Freitag, 18. September 2026

Späte Einsicht

Wie der Lambeth Palace des Erzbistums Canterbury auf seiner offiziellen Website bekannt gibt, hat  Erzbischöfin Sarah entschieden, den Hubert-Walter-Preis für Versöhnung und interreligiöse Zusammenarbeit, mit dem sie Imam Maulana Hafiz M.T.M. Asrafi,am 11.9.  ausgezeichnet und damit viel Aufsehen erregt hat, zurückzuziehen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Quelle: Lambeth Palace Archibishopry of Canterbury

Donnerstag, 17. September 2026

Was Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin sagte

Bei seiner Katechese während der Generalaudienz am 23. Februar 2011 sprach Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin. La Santa Sede hat die Katechese dokumentiert,                                  Hier geht´s um Original:  klicken

                                  

                                     " Liebe Brüder und Schwestern! "

Der hl. Robert Bellarmin, über den ich heute zu euch sprechen möchte, bringt uns in Gedanken zurück in die Zeit der schmerzlichen Spaltung der abendländischen Christenheit, als eine schwere politische und religiöse Krise die Loslösung ganzer Nationen vom Apostolischen Stuhl hervorrief.

Er wurde am 4. Oktober 1542 in Montepulciano bei Siena geboren und war mütterlicherseits Neffe von Papst Marcellus II. Er erhielt eine ausgezeichnete humanistische Ausbildung, bevor er am 20. September 1560 in die Gesellschaft Jesu eintrat. Die philosophischen und theologischen Studien, die er am »Collegio Romano«, in Padua und in Löwen absolvierte und in deren Mittelpunkt der hl. Thomas sowie die Kirchenväter standen, waren für seine theologische Ausrichtung entscheidend. Er wurde am 25. März 1570 zum Priester geweiht und war einige Jahre lang Theologieprofessor in Löwen. Danach wurde er nach Rom als Professor am »Collegio Romano« berufen, wo ihm der Lehrstuhl für »Apologetik« anvertraut wurde.

In den zehn Jahren, in denen er dieser Aufgabe nachging (1576–1586), erarbeitete er eine Vorlesungsreihe, die später in die Kontroversen einfloß, ein Werk, das sofort Berühmtheit erlangte wegen der Klarheit und des Reichtums seiner Inhalte und wegen seiner vorwiegend historischen Ausrichtung. Das Konzil von Trient war gerade beendet, und die katholische Kirche mußte ihre Identität neu stärken und festigen, auch gegenüber der protestantischen Reformation. Bellarmins Wirken fügte sich in diesen Zusammenhang ein. Von 1588 bis 1594 war er zunächst geistlicher Leiter der Jesuiten, die am »Collegio Romano« studierten – unter ihnen traf und leitete er den hl. Aloysius Gonzaga –, und dann ihr Oberer im Ordensleben. Papst Clemens VIII. ernannte ihm zum Päpstlichen Theologen, Konsultor des Heiligen Uffiziums und Rektor des Kollegs der Pönitentiare der Petersbasilika. In den Jahren 1597 bis 1598 entstand sein Katechismus, Dottrina christiana breve, sein am weitesten verbreitetes Werk.

Am 3. März 1599 wurde er von Papst Clemens VIII. zum Kardinal kreiert, und am 18. März 1602 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt. Am 21. April desselben Jahres empfing er die Bischofsweihe. In den drei Jahren, in denen er Diözesanbischof war, zeichnete er sich aus durch seinen Eifer als Prediger in seiner Kathedrale, durch den Besuch, den er wöchentlich den Pfarreien abstattete, durch die drei Diözesansynoden und das Provinzialkonzil, die er ins Leben rief. Nachdem er an den Konklaven teilgenommen hatte, die Leo XI. und Paul V. zum Papst wählten, wurde er nach Rom zurückberufen, wo er Mitglied der Kongregationen des Heiligen Uffiziums, des Index, der Riten, für die Bischöfe und für die Glaubensverbreitung war. Er hatte auch diplomatische Aufträge bei der Republik Venedig und in England, zur Verteidigung der Rechte des Apostolischen Stuhls. In seinen letzten Lebensjahren verfaßte er mehrere Bücher zur Spiritualität, in denen er die Frucht seiner jährlichen geistlichen Exerzitien zusammenfaßte. Ihre Lektüre dient dem christlichen Volk noch heute zur großen Erbauung. Er starb am 17. September 1621 in Rom. Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig, 1930 heilig und erklärte ihn 1931 zum Kirchenlehrer.


Hl. Roberto Bellarmino

Heute feiert die Kirche den Kirchenlehrer, den Hl. Roberto Bellarmino.

    HL. ROBERTO BELLARMINO BITTE FÜR UNS !

Der 1542 geborene Roberto Bellarmino, Mitglied des Jesuiten-Ordens, war er Groß-Inquisitor im Prozess gegen Giordano Bruno und bereitete das Verfahren gegen Galileo vor. Im Rahmen der Gegenreformation verfasste er den Katechismus Christianae doctrinae explicatio .

Sein 1581 in Rom erschienenes Hauptwerk ist Disputationes de controversiis christianae fidei adversus hujus temporis haereticos, das lange Zeit die vornehmste Verteidigungsschrift des römischen Katholizismus war, an der sich dann zahlreiche protestantische Autoren abarbeiteten. 

Kardinal Bellarmino starb am 17.9. 1621 in Rom.

Papst Pius XI sprach ihn 1923 selig und am 29. Juni 1930 heilig. 1931 wurde der Hl. Roberto Bellarmino zum Kirchenlehrer erhoben. 

Mittwoch, 16. September 2026

Venedig und die Barockmusik...

 Sinfonia "La Serenissima" von A. Caldara

             

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

              

Stefanie Stahlhofen veröffentlicht bei vaticannews  den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original:  klicken

                Brüder und Schwestern, guten Tag und herzlich willkommen!

Das 2. Kapitel der Konzilsverfassung „Gaudium et spes“ (GS), gewidmet der menschlichen Gemeinschaft, lädt dazu ein, die „Zunahme der gegenseitigen Verflechtungen unter den Menschen“ als einen der „charakteristischsten Aspekte der heutigen Welt“ zu betrachten (Nr. 23). Diese Realität muss jedoch „grundlegender in jener Gemeinschaft von Personen,“ ihre Erfüllung finden, wofür „eine gegenseitige Achtung der allseits erfaßten geistigen Würde“ unerlässlich ist (ebd.).

Es handelt sich um Aussagen, die in unserer Zeit noch dringlicher geworden sind. Einerseits eröffnen nämlich der technologische Fortschritt, die Verbreitung der Massenmedien und der sozialen Medien sowie der stetig wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz neue Möglichkeiten und überwinden Grenzen und Entfernungen; andererseits tendieren Beziehungen so dazu, immer unpersönlicher, immer virtueller zu werden, und man riskiert, sich daran zu gewöhnen, Entscheidungen an Algorithmen zu delegieren, obwohl sie allein dem menschlichen Gewissen obliegen. Dafür zu sorgen, dass soziale Beziehungen echte Bedeutung und persönliche Tiefe haben, ist in dieser Hinsicht der Beitrag, den die christliche Gemeinschaft anbietet.     

Das Konzil lädt dazu ein, Kriterien und Kraft aus dem Schöpfungsplan Gottes zu schöpfen, der gewollt hat, dass „alle Menschen eine Familie bilden und einander in brüderlicher Gesinnung begegnen“; deshalb ist „die Liebe zu Gott und zum Nächsten das erste und größte Gebot“, das in Christus seine volle Offenbarung und seine vollkommene Verwirklichung gefunden hat (vgl. GS, 24).

Die Vervollkommnung des Menschen und die Entwicklung der Gesellschaft müssen als eng miteinander verknüpft betrachtet werden: Sie einander entgegenzusetzen oder voneinander zu trennen, hieße, sie zunichte zu machen. Die Geschichte, auch die jüngste, bestätigt diese Wahrheit klar und daher darf man nicht müde werden, gemeinsam mit den Vätern des Zweiten Vatikanischen Konzils zu bekräftigen, dass aufgrund der „gesellschaftlichen Natur des Menschen, der Fortschritt der menschlichen Person und das Wachsen der Gesellschaft als solcher sich gegenseitig bedingen.“ (GS, 25).

Dienstag, 15. September 2026

Und immer grüßt die Synodalität

 Gudrun Sailer berichtet für u.a. für vaticannews über das Treffen  „Shaping Synodality in Europe. From Vision to Roadmap“ , bei dem das weitere Vorgehen bei der Umsetzung der angestrebten Synodalität diskutiert wird.  Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"SYNODALITÄT IN EUROPA: HÖREN AUF WUNDEN UND HOFFNUNG" 

beginnt der Bericht so- ZITAT:

"Bei der Tagung „Shaping Synodality in Europe“ in Wels haben sich die 180 Teilnehmenden am Dienstag über Säkularisierung, Krieg, Migration, Polarisierung, Ökumene und digitale Pastoral ausgetauscht. In Vorträgen, regionalen Statements und Arbeitsgruppen ging es um die Frage, wie die Kirche das Evangelium unter den gesellschaftlichen Bedingungen Europas heute leben kann.

Der zweite Arbeitstag begann mit einer Messe in litauischer und englischer Sprache. CCEE-Präsident Erzbischof Gintaras Grušas betonte in seiner Predigt, die Umsetzung der Weltsynode dürfe nicht auf Strukturen und Verfahren reduziert werden. Entscheidend seien Umkehr und die Orientierung an Christus, sagte der in den USA aufgewachsene Erzbischof von Vilnius. Zugleich müssten die Ortskirchen den synodalen Weg entsprechend ihrer jeweiligen kulturellen und pastoralen Situation gestalten." (...)

Quelle: G. Sailer, vaticannews 

Montag, 14. September 2026

Die Geburtstagskerze

                

Ein geburtstäglicher Besuch in der Apostolischen Bibliothek

An seinem heutigen 71. Geburtstag hat Papst Leo XIV die Apostolische Bibliothek des Vaticans besucht - Stefan Kempis berichtet für vaticannews.  Hier geht´s zum Original:  klicken

   LEO XIV BESUCHT DIE APOSTOLISCHE BIBLIOTHEK

Ihre Wurzeln reichen ins vierte Jahrhundert nach Christus zurück, in ihrer heutigen Form besteht sie seit 1475: die Apostolische Bibliothek des Vatikan. An diesem Montag – übrigens seinem 71. Geburtstag – hat Papst Leo sie besucht.

180.000 Manuskripte, mehr als anderthalb Millionen gedruckte Bücher, 9.000 Inkunabeln, 300.000 Münzen und Medaillen, 200.000 Fotografien: Die Apostolische Bibliothek gehört zu den wichtigsten der Welt. Leo XIV. machte bei seiner Visite klar, worin er ihren Daseinsgrund sieht: „im Dienst an der Entwicklung und Verbreitung der Kultur, zum Besten der Kirche und der ganzen Menschheit“.

                          Papst-Mutter war Bibliothekarin

Es war sein erster Besuch seit seiner Papstwahl in der Bibliothek. Leo eröffnete dort auch eine Ausstellung zum Thema „Wasser“, in der die Werke zeitgenössischer Künstler mit Kostbarkeiten aus den Tiefen der Bibliothek in Dialog treten.

Der Papst, der an diesem Montag seinen 71. Geburtstag feiert, startete mit einer persönlichen Anmerkung: „Viele von euch wissen vielleicht nicht, dass meine Mutter Bibliothekarin war! Und heute, an meinem Geburtstag, bin ich also hier, um euch alle zu grüßen."

Vor allem aber nutzte der Papst seinen Besuch, um ein paar grundsätzliche Dinge zum Thema Bibliothek vorzubringen. 

Papst ordnet Erweiterung von Archiv und Bibliothek im Vatikan a

Wie einst der heilige Augustinus.„Wenn man an eine Bibliothek denkt, stellt man sich einen ruhigen, beschaulichen Ort vor. Tatsächlich sind Bücher still und verlangen nach Stille. Doch während ein Buch einerseits beruhigt, weckt es andererseits Unruhe, nährt die Sehnsucht und den Mut zur Suche.“

Damit war Leo, ein früherer Prior des Augustinerordens, bei seinem Lieblingsheiligen, dem Kirchenlehrer Aurelius Augustinus, angelangt.„Der heilige Augustinus ist ein Symbol für diese Dynamik. Voller Leben und Qualen aufgrund starker Kräfte, die in ihm aufeinanderprallten – wie er schreibt – ‚stieß er jahrelang verzweifelte Schreie aus‘ (Confessiones, VIII,12,28), bis eine Kinderstimme zu ihm drang, die summte: ‚Nimm und lies, nimm und lies‘. Daraufhin nahm er ein Buch aus den Händen eines Freundes, den Römerbrief des heiligen Paulus, las darin und ‚ein Licht, fast wie Gewissheit, drang in sein Herz ein, und alle Finsternis des Zweifels löste sich auf‘ (vgl. Confessiones, VIII,12,29). Der Zweifel erlosch, nicht jedoch der Wunsch, der vielmehr noch stärker wurde und ihn dazu trieb, die gesamte Breite und Tiefe der Heiligen Schrift zu durchforsten.“

Glückwünsche

Mario Galgano gratuliert bei vaticannews Papst Leo zum 71. Geburtstag. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"PAPST LEO XIV BEGEHT SEINEN 71. GEBURTSTAG IM DIENST - GLÜCKWÜNSCHE"

beginnt der Artikel so - ZITAT

"Zum 71. Geburtstag von Papst Leo XIV. treffen Schreiben und Glückwunschbekundungen aus aller Welt im Vatikan ein. Der Papst-Geburtstag am 14. September ist von Arbeitsterminen geprägt, darunter ein Besuch der Apostolischen Bibliothek zur Eröffnung der Ausstellung „Aqva. Catastrofe e meraviglia“. (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Leo XIV und die Reformen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit den anstehenden Umstrukturierungen und Reformen der Kurie und möglichen oder empfundenen Verzögerungen dieser Reformen. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV: DAS RISIKO DER BÜROKRATISIERUNG DER KIRCHE."

"Der Plan Leos XIV, die Harmonie innerhalb der Kirche wiederherzustellen, war von Anfang an klar. Sein bischöfliches Motto -In Illo Uno Unum - besagt das. Sein bisheriges Handeln, mit dem er immer versucht hat. nicht zu spalten, sondern eher Spannungen zu absorbieren, spricht ebenfalls Bände. 

Nach 16 Monaten jedoch warten wir immer noch auf viele notwendige Dimge. 

Wir erwarten das erste Konsistorium Leos XIV. Wir erwarten eine Reihe von Ernennungen, die mindestens fünf Spitzenpositionen in der Kurie betreffen werden. Wir erwarten Leos „Korrekturen“ einiger Reformen von Papst Franziskus.

Doch Leo XIV. scheint sich nicht um die Erwartungen zu scheren.

Wir wissen bereits, dass Menschen auf allen Seiten der verschiedenen Gräben innerhalb der Kirche enttäuscht sein werden.

Die traditionalistische Welt erwartete eine plötzliche und klare Aufhebung der Ausgrenzung während des Pontifikats von Franziskus und ist ungeduldig geworden (wahrscheinlich in Erwartung einer Maßnahme, die nie erfolgen wird). Die progressive Welt, quasi das fotografische Negativ der  traditionalistischen Welt, hat intellektuelle Verrenkungen vollzogen, um alles, was Leo getan hat, in Kontinuität mit seinem unmittelbaren Vorgänger zu interpretieren, und diese Verrenkungen werden die Enttäuschung nur eine gewisse Zeit hinauszögern können.

Leos XIV. Vision für die Kirche trat am 10. September noch deutlicher hervor, als er mit einer Gruppe neu ernannter Bischöfe zusammentraf, die für den alljährlichen, in Rom stattfindenden Einführungskurs für neue Bischöfe angereist waren.

Der Papst forderte sie auf, väterlich zu handeln – so wie er es bereits am 4. September bei einer Audienz mit den Bischöfen der Lateinischen Bischofskonferenz der arabischen Regionen getan hatte. Diese Väterlichkeit speist sich aus der Jüngerschaft und steht ganz im Einklang mit dem augustinischen Charisma sowie seinem eigenen persönlichen missionarischen Charisma. Leo XIV. betonte, er wünsche sich eine Kirche mit Hierarchie, die jedoch eine starke Gemeinschaft und ausgeprägte Kollegialität wahrt. Gemeinschaft bedeutet einen „entwaffneten und entwaffnenden Frieden“ – so die berühmte Formulierung, die der Papst bei seinem ersten öffentlichen Auftreten nach der Wahl gebraucht hatte –, während Kollegialität die Teilhabe aller an der Leitung oder zumindest an den Beratungen impliziert.

Auch aus diesem Grund hat Leo XIV. den synodalen Prozess nicht abgebrochen, sondern dazu aufgerufen, in der Frage der Synodalität voranzuschreiten. Die Arbeitsgruppen, die sich nach der Synode von 2023 gebildet hatten, tagten weiterhin, veröffentlichten Dokumente und unterbreiteten Vorschläge. Doch genau in diesem Prozess liegt eines der großen Risiken dieses Pontifikats.

Das Risiko dieses Vorgehens besteht darin, dass die bereits laufenden Prozesse – aus dem Wunsch heraus, sie nicht zu beenden – zu rein bürokratischen Vorgängen werden. Kurz gesagt: Es besteht die Gefahr einer Bürokratisierung der Kirche. Die Berichte der Gruppen 6 und 7 des synodalen Weges sind hierfür ein anschauliches Beispiel.

Gruppe 6 untersucht die Beziehungen zwischen den Bischöfen, dem geweihten Leben und kirchlichen Gemeinschaften. Gruppe 7 erörtert Wesen und Ablauf der „Ad-limina-Apostolorum“-Besuche – also jener regelmäßigen Besuche, die die Bischöfe der einzelnen Länder in Rom absolvieren müssen.

Bei den Berichten handelt es sich um Vorschläge an den Heiligen Vater, über die dieser frei entscheiden kann. Kurz gesagt: Es sind keine Beschlüsse; selbst wenn der Papst eine Entscheidung träfe, müssten diese Vorgaben unter Einbeziehung der zuständigen Stellen erst noch in konkrete Richtlinien umgesetzt werden.

Warum besteht die Gefahr, dass der Prozess bürokratisch wird?

Ganz zu schweigen von der Sprache.

Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften spricht der Bericht von einer „Umkehr der Beziehungen“ und fordert eine Überwindung „rein hierarchischer“ Verhältnisse. Zudem verlangt das Dokument mehr Klarheit über die theologischen und rechtlichen Kriterien für die Anerkennung neuer Ordensgemeinschaften und neuer Formen des geweihten Lebens.

Es werden sogar verbindliche Vereinbarungen oder Absichtserklärungen zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften vorgeschlagen, in denen die eingegangenen Verpflichtungen, die finanziellen Aspekte, die Verwaltung der Einrichtungen sowie die gegenseitigen Verantwortlichkeiten klar geregelt sind.

Diese Vorschläge entspringen konkreten Problemen: übermäßigem Autoritarismus oder Zentralismus sowie einem mangelnden Verständnis für die Gestaltung der Beziehungen zwischen Diözesen und Ordensgemeinschaften. Doch das Problem liegt nicht im Modell an sich. Vielmehr liegt es bei den Menschen und der Art und Weise, wie sie Autorität ausüben.

Diese Vorschläge entspringen konkreten Problemen: einem Übermaß an Autoritarismus oder Zentralisierung sowie einem mangelnden Verständnis dafür, wie Diözesen und religiöse Institutionen ihre Beziehungen gestalten. Doch das Problem liegt nicht in der Struktur an sich. Vielmehr liegt es bei den Menschen und der Art und Weise, wie sie Autorität ausüben.

Leo XIV. ist sich dessen bewusst, und wahrscheinlich beharrt er deshalb so sehr auf dem Aspekt der Väterlichkeit. Gleichzeitig ließ er jedoch die synodale Debatte – mit ihrem langsamen und schwerfälligen Verfahren, kurz: ihrer Bürokratie – endlos weiterlaufen, ohne auch nur die praktischen Fragen zu klären: nämlich, dass die Synode kein beschlussfassendes Gremium sein kann und dass sie kein kleines Parlament darstellt.

Es gibt vorbildliche Beispiele.

In Norwegen berief Bischof Fredrik Hansen von Oslo die erste Diözesansynode der Geschichte ein und erklärte dabei offen, dass es sich nicht um eine Synode zur Änderung der kirchlichen Lehre handele, da sie kein Parlament sei. Er verwies sogar auf die Synoden des heiligen Karl Borromäus – des Kardinalerzbischofs von Mailand zur Zeit der Gegenreformation – als Vorbild.

In den Niederlanden übte Weihbischof Rob Mutsaerts scharfe Kritik an der Synode und forderte, pastorale Erfahrungen anhand konkreter Indikatoren zu bewerten, etwa im Hinblick auf Berufungen, den Besuch der Heiligen Messe und die Verbreitung der Beichtpraxis.

Doch die Entscheidung von Leo XIV., die Debatte ohne ein klares Wort zur Lage laufen zu lassen, birgt die Gefahr, nicht nur Verwirrung zu stiften, sondern auch den Boden für eine weitere Bürokratisierung der Kurie zu bereiten.

Es mag wie ein vages Thema erscheinen, ist es aber nicht.

Papst Franziskus läutete die Ära der Kommissionen ein – für Kommunikationsreformen, Wirtschaftsreformen und Kurienreformen. Dies sorgte zwar für einen Effizienzschub, schuf aber zugleich eine Bürokratie, die alles andere als effizient war. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Reform der vatikanischen Wirtschaft: Innerhalb weniger Monate wurden der Verwaltung des Apostolischen Stuhls Kompetenzen entzogen und anschließend wieder übertragen. Auch die Reform des Staates der Vatikanstadt ist ein solcher Fall; innerhalb kürzester Zeit wurden drei Entwürfe für das Grundgesetz des Vatikans vorgelegt.

Was hat Leo XIV vor?

Einerseits bedarf der Heilige Stuhl einer besseren Organisation. Andererseits braucht er fähige Persönlichkeiten mit gesundem Menschenverstand, denen sein Wohl am Herzen liegt und die in der Lage sind, eine komplexe Struktur professionell und logisch zu führen.

Zudem besteht Bedarf an Führungskräften.

Vorerst hat Leo XIV. mit Montse Alvarado eine Managerin ausgewählt, um das Dikasterium für die Kommunikation zu leiten und im Vorstand der „Bruder-Sonne-Stiftung“ (Brother Sun Foundation) zu sitzen. Doch seine Generäle, Bischöfe und Kardinäle, die ihn bei der Amtsführung unterstützen sollen, hat er noch nicht ernannt. Bislang stützt er sich auf eine Struktur, mit der er zwar nicht in Konflikt geraten ist, die jedoch unter Franziskus vor allem zahlreiche Absichtserklärungen sowie ein Kirchenbild hervorbrachte, das eher eine demokratische, parlamentarisch anmutende Partizipationsstruktur widerspiegelt als eine Gemeinschaft der Gläubigen.

Während Leo sich nur langsam an die Zusammenstellung seines eigenen Teams macht, lässt sich sein Pontifikat mangels greifbarer Anhaltspunkte noch nicht beurteilen. Irgendwann jedoch werden Nicht-Entscheidungen selbst zu Entscheidungen. Die von Papst Franziskus eingeleitete Bürokratisierung wird ihren Lauf nehmen und jegliche Dynamik zermalmen, die ein Wechsel an der Spitze des Papsttums eigentlich hätte freisetzen können.

Vielleicht nutzte  Papst Franziskus paradoxer Weise die Bürokratisierung, um sicherzustellen, dass er der alleinige Entscheidungsträger blieb, während er gleichzeitig den Eindruck erweckte, allen zuzuhören.

Leo XIV. hat hier eine Chance, doch das Zeitfenster schließt sich."

Quelle: A. Gagliarducci, Mondax-at-the Vatican

 

Auguri Santo Padre!

  
Zu seinem heutigen 71. Geburtstag wünschen wir Papst Leo XIV Gottes reichen Segen, Beistand bei der Ausübung seines hohen Amtes und gratulieren herzlich. 💐

Sonntag, 13. September 2026

Angelus & Katechese

Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Angelus auf dem Petersplatz. Hier geht´s zum Original:  klicken

             

"DIE ANSPRACHE DES HL. VATERS  BEIM ANGELUS IM WORTLAUT"

Heute geht es im Evangelium (vgl. Mt 18,21-35) um einen grundlegenden Wert des christlichen Lebens: die Vergebung. Jesus hat sie gelehrt und bis zum Kreuz bezeugt, wo er mit den Worten, die wir alle kennen, zum Vater für seine Verfolger gebetet hat: »Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« (Lk 23,34)

In der heutigen Schriftstelle befragt Petrus den Meister eben zu diesem Thema: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?« (Mt 18,21). Seine Worte zeigen ein großzügiges Herz: Die Zahl sieben symbolisiert in der Bibel nämlich die Fülle, und „siebenmal vergeben“ bedeutet, sehr großzügig zu vergeben. Die Antwort Jesu geht aber noch darüber hinaus: »Ich sage dir nicht siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal« (V. 22), das heißt über jedes Limit hinaus, ohne Maß.

„Alles wird uns von Gott aus reiner Liebe geschenkt, und keiner von uns kann von sich behaupten, dieser großen Güte vollkommen gerecht zu werden“

Um diesen Gedanken noch zu verdeutlichen, erzählt der Erlöser das Gleichnis von einem Knecht, der bei seinem Herrn so große Schulden hatte, dass er praktisch zahlungsunfähig war. Nachdem ihm diese Schuld aus reiner Barmherzigkeit erlassen worden war, hatte er seinem Mitknecht gegenüber nicht dieselbe Barmherzigkeit gezeigt und wurde deshalb zurechtgewiesen und streng bestraft (V. 23–30).

Mit diesen Worten erinnert uns Jesus daran, dass Gabe und Vergebung das Fundament unseres Daseins bilden. Alles wird uns von Gott aus reiner Liebe geschenkt, und keiner von uns kann von sich behaupten, dieser großen Güte vollkommen gerecht zu werden. Deshalb ist die freie Gabe, der wir selbst unser Leben verdanken, auch die beste Regel für unser Zusammenleben. Das erfahren wir jeden Tag. Vergebung ist unverzichtbar, und wenn sie fehlt, kann man nicht in Frieden leben: Früher oder später entstehen im Herzen und zwischen den Menschen Konflikte, Vorwürfe, Groll und Rache, welche Beziehungen zerstören, Familien spalten und Kriege auslösen.

                             „Immer, auch wenn es schwerfällt, den ersten Schritt tun“

Nur die Vergebung befreit und bringt wieder neues Licht, auch dort, wo die materielle und moralische Armut des Menschen für einen Moment den Horizont verdunkelt und den Weg unsicher gemacht hat. Die Vergebung vertreibt wie ein günstiger Wind selbst die dichtesten Wolken bis die Sonne wieder zum Vorschein kommt. Der heilige Petrus hat dies in seinem Leben selbst mehrmals erlebt; insbesondere als er, nachdem er Jesus während der Passion verleugnet und verlassen hatte, dem Auferstandenen am Ufer des Sees begegnete und von ihm nur eine Frage zu hören bekam: »Simon […], liebst du mich?« (Joh 21,15), verbunden mit einer Aufforderung: »Folge mir nach!« (V. 19). Genau wie am Anfang, am Tag ihrer ersten Begegnung, fast so, als wäre nichts geschehen. Und diese Liebe, die vergibt und heilt, wird für den Ersten unter den Aposteln zur Bestätigung seiner Sendung.

Bitten wir daher die Jungfrau Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, sie möge uns helfen zu vergeben und immer, auch wenn es schwerfällt, den ersten Schritt zu tun und mit Mut und Ausdauer das heitere und heilende Licht der Liebe zu verbreiten, das den Hass besiegt und jeden Groll entwaffnet.“

Quelle vatinannews



In Illo Tempore

 Auch heute erklärt Father John Zuhlsdorf bei OnePeterFive die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr. Hier geht´s zum Original: klicken

     "IN JENER ZEIT: 16. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

Es war der Stolz, der Satan und die anderen abtrünnigen Engel zu Fall brachte. Es war der Stolz, der die Menschheit seit unseren ersten Eltern ins Verderben stürzte. Stolz verwandelte Engel in Teufel und das Paradies in dieses Jammertal. Bernhard von Clairvaux nannte den Stolz „ initium omnis peccati … den Anfang jeder Sünde“ ( De gradibus humilitatis et superbiae , 10.28). Stolz zerstört die Tugenden, weil er sich Gottes Gaben aneignet und den Geschöpf davon überzeugt, dass Gott deren Quelle ist.

Gibt es ein Laster, das Gott mehr hasst als Stolz?

Was bewirkt Stolz im Inneren unserer Seele? Der ehrwürdige Baltimore-Katechismus sagt, dass Stolz „sündhaften Ehrgeiz, Eitelkeit, Anmaßung und Heuchelei“ hervorbringt. Stolz kann sich von Gebet, Buße, Bildung, Orthodoxie, liturgischer Andacht und guten Werken nähren. Er kann sich in heilige Gewänder hüllen und den Ehrenplatz einnehmen, während er vorgibt, die Sitzordnung zu verteidigen.

Am 16. Sonntag nach Pfingsten gemäß dem Kalender des Vetus Ordo stellt sich die Kirche dieser spirituellen Krankheit durch einen Mann entgegen, dessen Körper zum sichtbaren Abbild der stolzen Seele geworden ist.

In Lukas 14 geht Christus zum Sabbatmahl in das Haus eines Pharisäerführers. Unter den Anwesenden sind Pharisäer und Gesetzeslehrer . Solche Mahlzeiten in den Häusern angesehener Männer waren oft halböffentliche Anlässe. Die Leute kamen, hörten zu und beobachteten. Bei dieser Gelegenheit beobachten die Beobachter einen ganz bestimmten Gast.

Lukas sagt: „Sie beobachteten ihn“ (Lukas 14,1). Der griechische Text lautet: „ kaì autoì êsan parateroúmenoi autón … und sie beobachteten ihn genau.“ Das Partizip stammt von „parateréo “, einem Verb, das genaue, ja sogar feindselige Beobachtung bezeichnen kann. Die peniblen Gesetzesbefolger hatten ihre Befolgung des Gesetzes in die Überwachung des Gesetzgebers umgewandelt. Sie prüften jedes Wort und jede Geste Christi, um etwas gegen ihn zu finden.

„Und siehe, da war ein Mann vor ihm, der Wassersucht hatte“ (Lukas 14,2).

Vielleicht kam der Mann, weil er wusste, dass Christus dort sein würde. Wahrscheinlich hatten die Pharisäer sein Erscheinen arrangiert, da sie wussten, dass Christus genau das tun könnte, was er tat: am Sabbat heilen:

Christus ging in die Falle, löste sie aus und ließ sie über den Köpfen derer zuschnappen, die sie gestellt hatten.

Wassersucht, auch Hydropsie genannt, ist ein Ödem, eine abnorme Flüssigkeitsansammlung im Körpergewebe. Sie kann zu starken Schwellungen der Gliedmaßen und des Gesichts führen. Eine mögliche Ursache ist Herzinsuffizienz. Das geschwächte Herz kann das Blut nicht ausreichend zirkulieren lassen, und Flüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe aus.

Die Kirchenväter und spätere geistliche Autoren sahen in solch einem aufgeblähten Körper ein Zeichen von Stolz. Der ödematöse Körper wird zum äußeren Ausdruck der inneren Krankheit, die die Männer am Tisch befällt. Stolz bläht das Herz auf und schwächt gleichzeitig seine Fähigkeit, die Gnade Gottes zu empfangen und weiterzugeben. Der Durst des Ödematösen wächst mit jedem Schluck. Das Verlangen des Stolzen nach Anerkennung wächst mit jeder Befriedigung. Lob verlangt nach mehr Lob. Einfluss strebt nach mehr Einfluss, und der Ehrenplatz scheint nie:

Eine solche Krankheit erfordert mehr als einen Kardiologen. Sie erfordert einen Arzt, der sich ganz dem Thema Herz Jesu widmet. Wenn wir in die Notaufnahme eilen, sobald ein Organ versagt, wie schnell sollten wir dann die Beichte aufsuchen, wenn das Herz unserer Seele versagt?

Samstag, 12. September 2026

Heute vor 343 Jahren - ein großer Tag für Europa-

am 12. September 1683 endete die zweite Türkenbelagerung Wiens mit dem Sieg in der Schlacht am Kahlenberge. Nach dem Eingreifen des polnischen Königs Ian Sobiesky und seiner Husseria wurde das Osmanenheer in die Flucht geschlagen und Europa vor weiteren gefährlichen Eroberungsversuchen gerettet.

 


Wien 1683 - "Wir kamen, wir sahen, Gott siegte"

Das schrieb der polnische König Ian Sobiesky nach der Schlacht am Kahlenberg an Papst Innozenz XI.  Peter Dabrowski berichtet bei OnePeterFive über die historische Schlacht, die für das Schicksal Europas von so großer Bedeutung war. Hier geht´s zum Original: klicken

       "WIR KAMEN, WIR SAHEN UND GOTT SIEGTE"               

"Wir schreiben das Jahr 1683. Das islamische Reich hat seine Streitkräfte seit der Niederlage bei Lepanto 1571 nur langsam wieder aufgebaut. In Europa verbreitete sich die Nachricht, die Türken hätten ein gewaltiges Heer aufgestellt, um das Herz Europas anzugreifen. In Erwartung einer osmanischen Invasion schloss Kaiser Leopold I. von Wien im Heiligen Römischen Reich am 31. März 1683 einen bilateralen Verteidigungspakt mit König Jan Sobieski III. der polnisch-litauischen Adelsrepublik, der von Papst Innozenz XI. unterstützt und garantiert wurde.

Die darauffolgenden Ereignisse werden von den Polen und den Verteidigern der westlichen Zivilisation bis heute mit Stolz in Erinnerung behalten. Die anhaltenden militärischen Erfolge der zahlenmäßig unterlegenen polnischen Husaren trotz erdrückender Übermacht sind erstaunlich, und viele Historiker schreiben den Sieg militärischen Meisterleistungen zu. Wer jedoch den Erfolg der Schlacht bei Wien auf reine Militärgeschichte reduziert, unterschätzt die Kräfte, die in dieser Schlacht wirkten und die über das Schicksal der westlichen Zivilisation mitentscheidend waren, maßlos.

Am 14. Juli 1683 erreichte die 170.000 Mann starke Hauptarmee des Osmanischen Reiches unter Kara Mustafa die Tore Wiens und stellte die traditionelle Kapitulationsforderung. Nur wenige Tage zuvor hatte eine kleine Stadt südlich von Wien ein ähnliches Angebot angenommen, was zu einem Massaker an ihren Einwohnern geführt hatte. Wien wusste daher, dass eine Kapitulation ausgeschlossen war. Osmanische Pioniere gruben Tunnel unter den Mauern und füllten sie mit Schießpulver. Die Wiener konterten mit Gegentunneln, um die osmanischen Bemühungen zu sabotieren. Die Belagerung dauerte Monate.

Kaiser Leopold I. floh mit seinem Hofstaat aus Wien nach Westen und sandte Boten aus, um die Herrscher Europas um sofortige Hilfe zu bitten. Einer dieser Boten erreichte König Jan Sobieski III. von Polen und lautete: 

Wir erwarten nicht so sehr die Truppen Eurer Majestät, sondern vielmehr Eure Person. Wir sind sicher, dass Eure königliche Person an der Spitze unserer Truppen und Euer Name, der für unsere gemeinsamen Feinde so gefährlich ist, deren Niederlage von selbst herbeiführen werden.

König Jan Sobieski galt nicht nur in Europa, sondern auch im Osmanischen Reich als vorbildlicher Heerführer. Hätte es allein an ihm gelegen, in den Krieg zu ziehen, wäre er sofort ausgezogen. Doch selbst mit dem Vertrag lag die Entscheidung über einen Krieg im Ausland laut polnischem Recht in der Zuständigkeit des Parlaments, das angesichts seiner schwierigen Finanzlage und der Beteiligung an zahlreichen jüngsten Konflikten wenig begeistert von einem Kriegseinsatz war.