Montag, 2. November 2026
Allerseelen: Hl. Messe
Generalaudienz am 2. Nobember 2011
In seiner Katechese während der Generalaudienz am 2.11. 2011 befasste sich Papst Benedikt XVI. anlässlich von Allerseelen mit dem Gedenken an die Verstorbenen. Hier geht´s zum Original: klicken
"Gedenken an die verstorbenen Gläubigen"
Liebe Brüder und Schwestern,
Wie ich bereits gestern beim Angelus sagte, geht man in diesen Tagen zum Friedhof, um für nahestehende Menschen zu beten, die von uns gegangen sind, gleichsam um ihnen einen Besuch abzustatten, ihnen noch einmal unsere Liebe zu bekunden, ihre Nähe zu spüren. Auf diese Weise erinnern wir uns auch an einen Artikel des Glaubensbekenntnisses: In der Gemeinschaft der Heiligen besteht eine enge Verbindung zwischen uns, die wir noch auf dieser Erde wandeln, und den vielen Brüdern und Schwestern, die bereits in die Ewigkeit eingegangen sind. Schon immer hat der Mensch für seine Toten Sorge getragen und versucht, ihnen durch die Aufmerksamkeit, die Fürsorge, die Liebe eine Art zweites Leben zu schenken. In gewisser Weise möchte man ihre Lebenserfahrung bewahren; und wie sie gelebt, was sie geliebt, was sie gefürchtet, was sie gehofft und was sie verabscheut haben, das entdecken wir paradoxerweise gerade an den Gräbern, vor denen die Erinnerungen in Fülle wach werden. Sie sind gleichsam ein Spiegel ihrer Welt. Warum ist das so? Weil der Tod – obwohl er oft ein fast verbotenes Thema in unserer Gesellschaft ist und ständig versucht wird, den bloßen Gedanken an den Tod aus unserem Bewußtsein zu vertreiben – einen jeden von uns betrifft, er betrifft den Menschen jeder Zeit und an jedem Ort. Und angesichts dieses Geheimnisses suchen wir alle, auch unbewußt, nach etwas, das uns einlädt zu hoffen, nach einem Zeichen, das uns Trost spendet, das uns einen Horizont öffnet, das uns noch eine Zukunft gibt. Der Weg des Todes ist in Wirklichkeit ein Weg der Hoffnung, und wenn wir über unsere Friedhöfe gehen und auch die Inschriften auf den Gräbern lesen, dann legen wir einen Weg zurück, der von der Hoffnung auf Ewigkeit geprägt ist.
Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod? Warum hat die Menschheit zu einem großen Teil sich nie damit abgefunden zu glauben, daß jenseits des Todes einfach nur das Nichts ist? Ich würde sagen, daß es vielfältige Antworten gibt: Wir fürchten den Tod, weil wir Angst haben vor dem Nichts, vor dem Aufbrechen zu etwas, das wir nicht kennen, das uns unbekannt ist. Daher verspüren wir in uns eine Ablehnung, weil wir nicht akzeptieren können, daß all das Schöne und Große, das in einem ganzen Leben verwirklicht wurde, plötzlich ausgelöscht wird, in den Abgrund des Nichts fällt. Vor allem spüren wir, daß die Liebe Ewigkeit verlangt und erbittet, und wir können unmöglich akzeptieren, daß der Tod sie in einem einzigen Augenblick zerstört. Auch fürchten wir uns vor dem Tod, weil wir gegen Ende des Lebens spüren, daß es ein Urteil über unser Handeln gibt, darüber, wie wir unser Leben geführt haben, vor allem über die dunklen Punkte, die wir oft geschickt aus unserem Gewissen verdrängen können oder zu verdrängen versuchen. Ich würde sagen, daß gerade die Frage des Gerichts oft der Sorge zugrunde liegt, die der Mensch aller Zeiten den Verstorbenen erweist, der Aufmerksamkeit gegenüber den Personen, die ihm etwas bedeutet haben und die auf dem Weg des irdischen Lebens nicht mehr bei ihm sind. In gewissem Sinne sind die Gesten der Zuneigung, der Liebe, mit denen der Verstorbene umgeben ist, ein Schutz, der ihm erwiesen wird, in der Überzeugung, daß er auf das Urteil nicht ohne Wirkung bleibt. Das können wir in den meisten Kulturen sehen, die die Geschichte des Menschen prägen. Heute ist die Welt, zumindest scheinbar, viel rationaler geworden, oder besser gesagt hat sich die Tendenz verbreitet zu meinen, daß man jeder Wirklichkeit mit den Kriterien der empirischen Wissenschaft begegnen muß und daß man auch auf die große Frage des Todes nicht so sehr mit dem Glauben, sondern von erfahrbaren, empirischen Kenntnissen her antworten sollte. Man führt sich jedoch nicht ausreichend zu Bewußtsein, daß man gerade so in Formen des Spiritismus verfallen ist, bei dem Versuch, mit der Welt jenseits des Todes irgendwie in Kontakt zu stehen, gleichsam mit der Vorstellung, daß es eine Wirklichkeit gibt, die letztlich ein Abbild des Diesseits wäre.
Liebe Freunde, das Hochfest Allerheiligen und der Gedenktag Allerseelen sagen uns, daß nur wer im Tod eine große Hoffnung erkennt, auch ein Leben leben kann, das von der Hoffnung ausgeht. Wenn wir den Menschen ausschließlich auf seine horizontale Dimension verkürzen, auf das, was empirisch wahrnehmbar ist, dann verliert das Leben seinen tieferen Sinn. Der Mensch braucht Ewigkeit, und jede andere Hoffnung ist für ihn zu kurz, zu begrenzt. Der Mensch läßt sich nur erklären, wenn es eine Liebe gibt, die jede Isolierung überwindet, auch die des Todes, in einer Ganzheit, die auch Raum und Zeit übersteigt. Der Mensch läßt sich nur dann erklären, findet nur dann seinen tieferen Sinn, wenn es Gott gibt. Und wir wissen, daß Gott aus seiner Ferne herausgetreten und zu uns gekommen ist, daß er in unser Leben eingetreten ist und zu uns sagt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25–26).
Denken wir einen Augenblick an die Szene auf dem Kalvarienberg, und hören wir noch einmal die Worte, die Jesus vom Kreuz herab an den Verbrecher richtet, der zu seiner Rechten gekreuzigt ist: »Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23,43). Denken wir an die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus, als sie ihn, nachdem sie ein Stück des Weges mit dem auferstandenen Jesus gegangen sind, erkennen und noch in derselben Stunde nach Jerusalem aufbrechen, um die Auferstehung des Herrn zu verkündigen (vgl. Lk 24,13–35). Mit neuer Klarheit kommen ihnen die Worte des Meisters wieder in den Sinn: »Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?« (Joh 14,1–2). Gott hat sich wirklich gezeigt, er ist zugänglich geworden, er hat die Welt so sehr geliebt, »daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat« (Joh 3,16), und im erhabensten Akt der Liebe am Kreuz, indem er in den Abgrund des Todes hinabgestiegen ist, hat er ihn überwunden, ist er auferstanden und hat er auch uns die Tore der Ewigkeit geöffnet. Christus trägt uns durch die Nacht des Todes, durch die er selbst hindurchgegangen ist; er ist der gute Hirt, dessen Führung man sich ohne jegliche Angst anvertrauen kann, denn er kennt den Weg gut, auch durch die Finsternis hindurch. Jeden Sonntag bekräftigen wir, wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen, diese Wahrheit. Und wenn wir auf die Friedhöfe gehen, um mit Zuneigung und Liebe für unsere Verstorbenen zu beten, dann sind wir erneut eingeladen, mutig und kraftvoll unseren Glauben an das ewige Leben zu erneuern, ja mit dieser großen Hoffnung zu leben und sie der Welt zu bezeugen: Jenseits der Gegenwart ist nicht das Nichts. Und gerade der Glaube an das ewige Leben gibt dem Christen den Mut, unsere Erde noch mehr zu lieben und uns dafür einzusetzen, ihr eine Zukunft aufzubauen, um ihr eine wahre und sichere Hoffnung zu schenken. Danke." (...)
Sonntag, 1. November 2026
Angelus
auf dem Petersplatz
Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
das Hochfest Allerheiligen, das wir heute feiern, lädt uns dazu ein, die Freude jener unzählbaren Familie von Männern und Frauen zu verspüren, die ihr Leben zu einem Geschenk an Gott und den Nächsten gemacht haben, indem sie Jesus, dem Herrn, folgten. Auf unterschiedlichen Wegen der Heiligung haben sie nach dem »Ozean der unendlichen Liebe« gestrebt, wie es Papst Benedikt XVI. so schön ausgedrückt hat (Enzyklika Spe salvi, 12).
„Heiligkeit lässt sich auf keinerlei Berechnung reduzieren“
Die Liturgie des Wortes Gottes an diesem Fest beschreibt sie uns als eine »unermessliche Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen« (Offb 7,9). Heute feiern wir nämlich alle Heiligen: jene, die die Kirche als solche erkannt hat, und auch die unzähligen, die es nicht sind, die jedoch Gott kennt. Wie uns das heutige Evangelium (Mt 5,1–12) in Erinnerung ruft, handelt es sich um Menschen, die zwar arm im Geist sind, aber reich an der Liebe Gottes. Ihre Gesichter sind von Tränen gezeichnet, doch sie finden Trost im Gebet. Sie sind sanftmütig angesichts von Gewalt und werden vom Vater belohnt. Sie hungern nach Gerechtigkeit und werden im Innersten ihres Gewissens gesättigt. Sie sind bereit zur Vergebung und werden von der Barmherzigkeit umarmt. Im Herzen sind sie unbewaffnet, werden jedoch von Gott beschützt. Sie sind Friedensstifter, die von Gott beim Namen gerufen sind. Sie werden verfolgt und beleidigt, sind aber stark im Glauben und in der Nächstenliebe.
Es ist tatsächlich unmöglich, die Schar dieser Brüder und Schwestern zu „zählen“ – und zwar nicht nur in zahlenmäßiger Hinsicht: Heiligkeit lässt sich nämlich auf keinerlei Berechnung reduzieren, denn ebenso verhält es sich mit dem Guten, das alle Heiligen um sich herum in der Welt verbreitet haben. Wenn wir sie voll Bewunderung betrachten, fragen wir uns: Was haben diese Menschen durch die Gnade Gottes bewirkt? Im Wesentlichen handelt es sich um Taten und Entscheidungen der Liebe, die das Kalkül der Gier und die Übermacht des Bösen übertreffen, das manchmal die Oberhand zu gewinnen scheint. Die Heiligen sind das schönste und stärkste Zeichen für das kommende Reich Gottes; vielmehr für das Reich Gottes, das – wie Jesus lehrt – bereits unter uns ist (vgl. Lk 17,20–21). Darüber hinaus umfasst diese selige Schar die unterschiedlichsten Herkunftsorte, Kulturen und Lebensumstände: Heiligkeit ist kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben. Dies ist die hoffnungsvolle Botschaft des heutigen Festes: Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen, und er erreicht Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben.
„Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen“
Die Jungfrau Maria, die selig ist, weil sie dem Wort des Herrn geglaubt hat, begleite unsere Schritte auf dem Weg zur Heiligkeit, damit wir nicht müde werden, Frieden zu stiften, sowohl in besonders wichtigen Situationen als auch in den alltäglichen."
Quelle: vaticannews
In illo tempore
In seiner heutigen Kolumne für OnePeterFive befaßt sich Fr. John Zuhlsdorf mit dem Hochfest Allerheiligen, das in diesem Jahr auf den ersten Sonntag im November fällt. Hier geht´s zum Original: klicken
IN JENER ZEIT: ALLERHEILIGEN
Am Sonntag, dem 1. November, feiert die Heilige Mutter Kirche sowohl im Vetus Ordo als auch im Novus Ordo das Hochfest Allerheiligen, Omnium Sanctorum. Wir ehren alle, die die selige Anschauung Gottes erlangt haben, darunter die unzähligen seligen Seelen, deren Namen und Lebensgeschichten nur Gott bekannt sind. Es ist ein wunderschöner Blumenstrauß aus bekannten und unbekannten Seelen, wobei die Unbekannten in der seligen Anschauung Gottes vielleicht sogar noch höher erhoben sind als die Bekannten. Heute ehren wir sie und bitten Gott, dass wir durch ihre Fürsprache und durch die Fülle seiner Barmherzigkeit zu ihnen gelangen dürfen.
Das ist die zentrale Aussage des Tagesgebets für die heutige Messe. Die Kirche bittet Gott um etwas Außergewöhnliches und begründet ihre Bitte mit der Vielzahl der Heiligen, die wir feiern
Omnipotens sempiterne Deus,
qui nos omnium Sanctorum tuorum
merita sub una tribuisti celebritate venerari:
quaesumus; Ihr Wunsch ist es, euch nicht zu versöhnen,
multiplicatis intercessoribus, largiaris.
WÖRTLICHE VERSION:
Allmächtiger, ewiger Gott,
der du uns die Ehre erwiesen hast, die Verdienste all deiner Heiligen
in einer einzigen feierlichen Zeremonie zu verehren,
wir bitten dich, dass du uns, da unsere Fürsprecher sich vermehrt haben,
die ersehnte Fülle deiner sühnenden Barmherzigkeit gewähren mögest.
Das lateinische Wort „celebritas“ bedeutet zunächst einmal „eine große Zahl, eine Menge“. Im übertragenen Sinne bedeutet es „eine festliche Feier, ein feierlicher Anlass“, wie in „ celebritas supremi diei … eine feierliche Prozession für die Toten“, was unsere Rede durch die kurzen Stunden dieses Festes mit dem Gedenken an die Armen Seelen verbindet.
Gott hat uns das Vorrecht gewährt, die Verdienste all seiner Heiligen „ sub una celebritate “ zu ehren, in einer feierlichen Zeremonie von einer großen Schar. Indem wir sie in unserer Liturgie versammeln, rufen wir sie gemeinsam in unserem Gebet an. So mehren sich unsere Fürsprecher, „ multiplicatis intercessoribus “. Wir bitten den allmächtigen Gott, uns in Fülle seiner Barmherzigkeit zu segnen. Die Heiligen verstärken unsere Fürsprache. Sie sind voller Eifer und wünschen sich für uns die Freude, die sie zur größeren Ehre Gottes empfinden.
Wir können das Kollektengebet noch intensiver gestalten. „Tribuisti “ („Du hast gewährt“) erinnert an Gottes Großzügigkeit in der Vergangenheit, während „largiaris “ („Mögest Du gewähren“) um seine Großzügigkeit in der Gegenwart bittet. Das gesamte Gebet lenkt den Blick von der bereits empfangenen Gabe auf die nun erbetene, größere Gabe. Wir ehren gemeinsam die Verdienste aller Heiligen und bitten gerade deshalb, weil wir so viele himmlische Fürsprecher haben, um einen reicheren Anteil an Gottes sühnender Barmherzigkeit. Der Himmel verstärkt unsere Kraft hier und jetzt!
Der Ausdruck „ multiplicatis intercessoribus “ ist ein Ablativus absolutus. Grammatikalisch verdeutlicht er den Umstand, der unsere Bitte begleitet. Die Heiligen sind in einer Feier versammelt, und ihre vervielfache Fürbitte wird angerufen, um Gottes Gunst zu erlangen. In dieser Vision liegt ein großer Trost. Jede Seele, die in den Himmel eingeht, mehrt die Schar derer, die, in der Liebe vollendet, für uns vor Gott eintreten können. Jede Seele, die die selige Anschauung Gottes erlangt, ist ein weiterer Sieg der rettenden Gnade Christi, ein zusätzliches Glied der triumphierenden Kirche, das für uns beten kann, die wir noch in diesem Jammertal ringen. Gott erlangt durch ihr Eintreffen keine neue Vollkommenheit, da er unendlich vollkommen und gesegnet ist. Doch seine Herrlichkeit offenbart sich in den erlösten Geschöpfen in größerem Maße.
Der selige Ildefonso Schuster, der bedeutende Benediktinerliturg und Kardinalerzbischof von Mailand, verortet das Fest Allerheiligen im historischen Kontext der kollektiven Märtyrerehrung der Kirche, die sich schließlich auf die gesamte Schar der Seligen im Himmel ausdehnte. Die römische Feierlichkeit wurde insbesondere durch die Weihe eines Oratoriums im Petersdom durch Papst Gregor III. (+741) und die weitere Verbreitung des Festes unter Gregor IV. (+844) mit dem 1. November in Verbindung gebracht. Von Rom aus verbreitete sich das Fest natürlich in die ganze Welt, vor allem durch das Wirken von Missionaren, die ( entgegen mancher heutiger Ansicht mancher Kardinäle) Christi ausdrücklichem Auftrag folgen wollten, Heiden zu bekehren und sie in die von ihm gegründete eine wahre Kirche aufzunehmen.
Hier wird die Bedeutung des Ausdrucks „ sub una celebritate “ in der Rede deutlich. Die Kirche versammelt all ihre himmlischen Bürger zu einem Fest, denn ihre Zahl und Vielfalt übersteigen bei Weitem das, was durch einzelne Feste angemessen gewürdigt werden kann. Wir kennen die Namen der großen Heiligen, die von der Kirche verehrt werden. Doch was ist mit den unzähligen Müttern und Vätern, die ihre Kinder inmitten von Armut und Not im Glauben erzogen haben, mit den Priestern, die treu in kleinen Gemeinden wirkten, mit den Ordensleuten, die ihr Leben im Gebet in Klausur verbrachten? Ihre Verdienste, selbst Früchte der Gnade, werden zusammen mit denen der berühmtesten Kirchenlehrer und Märtyrer geehrt.
Die Lesung aus dem Brief an die Korinther (Offenbarung 7,2-12) gibt uns einen Einblick in die Schar, deren Hilfe wir uns wünschen.
Johannes sieht einen Engel, der aus dem Sonnenaufgang emporsteigt und das Siegel des lebendigen Gottes trägt. Der Engel gebietet, dass Erde, Meer und Bäume verschont bleiben sollen, „bis wir die Diener unseres Gottes auf ihren Stirnen kennzeichnen“. Die Versiegelung symbolisiert göttlichen Besitz und Schutz. Johannes hört dann die Zahl der Versiegelten aus den Stämmen Israels: 144.000, zwölftausend aus jedem der zwölf Stämme. In der Antike waren die Menschen nicht an so große Zahlen gewöhnt; diese Zahl erschien ihnen so gewaltig, dass sie kaum vorstellbar war – heute als Symbol geordneter Vollständigkeit.
“ Post haec vidi turbam magnam,… Danach sah ich eine große Menge, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen."
Da ist es wieder, unser „ multiplicatis intercessoribus “. Die himmlische Schar ist unermesslich. Ihre Mitglieder stammen aus allen Nationen und Sprachen und unterstreichen so die universelle Erlösung durch Christus. In weiße Gewänder gehüllt und mit Palmzweigen in den Händen stehen sie vor dem Thron und dem Lamm; ihre Reinheit und ihr Sieg entspringen dem rettenden Blut des Erlösers.
Nur die Reinen können Gott sehen. Geh zur Beichte und tu Buße.
Die Erlösten rufen: „Das Heil kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und vom Lamm.“ Das heißt, die Seligen im Himmel besitzen keine eigene Macht, durch die sie uns Gnade schenken könnten. Jegliche Heiligkeit oder Verdienste, die sie genießen, stammen von Christus, dessen Erlösungswerk sie zur Herrlichkeit geführt hat. Ihre Fürbitte beruht allein auf ihrer Verbindung mit ihm und seiner einzigartigen Vermittlung beim Vater.
Wenn die Kirche also um ihre vielfachen Fürbitten bittet, sucht sie Gottes Barmherzigkeit durch die Gebete derer, die bereits in vollkommener Gemeinschaft mit ihm stehen. Ihr Wille ist vollkommen mit seinem Willen gleichgesetzt, ihre Liebe ist geläutert und die Gerechtigkeit hinsichtlich vergangener Sünden im irdischen Leben ist vollendet.
Das gesamte himmlische Heer ist von der Anbetung des dreieinigen Gottes entzückt. Die Engel, die Ältesten und die vier lebendigen Wesen fallen vor dem Thron nieder und preisen ihn siebenfach: Segen, Herrlichkeit, Weisheit, Dank, Ehre, Macht und Stärke. Die Gesegneten finden ihr vollkommenes Glück im Besitz Gottes und in seinem Lobpreis.
Der Himmel ist zutiefst liturgisch.
Dies sollte unser Verständnis und unsere Feier der Heiligen Messe prägen. Die Kirche auf Erden nimmt sakramental an der Anbetung des Himmels teil. Wenn wir uns den Engeln und Heiligen im Sanctus anschließen , treten wir in eine Wirklichkeit ein, die weit über unsere unmittelbaren irdischen Umstände hinausgeht. Unsere heiligen Riten, die Musik, die Gewänder, die Gesten und die Kirchen selbst sollten dieses übernatürliche Geheimnis widerspiegeln. Wer die Liturgie vor allem als Gelegenheit zum Experimentieren oder zur Selbstdarstellung betrachtet, hat sie womöglich völlig falsch verstanden.
Das Evangelium nach Matthäus 5,1–12 verleiht diesem Fest eine weitere Dimension. Christus steigt auf den Berg und unterweist seine Jünger in einer Szene, die an Mose auf dem Sinai erinnert. Während die Offenbarung die Seligen in der Erfüllung ihrer Pilgerreise offenbart, beschreiben die Seligpreisungen in der Bergpredigt die Haltung, die wir auf unserer Pilgerreise zu dieser Erfüllung einnehmen sollten. Die Heiligen, deren Fürsprache wir anrufen, haben den Weg, den unser Herr uns weist, bereits beschritten. Manchmal hören wir hochrangige Prälaten von Tugenden und einem heiligen Lebensstand als nahezu unerreichbaren „Idealen“ sprechen, die von den Menschen unmöglich erreicht werden können. Christus widerspricht dem. Als göttlicher Gesetzgeber verkündet er die Merkmale derer, die zu seinem Reich gehören.
„Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.“
Das griechische Wort μακάριοι ( makarioi ) bedeutet so viel wie „gesegnet, glücklich“ im tiefsten Sinne. Die von Christus beschriebene Seligkeit gründet sich auf die Beziehung zu Gott und die Verheißung ewiger Erfüllung, selbst wenn die gegenwärtigen Umstände wenig Anlass zur Freude zu geben scheinen.
Unser Herr preist die Armen im Geiste, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, die Barmherzigen, die Reinen Herzens, die Friedensstifter und alle, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Solche Gesinnungen stehen in scharfem Kontrast zur weltlichen Fixierung auf Reichtum, Einfluss, Bequemlichkeit und die Befriedigung ungeordneter Begierden.
Unter den Seligpreisungen ist eine besonders aufschlussreich für das heutige Fest.
„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“
Hier begegnen wir dem eigentlichen Glück der Heiligen: der seligen Schau. Im übernatürlichen Licht der Herrlichkeit schauen die Seligen Gott unmittelbar, ohne die Glaubenstrübe, die unseren irdischen Zustand kennzeichnet. Ihr Verstand und ihr Wille werden im Besitz des höchsten Gutes vollendet, und ihr Glück kann nicht verloren gehen.
Diese Vollkommenheit des himmlischen Lebens erklärt den außerordentlichen Wert ihrer Fürsprache. Ihre geläuterte und vollendete Liebe wendet sich uns zu, als wolle sie uns umarmen, die wir uns auf die Pilgerreise zum selben Ziel begeben. Die Heiligen lieben uns und wünschen sich unser Heil, weil sie Gott lieben, dessen Heilswille sie in die Herrlichkeit geführt hat, die sie so weit wie möglich mit uns teilen möchten.
Evangelium und Tagesgebet erhellen einander. Die Seligpreisungen beschreiben die Heiligkeit, zu der Gott uns beruft. Das Tagesgebet bittet um die Gnade, die wir benötigen, um dieser Heiligkeit nachzustreben, und appelliert an die Fürsprache derer, die sie bereits erreicht haben.
Beachten Sie auch das Wort „merita“ im Tagesgebet. Die Kirche verehrt die Verdienste der Heiligen. Die katholische Lehre vom Verdienst muss stets im Kontext des Primats der Gnade verstanden werden. Ihre guten Werke besaßen übernatürlichen Wert, weil sie mit der Gnade Christi zusammenwirkten, die ihren Bemühungen vorausging, sie trug und zur Vollendung führte. Ihre Heiligkeit kommt Gott zur Ehre, gerade weil er ihre erste Ursache ist. Wie der heilige Augustinus lehrte, krönt Gott seine eigenen Verdienste in uns.
Das ist ermutigend, wenn man bedenkt, dass die Heiligen Menschen waren, die Versuchungen, Schwächen und den Folgen der Erbsünde ausgesetzt waren. Manche bewahrten eine bemerkenswerte Unschuld. Andere erlebten nach einem Leben in schwerer Sünde eine tiefgreifende Bekehrung. Ihre Lebensumstände waren sehr unterschiedlich, doch alle gelangten durch die Gnade Gottes in den Himmel.
Die Heiligen sind daher sowohl unsere Vorbilder als auch unsere Fürsprecher. Wir ehren, was Gott an ihnen gewirkt hat, versuchen, ihre Tugenden nachzuahmen und bitten um ihre Fürsprache, weil wir erkennen, wie dringend wir die im heutigen Tagesgebet erbetene Gnade benötigen.
Wir können nun auf die Petition von Collect zurückkommen:
…aber des Wunsches nach, dass deine Versöhnung reichlich vorhanden ist, multiplicatis intercessoribus, largiaris. … (wir flehen Dich an), dass Du uns, nachdem unsere Fürsprecher zahlreich geworden sind, die ersehnte Fülle Deiner sühnenden Barmherzigkeit schenkst.
Die Kirche bittet um die ersehnte Fülle der göttlichen Vergebung (propitiatio) , seiner gnädigen Barmherzigkeit und Vergebung, die auf dem Sühnopfer Christi gründet. Das Substantiv lenkt unseren Blick auf die Versöhnung der Sünder mit dem allmächtigen Gott. Das Adjektiv „desideratam“ drückt aus, wie sehr wir uns diese Barmherzigkeit wünschen, während „abundiam“ die überschwängliche Großzügigkeit zum Ausdruck bringt, mit der wir Gott um sie bitten.
Das Wort „multiplicatis“ verdeutlicht den besonderen Umstand der Bitte. Nachdem die streitende Kirche alle Heiligen gemeinsam gefeiert hat, ruft sie die vereinte Fürsprache der triumphierenden Kirche an, um einen reichen Anteil an der göttlichen Barmherzigkeit zu erlangen (vgl. Lumen gentium 49).
Dies erklärt auch, warum Allerseelen unmittelbar auf Allerheiligen folgt. Heute betrachten wir die triumphierende Kirche, während wir am nächsten Tag für die verstorbenen Gläubigen beten, die in der leidenden oder reinigenden Kirche ihre Läuterung erfahren. Wir, die streitende Kirche, setzen unterdessen unseren Weg fort, unterstützt durch die Gebete der Seligen und derer, die verpflichtet sind, füreinander hier und jetzt sowie für die armen Seelen zu beten. Die Gemeinschaft der Heiligen umfasst alle drei Zustände im einen mystischen Leib Christi.
Wir sitzen alle im selben Boot. Deshalb ziehen unsere persönlichen Sünden uns alle nach unten, während ein tugendhaftes und frommes Leben, wie die Flut, „alle Boote“ emporhebt.
Eine Warnung ist angebracht. Wir sollten nicht anmaßend auf die Fürsprache der Heiligen im Himmel vertrauen. Ihre liebevolle Hilfe darf niemals als Ausrede dienen, unsere persönlichen Pflichten zu vernachlässigen. Die Heiligen können nicht an unserer Stelle Buße tun, unsere Pflichten für uns erfüllen oder ihre Gnade an die Stelle unserer setzen. Sie können jedoch dafür beten, dass wir die Gnaden empfangen, die für aufrichtige Umkehr, Ausdauer und endgültige Treue notwendig sind.
Eine Anregung oder ein Handlungsaufruf dieses Festes könnte sein, die Seligpreisungen zu betrachten und zu überlegen, welche am deutlichsten einen Mangel in Ihrem geistlichen Leben aufzeigt. Bitten Sie Ihren Schutzpatron oder Ihre Schutzheiligen, denen Sie besonders verehren, um Fürsprache für die Gnade, die nötig ist, um diesen Mangel zu überwinden, und seien Sie bereit, im Kampf dagegen zu leiden. Legen Sie eine aufrichtige Beichte ab, wenn Sie eine benötigen, empfangen Sie die Heilige Kommunion würdig und nehmen Sie sich vor, die von der Kirche angebotenen ordentlichen Mittel der Heiligung gut zu nutzen.
Am Allerseelentag und den darauffolgenden Tagen, an denen Ablässe gewährt werden, gedenken wir auch der verstorbenen Gläubigen durch Gebete, Messen für ihr Seelenheil, Friedhofsbesuche und die von der Heiligen Mutter Kirche empfohlenen Werke, die mit Ablässen verbunden sind. Wenn wir die Hilfe der Heiligen im Himmel erbitten wollen, sollten wir auch den leidenden Gliedern des mystischen Leibes Christi beistehen.
Eines Tages, so Gott will, werden wir unter den Scharen stehen, die der heilige Johannes vor dem Thron und dem Lamm sah. Dann werden wir die Wirksamkeit der göttlichen Vorsehung, den Wert der Kreuze, die uns einst unerträglich erschienen, und die Hilfe, die wir durch die Gebete himmlischer Freunde empfangen, deren Namen wir zu Lebzeiten vielleicht nie erfahren haben, tiefer verstehen.
Vielleicht entdecken wir auch, dass Seelen zum Teil durch Gebete und Opfergaben, die wir vor langer Zeit darbrachten und später vergaßen, in den Himmel gelangten. Wir sitzen alle im selben Boot, und selbst unsere kleinen Beiträge können langfristig viel bewirken.
Ihr alle heiligen Männer und Frauen, ihr Heiligen Gottes, betet für uns.
„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“
Hier begegnen wir dem eigentlichen Glück der Heiligen: der seligen Schau. Im übernatürlichen Licht der Herrlichkeit schauen die Seligen Gott unmittelbar, ohne die Glaubenstrübe, die unseren irdischen Zustand kennzeichnet. Ihr Verstand und ihr Wille werden im Besitz des höchsten Gutes vollendet, und ihr Glück kann nicht verloren gehen.
Diese Vollkommenheit des himmlischen Lebens erklärt den außerordentlichen Wert ihrer Fürsprache. Ihre geläuterte und vollendete Liebe wendet sich uns zu, als wolle sie uns umarmen, die wir uns auf die Pilgerreise zum selben Ziel begeben. Die Heiligen lieben uns und wünschen sich unser Heil, weil sie Gott lieben, dessen Heilswille sie in die Herrlichkeit geführt hat, die sie so weit wie möglich mit uns teilen möchten.
Evangelium und Tagesgebet erhellen einander. Die Seligpreisungen beschreiben die Heiligkeit, zu der Gott uns beruft. Das Tagesgebet bittet um die Gnade, die wir benötigen, um dieser Heiligkeit nachzustreben, und appelliert an die Fürsprache derer, die sie bereits erreicht haben.
Beachten Sie auch das Wort „merita“ im Tagesgebet. Die Kirche verehrt die Verdienste der Heiligen. Die katholische Lehre vom Verdienst muss stets im Kontext des Primats der Gnade verstanden werden. Ihre guten Werke besaßen übernatürlichen Wert, weil sie mit der Gnade Christi zusammenwirkten, die ihren Bemühungen vorausging, sie trug und zur Vollendung führte. Ihre Heiligkeit kommt Gott zur Ehre, gerade weil er ihre erste Ursache ist. Wie der heilige Augustinus lehrte, krönt Gott seine eigenen Verdienste in uns.
Das ist ermutigend, wenn man bedenkt, dass die Heiligen Menschen waren, die Versuchungen, Schwächen und den Folgen der Erbsünde ausgesetzt waren. Manche bewahrten eine bemerkenswerte Unschuld. Andere erlebten nach einem Leben in schwerer Sünde eine tiefgreifende Bekehrung. Ihre Lebensumstände waren sehr unterschiedlich, doch alle gelangten durch die Gnade Gottes in den Himmel.
Die Heiligen sind daher sowohl unsere Vorbilder als auch unsere Fürsprecher. Wir ehren, was Gott an ihnen gewirkt hat, versuchen, ihre Tugenden nachzuahmen und bitten um ihre Fürsprache, weil wir erkennen, wie dringend wir die im heutigen Tagesgebet erbetene Gnade benötigen.
Wir können nun auf die Petition von Collect zurückkommen:
…aber des Wunsches nach, dass deine Versöhnung reichlich vorhanden ist, multiplicatis intercessoribus, largiaris. … (wir flehen Dich an), dass Du uns, nachdem unsere Fürsprecher zahlreich geworden sind, die ersehnte Fülle Deiner sühnenden Barmherzigkeit schenkst.
Die Kirche bittet um die ersehnte Fülle der göttlichen Vergebung (propitiatio) , seiner gnädigen Barmherzigkeit und Vergebung, die auf dem Sühnopfer Christi gründet. Das Substantiv lenkt unseren Blick auf die Versöhnung der Sünder mit dem allmächtigen Gott. Das Adjektiv „desideratam“ drückt aus, wie sehr wir uns diese Barmherzigkeit wünschen, während „abundiam“ die überschwängliche Großzügigkeit zum Ausdruck bringt, mit der wir Gott um sie bitten.
Das Wort „multiplicatis“ verdeutlicht den besonderen Umstand der Bitte. Nachdem die streitende Kirche alle Heiligen gemeinsam gefeiert hat, ruft sie die vereinte Fürsprache der triumphierenden Kirche an, um einen reichen Anteil an der göttlichen Barmherzigkeit zu erlangen (vgl. Lumen gentium 49).
Dies erklärt auch, warum Allerseelen unmittelbar auf Allerheiligen folgt. Heute betrachten wir die triumphierende Kirche, während wir am nächsten Tag für die verstorbenen Gläubigen beten, die in der leidenden oder reinigenden Kirche ihre Läuterung erfahren. Wir, die streitende Kirche, setzen unterdessen unseren Weg fort, unterstützt durch die Gebete der Seligen und derer, die verpflichtet sind, füreinander hier und jetzt sowie für die armen Seelen zu beten. Die Gemeinschaft der Heiligen umfasst alle drei Zustände im einen mystischen Leib Christi.
Wir sitzen alle im selben Boot. Deshalb ziehen unsere persönlichen Sünden uns alle nach unten, während ein tugendhaftes und frommes Leben, wie die Flut, „alle Boote“ emporhebt.
Eine Warnung ist angebracht. Wir sollten nicht anmaßend auf die Fürsprache der Heiligen im Himmel vertrauen. Ihre liebevolle Hilfe darf niemals als Ausrede dienen, unsere persönlichen Pflichten zu vernachlässigen. Die Heiligen können nicht an unserer Stelle Buße tun, unsere Pflichten für uns erfüllen oder ihre Gnade an die Stelle unserer setzen. Sie können jedoch dafür beten, dass wir die Gnaden empfangen, die für aufrichtige Umkehr, Ausdauer und endgültige Treue notwendig sind.
Eine Anregung oder ein Handlungsaufruf dieses Festes könnte sein, die Seligpreisungen zu betrachten und zu überlegen, welche am deutlichsten einen Mangel in Ihrem geistlichen Leben aufzeigt. Bitten Sie Ihren Schutzpatron oder Ihre Schutzheiligen, denen Sie besonders verehren, um Fürsprache für die Gnade, die nötig ist, um diesen Mangel zu überwinden, und seien Sie bereit, im Kampf dagegen zu leiden. Legen Sie eine aufrichtige Beichte ab, wenn Sie eine benötigen, empfangen Sie die Heilige Kommunion würdig und nehmen Sie sich vor, die von der Kirche angebotenen ordentlichen Mittel der Heiligung gut zu nutzen.
Am Allerseelentag und den darauffolgenden Tagen, an denen Ablässe gewährt werden, gedenken wir auch der verstorbenen Gläubigen durch Gebete, Messen für ihr Seelenheil, Friedhofsbesuche und die von der Heiligen Mutter Kirche empfohlenen Werke, die mit Ablässen verbunden sind. Wenn wir die Hilfe der Heiligen im Himmel erbitten wollen, sollten wir auch den leidenden Gliedern des mystischen Leibes Christi beistehen.
Eines Tages, so Gott will, werden wir unter den Scharen stehen, die der heilige Johannes vor dem Thron und dem Lamm sah. Dann werden wir die Wirksamkeit der göttlichen Vorsehung, den Wert der Kreuze, die uns einst unerträglich erschienen, und die Hilfe, die wir durch die Gebete himmlischer Freunde empfangen, deren Namen wir zu Lebzeiten vielleicht nie erfahren haben, tiefer verstehen.
Vielleicht entdecken wir auch, dass Seelen zum Teil durch Gebete und Opfergaben, die wir vor langer Zeit darbrachten und später vergaßen, in den Himmel gelangten. Wir sitzen alle im selben Boot, und selbst unsere kleinen Beiträge können langfristig viel bewirken.
Ihr alle heiligen Männer und Frauen, ihr Heiligen Gottes, betet für uns.