"PAPST WÜRDIGT DIE BILDUNGSARBEIT DER KATHOLISCHEN PFADFINDER"
An diesem Montagvormittag hat Papst Leo XIV. eine Vertretung der „Associazione Italiana Guide e Scouts d’Europa Cattolici“ zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Bei den Gästen handelt es sich um Mitglieder, Gruppenleiter sowie geistliche Assistenten des italienischen Zweigs der katholischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens ihres Verbandes nach Rom gereist sind.
In seiner Ansprache setzte das Kirchenoberhaupt das Jubiläum – in Anlehnung an das gewählte Motto „Wenn es Gott gefällt, für immer!“ – in Bezug zum jüngst gefeierten Pfingstfest und wünschte der Gemeinschaft einen Impuls im Sinne eines neuen Pfingstereignisses, das den Glauben stärkt und zu rechtem Handeln im Leben anregt
Spezifischer Erziehungsstil
Der Papst betonte, dass der Verband in den vergangenen fünf Jahrzehnten einen spezifischen Erziehungsstil gefestigt habe. Basierend auf den pädagogischen Ansätzen des Gründers Robert Baden-Powell begleite die Organisation Kinder und Jugendliche auf ihrem Lebens- und Glaubensweg. Als wesentliche Säulen dieser Arbeit hob er den Aufenthalt im Freien und den direkten Kontakt zur Natur hervor, durch die die Schöpfung erfahrbar werde. Diese Erfahrungen sollten stets mit der Lektüre der Heiligen Schrift verknüpft werden. In diesem Kontext zitierte Leo XIV. seinen Vorgänger Papst Franziskus, welcher die Pfadfinder im Jahr 2019 dazu aufgerufen hatte, das Evangelium wie ein Navigationsgerät und als Karte des Lebens täglich zu nutzen.
„Nutzt täglich das Evangelium wie ein Navigationsgerät und als Karte des Lebens.“
An die anwesenden Gruppenleiter gewandt, erklärte das Kirchenoberhaupt, dass die Kohärenz der eigenen Lebensführung und die Reife der persönlichen Entscheidungen ein wichtiges Vorbild für die anvertrauten Jugendlichen darstellten. Es gelte, den Glauben im Alltag, im gemeinsamen Gebet und in den Sakramenten zu leben. Eine tragende Rolle komme dabei auch den priesterlichen Assistenten zu, welche die Verbindung zwischen der Kirche und dem Verband gewährleisten und die Mitverantwortung für die spirituelle Entwicklung der Jugend tragen.
Bewusste Trennung der Aktivitäten in geschlechtsspezifischen Sektionen
Ein besonderes Merkmal der pädagogischen Konzeption des Verbandes bildet die bewusste Trennung der Aktivitäten in geschlechtsspezifische Sektionen für Jungen und Mädchen. Der Papst erläuterte, dass diese Struktur dazu diene, den Jugendlichen eine differenzierte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das Erkunden der Grundlagen des Frau- und Mannseins bereite auf eine authentische und bewusste Begegnung mit dem jeweils anderen Geschlecht vor und fördere die gegenseitige Reifung mit dem Ziel, die Mitglieder zu verantwortungsvollen Christen und Staatsbürgern heranzubilden.
Darüber hinaus fand die europäische Ausrichtung des Verbandes Erwähnung. Leo XIV. begrüßte das Bestreben, eine europäische Dimension zu pflegen, die sich nicht auf politischer Ebene bewege, sondern auf kultureller Basis zur Gestaltung eines Europas der Völker beitrage, welches durch die Werte des christlichen Humanismus geeint sei. Der uneigennützige Dienst am Nächsten bilde den Kern der Pfadfindermethode, entwickle Altruismus sowie Solidarität und befreie den Einzelnen von der Tendenz zur Selbstbezogenheit. Zum Abschluss der Begegnung rief der Papst die Anwesenden dazu auf, das Engagement fortzusetzen, und erteilte der Pfadfindergemeinschaft den apostolischen Segen."
Quelle: M. Galgano, vaticannews