Freitag, 31. Juli 2026

Die päpstliche Nächstenliebe für die Notleidenden

Edoardo Giribaldi berichtet bei vaticannews über die Reichweite der päpstlichen Hilfeleistungen für Notleidende. Hier geht´s zum Oiginal:  klicken

"WIE DIE HILFE DES PAPSTES WELTWEIT NOTLEIDENDE ERREICHT"

Die Nächstenliebe des Papstes kennt durch das Wirken des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe keine geografischen Grenzen. Neben der ständigen Unterstützung von kriegsgeplagten Gebieten wie der Ukraine und dem Nahen Osten umfasst sie auch die Entsendung humanitärer Hilfe auf alle fünf Kontinente.

„Nächstenliebe duldet keine Verzögerungen“, mahnte Papst Leo XIV. am 6. Juni, dem ersten Tag seiner Apostolischen Reise nach Spanien, als er sich an die Mitarbeiter und die Betreuten des Sozialprojekts Cedia 24 Horas in Madrid wandte. Ein Auftrag, den sich das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe - das Päpstliche Almosenamt - schon lange zu eigen gemacht hat: Solidarität kenne „keine Grenzen und lässt sich nicht durch Nationalismus einschränken“, erklärt der Almosenmeister des Papstes, Erzbischof Luis Marín de San Martín, gegenüber den vatikanischen Medien. Vielmehr müsse sie „überall dort ankommen, wo Leid herrscht und dringende Not entsteht. Deshalb sorgen wir dafür, dass sie schnell, konkret und koordiniert erfolgt und sich insbesondere an die Ärmsten richtet, um ihnen die Nähe und Zuneigung des Papstes zu vermitteln“, betont der Augustiner. Die Initiativen sind zahlreich und lassen sich kaum erschöpfend aufzählen.

So unterstützen die Hilfsgüter, die ununterbrochen verschickt und verteilt werden, beispielsweise seit Kriegsbeginn die Bevölkerung der leidgeprüften Ukraine ebenso wie die des Gazastreifens und des Libanon, wo im vergangenen April eine humanitäre Hilfslieferung gemeldet wurde, die etwa 15.000 Packungen mit lebenswichtigen Medikamenten für die Bevölkerung umfasste. Sowohl langfristige Unterstützung als auch Nothilfe werden durch das Dikasterium weltweit organisiert – für Menschen, die von Naturkatastrophen oder sozialen Notlagen betroffen sind.

Aufnahme in Europa

Auch innerhalb Europas, in einem an sich als wohlhabend geltenden Umfeld, trifft man auf Geschichten von Armut und Ausgrenzung. Von Zypern, dem Knotenpunkt der Migrationsrouten im Mittelmeer, wo ein Sant’Egidio-Projekt für Asylsuchende durch Mahlzeiten, Hygiene-Sets und psychologische Betreuung in den Aufnahmezentren unterstützt wurde, bis hin zur konkreten Hilfe in Georgien durch die Lieferung des Materials zur Fertigstellung eines Hauses für arme Kinder in Tiflis: ein Projekt, an dem bereits Papst Franziskus beteiligt war und das Leo XIV. nun zum Abschluss bringt.

Trost spenden im Nahen Osten und in Asien

Auch Syrien, das nach wie vor unter den Folgen eines Krieges leidet, der von den Titelseiten der Zeitungen verschwunden ist, lebt die christliche Gemeinschaft weiter unter Druck inmitten stiller Bedrohungen. Der Apostolische Nuntius, Luigi Roberto Cona, wird dort in diesen Tagen dank der finanziellen Hilfe des Vatikans zweitausend Familienpakete mit Reis, Getreide und Öl an die örtliche Caritas ausgeben können.



Bangladesch: Hilfe auf zweierlei Wegen

Die erste Hilfsgüterlieferung kam nach Cox’s Bazar, das größte Flüchtlingslager der Welt, in dem über eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Bambushütten und unter Plastikplanen zusammengepfercht leben und seit Jahren staatenlos sind. Schon lange kommen Hilfen aus dem Vatikan dorthin. In den vergangenen Wochen hat der Papst nun weitere konkrete Hilfen für diejenigen gesandt, die in diesem endlosen Lager nicht einmal mehr eine Staatsangehörigkeit haben. Die zweite Notlage ist die noch jüngere in der Diözese Chattogram, die von anhaltenden Überschwemmungen heimgesucht wird. Dort wurde nicht nur die Verteilung von Hilfsgütern des täglichen Bedarfs finanziert, sondern auch die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Aktivitäten, die Ernährungssicherung, die Unterstützung von Schulen und Waisenhäusern sowie die Instandsetzung von Wohnhäusern.


Und auch die konkrete Unterstützung für Gaza und den Libanon geht weiter: Dort wurden im vergangenen April über die örtliche Nuntiatur humanitäre Hilfsgüter übergeben, darunter etwa 15.000 Packungen mit lebenswichtigen Medikamenten wie Antibiotika, Blutdrucksenkern und Schmerzmitteln für die vom Krieg gezeichnete Bevölkerung.

Vielfältige Hilfe in Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent ist die karitative Tätigkeit des Papstes vielleicht am vielfältigsten aufgestellt. In Burkina Faso, in der Diözese Ouahigouya, wurde Anfang Juli ein medizinisch-gesundheitliches Projekt für Vertriebene und Bedürftige gefördert - mit besonderem Schwerpunkt auf der Gesundheit von Müttern und Kindern.


In Kenia unterstützt das Dikasterium das Kinderheim "St. Angela Embu Children’s Home" und trägt so dazu bei, dass Kinder, die Verlassenheit und das Leben auf der Straße erfahren haben, in einem geschützten Umfeld aufwachsen können: Hier finden sie Aufnahme, Integration, regelmäßige Mahlzeiten und Bildung.


Und in Madagaskar hat die Erzdiözese Toamasina nach dem verheerenden Durchzug des Zyklons Gezani am 10. Februar um Hilfe gebeten. Hier finanziert der Fonds für die karitativen Werke des Papstes eine mehrstufige und weitreichende Hilfsmaßnahme, die von der sofortigen Verteilung von Lebensmitteln über den Wiederaufbau von Häusern bis hin zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten reicht.


Wiederaufbau in Amerika

Auch jenseits des Atlantiks erreicht die Hilfe des Papstes Notleidende. In Argentinien, in der Diözese Tucumán, haben im vergangenen April heftige Unwetter den Speisesaal und die Ausbildungswerkstätten eines Zentrums beschädigt, das 450 Kinder und Jugendliche in prekären Lebensumständen aufnimmt, von denen viele ohne diese Einrichtung weder eine Mahlzeit noch eine Bildungsmöglichkeit hätten. Die finanzielle Unterstützung, die von Leo XIV. über das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe umgehend geleistet wurde, ermöglichte den Beginn der Wiederaufbauarbeiten.


Weiter nördlich, in Haiti, wo soziale Instabilität und Bandengewalt den Alltag für einen Großteil der Bevölkerung fast unmöglich gemacht haben, erreichen die Hilfsmaßnahmen des Papstes Familien, die sich am Rand der Verzweiflung befinden. Durch die Ausgabe von Lebensmitteln sowie medizinische und hygienische Versorgung wird ihre Situation ein wenig erleichtert.


Auch in Venezuela wird den Menschen geholfen. Einerseits durch das Projekt „Almuerzos Nutritivos para el Alto Orinoco“, das über die örtliche Nuntiatur unterstützt wird und sechs Monate lang ein nahrhaftes Mittagessen für die Kinder der Schule in Mavaca und des Internats in La Esmeralda gewährleistet. Dabei handelt es sich größtenteils Kinder der indigenen Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zu den grundlegendsten Ressourcen haben: Für viele von ihnen ist diese Mahlzeit die einzige vollwertige Mahlzeit am Tag. Auch die finanzielle Unterstützung für die Bevölkerung nach dem jüngsten verheerenden Erdbeben wird unermüdlich fortgesetzt: Nach dem ersten Solidaritätsbeitrag, der unmittelbar nach der Katastrophe zur Bewältigung der schlimmsten Notfälle überwiesen wurde, folgen nun weitere kontinuierliche Hilfsleistungen für den Wiederaufbau; die letzte wurde erst Anfang der Woche an die Erzdiözese Caracas überwiesen.

Eingreifen und über die Ursachen der Armut nachdenken

„Nächstenliebe“, so bekräftigt der Almosenmeister mit Blick auf die zahlreichen durch das Dikasterium unterstützten Initiativen, erschöpfe sich nicht in der Soforthilfe, sondern lade auch dazu ein, „über die Ursachen der Armut nachzudenken, um dazu beizutragen, die von der Sünde geprägten Ungerechtigkeiten zu überwinden, die Ausgrenzung und Leid verursachen“.


Das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe, so schließt Erzbischof Luis Marín de San Martín, halte das Bewusstsein wach, dass „die Liebe der Schlüssel zum christlichen Leben ist. Und die Dringlichkeit der Nächstenliebe, gelebt als Antwort auf das Evangelium, spornt uns jeden Tag dazu an, unseren Brüdern und Schwestern nahe zu sein und als Kirche ihre Mühen und Hoffnungen zu teilen“.


Quelle: E. Giribaldi, vaticannews

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