Die Liturgie vom Leiden und Sterben unseres Herrn, Jesus Christus
Freitag, 3. April 2026
Die Predigt
vaticannews veröffenttlich den Worrtlaut der Prdeigt, die Papst Leo XIV während der Messe In coena Domini in seiner Bischofskirche -San Giovanni in Laterano- gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken
WORTLAUT DER PREDIGT VON PAPST LEO XIV BEI DER MESSE IN COENA DOMINI
Liebe Brüder und Schwestern,
die feierliche Liturgie dieses Abends lässt uns eintreten in die Heiligen Drei Tage des Leidens, des Todes und der Auferstehung des Herrn. Wir überschreiten diese Schwelle nicht als Zuschauer und auch nicht aus Gewohnheit, sondern weil wir von Jesus selbst in besonderer Weise miteinbezogen sind: als Geladene zum Abendmahl, bei dem Brot und Wein für uns zum Sakrament des Heils werden. Wir nehmen nämlich an einem Festmahl teil, bei dem Christus, der »die Seinen liebte, die in der Welt waren, […] sie bis zur Vollendung« liebte (Joh 13,1): Seine Liebe wird zur Geste und zur Speise für alle und offenbart die Gerechtigkeit Gottes. In der Welt, gerade dort, wo das Böse wütet, liebt Jesus endgültig, für immer, mit seiner ganzen Person.
Während dieses letzten Abendmahls wäscht er seinen Aposteln die Füße und sagt: »Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe« (Joh 13,15). Die Geste des Herrn bildet eine Einheit mit dem Mahl, zu dem er uns geladen hat. Sie ist ein Beispiel für das Sakrament: Während die Geste die Bedeutung des Mahls unterstreicht, überträgt sie uns eine Aufgabe, die wir als Nahrung für unser Leben annehmen wollen. Der Evangelist Johannes wählt das griechische Wort upódeigma, um das Ereignis zu schildern, bei dem er anwesend war. Es bezeichnet „das, was direkt vor Augen geführt wird“. Was der Herr uns zeigt, indem er das Wasser, die Schüssel und das Tuch nimmt, ist weit mehr als ein moralisches Vorbild. Er legt uns damit nämlich seine eigene Art zu leben ans Herz: Das Waschen der Füße ist eine Geste, die die Offenbarung Gottes zusammenfasst, ein beispielhaftes Zeichen des fleischgewordenen Wortes, sein unverwechselbares Andenken. Indem er sich zum Diener macht, offenbart der Sohn die Herrlichkeit des Vaters und hebt die weltlichen Maßstäbe aus den Angeln, die unser Gewissen trüben.
Zusammen mit der sprachlosen Überraschung seiner Jünger öffnet uns selbst der menschliche Stolz die Augen für das, was geschieht: Wie Petrus, der sich der Initiative Jesu zunächst widersetzt, müssen auch wir »immer neu lernen, dass Gottes Größe anders ist, als wir uns Größe vorstellen, […] weil wir immer wieder einen Gott der Erfolge und nicht der Passion wollen« (Predigt während der Messe in Coena Domini, 20. März 2008). Diese Worte von Papst Benedikt XVI. stellen hellsichtig fest, dass wir stets versucht sind, einen Gott zu suchen, der „uns dient“, der uns zum Sieg verhilft, der nützlich ist wie Geld und Macht. Wir verstehen hingegen nicht, dass Gott uns wirklich dient, ja, und zwar durch die selbstlose und demütige Geste der Fußwaschung. Darin liegt die Allmacht Gottes. So erfüllt sich der Wille, das Leben denen zu widmen, die ohne diese Gabe nicht leben können. Der Herr kniet nieder, um den Menschen zu waschen, aus Liebe zu ihm. Und die göttliche Gabe verwandelt uns.
Mit seiner Geste reinigt Jesus nämlich nicht nur unser Gottesbild von der Idolatrie und den Lästerungen, die es beschmutzt haben, sondern er reinigt auch unser Bild vom Menschen, der sich mächtig wähnt, wenn er herrscht, der siegen will, indem er Seinesgleichen tötet, der sich für groß hält, wenn er gefürchtet wird. Als wahrer Gott und wahrer Mensch gibt Christus uns stattdessen ein Beispiel der Hingabe, des Dienens und der Liebe. Wir brauchen sein Vorbild, um zu lernen wie man liebt, nicht, weil wir dazu unfähig wären, sondern gerade um uns selbst, gegenseitig, zur wahren Liebe zu erziehen. Lernen, so zu handeln wie Jesus – der das Zeichen ist, das Gott in die Weltgeschichte einprägt – das ist eine Lebensaufgabe.
Er ist der wahre Maßstab, der »Meister und Herr« (Joh 13,13), der alle Masken des Göttlichen und des Menschlichen abnimmt. Sein Beispiel gibt er nicht, als alle glücklich sind und ihn lieben, sondern in der Nacht, in der er verraten wurde, in der Dunkelheit des Unverständnisses und der Gewalt, damit ganz klar wird, dass der Herr uns nicht liebt, weil wir gut und rein sind: Er liebt uns – und deshalb vergibt er uns und reinigt er uns. Der Herr liebt uns nicht unter der Voraussetzung, dass wir uns von seiner Barmherzigkeit reinigen lassen: Er liebt uns – und deshalb reinigt er uns, damit wir seiner Liebe entsprechen können.
Lernen wir von Jesus diesen gegenseitigen Dienst. Er verlangt nämlich nicht, dass wir ihn ihm gegenüber erwidern, sondern dass wir ihn einander angedeihen lassen: »Ihr müsst einander die Füße waschen« (vgl. Joh 13,14). Papst Franziskus sagte dazu: »Es ist eine Pflicht, die mir aus dem Herzen kommt: ich liebe es. Ich liebe es, und liebe, es zu tun, denn so hat es mich der Herr gelehrt« (Predigt zur Messe in Coena Domini, 28. März 2013). Er sprach nicht von einem abstrakten Imperativ, von einem formalen und leeren Befehl, sondern brachte seinen gehorsamen Eifer für die Liebe Christi zum Ausdruck, die die Quelle und das Vorbild unserer Liebe darstellt. Man kann das von Jesus gegebene Beispiel nämlich nicht nachahmen als Höflichkeitsgeste oder mit Widerwillen oder Heuchelei, sondern nur aus Liebe.
Sich vom Herrn bedienen zu lassen, ist also die Voraussetzung, um so dienen zu können, wie er es getan hat. »Wenn ich dich nicht wasche«, sagte Jesus zu Petrus, »hast du keinen Anteil an mir« (Joh 13,8): Wenn du mich nicht als Diener annimmst, kannst du mir nicht glauben und mir nicht folgen als deinem Herrn. Indem er unseren Leib wäscht, reinigt Jesus unsere Seele. In ihm hat Gott nicht ein Beispiel dafür gegeben, wie man herrscht, sondern wie man befreit; wie man das Leben zu einer Gabe macht, nicht wie man es zerstört.
So lasst uns also angesichts einer Menschheit, die aufgrund vieler Arten von Brutalität in die Knie gezwungen ist, auch selbst niederknien als Brüder und Schwestern der Bedrückten. So wollen wir dem Beispiel des Herrn folgen und verwirklichen, was wir in der Lesung aus dem Buch Exodus gehört haben: »Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen« (Ex 12,14). Ja, die gesamte biblische Geschichte läuft auf Jesus zu, das wahren Osterlamm. Durch ihn erhalten die früheren Gestalten ihre volle Bedeutung, denn Christus, der Retter, feiert das Pascha der Menschheit, indem er allen den Übergang von der Sünde zur Vergebung, vom Tod zum ewigen Leben eröffnet: »Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis« (1 Kor 11,24).
Indem wir die Gesten und Worte des Herrn wiederholen, gedenken wir eben heute Abend der Einsetzung der Eucharistie und des Priesteramtes. Die innige Verbindung zwischen den beiden Sakramenten stellt die vollkommene Hingabe Jesu dar, des Hohepriesters und der ewig lebendigen Eucharistie: Die gewandelten Gaben von Brot und Wein sind »das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird« (Dogmatische Konstitution Sacrosanctum Concilium, 47). Die Bischöfe und Priester, die gemäß dem Gebot des Herrn zu »Priestern des Neuen Bundes« geweiht sind (Konzil von Trient, De Missae Sacrificio, 1), sind Zeichen seiner Liebe gegenüber dem ganzen Volk Gottes, dem mit unserem ganzen Sein zu dienen wir, geliebte Mitbrüder, gerufen sind.
Der Gründonnerstag ist daher ein Tag tiefster Dankbarkeit und wahrer Brüderlichkeit. Betrachten wir in der eucharistischen Anbetung am heutigen Abend, in jeder Pfarrei und Gemeinschaft, diese Geste Jesu, indem wir niederknien, wie er es getan hat, und um die Kraft bitten, ihm im Dienen mit derselben Liebe nachfolgen zu können."
Quelle: vaticannews
Donnerstag, 2. April 2026
Mittwoch, 1. April 2026
Die Katechese
Vaticanews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original kicken
"WORTLAUT: PAPST LEO XIV BEI SEINER GENERAL-AUDIENZ"
Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen!
Wir setzen unsere Reflexion über die Kirche fort, wie sie uns in der Konzilskonstitution Lumen gentium (LG) vorgestellt wird. Heute widmen wir uns dem vierten Kapitel, das sich mit den Laien befasst. Wir erinnern uns alle an das, was Papst Franziskus so gerne wiederholte: „Die Laien sind schlicht die riesige Mehrheit des Gottesvolkes. In ihrem Dienst steht eine Minderheit: die geweihten Amtsträger.“ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 102).
Dieser Abschnitt des Dokuments befasst sich damit, das Wesen und die Sendung der Laien positiv zu erläutern, nachdem sie jahrhundertelang einfach als diejenigen definiert worden waren, die nicht zum Klerus oder zu den Geweihten gehören. Deshalb möchte ich mit euch eine sehr schöne Passage noch einmal lesen, die die Größe des christlichen Daseins zum Ausdruck bringt: „Eines ist also das auserwählte Volk Gottes: 'Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe' (Eph 4,5); gemeinsam die Würde der Glieder aus ihrer Wiedergeburt in Christus, gemeinsam die Gnade der Kindschaft, gemeinsam die Berufung zur Vollkommenheit, eines ist das Heil, eine die Hoffnung und ungeteilt die Liebe“ (LG, 32).
„Unabhängig von jeglichen Differenzen hinsichtlich des Dienstes oder des Lebensstandes bekräftigt das Konzil die Gleichheit aller Getauften“
Unabhängig von jeglichen Differenzen hinsichtlich des Dienstes oder des Lebensstandes bekräftigt das Konzil die Gleichheit aller Getauften. Das Konzil möchte nicht, dass vergessen wird, was es bereits im Kapitel über das Volk Gottes festgestellt hat, nämlich dass das Wesen des messianischen Volkes in der Würde und Freiheit der Kinder Gottes besteht (vgl. LG, 9).
Natürlich gilt: Je größer die Gabe, desto größer auch die Verpflichtung. Deshalb betont das Konzil neben der Würde auch die Sendung der Laien in der Kirche und in der Welt. Aber worauf gründet sich diese Sendung und worin besteht sie? Das sagt uns die Beschreibung der Laien selbst, die uns das Konzil präsentiert: „Unter der Bezeichnung Laien sind hier alle Christgläubigen verstanden (…) die, durch die Taufe Christus einverleibt, zum Volk Gottes gemacht und des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes Christi auf ihre Weise teilhaftig, zu ihrem Teil die Sendung des ganzen christlichen Volkes in der Kirche und in der Welt ausüben.“ (LG, 31)
„Das heilige Volk Gottes ist niemals eine formlose Masse, sondern der Leib Christi“
Das heilige Volk Gottes ist also niemals eine formlose Masse, sondern der Leib Christi oder, wie der hl. Augustinus sagte, der Christus totus: Es ist eine organisch strukturierte Gemeinschaft, die auf der fruchtbaren Beziehung zwischen den beiden Formen der Teilhabe am Priestertum Christi beruht: dem allgemeinen Priestertum der Gläubigen und dem Amtspriestertum (vgl. LG, 10). Kraft der Taufe haben die Laien an demselben Priestertum Christi Anteil. „Da der ewige Hohepriester Christus Jesus auch durch die Laien sein Zeugnis und seinen Dienst fortsetzen will, macht er sie durch seinen Geist lebendig und treibt sie unaufhörlich an zu jedem guten und vollkommenen Werk.“ (LG, 34)
Wie könnte man in diesem Zusammenhang nicht an den heiligen Johannes Paul II. und sein Apostolisches Schreiben "Christifideles laici" (30. Dezember 1988) denken? Darin betonte er, dass „das Konzil (…) wertvolle Passagen seiner so reichhaltigen theologischen, spirituellen und pastoralen Lehre dem Wesen, der Würde, der Spiritualität, der Sendung und der Verantwortung der Laien gewidmet (hat). Und die Konzilsväter haben den Ruf Christi wiederholt und alle Laien, Männer und Frauen, gerufen, in seinem Weinberg zu arbeiten“ (n. 2). Auf diese Weise belebte mein verehrter Vorgänger das Laienapostolat neu, dem das Konzil ein eigenes Dokument gewidmet hatte, auf das wir später noch eingehen werden.
„Das weite Feld des Laienapostolats beschränkt sich nicht auf den Raum der Kirche, sondern erstreckt sich auf die ganze Welt“eralaudienz am 11. März 2026
Das weite Feld des Laienapostolats beschränkt sich nicht auf den Raum der Kirche, sondern erstreckt sich auf die ganze Welt. Die Kirche ist nämlich überall dort gegenwärtig, wo ihre Kinder das Evangelium bekennen und bezeugen: am Arbeitsplatz, in der Zivilgesellschaft und in allen menschlichen Beziehungen, dort, wo sie durch ihre Entscheidungen die Schönheit des christlichen Lebens zeigen, das hier und jetzt die Gerechtigkeit und den Frieden vorwegnimmt, die im Reich Gottes ihre Vollendung finden werden. Die Welt muss „vom Geist Christi erfüllt werden und in Gerechtigkeit, Liebe und Frieden ihr Ziel wirksamer erreichen“ (LG, 36). Und dies ist nur durch den Beitrag, den Dienst und das Zeugnis der Laien möglich!
Es ist die Aufforderung, jene „Kirche im Aufbruch" zu sein, von der Papst Franziskus gesprochen hat: eine Kirche, die in der Geschichte verwurzelt ist, stets offen für die Mission, in der wir alle dazu berufen sind, Jünger und Missionare, Apostel des Evangeliums, Zeugen des Reiches Gottes und Träger der Freude Christi zu sein, dem wir begegnet sind!
Brüder und Schwestern, möge das Osterfest, auf das wir uns vorbereiten, in uns die Gnade erneuern, wie Maria Magdalena, wie Petrus und Johannes Zeugen des Auferstandenen zu sein!"
Quelle: vaticannews
Dienstag, 31. März 2026
Castel Gandolfo
Papst Leo XIV ist vor den bevorstehenden Feierlichkkeiten der Karwoche noch einmal für eine kurze Erholungspause nach Castel Gandolfo zurückgekehrt.
KREUZWEG IM KOLOSSEUM....
wie das vaticanische Presseamt bekannt gibt, wird Papst Leo XIV am kommenden Karfreitag beim traditionellen Kreuzweg im Kolosseum das Kreuz selbst tragen. vaticannews berichtet: klicken
"KREUZWEG IM KOLOSSEUM: PAPST LEO XIV WIRD DAS KREUZ SELBST TRAGEN"
Papst Leo XIV. wird am kommenden Freitag, 3. April, erstmals dem traditionellen Kreuzweg am römischen Kolosseum vorstehen. Dabei wird er an jeder Station das Kreuz selbst tragen. In den Vorjahren übernahmen dies wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Papst Franziskus jeweils wechselnde Gläubige. Die Meditationen für den Ritus, der den Weg Jesu nach Golgotha in Erinnerung ruft, wurden vom Franziskaner Pater Francesco Patton verfasst.
Papst Leo XIV. wird bei seinem ersten Kreuzweg beim Kolosseum am Karfreitag, 3. April, das Kreuz an allen 14 Stationen tragen. Die Texte für die Meditationen über den Weg Jesu bis nach Golgotha hat der Italiener Pater Francesco Patton verfasst, der von 2016 bis 2025 Kustos des Heiligen Landes war. Das teilte das Presseamt des Heiligen Stuhls mit. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass die Texte am Freitagvormittag gegen 12 Uhr veröffentlichen werden sollen.
Der Minderbruder Patton, der nach seinem Dienst in der Kustodie mittlerweile am Berg Nebo in Jordanien lebt, hat sich mehrfach als Sprecher für das Leid der Menschen im Nahen Osten eingesetzt, insbesondere in der aktuellen sensiblen Situation, der sich die Menschen im Heiligen Land gegenüber sehen.
Im vergangenen Jahr, wie auch 2024, waren die Meditationen für den traditionellen Kreuzweg von Papst Franziskus verfasst worden, der nach einem längeren Aufenthalt im Gemelli-Krankenhaus kurz vor Ostern 2025 wieder in sein Vatikandomizil im Gästehaus Santa Marta zurückgekehrt war. Den Ritus am damaligen Karfreitag, der 2025 auf den 18. April fiel, leitete damals auf Anweisung des argentinischen Papstes der Kardinalvikar für die Diözese Rom, Baldo Reina."
Quelle: vaticannews
Fundstück
...der wie immer lesenswerte Montagskick von Peter Winnemöller bei kathnet -heute zum Thema "Laienpredigt". Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"BESSER KEINE LAIENPREDIGT"
beginnt der Montagskick so - ZITAT
" Zahlreiche Kirchenrechtler, Theologen und letztlich auch Bischöfe haben sich in der einen oder anderen Weise über die Laienpredigt geäußert. Worum geht es? Die Deutsche Bischofskonferenz möchte infolge eines Beschlusses des Synodalen Weges erreichen, dass Laien in Deutschland ganz regulär in der Heiligen Messe die Homilie halten dürfen sollen. Es geht also weniger um eine Predigt, Gardinenpredigt, Moralpredigt, politische Predigt, sondern es geht um das, was im Ordo missae nach dem II. Vatikanum im Anschluss an das Evangelium folgt. Dort steht Homilie. Eine Homilie ist eine Auslegung der Heiligen Schrift. Es soll also das Evangelium und die Lesungen (vom Zelebranten) ausgelegt werden. Auch dies war in den Jahren nach der Liturgiereform gar nicht so unbedingt bewusst. So gab es beispielsweise in den 80er Jahren in Osnabrück am Dom einen Predigtdienst von Priestern, bei dem ein Priester in allen, damals fünf, Messen am Sonntag predigte. Eine Gruppe von Domkapitularen, Domvikaren und der Dompfarrer teilten sich den Dienst. Gedacht war das als Entlastung für die am Dom tätigen Geistlichen. Es war nicht uninteressant, sich so eine Predigt zwei- oder dreimal anzuhören, weil sie sich tatsächlich von Samstagabend bis Sonntagabend veränderte. Was gut gedacht war, so zeigte sich später, war nicht im Sinne des Konzils." (...)
Quelle: P. Winnemöller, kathnet
Montag, 30. März 2026
Der Garten Gethsemane
Der Garten Gethsemane in Jerusalem - mit einem mehr als 2000 Jahre alten Ölbaum....
Ernennungen
Salvatore Cernuzio und Mario Galgano berichten bei vaticannews über die heute vom Vatican bekannt gegebenen Ernennungen durch Papst Leo XIV. Dabei handelt es sich um die Ernennung von Erzbischof Paolo Rudelli zum Substituten des Staatssekretariates, von Erzbischof Edgar Pena Perra zum Nuntius in Italien und San Marino und von Erzbischof Petar Rajic zum Präfekten des Päpstlichen Hauses. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"VATIKAN-NEUE BESETZUNGEN IM STAATSSEKRETARIAT UND IN DER PRÄFEKTUR."
beginnt der Bericht so- ZITAT
"In einer umfassenden personellen Neuordnung hat Papst Leo XIV. an diesem Montag Schlüsselpositionen innerhalb des Vatikans neu vergeben. Die Ernennungen betreffen die Sektion für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats, die diplomatische Vertretung in Italien sowie die Leitung der Präfektur des Päpstlichen Hauses.
Zum neuen Substituten für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats ernannte der Papst den bisherigen Nuntius in Kolumbien, Erzbischof Paolo Rudelli. Das Amt des Substituten gilt als eine der einflussreichsten Positionen innerhalb des Vatikans und wird oft mit der Funktion eines Innenministers verglichen, Erzbischof Edgar Pena Perra zum Nuntius in Italien und San Marino und von
Der 55-jährige Rudelli stammt aus der Diözese Bergamo und trat 2001 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Stationen in Ecuador und Polen sowie einer Tätigkeit im Staatssekretariat war er ständiger Beobachter beim Europarat in Straßburg. Vor seiner Zeit in Kolumbien vertrat er den Papst ab 2020 als Nuntius in Simbabwe. Rudelli folgt auf Erzbischof Edgar Peña Parra." (...)
Quelle: S. Cernuzio, M.Galgano, vaticannews
Wendepunkt?
In seiner heutigen Kolumne für Monday-at-the-Vatican kommentiert A.Gagliarducci Papst Leos Botschaft an die französischen Bischöfe. Hier geht´s zum Original: klicken
"LEO XIV-AUF DEM WEG ZU EINEM WENDEPUNKT?"
Mit einer klugen und durchdachten Stellungnahme richtete Leo XIV. den Fokus neu aus und hat zugleich die Frage der Verwendung des alten Ritus relativiert.
In einer Botschaft an die französischen Bischöfe, die sich zu ihrer regelmäßigen Vollversammlung in Lourdes versammelt hatten, äußerte der Papst seine Hoffnung, der Heilige Geist möge die Bischöfe dazu bewegen, „konkrete Lösungen zu finden, die die großzügige Einbeziehung derer ermöglichen, die sich aufrichtig zum Vetus Ordo, also den älteren Riten, bekennen, und zwar gemäß den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Liturgie.“
Diese Aussage ist aus mehreren Gründen klug, nicht zuletzt, weil sie die vom Zweiten Vatikanischen Konzil festgelegten Reformrichtlinien zitiert. Diese schufen Handlungsspielraum für die Bischöfe, ohne mit den von Papst Franziskus formulierten Zielen zur Einschränkung der traditionellen lateinischen Messe im Jahr 2021 zu brechen. Gleichzeitig verschweigt sie jedoch auffällig Franziskus' höchst unpopuläres Motu proprio „Traditionis custodes“, mit dem er die alte Messe einschränkte.
Leo XIV. zeigte damit seinen Wunsch, über Papst Franziskus hinauszugehen, also einen „liturgischen Frieden“ anzustreben, der der Kirche heute von großem Nutzen sein würde. Leo räumte auch ein – wenn auch ohne Schuldzuweisungen –, dass Papst Franziskus mit „Traditionis custodes“ eine Spaltung verursacht hatte, die nur schwer zu überwinden sein würde.
Leo XIV., der sich mit einer Kirche in Frankreich konfrontiert sah, die die stetig steigende Zahl von Erwachsenentaufen in einem im Allgemeinen traditionsbewussten Glauben hinterfragte, betonte, dass jene Gläubigen, die sich dem alten Ritus am nächsten fühlen, nicht an den Rand gedrängt werden dürften.
Der Schritt des Papstes ist bemerkenswert, da er nahelegt, dass das Problem gelöst werden könnte. Darüber hinaus zelebrierte in Frankreich sogar ein nicht-traditionalistischer Bischof wie Kardinal Jean-Marc Aveline, der heutige Präsident der französischen Bischofskonferenz, die Taufe im alten Ritus, um eine bedeutende Gruppe von Gläubigen, die dennoch der katholischen Tradition treu bleiben, nicht zu verlieren.
Das Thema ist weitreichend. Angesichts der zunehmenden Säkularisierung beobachten wir ein stetig wachsendes Interesse an der Tradition der Kirche, das sich auch in der Verwendung des alten Ritus widerspiegelt. Die Rückkehr zur Kirche und zum Glauben lässt sich auch in Ländern wie der Schweiz beobachten, wo das Bischofsportal catt.ch eine umfangreiche Studie zur Glaubensrückkehr und dem Anstieg der Erwachsenentaufen durchgeführt hat.
Die Erreichung des liturgischen Friedens wäre ein großer Erfolg für Leo XIV. und die Kirche.
Sonntag, 29. März 2026
Rückblick auf die Monacoreise
Vaticannews veröffentlicht das Interview, das Jean-Charles Putzolu in Monaco mit Erzbischof Dominique Marie David zum gestrigen Papstbesuch geführt hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"DER ERZBISCHOF VON MONACO: DER PAPSTBESUCH WAR "AUSSERGEWÖHNLICH".
Für den Erzbischof von Monaco, Dominique Marie David, steht außer Frage, daß der intensive Papstbesuch im Fürstentum Monaco Früchte tragen wird. Das sagte er gegenüber Vatican News am Samstag zum Abschluss der neunstündigen Papstreise in dem Fürstentum
„Es war ein außergewöhnlicher Tag, außergewöhnlich reichhaltig, außergewöhnlich freudig, außergewöhnlich leidenschaftlich“, kommentierte der Geistliche den Besuch gegenüber Vatican News. Er hatte Papst XIV. am Ende der Reise zum Hubschrauberlandeplatz begleitet, von wo der Pontifex am Samstagabend wieder nach Rom zurückflog. Erzbischof David dankte bei dieser Gelegenheit den mehreren hundert Freiwilligen, die für einen reibungslosen Ablauf des Papstbesuches gesorgt hatten.
Im Interview mit Vatican News blickte David auf die Papstreise und die von Leo XIV. angesprochenen Themen zurück. In seiner ersten Ansprache vom Balkon des Fürstenpalastes im zweitkleinsten Staat der Welt hatte er darauf hingewiesen, dass es in der Bibel oft die Kleinsten seien, die Geschichte geschrieben hätten: „Klein zu sein ist keine Ausrede, sondern eine Verantwortung, die man demütig annehmen muss.“
Eine Verantwortung, die mit einer Mission einhergeht, machte der Papst in Monaco klar: das Verständnis der Soziallehre der Kirche zu vertiefen und entsprechend gute Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln. In dem Stadtstaat – wo, wie Bischof David einräumte, „wir weder naiv noch blind sind“, „die Superreichen, Yachten und Casinos“ das Stereotyp einer Realität aufrechterhalten, die „weder Teil unseres Alltags noch des Alltags der Kirche ist“ – sind es nicht Äußerlichkeiten, die Christus interessieren.
Leo XIV. hatte zur Reflexion über die Umverteilung von Reichtum angeregt. Der Erzbischof führte das Beispiel von Zachäus an, „der nach der Begegnung mit Jesus unglaublich großzügig wurde, mehr gab, als er nahm, und einen großen Teil seines Besitzes den Armen gab“. David betonte die Realität der Großzügigkeit der wohlhabendsten Monegassen, „sowohl innerhalb monegassischer Vereinigungen als auch darüber hinaus. Ich bin Zeuge dessen mit Ehrfurcht, aber wir wagen es nicht, darüber zu sprechen.“
Aufmerksamkeit für die Katechumenen
„Der Papst hat zur Kenntnis genommen, was wir alle beobachten“, merkte Erzbischof David an. Der starke Anstieg der Taufbewerber, in Monaco wie in mehreren europäischen Ländern, „ist letztlich eines der Zeichen der Zeit, das wir annehmen müssen, nicht nur mit kurzfristiger Genugtuung“, sondern mit langfristiger Unterstützung. „Ich bin mir dieser Verantwortung sehr bewusst. Aber wie vermitteln wir sie in unseren Pfarrgemeinden, die mitunter etwas selbstzufrieden geworden sind, ohne sich immer wieder selbst zu hinterfragen?“, fragte er.
Das sei eines der Themen, die nach dem Papstbesuch Anlass zur Reflexion gäben, „denn diese Bewegung der Katechumenen war letztes Jahr, auch in Monaco, recht überraschend und hat auch dieses Jahr wieder überrascht. Das bedeutet, dass es sich nicht nur um ein überraschendes und beispielloses Ereignis handelt, sondern um eine Art Bodenbewegung, die sich immer stärker entwickelt.“
Die Früchte des Besuchs kultivieren
„Mit seinem Besuch im Fürstentum Monaco am Vorabend des Gedenkens an Christi Einzug in Jerusalem hat uns der Papst auf den zweiten Teil des Palmsonntags, den Palmsonntag und Passionssonntag, vorbereitet“, erklärte Bischof David. „Jeder von uns wird Christus im Augenblick seines Leidens von Angesicht zu Angesicht begegnen.“ Und er fuhr fort: „Durch all das bereichert, was der Papst uns am Samstag gesagt hat, wird die Karwoche wohl anders erlebt werden und jedem von uns ermöglichen, tiefer in die Beziehung zu Christus, in das Geheimnis Christi einzutauchen und dieses Geheimnis zu umarmen.“
Durch dieses Leiden Christi, so erinnerte der Bischof, habe Leo XIV. in seiner Predigt im Stade Louis II „alle Leidenschaften der Welt im Sinne von Leid und dem wiederkehrenden Bösen“ angesprochen. Und weiter: „Der Papst erinnerte uns an die Auferstehung und an diese Kraft der Liebe, die stärker und mächtiger ist als alles Leid, aller Hass, alle Kriege.“ Der Erzbischof fügte hinzu: „Die liturgische Zeit bietet die ideale Gelegenheit, in unseren persönlichen und gemeinschaftlichen Gebeten der kommenden Tage das zu erfahren, was der Papst uns gesagt hat.“
Leo XIV. habe den Lärm der Waffen angeprangert – heute gewinne man den „Eindruck, Krieg sei in Mode gekommen“, so Erzbischof David, „das ist die Gefahr unserer etwas sterilisierten, hochindividualisierten Gesellschaften. Wir sind emotional aufgewühlt, weil wir schreckliche Bilder im Fernsehen sehen, und am nächsten Tag fallen wir in unsere alten Gewohnheiten zurück.“ Die Worte des Papstes lüden dazu ein, anders zu handeln: „Der Papst hat Alarm geschlagen“, so der monegassische Erzbischof.
Was Monaco betreffe, versicherte er: „Nichts, was die Welt erlebt, bleibt uns gleichgültig und berührt uns nicht auf die eine oder andere Weise“ im Fürstentum – aufgrund seines kosmopolitischen Charakters und der über 140 Nationalitäten, die in dem kleinen Staat vertreten sind. „Wir dürfen uns nicht die Sorgen um unsere Brüder und Schwestern verschließen, wo immer sie sich auch befinden mögen“, betont Erzbischof David.
Papst Leo XIV. ist zufrieden
Der Erzbischof begleitete Leo XIV. während seines neunstündigen Besuchs im Fürstentum Monaco und verfolgte jeden Moment dieses „historischen“ 28. März. Beim Mittagessen konnte er sich im Speisesaal des Erzbischöflichen Palastes, in dem nur wenige der engsten Vertrauten des Papstes anwesend waren, in einem intimeren Rahmen mit dem Nachfolger Petri unterhalten. „Leo XIV. spricht nicht den ganzen Tag über sein Leben. Er ist diskret“, vertraute er Vatican News an. „Er weiß zuzuhören und Interesse zu zeigen oder die Frage zu stellen, die zu weiteren, tiefergehenden Gesprächen anregt.“
Während des Essens, das der Bischof als „Zeit der Gemeinschaft“ und „brüderliche Pause“ organisiert hatte, erwähnte er einige gemeinsame Verbindungen zum Fürstentum, „seit wir erfahren haben, dass ein Teil seiner Familie“ aus Monaco stammt. Erzbischof David erinnerte sich an ein „einfaches Gespräch“: „Wir haben versucht, die Atmosphäre locker und ungezwungen zu halten.“ „Wir konnten uns austauschen und ohne vorgegebenes Programm miteinander reden.“ Ohne den Inhalt der Gespräche preiszugeben, schloss Bischof David: „Ich glaube jedenfalls, dass er diese Mission intensiv lebt, und in seinem Blick und seiner Aufmerksamkeit spürten wir den guten Hirten, der sich um seine Herde kümmert.“
Quelle: J.C.Putzolu vaticannews