Montag, 16. Februar 2026

Fundstück

In seinem wie immer sehr lesenswerten Montagskick erklärt Peter Winnemöller bei Kathnet das, was er den "Tod der Theologie" nennt. Wie wir z.B schon während des gesamten Pontifikates von Papst Benedikt XVI sehen konnten, haben sich die deutschen Theologischen Fakultäten nie von der wie festzementierten 68-er-Mentalität lösen können, deren politisierte, soziologisierte Theologie bei der jungen Generation keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt.  
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Unter dem Titel: 

       "DER TOD DER THEOLOGIE IN DEUTSCHLAND" 

beginnt der Montagskick so ZITAT

"Jetzt bekommen die deutschsprachigen Fakultäten die Quittung für das Niveau, auf dem gelehrt wird. Wer sich auf ein Theologiestudium einlässt, will nun einmal den Glauben der Kirche studieren und nichts anderes.  

Glaubst Du noch oder hast Du schon Theologie studiert? Diese Frage ist in Deutschland mehr als berechtigt. Die katholischen theologischen Fakultäten und Institute (kleinere akademische Einrichtungen für die Lehrerausbildung) stehen im Ruf alles Mögliche zu lehren, aber keine ernstzunehmende katholische Theologie. Alle aufrechten Dozenten und Professoren – Akademische Räte einmal ausgenommen – wissen längst: in Münster macht man das Kleine Häretikum, in Tübingen das Große. Polemik hin, Polemik her, auch die Fakultäten holt irgendwann die Wirklichkeit ein. Begonnen hat es längst. 

Die jüngsten Studentenzahlen zeigen, die Fakultäten leeren sich. Wo die Leere der Lehre weicht, muss die Frage nach dem Fortbestand gestellt werden."  (...)

Quelle: P. WInnemöller, kath.net

Papst Leo XIV und die Krisen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican  kommentiert A. Gagliarducci wie Papst Leo XIV mit den Krisen umgeht, die er von seinem Vorgänger geerbt hat.                                                  Hier geht´s zum Original:  klicken

                      LEO XIV ABSORBIERT DIE KRISEN

Die angekündigte Begegnung zwischen dem Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Victor Manuel Fernández , und dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bruder Davide Pagliarani, wurde mit großer Spannung erwartet .

Im Vorfeld des Treffens war ihnen jedoch klar, daß ihr Gespräch das erste von vielen sein würde. Es bleibt abzuwarten, wie Leo XIV. eine der ersten Krisen seines Pontifikats bewältigen will.

Es gibt noch viele ungelöste Probleme aus dem Pontifikat von Franziskus – man denke nur an den Fall des Jesuitenbruders Marko Rupnik oder die andauernde Gerichtsverhandlung im Vatikan über die Verwaltung der Gelder des Staatssekretariats – aber die Angelegenheit mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist die erste „frische“ kirchliche Krise der Leo-Ära.

Die Krise der Traditionalisten ist nichts Neues.

Jeder Papst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat sie übernommen, und sein Generalplan ist ein Überbleibsel einer Debatte, die seit vielen Generationen überholt ist .

Paul VI. geriet in einen heftigen Dialog mit dem Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre . Papst Johannes Paul II. musste sich mit der Frage des durch unrechtmäßige Priesterweihen entstandenen Schismas auseinandersetzen, und Benedikt XVI. bot eine liturgische Öffnung an, verlangte aber von der Bruderschaft die Unterzeichnung einer doktrinären Präambel, die die Bruderschaft St. Pius X. nicht akzeptieren konnte (oder zumindest nicht akzeptierte). Franziskus gewährte den Priestern der Bruderschaft Befugnisse und andere Zugeständnisse, unternahm aber nie wirklich Schritte zur Lösung der zugrundeliegenden Probleme.

Leo XIV. muss seinen Weg finden.

Das Treffen am 12. Februar endete erwartungsgemäß mit dem Versprechen auf Dialog und der Drohung, den Dialog zu verweigern. Das Dialogversprechen bezieht sich auf einen theologischen Prozess, der bestimmte Fragen des Zweiten Vatikanischen Konzils, darunter auch jene der Priesterbruderschaft St. Pius X., klären und die grundlegenden Mindestvoraussetzungen für die volle Kirchengemeinschaft definieren soll.

Bei näherer Betrachtung ist dies etwas weniger als die doktrinäre Präambel, deren Unterzeichnung Benedikt XVI. verlangte.

Benedikt XVI. konnte die Auffassung der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht akzeptieren, daß das Konzil ein historisches, aber lediglich pastorales Ereignis gewesen sei und seine Entwicklungen daher angezweifelt oder ignoriert werden könnten . Dies lag nicht daran, daß Benedikt XVI. ein Progressivist war, sondern daran, daß er das „Konzil der Väter“, dessen Unterschied zum „Konzil der Medien“ und die Notwendigkeit, es trotz der veröffentlichten Meinung zu verteidigen, verstand.

Sonntag, 15. Februar 2026

Juditha Triumphans

Jetzt wollen wir das Oratorium aber auch hören...das Antonio Vivaldi unter der Werknummer RV644 komponiert hat.*

          

* habe inzwischen die Aufnahme gegen eine andere, angemessener barocke ausgetauscht

Pastoralbesuch des Hl. Vaters in einer Pfarrgemeinde in Ostia

Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews. über den heutigen Pastoralbesuch des Hl. Vaters in der Gemeinde "Maria Regina Pacis" in Ostia. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PFARREIBESUCH IN OSTIA: DIE PREDIGT DES PAPSTES"

Liebe Brüder und Schwestern

es ist mir eine große Freude, hier zu sein und mit eurer Gemeinschaft die Bedeutung der Geste zu feiern, der der „Sonntag“ seinen Namen verdankt. Er ist „der Tag des Herrn“, weil der auferstandene Jesus in unsere Mitte kommt, uns zuhört und zu uns spricht, uns nährt und uns aussendet. So verkündet uns Jesus im Evangelium, das wir heute gehört haben, ja auch sein „neues Gesetz“: nicht nur eine Lehre, sondern die Kraft, sie auch umzusetzen. Es ist die Gnade des Heiligen Geistes, die sich unauslöschlich in unser Herz einschreibt und die Gebote des Alten Bundes zur Vollendung führt (vgl. Mt 5,17–37).

Durch die Zehn Gebote hatte Gott nach dem Auszug aus Ägypten den Bund mit seinem Volk besiegelt und ihm einen Lebensplan und einen Weg des Heils angeboten. Die „Zehn Worte“ sind also Teil eines Wegs der Befreiung, durch den eine Gruppe getrennter und unterdrückter Stämme zu einem geeinten und freien Volk wird. So erscheinen diese Gebote auf dem langen Weg durch die Wüste wie ein Licht, das den Weg weist; und ihre Einhaltung wird weniger als formale Erfüllung von Vorschriften verstanden und vollzogen, sondern vielmehr als ein Akt der Liebe: als dankbare und vertrauensvolle Antwort auf den Herrn des Bundes. Das Gesetz, das Gott seinem Volk schenkt, steht also nicht im Widerspruch zu seiner Freiheit; vielmehr ist es die Voraussetzung dafür, dass diese Freiheit aufblühen kann.

So laden uns die erste Lesung aus dem Buch Sirach (vgl. 15,16-21) und Psalm 118, mit dem wir auf die Lesung geantwortet haben, dazu ein, in den Geboten des Herrn kein unterdrückendes Gesetz zu sehen, sondern seine Pädagogik für die Menschheit, die sich nach einem Leben in Fülle und Freiheit sehnt.

„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“

In diesem Zusammenhang finden wir am Anfang der Pastoralkonstitution Gaudium et spes einen der schönsten Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils, in dem man gleichsam das Herz Gottes durch das Herz der Kirche schlagen spürt. So sagt das Konzil: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“ (Vat. Konzil II, Past. Konstitution Gaudium et spes, .


Diese Heilsverheißung kommt in der Predigt Jesu überreich zum Ausdruck, die am Ufer des Sees von Galiläa mit der Verkündigung der Seligpreisungen beginnt (vgl. Mt 5,1-12) und sich weiter entfaltet, indem sie den wahren und vollen Sinn des Gesetzes Gottes aufzeigt. Der Herr sagt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein“ (Mt 5,21-22). So verweist Jesus als Weg zur Erfüllung des Menschen auf eine Treue zu Gott, die auf Achtung und Sorge um den anderen in seiner unverletzlichen Würde gründet – eine Haltung, die noch vor Taten und Worten im Herzen heranreifen muss. Denn dort entstehen die edelsten Regungen, aber auch die schmerzhaftesten Entweihungen: Verschlossenheit, Neid, Eifersucht. Wer schlecht über seinen Bruder denkt und böse Gefühle gegen ihn hegt, der hat ihn in seinem Innersten gleichsam schon getötet. Nicht umsonst sagt der heilige Johannes schließlich auch: „Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder“ (1 Joh 3,15).


Wie wahr sind doch diese Worte! Und wenn wir andere auch verurteilen und verachten, so sollten wir uns doch daran erinnern, dass das Böse, das wir in der Welt sehen, genau dort seine Wurzeln hat, wo das Herz kalt und hart wird, keine Barmherzigkeit mehr kennt.

Kriminelle Organisationen, die Menschen ausbeuten...


Das erlebt man auch hier in Ostia, wo leider ebenfalls Gewalt herrscht, die verletzt und um sich greift – bisweilen unter jungen Menschen und Jugendlichen, vielleicht angeheizt durch den Konsum von Drogen, oder durch kriminelle Organisationen, die Menschen ausbeuten, indem sie sie in ihre Verbrechen verwickeln, und mit illegalen und unmoralischen Methoden unlautere Interessen verfolgen.


Hl. Messe

 in der Kirche Santa Maria Regina Pacis in Ostia, heute zelebriert von Papst Leo XIV. 

               

Vivaldis Oratorium "Juditha Triumphans" - Der letzte Sieg der Serenissima

Marco Gallina stellt bei italo.substack.com in einem sehr lesenswerten Beitrag Vivaldis Oratorium Juditha Triumphans vor, das den Sieg der See-Republik Venedig über die Osmanen vor Korfu feiert - eigentlich das Scheitern der türkischen Belagerung, die mit dem erfolglosen Abzug der türkischen Flotte endet. Hier geht´s zum Original: klicken  

unter dem Titel:

"JUDITHA TRIUMPHANS: VIVALDIS ORATORIUM  VOM LETZTEN SIEG"

hier ein wichtiger Ausschnitt aus den Beitrag: ZITAT

(...) "Die Verteidigung von Korfu markiert einen Wendepunkt im achten Türkenkrieg zwischen Osmanen und Venezianern. Die venezianische Flotte erhält Verstärkung aus Spanien, der Toskana, vom Malteserorden und dem Kirchenstaat. Selbst Genua, der alte Rivale, entsendet Schiffe, um Venedig gegen die Osmanen beizustehen. Diese ziehen ihre Flotte angesichts des christlichen Bündnisses zurück. Kurz darauf erreichen die Venezianer die Nachricht, dass die Österreicher, die den Osmanen wenige Wochen zuvor den Krieg erklärt hatten, unter Eugen von Savoyen bei Peterwardein einen herausragenden Sieg errungen haben.

Die Serenissima lässt es sich natürlich nicht nehmen, ihren Triumph propagandistisch zu inszenieren. Der Sieg fesselt die Öffentlichkeit und bestätigt den Mythos der ewigen christlichen Republik. Antonio Vivaldi, die musikalische Verkörperung der venezianischen Musik, komponiert zu diesem Anlass ein Oratorium: Juditha triumphans . Vivaldi – selbst einst Priester – verarbeitet darin das Material aus dem Buch Judith, das seit dem Mittelalter eine bedeutende Rolle in der westlichen Geistesgeschichte spielt. Die jüdische Witwe Judith rettet ihre Heimatstadt vor der Belagerung, indem sie General Holofernes überlistet und ihn anschließend enthauptet."(...)

Quelle: M. Gallina, italo.substack.com

Angelus

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters beim heutigen Angelus-Gebet.  

"PAPST LEO BEIM ANGELUS AM 15. FEBRUAR - DER WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

"Auch heute hören wir aus dem Evangelium einen Teil der „Bergpredigt“ (vgl. Mt 5,17-37). Nachdem er die Seligpreisungen verkündet hat, lädt uns Jesus ein, in die Neuheit des Reiches Gottes einzutreten, und um uns auf diesem Weg zu führen, offenbart er uns die wahre Bedeutung der Gebote des mosaischen Gesetzes: Sie dienen nicht dazu, einem äußerlichen religiösen Bedürfnis nachzukommen, um sich vor Gott gerechtfertigt zu fühlen, sondern dazu, uns in eine Liebesbeziehung mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern eintreten zu lassen. Deshalb sagt Jesus, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz aufzuheben, »sondern um zu erfüllen« (V. 17).

Die Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe, in ihr findet es zu seinem tiefsten Sinn und seiner letzten Bestimmung. Es geht darum, eine „größere Gerechtigkeit” (vgl. V. 20) zu erlangen als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, eine Gerechtigkeit, die sich nicht auf die Einhaltung der Gebote beschränkt, sondern uns für die Liebe öffnet und uns zur Liebe anhält. Jesus untersucht nämlich einige Gebote des Gesetzes, die sich auf konkrete Fälle des Lebens beziehen, und verwendet eine sprachliche Formel – die Antinomien –, um den Unterschied zwischen einer formalen religiösen Gerechtigkeit und der Gerechtigkeit des Reiches Gottes aufzuzeigen: Auf der einen Seite heißt es: »Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist«, und auf der anderen Seite erklärt Jesus: »Ich aber sage euch« (vgl. V. 21-37)

Diese Grundausrichtung ist von großer Bedeutung. Sie sagt uns, dass das Gesetz dem Mose und den Propheten gegeben wurde als Anfang eines Weges zu einem tieferen Verständnis Gottes und seines Plans für uns und die Geschichte, oder – um einen Ausdruck des heiligen Paulus zu verwenden – als Erzieher, der uns zu ihm geführt hat (vgl. Gal 3,23-25). Nun aber ist er selbst, in der Person Jesu, in unsere Mitte gekommen – in ihm, der das Gesetz erfüllt und uns so zu Söhnen des Vaters gemacht hat und der uns die Gnade geschenkt hat, mit ihm als Söhne und Töchter und untereinander als Brüder und Schwestern in Beziehung zu treten

Brüder und Schwestern, Jesus lehrt uns, dass wahre Gerechtigkeit Liebe ist und dass wir in jedem Gebot des Gesetzes ein Erfordernis der Liebe erkennen müssen. Denn es reicht nicht aus, einen Menschen nicht physisch zu töten, wenn ich ihn dann mit Worten töte oder seine Würde nicht respektiere (vgl. V. 21-22). Ebenso reicht es nicht aus, formal dem Ehepartner treu zu sein und keinen Ehebruch zu begehen, wenn in dieser Beziehung gegenseitige Zuwendung, Zuhören, Achtung, Fürsorge und das gemeinsame Voranschreiten in einem gemeinsamen Projekt fehlen (vgl. V. 27-28.31-32). Zu diesen Beispielen, die Jesus selbst uns gibt, könnten wir noch weitere hinzufügen. Das Evangelium vermittelt uns diese wertvolle Lehre: Es reicht nicht aus, ein Mindestmaß an Gerechtigkeit zu üben, sondern es bedarf einer großen Liebe, die durch die Kraft Gottes möglich ist.

Lasst uns gemeinsam die Jungfrau Maria anrufen, die der Welt Christus geschenkt hat, denjenigen, der das Gesetz und den Heilsplan erfüllt: Möge sie für uns Fürsprache einlegen und uns helfen, in die Logik des Reiches Gottes einzutreten und seine Gerechtigkeit zu leben."

Quelle: vaticannews

In illo tempore

In seinem heutigen Beitrag für OnePeterFive zur Bedeutung der Sonntage im Kirchenjahr befaßt sich Father John Zuhlsdorf mit der Liturgie des Quagesima-Sonntags Hier geht´s zum Original:  klicken

IN ILLO TEMPORE: DER QUINQUAGESIMA SONNTAG

Der Kontext ist wichtig. Wir befinden uns in der „Gesima“-Zeit, der Vorfastenzeit, einer Zeit der Vorbereitung auf Ostern. Die Heilige Kirche erinnert uns mit dem nüchternen mütterlichen Realismus einer, die die menschliche Natur kennt, daran, dasß Verpflichtungen fällig werden. Nach diesem „Sonntag im Fünfzigsten“, Quinquagesima, kommt in drei Tagen der Aschermittwoch und der Beginn der „Vierzigsten“, der Fastenzeit oder Quadragesima. Die Fastenzeit kann den aufmerksamen Christen nicht überrumpeln. In der Vorfastenzeit können wir spüren, wie die Heilige Kirche die Schnürsenkel festzieht, die Riemen überprüft, uns die Feldflasche reicht und mit einem Finger, der nicht zittert, auf die Karte zeigt. Der Gipfel ist Jerusalem, und jenseits von Jerusalem das Pascha

Diese Zeit ist seit Langem als Fastnacht bekannt, abgeleitet von „vergeben“, also beichten und von Todsünden befreit werden. Die Sprache spiegelt Gewohnheit wider. „Fastnacht“ wurde nicht nur mit der Absolution, sondern auch mit Festlichkeit in Verbindung gebracht, da der Begnadigte nun frei war, sich zu freuen. Daher rührt auch der sinnlichere Name „Karneval“, abgeleitet von „ carne-vale“ . Lateinisch „ vale“ bedeutet „Abschied“. Karneval heißt also „Fleisch ade“. In einer Zeit, in der die Fastenzeit als Verzicht auf Fleisch und tierische Fette während der gesamten Fastenzeit verstanden wurde, leerten die Haushalte ihre Vorräte. Am „Fastmontag“ wurde der Speck verzehrt. Am „Fastdienstag“, auch „Fetter Dienstag“ oder Mardi Gras genannt , wurden Butter und Fett für Pfannkuchen verbraucht. Es ging nicht um Genuss um seiner selbst willen, wie es Mardi Gras heute weithin ist, sondern vielmehr um den geordneten Abschluss einer Lebensweise und die bewusste Vorbereitung auf eine neue. 

Die Pädagogik der Kirche bleibt bestehen, auch wenn sie dem modernen Empfinden widerspricht. Die Fastenzeit hat begonnen. Das ist angesichts der Vorfastenzeit keine Überraschung. Die Beichte ist zwar Pflicht , aber eigentlich auch keine Option, oder? Geh zur Beichte. 

Die Kirche kennzeichnet diese vorbereitenden Sonntage mit unmissverständlichen Zeichen. Das „Halleluja“ verschwindet aus der Liturgie und kehrt erst in der Osternacht wieder. Violette Bußgewänder schmücken den Altarraum. Der Kreuzweg verortet die Sonntage geografisch, historisch und pädagogisch. Am Septuagesima begibt sich die Gemeinde nach St. Laurentius vor den Mauern, zum Grab des Diakons Laurentius, der auf einem Rost verbrannt wurde. Am Sexagesima versammelt sie sich in St. Paul vor den Mauern, wo der Apostel nach seinem Martyrium durch das Schwert ruht. 

An Quinquagesima überquert sie den Tiber und steigt den Vatikanischen Hügel hinauf zum Grab des Petrus, der kopfüber gekreuzigt wurde, nahe dem Circus des Caligula. Diese Messformeln lassen sich mindestens bis zu Gregor dem Großen († 604) zurückverfolgen. Sie entstanden in Zeiten von Pest und Invasionen. Sie sind nüchtern und auf Erfahrung beruhend, nicht auf einer künstlich zusammengebastelten Theorie von Liturgiewissenschaftlern. Die Kirche führt uns zu den Gebeinen derer, die bis zum Tod treu blieben, damit unsere Fastenzeit nicht in Abstraktion versinkt. Zumindest tut sie dies im Vetus Ordo: Die Kreuzwegandachten wurden aus dem nachkonziliaren Missale Romanum entfernt. 

Samstag, 14. Februar 2026

Papst Leo: Audienz für die Miseriocordie-Gruppen

 Mario Galgano kommentiert bei vaticannews die heutige Begegnung des Papstes mit Mitgliedern der "Miseriocordie-Gruppen" . Die erste Bruderschaft, die Kranke pflegte und Tote würdig bestattete,  war 1244 in Florenz gegründet worden. Heute ist die Confederazione Nazionale delle Misericordie d'Italia ein riesiges Netzwerk von Freiwilligen, die in ganz Italien (und darüber hinaus) Rettungsdienste, Krankentransporte, soziale Hilfe und Katastrophenschutz leisten.  
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Unter dem Titel:

PAPST LEO XIV WÜRDIGT DIE MISERICORDIE-GRUPPEN ALS "BAUM DER BARMHERZIGKEIT" 

beginnt der Kommentar so- ZITAT:

"Papst Leo XIV. hat an diesem Samstagmittag die Mitglieder der „Misericordie-Gruppen“ empfangen. Er würdigte ihre jahrhundertealte Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, und betonte die untrennbare Verbindung zwischen christlicher Spiritualität und konkreter Nächstenliebe. Besonders hob das Kirchenoberhaupt die Innovationskraft der Bewegung hervor, die sich seit Jahrhunderten an die Nöte der jeweiligen Zeit anpasst.

„Die Misericordie haben eine jahrhundertealte Geschichte, die ihre Wurzeln im Mittelalter hat“, begann der Papst seine Ansprache. Er skizzierte drei Dimensionen, die das Leben dieser christlichen Laien prägen: Spiritualität, Nächstenliebe (Caritas) und die Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Gegenwart." (...)  

Quelle M. Galgano, vaticannews

Weil es so schön ist...

 Karneval in Venedig....



Freitag, 13. Februar 2026

Die päpstliche Fastenbotschaft im Wortlaut

veröffentlicht bei vatican.va  klicken

       "DIE FASTENBOTSCHAFT 2026 IM WORTLAUT" 

Botschaft des Hl. Vaters für die Fastenzeit 2026

Zuhören und fasten.

Die Fastenzeit als Zeit der Umkehr

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.

Jeder Weg der Umkehr beginnt, wenn wir uns vom Wort Gottes erreichen lassen und es mit fügsamem Geist annehmen. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen der Gabe des Wortes Gottes, dem Raum der Gastfreundschaft, den wir ihm bieten, und der Verwandlung, die es bewirkt. Aus diesem Grund wird der Weg der Fastenzeit zu einer günstigen Gelegenheit, auf die Stimme des Herrn zu hören und die Entscheidung zu erneuern, Christus zu nachzufolgen und mit ihm den Weg nach Jerusalem zu gehen, wo sich das Geheimnis seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung erfüllt.

Zuhören

In diesem Jahr möchte ich zunächst darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dem Wort durch das Zuhören Raum zu geben, denn die Bereitschaft zuzuhören ist das erste Anzeichen für den Wunsch, mit dem anderen in Beziehung zu treten.

Gott selbst zeigt, als er sich Mose aus dem brennenden Dornbusch offenbart, dass das Zuhören ein Wesenszug seines Seins ist: »Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört« (Ex 3,7). Das Hören auf den Schrei der Unterdrückten ist der Beginn einer Geschichte der Befreiung, in die der Herr auch Mose einbezieht, indem er ihn aussendet, um seinen versklavten Kindern einen Weg des Heils zu eröffnen.

Er ist ein Gott, der miteinbezieht und heute auch auf uns zukommt, mit den Gedanken, die sein Herz bewegen. Deshalb erzieht uns das Hören auf das Wort in der Liturgie zu einem aufmerksameren Hören auf die Wirklichkeit: Die Heilige Schrift befähigt uns, unter den vielen Stimmen, die unser persönliches und gesellschaftliches Leben durchziehen, jene Stimme zu erkennen, die aus Leid und Ungerechtigkeit hervorgeht, damit sie nicht unbeantwortet bleibt. Sich auf diese innere Haltung der Empfänglichkeit einzulassen bedeutet, sich heute von Gott anleiten zu lassen, so zu hören wie Er, bis wir erkennen: »Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei, der in der Geschichte der Menschheit unser eigenes Leben, unsere Gesellschaften, die politischen und wirtschaftlichen Systeme und nicht zuletzt auch die Kirche beständig hinterfragt«.  

Fasten

Wenn die Fastenzeit eine Zeit des Zuhörens ist, dann ist das Fasten eine konkrete Praxis, die uns für die Aufnahme des Wortes Gottes bereit macht. Der Verzicht auf Nahrung ist in der Tat eine sehr alte und unersetzliche asketische Übung auf dem Weg der Umkehr. Gerade weil sie den Körper miteinbezieht, lässt sie uns deutlicher das erkennen, wonach wir „hungern” und was wir für unsere Ernährung als wesentlich erachten. Sie dient also dazu, die „Appetite” zu unterscheiden und zu ordnen, den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit wachzuhalten, ihn vor der Resignation zu bewahren und so zu lenken, dass er zum Gebet und zur Verantwortung für den Nächsten wird.

Der heilige Augustinus lässt mit spiritueller Feinfühligkeit die Spannung zwischen der Gegenwart und der zukünftigen Erfüllung erkennen, die dieses Hüten des Herzens durchzieht, wenn er anmerkt: »Im Laufe des irdischen Lebens ist es Aufgabe der Menschen, nach Gerechtigkeit zu hungern und zu dürsten, aber davon gesättigt zu werden, gehört zum anderen Leben. Die Engel sättigen sich an diesem Brot, an dieser Speise. Die Menschen hingegen hungern danach, sie sehnen sich alle danach. Dieses Streben nach Sehnsucht erweitert die Seele, vergrößert ihre Fassungskraft« In diesem Sinne verstanden, ermöglicht uns das Fasten nicht nur, das Verlangen zu disziplinieren, es zu reinigen und freier zu machen, sondern auch, es zu erweitern, so dass es sich an Gott wendet und sich darauf ausrichtet, Gutes zu tun.

Damit das Fasten jedoch seine dem Evangelium entsprechende Wahrheit bewahrt und der Versuchung eines stolzen Herzens entgeht, muss es stets in Glaube und in Demut gelebt werden. Es erfordert, in der Gemeinschaft mit dem Herrn verwurzelt zu bleiben, denn »wer sich nicht mit dem Wort Gottes nährt, fastet nicht wirklich«.  Als sichtbares Zeichen unseres inneren Bemühens, uns mit Hilfe der Gnade von der Sünde und dem Bösem abzuwenden, muss das Fasten auch andere Formen der Entsagung umfassen, die uns zu einem einfacheren Lebensstil führen sollen, denn »nur die Askese macht das christliche Leben stark und authentisch«. 

Ich möchte euch daher zu einer sehr konkreten und oft wenig geschätzten Form des Verzichts einladen, nämlich zum Verzicht auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken. Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien, in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen.

Gemeinsam

Schließlich hebt die Fastenzeit die gemeinschaftliche Dimension des Hörens auf das Wort Gottes und des Fastens hervor. Auch die Heilige Schrift betont diesen Aspekt auf vielfältige Weise. Zum Beispiel, wenn im Buch Nehemia erzählt wird, dass sich das Volk versammelte, um der öffentlichen Lesung des Buches der Weisung des Herrn zuzuhören, und sich durch Fasten auf das Bekenntnis des Glaubens und die Anbetung vorbereitete, um den Bund mit Gott zu erneuern (vgl. Neh 9,1-3).

Ebenso sind unsere Pfarreien, Familien, kirchlichen Gruppen und Ordensgemeinschaften aufgerufen, in der Fastenzeit einen gemeinsamen Weg zu gehen, auf dem das Hören auf das Wort Gottes und auf den Schrei der Armen und der Erde zur Form des gemeinsamen Lebens wird und das Fasten echte Reue fördert. So gesehen betrifft die Umkehr nicht nur das Gewissen des Einzelnen, sondern auch den Stil der Beziehungen, die Qualität des Dialogs, die Fähigkeit, sich von der Wirklichkeit hinterfragen zu lassen und zu erkennen, was das Verlangen wirklich leitet, sowohl in unseren kirchlichen Gemeinschaften als auch in der nach Gerechtigkeit und Versöhnung dürstenden Menschheit.

Liebe Brüder und Schwestern, bitten wir um die Gnade einer Fastenzeit, die unser Ohr aufmerksamer macht für Gott und die Geringsten. Bitten wir um die Kraft eines Fastens, das auch die Sprache betrifft, damit die Worte, die verletzen, weniger werden und der Stimme der anderen mehr Raum bleibt. Und bemühen wir uns, dass unsere Gemeinschaften zu Orten werden, wo der Schrei der Leidenden Gehör findet und das Zuhören Wege der Befreiung schafft, sodass wir bereit und eifrig am Aufbau der Zivilisation der Liebe mitwirken.

                         Von Herzen segne ich euch und euren Weg in der Fastenzeit.

Quelle: vatican.va

Erste Fastenbotschaft des Hl. Vaters

Mario Galgano kommentiert bei vaticannews. die erste Fastenbotschaft des Pontifikates, die heute in Rom veröffentlicht wurde. Hier geht´s zum Original: klicken

"PAPST LEO XIV STELLT DAS "ZUHÖREN" IN DEN MITTELPUNKT DER FASTENZEIT"
In seiner ersten Fastenbotschaft als Pontifex hat Papst Leo XIV. zu einer tiefgreifenden Umkehr aufgerufen, die über den klassischen Verzicht auf Nahrung hinausgeht. In dem an diesem Freitag veröffentlichten Dokument mit dem Titel „Zuhören und fasten“ fordert das Kirchenoberhaupt eine „Entwaffnung der Sprache“ und ein geschärftes Gehör für den „Schrei der Armen“.

Für den Papst beginnt der Weg der christlichen Umkehr nicht mit Aktionismus, sondern mit Stille. Das Zuhören sei das erste Anzeichen für den Wunsch, mit anderen in Beziehung zu treten. Leo XIV. zieht dabei eine Parallele zur biblischen Exoduserzählung: So wie Gott das Elend seines Volkes in Ägypten hörte, müsse auch die Kirche heute lernen, die Stimmen derer wahrzunehmen, die unter Ungerechtigkeit leiden.

„Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei“

Der Papst findet deutliche Worte für die soziale Verantwortung der Gläubigen. „Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei, der in der Geschichte der Menschheit unser eigenes Leben, unsere Gesellschaften, die politischen und wirtschaftlichen Systeme und nicht zuletzt auch die Kirche beständig hinterfragt“, schreibt der Pontifex. Das Hören auf Gottes Wort in der Liturgie müsse die Menschen dazu befähigen, in der Kakofonie des Alltags jene Stimmen zu erkennen, die aus Not hervorgehen.

Fasten als Schule der Sehnsucht

Beim Thema Fasten greift Leo XIV. auf die Gedanken des heiligen Augustinus zurück. Der Verzicht auf Nahrung sei kein Selbstzweck, sondern eine asketische Übung, um die eigenen „Appetite“ zu ordnen. Er helfe dabei, den „Hunger nach Gerechtigkeit“ wachzuhalten. „Wer sich nicht mit dem Wort Gottes nährt, fastet nicht wirklich“, stellt der Papst klar. Nur eine authentische Askese mache das christliche Leben stark

Aufruf gegen verbale Gewalt

Ein besonderer Akzent der Botschaft liegt auf der Kommunikation im digitalen und politischen Raum. Leo XIV. lädt zu einer „wenig geschätzten Form des Verzichts“ ein: dem Verzicht auf verletzende Worte.

„Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende (...) und Verleumdungen verzichten“, appelliert der Papst. Dieser Verzicht solle alle Lebensbereiche durchdringen – von der Familie über den Arbeitsplatz bis hin zu den sozialen Medien und politischen Debatten. Ziel sei es, dass „Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen“.

Gemeinsamer Weg statt individueller Leistung

Abschließend betont der Papst die gemeinschaftliche Dimension der Fastenzeit. Umkehr betreffe nicht nur das individuelle Gewissen, sondern den Stil der Beziehungen und die Qualität des Dialogs in der gesamten Menschheit. Er schließt mit dem Gebet um eine Fastenzeit, die „unser Ohr aufmerksamer macht für Gott und die Geringsten“.

Quelle: M. Galgano, vaticannews. 

Die FSSPX-Bischofsweihen: Dialog oder Schisma?

Wie Luisella Scrosati kommentiert für La Nuova Bussola Quotidiana das Ergebnis des Gespräches, das der  Generalobere der FSSPX mit der  Glaubensdicasteiurm mitgebracht hat: die vorgesehenen Bischofsweihen auszusetzen, um den Dialog fortsetzen zu können. Und sie erklärt, warum die von vielen Kommentatoren herangezogenen Analogien in diesem Fall nicht passen. 
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"ROM - ÉCÔNE: ORDINATIONEN AUSSETZEN, UM DEN DIALOG FORTZUSETZEN"

Nach seinem Treffen mit Kardinal Fernández brachte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. einen Vorschlag für eine theologische Diskussion und die Bitte mit, keine neuen Bischöfe ohne päpstliches Mandat zu weihen. Dies ist der erste Schritt (oder besser gesagt, der erste, den man nicht gehen sollte) an der Scheidewegstelle zwischen Schisma und der schrittweisen Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft. 

Der Heilige Stuhl bekräftigt erneut seine Offenheit gegenüber der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit dem vorläufigen Vorschlag für eine strukturierte Diskussion über bestimmte Glaubensfragen. „Ziel ist es, in den besprochenen Themen die Mindestvoraussetzungen für die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche hervorzuheben und folglich die kanonische Satzung der Bruderschaft sowie weitere zu erörternde Aspekte darzulegen.“

Dies ist der Kern der Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre zum gestrigen Treffen vom 12. Februar zwischen dem Präfekten, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Bruderschaft St. Pius X., Pater Davide Pagliarani. Als Voraussetzung für diese Diskussion wurde Pagliarani gebeten, „dass die Bruderschaft ihre Entscheidung über die angekündigten Bischofsweihen aussetzt“. Pater Pagliarani wird diesen Vorschlag dem Bruderschaftsrat vorlegen, der entscheiden wird, ob er den 1. Juli als Termin bestätigt oder den Vorschlag des Dikasteriums annimmt. Der Vorschlag, der nicht , wie von Pater Pagliarani erhofft, den Status quo der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) bestätigen , sondern den Lefebvrianern eine kanonische Konstellation bieten soll, die ihre rechtlichen Bindungen zur Kirche wiederherstellt, soll erörtert werden.

Zu den möglichen Diskussionspunkten gehören der Unterschied zwischen einem Glaubensakt und einer „religiösen Unterwerfung des Geistes und Willens“, die verschiedenen Grade der Zustimmung, die die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils fordern, sowie weitere Themen, die die FSSPX in einem Schreiben vom 17. Januar 2019 angesprochen hat. Die Liturgie wird nicht explizit erwähnt.

Während des Treffens bekräftigte der Heilige Stuhl, dass die Bischofsweihe ohne das Mandat des Heiligen Vaters einen entscheidenden Bruch der kirchlichen Gemeinschaft (ein Schisma) mit schwerwiegenden Folgen für die gesamte Bruderschaft bedeuten würde. Die Erklärung bezieht sich in diesem Zusammenhang sowohl auf das Apostolische Schreiben Ecclesia Dei , mit dem Johannes Paul II. den schismatischen Akt von Erzbischof Marcel Lefebvre und Erzbischof Antonio de Castro Mayer vom 30. Juni 1988 verurteilte, als auch auf die Erläuterungen des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte unter dem Vorsitz von Kardinal Julián Herranz (1996), in denen klargestellt wurde, „dass es niemals nötig ist, Bischöfe gegen den Willen des Papstes, des Oberhaupts des Bischofskollegiums, zu weihen. Dies würde nämlich bedeuten, dass man der Kirche ‚dienen‘ könnte, indem man ihre Einheit in Angelegenheiten angreift, die die Grundlagen dieser Einheit betreffen.“ (Wichtiger Artikel von Pater de Blignières)

Die Glaubenskongregation schlägt der FSSPX Gespräche vor


Wie CNA berichtet hat der Präfekt der Glaubenskongregation Fernandez in einem Gespräch mit
dem Generaloberen der FSSPX einerseits die Gesprächsbereitschaft des Hl. Stuhls bekräftigt und andererseits vor Bischofsweihen ohne Mandat des Hl. Vaters gewarnt, die zu einem Bruch der kirchlichen Gemeinschaft - einem Schisma- führen würde. 
Hier geht´s zum Original: klicken
Der Hl. Stuhl hat ein offizielles Comunique zu dem Treffen herausgegeben: klicken

Unter dem Titel:

"DER HEILIGE STUHL SCHLÄGT DER SANKT PIUS X-BRUDERSCHAFT EINEN THEOLOGISCHEN DIALOG VOR"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"An diesem Donnerstag, 12. Februar, fand im vatikanischen Dikasterium für die Glaubenslehre ein Gespräch
des Glaubens-Präfekten Kardinal Victor Manuel Fernandez mit dem Generaloberen der Priesterbruderschaft  FSSPX, Don Davide Pagliarani, statt.

In einer anschließenden Mitteilung des Dikasteriums für die Glaubenslehre ist von einem „freund-
lichen und aufrichtigen Treffen“ die Rede, dem der Papst zugestimmt habe.

Es seien einige Punkte geklärt worden, die die Pius-Bruderschaft in Briefen vorgebracht habe, insbesondere im Zeitraum 2017 bis 2019, darunter etwa die Frage des göttlichen Willens hinsicht-
lich der Pluralität der Religionen." (...)

Quelle:CNA

Donnerstag, 12. Februar 2026

Die Angst, das Turiner Grabtuch könnte echt sein....

Es hat nicht lange gedauert, bis der Autor der Flachrelief-Hypothese Cicero Moraes versucht hat, die Kritik an seiner Beweisführung zu widerlegen, wobei er wie die Turiner Grabtuch -Experten nachweisen, geflissentlich alle neueren Erkenntnisse (Blutspuren, Sporen& Samenreste in den Leinenfasern etc) außer Acht läßt. Dazu hat Emanuela Marinelli in La Nuova Bussola Quotidiana einen kritischen Kommentar veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"EINE UNBEDEUTENDE STUDIE VERSUCHT, DAS HEILIGE GRABTUCH ZU DISKREDITIEREN"
Cicero pro domo: Cicero Moraes greift seine im letzten Sommer aufgestellte Behauptung wieder auf, das Bild des Heiligen Grabtuchs sei das Ergebnis eines Flachreliefs. Diese These ist unbegründet, ebenso wie seine ungeschickte Antwort, die die Forschung anderer ignoriert und verzerrt, um die unbequeme Wahrheit zu leugnen.

Wir haben die Schlagzeile des letzten Sommers nicht vergessen: die Nachricht, dass das Bild auf dem Turiner Grabtuch durch ein Flachrelief entstanden sei. Diese Forschung hat jedoch kaum, wenn nicht gar keine Bedeutung. Wir haben sie damals, am 4. August diskutiert, weil diese Studie 
erstaunlicherweise in der renommierten Fachzeitschrift „Archaeometry “ der Universität Oxford veröffentlicht wurde – jener Zeitschrift, in der 2019 auch unsere endgültige Widerlegung der mittelalterlichen Datierung des Grabtuchs erschien .

Es hat nicht lange gedauert, bis der Autor der Flachrelief-Hypothese Cicero Moraes versucht hat, die Kritik an seiner Beweisführung zu widerlegen, wobei er wie die Turiner Grabtuch -Experten nachweisen, geflissentlich alle neueren Erkenntnisse (Blutspuren, Sporen& Samenreste in den Leinenfasern etc) außer Acht läßt. Dazu hat La Nuova Bussola Quotidiana einen kritischen Kommentar veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"EINE UNBEDEUTENDE STUDIE VERSUCHT DAS HEILIGE GRABTUCH ZU DISKREDITIEREN"
Cicero pro domo: Cicero Moraes greift seine im letzten Sommer aufgestellte Behauptung wieder auf, das Bild des Heiligen Grabtuchs sei das Ergebnis eines Flachreliefs. Diese These ist unbegründet, ebenso wie seine ungeschickte Antwort, die die Forschung anderer ignoriert und verzerrt, um die unbequeme Wahrheit zu leugnen.

Wir haben die Schlagzeile des letzten Sommers nicht vergessen: die Nachricht, dass das Bild auf dem Turiner Grabtuch durch ein Flachrelief entstanden sei. Diese Forschung hat jedoch kaum, wenn nicht gar keine Bedeutung. Wir haben sie damals, am 4. August diskutiert, weil diese Studie 
erstaunlicherweise in der renommierten Fachzeitschrift „Archaeometry “ der Universität Oxford veröffentlicht wurde – jener Zeitschrift, in der 2019 auch unsere endgültige Widerlegung der mittelalterlichen Datierung des Grabtuchs erschien .

Wir haben einen von mir, Tristan Casabianca und Alessandro Piana, drei Experten für das Turiner Grabtuch verfaßten Kommentar zur Veröffentlichung an die Zeitschrift Archaeometry gesendet . In dem Beitrag haben wir einige inakzeptable Punkte in Cicero Moraes' Arbeit hervorgehoben und den schwerwiegendsten unterstrichen: Er hat bewusst nicht alle Aspekte des Grabtuchs berücksichtigt. Er ignoriert die in Fachzeitschriften veröffentlichten Studien namhafter Wissenschaftler . Er berücksichtigt weder Untersuchungen zu Aspekten, die nicht die Entstehung des Bildes betreffen, wie Mikrospuren und Blut, noch Forschungen zum Ursprung des Bildes. In diesem Zusammenhang stellt er die Echtheit des Grabtuchs in Frage und beansprucht, das letzte Wort zu haben. Diese Arroganz ist wissenschaftlich inakzeptabel. Es ist absurd, ein so komplexes Objekt wie das Grabtuch zu untersuchen, ohne die Ergebnisse vorheriger Forschungen anzuerkennen.