Montag, 16. März 2026

Papst Leo XIV: Ernennungen und erste Entscheidungen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci Papst Leos  jüngste Entscheidungen. Hier geht´s zum Original:  klicken

                 "LEO XIV - DIE ERSTEN SCHRITTE"

Der Umzug Leos XIV in das Päpstliche Appartamento fällt mit einer wichtigen Ernennung zusammen.

Kardinal Konrad Krajewski wurde zum Erzbischof von Lodz ernannt. Dieser Schritt beendet seine mehr als 30-jährige Angehörigkeit zum Vatican Vor allem verläßt er die Leitung des Amtes der Apostolischen Almosinerie.

An seine Stelle  hat Leo XIV einen Augustiner, Bischof Luis Martin de San Martin berufen. dem jetzt den Titel eines Erzbischofs verliehen wird. Bisher war Marin des San Martin Unterseketär der Bischofssynode gewesen. Dre Papst verleiht ihm den Titel eines Erzbischofs - den Titel, der einem Almosenier zusteht,

Dieser Wechsel ist verschiedenen Gründen wichtig, weil jede einzelne eine Änderung der Zugehensweise markiert

Der erste Grund betrifft die Zusammensetzung des Teams des Papstes. Ein Augustiner wird zum Almosenier und Leiter des Dikasteriums der Nächstenliebe ernannt, wodurch die Augustiner in der Päpstlichen Familie gestärkt werden. Auch die Sakristei des Petersdoms und die Pfarrei Sant’Anna im Vatikan werden den Augustinern anvertraut. Leo XIV. ernennt einen weiteren Augustiner und erweckt so den Eindruck, eine eigene päpstliche Familie zu formen, die dieselbe Sprache und dasselbe Wissen teilt. In einem zukünftigen Übergang könnte der Papst das Amt des Almoseniers wieder zu einem persönlichen Amt anstatt zu einem Kurien-Dikasterium machen und damit zur alten Tradition der päpstlichen Nächstenliebe zurückkehren und sie von Bürokratie befreien.

Der Almosenier sitzt bei Staatsbesuchen links vom Papst, der Präfekt des Päpstlichen Haushalts rechts. Dieses Amt war unter Papst Franziskus vakant, könnte aber bald von Erzbischof Petar Rajić, dem Nuntius in Italien, besetzt werden.

Pastoralbesuch in einer Gemeinde

der Diözese des Bischofs von Rom: Papst Leo XIV in der Pfarrgemeinde Il Sacro Cuore di Gesu in
Ponte Mammolo- am 4. Sonntag der Fastenzeit - Laetare.     

            

Sonntag, 15. März 2026

Wortlaut der Predigt des Hl. Vaters

 Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo XIV bei seinem Pastoralbesuch in der Kirche Sacro Cuore di Gesu im römischen Stadtteil Ponte Mammolo gehalten hat. 

                                                    "Liebe Brüder und Schwestern",

unsere Eucharistiefeier ist heute mehr denn je von Freude geprägt. Die Schönheit unserer Begegnung fügt sich nämlich in den Kontext des Sonntags ein, der den Namen ‚Laetare‘ trägt: ‚Freue dich‘, nach den Worten des Propheten Jesaja: ‚Freue dich, Jerusalem‘ (Introitus, vgl. Jes 66,10).

Das gibt uns zu denken. Weltweit leiden derzeit viele unserer Brüder und Schwestern unter gewaltsamen Konflikten, die durch den absurden Anspruch ausgelöst werden, Probleme und Meinungsverschiedenheiten durch Kriege lösen zu können, statt im Namen des Friedens unermüdlich den Dialog zu suchen. Manche versuchen sogar, den Namen Gottes in diese Entscheidungen, die Tod bringen, hineinzuziehen – doch Gott lässt sich nicht von der Finsternis vereinnahmen. Er kommt vielmehr immer, um der Menschheit Licht, Hoffnung und Frieden zu schenken. Und eben diesen Frieden müssen jene suchen, die ihn anrufen.

Das ist die Botschaft dieses Sonntags: Ganz gleich, in welchen Abgrund der Mensch wegen seiner Sünden auch fallen mag – Christus kommt, um ein helleres Licht zu bringen: Ein Licht, das den Menschen von der Blindheit des Bösen befreit, damit er ein neues Leben beginnen kann.

So kann man die Begegnung zwischen Jesus und dem Blindgeborenen (vgl. Joh 9,1–41) ja auch tatsächlich mit der Szene einer Geburt vergleichen: wie ein Kind, das das Licht der Welt erblickt, entdeckt der Geheilte eine neue Welt, in der er sich selbst, die anderen und das Leben mit den Augen Gottes sieht (vgl. 1Sam 16,9).

Mit den Augen Gottes sehen.. 
Fragen wir uns also: Worin besteht dieser Blick? Was offenbart er? Was bedeutet es, „mit den Augen Gottes zu sehen“?

Dem Evangelisten Johannes zufolge bedeutet es vor allem, die Vorurteile derer zu überwinden, die in einem leidenden Menschen einen Ausgestoßenen sehen, für den man nur Verachtung übrighat – oder ein Problem, dem man besser aus dem Weg geht, indem man sich in der Trutzburg eines egoistischen Individualismus verschanzt. Wie oft hört man Sätze wie: „Solange alles gut lief, waren die Freunde zahlreich; in der Stunde der Prüfung aber sind viele gegangen, einfach verschwunden!“ Jesus handelt nicht so: Er blickt den Blinden mit Liebe an, sieht in ihm kein minderwertiges Wesen, keine Last, sondern einen geliebten Menschen, der Hilfe braucht. Und so wird ihre Begegnung zu einer Gelegenheit, die in allen das Wirken Gottes offenbart.

In diesem ‚Zeichen‘, in diesem Wunder, offenbart Jesus seine göttliche Macht. Und der Mensch, der gleichsam die Gesten der Schöpfung noch einmal durchläuft – den Lehm, den Speichel –, zeigt wieder seine ganze Schönheit und Würde als Geschöpf, das nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurde. Indem der Blindgeborene sein Augenlicht zurückgewinnt, wird er zum Zeugen des Lichts.

Gewiss, das ist mit Mühe verbunden: Er muss sich an viele Dinge gewöhnen, die er bisher nicht kannte; er muss lernen, Farben und Formen zu unterscheiden, seine Beziehungen neu zu ordnen – und das ist nicht leicht. Im Gegenteil: die Feindseligkeit um ihn herum wächst, man provoziert ihn, und nicht einmal seine Eltern haben den Mut, ihn zu verteidigen (vgl. Joh 9,18–23). Absurderweise scheint es fast so, als wollten jene, die ihm nahestehen, das Geschehene ungeschehen machen. Und nicht nur das: Bei dem Verhör, dem der Blinde, der nun sehen kann, unterzogen wird, wird vor allem Jesus der Prozess gemacht – er wird beschuldigt, durch die Heilung des Blinden den Sabbat verletzt zu haben.

Die Blindheit, die uns unfähig macht, im Nächsten das Antlitz Gottes zu erkennen

Und so wird bei den Umstehenden eine andere, noch schwerwiegendere Blindheit offenbar: die Unfähigkeit, das Antlitz Gottes zu erkennen, das man direkt vor sich hat. Und so tauschen sie die Möglichkeit einer heilbringenden Begegnung gegen die sterile Sicherheit ein, die ihnen die sture Einhaltung einer Gesetzesvorschrift gibt. Doch Jesus lässt sich von dieser Verblendung nicht aufhalten. Stattdessen zeigt er, dass es keinen „Sabbat“ gibt, der einem Akt der Liebe im Weg stehen könnte. Der Sinn der Sabbatruhe für das Volk Israel – und für uns am Sonntag, dem Tag des Herrn – besteht schließlich gerade darin, das Geheimnis des Lebens als Geschenk zu feiern, angesichts dessen niemand den Hilferuf eines leidenden Bruders oder einer leidenden Schwester ignorieren kann.

Vielleicht sind auch wir in diesem Sinne manchmal blind, wenn wir die anderen und ihre Probleme nicht wahrnehmen. Jesus dagegen fordert uns auf, anders zu leben: so, wie es die erste christliche Gemeinde vorgelebt hat, in der die Brüder und Schwestern, beharrlich im Gebet, in Freude und Lauterkeit des Herzens alles teilten (vgl. Apg 2,42–47). Nicht, dass es an Bedrängnissen und Hindernissen gemangelt hätte, die gab es auch damals schon! Aber sie gaben nicht auf: gestärkt durch das Geschenk der Taufe waren sie allem zum Trotz immer bemüht, als neue Geschöpfe zu leben, in Gemeinschaft und Frieden mit allen, und getragen von einer Gemeinde, die ihnen Familie und Stütze war.

Liebe Freunde, das sind die Früchte, die wir als Kinder des Lichts hervorbringen sollen (vgl. 1Thess 5,4–5). Und eure Pfarrei erfüllt diese Sendung seit rund neunzig Jahren treu und mit besonderer Aufmerksamkeit für Situationen der Armut, der Ausgrenzung und der Not – mit konkreten Hilfen auch für die Insassen des Gefängnisses Rebibbia hier auf eurem Gebiet –, und vielen weiteren Zeichen der Sensibilität und Solidarität.

Die Solidarität mit den Schwächsten

Ich weiß, dass ihr vielen Brüdern und Schwestern aus anderen Ländern helft, hier Fuß zu fassen: die Sprache zu lernen, eine würdige Unterkunft zu finden und einer ehrlichen und sicheren Arbeit nachzugehen. Es mangelt nicht an Schwierigkeiten, die leider manchmal von jenen verschärft werden, die die Not der Schwächsten skrupellos für ihre eigenen Interessen ausnutzen. Ich weiß aber auch, wie sehr ihr euch alle bemüht, diesen Herausforderungen Herr zu werden: durch die Dienste der Caritas, die Familienhäuser zur Aufnahme von Frauen und Müttern in Not – und viele andere Initiativen. Und mir ist auch bekannt, wie aktiv und großzügig ihr euch für die Erziehung der Jugendlichen und Kinder einsetzt – durch das Oratorium und andere Bildungsangebote.

Der heilige Augustinus, der über das Antlitz Gottes nachdachte, dessen Spiegel wir in der Welt sein sollen, hat zu den Christen seiner Zeit gesagt: „Welche Gestalt hat die Liebe? Welche Form hat sie, welche Figur hat sie? Welche Füße, welche Hände? […] Sie hat Füße: denn sie führen dich zur Kirche; sie hat Hände: denn sie strecken sich erbarmend nach den Armen aus; sie hat Augen: denn sie erkennt damit den Notleidenden“ (In Epistolam Joannis ad Parthos, 7, 10). Und über die Nächstenliebe hat er gesagt: „Haltet sie fest! Umfasst sie! Köstlicher als sie ist nichts“ (ebd).

Liebe Freunde, das ist das Geschenk des Lichts, das euch anvertraut wurde, damit ihr es in euch und untereinander in seiner ganzen Sanftheit wachsen lasst und in der Welt verbreitet – durch Gebet, Empfang der Sakramente und Nächstenliebe. Geht diesen Weg mit demselben Einsatz weiter!

Das Heiligste Herz Jesu, dem eure Pfarrei geweiht ist, forme und bewahre diese schöne Gemeinde immer mehr, damit sie – der Gesinnung Christi folgend (vgl. Phil 2,5) –, mit Freude und Hingabe Zeugnis ablegt für den Schatz der Gnade, den ihr empfangen habt.


(vaticannews – übersetzung: silvia kritzenberger) 

Hl. Messe

mit Papst Leo XIV in der römischen Gemeinde Sacro Cuore di Gesu - in Ponte Mammolo
 
             

Wortlaut der Katechese beim heutigen Angleus

 vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters beim heutigen Angleus.Gebet.     Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT: PAPST LEO BEIM ANGELUS AM 15. MÄRZ 2026"                          

                        Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Die Evangeliumslesung zum vierten Fastensonntag erzählt von der Heilung eines von Geburt an Blinden (vgl. Joh 9,1–41). Durch die Symbolik dieser Begebenheit spricht der Evangelist Johannes zum Geheimnis des Heils: Während wir in Finsternis lebten und die Menschheit in Dunkelheit wandelte (vgl. Jes 9,2), sandte Gott seinen Sohn als Licht der Welt, um den Blinden die Augen zu öffnen und unser Leben zu erleuchten.


Die Propheten hatten verkündet, dass der Messias den Blinden die Augen öffnen würde (vgl. Jes 29,18; 35,5; Ps 146,8). Jesus selbst bestätigte die Echtheit seiner Mission, indem er zeigte, dass „Blinde sehen” (Mt 11,5), und er offenbarte sich mit den Worten: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Gewiss können wir alle von uns behaupten, „von Geburt an blind“ zu sein, denn aus eigener Kraft können wir das Geheimnis des Lebens in seiner ganzen Tiefe nicht erfassen. Deshalb wurde Gott in Jesus Mensch, damit der Lehm unserer Menschlichkeit, geformt vom Hauch seiner Gnade, ein neues Licht empfangen konnte, ein Licht, das uns hilft, uns selbst, andere und Gott in Wahrheit zu sehen.

Es ist bemerkenswert, dass sich über die Jahrhunderte die Ansicht verbreitet hat und bis heute fortbesteht, Glaube sei eine Art „Sprung ins Ungewisse“, ein Verzicht auf das Denken, sodass Glauben gleichbedeutend mit blindem Glauben wäre. Doch das Evangelium zeigt uns, dass uns durch die Begegnung mit Christus die Augen geöffnet werden. Die religiösen Autoritäten fragen den geheilten Blinden eindringlich: „ Wie sind deine Augen aufgetan worden? “ (Joh 9,10); und weiter: „Wie hat er deine Augen aufgetan?“ (V. 26).


                                           „Glaube ist kein blinder Akt“


Brüder und Schwestern, auch wir werden durch die Liebe Christi geheilt und sind berufen, unseren Glauben mit „offenen Augen“ zu leben. Glaube ist kein blinder Akt, kein Verzicht auf Vernunft und kein Rückzug in eine Art religiöser Gewissheit, die uns den Blick von der Welt abwenden lässt. Im Gegenteil, Glaube hilft uns, die Dinge „so zu sehen, wie Jesus sie selbst sieht, mit seinen eigenen Augen: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise“ (Lumen Fidei, 18). In diesem Sinne ist Glaube eine Einladung, „unsere Augen zu öffnen“, wie der Herr es tat, insbesondere gegenüber dem Leid anderer und den Nöten der Welt.


Gerade heute, angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens sowie der tragischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, ist es unerlässlich, dass unser Glaube wachsam, aufmerksam und prophetisch ist. Er soll uns die Augen für die Dunkelheit der Welt öffnen und anderen durch unser Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität das Licht des Evangeliums bringen.

Bitten wir die Jungfrau Maria, für uns Fürsprache einzulegen, damit das Licht Christi die Augen unserer Herzen öffne und uns befähige, mit Einfachheit und Mut Zeugnis für ihn abzulegen.


Quelle: vaticannews

Angelus

heute auf dem Petersplatz    

               

In Illo Tempore

Auch heute - am 4, Sonntag der Fastenzeit befaßt sich Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive mit der Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr.                        
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"IN ILLO TEMPORE: LAETARE, DER VIERTE SONNTAG IN DER FASTENZEIT"

Es liegt in der Natur des Menschen, daß unsere Sinne abstumpfen, wenn sie unaufhörlich von denselben Eindrücken überflutet werden. Unaufhörlicher Lärm wird nicht mehr wirklich wahrgenommen. Farben ohne Kontrast wirken flach. Bilder, insbesondere verstörende, können erst beunruhigen und dann betäuben. Deshalb hat Verzicht seinen Platz in einem gesunden Leben, und Vielfalt gehört zur heiligmachenden Weisheit der Kirche. Die Heilige Mutter Kirche, die die Menschheit kennt, weil sie der mystische Leib ist, durch den Christus die Menschheit heilt, weiß, daß es vor dem Festmahl Fasten, vor dem Überfluss Enthaltsamkeit und vor dem Gesang Stille geben muss. So kommt mitten in der Fastenzeit, wenn uns Buße durch Wiederholung und Verzicht bereits geformt hat, diese feste und gnädige Pause, der vierte Sonntag, der Laetare- Sonntag, ein Moment zum Durchatmen vor dem endgültigen Abstieg in die schwerere Phase, die zur Passion und zum Glanz von Ostern führt.

Der Tag verdankt seinen Namen dem ersten Wort des Introitus, „ Laetare, Ierusalem … Freue dich, Jerusalem“, aus Jesaja 66. Das Gebot ist liturgische Freude, eingebettet in die Prophetie, und Prophezeiung, eingebettet in das pilgernde Leben der Kirche. Jesaja spricht zu den Demütigen, die die Wege des Herrn annehmen, zu denen, die trauerten und nun getröstet werden, zu denen, die wie Kinder an der Brust der Mutter Jerusalem genährt werden. Das Bild ist mütterlich, kirchlich, eschatologisch. Jerusalem ist zugleich die historische Stadt, das Sinnbild der Kirche, das himmlische Vaterland und, wie Johannes Cassianus sagt, sogar die Seele selbst. In den Konferenzen schreibt er, daß Jerusalem „historisch als die Stadt der Juden, allegorisch als die Kirche Christi, anagogisch als jene himmlische Stadt Gottes, die die Mutter von uns allen ist, und tropologisch als die menschliche Seele“ ( Conlationes XIV, 8, 4) verstanden werden kann. Diese vierfache Lesart sammelt die Bedeutung, anstatt sie zu zerstreuen. An diesem Tag singt die Kirche zu Jerusalem, weil sie in Jerusalem steht, nach Jerusalem reist und zu Jerusalem wird.

In Rom findet die Kreuzwegandacht in der Basilika des Heiligen Kreuzes in Jerusalem statt, der ehrwürdigen Sessorianischen Basilika, die für die Römer eine sakramentale Entsprechung zur Heiligen Stadt selbst darstellte. Der selige Ildefonso Schuster bemerkt dazu: „Der Introitus für den vierten Fastensonntag, Laetare Jerusalem , enthält eine anmutige Anspielung auf die Kirche von Jerusalem, wie die Sessorianische Basilika genannt wurde, in der die Kreuzwegandacht stattfand.“ Er merkt außerdem an, dass die Basilika im Mittelalter „einfach Sancta Hierusalem “ hieß, ein Titel, der die vielen Bezüge Jerusalems in der Liturgie an diesem Tag erklärt.

Der heilige John Henry Newman beschrieb in Wilfrid Wards „ Leben des Kardinals Newman “ die römische Präsenz dieses Ortes treffend: „Diese Basilika trägt ihren Namen, weil die heilige Helena nicht nur das Wahre Kreuz dorthin brachte, sondern auch Erde vom Kalvarienberg, auf der die Kapelle oder der Altar erbaut ist.“ Die Übersetzung beschränkt sich im Wesentlichen auf den Satz selbst, denn er ist in klarem Englisch verfasst und zugleich tiefgründig: Rom nahm Jerusalem in sich auf, sodass man im Herzen Roms stehen und gleichsam den Boden von Kalvarienberg berühren kann. Newman fährt fort: „Wenn es also ein Zentrum der Kirche gibt, dann werden wir dort sein, wenn wir von Jerusalem auf Erden inmitten Roms weilen.“

Samstag, 14. März 2026

Umzug in die Terza Loggia

Nach langen Jahren des Leerstands ist das Päpstliche Appartamento seit heute wieder bewohnt. Heute nachmitag ist -wie u.a. vaticannews berichtet- Papst Leo in die päpstliche Wohnung im dritten Stock des Apostolischen Palastes eingezogen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"PAPST LEO XIV BEZIEHT SEINE WOHNUNG IM APOSTOLISCHEN PALAST"

beginnt der Bericht so- ZITAT

Papst Leo übersiedelt an diesem Samstagnachmittag in seine Wohnung im Apostolischen Palast. Er zieht mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten seiner Vorgänger ein. Das hat Matteo Bruni, Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, am Samstag bestätigt.

Seit seiner Wahl hatte der Papst im Palazzo del Santo Uffizio im Vatikan gewohnt, wo er auch als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe residiert hatte. Die nun renovierte päpstliche Wohnung befindet sich in der dritten Loggia des Apostolischen Palastes. Sie umfasst mehrere Räume, darunter das private Arbeitszimmer, von dem aus der Papst den Angelus mit den Gläubigen auf dem Petersplatz betet, die Bibliothek und eine kleine Kapelle. (...)

Quelle: vaticannews

Fundstück

Wie vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV gestern den Präsidenten des INtrnationalen Exorzistenverbandes und seinen Stellvertreter in Audienz empfangen. 
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Unter dem Titel: 

"PAPST HAT VERTRETER VOM WELTVERBAND DER EXORZISTEN EMPFANGEN"

beginnt der Bericht so - ZITAT

" Den Weltverband der Exorzisten gibt es seit 1994, im Jahr 2014 erkannte der Vatikan den Zusammenschluss offiziell an. Eigenen Angaben zufolge zählt der AIE rund 900 aktive Exorzisten und 130 Hilfsexorzisten. Gründer der „Associazione Internazionale Esorcisti“ war der 2016 verstorbene Priester Gabriele Amorth. Der tschechische Priester Orlita steht seit 2023 an der Spitze des Verbands. Sein Vize Bamonte bekleidete das Amt zuvor über zwei Amtszeiten." (...)

Quelle: vaticannews

Kreuzwegmeditation mit Erzbischof Gänswein

 

              

Freitag, 13. März 2026

Gebet des Leibes

Silvia Kritzenberger stellt anläßlich der Fastenzeit Miniaturen aus einem flandrischen Stundenbuch  aus dem 15. Jahrhundert vor, das in der Apostolischen Bibliothek bewahrt wird. 
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                                                 GEBET DES LEIBES

„Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.“ Inspiriert von diesen Worten Papst Leos XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort.

An eine Säule gebunden, die Füße mit einem Seil gefesselt, das von einem Mann gehalten wird. So wird der gegeißelte Christus in der kunstvollen Miniatur dargestellt, die im 15. Jahrhundert in Flandern entstand. Sie stammt aus dem Stundenbuch Ott. Lat 2919: dem Kodex, der in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek aufbewahrt wird und uns durch die Fastenzeit begleitet. Schöpfer dieser Szene ist der sogenannte „Meister von Guillebert de Metz“, der wegen seiner gekonnten Farbgebung und der Verwendung von Blattsilber auch als „Meister mit den Silberhimmeln“ bekannt ist.

                                 Der Leib voller Wunden


„Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln“, berichtet der Evangelist Johannes. Die Szene ist Teil jenes Kodex-Abschnitts, der dem Kreuzoffizium gewidmet ist. Sie zeigt ein Gebäude mit grünem Schachbrettmusterboden, das sich über mehrere Ebenen erstreckt, die im Hintergrund von einem Säulenbogen mit dahinter liegenden Fenstern unterteilt werden. Diese architektonischen Elemente strukturieren die Darstellung und lenken den Blick auf Christus, der im Zentrum zu sehen ist. Der Sohn Gottes ist nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet, der Leib mit blutenden Wunden übersät, die ihm von den fünf Peinigern zugefügt wurden, von denen er gegeißelt wird.

                                   Eine Einladung zum Gebet


Die Figuren sind von großer Ausdruckskraft. Wie auch in den anderen Miniaturen dieses Kodex füllen sie die Komposition und treten sogar über den rechteckigen Rahmen hinaus. So wird der Betrachter sozusagen in die Darstellung „hineingezogen“ und zu Meditation, Sammlung und Gebet angeregt. 

Gerahmt wird die dramatische Szene von pflanzlichen Ornamenten – mit Efeublättern, Blüten, Tieren und Fabelwesen."


Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews


Fastenpredigt

Gudrun Sailer berichtet und kommentiert bei vaticannews die der Fastenprediger der Kurie, der Kapuzinerpater Roberto Pasolini heute in der Audienzhalle gehalten hat.
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"FASTENPREDIGT: BRÜDERLICHKEIT IN EINER WELT DER KONFLIKTE LEBEN" 

Der Prediger des Päpstlichen Hauses, Kapuzinerpater Roberto Pasolini, hat bei der zweiten Fastenmeditation im Vatikan die Brüderlichkeit als konkrete Aufgabe in einer von Kriegen und Spannungen geprägten Welt bezeichnet. Die Betrachtung fand am Freitagmorgen, 13. März, in der vatikanischen Audienzhalle im Beisein von Papst Leo XIV. statt.

Pasolini stellte gleich zu Beginn den Bezug zur Gegenwart her. Über alle Kulturen hinweg sehnten sich Menschen nach einer versöhnten Gemeinschaft, sagte er. Doch angesichts von Konflikten und Polarisierungen dürfe Brüderlichkeit nicht bloß als fernes Ideal verstanden werden. Christinnen und Christen seien vielmehr aufgerufen, die anderen „als Geschenk zu empfangen und zugleich als sehr ernste und dringende Verantwortung zu übernehmen“. 

Der Prediger erinnerte daran, dass diese Herausforderung nicht nur große politische oder kirchliche Ebenen betreffe. Sie beginne im Alltag – in Familien, am Arbeitsplatz, in Nachbarschaften und Gemeinden. Gerade dort zeige sich, ob der Glaube das Leben tatsächlich verändere. Brüderlichkeit sei „der Ort, wo die Umkehr sich wirklich bewährt: die ernsteste Probe und zugleich das beredteste Zeichen dessen, was das Evangelium in unserem Leben wirken kann“.         

                         

                                                                    Foto ANSA

Anhand des heiligen Franz von Assisi schilderte Pasolini, dass gemeinschaftliches Leben nicht automatisch Harmonie bedeute. „Sie ist nicht der Ort, an den man sich zurückzieht, um ruhig zu leben“, sagte er über die Brüdergemeinschaft, „sondern der Raum, in dem jeder in die Tiefen seines Herzens zurückgeführt wird – mit all seinen Schatten und Widerständen.“


Donnerstag, 12. März 2026

Ernennung

vaticannews berichtet über die Ernennung des spanischen Bischofs Luis Marin de San Martin zum neuen Almosenier des Papstes.  Hier geht´s zum Original  klicken

 "AUGUSTINER WIRD ALMOSENMEISTER DES PAPSTES" 

"Stabwechsel im vatikanischen Amt des Almosen-Verantwortlichen: Papst Leo XIV. macht den spanischen Bischof Luis Marín de San Martín zum neuen Präfekten des Dikasteriums für die Nächstenliebe.

Marín gehört wie Papst Leo dem Augustinerorden an; er ist bislang Untersekretär im vatikanischen Generalsekretariat für die Synoden. Als neuer Almosenmeister des Papstes erhält er die Würde eines Erzbischofs.


Der bisherige Almosen-Verantwortliche des Vatikans war der polnische Kardinal Konrad Krajewski. Ihn hat der Papst – auch das wurde an diesem Donnerstag bekannt – zum neuen Erzbischof von Łódź ernannt. Krajewski stammt aus Łódź und hatte vor seinem Wechsel nach Rom mehrere Ämter im Erzbistum inne. Papst Franziskus erhob ihn 2018 zum Kardinal.2


Quelle: vaticannews

Ramadan in einer Kirchengemeinde?

Andrea Zambrano kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Überlassung von Kirchenräumen für Ramadan-Gebete in einer italienischen Gemeinde. 
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"RAMADAN IN DER KIRCHENGEMEINDE? DAS IST KEINE CARITAS. ICH HABE NEIN GESAGT; WEIL ES HEUCHELEI IST"

Auch Avvenire hat die Initiative in Staranzano in der Provinz Gorizia unterstützt, wo der Pfarrer die Räume der Pfarrei den Muslimen für das Freitagsgebet zur Verfügung gestellt hat. Der ehemalige Pfarrer erklärt gegenüber La Bussola jedoch seine Ablehnung: „Das ist keine Nächstenliebe, sondern Heuchelei: Diese Räumlichkeiten sind für die Verkündigung Christi bestimmt; Nächstenliebe sollen wir auf die richtige Weise ausüben. So fühlen Muslime sich berechtigt, diesen Ort als ihr Eigentum betrachten.“

Ramadan in der Gemeinde – sogar die Zeitung Avvenire "steigt in die Arena". und veröffentlicht einen Artikel eines Priesters der Diözese Gorizia, der vorgibt, im Namen aller Priester zu sprechen und die Nutzung der Gemeinderäume durch die örtliche muslimische Gemeinde rechtfertigt. Wie? Mit einem fehlgeleiteten Verständnis von Nächstenliebe, das nicht mit den Worten Jesu übereinstimmt. Wir befinden uns in Staranzano, einer Gemeinde in der Provinz Gorizia, angrenzend an Monfalcone. Und genau in Monfalcone beginnt diese Geschichte mit der Bitte der großen muslimischen Gemeinde um einen Gebetsraum für die Feier des Ramadan. In der Stadt, in der Fincantieri liegt, haben Muslime keinen Gebetsraum, weil die Gemeinde ihn wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen hat.

Also suchten die Muslime auch anderswo nach einer Gebetsstätte und wandten sich an das nahegelegene, kleinere Staranzano. Nicht der Bürgermeister, sondern die örtliche Pfarrei reagierte auf ihren Appell und stellte ein Gebäude namens „Le stalle rosse"  für das Freitagsgebet zur Verfügung.

Bischof Carlo Roberto Maria Redaelli, der amtierende Administrator, der kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Bistum stand, nachdem Papst Leo XIV. ihn zum Sekretär des Klerus-Dikasteriums ernannt hatte, segnete die Initiative. Seit Ende Februar, dem Beginn des Ramadan, dient das Pfarrgebäude der muslimischen Gemeinde von Monfalcone als Gebetsstätte.

Der betreffende Priester, der an Avvenire schrieb, heißt Don Matteo Marega und erklärt die Entscheidung folgendermaßen: „Denjenigen, die einen Gebetsraum benötigen, einen Platz zum Beten zu bieten, ist keine naive Geste der Gutmütigkeit oder eine Kapitulation vor dem Relativismus, sondern ein praktischer Akt, um Zeugnis von der Nächstenliebe Christi abzulegen, die uns dazu bewegt, einander als Brüder und Schwestern zu erkennen.“

Diese Formulierung spiegelt das von Jesus vertretene Konzept der Nächstenliebe nicht vollständig wider, schon allein deshalb, weil die erste Form der Nächstenliebe gerade die Verkündigung des Evangeliums ist – etwas, das in diesem Kontext und angesichts dieser religiösen Freizügigkeit, die alle Pläne durchkreuzt, undenkbar ist.

Ein anderer Priester, der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, bestätigt dies gegenüber La Bussola. Pater Francesco Fragiacomo (im Bild) war Pfarrer von Staranzano, bevor er aufgrund einer Kontroverse um homosexuelle Pfadfinderleiter in eingetragenen Partnerschaften zurücktrat, über die La Bussola ausführlich berichtet hatte. Auch er, als Pfarrer des nahegelegenen San Canzian di Isonzo und vier weiterer Pfarreien, wurde letzten Monat bezüglich der Möglichkeit einer „Gastfreundschaft“ angesprochen, lehnte jedoch ab.

Mittwoch, 11. März 2026

Wortlaut der Katechese bei der Generalaudienz

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz 
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"WORTLAUT: PAPST LEO BEI DER GEGENRALAUDIENZ AM 11. MÄRZ 2026" 

           Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

In Fortsetzung unserer Betrachtungen über die Dogmatische Konstitution Lumen gentium (LG) widmen wir uns heute dem zweiten Kapitel, das dem Volk Gottes gewidmet ist.

Gott, der die Welt und die Menschheit erschaffen hat und jeden Menschen retten möchte, vollbringt sein Heilswerk in der Geschichte, indem er ein konkretes Volk auswählt und in ihm wohnt. Deshalb ruft er Abraham und verspricht ihm eine Nachkommenschaft, zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer (vgl. Gen 22,17-18). Mit den Kindern Abrahams, nachdem er sie aus der Sklaverei befreit hat, schließt Gott einen Bund, begleitet sie, sorgt für sie und sammelt sie jedes Mal, wenn sie sich verirren. Die Identität dieses Volkes wird also durch das Wirken Gottes und den Glauben an ihn bestimmt. Es ist dazu berufen, ein Licht für die anderen Völker zu werden, wie ein Leuchtturm, der alle Völker, die ganze Menschheit, anzieht (vgl. Jes 2,1-5).

Das Konzil bekräftigt, dass «dies tat er, indem er sich und seinen Heilsratschluß in dessen Geschichte offenbarte und sich dieses Volk heiligte. Dies alles aber wurde zur Vorbereitung und zum Vorausbild jenes neuen und vollkommenen Bundes, der in Christus geschlossen, und der volleren Offenbarung, die durch das Wort Gottes selbst in seiner Fleischwerdung übermittelt werden sollte» (LG, 9). Es ist in der Tat Christus, der in der Hingabe seines Leibes und seines Blutes dieses Volk endgültig in sich selbst vereint. Es besteht nun aus Menschen aller Nationen; es ist vereint durch den Glauben an ihn, durch die Zugehörigkeit zu ihm, durch das Leben aus seinem Leben, beseelt vom Geist des Auferstandenen. Das ist die Kirche: das Volk Gottes, das seine Existenz aus dem Leib Christi bezieht und selbst Leib Christi ist; kein Volk wie alle anderen, sondern das Volk Gottes, von ihm zusammengerufen und bestehend aus Frauen und Männern aus allen Völkern der Erde. Ihr einigendes Prinzip ist nicht eine Sprache, eine Kultur, eine Ethnie, sondern der Glaube an Christus: Die Kirche ist daher – nach einem schönen Ausdruck des Konzils – «die Versammlung derer, die zu Christus als dem Urheber des Heils und dem Ursprung der Einheit und des Friedens glaubend aufschauen» (LG, 9). 

Messianisches Volk

Es handelt sich um ein messianisches Volk, gerade weil es Christus, den Messias, als Haupt hat. Diejenigen, die ihm angehören, rühmen sich nicht ihrer Verdienste oder Titel, sondern nur der Gabe, in Christus und durch ihn Töchter und Söhne Gottes zu sein. Vor jeder Aufgabe oder Funktion zählt in der Kirche also vor allem, in Christus eingepfropft zu sein, durch die Gnade Kinder Gottes zu sein. Dies ist auch der einzige Ehrentitel, den wir als Christen anstreben sollten. Wir sind in der Kirche, um unaufhörlich Leben vom Vater zu empfangen und als seine Kinder und Brüder untereinander zu leben. Folglich ist das Gesetz, das die Beziehungen in der Kirche belebt, die Liebe, so wie wir sie in Jesus empfangen und erfahren; und ihr Ziel ist das Reich Gottes, auf das sie gemeinsam mit der ganzen Menschheit zusteuert.

Vereint in Christus, dem Herrn und Erlöser aller Menschen, kann die Kirche niemals in sich selbst verschlossen sein, sondern ist offen für alle und für alle da. Wenn die Gläubigen zu Christus gehören, erinnert uns das Konzil daran, dass alle Menschen «zum neuen Gottesvolk (…) gerufen (werden). Darum muß dieses Volk eines und ein einziges bleiben und sich über die ganze Welt und durch alle Zeiten hin ausbreiten. So soll sich das Ziel des Willens Gottes erfüllen, der das Menschengeschlecht am Anfang als eines gegründet und beschlossen hat, seine Kinder aus der Zerstreuung wieder zur Einheit zu versammeln» (LG, 13). Auch diejenigen, die das Evangelium noch nicht empfangen haben, sind daher in gewisser Weise auf das Volk Gottes ausgerichtet, und die Kirche ist, indem sie an der Mission Christi mitwirkt, aufgerufen, das Evangelium überall und allen zu verkünden (vgl. LG, 17), damit jeder mit Christus in Kontakt kommen kann. Das bedeutet, dass in der Kirche Platz für alle ist und sein muss und dass jeder Christ berufen ist, das Evangelium zu verkünden und in jedem Umfeld, in dem er lebt und wirkt, Zeugnis zu geben. Auf diese Weise zeigt dieses Volk seine Katholizität, indem es den Reichtum und die Ressourcen der verschiedenen Kulturen aufnimmt und ihnen gleichzeitig die Neuheit des Evangeliums anbietet, um sie zu reinigen und zu erheben (vgl. LG, 13).