Mario Galgano berichtet bei vaticannews über das heutige Treffen des Hl. Vaters mit Künstlern und Kuratoren. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST LEO XIV ERNEUERT DAS BÜNDNIS DER KIRCHE MIT DEN KÜNSTLERN"
"Papst Leo XIV. hat an diesem Freitag Künstler und Kuratoren im Vatikan empfangen. Die Begegnung stand unter dem Thema „Die Kunst des Möglichen: Zusammenweben“ und wurde vom Dikasterium für Kultur und Bildung organisiert. In seiner Ansprache dankte das Kirchenoberhaupt den Anwesenden für die bisherige Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl, insbesondere bei Projekten der zeitgenössischen Kunst und der Gestaltung des Pavillons auf der Biennale in Venedig im Frauengefängnis auf der Insel Giudecca .
Der Papst bezeichnete die Kunst als ein fundamentales Element des Zuhörens für die Kirche. Sie verhelfe den tiefen Fragen, Sehnsüchten und Wunden der Menschheit zu Ausdruck und Sichtbarkeit. In Abgrenzung zu modernen Suchmaschinen, die vor allem bestehende Daten verarbeiteten, schaffe die Kunst einen eigenständigen Zugang zur Sinnsuche und zur kulturellen sowie geistigen Erneuerung
Im Gegensatz zur Suchmaschine
„Der heilige Augustinus hat uns ein unvergängliches Zeugnis von der Unruhe des menschlichen Herzens auf der Suche nach der Wahrheit hinterlassen. Die Kunst wird, wenn sie authentisch ist, von dieser Unruhe beseelt. Deshalb hat die Kirche die Kunst nie als Nebensache betrachtet. Für die Kirche ist die Kunst ein grundlegender Ort des Zuhörens, an dem man sich über die Sehnsüchte und Wunden der Menschheit, über ihren Durst nach Schönheit, Gerechtigkeit und Frieden sowie über ihre Suche nach Sinn aufklären lassen kann.
Kunst und Künstliche Intelligenz
Zugleich betonte Leo XIV. den Stellenwert des menschlichen Kunstschaffens im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Zwischen echter Kunst und von Algorithmen statistisch berechneten Erzeugnissen bestehe ein grundlegender Unterschied, da Maschinen der menschliche Funke fehle. Die Kirche wende sich mit Wertschätzung an die Kulturschaffenden, um gemeinsam die Würde des Menschen zu bewahren:
„Im Zeitalter der Technik und des Konsums besteht die große Gefahr nicht mehr nur in der Zensur, sondern in der Verflachung.“
„Wir leben im Zeitalter der Suchmaschinen, die uns in einer Sekunde Tausende von Antworten liefern. Doch so leistungsfähig sie auch sein mögen, sie geben nur das wieder, was bereits existiert, und neigen dazu, uns das zu geben, was wir ohnehin schon wollen. Im Zeitalter der Technik und des Konsums besteht die große Gefahr nicht mehr nur in der Zensur, sondern in der Verflachung; nicht nur im auferlegten Schweigen, sondern im Lärm, der das Zuhören unmöglich macht. Die Kunst ist eine andere Art von Suchmaschine: Sie funktioniert nicht durch Indizierung, sondern durch Hinterfragen.“
Aus all diesen Gründen wolle und müsse die Kirche gemeinsam mit den Künstlern und den Kulturinstitutionen ein Bündnis erneuern: das Bündnis zum Schutz des Menschlichen, schloss der Papst seine Rede ab.2
Quelle: M. Galgano, vaticannews