Montag, 30. Oktober 2023

Ist die Kirche eine "barmherzige NGO"?

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die gerade beendetet Synode zur Synodalität in Rom -auch im Hinblick auf die nächste.
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"PAPST FRANZISKUS AUF DER SUCHE NACH EINER SYNODALEN METHODE"

Während ich dies schreibe, ist das Schlußdokument für den  ersten Teil der Synode zur Synodalität noch nicht veröffentlicht worden. Allerdings wurde der Brief an das Gottesvolk bereits verschickt. Bei mehreren Pressekonferenzen wurden verschiedene Positionen betont. Es gab einige Diskussionen. Deshalb können wir zumindest diese synodale Erfahrung zusammenfassen und versuchen, zu verstehen, was es bedeutet nach einer Methode  zu suchen.

Wenn wir mit Methode meinen, das ganze Gottesvolk zu befragen, oder mindestens eine große, repräsentative Gruppe davon, gab es diese Methode bereits.

Die vaticanischen Kongregationen und Päpstlichen Räte- wie wir sie kannten- bestanden aus Mitgliedern, Mitarbeitern und Beratern (consultori), oft Laien, die immer dann konsultiert wurden, wann immer es ein besonderes Problem zu analysieren gab. Die Mitglieder  waren immer Kardinäle und Erzbischöfe; die Mitarbeiter konnten auch Laien sein, die Berater ebenso- ausgewählt unter den führenden Experten  für das Thema.

Papst Franziskus wollte, daß einige Laien als Mitglieder der Ableitungen ausgewählt wurden -und interpretierte ihre Mitgliedschaft als eine Art Vorstand und dachte über an die Beteiligung von Laien wegen einer "gender gap" nach. Aber darum ging es  nicht. Die Mitglieder waren Bischöfe, weil sie mit dem Papst,  auch ein Bischof, weil sie in hierarchischer Gemeinschaft regieren sollten. Die Berater waren de facto das Volk Gottes, das an den Entscheidungen teilnahm, um die es ging.

Wenn wir mit synodaler Methode diese neue Versammlungs-Modell meinen, das schon im kleineren  Maßstab im August 2022 beim Konsistorium für die Kurien-Reform getestet wurde, ist dieses in der Tat eine neue Methode aber auch eine problematische.

Niemand hat eine allgemeine Vorstellung von den Themen. Alle werden in Gruppen eingeteilt und beschäftigen sich mit einem bestimmten Thema. Das stimmt, sie machen es gründlich, aber sie haben keine allgemeine Sicht auf die Dinge. Es handelt sich um eine Art positivistische Reform der Struktur der Kirche.

Sonntag, 29. Oktober 2023

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über Städteplanung und die Notwendigkeiten von Kirchen in neuen Städten. Hier geht´s zum Original:  klicken

"NEAPOLIS IN CORNUBIA UND DIE ELIMINIERUNG DES CHRISTENTUMS" 

Sir Keir, Vorsitzender der Partei, die derzeit so aussieht, als ob sie die nächsten Allgemeinen Wahlen hier in Blighty gewinnen wird, hat einen ehrgeizigen Plan angekündigt "neue Städte" zu bauen, um der Wohnungsnot zu begegnen. 

Das könnte interessante Konsequenzen haben. Als Pam und ich aus dem Westen zurückfuhren, kamen wir oft durch einen Ort namens Poundbury. Der sieht für alle Welt aus wie eine diverse, organisch  entwickelte Gemeinde. Bemerkenswerterweise besteht er nicht aus allein stehenden Vorstadt-Wohneinheiten, jede mit ihrem eigenen niedlichen ausgrenzenden Garten. Im Gegenteil -wie in älteren Gemeinden stoßen die Häuser aneinander; die Straßen sind in einem unregelmäßigen Plan kurvig, die Baustile unterschiedlich. 

Poundbury ist ziemlich neu,  es  wurde durch unser gegenwärtiges Staatsoberhaupt (als er Prinz of Wales war) inspiriert und wurden speziell entworfen, um unmodern auszusehen, "nicht designed", unregelmäßig und...ja...organisch. 

Als wir-kurz vor der Pandemie- zuletzt in Cornwall waren, in der Nähe von Newquay,  befanden wir uns- als wir in unserem Auto um eine Ecke fuhren- vor einem ...Art Deco Gebäude-Komplex,von dessen Existenz wir bisher nichts gewußt hatten. 

Der Grund für unser Nichtkennen war natürlich, daß es nicht 1932 sondern in den  201o-erJahren gebaut wurde. 

Eine andere Initiative von Prinz Charles. 

Neue Städte könnte leicht ein großer Spaß sein, sowohl  für jene, die sie entwerfen und bauen als auch für die, die sie entdecken. Eine essentielle Vorbedingung für solche Freude, muß sein, daß der Bauherr nicht jeden Penny für seine Schöpfung umdrehen muß. In meiner Kindheit lebte ich  in der Nähe von Finton, wo es eine vergleichsweise kleines Projekt gab, 1935  im beispielhaften Stile der Dreißiger erbaut - das "Park-Estate" genannt wurde (nicht einmal von Pevsner zur Kenntnis genommen).

BIschof Mutsaerts & die Synode...

Rorate Caeli veröffentlicht einen sehr kritischen Beitrag von Bischof Rob Mutsaerts, Weihbischof von 's-Hertogenbosch Niederlande zur Synode. Aus seinem Blog hier aus dem Niederländischen übersetzt.

"WAS WILL DER PAPST WIRKLICH?" - BISCHOF ROB MUTSAERTS"

Worum geht es bei der gerade in Rom stattfindenden Synode wirklich? Immer wieder erzählen uns die offiziellen Vaticanischen Quellen viele Dinge. Daß es nicht um Theologie geht, oder Themen der Lehre, nicht um LGBTQ+ , die Weihe von Frauen oder den Zölibat. Auch geht es - wie sie hinzufügen- nicht darum, zu versuchen die hierarchische Natur der Kirche zu unterminieren oder zu ersetzen oder den Entscheidungsprozess zu demokratisieren. Nein, sie scheint sich mit der Frage zu befassen, was Synodalität ist. Immerhin ist das eine Synode zur Synodalität. 

Niemand scheint zu wissen, was das ist und so hat der Papst sich gedacht, daß wir besser eine Synode darüber organisieren. Dann könnten wir das- vielleicht- herausfinden. Wie? Indem wir zuhören. Aber wenn das so ist, kann man der Tatsache nicht entkommen, daß es auch Gespräche geben muß. Von wem? Von Menschen, die vom Papst eingeladen wurden. 

Also lud Papst Franziskus einen Theologen ein, der unverfroren verkündete: "Wenn wir Übereinstimmung erreichen, daß die Kirche im Wesentlichen synodal ist, müssen wir die gesamte Kirche neu überdenken, alle Institutionen, das ganze Kirchenleben im synodalen Sinne." Einer der anwesenden Bischöfe behauptete öffentlich, daß es nötig sein wird, von der Apostolischen Tradition abzuweichen. Seither predigt eine Vielfalt von Sprechern die Revolution. Daß es hier nicht um Theologie oder Doktrin geht, ist eine Illusion, die nicht länger aufrecht erhalten werden kann. Es geht hauptsächlich um sie. Und das ist es, was wir sehen werden. 

In wenigen Tagen wird der Schlußbericht veröffentlicht (der wahrscheinlich schon vor einiger Zeit fertig gestellt wurde) und das Gottesvolk wird auch mit einem Brief beschenkt. Da der Heilige Geist nichts damit zu tun hat, wird jetzt offenbar. 

Was immer Synodalität bedeuten mag, gibt es Synoden jedenfalls, um zu entdecken, wie wir die Arbeit in der Gegenwart angehen müssen, um dazu Mut zu machen, daß Menschen zu Christus gebracht werden. Das Problem ist aber, daß Jesus und die Rettung der Seelen (darum geht es letztendlich im Glauben) in all den Zuhör-Sitzungen, Schemata und Zeugnissen kaum vor. Es gibt gar keine Bezugnahmen auf die Kirchenväter, Heiligen und Theologen und auch sehr wenige auf die Bibel und die Tradition; der Papst zitiert sich hauptsächlich selbst und es gibt keinerlei philosophisches Denken. Die meisten Reden werden von Gefühlen beherrscht. 

Das hat auf keine Weise zu klaren Ideen geführt, auch wenn es das Ziel der Synode war, Klarheit zu schaffen.  Wenn  es eine Sache gibt, die Franziskus nicht tut, dann das. Das wurde wieder einmal  durch die Antwort auf die Dubia demonstriert. 

Samstag, 28. Oktober 2023

Christliche Kunst

"Eine sehr elegante Darstellung der Jakobs-Leiter von einem unbekannten Böhmischen Meister, um cirka 1400 AD"


 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute in Fortsetzung seines gestrigen Beitrags zur Bedeutung der Stilometrie für die Arbeit Hier geht´s zum Original:  klicken

                                 STILOMETRISCH (2)

Natürlich ist seit 1986 viel Wasser unter vielen Brücken hindurch geflossen. Kenny würde vielleicht nicht mehr alles unterschreiben, was er in den 1980-ern geschrieben hat; fortgeschrittene Computer-Studien können seine Methodik oder seine Schlußfolgerungen beschädigt haben. Aber ich erinnere mich noch lebhaft an den Unwillen von Experten vor Jahrzehnten Kennys Schlußfolgerungen auch nur zu erwägen. Ein solcher Experte benutzte immer noch die Argumente, die zwei Jahrzehnte älter sind als Kennys, um die Authentizität bestimmter Texte des Neuen Testamentes zu verneinen. Ich habe ihm meine Keny-Ausgabe geliehen...als er sie mir beschämten Gesicht zurückgab, war ziemlich klar, daß er es nicht gelesen hatte. Wenn ein Mensch eine ganze akademische Karriere damit verbracht hat, bestimmte Annahmen in sein Denken, Schreiben und Lehren zu integrieren, wird es sehr schwer sich davon zu befreien... selbst vor sich selbst, die Zwielichtigkeit dessen zuzugeben...was er angenommen hatte. Das war im Wesentlichen das Schicksal von Kennys Studie. Für große Teile des akademischen Neu-Testament-Establishments ist die essentielle Nicht-Authentizität der meisten Dokumente, die sie bearbeiten, genau wie eine Glaubens-Doktrin. 

Kennys These war nicht fundamentalistisch; er schloß, daß der Titus-Brief nicht vom selben< Autor ist wie der Rest der Paulinischen Schriften. Die Wichtigkeit der Kenny-These  bestand darin, daß er für Beweise offen war; er mußte bestimmte Schlußfolgerungen nicht erreichen. Er hat -schon seit langer Zeit aufgehört zu predigen oder die Katholische Doktrin zu lehren. 

Ein letztes Detail, das einige Leser faszinieren könnte. 

Was ist mit dem Hebräer-Brief?

Hier Kennys Worte: "Ich habe zum Verhältnis des Hebräer-Briefes zum Apostel Paulus keine Meinung geäußert. Ich habe ihn aus dem Paulinischen Corpus nur auf Grund dessen ausgeschlossen, daß er sich selbst nicht als "von Paulus" präsentiert, wie es die anderen Briefe tun. Ich war de facto daran interessiert, die überraschende Anzahl von Ähnlichkeiten zum Paulinischen Corpus festzustellen, wie es auch der Leser getan haben wird. Zur Frage, ob das Paulus als Autor zuzuschreiben ist oder dem Einfluss von etwas, das "Brief-Genre" genannt wird, äußere ich keine Meinung." 

Wenn Kenny sich auf den Leser anspielt, bezieht er sich auf diejenigen, die die vielen   umfangreichen Tabellen in A Study sorgfältig durchgesehen haben, in denen er die statistische Grundlage seiner Analysen der neutestamentlichen Schriften liefert. Tatsächlich finden sich in diesen Tabellen Beweisstücke, die durchaus ein gewisses Unbehagen bei Studenten hervorrufen könnten, die möglicherweise mit den Standardannahmen bezüglich der Urheberschaft des Hebräerbriefs begonnen haben.

Kenny war nicht der erste Autor, der nicht ganz davon überzeugt war, daß der Hebräerbrief nicht paulinisch ist. Bereits 1957 hatte Dr. W. C. Wake darauf hingewiesen, daß das letzte Kapitel dem Ende eines Paulusbriefs bemerkenswert ähnelt.

Wir kennen einfach nicht die unterschiedlichen Umstände, die zur Entstehung jedes einzelnen neutestamentlichen Dokuments führten. Weise Jungfrauen werden meiner Meinung nach davor zurückschrecken, sich ihre eigenen Theorien auszudenken und dann darauf zu bestehen, daß diese Konstruktionen die Gewissheit eines ewigen Dogmas besitzen. Aber ein sanfter, zivilisierter Agnostizismus gegenüber bestimmten historischen Details ist nicht das, wofür es eine Doktorarbeit braucht."

Quelle: liturgicalnot4es, Fr.J. Hunwicke

Päpstlicher Richtungswechsel in der Causa Rupnik

Luisella Scrosati kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die Entscheidung des Papstes in der causa Rupnik von der Verjährungsregel abzuweichen und das Dicasterium für die Glaubenslehre mit seiner Untersuchung zu beginnen. Hier geht´s zum Original:  klicken

"Es hat so stark gedonnert, daß es regnete"

" DER PAPST VERZICHTET AUF DIE VERJÄHRUNG: RUPNIK KOMMT VOR GERICHT"

Hat es so stark gedonnert, daß es regnete? Vielleicht ja, vielleicht nein. Die Nachricht hat zweifellos ihre positive Note: Im gestrigen Bulletin des vatikanischen Presseamtes, Freitag, den 27. Oktober, wurde die Nachricht veröffentlicht, daß "der Heilige Vater das Dikasterium für die Glaubenslehre gebeten hat, den Fall zu untersuchen", der seit Dezember letzten Jahres im Mittelpunkt ständiger Kontroversen steht: Rupnik und seine Missbräuche.

Der Papst hat schließlich "beschlossen, von der Verjährungsfrist abzuweichen, um einen Prozess zu ermöglichen". Im Wesentlichen ist das das grüne Licht, um die Büchse der Pandora zu öffnen, wenn es um die neun Missbräuche geht, die in den 1990er Jahren begangen wurden und die von der Glaubenskongregation als glaubwürdig eingestuft wurden, und die anderen fünfzehn, die später von den Jesuiten zugegeben wurden. In der Erklärung heißt es, dass die Entscheidung des Papstes durch den Druck der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen provoziert wurde, die "den Papst auf ernsthafte Probleme im Umgang mit dem Fall von Pater Marko Rupnik und die mangelnde Nähe zu den Opfern hingewiesen hat".

"Mangelnde Nähe zu den Opfern" ist offensichtlich eine Untertreibung: Franziskus wählt seine "Nächsten" sehr sorgfältig aus und versteht es, sich Zeit für seine Anhänger zu nehmen. Er fand Zeit, um sich mit Sr. Jeannin Gramik und ihren Leibwächter, um für Disney den Dokumentarfilm zu drehen, um mehr Interviews über seine Motu proprio zu geben, um sich sogar mit Campatelli, Rupniks Verteidigerin bis zum bitteren Ende, zu unterhalten, komplett mit Fotos  von diesem liebenswürdigen Treffen. Alles ohne ein einziges von Rupniks Opfern zu empfangen.

Über den neuen Kanonischen Katechismus "Credo" von Bischof A. Schneider

T.S: Flanders berichtet bei OnePeterFive über den neuen kanonischen Katechismus "Credo", den Bischofs Schneider -wie er sagt- auf Wunsch zahlreicher Gläubigen- verfaßt und gestern in Rom vorgestellt hat. Hier geht´s zum Original: klicken

"PRÄZEDENZLOS SEIT DEM KONZIL: SCHNEIDER VERFASST EINEN KANONISCHEN KATECHISMUS GEGEN MODERNE IRRTÜMER" 

Am Fest des Hl.Athanasius hat Bischof Athanasius Schneider einen formalen, kanonischen Katechismus als Teil seiner Teilnahme am ordentlichen Lehramt der Kirche. die Römische Veröffentlichung war heute.

Diese Aktion ist seit vielen Jahrzehnten, seit dem II.Vaticanum präzedenzlos.Aber die Bischöfe haben doe Macht, Autoritätund auch die Pflicht zusammen mit dem Lehramt zu lehren. Wie Lumen Gentium lehrt:

Obwohl die einzelnen Bischöfe nicht das Vorrecht der Unfehlbarkeit genießen, verkünden sie dennoch unfehlbar die Lehre Christi, auch wenn sie über die ganze Welt verstreut sind, aber dennoch das Band der Gemeinschaft untereinander und mit dem Nachfolger Petri aufrechterhalten und Glaubens- und Glaubensfragen authentisch lehren Moral, sie sind sich einig über eine Position, die definitiv einzunehmen ist (25).Hier spricht und kommentiert nicht nur ein Bischof. Es ist eine formale Teilnahme am ordentlichen Lehramt der Kirche. Whispers erklärt:

Credo stellt jede doktrinäre Abweichung vom Zweiten Vatikanischen Konzil und jeden anderen seither von Geistlichen gelehrten Irrtum erneut in Frage. Das bedeutet, dass ein römischer Prälat die traditionelle apostolische Lehre in öffentlicher, kanonischer, autoritativer Weise bekräftigt hat – und zwar angesichts antikirchlicher Kräfte überall – und mit bischöflicher Unterstützung (Hervorhebung im Original).Der Ortsbischof ,Vorsitzender von Sophia Press, Bischof Peter Libasci hat das Imprimatur für den Katechismus erteilt.

Wie die Arbeit von Tradivox zeigt, war es jahrhundertelang üblich, dass einzelne Bischöfe ihre eigenen Katechismen herausgaben – und ihre Bruderbischöfe ihrerseits ihre eigenen Imprimaturen herausgaben. Aber aufgrund des falschen Geistes des Ersten Vatikanischen Konzils wurde diese Praxis stark eingeschränkt. Das letzte Mal wurde es in „My Catholic Faith“ von Bishop Morrow veröffentlicht, das ursprünglich in den 1950er Jahren veröffentlicht wurde. Heutzutage bezeichnen Katholiken in der Umgangssprache den „Katechismus“ (gemeint ist der unter Johannes Paul II. herausgegebene Katechismus von 1992), als ob es nur einen universellen Katechismus oder nur einen Katechismus im Allgemeinen gäbe. Aufgrund der Änderung durch Papst Franziskus ist dieser Katechismus nun zum „Neuen Neuen Neuen Katechismus“ geworden (nach den beiden Ausgaben unter Johannes Paul II.).

Dem falschen Geist des Ersten Vatikanischen Konzils folgend, ordneten die Bischöfe der Vereinigten Staaten eine Neuauflage ihres eigenen amerikanischen Katechismus an, um den Wandel von Papst Franziskus widerzuspiegeln, gaben jedoch zu, dass sie nicht verstanden, was Papst Franziskus meinte. Das ist das perfekte Beispiel für diesen falschen Geist, da es sich buchstäblich um einen Voluntarismus ohne Logos handelt: Es ist päpstlicher Positivismus in seiner hässlichsten Form – die Bischöfe, die mit der Förderung der Doktrin beauftragt sind, fördern eine Doktrin, die nach ihrem eigenen Eingeständnis keine Bedeutung hat, nur weil Der römische Pontifex es so gewollt hat. Bischof Schneider nennt das lehramtlichen Positivismus“.

Von der diesjährigen Wallfahrt Summorum Pontificum

die derzeit vom 27.bis 29. Oktober in Rom stattfindet, berichtet u..a. A. M. Valli für Missa in Latino. 
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"DIE WALLFAHRT SUMMORUM PONTIFICUM BEGINNT, AUS ALLER WELT ZEUGNISSE UND GEDANKEN ÜBER DIE SCHÖNHEIT DER SUMMORUM-PONTIFICUM-TRADITION" 

"In Rom hat die jährliche Wallfahrt Summorum Pontificum begonnen, zu der auch die von Paix liturgique organisierte Konferenz mit Gästen aus aller Welt gehört. Im Konferenzraum des Augustinianums, nur einen Steinwurf vom Petersplatz entfernt, eröffnete Professor Rubén Peretó Rivas die Veranstaltung.

In Anwesenheit von Kardinal Robert Sarah betonte Abbé Claude Barthe den Wert dieses Zeugnisses. Dann war Msgr. Athanasius Schneider an der Reihe, der daran erinnerte, dass die Liturgie nur um den Preis revolutioniert werden kann, den Glauben selbst zu revolutionieren und damit zu verlieren.

Die Autorität des Papstes, so Bischof Schneider, sei nicht unbegrenzt: Sie stehe im Dienst der Tradition der Kirche.

Es folgte das Zeugnis der Historikerin Michela Di Mieri, Mitarbeiterin von Duc in altum und Autorin des Buches Ich verliebte mich in das Ewige. Geschichte einer Heimkehr (mit einem Vorwort von Aldo Maria Valli)."

Quelle: A. M. Valli,  MiL

Freitag, 27. Oktober 2023

Christliche Kunst

"Heute vor 1711 Jahren, am 27. Oktober 312 soll der Römische Kaiser Konstantin der Grosse bei der Schlacht an der Milvischen Brücke seine berühmte Vision vom Kreuz gehabt haben." Raphael 

Auch Bischof Marian Eleganti schreibt einen Brief

an die katholischen Gläubigen... und bittet um Weiterverbreitung - eine Bitte, der wir gern nachkommen. Der Schweizer Bischof und Missions-Benediktiner geht sehr kritisch auf den Synodenbrief ein und fürchtet ein "schleichendes Schisma". 

PAROLE, PAROLE, PAROLE! 
(Worte,Worte,Worte!) 

Der Brief der Synodenteilnehmer wiederholt die bis zum Überdruss bereits bekannten und überall wiederholten Wortsalbungen, die am Ende aufgrund ihrer Allgemeinheit nichtssagend werden, vor allem, wenn man sie an den geweckten Erwartungen misst. Sie bringen in keiner der heissen Fragen Klarheit. Die Kirche wird weiterhin von innen her systematisch aufgerieben. Letzteres ist gewollt, denn man will ihre bisherige Strukturen aufbrechen und ihren traditionellen Modus operandi (durch die sacerdotalen Vollmachten) aufweichen. 

«Parole, parole, parole!» sang Adriano Celentano in einem seiner beliebten Lieder. Worte, Worte, Worte! Man sehnt sich nach nichts anderem als nach dem Evangelium anstelle der wortreichen Dokumente, die überall und en masse die synodalen Prozesse begleiten, zusammen¬fassen und weiterbringen sollen, aber nicht die Kraft des Geistes eines einzigen Gleichnisses Jesu haben. 

Statt Gottesworte und Gottesweisheit müssen wir bis zum Überdruss Menschenworte und Menschenweisheit lesen, Paraphrasierungen des Evangeliums statt des Evangeliums selbst. 

Die Kirche müsse sich verändern! Bisher mussten wir es! Sie lässt sich aber nicht mit der gewünschten Offensichtlichkeit und Schnelligkeit reformieren, wie die Reformer es wünschen. Es braucht deshalb Prozesse, mühsame, hartnäckige, langwierige, die mit der vorgegebenen, überall zu wiederholenden Semantik geölt werden, damit sie nicht stecken bleiben. Mit «reformieren» meine ich gleichzeitig die historische Konnotation einer «Reformation 2,0». Denn die Betonung der Autorität und des Handelns kraft der Taufe und die damit verbundene neue, egalitäre «Synodalität» wiederholen reformatorische Axiome und führen zu nichts anderem als einer Anglikanisierung der römisch – katholischen Kirche. Ihr sacerdotaler Modus operandi durch das verbindlich und bevollmächtigt handelnde, besondere Amtspriestertum wird laikal eingebunden und entsakralisiert trotz Warnungen sogar von protestantischer Seite, wir sollten nicht die gleichen Fehler machen wie die Reformatoren. Synodalisierung und Protestantisierung sind in dieser Hinsicht Synonyme.

Immer wieder neu werden wir mit dem salbungsvollen kirchlichen Neusprech eingefettet, damit die Prozesse nicht steckenbleiben und endlich die neuen Fakten (ich zähle die Postulate nicht mehr auf) geschaffen werden können. 

Es zeichnet sich bereits ab, dass einige dieser Forderungen auch in Zukunft nicht erfüllt werden wie das Frauenpriestertum und die Aufhebung des Zölibates oder Frauen als Kardinäle. Das bedeutet aber nicht, dass sich nicht ein «schmutziges» (schmutzig, weil nicht offen deklariert) Schisma weiter ausbreitet:  in der Gestalt der Tatsachen vor Ort. Die Praxis, nicht die Worte entscheiden ja am Ende. Schleichend wird dieses Handeln etabliert, regional und lokal, weil es universal nicht geht, nämlich in der Pfarrei, in den Gremien und ihren neuen, massgeschneiderten Liturgien und Entscheidungsprozessen: «Bei uns macht man das so!» Man muss sich fügen, sonst wird man ausgesondert entsprechend lokalkirchlicher Handreichungen, welche die neue Synodalität umsetzen, auch wenn sie kirchlichem Recht und kirchlicher Lehre widerspricht. Die Vordenker dieser Bewegung in Deutschland sagen es offen: man muss lokal handeln! Anders geht es nicht. Das aber ist meines Erachtens nichts anderes als ein schleichendes Schisma, das mit der neuen «Synodalität» verschleiert, gesalbt und legitimiert, nein, vorangetrieben wird. Es wird sich immer mehr als ein solches erweisen, sobald die Frustration der Reformer zum Überschäumen kommt, falls ihnen die Reformen auch 2024 nicht weit genug gehen und sich einmal mehr vor allem als Worte erweisen. Sie werden dann von Worten, Worten, Worten genug haben und ihnen Fakten folgen lassen, was sie ja jetzt schon machen."

Quelle: Bischof M.Eleganti 

Briefe von der Synode

Auch heute veröffentlicht Xavier Rynne bei firstthings wieder Briefe von der Synode. 
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"DER BRIEF DER SYNODE AN DAS GOTTESVOLK UND VERWANDTE THEMEN"

Der Brief der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode an das Volk Gottes ist eine sirupartige Visitenkarte, die Karine Jean-Pierre und der Pressestelle des Weißen Hauses beim Spin-Control-Gewinnspiel Konkurrenz machen würde. Wenn man den Brief für bare Münze nimmt, könnte man meinen, daß die Synode 2023 für alle Beteiligten eine tiefgreifende spirituelle Erfahrung, fast ein neues Pfingsten, gewesen sei. Tatsächlich haben viele – darunter einige der klügsten Köpfe der katholischen Kirche und evangelisch wirksamsten Bischöfe – es als eine Übung der Manipulation und Infantilisierung (ihre Begriffe, nicht meine) erlebt. Wenn morgen Nachmittag am Ende der formellen Verhandlung das Te Deum gesungen wird, werden viele ein Gefühl der Erleichterung darüber verspüren, dass alles vorbei ist – und ein Gefühl der Angst vor einer ähnlichen Übung im nächsten Oktober, wenn die zweite Versammlung dieser Synode zur Synodalität tritt zusammen.

Sicherlich ist hier im letzten Monat Gutes passiert. Es gab eine belebende, hoffnungsvolle und glückliche Erfahrung der Universalität der Kirche und der Solidarität unter denen, die sich dem Herrn, dem Evangelium, der authentischen Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils durch die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI.,die Neu-Evangelisierung verschrieben haben. . Es wurden Freundschaften geschlossen, die das ganze Jahr über aufrechterhalten werden, und verschiedene Netzwerke dynamischer Orthodoxie werden in Vorbereitung auf die Synode 2024 weiter vernetzt. Wir haben gemeinsam in der täglichen Messe und im Stundengebet die "große ... Wolke von Zeugen“ (Hebräer 12,1) gefeiert, zu der auch der heilige Papst Johannes XXIII. und der heilige Papst Johannes Paul II., die nordamerikanischen Märtyrer, der Kleine Blume, der Evangelist Lukas, die Mystikerinnen Margaret Mary Alacoque und Faustina Kowalska sowie die Apostel Simon und Judas. In den letzten zwei Wochen haben wir hier in Rom in der Liturgie des Wortes den Brief des heiligen Paulus an die Römer gehört, was immer eine bewegende Erfahrung ist. Es gab Momente des Mutes in den Generalversammlungen der Synode, bei Diskussionen in kleinen Gruppen und auf Pressekonferenzen, genauso wie es bei vielen von uns, die über die Synode 2023 geschrieben, gesendet und gebloggt haben, eine Erfahrung von Gemeinschaft und Unterstützung gab.

Aber die gute Nachricht ist nicht alles, was es zu berichten gibt.

Die Gefahr des "Gesprächs im Geiste"

Der "Brief an das Volk Gottes" enthielt erwartungsgemäß eine enthusiastische Unterstützung der primäre Methodik der Synode: "Mithilfe der Methode "Gespräch im Geist“ haben wir demütig den Reichtum und die Armut unserer Gemeinschaften auf allen Kontinenten geteilt und versucht herauszufinden, was der Heilige Geist heute der Kirche sagen will.“ Das ist, ehrlich gesagt, gestelzter Unsinn.

Zunächst wurde die Zusammensetzung der Diskussionsgruppen, die mit dieser Methode geleitet wurden (oder in einigen Fällen von einem Froschmarsch begleitet wurden), regelmäßig geändert. Sollte damit verhindert werden, dass Koalitionen der Opposition gegen die Pläne des Generalsekretariats der Synode für das Ergebnis der Synode (die im Instrumentum Laboris oder Arbeitsdokument signalisiert werden) zusammenwachsen? Was auch immer die Absicht war, die wechselnden dramatis personae der Diskussionsgruppen hinderten die Mitglieder jeder Gruppe daran, sich gut kennenzulernen, und ermöglichten ihnen so, frei und sogar kritisch über das Gehörte zu sprechen.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über "Stilometrie"  als Untersuchungs- und Ausschlußkriterium für die Autorenschaft von Texten, die auch gern von Kritikern des Christentums benutzt wird, um zu beweisen, daß neutestamentliche Texte nicht von den angegebenen Autoren stammen.
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                                   "STILOMETRISCH"

Vor einigen Tagen brachte eines der Katholischen Medien, einen kurzen Artikel von Dr. Anthony Kenny. Ich fand den interessant, weil es Kenny ist; und weil er sich auf ein eigenes Buch bezieht. 

Kenny ist ein gescheiterter Katholischer Priester und wird als einer der besten philosophischen Geister Englands betrachtet. Er war Master des Balliol-College in Oxford, als eine unserer Töchter dort Studienanfängerin war. Er leitete die erinnerungswürdige Diskussion zwischen dem Erzbischof von Canterbury und Dr.Dawkins. Anders als viele von denen, die die  Kirche verlassen oder ihren Dienst, war er nicht feindselig gegenüber der Kirche oder der Christlichen Tradition.

Für das Buch, das er 1968 veröffentlichte-  Eine stilometrische Studie des Neuen Testamentes- benutzte er moderne, computer-generierte Methoden, um zu untersuchen, ob bestimmte Bücher des Neuen Testamentes wirklich von ihren vordergründigen oder angenommenen Autoren stammen. 

Dafür gibt es einen Hintergrund.

Wir alle -in welcher Sprache auch immer wir uns ausdrücken- haben einen bestimmten "linguistischen Hintergrund", der erkannt werden kann, was auch immer das Thema, der Inhalt und die Richtung dessen ist, was wir schreiben. Elemente wie Satzlänge - und Struktur, die Art Worte, die wir benutzen....und wie wir sie benutzen...können analysiert werden. Eine solche Studie nennt sich Stilometrie. 

1966 hatte ein Autor namens A.Q: Morton auf Grund der Stilometrie  behauptet, daß die meisten der sogenannten Paulus-Briefe nicht von ihm geschrieben wurden. Die umfassendere Ausrichtung dieser Behauptung implizierte, da bestimmte Buchstaben, auf denen der Protestantismus (wenn auch fälschlicherweise) basiert, den authentischen Kern der Lehre des heiligen Paulus bilden; andere, die eher "katholisch“ sind, wie der Kolosser- und der Epheserbrief und die "Pastoralbriefe“, seien unecht und könnten aus bis zu sechs verschiedenen Händen stammen. (Ein solcher Ansatz berücksichtigt natürlich nicht jene Briefe, die selbst als von Paulus in Zusammenarbeit mit Kollegen verfasst beschreiben werden... oder auf den Einfluss von Sekretären, deren eigener Stil möglicherweise einen Einfluss auf das hatte, was ihnen Paulus diktierte.)

"Benedikt XVI - der letzte Europäer"

Fabrizio Cannone bespricht bei La Nuova Bussola Quotidiana ein neues Buch, ein Kompendium über das Denken und die Theologie Joseph Ratzingers, das von 12 italienischen Autoren verfaßt wurde. (Auch da gilt wohl das Sprichwort vom Propheten und seinem eigenen Land,)
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"BENEDIKT XVI - DER LETZTE EUROPÄER UND UNGEHÖRTE PROPHET"'

Einige starke Gedanken Ratzingers werden in einem Essay behandelt, der von 12 Autoren verfaßt wurde. Es entsteht das Bild eines Propheten, der in der verzweifelten säkularen Gesellschaft -aber auch  im heutigen flüssigen Katholizismus ungehört bleibt.

Mehr als 10 Jahre nach seinem historischen Rücktritt und fast ein Jahr nach seinem Tod ist es nützlich, mit Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen, aber auch mit kritischem Geist, verbunden mit einem maßvollen interpretativen Acribium, auf die Figur des Theologen, Benedikt XVI. (1927-2022), zurückzukommen. Der Blog Campari & de Maistre hat dies gerade mit einem Essay getan, den man gemeinsam verfasst hat: Benedikt XVI. Der letzte Europäer (Giubilei Regnani, 2023, S. 214).

Das Buch bietet eine hervorragende Synthese des Denkens, der Intuition und der Persönlichkeit des deutschen Papstes, der von den Autoren als "der letzte europäische Papst" (S. 11) angesehen wird. Vielleicht, weil es unwahrscheinlich ist, daß es zumindest in naher Zukunft einen Papst geben wird, der – mit der intellektuellen Kohärenz eines Joseph Ratzinger – die Beiträge der verschiedenen Traditionen Europas zusammenfasst. Das heißt, die römische Latinität, das philosophische Griechentum, die germanische Natur der Kultur des Nordens, sublimiert und geeint durch den universalen Geist des Evangeliums.

Zwölf Autoren, darunter zwei bekannte Priester (P. Samuele Pinna und P. Marino Neri), haben einige starke Momente des Lehramtes des Papstes und des Theologen noch einmal gelesen und erläutert und ihre Aktualität gezeigt, vor allem in der Funktion der Korrektur der kirchlichen Gegenwart, die verworrener und verworrener denn je ist. Das Buch spannt den Bogen von der Politik bis zur Liturgie, von der Theologie (die auf den Säulen des heiligen Augustinus und des heiligen Bonaventura aufbaut) bis zur Bibelexegese, von der Prophetie bis zur Mystik. Bis hin zur engen Auseinandersetzung, die Benedikt XVI. einerseits mit dem postmodernen Nihilismus hatte, der die Kirche von außen angreift, aber auch und vor allem mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, seinem vermeintlichen "Geist" und seinem (heute mehr denn je) umstrittenen Erbe.

Das Bedeutsamste ist die Sammlung einer großen Anzahl von Texten Ratzingers, die noch vor seiner Wahl auf den Stuhl Petri geschrieben wurden, und die Einfügung von Ratzingers theologischer Lehre in den heutigen Kontext der "Selbstsäkularisierung" in der Kirche und der "Diktatur des Relativismus" in der bürgerlichen Gesellschaft. Das Ergebnis ist ein Prophet Ratzinger, der in der verzweifelten säkularen Gesellschaft, aber auch im heutigen flüssigen Katholizismus ungehört bleibt.

Von all den Stärken, die in dem Text aufgegriffen und analysiert werden, scheinen zwei für die Katholiken von heute und morgen vielleicht am wenigsten schwer zu fassen zu sein. Die Rationalität des Christentums und die Interpretation des Konzils als Moment der Synthese und homogenen Entwicklung der katholischen Lehre. "Rationalität", schrieb Ratzinger 1986, zitiert von Marco Mancini, "gehört zum Wesen des Christentums, und sie gehört in einer Weise dazu, wie sie in anderen Religionen nicht zu finden ist". Hier können wir den Wert des logischen (griechischen) Denkens für die katholische Theologie besser verstehen, wie es später in der berühmten Regensburger Ansprache von 2006 entwickelt wurde, zu der Alfredo Incollingo eine bewundernswerte Synthese vorgelegt hat.

Der zweite Pfeiler, den Benedikt der Kirche und der Nachwelt hinterlässt, ist die Weihnachtsansprache 2005 über die hermeneutische Linie des Konzils . Einige, die fast zwanzig Jahre nach dieser Rede sehen, wie sich der stille Abfall ausdehnt und vertieft, behaupten nun, dass diese Lesart "nicht funktionierte". Aber das ist ein gravierender Perspektivenfehler. Eine Wahrheit ist auch dann gültig, wenn sie aus tausend zufälligen und historischen Gründen "nicht funktioniert", nicht sofort Früchte trägt, nicht von allen verstanden oder aufgenommen wird usw. Der einzig mögliche Weg, die innere Kohärenz des Christentums und die Kontinuität der Kirche selbst zu retten – auch in den unerwarteten Wechselfällen des 20. Jahrhunderts – besteht darin, die Ergebnisse des Konzils im Licht des vorangegangenen Lehramtes zu lesen; und auch im Lichte der Klarstellungen im späteren Lehramt (man denke an den Katechismus von 1997 oder die Enzykliken Veritatis splendor und Fides et ratio). Das Zweite Vatikanische Konzil ist ein Stück Tradition, wie das Zweite Vatikanische Konzil und das Konzil von Trient, trotz der Besonderheiten, die es charakterisieren.

Wir wissen nicht, ob Papst Ratzinger ein neuer Kirchenlehrer wird, wie es viele gefordert haben. Aber ohne Zweifel war er ein großer Gelehrter und Hüter der christlichen Theologie, ein seltener Interpret des Evangeliums im 20. und 21. Jahrhundert, ein tiefgründiger Autor, der im grenzenlosen Erbe des christlichen Denkens unauslöschlich bleiben wird. Das Buch bietet ein wertvolles und fundiertes Kompendium."


Quelle: F. Cannone, LNBQ

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes über Kanonisierungsversuche für Alfred den Großen, der von 848 bis 899 lebte und zunächst König von Wessex und dann der Angelsachsen war, und in einer Schlacht angreifende Wikinger besiegte. Seine große Bedeutung liegt darin, daß er die verschiedenen angelsächsischen Königreiche zu einem vereinte. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE VIER VERSUCHE ALFRED DEN GROSSEN; ALS "HEILIGEN" ZU PRÄSENTIEREN" 

Soweit ich erkennen kann, fand die erste Darstellung König Alfreds als einen der größten Engländer, der je gelebt hat,zur Zeit von König Heinrich VI statt; eine Zeit, in der unter königlichen Auspizien royale Modelle des Königtums bei den Intellektuellen sehr in Mode war. 


Eine zweite derartige Periode war das Victorianische Zeitalter, als die Engländer leidenschaftlich daran arbeiteten, Englands glorreiche Geschichte des ersten Jahrtausends zurückzugewinnen (vielleicht war sie weit genug entfernt, um nicht mehr gefährlich zu sein). Denken Sie an die Zahl der Viktorianer ... meist mit Schnurrbart ... die dieses Faible hatten ...

Die dritte solche Periode? Im Jahr 1928 fügte die Kirche von England Alfred der Liste der Heiligen hinzu, die beachtet werden konnten, und ordnete ihm den 26. Oktober zu. Damit war es offiziell ... „Hl. Alfred King and Confessor“ ... nur daß das nicht wirklich der Fall war, weil sich das Parlament (glücklicherweise) weigerte, das überarbeitete Gebetbuch von 1928 zu verabschieden.

Inoffiziell und illegal wurde dieser "Alternative Kalender (1928)“ weiterhin verwendet und gedruckt, als ob er autorisiert worden wäre. Interessanterweise nutzte die C of E nicht die Gelegenheit, um König Alfred ... und seine Sanctitas ... im Alternative Service Book von 1980 als ehrlich zu bezeichnen. Die juristische Legalität musste auf die Genehmigung des Christlichen Jahres im Jahr 1997 warten.

Ich habe in meinen Bücheregalen eine vierte Präsentation vom " Hl.“ Alfred in Form eines Ordo der englischen römisch-katholischen Diözese Northampton aus dem Jahr 2002 gefunden. Der enthält ihn zu seinem anglikanischen Datum; Welche ekklesiologische Bedeutung diese faktische Heiligsprechung haben mag, überlasse ich den amüsierten Spekulationen der Leser.

Bitte keine wütenden Bemerkungen.

Mein Verdacht ist, daß diese Lesart hier die Unwirklichkeit des modernen Nationalstaats betrifft. Auf der Suche nach einem Sinn greifen Bürger, Politiker und Medienschaffende nach Konzepten und Einzelpersonen, um zu veranschaulichen, was ihrer Meinung nach der Sinn des "Landes“ zu sein scheint, zu dem sie zu gehören glauben.

Moi, ich identifiziere mich einfach nur als lateinischer Katholik. Das ist auch gut so, denn es gibt nicht viel anderes, von dem ich behaupten könnte, es zu sein."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Heute wird in Rom von Kardinal Sarah und Bischof Schneider ein neues Kompendium des Katholischen Glaubens vorgestellt

Peter Kwasniewski kommentiert bei Rorate Caeli die Endphase der 2023-Synode und die -wie ein Paunkenschlag- für heute angekündigte Vorstellung eines neuen Kompendiums des Katholischen Glaubens mit dem Titel "Credo" in Rom.

"FINSTERNIS BEI DER SYNODE: VORSTELLUNG EINES NEUEN KATECHISMUS" 

Wie beim  Latrocinium ( "Räuber-Konzil") von Ephesus 449 AD  ist in Rom die Synode zur Synodalität  2023 fast vorbei und kann die Seiten der Kirchengeschichte schon sicher mit "Vanitatum" überschreiben, "Die strittige Synode".

Während Millionen dazu aufgefordert wurden, mit Staunen auf  das Blendwerk dessen zu blicken, was im Wesentlichen einer gigantischen kirchlichen Ablenkung gleichkommt, ist zu erwarten, daß nur wenige wirklich getäuscht wurden: Diese Synode hat kein Glaubensbekenntnis hervorgebracht, keine Doktrin definiert, keine Disziplin reformiert und wird keine hervorbringen Denkmäler für die Nachwelt, abgesehen von einem vorläufigen "Synthesebericht“ – die Art von vorhersehbar vergänglicher Bürokratie, die so gasförmig ist, daß sie ihren Einsatz als Luftschiff für die unglücklichen Synodenteilnehmer rechtfertigt, vorausgesetzt, sie erweist sich als substanziell genug, um gedruckt zu werden (ein Luftfahrtexperiment, das allein dazu in der Lage wäre). die Papierverschwendung zu rechtfertigen).

Trotz dieser inhärenten Leere sollte der historische Kontext der Synode selbst nicht leichtfertig außer Acht gelassen werden; Denn die Synode hat nicht nur die revolutionären Prioritäten ihrer Schiedsrichter klargestellt, sondern auch unabsichtlich eine Bühne für ihren eigenen Untergang und einen Triumph der Orthodoxie geschaffen.

Ich beziehe mich hier auf eine Veranstaltung, die am Donnerstag, den 26. Oktober, um 18:00 Uhr Ortszeit Rom, nur einen Steinwurf von der Vatikanischen Kolonnade entfernt, stattfinden wird. Wie kürzlich angekündigt, werden sich Kardinal Robert Sarah, Bischof Athanasius Schneider und eine Reihe anderer Hierarchen und katholischer Medienvertreter im Palazzo Cardinal Cesi zur internationalen Vorstellung von „Credo: Kompendium des katholischen Glaubens“, einer beeindruckenden neuen Zusammenfassung der katholischen Lehre, versammeln für unsere Zeit. (Hinweis: Die Veranstaltung kann hier live verfolgt werden.)


 
Obwohl die erste englische Ausgabe bereits vor Monaten erschien, gab es bisher erstaunlich wenig öffentliche Reaktion auf das Buch. Man kann davon ausgehen, daß sich das bald ändern wird.