Sonntag, 22. März 2026

In Illo Tempore

 Auch heute am ersten Passions-Sontag der Fastenzeit setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie der Sonntage im Kirchenjahr fort. 

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   "IN ILLO TEMPORE:  ERSTER PASSIONSSONNTAG"

Von den Sonntagen vor der Fastenzeit an hat uns die Heilige Mutter Kirche in ein liturgisches Sterben geführt. Zuerst verstummten Halleluja und Gloria. Veilchen erschienen sonntags als Vorboten des kommenden Fastens. Dann vertiefte die Fastenzeit selbst den Mangel Tag für Tag, abgesehen von den Hochfesten. Blumen verschwanden. Instrumentalmusik verstummte. Selbst der Laetare- Sonntag mit seinen rosafarbenen Gewändern und der kurzzeitigen Lockerung der Strenge war nur ein kurzer Wärmestrahl durch kaltes Wasser, ein flüchtiger Blick auf Ostern, bevor die Kirche wieder Luft holte und erneut in die Tiefe stürzte. Die Passionszeit leitet nun den endgültigen Abstieg ein.

Dieser Sonntag, der erste Sonntag nach Ostern, führt uns in die bewegte Zeit vor Ostern, bis zum ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings. Die römische Station ist der Petersdom auf dem Vatikanischen Hügel, geheiligt nicht nur durch das Grab des Apostelfürsten, sondern auch durch den alten Brauch der Priesterweihe nach der Vigil. Die Liturgie richtet ihren Blick ganz auf Christus. Gebete, Lesungen und feierliche Gesten der Kirche kreisen nun um den unschuldigen Christus, der verfolgt, bekämpft, widersprochen und schließlich dem Blick der Menschen entzogen wurde. In dieser Zeit gedenkt die Kirche nicht nur der Passion als einer fernen historischen Begebenheit. Sie formt uns sakramental nach ihr. Sie läutert uns durch Entbehrung, damit wir mit Christus durch den Tod zum Leben gelangen.

Der Kontext der Evangeliumslesung: Wir befinden uns noch immer in Johannes 8, im Tempelbezirk, in der Schatzkammer, in der feierlichen Atmosphäre von Sukkot, dem Laubhüttenfest. Erst kurz zuvor, am Ende dieser großen Festwoche, hatten die hoch aufragenden Leuchter des Tempels so hell erstrahlt, dass ihr Licht in der ganzen Stadt zu sehen war. Vor diesem Hintergrund erklärte Christus: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Während desselben Festes wurde Wasser und Wein ausgegossen, um Regen gebetet und nach göttlicher Erquickung gesehnt. Auch dort rief der Herr: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37). Das Johannesevangelium ist vom Licht durchdrungen, und die frühe Kirche verband Erleuchtung mit der Taufe. Es ist daher passend, dass zu Beginn der Passionszeit derjenige, der das Licht ist, sich auch verbirgt, denn göttliches Licht erlischt nicht, wenn es verhüllt ist. Es wird nur noch intensiver gesucht.

In dieser Zeit drängt der Herr seine Zuhörer mit der Frage: „Wer von euch kann mich von Sünde überzeugen?“ Er, den der Hebräerbrief als sündenlosen Hohepriester darstellt, steht vor Menschen, die selbst in der Sünde gefangen und über die Wahrheit erzürnt sind. Sie beschuldigen ihn, von einem Dämon besessen zu sein. Er antwortet mit majestätischer Ruhe und spricht dann das Wort, das die Szene entfacht: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Johannes 8,58), das heißt, die Behauptung göttlicher Identität selbst, im Griechischen ἐγώ εἰμι, „Ich bin“, und widerhallend in der Ehrfurcht gebietenden Majestät des göttlichen Namens. Sie verstehen, was er behauptet. Sie greifen zu Steinen. Dann folgt die Zeile, die die römische Liturgietradition mit Genie aufgriff und entfaltete: „ Iesus autem abscondit se … aber Jesus verbarg sich“ (Johannes 8,59).

Dieser kurze Vers prägt seit über einem Jahrtausend die Sitten der Kirche. Denn „ Iesus autem abscondit se “ (Jesus aber verbirgt sich), werden Kreuze und heilige Bilder seither verhüllt. Die Passionszeit bringt einen weiteren Entzug des Sehens mit sich. Was das Auge liebt, ist verborgen. Was das Herz liebt, muss im Glauben gesucht werden. Frühere Jahrhunderte kannten das Kreuz oft vor allem als Zeichen des Triumphs. Frühe Kreuze waren häufig ein „ crux gemmata“ , ein juwelenbesetztes Kreuz, strahlend vor Sieg. Die Meditation der Kirche über die Passion vertiefte sich, und so vertieften sich auch ihre Riten. Purpurne Schleier bedeckten Kruzifixe, Statuen und Pietà-Szenen. Der verborgene Christus des Evangeliums findet sein Echo im verborgenen Christus des Heiligtums. Die Heiligen sind mit ihm verborgen, wie die Glieder mit ihrem Haupt. Das Auge wird zum Hungern gebracht. Das Herz wird durch den Verlust bewegt.

Angelus

heute auf dem Petersplatz im Regen.  Hier gehts´zum Original:  klicken

WORTLAUT DER KATECHESE DES HL. VATERS BEIM ANGELUS AM 22. MÄRZ

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

An diesem fünften Fastensonntag wird in der Liturgie das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus verkündet (vgl. Joh 11,1-45).

Auf dem Weg durch die Fastenzeit ist dies ein Zeichen, das vom Sieg Christi über den Tod und vom Geschenk des ewigen Lebens spricht, das wir durch die Taufe empfangen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1265). Jesus sagt heute auch zu uns, wie zu Marta, der Schwester des Lazarus: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25-26).

„Die Liturgie lädt ein, uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen“

So lädt uns die Liturgie ein, in der unmittelbar bevorstehenden Karwoche die Ereignisse der Passion des Herrn – den Einzug in Jerusalem, das Letzte Abendmahl, den Prozess, die Kreuzigung, die Grablegung – in diesem Licht neu zu erleben, um ihren wahrhaftigen Sinn zu erfassen und uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen, das sie in sich bergen.

Denn im auferstandenen Christus, dem Sieger über den Tod, der durch die Gnade der Taufe in uns lebt, finden diese Ereignisse ihre Erfüllung – zu unserem Heil und zur Fülle des Lebens.

Seine Gnade erleuchtet diese Welt, die ständig auf der Suche nach Neuem und nach Veränderung zu sein scheint, selbst wenn dies bedeutet, wichtige Dinge – Zeit, Energie, Werte, Zuneigung – zu opfern, als ob Ruhm, materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen unser Herz erfüllen oder uns unsterblich machen könnten. Dies ist ein Zeichen für das Verlangen nach Unendlichkeit, das jeder von uns in sich trägt, dessen Erfüllung jedoch nicht dem Vergänglichen anvertraut werden kann. Nichts Endliches kann unseren inneren Durst stillen, denn wir sind auf Gott hin geschaffen, und wir finden keinen Frieden, solange wir nicht in ihm ruhen (vgl. Confessiones, I, 1.1).

Gräber des Egoismus 

Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus lädt uns also dazu ein, auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören und mit der Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen von Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen zu befreien, die uns wie Felsbrocken im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen. An diesen Orten gibt es kein Leben, sondern nur Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit.

Auch uns ruft Jesus zu: »Komm heraus!« (Joh 11,43) und spornt uns damit an, durch seine Gnade erneuert aus diesen engen Räumen herauszutreten, um im Licht der Liebe zu wandeln – als neue Frauen und Männer, die nach dem Vorbild seiner unendlichen Liebe fähig sind, ohne Berechnung und ohne Maß zu hoffen und zu lieben.

Die Jungfrau Maria möge uns helfen, diese heiligen Tage so zu leben: mit ihrem Glauben, mit ihrem Vertrauen, mit ihrer Treue, damit sich auch für uns jeden Tag die erleuchtende Erfahrung der Begegnung mit ihrem auferstandenen Sohn erneuert."

Quelle. vaticannews

        

Heute vor 80 Jahren, am 22. März 1946

ist der Bischof von Münster, Kardinal Graf von Galen unmittelbar nach einer Rückkehr aus Rom in Münster gestorben. Daß der als. "Löwe von Münster" bekannte Kirchenmann aus der sicheren Warte der späten Bundesrepublik vorwarfen, er habe nicht genug zum Schutz der Juden getan, spricht nur gegen die Urheber in den warmen Feuilletonstuben, über deren Mut im Angesicht einer Tyrannei nur deren Phantasien Auskunft geben. Vatican-news berichten.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"SYMBOL DES WIDERSTANDS: VOR 80  JAHREN STARB KARDINAL VON GALEN" 

Den Deutschen galt er als Symbolfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Auch für viele Ausländer war er einer der wenigen guten Deutschen der NS-Zeit.

Mit dem Ehrentitel „Löwe von Münster“ ging Kardinal Clemens August von Galen in die Geschichte ein. Vor 80 Jahren, am 22. März 1946, starb der Bischof von Münster - kurz nach der triumphalen Rückkehr von seiner Kardinalsernennung aus Rom.

Jubel und Tod lagen eng beieinander: Am 21. Februar 1946 hatte ihn Papst Pius XII. wegen seiner Haltung während der NS-Zeit zum Kardinal ernannt. Am 16. März kehrte Galen aus Rom zurück. 50.000 Menschen empfingen ihn in seiner Bischofsstadt. Vor der Trümmerlandschaft der Domruine zitierte der Kardinal das Christus-Wort „... und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“.

Verschleppte Blinddarmentzündung


Sechs Tage später erlag der 68-Jährige einer verschleppten Blinddarmentzündung. „Ein Streiter fürs Recht, ein Ritter zwischen Tod und Teufel, ist gestorben.“ So würdigte ihn damals „Die Zeit“. 2005 wurde er seliggesprochen. Erst kürzlich forderte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, eine baldige Heiligsprechung des Kardinals.

Sein Wahlspruch lautete „Nec laudibus nec timore“ (Weder durch Menschenlob noch Menschenfurcht). Allerdings: Am glänzenden Denkmal haben Historiker einige Kratzer ausgemacht: Kritisiert wird insbesondere seine bisweilen autoritäre, die Demokratie ablehnende Haltung und sein Antibolschewismus, der ihn 1941 trotz seiner Kritik am NS-Regime den Russlandfeldzug begrüßen ließ.

Konservativ-katholische Weltanschauung


Galen wurde 1878 als Sohn des Grafen und Reichstagsabgeordneten des Zentrums, Ferdinand von Galen, und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Reichsgräfin von Spee, auf Burg Dinklage im oldenburgischen Münsterland geboren. Fleiß, Traditionsbewusstsein, Obrigkeitshörigkeit und eine konservativ-katholische Weltanschauung - das waren die Werte, die dem elften von 13 Kindern mit in die Wiege gelegt wurden. 

Galens Amtszeit als Bischof fiel beinahe mit der Dauer des Dritten Reiches zusammen. Am 23. Oktober 1933 wurde der 55-Jährige zum Bischof von Münster geweiht. Zuvor war er Pfarrer in Berlin gewesen, aber 1929 vom damaligen Münsteraner Bischof zurück nach Westfalen geholt worden. Dort sollte er als Pfarrer der Münsteraner Stadtkirche Sankt Lamberti den teilweise zur rechtskonservativen DNVP oder sogar zur NSDAP driftenden westfälischen Adel zurückholen.

Anfangs war der national-konservative und den demokratischen Parteien kritisch gegenüberstehene Galen den Nationalsozialisten als Bischof nicht unwillkommen. An seiner Weihe im Dom zu Münster nahmen SA-Formationen mit Hakenkreuzfahnen teil. Für Galen selbst stand die grundsätzliche Rechtmäßigkeit der NS-Regierung außer Zweifel. Doch schon 1934 wandte sich der hochgewachsene Geistliche gegen eine völkisch-rassistische Umdeutung des Christentums und brandmarkte die rassistische und an pseudogermanische Religionsvorstellungen anknüpfende Ideologie des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg.

Staatsfeind und Landesverräter

Spätestens im Sommer 1941 wurde der Bischof in den Augen Hitlers und seines Propagandaministers Joseph Goebbels zum „Staatsfeind“ und „Landesverräter“. In drei Predigten wandte er sich gegen Euthanasie, Nazi-Terror und Willkür. Als einer von wenigen Bischöfen rang er sich zu öffentlichem Protest durch; Abschriften seiner Predigten wurden über Deutschland hinaus und an allen Fronten verbreitet. „Der physischen Übermacht der Gestapo steht jeder deutsche Staatsbürger völlig schutzlos und wehrlos gegenüber“, hieß es darin. 

Am 3. August 1941 prangerte von Galen den organisierten Mord an Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen an und trug damit wohl dazu bei, dass die Nazis das sogenannte Euthanasie-Programm zumindest vorübergehend stark einschränkten: „Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den ,unproduktiven‘ Menschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden.“ Hitler schäumte vor Wut. Doch die Abrechnung glaubte er auf die Zeit nach dem Krieg verschieben zu müssen. Das Rheinland und Westfalen seien für den Krieg abzuschreiben, wenn man aus dem Bischof einen Märtyrer mache. 

Galen wurde von Historikern später auch vorgehalten, er habe in erster Linie für die Rechte der Kirche gekämpft und nichts für die bedrohten Juden getan. Ein Vorwurf allerdings, der außer Acht lässt, dass der Bischof auf bereits geplante öffentliche Proteste verzichtete, weil Juden selbst ihn darum baten. Sie fürchteten, dass die Nazis, wie in den Niederlanden geschehen, dann erst recht zuschlagen würden."

Quelle: vaticannews

Samstag, 21. März 2026

J.S. Bach am Samstag Abend

 Sinfonia in D-Dur,  BWV 249a, 

                   

Die dritte Fastenpredigt

Benedetta Capelli und Stefan von Kempis berichten für vaticannews über die dritte Fstenpredigt, die der päpstliche Hausprediger Roberto Pasolini gestern gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

DRITTE FASTENPREDIGT IM VATIKAN: THEMA DIE EVANGELISIERUNG

Ist Mission noch zeitgemäß, und wenn ja – wie sollte sie durchgeführt werden? Mit diesem Thema beschäftigte sich an diesem Freitag eine Fastenpredigt im Vatikan.

Dabei lauschten Papst Leo  – ein früherer Missionar in Peru – und zahlreiche Vertreter der römischen Kurie dem päpstlichen Hausprediger, dem Kapuziner Roberto Pasolini. Es war seine dritte Fastenpredigt in der laufenden Fastenzeit, und als Schauplatz diente die Audienzhalle im Vatikan.

Pasolini ging von der geistlichen Erfahrung seines Ordensgründers aus, des hl. Franz von Assisi, und destillierte daraus einen vielschichtigen Weg der Evangelisierung: Sich selbst in Demut einbringen. Gleichzeitig bereit sein, sich auf die Sensibilität der anderen einzulassen. Keine Antworten geben, sondern Fragen aufwerfen und einen Dialog in Gang bringen. Und immer bereit sein, in einer „Dynamik der Liebe“ sich auch vom Gegenüber bereichern zu lassen. Auf keinen Fall dürfe die Verkündigung des Evangeliums „aus einer Position der Überlegenheit oder der Kontrolle“ heraus erfolgen, denn dies würde sie verraten.

„Unsere Glaubwürdigkeit entspringt nicht unserer Rolle, sondern einem Leben, das bereit ist, sich auf diese Dynamik der Liebe einzulassen. Das ist es, was Franziskus intuitiv erkannt hat, als er seine Brüder ‚Minoriten‘ nannte: Er gab ihnen keinen Titel, sondern wies ihnen eine konkrete Art und Weise zu, in der Welt zu stehen. Gerade diese Kleinheit, diese gelebte Demut, macht die Verkündigung des Evangeliums fruchtbar.“

                „Das Evangelium nimmt im Leben Gestalt an“

Ausgangspunkt jeder Mission sei „der Wunsch, die Erfahrung des Evangeliums mit anderen zu teilen“. Allerdings könne man nicht gut „von dem sprechen, was noch keine Wurzeln im eigenen Leben geschlagen hat“. Darum muss jeder, der das Evangelium weitertragen will, zunächst an sich selbst arbeiten.

„Christus ist keine Information, die weitergegeben werden muss, sondern ein Geheimnis, das im Menschlichen wohnt und darum bittet, erkannt zu werden, damit es im Leben zum Vorschein kommen kann. Das Evangelium wird nicht wie eine einfache Nachricht vermittelt; es schenkt sich wie ein Leben, das langsam Gestalt annimmt.“

                                                                  Wie eine Geburt

Als Beispiel dafür, wie die Gegenwart Gottes im Herzen des Menschen aufkeimt, bemühte Pasolini die Geburt eines Kindes. „Zuerst nimmt Christus Raum in uns ein, in der Stille, im Gebet, in den täglichen Entscheidungen. Und erst danach kann er nach außen hin sichtbar werden, in der Art und Weise, wie wir mit anderen umgehen.“ Nicht wir selbst seien der Mittelpunkt der Verkündigung, sondern Gott, der durch uns transparent und zugänglich sein wolle für andere. Wichtig sei es in dieser Hinsicht, sein Gegenüber in seiner Menschlichkeit ernstzunehmen und zu schätzen.

„Evangelisieren bedeutet in dieser Perspektive, den anderen – auch ohne etwas zu sagen – zu vermitteln, dass es schön ist, dass sie existieren, dass ihr Leben Wert hat. Nicht, um sie einfach in dem zu bestätigen, was sie sind, sondern um sie dabei zu begleiten, nach und nach die Wahrheit und die Schönheit zu erkennen, die sie in sich tragen, ohne es eilig zu haben, sie auf unsere Vorstellungen hinzuführen.“

                                                         Bloß nicht abstrakt werden

Der Kapuziner hatte noch eine ganze Reihe weiterer Tipps in Sachen Evangelisierung parat: Die Gegenwart Gottes im anderen erkennen, vor allem, und sich ihm mit Respekt nähern. Das seien die wesentlichen Voraussetzungen für einen Dialog. Außerdem: Zuhören – und auf keinen Fall irgendwelche abstrakten Theorien äußern.

„Wenn Worte aus einer realen Erfahrung entstehen, erreichen sie die anderen. Wenn sie hingegen abstrakt und unpersönlich bleiben, überzeugen sie niemanden. Nicht einmal uns, die wir sie aussprechen. Das Evangelium zu verkünden bedeutet, sich dem Leben der anderen mit Respekt zu nähern und anzuerkennen, dass in der Komplexität ihres Lebens bereits eine Suche nach Sinn, nach dem Guten, nach der Wahrheit vorhanden ist. 

                                        Die Verschiedenheit bewahren

Der hl. Franziskus sei am Rand des fünften Kreuzzugs dem ägyptischen Sultan Al-Malik al-Kamil einfach und schutzlos gegenübergetreten. Auf den ersten Blick sei dabei wenig passiert: Der Sultan bekehrte sich nicht, und Franziskus finde nicht das Martyrium, das er gesucht habe. Und dennoch sei diese Begegnung ein Moment des Dialogs und des Wachstums gewesen, aus dem sich noch heute lernen lasse. Franz von Assisi habe nicht versucht, dem Sultan seine eigene Vorstellung aufzuzwingen, sondern er habe sich dem anderen so gestellt, wie er war. Das Wunder bestehe darin, dass zwei Männer mitten im Krieg die Menschlichkeit des anderen entdeckt und sich in Frieden getrennt hätten.

„Das Evangelium verkündet man nicht, um zu siegen, sondern um jemandem zu begegnen. Der andere ist kein Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern eine Schwelle, vor der man innehält und darauf wartet, aufgenommen zu werden. Evangelisieren bedeutet nicht, die Distanz um jeden Preis zu verkürzen, sondern sie zu durchqueren, ohne sie auszulöschen, und den Unterschied als den Raum zu bewahren, in dem Gott weiterhin im Herzen eines jeden wirkt.“

Quelle: B. Capelli, S.v. Kempis, vaticannews

Freitag, 20. März 2026

Audienz

Papst Leo XIV hat heute das Spanische Königspaar in Audienz empfangen

              

Donnerstag, 19. März 2026

Wie Benedetto XVI nach Pordenone kam....ein Fundstück

Stefan Kempis berichtet bei vaticannews über eine Ausstellung in Friaul-Jurisch-Venetien, die Benedikt XVI gewidmet ist, Hier geht´s zum Original  klicken

unter dem Titel:

"WIE BENEDIKT XVI DOCH NOCH NACH PORDENONE KAM"

beginnt der Bericht so- ZITAT

"Es ist so etwas wie eine postume Papstreise: Das Städtchen Pordenone in der nordöstlichen Ecke Italiens lädt derzeit zu einer Begegnung mit Benedikt XVI. ein.. 
Und das, obwohl der deutsche Papst (2005-13 sind seine Regierungsdaten, gestorben ist er Ende 2022) zu Lebzeiten nie in Pordenone war. Nur das 55 km entfernte Aquileia und das 60 km entfernte Venedig hat er 2011 als Papst besucht. Doch davon ließ sich Sandro Sandrin aus Pordenone nicht beirren: Der rührige Kultur- und Eventmanager hatte die Idee zur europaweit ersten Ausstellung über Benedikt. Und er hat den Papst nach Pordenone geholt, ein 52.000-Einwohner-Städtchen in Friaul-Julisch Venetien."
(...)

Quelle: S.v. Kempis, vaticannews

Heiliger Josef bitte für uns!

Stefan von Kempis befaßt sich bei vaticannews heute mit dem Heiligen Josef, dessen Hochfest die Kirche heute feiert. Hier geht´s zum Original:   klicken

"DIE KIRCHE FEIERT DEN GROSSEN SCHWEIGSAMEN" 

Im ganzen Neuen Testament wird kein einziges Wort von ihm überliefert – dabei war er der Bräutigam der Jungfrau Maria und der Nährvater Jesu Christi. An diesem 19. März feiert die Kirche das Hochfest des hl. Josef.

Im Vatikan ist der 19. März ein Feiertag, außerdem in Liechtenstein, Kolumbien und einigen schweizerischen Kantonen. Pius IX. erhob den hl. Josef zum Schutzpatron der Weltkirche. Seit Pius XII. ist auch der 1. Mai ein Festtag des hl. Josef, um auf diese Weise dem „Tag der Arbeit“ eine christliche Note zu verpassen.

Josef stammte nach Angaben der Evangelien aus dem Geschlecht des Königs David und wirkte als Architekt und Baumeister im galiläischen Nazaret. Er zog nach Darstellung des Lukasevangeliums zusammen mit Maria wegen einer Volkszählung nach Betlehem, wo Jesus geboren wurde, und floh anschließend mit ihr und dem Neugeborenen nach Ägypten; von dort kehrte die ganze Familie nach Nazaret zurück. Das letzte Mal wird Josef in der Heiligen Schrift erwähnt, als Maria und er den zwölfjährigen Jesus im Tempel wiederfinden. Über sein weiteres Leben und seinen Tod finden sich in der Bibel keine Angaben. In der westlichen Kirche wird ein Fest des hl. Josef erst um das Jahr 850 erwähnt – und zwar in einem Text von der Insel Reichenau.

„Ein Mensch des suchenden Herzens“

In der Neuzeit hatten viele Päpste eine besondere Verbindung zum hl. Josef. Benedikt XVI. (2005-13) hieß mit bürgerlichem Namen Josef Ratzinger, der hl. Josef war also sein Namenspatron. Für den deutschen Papst war Josef „ein Mensch des suchenden Herzens“. „Vor allem verband der hl. Josef dadurch, dass er dem Stamm Juda angehörte, Jesus mit der Nachkommenschaft Davids, so dass sich die Verheißungen über den Messias verwirklichten und der Sohn der Jungfrau Maria sich tatsächlich »Sohn Davids« nennen kann.“ (Angelus, 19.3.06) Josef war also für den Theologenpapst das missing link, der Garant der Abkommenschaft Jesu von David: ein wichtiges Element für seinen Charakter als Messias.

Eine spezielle Beziehung zum hl. Josef hatte auch Papst Franziskus (2013-25), der an einem 19. März auf dem Petersplatz in sein Amt eingeführt wurde. „In den Evangelien“, so sagte Franziskus in seiner Predigt, „erscheint Josef als ein starker, mutiger, arbeitsamer Mann, aber in seinem Innern zeigt sich eine große Zärtlichkeit, die nicht etwa die Tugend des Schwachen ist, nein, im Gegenteil: Sie deutet auf eine Seelenstärke hin und auf die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit, zu Mitleid, zu wahrer Öffnung für den anderen, zu Liebe.“ (Predigt, 19.3.2013)

„Ein Mensch der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart“

2020 veröffentlichte Franziskus ein ausführliches Schreiben zum hl. Josef. Darin heißt es: „Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe‘ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen.“ (Patris Corde, 8.12.2020)

Was den neuen Papst Leo XIV. betrifft, hat er bei einem Angelusgebet im vergangenen Dezember die Haltung des hl. Josef gewürdigt, der eine „äußerst sensible menschliche Person“ gewesen sei – „schwach und fehlbar wie wir“, aber zugleich „mutig und stark im Glauben“. „Frömmigkeit und Liebe, Barmherzigkeit und Hingabe: Das sind die Tugenden des Mannes aus Nazaret... Es sind wichtige Haltungen, die das Herz zur Begegnung mit Christus und mit den Brüdern und Schwestern erziehen…“ 

Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

Soll sich die Geschichte wiederholen?

Roberto de Mattei hat bei Corrispondenza Romana angesichts einiger Vorkommnisse im aktuellen Krieg im Mittleren Osten eine sehr lesenswerte Lektion zur Geschichte der Insel Zypern veröffentlicht, die nicht nur für Italiener interessant ist, auch wenn der Held dieser Erzählung der Venezianer Marcantonio Bragadino ist. Und am Ende stellt de Mattei eine sehr wichtige Frage.                                  Hier geht´s zum Original:  klicken

           "ZYPERN, GRENZEN DER ERINNERUNG"

Italien befindet sich nicht im Krieg und wird nicht in ihn eintreten “, erklärte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am 11. März vor dem Parlament. „ Italien beteiligt sich nicht am Krieg und wird sich auch in Zukunft nicht daran beteiligen “, bekräftigte Präsident Sergio Mattarella am 13. März in seiner Rede vor dem Obersten Verteidigungsrat im Quirinalspalast.

Man könnte natürlich hinzufügen, dass Italien niemandem formell den Krieg erklärt hat und auch zukünftig nicht erklären wird. Doch der Krieg hat Europa bereits erreicht, als in den ersten Märzwochen wiederholt Raketen und Drohnen die Insel Zypern, einen Mitgliedstaat der Europäischen Union, der auch Italien angehört, trafen. Zwar gibt es britische Militärbasen auf Zypern, doch die Bombardierungen Zyperns haben eine Bedeutung, die weit über die geopolitische Dimension hinausgeht. Zypern ist Teil der Geografie der großen Ausbreitung des Islam im Mittelmeerraum und heute mehr als nur eine Grenze der Europäischen Union. Es ist eine Grenze der Erinnerung.

 Von 1571 bis 1878 gehörte die Insel zum Osmanischen Reich und stand somit drei Jahrhunderte unter islamischer Herrschaft. Zuvor, von 1192 bis 1489, war sie die letzte Bastion der Kreuzfahrer im Mittelmeer. Das Kreuzfahrerkönigreich Zypern wurde 1191 von Richard Löwenherz während des Dritten Kreuzzugs gegründet und anschließend drei Jahrhunderte lang von der Dynastie der Lusignans regiert. Burgen wie jene, die die Berge im Norden der Insel beherrschen, und die großen gotischen Kathedralen von Famagusta zeugten von der christlichen Präsenz im Herzen des Mittelmeers. 1489 trat Katharina von Korinth, die letzte Herrscherin der Insel, sie an die Republik Venedig ab. Für die Muslime hatte die Eroberung Zyperns sowohl strategische als auch symbolische Bedeutung, da sie den letzten vom Islam beherrschten Außenposten des Christentums im Mittelmeer darstellte.

 In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erreichte der Islam dank Suleiman I., genannt „der Prächtige“, den Höhepunkt seiner Ausbreitung vom Roten Meer bis Gibraltar, von Bagdad bis vor die Tore Wiens. 

1566 folgte Suleimans Sohn Suleiman II. auf den Thron, der den 1540 mit Venedig geschlossenen Frieden brach und vermeintliche Ansprüche auf die Insel Zypern geltend machte. Am 28. März 1570 entsandte Suleiman einen Gesandten nach Venedig, um ein Ultimatum zu überbringen: Zypern abzutreten oder Krieg zu erleiden. Das Gespräch zwischen dem Gesandten und dem 78-jährigen Dogen Pietro Loredan dauerte nur wenige Minuten. „ Die Republik wird sich verteidigen, im Vertrauen auf Gottes Hilfe und die Stärke ihrer Waffen “, erklärte der Doge. Venedig rüstete sich zum Krieg gegen die Türken. Papst Pius V. freute sich: Dies bot ihm eine großartige Gelegenheit, seine Vision zu verwirklichen: ein Bündnis christlicher Fürsten gegen den uralten Feind des katholischen Glaubens.

Am 8. März 1570 schrieb der Papst einen bewegenden Brief an König Philipp II. von Spanien: „ Sind wir also nur dazu bestimmt, in dieser Welt Zuschauer einer solch blutigen Tragödie zu sein? Das Reich der Türken hat sich durch unsere Feigheit so sehr ausgedehnt, dass wir ihrer Usurpation nicht mehr entgegentreten können, es sei denn, die christlichen Fürsten unternehmen erhebliche Anstrengungen, vereinen sich gegen den gemeinsamen Feind und stellen sich ihm mit mächtigen Heeren zu Land und zu Wasser entgegen .“ 

Mittwoch, 18. März 2026

Überraschende Wende im Becciu-Prozess

Nico Spuntoni kommentiert bei vaticannews die jüngste Wende im Vatican-Prozess um die Londoner Immobilie. Hier geht´s zum Original: klicken

"ÜBERRASCHUNGS-COUP:  DER BECCIU-PROZESS MUSS  WIEDERHOLT WERDEN"

Das Gerichtsverfahren, das dem sardischen Kardinal die Teilnahme am Konklave kostete, wird neu aufgerollt, nachdem der vatikanische Berufungsgerichtshof das erstinstanzliche Verfahren wegen Nichteinhaltung von Verfahrensvorschriften für nichtig erklärt hat. Die Verteidigung zeigte sich zufrieden,  die Anklagebehörde und insbesondere Alessandro Diddi erlitten jedoch einen Rückschlag.

Im Fall Becciu kam es zu einer dramatischen Wendung. Das Berufungsgericht des Vatikanstaates erklärte gestern das erstinstanzliche Urteil für „im Wesentlichen nichtig“ und ordnete eine Wiederaufnahme des Verfahrens sowie die Vorlage aller Dokumente und Akten der Voruntersuchung an. Dies war für alle überraschend, obwohl ein erneutes Lesen der Worte Leos XIV. bei der Einweihungszeremonie des vatikanischen Tribunals darauf hindeutete, dass sich im vatikanischen Justizsystem tatsächlich etwas veränderte. Prevost hatte erklärt, dass „die Einhaltung der Verfahrensgarantien, die Unparteilichkeit des Richters und die Wirksamkeit des Rechts auf Verteidigung (…) die Bedingungen darstellen, unter denen die Ausübung der richterlichen Funktion besondere Autorität erlangt und zur institutionellen Stabilität beiträgt.“

Genau die Nichteinhaltung der Verfahrenssicherungen und das Fehlen eines wirksamen Verteidigungsrechts veranlassten das Berufungsgericht unter Vorsitz von Monsignore Alejandro Arellano Cedillo, das erstinstanzliche Urteil, das den Kardinal wegen Betrugs und Veruntreuung zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt hatte, für nichtig zu erklären. Neun weitere Angeklagte wurden im Prozess wegen der Veruntreuung von Geldern des Staatssekretariats verurteilt, während sein ehemaliger Sekretär, Monsignore Mauro Carlino, freigesprochen wurde. Carlino muss nun als Einziger nicht vor den vatikanischen Gerichten erscheinen, die anderen müssen sich erneut vor dem Berufungsgericht verantworten. Das Gericht rügt das Amt der Staatsanwaltschaft, das alle Dokumente und Akten der Voruntersuchung bis Ende April ohne Kürzungen oder Auswahlen bei der Geschäftsstelle einreichen muss.  

Das Gericht befand die von der Verteidigung erhobene Einrede der Nichtigkeit für begründet und rügte, dass der Staatsanwalt nicht alle Dokumente und Akten des Verfahrens zugänglich gemacht habe. Die Verteidigung wendet sich auch gegen das Rescriptum ex audientia vom 2. Juli 2019, mit dem Papst Franziskus dem Staatsanwalt weitreichende Ermittlungsbefugnisse einräumte. Dieses Reskriptum sowie drei weitere, in den Folgemonaten erlassene Ad-hoc-Reskripte blieben bis zu ihrer Vorlage vor Gericht am 29. Juni 2021 geheim. Das Gericht entschied zugunsten der Verteidigung, dass die unterlassene Veröffentlichung die Rechtmäßigkeit einiger darauf basierender Ermittlungsdokumente beeinträchtigt habe, und ordnete daher eine Neuverhandlung an.

Ein Triumph für die Verteidigung, eine Niederlage für die Anklagebehörde.und insbesondere wegen des Verhaltens von Alessandro Diddi, einer Schlüsselfigur im erstinstanzlichen Verfahren. Das Gericht gab den beiden Einwänden statt, die den Kern der Argumentation von Geraldina Boni, Professorin für Kanonisches Recht, Kirchenrecht und Geschichte des Kanonischen Rechts an der Universität Bologna, bildeten. In ihrem gemeinsam mit Manuel Ganarin und Alberto Tomer verfassten Buch „  Der Becciu-Prozess“ analysierte  sie kritisch sowohl die unterlassene Einreichung zahlreicher Dokumente als auch die Vertraulichkeit der Reskripta und wertete dies als Verletzung des Rechts auf Verteidigung.

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich die Professorin nicht äußern, zeigte sich aber zufrieden mit dem, was sie als „Sieg der Gerechtigkeit“ betrachtet. Diese Zufriedenheit teilen auch Beccius Anwälte, Fabio Viglione und Maria Concetta Marzo, die in allen Belangen obsiegten und miterlebten, wie das Gericht die mehrfach vorgebrachten Einwände anerkannte, unter anderem bereits im erstinstanzlichen Verfahren.

Nun beschränkt sich das Berufungsgericht nicht mehr auf die Prüfung der Berufung der Verteidigung, sondern wird den Fall unter Bedingungen neu verhandeln, die sich nach der durch die Rescripta gekennzeichneten „außergewöhnlichen“ Phase objektiv wieder normalisiert haben . Die Anerkennung des Verstoßes gegen das Recht auf ein faires Verfahren durch das Berufungsgericht erinnert an den Leitartikel von Andrea Tornielli in den vatikanischen Medien vom 30. Oktober 2024, in dem er die Gründe für das erstinstanzliche Urteil verteidigte. Der Leiter der Redaktion des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls sprach von einem  fairen Verfahren und Transparenz .

Heute urteilte ein Gericht im Vatikan, dass der Prozess unfair und intransparent verlaufen sei, da das Reskript vom 2. Juli 2019 nicht veröffentlicht und nicht alle Dokumente den Angeklagten und ihren Verteidigern zugänglich gemacht worden seien. Wird Tornielli zu dem gestrigen Urteil einen neuen Leitartikel verfassen? "

Quelle: N. Spuntoni, LNBQ

Generalaudienz

 auf dem Peterplatz....

               

Wortlaut der Katechese

bei der heutigen Generalaudienz - veröffentlicht von vaticannews

"WORTLAUT: PAPST LEO BEI SEINER GENERAL-AUDIENZ" 

          Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

Heute möchte ich noch einmal auf das zweite Kapitel der Konzilskonstitution Lumen gentium (LG) eingehen, das der Kirche als Volk Gottes gewidmet ist.

Das „messianische Volk“ (LG, 9) erhält von Christus die Teilhabe am priesterlichen, prophetischen und königlichen Wirken, in dem sich sein Heilsauftrag verwirklicht. Die Konzilsväter lehren, dass der Herr Jesus durch den neuen und ewigen Bund ein Königreich von Priestern errichtet hat, indem er seine Jünger zu einem „königlichen Priestertum“ (1 Petr 2,9; vgl. 1 Petr 2,5; Offb 1,6) eingesetzt hat. Dieses allgemeine Priestertum der Gläubigen wird durch die Taufe geschenkt, die uns befähigt, Gott im Geist und in der Wahrheit zu verehren und „den von Gott durch die Kirche empfangenen Glauben vor den Menschen zu bekennen“ (LG, 11). Darüber hinaus werden alle Getauften durch das Sakrament der Firmung „vollkommener der Kirche verbunden und mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. So sind sie in strengerer Weise verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zugleich zu verbreiten und zu verteidigen“ (ebd.). Diese Weihe (consacrazione) liegt der gemeinsamen Sendung zugrunde, die die geweihten Amtsträger und die gläubigen Laien verbindet.

In diesem Zusammenhang bemerkte Papst Franziskus: „Auf das Volk Gottes zu blicken bedeutet, sich daran zu erinnern, dass wir alle als Laien in die Kirche eintreten. Das erste Sakrament, das unsere Identität für immer besiegelt und auf das wir immer stolz sein sollten, ist die Taufe. Durch sie und durch die Salbung des Heiligen Geistes werden [die Gläubigen] „zu einem geistigen Bau und einem heiligen Priestertum geweiht“ (LG, 10), so dass wir alle das heilige gläubige Volk Gottes bilden“ (Brief an den Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, 29. März 2016).

Die Ausübung des königlichen Priestertums erfolgt auf vielfältige Weise, die alle auf unsere Heiligung ausgerichtet sind, vor allem durch die Teilnahme am Opfer der Eucharistie. Durch Gebet, Askese und tätige Nächstenliebe bezeugen wir so ein durch die Gnade Gottes erneuertes Leben (vgl. LG, 10). Um es mit den Worten des Konzils zu sagen: „Das heilige und organisch verfaßte Wesen dieser priesterlichen Gemeinschaft vollzieht sich sowohl durch die Sakramente wie durch ein tugendhaftes Leben“ (LG, 11).

Die Konzilsväter lehren ferner, dass das heilige Volk Gottes auch an dem prophetischen Amt Christi teilhat (vgl. LG, 12). In diesem Zusammenhang wird das wichtige Thema des Glaubenssinns und der Übereinstimmung der Glaubenden eingeführt. Die Lehrkommission des Konzils präzisierte, dass dieser sensus fidei „wie eine Fähigkeit der ganzen Kirche ist, dank derer sie in ihrem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt, in Glaubensfragen zwischen Wahrem und Falschem unterscheidet und gleichzeitig tiefer in sie eindringt und sie vollständiger im Leben anwendet“ (vgl. Acta Synodalia, III/1, 199). Der Glaubenssinn gehört also den einzelnen Glaubenden nicht aus eigenem Recht, sondern als Glieder des Volkes Gottes in seiner Gesamtheit.

Lumen gentium konzentriert die Aufmerksamkeit auf diesen letzten Aspekt und setzt ihn in Beziehung zur Unfehlbarkeit der Kirche, der diejenige des Papstes innewohnt und der sie dient. „Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren. Und diese ihre besondere Eigenschaft macht sie durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes dann kund, wenn sie von den Bischöfen bis zu den letzten gläubigen Laien" ihre allgemeine Übereinstimmung in Sachen des Glaubens und der Sitten äußert“ (LG, 12). Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen, zu der natürlich auch die Hirten gehören, kann sich also im Glauben nicht irren: Das Organ dieser Eigenschaft, gegründet auf die Salbung durch den Heiligen Geist, ist der übernatürliche Glaubenssinn des ganzen Volkes Gottes, der sich in der Übereinstimmung der Glaubenden manifestiert. Aus dieser Einheit, die das kirchliche Lehramt bewahrt, folgt, dass jeder Getaufte ein aktives Subjekt der Evangelisierung ist, dazu berufen, ein kohärentes Zeugnis für Christus zu geben, entsprechend der prophetischen Gabe, die der Herr seiner ganzen Kirche schenkt.

Der Heilige Geist, der uns vom auferstandenen Jesus kommt, verteilt nämlich „unter den Gläubigen jeglichen Standes auch besondere Gnaden. Durch diese macht er sie geeignet und bereit, für die Erneuerung und den vollen Aufbau der Kirche verschiedene Werke und Dienste zu übernehmen“ (LG, 12). Ein besonderer Beweis für diese charismatische Lebendigkeit ist das geweihte Leben, das durch das Wirken der Gnade ständig keimt und blüht. Auch die kirchlichen Vereinigungen sind ein leuchtendes Beispiel für die Vielfalt und Fruchtbarkeit der geistlichen Früchte zum Aufbau des Volkes Gottes.

Meine Lieben, lassen wir in uns das Bewusstsein und die Dankbarkeit wieder aufleben, dass wir das Geschenk erhalten haben, Teil des Volkes Gottes zu sein; und auch die Verantwortung, die damit einhergeht."

Quelle: vaticannews

Dienstag, 17. März 2026

Das Heilige Grab - vor der Passionszeit

Vik van Brantegem kommentiert bei korazym.org angesichts der bevorstehenden Passions-und Osterzeit die aktuelle Lage an der Grabeskirche in Jerusalem.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"SALADIN, DER EROBERER JERUSALEMS IM JAHR 1187, HAT DAS HEILIGE GRAB NICHT BETRETEN: DER HEUTIGE BEWOHNER SCHLIESST DIE TÜR"

Marco Tosattis Kommentar zu Stilum Curiae : „Zum ersten Mal seit zwei Jahrtausenden ist die heiligste Stätte des Christentums unzugänglich. Die israelischen Besatzungsbehörden haben dies seit Beginn des Krieges zwischen Tel Aviv und Washington gegen den Iran angeordnet. Man sollte sich daran erinnern, dass Saladin nach der Eroberung Jerusalems 1187 die Grabeskirche vor allem aus religiösem Respekt und aus politischer Überzeugung, die Großmut demonstrieren sollte, nicht betrat. Saladin entschied sich bewusst dagegen, die heiligste Stätte des Christentums zu betreten, um sie nicht zu entweihen oder eine Geste zu machen, die als persönlicher Triumph und Respektlosigkeit gegenüber dem christlichen Glauben hätte interpretiert werden können.“

Heiliges Land. Verschlossene Türen, tote Augen.
Von Ibrahim Faltas,
Vatican News, 15. März 2026

Die große Doppeltür, die seit Jahrhunderten den Eingang zum Heiligen Grab schützt, war noch nie so lange geschlossen. Kriege, Gefahren, Spannungen und Pandemien haben den Zugang zum Heiligen Ort eingeschränkt, doch nie zuvor war sie so lange und ununterbrochen verschlossen. Diese Zeit fällt mit der intensiven Fastenzeit zusammen, einer Zeit der Besinnung und des Gebets, die uns auf unserem Weg durch diese Tür führt, selbst wenn nur eine davon geöffnet ist. Auf demselben Weg der Via Dolorosa, der Zeuge des Leidens unseres Herrn war, betreten wir den Ort des Opfers des Mannes, der seinen Tod in ewiges Heil verwandelte. Diese stets heiligen Türen sind seit dem 28. Februar geschlossen, und es ist uns noch immer nicht gestattet, sie für uralte Riten zu öffnen, die nicht bloß Tradition und Brauchtum sind.

Die Feierlichkeiten zum Osterfest sind ungewiss

„Zu Fuß ankommen“ ist ein ständiges Bedürfnis für alle, die die Schönheit des Heiligen Landes erleben, ein ständiges Bedürfnis für alle, die ihren Glauben in diesem gequälten Land leben. Wir können uns nicht vorstellen, nicht über das Leiden und Sterben Jesu zu meditieren, indem wir über die Steine ​​gehen, die von seiner rettenden Gegenwart zeugen. Ich bekräftige meine Bitte an die israelischen Behörden, zumindest die Karwoche innerhalb der Mauern von Golgatha und des Leeren Grabes begehen zu dürfen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um in der Mutterkirche aller Kirchen ein konkretes Zeichen des Glaubens zu setzen. Wir spüren noch immer die Kraft der Worte des heiligen Johannes Paul II., als er seinen Petrusdienst begann: „Fürchtet euch nicht! Öffnet, ja, reißt die Türen weit auf für Christus!“ Heute hallen diese Worte wider wie ein Aufruf zum Mut, unseren Glauben in Wahrheit zu leben. Es war uns nicht erlaubt, den zweiten, dritten und vierten Fastensonntag am Heiligen Grab zu begehen, nicht einmal hinter verschlossenen Türen, wie es während der Pandemie oder in anderen dunklen und schmerzhaften historischen Momenten möglich war.

Die Mauern einreißen, die uns daran hindern, unsere Nächsten zu lieben.

Das Klima des Terrors im Heiligen Land spiegelt sich in der ständigen Angst vor anderen wider. Der permanente Druck von Gefahr und Unsicherheit errichtet Mauern, die unsichtbar und ungreifbar sind, härter als Beton und unüberwindbar scheinen: Wir müssen uns vereinen, um sie zu öffnen, ja, um sie weit aufzureißen für die Liebe zu unseren leidenden Nachbarn. Der Himmel über dem Nahen Osten ist nach wie vor in Aufruhr: Raketen, Drohnen und gegenseitige Angriffe durchdringen Tag und Nacht die Wolken, bringen Tod und Zerstörung – unbekannte Menschen, Geschichte und Natur. Der Himmel verhüllt alles und jeden; die Werkzeuge des Todes haben weder Augen noch Herz, sie kümmern sich nicht um Nationalität und Religion, sie sehen nicht die zerbrechlichen Körper, die bereits gelitten und erduldet haben: Es ist eine Gewalt, die sich immer wieder erneuert, die uns immer wieder erschüttert.

Öffne die Türen und Augen des Herzens und des Verstandes

Beim Angelusgebet am vierten Fastensonntag rief der Heilige Vater eindringlich: „Feuer einstellen!“ Er sprach diese Worte mit Entschlossenheit, und ihr Klang spiegelte menschliches Leid und den Schmerz eines verzweifelten Vaters wider. Er forderte uns erneut auf, „unsere Augen zu öffnen“, „ein Christentum mit offenen Augen zu leben“. Zwei Päpste, der heilige Johannes Paul II. und Leo XIV., ermahnen uns zu Beständigkeit, Teilhabe und aktivem Handeln im Leben mit Christus und im Glauben, mit einem Vertrauen, das nicht blind ist, mit Hoffnung. Allein scheint es unmöglich, das Böse zu besiegen, denn es ist schwer, die Wurzeln der Gewalt auszurotten; es könnte möglich sein, wenn wir unsere Kräfte bündeln und uns gemeinsam dem scheinbar Unmöglichen und Schweren stellen. Jesus öffnete die Augen des Blindgeborenen, der Glauben hatte und auf Erlösung hoffte. Augen, die dem Guten verschlossen sind, Augen, die von Macht geblendet sind, können sich nicht öffnen, nicht das Leid und den Schmerz anderer sehen, nicht die Folgen eines Hasses aufhalten, der sich ausbreitet und tötet. Lasst uns denen helfen, die von Verzweiflung geblendet sind, den Mut zu finden, sich zu vereinen und die Wahrheit zu suchen. Dazu muss man Herz und Verstand öffnen. Es ist schwierig, aber möglich. Es erfordert Mut!

Quelle:  I. Faltas vaticannews, V.v.Brantegem , korazym.org

Montag, 16. März 2026

Papst Leo XIV: Ernennungen und erste Entscheidungen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci Papst Leos  jüngste Entscheidungen. Hier geht´s zum Original:  klicken

                 "LEO XIV - DIE ERSTEN SCHRITTE"

Der Umzug Leos XIV in das Päpstliche Appartamento fällt mit einer wichtigen Ernennung zusammen.

Kardinal Konrad Krajewski wurde zum Erzbischof von Lodz ernannt. Dieser Schritt beendet seine mehr als 30-jährige Angehörigkeit zum Vatican Vor allem verläßt er die Leitung des Amtes der Apostolischen Almosinerie.

An seine Stelle  hat Leo XIV einen Augustiner, Bischof Luis Martin de San Martin berufen. dem jetzt den Titel eines Erzbischofs verliehen wird. Bisher war Marin des San Martin Unterseketär der Bischofssynode gewesen. Dre Papst verleiht ihm den Titel eines Erzbischofs - den Titel, der einem Almosenier zusteht,

Dieser Wechsel ist verschiedenen Gründen wichtig, weil jede einzelne eine Änderung der Zugehensweise markiert

Der erste Grund betrifft die Zusammensetzung des Teams des Papstes. Ein Augustiner wird zum Almosenier und Leiter des Dikasteriums der Nächstenliebe ernannt, wodurch die Augustiner in der Päpstlichen Familie gestärkt werden. Auch die Sakristei des Petersdoms und die Pfarrei Sant’Anna im Vatikan werden den Augustinern anvertraut. Leo XIV. ernennt einen weiteren Augustiner und erweckt so den Eindruck, eine eigene päpstliche Familie zu formen, die dieselbe Sprache und dasselbe Wissen teilt. In einem zukünftigen Übergang könnte der Papst das Amt des Almoseniers wieder zu einem persönlichen Amt anstatt zu einem Kurien-Dikasterium machen und damit zur alten Tradition der päpstlichen Nächstenliebe zurückkehren und sie von Bürokratie befreien.

Der Almosenier sitzt bei Staatsbesuchen links vom Papst, der Präfekt des Päpstlichen Haushalts rechts. Dieses Amt war unter Papst Franziskus vakant, könnte aber bald von Erzbischof Petar Rajić, dem Nuntius in Italien, besetzt werden.

Pastoralbesuch in einer Gemeinde

der Diözese des Bischofs von Rom: Papst Leo XIV in der Pfarrgemeinde Il Sacro Cuore di Gesu in
Ponte Mammolo- am 4. Sonntag der Fastenzeit - Laetare.