Montag, 4. Mai 2026

Neue Herausforderungen für Papst Leo

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican  kommentiert A. Gagliarducci eine der Herausforderungen des aktuellen Pontifikates: die Einheit innerhalb der Kirche.
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"LEO XIV - HERAUSFORDERUNG DURCH DIE TRADITION"

Das große Ziel des Pontifikates LEos XIV ist es, die Einheit innerhalb der Kirche wiederherzustelen. Das ist jedoch eine besonders schwierige Aufgabe. Kurz gesagt, das ist leichter gesagt als getan. 

Die Kommentare des Pontifex zu den Journalisten während der Rückreise von Afrika nach Rom  können diesen Punkt illustrieren.

Leo wurde zu der Entscheidung von Kardinal Reinhard Marx , gleichgeschlechtliche Paare formal zu gesegnen befragt und seine Antwort hat viele unterschiedliche Reaktionen ausgelöst-sowohl in Deutschland als auch in der Welt, aber letztlich lehrreich ist die Antwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Erzbischof von Limburg Georg Bätzing, dessen Amtszeit als Präsidentn der Deutschen Bischofskonferenz endet, hat schlicht festgestellt, daß er mit dieser pastoralen Praxis fortfahren wird, weil er nicht glaubt, daß die in der Kirche Uneinigkeit stiftet.

Das mag ein Schuss zum Abschied eines "Burschen" (fellow)  sein, der sich verabschiedet und dem es ziemlich egal ist, oder es könnte sein, daß Bätzing den Papst herausfordern will, ihn aufzuhalten.

Man wird sehen. 

Auf die Einheit lauert eine andere Gefahr, eine die aus der Welt der Traditionalisten kommt. 

Die FSSPX bereitet ihre ersten Bischofsweihen seit 1988 vor. 

Diese Weihen wären gültig aber nicht legitim, weil es für sie kein päpstliches Mandat gibt. Jemand, der einen Bischof ohne päpstliches Mandat weiht, zieht sich die Exkommunikation latae sententiae zu, einfach nur, weil er diese Handlung ausgeführt hat. 

Das ist Erzbischof Marcel Lefebvre und den von ihm geweihten Bischöfen 1988 passiert, nachdem ein formelles Exkommunikations-Dekret formuliert und veröffentlicht wurde. 

Jetzt gibt es Gerüchte, daß ein ähnliches Dokument bereits für den Fall vorbereitet wurde, daß die Gesellschaft beschließt, die geplanten Weihen zu spenden.

Diese Art Dekrete sind in der Tat Standard, es ist also nicht sicher, ob es den Entwurd nicht schon seit einiger Zeit gibt, ganz gleich, wie die Diskussionen innerhalb der SSPX verlaufen. 

Die FSSPX ihrereits glaubt, daß eine Exkommunikation derzeit für sie nicht anwendbar ist. Grund ist, daß das Kanonische Recht die Verhängung der Strafe der Exkommunikation nicht erlaubt, wenn die Handlung, die sie nach sich ziehen würde, als Antwort auf eine wahrgenommene große Gefahr für die Kirche erfolgt , oder wenn man glaubt, im guten Glauben zu handeln. 

Sonntag, 3. Mai 2026

Regina Caeli

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Regina Caeli-Gebet auf dem Patersplatz. Hier geht´s zum Original  klicken

                  


 "Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!"

In der Osterzeit denken wir, wie die junge Kirche, wieder an die Worte Jesu zurück, die im Licht seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung ihre volle Bedeutung entfalten. Was den Jüngern zunächst entgangen war oder sie beunruhigt hatte, kommt nun wieder in Erinnerung, wärmt das Herz und schenkt Hoffnung.

Jesus an seine Jünger 


Das Evangelium, das an diesem Sonntag verkündet wird, führt uns ein in das Gespräch zwischen dem Meister und seinen Jüngern während des Letzten Abendmahls. Insbesondere hören wir ein Versprechen, das uns schon jetzt in das Geheimnis seiner Auferstehung einbezieht. Jesus sagt: »Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin« (Joh 14,3). So entdecken die Apostel, dass es in Gott Platz für jeden gibt. Zwei von ihnen hatten dies bereits bei ihrer ersten Begegnung mit Jesus am Jordan erfahren, als er bemerkte, dass sie ihm folgten, und sie einlud, an jenem Nachmittag bei ihm zu Hause zu bleiben (vgl. Joh 1,39). Auch jetzt, angesichts des Todes, spricht Jesus von einem Haus, diesmal von einem sehr großen: vom Haus seines Vaters und unseres Vaters, wo Platz für alle ist. Der Sohn beschreibt sich selbst als Diener, der die Zimmer vorbereitet, damit jeder Bruder und jede Schwester bei der Ankunft ein fertig vorbereitetes Zimmer vorfindet und spürt, von jeher erwartet und endlich wiedergefunden worden zu sein.

In Gott hat jeder Platz


Meine Lieben, in der alten Welt, in der wir weiterhin unterwegs sind, ziehen exklusive Orte die Aufmerksamkeit auf sich, Erlebnisse, die nur einigen wenigen offenstehen, privilegierter Zutritt zu Orten, die niemand sonst betreten darf. In der neuen Welt hingegen, in die uns der Auferstandene führt, ist das, was am meisten zählt, für alle zugänglich. Doch dadurch verliert es nicht an Anziehungskraft. Im Gegenteil: Was nun allen offensteht, schenkt Freude; Dankbarkeit tritt an die Stelle von Konkurrenz; Annahme löst Ausgrenzung ab; Überfluss geht nicht mehr mit Ungleichheit einher. Vor allem wird niemand mit jemand anderem verwechselt, keiner ist verloren. Mit dem Tod drohen der Name und die Erinnerung zu verschwinden, doch in Gott ist jeder endlich er selbst. In Wahrheit ist dies der Ort, den wir unser ganzes Leben lang suchen, wobei wir manchmal zu allem bereit sind, nur um ein wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen.

Unser Irrglauben


»Glaubt!«, sagt Jesus zu uns. Das ist das Geheimnis! »Glaubt an Gott und glaubt an mich« (Joh 14,1). Eben dieser Glaube befreit unser Herz von dem rastlosen Streben nach Besitz und Erfolg, von diesem Irrglauben, man müsse nach einer angesehenen Position streben, um etwas zu gelten. Jeder hat in Gottes Geheimnis, das die wahre Wirklichkeit ist, bereits unendlichen Wert. Indem wir einander so lieben, wie Jesus uns geliebt hat, schenken wir uns gegenseitig dieses Bewusstsein. Das ist das neue Gebot, dass wir so schon jetzt den Himmel auf Erden leben und allen offenbaren, dass Geschwisterlichkeit und Frieden unsere Bestimmung sind. Denn in der Liebe entdeckt jeder inmitten einer Vielzahl von Schwestern und Brüdern, dass er einzigartig ist.

Bitten wir also die allerseligste Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, dass jede christliche Gemeinschaft ein Haus sei, das allen offensteht und jedem Einzelnen Aufmerksamkeit schenkt."

Quelle: vaticannews

In illo tempore...

Auch heute setzt Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

"IN JENER ZEIT: DER VIERTE SONNTAG NACH OSTERN"

Der vierte Sonntag nach Ostern steht im Zeichen der Vorbereitung auf Christi Himmelfahrt. Wir befinden uns nun in der zweiten Phase der Osterzeit. Die erste Phase richtete unseren Blick zurück auf das leere Grab und führte uns in die Sakramente der Taufe und der Eucharistie ein. Nun richten die Messformeln ihren Blick nach oben und nach vorn, auf Christi Himmelfahrt, die Herabkunft des Heiligen Geistes, die Geburt der Kirche in apostolischer Kraft und das Sakrament der Firmung. Die Heilige Mutter Kirche führt uns erneut in den Abendmahlssaal, in jene ergreifende Intimität des Letzten Abendmahls, wo der Herr seine Apostel auf Geheimnisse vorbereitet, die sie ohne den kommenden Paraklitus noch nicht ertragen können.

Christi Himmelfahrt wird mitunter vernachlässigt, was bedauerlich ist. Man könnte wohlwollend argumentieren, dass die Verlegung Christi Himmelfahrt vom Donnerstag auf den Sonntag dazu diente, das Fest zu betonen und es für die unter der Woche arbeitende Gemeinde zugänglicher zu machen. In solchen Angelegenheiten wird üblicherweise die pastorale Absicht angeführt. Doch wenn Bischöfe die Verpflichtungen unter der Woche aufheben und wichtige Wendepunkte des Kirchenjahres wie Epiphanias und Christi Himmelfahrt verlegen, wird mit ziemlicher Sicherheit eine unbeabsichtigte Lehre vermittelt. Die Gläubigen lernen, dass unsere Feste verhandelbar sind, dass der Heilsplan nicht mit dem Plan des Mammons kollidieren muss, dass zeitliche Opfer optional sind, wenn die Religion unbequem wird. Glücklicherweise besteht im Vetus Ordo weiterhin die Möglichkeit, Christi Himmelfahrt am Donnerstag zu begehen und ihn zusätzlich als externes Fest am Sonntag zu feiern

Am vergangenen, diesem und dem kommenden Sonntag, den drei Sonntagen vor Christi Himmelfahrt, stammen die Lesungen aus dem Johannesevangelium, Kapitel 16. Christus bereitet die Seinen auf einen tiefgreifenden Wandel vor. Er wird gehen, und Trauer wird ihre Herzen erfüllen. Doch sein Weggang ist zu ihrem Besten, denn mit seinem Abschied wird der Paraklitus kommen. Der Herr sagt ihnen, dass ihre Trauer verwandelt werden wird, so wie die Angst einer Frau bei der Geburt der Freude über die Geburt ihres Kindes weicht. Dieses Bild ist treffend: Wenn der Heilige Geist herabkommt, wird die Kirche in sichtbarer Kraft geboren, vom Geist erfüllt, der mystische Leib Christi, belebt für seine apostolische Sendung.

Im Evangelium dieses Sonntags, Johannes 16,5–14, spricht der Herr über verborgene Dinge. Es sind Geheimnisse. Er spricht vom Tod, vom Gericht, von der Sünde, von der Gerechtigkeit, vom Herrscher dieser Welt und vom Heiligen Geist, der die Apostel in alle Wahrheit führen wird. Die Jünger hören zu, begreifen es aber noch nicht. Deshalb brauchen sie den Geist der Wahrheit, der es der Kirche ermöglicht, in das einzudringen, was ihr aus eigener Kraft verschlossen bliebe.

Die lateinische Vulgata nennt ihn „Paraklitus“, abgeleitet vom griechischen parakletos , zusammengesetzt aus para („neben“) und kaleo („rufen“). Er ist der Beistand, der Fürsprecher, derjenige, der berufen ist, beizustehen, Fürbitte einzulegen und zu verteidigen. In Matthäus 2,18 und 5,4 finden wir passive Formen desselben Verbs, παρακαλῶ , im Kontext von Trauer und Trost. Dort bedeutet es „getröstet werden“. Dies ist von Bedeutung, da auch in Johannes 16 die Trauer im Vordergrund steht. Christus geht fort, und ihre Herzen sind voller Kummer. Das hebräische Äquivalent für parakletos , menahhem , bedeutet „Tröster“. Die RSV und die KJV geben jeweils „Beistand“ an. Beide Übersetzungen sind korrekt, da parakletos ein vielschichtiger Titel ist.

„Tröster“ ist besonders treffend, wenn wir bedenken, dass das englische Wort „comfort“ vom lateinischen „ fortis “ (stark) abstammt . Trösten bedeutet stärken. Ein wahrer Ratgeber stärkt. Ein Fürsprecher stärkt. Ein Verteidiger stärkt die Sache und den Betroffenen. Der Geist der Wahrheit ist der Stärkende, der Befestigende. In diesem Licht verstehen wir, warum das Evangelium in diese Zeit der Osterzeit gehört und warum das Sakrament der Firmung in den Vordergrund rückt. Christus fährt auf. Der Heilige Geist kommt herab. Die Verängstigten werden gestärkt. Die Getauften sind für den Kampf gerüstet.

Samstag, 2. Mai 2026

Die Predigt

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die der Hl. Vater heute während der Hl. Messe und BischofsweiheN in der San Giovanni in Laterano gehalten hat.  Klicken

"WORTLAUT DER PREDIGT, DIE PAPST LEO BEI DER MESSE AM 2. MAI GEHALTEN HAT"

                              Liebe Brüder und Schwestern,

wenn wir uns an Christus binden, werden wir zu einem stabilen und einladenden Haus: Das ist die Freude, die wir vor allem in der Osterzeit erfahren, und ganz besonders heute, da wir die Weihe von vier neuen Weihbischöfen der Diözese Rom feiern.

Diese Kirche hat dank ihrer besonderen Verbindung zu Christus, dem Auferstandenen und Lebendigen, der das Fundament des geistlichen Gebäudes aus lebendigen Steinen bildet, nämlich dem heiligen Volk Gottes, eine einzigartige Berufung zur Universalität und zur Nächstenliebe. Sich Christus zu nähern bedeutet somit, einander näherzukommen und gemeinsam in der Einheit zu wachsen: Das ist das Geheimnis, das uns erfasst und auch die Stadt von innen heraus verwandelt. Im Dienst an dieser Dynamik, die von den Aposteln Petrus und Paulus nach Rom gebracht wurde, werden unsere Brüder Andrea, Stefano, Marco und Alessandro zum Bischofsamt geweiht. Es ist ein Fest des Volkes, denn sie kommen aus diesem Volk und aus dem Presbyterium, das sich liebevoll um sie kümmert.

                                                  „Ein Fest des Volkes“

Unsere Diözesangemeinde versammelt sich heute im Gebet um den Heiligen Geist, der die neuen Bischöfe salben möge, damit sie sich ganz dem Dienst am Evangelium Christi weihen. Er ist der verworfene Stein, der, „von Gott auserwählt“, zum „Eckstein“ geworden ist (1 Petr 2,4.7; vgl. Ps 118,22).

Den ersten Christen muss diese Metapher, die ihnen aus einem Psalm so vertraut war, besonders aufschlussreich erschienen sein. Der Messias Jesus war nicht nur deshalb verworfen worden, weil er nicht als Sohn Gottes anerkannt wurde, sondern vor allem, weil er die Gestalt eines Geschöpfes angenommen hatte, die als Gottes unwürdig angesehen wurde. Getreu diesem Weg barmherziger Liebe suchte er die verstoßenen Schafe auf, setzte sich mit ihnen an den Tisch und entwaffnete die Hände und Herzen derer, die sie steinigen wollten. Auf diese Weise, wie es das in dieser Liturgie verkündete Evangelium sagt, hat der Sohn das Antlitz des Vaters gezeigt: In ihm vollenden sich seine Werke. „Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist??“ (Joh 14,8-9).

Kirche, die du in Rom lebst, der verworfene Stein ist das Herz der messianischen Verkündigung gegenüber jenen, die die Gesellschaft verworfen hat und weiterhin verwirft. Er ist das Herz unserer Verkündigung, unserer Mission. Wir haben gesehen, wie der Heilige die Unreinen berührte, wie der Gerechte den Sündern vergab, wie das Leben die Kranken heilte, wie der Meister die schmutzigen und müden Füße seiner Jünger wusch.

In dieser Stadt, der Hauptstadt des großen Reiches, wurde der verworfene Stein zum Banner einer neuen Hoffnung, nämlich der Hoffnung auf das Reich Gottes, wie es die Seligpreisungen in Aussicht stellen und das Magnifikat besingt. Indem die Logik der Herrschaft umgekehrt wird – jene derer, die den sinnlosen Ehrgeiz verfolgen, die Architektur der Erde zu bestimmen –, geschieht es in Christus, dass die Ausgestoßenen ihre Würde wiederfinden und sich für das Reich Gottes auserwählt fühlen. „Wenn es nicht so wäre“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „hätte ich euch dann gesagt: 'Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?' Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ (Joh 14,2-3).

„Jesus ist als unbewaffneter und entwaffnender Prophet unter uns gewandelt“

Liebe Schwestern und Brüder, genau deshalb wird man bis heute zu Steinen, die von den Menschen verworfen und von Gott erwählt sind: wenn man sich mit seinem Leben und seinen Worten den Plänen widersetzt, die die Schwachen unterdrücken, die Würde jedes Menschen missachten, die Konflikte ausnutzen, um die Stärksten auszuwählen, während sie diejenigen vernachlässigen, die zurückbleiben, die es nicht schaffen, und diejenigen, die unterliegen, als Abfall der Geschichte betrachten. Jesus ist als unbewaffneter und entwaffnender Prophet unter uns gewandelt, und als er verworfen wurde, hat er seinen Stil nicht geändert.

Hl. Messe & Bischofsweihen in Rom

Papst Leo XIV hat heute in der Lateranbasilika die Hl. Messe gefeiert und vier Bischöfe geweiht.

               

Freitag, 1. Mai 2026

Zum Marienmonat Mai

Birgit Pottler kommentiert bei vaticannews die Bedeutung des Marienmonats Mai und seine Bedeutung für die Marienfrömmigkeit. Hier geht´s zum Original:  klicken

"ZUM MARIENMONAT MAI: WAS SAGT LEO XIV ÜBER DIE MARIENFRÖMMIGKEIT?"

"Der Marienmonat Mai ist kein Selbstzweck, sondern ein Dienst am Evangelium. „Die Liebe zu Maria von Nazaret macht uns mit ihr zu Jüngern Jesu“, betonte Papst Leo XIV. zum Beispiel bei den Heilig-Jahr-Feiern zur marianischen Spiritualität. Ein Blick auf Mai-Traditionen und Worte des Papstes.

Der Monat Mai ist traditionell der Gottesmutter Maria gewidmet. Maiandachten und Maialtare sind Ausdruck der besonderen katholischen Marienfrömmigkeit. Die Symbolik ergibt sich aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur. Dieser besondere Monat sollte der »schönsten aller Frauen«, nämlich Maria, der Mutter Gottes, geweiht sein. An manchen Stellen nennt die katholische Spiritualität Maria auch die erste Blüte der Erlösung, quasi den „Frühling des Heils“.

Papst Leo XIV.: Volksfrömmigkeit richtig verstehen

Marienverehrung ist kein Selbstzweck, betont Leo XIV., der zugleich in seinen Ansprachen und Predigten am Ende die Menschen der Fürsprache Mariens anvertraut. Marienverehrung macht zu Jüngern und ist im Dienst am Evangelium. Bei den Heilig-Jahr-Feiern zur marianischen Spiritualität ordnete der Papst die Volksfrömmigkeit ein:

„Brüder und Schwestern, die marianische Spiritualität steht im Dienst am Evangelium: Sie offenbart dessen Einfachheit. Die Liebe zu Maria von Nazaret macht uns mit ihr zu Jüngern Jesu, sie lehrt uns, zu ihm zurückzukehren, über die Ereignisse des Lebens, in denen der Auferstandene uns noch immer besucht und ruft, nachzudenken und sie zu deuten.“

Die erste Maiandacht, ein Wortgottesdienst zu Ehren Marias, soll laut Aufzeichnungen im Jahr 1784 gefeiert worden sein – in der oberitalienischen Stadt Ferrara beim dortigen Kamillianerorden. Von Italien ausgehend verbreitete sich diese Form der Marienverehrung im 19. Jahrhundert und setzte sich schließlich weltweit in der katholischen Kirche durch.

„Die Zärtlichkeit Gottes, ihre Mütterlichkeit, wird gegenwärtig“

Echte Marienfrömmigkeit bringe die Zärtlichkeit Gottes in die Kirche, so Leo XIV.:

„Der Weg Marias führt hinter Jesus her, und der Weg Jesu führt zu jedem Menschen, insbesondere zu den Armen, den Verletzten, den Sündern. Deshalb macht die authentische marianische Spiritualität in der Kirche die Zärtlichkeit Gottes, ihre Mütterlichkeit gegenwärtig.“

Die erste Maiandacht im deutschsprachigen Raum soll 1841 im Kloster der „Guten Hirtinnen“ bei München stattgefunden haben. Aus dieser Zeit stammen auch viele der bekannten Marienlieder. Sie besingen „Maria Maienkönigin“ und die „schönste Himmelsblüte“. Seinen Ursprung hat der Lobpreis Marias aber bereits im neutestamentlichen Lobgesang der Mutter Jesu, dem Magnifikat.

Auftrag für eine gerechte Welt

Marienfrömmigkeit ist für Leo XIV. damit auch ein Auftrag: „Die marianische Spiritualität lässt uns in die Geschichte eintauchen, über der sich der Himmel geöffnet hat, sie hilft uns, die Hochmütigen zu sehen, die im Herzen zerstreut wurden, die Mächtigen vom Thron gestürzt, die Reichen, die leer ausgehen. Sie verpflichtet uns, die Hungernden mit Gaben zu beschenken, die Niedrigen zu erheben, an die Barmherzigkeit Gottes zu denken und auf die machtvollen Taten seines Arms zu vertrauen (vgl. Lk 1,51–54).“

Ein Auftrag für jeden und jeden Tag:

„Sein Reich kommt nämlich, indem es uns miteinbezieht, genauso wie er Maria um ihr ‚Ja‘ gebeten hat, das einmal ausgesprochen, aber Tag für Tag erneuert wird.“

Leo XIV. hat sein Pontifikat, aber auch seinen Lebensweg zuvor, der Fürsprache Mariens anvertraut. Wenige Tage nach seiner Wahl zum Papst besuchte er am 10. Mai 2025 den Marienwallfahrtsort der „Mutter Gottes vom Guten Rat“ in Genazzano, südöstlich von Rom.

Maria als Wegbegleiterin und Ratgeberin

Die „Gottes vom Guten Rat“ sei eine „Begleiterin voll Licht und Weisheit“. Ihren Wallfahrtsort zu besuchen, war ihm besonders wichtig, schrieb er ins Gebets- und Unterschriftenbuch der Kirche: „… zum Heiligtum der Mutter Gottes vom Guten Rat, die mich mein ganzes Leben lang mit ihrer mütterlichen Gegenwart, mit ihrer Weisheit und mit dem Beispiel ihrer Liebe zum Sohn begleitet hat, der immer das Zentrum meines Glaubens ist: Weg, Wahrheit und Leben. Danke, Mutter, für deine Hilfe – begleite mich in dieser neuen Aufgabe.“

Der Tag der Wahl von Robert Prevost zu Papst Leo XIV. fiel auf den 8. Mai 2025 – „der Tag des Bittgebets an die Muttergottes von Pompeji“, erinnerte er auf der Mittelloggia des Petersdoms vor seinem ersten Segen Urbi et Orbi“. „Unsere Mutter Maria möchte immer mit uns gehen, uns nahe sein und uns mit ihrer Fürsprache und ihrer Liebe unterstützen.“


Zum Jahrestag seiner Wahl wird Leo XIV. den Wallfahrtsort zur Muttergottes von Pompeji in der Nähe von Neapel besuchen."


Quelle: B. Pottler, vaticannews

Donnerstag, 30. April 2026

Kölner Delegation in Rom -ein Fundstück

vaticannews berichtet über die Audienz der Kölner Delegation bei Papst Leo XIV. 
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Unter dem Titel: 

KÖLNER WELTKIRCHE-DELEGATION: BEEINDRUCKT VON DEN PERSÖNLICHEN WORTEN VON LEO XIV

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"20 Teilnehmer umfasste die Delegation aus dem Erzbistum Köln, die dieser Tage in Rom unterwegs ist. Thomas Frings ist für den Kontakt mit dem Judentum und Abrahamitische Religionen zuständig, Hannah Aksungur Sachbearbeiterin für Lateinamerika und Westafrika. Wir fragten sie, wie sie die Papstaudienz erlebt haben."  (...)

Quelle: vaticannews

Friede auch innerhalb der Kirche....

Sandro Magister kommentiert bei Diakonos, Settimo Cielo die Äußerungen des Hl. Vaters zu den Plänen des Münchener Erzbischofs, Kardinal Marx bzgl. der Segnung homosexueller Partnerschaften. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO WILL AUCH INNERHALB DER KIRCHE FRIEDEN SCHAFFEN: DER FALL DEUTSCHLAND"

Papst Leo erwähnte es während seiner jüngsten Afrikareise nicht, aber er wusste sehr wohl, was die afrikanischen Bischöfe über die Segnung homosexueller Partnerschaften dachten: Die große Mehrheit war sowohl gegen die Erklärung „Fiducia supplicans“ des Dikasteriums für die Glaubenslehre vom 18. Dezember 2023, die erstmals einen solchen Segen autorisierte, als auch gegen die nachfolgenden Erläuterungen von Kardinalpräfekt Victor Manuel Fernández, der die Auswirkungen abzumildern suchte, indem er erklärte, dass es sich nicht um einen Segen für Paare, sondern für Einzelpersonen handele und dieser in jedem Fall flüchtig sein müsse und nicht länger als 10 bis 15 Sekunden dauern dürfe.

Kamerun, eines der vier vom Papst besuchten Länder, war das Epizentrum dieser kontinentalen Opposition. Der gelehrte guineische Kardinal Robert Sarah reiste im April 2024 dorthin, um den versammelten Bischöfen Richtlinien vorzugeben. Dies steht im völligen Gegensatz zu den Entwicklungen in anderen Bereichen des Katholizismus, insbesondere in Deutschland, wo die Segnung homosexueller Partnerschaften ein Eckpfeiler der von der großen Mehrheit der Bischöfe unter Führung von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, angestrebten Kirchenreform ist.

Und tatsächlich, kaum war der Papst wieder auf dem Rückweg von Afrika nach Rom, fragte ein deutscher Journalist den Papst bei der obligatorischen Pressekonferenz in luftiger Höhe am Ende jeder Reise nach der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare:

„Heiliger Vater, wie beurteilen Sie die Entscheidung von Kardinal Marx, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in Ihrer Diözese zu genehmigen, und wie gedenken Sie angesichts der unterschiedlichen kulturellen und theologischen Perspektiven, insbesondere in Afrika, die Einheit der Weltkirche in dieser Frage zu wahren?“

Darauf antwortete Leo:

„Zunächst einmal halte ich es für sehr wichtig zu verstehen, dass die Einheit oder Spaltung der Kirche nicht von sexuellen Fragen abhängen sollte. Wir neigen dazu zu denken, dass, wenn die Kirche von Moral spricht, die Sexualität das einzige moralische Thema ist. In Wirklichkeit gibt es meiner Meinung nach viel größere und wichtigere Fragen, wie Gerechtigkeit, Gleichheit, die Freiheit von Mann und Frau und Religionsfreiheit, die alle Vorrang vor dieser speziellen Frage haben. Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen. Der Heilige Stuhl hat klargestellt, dass wir der formellen Segnung von Paaren, in diesem Fall gleichgeschlechtlichen Paaren, wie Sie es gewünscht haben, oder Paaren in irregulären Lebensgemeinschaften, nicht zustimmen, außer in dem Umfang, den Papst Franziskus ausdrücklich erlaubt hat, indem er erklärte, dass alle Menschen den Segen empfangen. Wenn ein Priester am Ende der Messe den Segen spendet, wenn der Papst am Ende einer großen Feier wie der heutigen den Segen spendet, dann ist dies ein Segen für alle Menschen. Franziskus’ bekannter Ausspruch ‚Alle, alle, alle‘ ist Ausdruck der …“ Die Kirche vertritt die Überzeugung, dass alle willkommen sind, alle eingeladen sind, Jesus nachzufolgen und alle eingeladen sind, in ihrem Leben nach Umkehr zu streben. Ich denke, dass dieses Thema über die heutige Zeit hinaus mehr Spaltung als Einheit bewirken kann und dass wir Wege suchen sollten, unsere Einheit auf Jesus Christus und seine Lehre zu gründen.

Leos Antwort verdeutlicht seinen Plan, die Kirche auch in einer so kontroversen Frage zur Einheit zu führen

Leo weiß, dass selbst unter den progressiven deutschen Bischöfen keine Einigkeit darüber herrscht, wie das Dokument „Der Segen stärkt die Liebe“ umzusetzen ist, mit dem die Bischofskonferenz die liturgische Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften beschlossen hat. Neben Kardinal Marx haben bisher nur 14 der 27 Diözesen es angenommen und umgesetzt, obwohl sie wissen, dass sie damit über die Grenzen der „Fiducia supplicans“ hinausgehen und dass einige ihrer Geistlichen dagegen sind.

Mittwoch, 29. April 2026

Die Katechese

 bei der heutigen Generalaudienz- veröffentlicht von vaticannews 

"WORTLAUT DER KATECHESE: PAPST LEO ZIEHT BEI DER GENERLAUDIENZ  EINE BILANZ SEINER AFRIKAREISE"

Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

Heute möchte ich über die Apostolische Reise sprechen, die ich vom 13. bis 23. April unternommen habe und bei der ich vier afrikanische Länder besucht habe: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea.

Seit Beginn meines Pontifikats habe ich über eine Reise nach Afrika nachgedacht. Ich danke dem Herrn, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, diese Reise als Hirte zu unternehmen, um das Volk Gottes zu treffen und zu ermutigen; und dass ich diese Reise als Botschaft des Friedens in einer historischen Zeit erleben durfte, die von Kriegen und schweren und häufigen Verstößen gegen das Völkerrecht geprägt ist. Mein herzlichster Dank gilt den Bischöfen und den zivilen Behörden, die mich empfangen haben, sowie allen, die an der Organisation mitgewirkt haben.

„Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ist der hl. Augustinus ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit“

Algerien

Die Vorsehung wollte es so, dass die erste Etappe gerade das Land war, in dem sich die Stätten des heiligen Augustinus befinden, nämlich Algerien. So fand ich mich einerseits wieder an den Wurzeln meiner spirituellen Identität und andererseits fand ich mich dabei, sehr wichtige Brücken für die Welt und die Kirche von heute zu schlagen und zu festigen: Die Brücke zur fruchtbaren Epoche der Kirchenväter; die Brücke zur islamischen Welt; die Brücke zum afrikanischen Kontinent.

In Algerien wurde ich nicht nur respektvoll, sondern auch herzlich empfangen, und wir konnten hautnah erleben und der Welt zeigen, dass es möglich ist, als Brüder und Schwestern zusammenzuleben, auch wenn wir unterschiedlichen Religionen angehören, wenn wir uns als Kinder desselben barmherzigen Vaters erkennen.

Darüber hinaus war es eine günstige Gelegenheit, in die Schule des heiligen Augustinus zu gehen: Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ist er ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit. Ein Zeugnis, das heute für Christen und für jeden Menschen wichtiger denn je ist.

In den drei Ländern, die ich anschließend besucht habe, ist die Bevölkerung hingegen überwiegend christlich, und so tauchte ich in eine Atmosphäre des Glaubensfestes und der herzlichen Gastfreundschaft ein, die auch durch die typischen Eigenschaften der Afrikaner begünstigt wurde. Wie meine Vorgänger habe auch ich ein wenig von dem erlebt, was Jesus mit den Menschenmengen in Galiläa widerfuhr: Er sah, dass sie nach Gerechtigkeit dürsteten und hungerten, und verkündete ihnen: „Selig sind die Armen, selig sind die Sanftmütigen, selig sind die Friedensstifter…“ und erkannte ihren Glauben an und sagte: „Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt“ (vgl. Mt 5,1-16).

„Ich bete dafür, dass der Geist der Einheit, der sich während meines Besuchs gezeigt hat, lebendig bleibt“

Generalaudienz

 

                  

Dienstag, 28. April 2026

Nostalgie...


              

Die "Erzbischöfin" von Canterbury & die Pseudosegnungen

Luisella Scrosati kommentiert für LaNuovaBussolaQuotidiana den Besuch der anglikanischen Bischöfin von Canterbury im Vatican. und ist sichtlich "not amused". 
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"MULLALLY IM VATICAN: DIE PSEUDOSEGNUNG, DIE HÄTTE VERMIEDEN WERDEN MÜSSEN"

Bei der Begrüßung des anglikanischen Primas erwähnte Leo XIV. die „neuen Probleme“, die zwischen Rom und Canterbury entstanden seien, von denen eines direkt vor ihm liege: die selbsternannte Erzbischöfin, die gerade erst von der Pseudosegnung nur einen Steinwurf vom Grab des Petrus entfernt zurückgekehrt war, während der sich ein Bischof bekreuzigte, was der sakramentalen Wahrheit widerspricht.

Sarah Mullally, die am 25. März zur Erzbischöfin von Canterbury und Primas der Anglikanischen Kirche ernannt und offiziell in ihr Amt eingeführt wurde, beendet heute, Dienstag, den 28. April, ihre Reise nach Rom. Der Höhepunkt der Pilgerreise war gestern ihr Treffen mit Leo XIV., gefolgt von einem gemeinsamen Gebet in der Kapelle Urbans VIII.

Der Papst, der des sechzigsten Jahrestages der Gemeinsamen Erklärung von Paul VI. und Michael Ramsey gedachte, welche den ökumenischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Anglikanischen Gemeinschaft einleitete, rief dazu auf, „in unseren Gebeten und Bemühungen beharrlich zu sein, jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen, das die Verkündigung des Evangeliums behindert“. Leo XIV. verschwieg jedoch nicht die Schwierigkeit und Komplexität dieses Dialogs: „Obwohl bei historisch strittigen Fragen große Fortschritte erzielt wurden, sind in den letzten Jahrzehnten neue Probleme aufgetreten, die den Weg zur vollen Kirchengemeinschaft schwieriger erkennbar machen. Ich weiß, dass die Anglikanische Gemeinschaft derzeit mit vielen dieser Probleme konfrontiert ist.“

Es ist nicht schwer zu argumentieren, dass eines dieser „neuen Probleme“, die in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind und auch die Anglikanische Gemeinschaft selbst spalten, dem Papst persönlich begegnet ist. Es geht nicht um Frau Mullallys moralische Qualitäten, sondern um die objektive Tatsache, dass ihre Ernennung einen der bedeutendsten Bruchpunkte in der jüngeren Geschichte des ökumenischen Dialogs zwischen der katholischen Kirche und den Anglikanern bedauerlicherweise verfestigt: die Möglichkeit, Frauen die heiligen Weihen zum Diakonat, Presbyterat und Bischofsamt zu spenden.

Die erste Öffnung der Anglikanischen Kirche für die Priesterweihe von Frauen erfolgte mit der Synode von 1987, deren Entscheidung 1992 bestätigt wurde. Doch erst 2008 wurde grünes Licht für die Bischofsweihe von Frauen gegeben, was in weniger als zwanzig Jahren dazu führte, dass die Anglikanische Kirche zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Primas hat. Und ironischerweise, oder, wenn Sie so wollen, durch einen Trick der Vorsehung, sah sich die „Erzbischöfin“ mit einem Papst konfrontiert, der denselben Namen trägt wie derjenige, der 1896 im apostolischen Schreiben Apostolicæ curæ die anglikanischen Ordinationen endgültig für null und nichtig erklärt hatte.

Es scheint jedoch, dass der Vatikan die Tragweite dieser Erklärung und auch die ebenso eindeutige Lehre Johannes Pauls II. zur Unmöglichkeit der Priesterweihe von Frauen nicht vollständig erfasst hat. Das Foto der „Erzbischöfin“, die am Grab des Apostels Petrus segnet, begleitet von Msgr. Flavio Pace, Sekretär des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen seit 2024, der den Kopf neigt und das Kreuzzeichen macht, sorgt für viel Gesprächsstoff. Und das zu Recht.

Es muss ein Kommunikationsproblem im Vatikan geben, nicht nur bei der Segnung selbst. Und zwar ein ziemlich ernstes. Das Dikasterium für die Glaubenslehre hatte mit der Erklärung „Fiducia supplicans“ behauptet, das segnen zu dürfen, was nicht gesegnet werden kann (d. h. gleichgeschlechtliche Paare); nun erlaubt das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen, diejenigen zu segnen, die nicht segnen können. Leo XIV. hatte gerade noch Zeit gehabt, die Notwendigkeit der Weihe des Objekts des Segens wieder in Kraft zu setzen und klarzustellen, dass homosexuelle Paare nicht gesegnet werden können, sondern nur Einzelpersonen. Daraufhin wurde im Vatikan umgehend eine weitere Anordnung erlassen, diesmal bezüglich der Frage, wer den Segen spenden kann.

Natürlich kann auch ein Laie jemanden oder etwas segnen, indem er Gottes Segen erbittet, etwa wenn Eltern ihren Kindern vor dem Schlafengehen oder vor dem Verlassen des Hauses ein Kreuzzeichen geben. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass Frau Mullally die Mutter von Monsignore Pace ist, und es ist offensichtlich, dass die Segensgeste des „Erzbischofs“ eindeutig priesterlich wirkt: Das Bild spricht Bände. Dass sich ein Bischof verbeugt, um Frau Mullallys Segen zu empfangen, stiftet, gelinde gesagt, Verwirrung hinsichtlich Sakramentalien und Weihe, denn für einen gläubigen Katholiken ist diese Geste eindeutig ein priesterlicher Segen. Frau Mullally ist jedoch weder Priesterin noch Bischöfin, und zwar aus zwei äußerst wichtigen Gründen: weil die Weihe einer Frau ungültig ist und weil anglikanische Weihen nichtig sind. Es geht hier nicht um gegenseitigen Respekt oder liturgische Gastfreundschaft, sondern um die Achtung und Bewahrung der Wahrheit des sakramentalen Zeichens. Welche Botschaft wird vermittelt, wenn einer „Bischöfin“ erlaubt wird, im Herzen der katholischen Kirche zu segnen, und wenn sich ein katholischer Bischof vor diesem Segen verneigt?

Die Antwort ist nicht schwer; schwer hingegen ist es, den guten Willen derer zu ergründen, die diese Farce inszeniert haben. Es ist auch schwer zu glauben, dass der Sekretär des Dikasteriums, das sich auf das Dekret „Unitatis Redintegratio“ des Zweiten Vatikanischen Konzils beruft, dessen Schluss nicht gelesen hat: „Dieses heilige Konzil ermahnt die Gläubigen, sich jeglicher Leichtfertigkeit und jeglichen unbesonnenen Eifers zu enthalten, der dem wahren Fortschritt der Einheit schaden könnte. Ihr ökumenisches Handeln kann nur zutiefst und aufrichtig katholisch sein, das heißt, der Wahrheit, die wir von den Aposteln und den Kirchenvätern empfangen haben, treu und im Einklang mit dem Glauben, den die katholische Kirche seit jeher bekannt hat.

Quelle: L. Scrosati, LNBQ

Päpstlicher Besuch

Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews über den gestrigen Besuch des  Hl. Vaters in der Päpstlichen Diplomaten-Akademie.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO WÜRDIGT SEINE DIPLOMATEN-AKADEMIE" 

Papst Leo XIV. hat am Montagabend die Päpstliche Diplomatenakademie besucht. Anlass war das 325-jährige Bestehen der vatikanischen Kaderschmiede.

      
                                   Foto: vatican media

In seiner Ansprache erinnerte der Papst daran, dass eine ganze Reihe seiner Vorgänger – zuletzt Giovanni Battista Montini alias Paul VI. (1963-78) – an der ältesten Diplomatenakademie der Welt die Schulbank gedrückt haben. In dem Bau in der Nähe des römischen Pantheons werden Priester auf eine Arbeit im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls vorbereitet. Die stolze Geschichte der Einrichtung brachte Leo mit der „Katholizität der Kirche“ in Verbindung. Im Lauf der Jahrhunderte habe „eine ununterbrochene Kette von Priestern aus verschiedenen Teilen der Welt nach Kräften zum Aufbau einer Einheit in Christus beigetragen“.

Päpstliche Diplomaten sollten nach dem Dafürhalten des Papstes vor allem „im Dienst an Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit“ stehen. „Auch wenn die Hoffnungen auf Dialog und Versöhnung zu schwinden scheinen und der Friede (…) auf eine harte Prüfung gestellt wird (…), besteht eure Mission darin, Brücken und Kanäle zu sein, durch die die Gnade, die vom Himmel kommt, sich auf Erden einen Weg bahnen kann.“

Brücken und Kanäle sein

Auch als Diplomaten seien sie in erster Linie Seelsorger, mahnte Leo. Und ihr Einsatz gelte nicht nur dem Wohl der Katholiken, sondern „der ganzen Menschheitsfamilie“.

„Dies erfordert von Ihnen, sich für alle Formen der Gerechtigkeit einzusetzen, die dazu beitragen, das jedem Menschen eingeprägte Ebenbild Gottes zu erkennen, wiederherzustellen und zu schützen. Im Kampf für die Menschenrechte – insbesondere für das Recht auf Religionsfreiheit und Leben – appelliere ich daher an Sie, weiterhin den Weg zu weisen – nicht durch Opposition und Forderungen, sondern durch den Schutz der Menschenwürde, die Entwicklung von Völkern und Gemeinschaften und die Förderung internationaler Zusammenarbeit. Nur so können wir einen echten Weg des Friedens beschreiten.“

Die Welt sei gegenwärtig von Spannungen durchzogen, und angesichts der vielen aufbrechenden Konflike könne der Einsatz für Dialog und Versöhnung „unzureichend, ja sogar unnütz“ erscheinen.

„Das darf uns nicht entmutigen! Lasst uns weiterhin voller Zuversicht und ohne Furcht auf Christi Friedensgabe vertrauen. Und seien Sie gewiss, dass Ihr selbstloser Dienst zu jeder Zeit und an jedem Ort stets dazu dienen wird, die Würde jedes Menschen, der nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen ist, zu fördern und zu schützen und das Gemeinwohl voranzubringen.“

Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews

Montag, 27. April 2026

Papst Leo segnet den Grundstein

 für das neue Herz-Zentrum der Gemelli-Klinik

               

Fundstück

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Unter dem Titel 

"PAPST AN ERZBISCHÖFIN MULLABY: GEMEINSAM AUF FRIEDEN HINWIRKEN"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Papst Leo wünscht sich einen starken, gemeinsamen Friedenseinsatz von Christen in der Welt. Dafür müssten sie ihre Spaltungen überwinden, sagte er am Montag vor der neuen Erzbischöfin von Canterbury, die er im Vatikan empfing.

Es war die erste Begegnung zwischen Sarah Mullally, Primas der anglikanischen Staatskirche von England, und Papst Leo im Vatikan. „Friede sei mit Ihnen!“, hieß Leo die Delegation im Vatikan willkommen."  (...)

Quelle: vaticannews