des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienzveröffentlicht bei vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken
"DIE HIERARCHISCHE STRUKTUR DER KIRCHE IST KEIN MENSCHLICHES KONSTRUKT"
"Der hierarchische Aufbau der katholischen Kirche ist nichts Menschengemachtes, sondern kommt von Gott. Das hat Leo XIV an diesem Mittwoch betont.
In der Ansprache bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz beschäftigte sich der Papst mit der Frage, warum die Kirche so ist, wie sie ist. Ausgangspunkt für seine Gedanken war der Text „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65).
„Die katholische Kirche hat ihr Fundament in den Aposteln, die Christus als lebendige Säulen seines mystischen Leibes bestimmt hat, und sie besitzt eine hierarchische Dimension, die im Dienst der Einheit, der Mission und der Heiligung aller Glieder wirkt. Diese heilige Ordnung gründet sich dauerhaft auf die Apostel (vgl. Eph 2,20; Offb 21,14), da sie maßgebliche Zeugen der Auferstehung Jesu sind (vgl. Apg 1,22; 1 Kor 15,7) und vom Herrn selbst in die Welt gesandt wurden (vgl. Mk 16,15; Mt 28,19).“
Bis zur Wiederkunft Jesu
Mit der Absicht, die Heilslehre Jesu treu zu bewahren, hätten die Apostel ihren Dienst an Männer übertragen, die die Kirche nach ihrem Ableben „weiterhin heiligen, leiten und unterweisen“ sollten, so der Papst. Und dieser Prozess – Theologen nennen das „apostolische Sukzession“ – sei immer noch im Gang und gehe weiter bis zur Wiederkunft Jesu.
„Diese apostolische Sukzession, die auf dem Evangelium und der Tradition gründet, wird in Kapitel III von Lumen Gentium … vertieft. Das Konzil lehrt, dass die hierarchische Struktur kein menschliches Konstrukt ist, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient, sondern eine göttliche Einrichtung, die darauf abzielt, den Auftrag, den Christus den Aposteln gegeben hat, bis zum Ende der Zeiten fortzuführen.“
„Das dienende oder hierarchische Priestertum unterscheidet sich wesentlich und nicht nur dem Grad nach vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen“
Leo XIV. führte aus, dass es dem Konzil nicht darum gegangen sei, die institutionellen Elemente der Kirche darzustellen. Vielmehr habe es sich auf das „dienende oder hierarchische Priestertum“ konzentriert, das sich „wesentlich und nicht nur dem Grad nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheide. Über dieses gemeinsame Priestertum aller Getauften hatte der Papst bei seiner letzten Generalaudienz vor einer Woche gesprochen.
Das hierarchische und das allgemeine Priestertum seien – so zitierte Leo aus „Lumen Gentium“ – „miteinander verbunden, da beide, jedes auf seine Weise, am einzigen Priestertum Christi teilhaben“. „Das Konzil befasst sich also mit dem Dienst, der an Männer weitergegeben wird, die mit sacra potestas für den Dienst in der Kirche ausgestattet sind: Es geht insbesondere auf das Bischofsamt ein, dann auf das Priesteramt und auf den Diakonat als Stufen des einzigen Sakraments der Weihe.“
Dienst (und nicht Macht)
Mit dem Adjektiv „hierarchisch“ zeige das Konzil den „heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu“ auf. „Zunächst die Bischöfe und durch sie die Priester und Diakone haben Aufgaben (lateinisch: munera) erhalten, die sie in den Dienst ‚aller, die zum Volk Gottes gehören‘, führen… Lumen Gentium erinnert mehrfach und eindringlich an den kollegialen und gemeinschaftlichen Charakter dieser apostolischen Sendung…“
In dieser Optik sei das Amt, das in der Kirche den Geweihten anvertraut werde, ein Dienst. Unausgesprochen hieß das: Es geht beim Priester- und Bischofsamt, und bei der Hierarchie überhaupt, nicht um Macht."
Quelle: vaticannews