Europas stützt, sondern auf das Diktat einer amorphen kulturellen und moralischen Indifferenz. 
Die Kirche hat zwei Möglichkeiten: entweder aus der dominierenden Kultur verjagt zu enden, oder zu versuchen, zu überleben. Und um das zu tun, müßte sie in einer Art Mimikry die gleichen Charakteristika annehmen:  die Widersprüchlichkeit, Vorläufigkeit, Entropie, gerade die Letztere (die Entropie) ist nach der Überzeugung des großen Soziologen Zygmunt Baumann der Schlüssel zur Kultur der Finanzeliten. Die Entropie, das Chaos, die Unvorhersehbarkeit sind das Geschäft der Finanzhändler. Deshalb geht der Diskurs innerhalb der Kirche um sehr viel mehr als um den alten Zwist zwischen Traditionalisten und Progressisten. 

Glauben Sie, daß die Katholische Kirche mit all ihrem Eigentum, ihre Botschaften in der Welt, der Diffusion der eigenen Diener in die ganze Welt von den Mächtigen dieser Welt unterschätzt werden könnte? Sicher nicht. Die Kirche wird weiter verfolgt, wenn sie fortfährt, Ethik und Logik der "alten Weltordnung" vorzugeben, aber sie erhält nur dann Beifall, wenn sie sich auf die Hegelsche Logik stützt, wenn sie sich selbst in Frage stellt, indem sie den Abgrund ihrer Geschichte öffnet : über die objektive und unveränderliche Wahrheit, die Natur von Gut und Böse.

Bergoglio ist nichts weiter als der Repräsentant einer großen Gruppe von Kardinälen, Bischöfen, und vor allem Diplomaten, die am Ende des Pontifikates von Johannes Paul II verstanden haben, daß die Kirche um zu überleben, keine andere Option habe, als einen "dezenten Kompromiss" mit der Welt zu finden- zu welchem Preis auch immer-, nach der kontroversen.aber prophetischen Definition des Jesuiten Malachi Martin."




Sonntag, 16. November 2014

Traditionalisten, Elefanten, Flaubert, Proust und die Progressisten. Fortsetzung


...derjenige, der ihn tadelt, Brot in Stein zu verwandeln, sein Herz zu verhärten, ihn Intellektualist und Legalist nennt, hat wenig Erfahrung und verwechselt ihn schuldhaft mit einer Karikatur. Der Visionär, der Vorschriften auf seine Anhänger wirft, als seien sie Steine, hat gar nichts damit zu tun, die Tradition zu bewahren, weil die ganz andere Ursprünge hat."

"Katholische Progressisten sind der Beweis dafür. Frei und ungehindert, wie sie schon 1980 waren, war, als sie sich scheiden lassen wollten, der dramatischste Moment für sie , wenn sie es dem Pater sagen mußten. Ihr starker und unbeugsamer Pater aber war ( Serviten-Priester) David M.Turoldo, der New-Age-Prophet und Prophet der neuen Kirche, der,  indem er die Scheidung unterstützte, den Schlüssel fand, seine Religion der Welt zu predigen.
Moral und Mitleid ohne Wahrheit werden immer zu Moralismus und Gewalt.

Nichts könnte davon weiter entfernt sein, als Pater Bournisien ( heutzutage zu einem alten Traditionalisten reduziert) der Madame Bovary die Sakramente ans Totenbett bringt.

"Der Priester-" erzählt G. Flaubert, "stand auf, um das Kruzifix zu holen, Sie reckte ihren durstigen Hals und presste ihre Lippen mit dem Rest an Kraft, der ihr geblieben war auf den Körper des Mensch-Gottes, und hinterließ den größten Liebeskuss, den sie je gegeben hatte. Und der Priester rezitierte das Miserere und das Indulgentiam, tauchte den Daumen seiner rechten Hand in das Öl und begann sie zu salben, zuerst die Augen, die um alle irdischen Güter gefleht hatten, dann Nasenlöcher, die lauwarme Brisen und amouröse Düfte begehrten, den Mund, der für die Falschheit offen gewesen war und stolz gestöhnt und Lustschreie ausgestoßen hatte, dann die Hände, die das Entzücken süßer Berührungen gekannt hatten und zuletzt die Fußsohlen, die so schnell gelaufen waren,  um die Sehnsüchte zu befriedigen und jetzt nie wieder gehen würden. Der Priester trocknete seine Finger, warf das ölgetränkte Baumwolltuch ins Feuer und kam zurück um sich neben die sterbende Frau zu setzen, um ihr zu sagen, daß sie jetzt ihr Leiden mit dem Leiden Jesu vereinen und sich Seiner göttlichen Gande unterwerfen solle."

Diese Passage über die Zeichen, so himmlisch und greifbar "ad oculos, ad aures, ad nares ad os comperssis labius, ad manus, ad pedes"- wären auch dann wirksam, wenn der Mensch kein Herz hätte, weil sie aus dem Herzen Gottes entspringen. Und es ist tragisch, daß sie als Beweis für die Hartherzigkeit dessen, der versucht, die Zeichen lebendig zu halten, eingesetzt werden, fast so, als ob die Zustimmung zu weltlichem Ersatz in den Augen des Herrn mehr wert wäre.
Es gibt nichts auf der Welt, das mehr wert ist als Form und Sinn eines Sakramentes, das heiligt und dem Leben und dem Tod des Menschen Freude bringt.
"Jetzt war Emma nicht länger so blass und auf ihrem Gesicht lag ein Ausdruck von Heiterkeit, fast so, als habe das Sakrament sie geheilt."

Mittwoch, 22. Oktober 2014

"Blaustrumpf ohne Füße" oder von Heinrich Heine, der die Bibel seinen "gottlosen Freunden" Marx, Feuerbach,Daumer & co zur Lektüre empfahl

Der schönste Satz in diesem schönen Heine-Text ist für mich : " ....die Schlange, diese kleine Privatdozentin, die schon sechstausend Jahre vor Hegels Geburt die ganze Hegelsche Philosophie vortrug. Dieser Blaustrumpf ohne Füße zeigt sehr scharfsinnig, wie das Absolute in der Identität vom Sein und Wissen besteht, wie der Mensch zum Gotte werde durch die Erkenntnis...." aber auch sein Kommentar zu Evas erstem Wunsch nach dem Erwerb der Selbsterkenntnis-der Wunsch nach einem Kleid.....
Zum Genießen:

"Wie oft seitdem denke ich an die Geschichte dieses babylonischen Königs, der sich selbst für den lieben Gott hielt, aber von der Höhe seines Dünkels erbärmlich herabstürzte, wie ein Tier am Boden kroch und Gras aß – (es wird wohl Salat gewesen sein). In dem prachtvoll grandiosen Buch Daniel steht diese Legende, die ich nicht bloß dem guten Ruge, sondern auch meinem noch viel verstocktern Freunde Marx, ja auch den Herren Feuerbach, Daumer, Bruno Bauer, Hengstenberg, und wie sie sonst heißen mögen, diese gottlosen Selbstgötter, zur erbaulichen Beherzigung empfehle. Es stehen überhaupt noch viel schöne und merkwürdige Erzählungen in der Bibel, die ihrer Beachtung wert wären, z.B. gleich im Anfang die Geschichte von dem verbotenen Baume im Paradiese und von der Schlange, der kleinen Privatdozentin, die schon sechstausend Jahre vor Hegels Geburt die ganze Hegelsche Philosophie vortrug. Dieser Blaustrumpf ohne Füße zeigt sehr scharfsinnig, wie das Absolute in der Identität von Sein und Wissen besteht, wie der Mensch zum Gotte werde durch die Erkenntnis oder, was dasselbe ist, wie Gott im Menschen zum Bewußtsein seiner selbst gelange. – Diese Formel ist nicht so klar wie die ursprünglichen Worte: »Wenn ihr vom Baume der Erkenntnis genossen, werdet ihr wie Gott sein!« Frau Eva verstand von der ganzen Demonstration nur das eine, daß die Frucht verboten sei, und weil sie verboten, aß sie davon, die gute Frau. Aber kaum hatte sie von dem lockenden Apfel gegessen, so verlor sie ihre Unschuld, ihre naive Unmittelbarkeit, sie fand, daß sie viel zu nackend sei für eine Person von ihrem Stande, die Stammutter so vieler künftigen Kaiser und Könige, und sie verlangte ein Kleid.[171] Freilich nur ein Kleid von Feigenblättern, weil damals noch keine Lyoner Seidenfabrikanten geboren waren und weil es auch im Paradiese noch keine Putzmacherinnen und Modehändlerinnen gab – o Paradies! Sonderbar, sowie das Weib zum denkenden Selbstbewußtsein kommt, ist ihr erster Gedanke ein neues Kleid! Auch diese biblische Geschichte, zumal die Rede der Schlange, kommt mir nicht aus dem Sinn, und ich möchte sie als Motto diesem Buche voransetzen, in derselben Weise, wie man oft vor fürstlichen Gärten eine Tafel sieht mit der warnenden Aufschrift: »Hier liegen Fußangeln und Selbstschüsse.«