Sonntag, 4. Oktober 2026

Die Katechese

des Hl. Vaters beim heutigen Angelus im Wortlaut. Veröffentlicht von vaticannews  klicken

                Liebe Brüder und Schwestern, euch allen einen schönen Sonntag!

Das Gleichnis des Evangeliums, das an diesem Sonntag in der Liturgie verkündet wird, handelt vom Leben Jesu und beleuchtet den Sinn seiner Mission (vgl. Mt 21,33–43). Er ist der in die Welt gesandte Sohn Gottes, der allerdings gerade von jenen abgelehnt wird, die ihn eigentlich mit offenen Armen hätten empfangen sollen. Derjenige, der gekommen ist, um das Heil zu bringen, wird verurteilt; derjenige, der das Leben schenken will, wird getötet. Die Lehre Christi lässt uns über die vielen Grausamkeiten nachdenken, die die Welt und die Geschichte der Völker beschädigen, und offenbart zugleich die immer größere Barmherzigkeit seines Vaters. 

Denn diese heftige Ablehnung bricht nicht Gottes Willen, der in seiner unendlichen Gerechtigkeit das Böse in Erlösung verwandelt: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden« (Mt 21,42; vgl. Ps 118,22). Jesus selbst erinnert an diese Worte des Psalms, der das wunderbare Werk des Herrn preist: Gerade das Verworfene wird zum Fundament, das alles trägt. Dies ist die Weise, wie der Allmächtige die Geschichte lenkt und uns bei all unseren Stürzen zu Hilfe kommt: Gott wirft unser Leben niemals weg!

                                               „Gott wirft unser Leben niemals weg!“ 

Der gerecht zu bewirtschaftende Weinberg ist – gemäß dem im Gleichnis verwendeten Bild – die Kirche, die wir durch unsere Entscheidungen entweder aufbauen oder beschädigen. In diesem Zusammenhang möchte ich gerade heute, an seinem achthundertsten Todestag, an einen Arbeiter erinnern, der im Weinberg des Herrn gewirkt und reiche Frucht gebracht hat: an den heiligen Franz von Assisi, den Jesus selbst bat, seine Kirche wiederaufzubauen. Franziskus wurde vom Gekreuzigten inspiriert und baute zuallererst sein eigenes Leben auf dem Fundament Christi auf, indem er dessen Armut, Freude und Leiden teilte – bis hin zum mystischen Zeichen der Stigmata. Als Mensch inbrünstigen Gebets und voller Nächstenliebe gegenüber allen, war er ein Vorbild für die ersten Brüder, die seine Askese als eine authentische Bedingung für die Reform der Kirche teilten. Der heilige Franziskus hat diese durch den Glauben an Jesus, den Herrn, wiederaufgebaut und die Risse der Zwietracht durch das Zeugnis geschwisterlicher Liebe geheilt.

„Meine Lieben, das Charisma des heiligen Franziskus bringt auch heute noch, nach acht Jahrhunderten, Früchte hervor“ 

Meine Lieben, das Charisma des heiligen Franziskus bringt auch heute noch, nach acht Jahrhunderten, Früchte hervor: Davon zeugen nicht nur die große und lebendige franziskanische Familie, sondern auch die vielen Gaben, die sein geistliches Erbe im Volk Gottes verbreitet. Lasst uns also, während wir das franziskanische Jubiläumsjahr feiern, beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern herzustellen. 

Möge uns dabei stets die Fürsprache der allerseligsten Maria, unserer Mutter, begleiten, an die wir uns nun in geistlicher Verbundenheit mit jenen Gläubigen wenden, die sich am Heiligtum von Pompeji versammelt haben, um das Bittgebet an Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz zu richten." 

Quelle: vaticannews

Angelus

 auf dem Petersplatz

               

In Illo Tempore

 Auch heute setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der LIturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

IN JENER ZEIT: DER 19. SONNTAG NACH PFINGSTEN

Um es mit den Worten der Sängerin Peggy Lee zu sagen…

Das Fenster ist kaputt und der R e warten, hört der Regen vielleicht auf.
Und an so einem sonnigen Tag brauchen wir kein Fenster.
Mañana, mañana, mañana ist früh genug für mich.   

„Morgen“ mag bei Haushaltsaufgaben funktionieren, aber in Bezug auf spirituelle Aufgaben ist es gefährlich. 
Die Heilige Kirche stellt diesen Sonntag gleich zu Beginn eine Frage: Was hält dich davon ab, das zu tun, was Gott gehört? 

Das Tagesgebet bittet den allmächtigen und barmherzigen Vater, alles aus dem Weg zu räumen, was uns im Wege steht, damit Geist und Leib frei für seinen Dienst sein können. Die Epistel lehrt uns, was wir ablegen und was wir anziehen sollen. Das Evangelium führt uns in einen Hochzeitssaal, wo der König seine Gäste betrachtet und einen Mann ohne das angemessene Gewand entdeckt. m

Die Kollekte ist ausdrucksstark und dicht:

Omnipotens et misericors Deus,
universa nobis adversantia propitiatus schließen aus:
ut mente et corpore pariter expediti,
quae tua sunt, liberis mentibus exsequamu

Siehst du diese „ Ex “-Namen unterwegs?

WÖRTLICHE VERSION

Allmächtiger und barmherziger Gott,
schließe gnädig alles aus, was uns entgegensteht,
damit
wir, gleichermaßen unbelastet an Geist und Körper, mit freiem Herzen das tun können, was Dir gehört.

Die Kirche bittet um Freiheit, weil es etwas zu tun gibt. Die Rede spricht Geist und Körper gleichermaßen an, da beides in unseren Gehorsam einbezogen ist. Es gibt einen aufsteigenden Fortschritt in denen, die ausschließen… expediti… exsequamur .  Ausschließen („ausmerzen“), das zu beseitigen, was uns entgegensteht, ist der erste Schritt. Der nächste Schritt ist expediti , das heißt, ein Eifer, nach dem Göttlichen zu streben ( quae tua sunt ). Schließlich fügen wir uns in Gottes Willen und folgen ihm in exsequamur .

Immer wenn dieses Tagesgebet erklingt, denke ich an den Märtyrer Expeditus aus dem 4. Jahrhundert, einen römischen Zenturio. Er ist in seiner Soldatenrüstung dargestellt, hält einen Märtyrerpalmenzweig und erhebt ein Schild mit dem lateinischen Wort HODIE („heute“), während zu seinen Füßen eine schwarze Krähe lautmalerisch CRAS („morgen“) krächzt . Im lateinischen Militärjargon bezeichnete man mit „ Expediti “ Soldaten, die unbeschwert und bereit zum schnellen Vorrücken waren. Genau diese Kraft der Expediti im Tagesgebet liegt darin: Befreit von allem, was uns hindert, sind wir bereit, Gottes Willen zu erfüllen. Das ist ein Bild für das christliche Leben, besonders jetzt, da die Tage des Kirchenjahres kürzer werden. Wir müssen ablegen, was uns zurückhält, und anziehen, was uns hilft.

Pius Parsch bemerkt in „Das Kirchenjahr der Gnade“ , dass dieser Sonntag eine Reihe von Andachten eröffnet, die sich mit der christlichen Hoffnung befassen. Die Hoffnung richtet ihren Blick auf das Ziel. Sie treibt den Menschen an, diesem Ziel entgegenzugehen. Das Tagesgebet bittet Gott, uns für diese Reise rüstbar zu machen. Daher haben wir, die streitende Kirche, Sünden zu bekennen, Gewohnheiten zu ändern, Menschen zu vergeben, Pflichten zu erfüllen und so weiter. Ein Soldat, der vorwärts marschieren will, kann nicht ewig damit beschäftigt sein, seine Lasten ein- und auszupacken 

Waren Sie in letzter beichten?

Hodie, non cras : heute, nicht morgen. Gott schenkt uns die Gegenwart, in der wir frei auf seine Gnade antworten können.

Paulus' Lehre aus Epheser 4,23–28 zeigt uns, wie diese Freiheit aussieht: „Lasst euch im Geist eures Denkens erneuern und zieht die neue Natur an (griechisch: ἀνοριρος „Mensch“), die nach dem Bild Gottes in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit geschaffen ist.“ Er schreibt an Christen, viele von ihnen Heiden, und erklärt ihnen, dass ihre frühere, heidnische Lebensweise sie nicht länger beherrschen kann. Sie haben Christus kennengelernt. Ihre Taufe hat ihnen eine neue Identität gegeben. Diese Identität muss sich in ihrem Verhalten zeigen. Paulus spricht daher sowohl von innerer Erneuerung als auch von Dingen, die ein Mitmensch beobachten kann: wahrhaftige Rede, Beherrschung des Zorns, ehrliche Arbeit und Nächstenliebe.

Paulus' Aufforderung, den neuen Menschen/die neue Natur anzunehmen, verwendet das Bild der Kleidung. Das griechische Verb endúo bedeutet bekleiden oder sich einkleiden. Bei der Taufe macht das weiße Gewand äußerlich sichtbar, was Christus innerlich für die Seele getan hat. Wir wurden durch seinen Tod und seine Auferstehung reingewaschen und haben neues Leben empfangen. Dieses weiße Gewand birgt auch eine implizite Aufforderung: Es soll rein bleiben. Paulus schreibt in ähnlicher Weise an die Kolosser:

„Belügt einander nicht, denn ihr habt das alte Wesen mit seinen Taten abgelegt und das neue angezogen, das nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird zur Erkenntnis“ (Kol 3,9–10).

Der alte Mensch ist an das Erbe des gefallenen Adam gebunden. Der neue Mensch lebt aus Gnade in Christus, dem neuen Adam. Auch wenn der Kampf gegen die Sünde andauert, verändert uns die Taufe wahrhaftig. Wir müssen immer wieder zu dem Leben zurückkehren, das wir empfangen haben – durch Buße, die Sakramente, das Gebet und Werke der Nächstenliebe. Paulus lässt die „Erneuerung“ nicht in der Theorie verharren. Er verankert sie in den Gesprächen mit unseren Mitmenschen, in unserer praktischen Arbeit und in unserem Verhalten in Konfliktsituationen.

Wenn mich expediti an den Soldatenheiligen erinnert, erinnert mich das Bild von Paulus' Kleidung an das Gebet, das Mutter Kirche Klerikern und Ministranten gleichermaßen in den Mund legt, wenn sie ein Chorhemd anlegen:

Indúe me, Domine, novum hóminem, qui secúndum Deum creátus est in justítia and sanctitáte wahrheit. Amen.

„Bekleide mich, o Herr, mit dem neuen Menschen, der nach Gottes Bild geschaffen wurde in Gerechtigkeit und Heiligkeit der Wahrheit. Amen.“

Das weiße Chorhemd über der Soutane erinnert an die liturgische Albe und durch sie an das reine Taufkleid. Bevor der Priester, Seminarist oder Ministrant den Altarraum erreicht, hat er gebetet, innerlich das zu tragen, was er äußerlich anlegt. Oder vielleicht hätte er es tun sollen.

Man könnte an dieser Stelle Tausende von Worten über die erhabenen Gebete verlieren, die Bischöfe, Priester, Diakone und Subdiakone beim Anlegen ihrer liturgischen Gewänder sprechen, ja sogar schon zuvor beim Händewaschen und noch davor beim Überziehen der Soutane. Sie sind eine unerschöpfliche Quelle priesterlicher Identität. Oftmals frage ich mich mit Trauer, Wut und Sehnsucht, welche Folgen es in den letzten Jahrzehnten für die Kirche gehabt hätte, wenn alle oder zumindest die meisten Priester und Bischöfe ihre Gebete zum Anlegen der liturgischen Gewänder gesprochen hätten. Gäbe es so viel Leid in der Kirche, wenn ein Bischof jedes Mal, wenn er seinen Ring anlegt, beten würde: „Herr, schmücke mit Tugend die Finger meines Leibes und meines Herzens und lege ihnen die Heiligung des siebenfachen Geistes an.“ Jedes Mal, wenn er die Mitra aufsetzte, betete er : „Herr, setze mir die Mitra und den Helm des Heils auf, damit ich ungehindert gegen die Schlingen des alten Feindes und all meiner Widersacher vorgehen kann.“ Nicht nur Bischöfe, sondern auch Priester werden vom Feind angegriffen. Wären doch mehr unserer Priester mutiger und aufrechter, wenn sie täglich beim Anlegen der Mitra beten würden: „Herr, setze mir den Helm des Heils auf, damit ich alle Täuschungen des Teufels zunichtemache und die List aller Feinde besiege.“ Wie listig ist der Feind? Heutzutage sind die priesterlichen Alben, deren Name vom lateinischen Wort für „weiß“ stammt, farblose Jutesäcke mit Druckknöpfen oder Klettverschluss am Hals, die den Kriegerhelm und die Mitra ersetzen sollen. Und das ist noch nicht alles, denn ich bin schon so weit vom Thema abgekommen. Die moderne Albe hat oft dieses abscheuliche, eingenähte, gürtelartige Ding, das den Zingulum ersetzt. Und wie lautete das Gebet des Priesters beim Anlegen des Zingulums? „Gürte mich, o Herr, mit dem Strick der Reinheit und lösche in meinen Lenden die Begierde der Lust aus, damit die Tugend der Enthaltsamkeit und Keuschheit in mir bleibe.“

Verstehst du, worauf ich hinauswill?

Aber ich schweife ab.

Wenn das Anlegen des neuen Menschen auch durch die liturgischen Gewänder untrennbar mit der priesterlichen Identität verbunden ist, gilt dies auch für alle Getauften. Die gewöhnliche Kleidung für die Sonntagsmesse kann eine ähnliche Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Angemessene, würdevolle Kleidung ehrt den heiligen Ort und die heilige Liturgie und zeugt von Rücksichtnahme auf die anderen Gottesdienstbesucher. Paulus verbindet das „Anlegen des neuen Menschen“ mit der Nächstenliebe. Das Evangelium nach Matthäus 22,1–14 erzählt das Gleichnis vom König bei der Hochzeit seines Sohnes. Als er einen Gast sieht, der nicht das angemessene Hochzeitsgewand trägt, spricht er: „Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird geweint und mit den Zähnen geknirscht werden.“

Äußere Zeichen, innere Realität.

Der heilige Gregor der Große fragt: „Was sollen wir denn unter dem Hochzeitsgewand verstehen, wenn nicht die Liebe?“ ( Homiliae in Evangelia 38.9). Der Glaube hat den Gast in den Saal geführt, doch die Liebe fehlt. Gregors Frage erreicht uns alle, die wir bereits zur Kirche gehören, von der Heiligen Schrift genährt und mit ihrem Gottesdienst vertraut sind. Wir können den Weg zum Festmahl kennen und dennoch den Zustand unseres Herzens prüfen. Lieben wir Gott und unseren Nächsten? Tragen wir Groll in uns, beneiden wir andere um ihr Wohlergehen, tun wir so, als sähen wir nicht, wenn Handlungsbedarf besteht?

Die äußeren Zeichen, die wir zeigen, drücken unsere inneren Entscheidungen und Bestrebungen aus.

Paulus veranschaulicht dies. Sein erstes Beispiel ist die Lüge: „Jeder rede die Wahrheit mit seinem Nächsten, denn wir sind untereinander Glieder.“ Eine Lüge schadet dem Einzelnen und untergräbt das Vertrauen, das den Gliedern des Leibes Christi gebührt. Wahrhaftigkeit erfordert mehr, als Aussagen zu vermeiden, die entlarvt werden können. Wir können irreführen durch bewusst gewähltes Schweigen, durch Weiterverbreitung ungeprüfter Informationen oder durch eine Darstellung, die unseren Stolz schützt. Es gibt viel Lüge in der Welt und leider auch in der Kirche. Der neue Mensch hat Grund, Klartext zu reden und eine von ihm verbreitete Lüge zu korrigieren.

Dann kommt der Zorn. „Zürnt, aber sündigt nicht! Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt dem Teufel keinen Raum!“ (Eph 4,26–27). Paulus erinnert an Psalm 4,5: „Zürnt, aber sündigt nicht! Haltet auf euren Lagern in Frieden mit euren Herzen und seid still.“ Zorn kann in uns aufsteigen, bevor wir ihn bewusst zulassen. Was folgt, verlangt uns etwas ab. Wir mögen ein echtes Unrecht erlebt haben, das Korrektur erfordert, vielleicht sogar eine energische. Unser Herr trieb die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel. Doch verletzte Eitelkeit kann sich uns als Eifer präsentieren, und Zorn über ein echtes Unrecht kann über das Maß der Gerechtigkeit hinauswachsen. Wir müssen prüfen, was wir suchen: das Wohl der Seelen und die Ehre Gottes oder die Lust am Vergeltungsschlag?

Der Begriff „Sonnenuntergang“ verleiht Paulus’ Rat eine gewisse Dringlichkeit. „Zürnt, aber sündigt nicht! Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt dem Teufel keinen Raum!“ (Eph 4,26–27). Ein Streit kann sich ausweiten, wenn wir ihn immer wieder durchkauen. Groll, den wir nähren und fördern, kann zu Hass werden. Wenn uns das Verhalten eines Gemeindemitglieds ärgert, lasst uns für ihn beten, auch für seine Bekehrung, wenn nötig. Der Anfang eines solchen Gebets mag schwerfallen. Es hilft uns, sein Wohl vor Gott zu wünschen, und genau das erfordert Nächstenliebe.

Paulus' Ermahnung an den Dieb ist ebenso tiefgründig: „Wer stiehlt, der soll nicht mehr, sondern arbeiten und mit seinen Händen etwas Gutes tun, damit er den Bedürftigen geben kann.“ Der Apostel geht über das bloße Aufhören mit dem Bösen hinaus. Hände, die einst zum Nehmen benutzt wurden, sollen nun verdienen und geben. Die Gnade ermöglicht eine neue Gewohnheit (die zugleich Tugend und Kleidung ist) und gibt ihr in der Nächstenliebe einen Sinn. So sieht christliches „Anlegen“ aus.

Heute, nicht morgen. Wir haben noch Zeit zu handeln. Wir kennen weder die Stunde noch die Umstände, zu denen sich unsere Seele im Tod von unserem Körper trennt. Ist sie einmal getrennt, haben wir nicht mehr die irdische Möglichkeit zur Umkehr und Besserung. Unser persönliches Gericht folgt dem Tod (Hebr 9,27). Wir sollten dies mit ernster Hoffnung hören. Heute ist die Beichte möglich. Heute kann ein Unrecht wiedergutgemacht werden. Heute können wir um die Gnade bitten, eine Sünde aufzugeben. Schnell können wir noch vor den König treten und ihn bitten, uns unser Gewand zurückzugeben.

„Propitiatus exclude“ , betet der Vater im Tagesgebet. „Entferne gnädig alles, was uns im Wege steht.“ Wir können uns die anfängliche Gnade der Bekehrung nicht selbst schenken, noch uns allein durch Entschlossenheit reinigen. Christus legt uns dieses Gewand an. Vom darauf folgenden Innewohnen des Heiligen Geistes bewegt, können wir mit ihm zusammenwirken, in der Liebe wachsen und durch Christus Werke vollbringen, die Gott wohlgefällig sind. Wir sollten stets danach streben, vollkommen ehrlich mit uns selbst zu sein und die Gabe unseres „neuen Menschen“ in der Taufe in die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wohl zu bedenken. Wir könnten uns in unserer häufigen Gewissenserforschung vor unseren Erlöser stellen, wenn er uns eindringlich fragt: „Ziehst du mich an?“  Ziehst du mich an?

Quelle: Fr. J. Zuhlsdorf, OnePeterFive

Samstag, 3. Oktober 2026

Papst Leo XIV und der Campo Santo Teutonico

Mario Galgano berichtet für vaticannews vom Treffen des Hl. Vaters mit dem Priesterkolleg des Campo Santo Teutonico.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST: DER CAMPO SANTO TEUTONICO MUSS ORT  DER EINHEIT UND AUSBILDUNG BLEIBEN"

Papst Leo XIV. hat die Gemeinschaft des Päpstlichen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens im Vatikan empfangen. In seiner Ansprache blickte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf die Entstehung der Einrichtung zurück und betonte deren Aufgaben für die Gegenwart.

            

Der Papst erinnerte an die weit zurückreichenden Wurzeln des Campo Santo als Anlaufstelle für Pilger sowie an seine Funktion im 19. Jahrhundert, als der Ort Geistlichen Schutz und Studienmöglichkeiten bot. Er verwies darauf, dass sich die Einrichtung von diesem Ausgangspunkt aus zu einer Wirkungsstätte für Kirchengeschichte, christliche Archäologie und Erforschung des frühen Christentums entwickelte.

Bezüglich der aktuellen Rolle der Institution führte das Kirchenoberhaupt aus: „Auch heute möchte das Priesterkolleg ein sicherer Ort der Ausbildung sein, an dem die hier lebenden Kleriker ihren intellektuellen und geistlichen Weg vertiefen können, um später den Menschen in der Heimat angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit Rede und Antwort stehen zu können und Rechenschaft zu geben über die Hoffnung, die uns erfüllt.“

                          Räumliche und spirituelle Bindung

Zudem hob Papst Leo XIV. die räumliche und spirituelle Bindung des Hauses an den Apostelsitz hervor, die im Titel des Päpstlichen Kollegs zum Ausdruck kommt. Mit dieser Bezeichnung bleibe Verpflichtung verbunden. In diesem Zusammenhang sagte der Papst: „Dieser eine Glaube an Christus ist das Prinzip der Einheit unter den Gläubigen, um die der Herr für seine Jünger gebetet hat, weil sie eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit unseres Zeugnisses darstellt. Macht euch diese inständige Bitte Jesu zu eigen, bittet um diese Gabe, damit die Kollegsgemeinschaft ein Ort sei, an dem diese Einheit konkret geübt und sichtbar werden kann.“

Botschafter Kahl fordert Erneuerung und klare Strukturen für Campo Santo Teutonico


Anlässlich der 150-Jahr-Feier des Päpstlichen Priesterkollegs beim Campo Santo Teutonico hatte am Freitagnachmittag der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, Bruno Kahl, grundlegende Reformen und eine klare Zukunftsvision für die traditionsreiche Einrichtung eingefordert. In seiner Rede formulierte der Diplomat insgesamt neun Wünsche für die inhaltliche, personelle und bauliche Neuausrichtung des Kollegs.

Kahl betonte, dass das Priesterkolleg künftig die tragende Rolle und der zentrale „Herzmuskel“ des Campo Santo werden müsse. Um diese Position zu festigen, benötige die Institution ein zukunftsfähiges Alleinstellungsmerkmal, das attraktiv für Studierende und Gäste aus aller Welt sei. Zudem mahnte der Botschafter eine transparente Repräsentation und belastbare Entscheidungsstrukturen an.


Noch ein Kommentar zur päpstlichen Frankreichreise

Auch Ludwig Ring-Eifel kommentiert bei kath.ch  die großartige Frankreich-Reise von Papst Leo XIV.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"SUPERSTAR, TRÖSTER UND IDEENGEBER: PAPST GEWINNT BEI FRANKREICHREISE WEITER AN PROFIL"

beginnt der Kommentar so- ZITAT

" Leos XIV. Frankreichreise war eine Tour de France in vier Tagen. In Paris der Élysée-Palast, Notre-Dame und die Place de la Concorde. Dann Lourdes und schließlich Metz. Auch inhaltlich hatte es der Besuch in sich.

Der viertägige Frankreichbesuch von Leo XIV. vom 25. bis 28. September war trotz der Kürze eine der facettenreichsten und eindrucksvollsten Reisen in seinem knapp anderthalbjährigen Pontifikat. Und sie liess das kirchliche und politische Profil des Papstes deutlicher als bisher sichtbar werden.

Das lag vor allem an Frankreich. Anders als sein Vorgänger Franziskus, der mit Vorliebe «an die Ränder» der katholischen Weltkirche reiste, besuchte Leo bewusst eines der Kernländer des alten Europas. Und er hat sich nicht gescheut, grundlegende gesellschaftliche Konflikte und Krisen des Gastgeberlandes offen anzusprechen." (...)

Quelle: L. Ring-Eifel, kath.ch

Fundstück

Martin Grichting kommentiert in einem Gastbeitrag für kath.net das Apostolische Schreiben Amoris Laetitia und seine Wirkung und fordert Papst Leo auf, AL zu korrigieren.  
Hier geht´s zum Original:  klicken 

Unter dem Titel:

"AMORIS LAETITIA" ODER DAS LEHRAMT, DAS SICH SELBST ABSCHAFFT"

und dem Untertitel: 

"Leo XIV muss das Schreiben seines Vorgängers lehramtlich korrigieren, wenn er die Einheit der Kirche erhalten wird."

beginnt der Kommentar so - ZITAT

"Das Apostolische Schreiben «Amoris Laetitia» (AL) ist ein Kunststück. Dieses besteht darin, die Lehre der Kirche in der Theorie beizubehalten, sie aber in der Praxis abzuschaffen. Denn es steht nun Priestern und anderen «Begleitern» zu, im eigenen Namen betreffend Menschen, die im Ehebruch leben, «pastorale Unterscheidungen» vorzunehmen. Wenn es gute Gründe gibt, dürfen dann solche Personen die Sakramente der Eucharistie und der Busse empfangen, ohne an ihrer Praxis, welche die Ehe bricht, etwas zu ändern. Das Wort Gottes und die Lehre der Kirche werden durch «pastorale Unterscheidungen» in tausend unvergleichbare Einzelfälle pulverisiert. Und jeder, der mit seiner Lebenspraxis gegen die Lehre der Kirche anlebt, wird einen verständnisvollen «Begleiter» und «Unterscheider» finden, der vertretbare Gründe anerkennt, die es im konkreten Fall ermöglichen, das zu tun, was man nicht tun darf. Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet. Die Kirche weiss seit der Publikation von AL nicht mehr, was geschieht. Und sie will es auch nicht mehr wissen.

Das AL-Kunststück wird nicht zum ersten Mal aufgeführt. Es waren bereits Jesuiten, die im 17. Jahrhundert mit dem Trick des begründeten Einzelfalls gearbeitet haben. Der einzige Unterschied zu heute besteht darin, dass diese Jesuiten nicht Päpste waren (...)"

Quelle: M. Grichting, kath.net

Freitag, 2. Oktober 2026

Der Papst, die Kunst und die Künstler

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über das heutige Treffen des Hl. Vaters mit Künstlern und Kuratoren. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO XIV ERNEUERT DAS BÜNDNIS DER KIRCHE MIT DEN KÜNSTLERN" 

"Papst Leo XIV. hat an diesem Freitag Künstler und Kuratoren im Vatikan empfangen. Die Begegnung stand unter dem Thema „Die Kunst des Möglichen: Zusammenweben“ und wurde vom Dikasterium für Kultur und Bildung organisiert. In seiner Ansprache dankte das Kirchenoberhaupt den Anwesenden für die bisherige Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl, insbesondere bei Projekten der zeitgenössischen Kunst und der Gestaltung des Pavillons auf der Biennale in Venedig im Frauengefängnis auf der Insel Giudecca .

Der Papst bezeichnete die Kunst als ein fundamentales Element des Zuhörens für die Kirche. Sie verhelfe den tiefen Fragen, Sehnsüchten und Wunden der Menschheit zu Ausdruck und Sichtbarkeit. In Abgrenzung zu modernen Suchmaschinen, die vor allem bestehende Daten verarbeiteten, schaffe die Kunst einen eigenständigen Zugang zur Sinnsuche und zur kulturellen sowie geistigen Erneuerung

                                         Im Gegensatz zur Suchmaschine 

„Der heilige Augustinus hat uns ein unvergängliches Zeugnis von der Unruhe des menschlichen Herzens auf der Suche nach der Wahrheit hinterlassen. Die Kunst wird, wenn sie authentisch ist, von dieser Unruhe beseelt. Deshalb hat die Kirche die Kunst nie als Nebensache betrachtet. Für die Kirche ist die Kunst ein grundlegender Ort des Zuhörens, an dem man sich über die Sehnsüchte und Wunden der Menschheit, über ihren Durst nach Schönheit, Gerechtigkeit und Frieden sowie über ihre Suche nach Sinn aufklären lassen kann.

                                     Kunst und Künstliche Intelligenz

Zugleich betonte Leo XIV. den Stellenwert des menschlichen Kunstschaffens im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Zwischen echter Kunst und von Algorithmen statistisch berechneten Erzeugnissen bestehe ein grundlegender Unterschied, da Maschinen der menschliche Funke fehle. Die Kirche wende sich mit Wertschätzung an die Kulturschaffenden, um gemeinsam die Würde des Menschen zu bewahren:

„Im Zeitalter der Technik und des Konsums besteht die große Gefahr nicht mehr nur in der Zensur, sondern in der Verflachung.“

„Wir leben im Zeitalter der Suchmaschinen, die uns in einer Sekunde Tausende von Antworten liefern. Doch so leistungsfähig sie auch sein mögen, sie geben nur das wieder, was bereits existiert, und neigen dazu, uns das zu geben, was wir ohnehin schon wollen. Im Zeitalter der Technik und des Konsums besteht die große Gefahr nicht mehr nur in der Zensur, sondern in der Verflachung; nicht nur im auferlegten Schweigen, sondern im Lärm, der das Zuhören unmöglich macht. Die Kunst ist eine andere Art von Suchmaschine: Sie funktioniert nicht durch Indizierung, sondern durch Hinterfragen.“

Aus all diesen Gründen wolle und müsse die Kirche gemeinsam mit den Künstlern und den Kulturinstitutionen ein Bündnis erneuern: das Bündnis zum Schutz des Menschlichen, schloss der Papst seine Rede ab.2

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Die Frankreichreise - Highlights

 

                

Fundstück: Die DBK weiterhin auf "synodalen Irrwegen"

-etwas verspätet- auf Luthers Spuren gegen Rom. Ob die Anpassungswilligkeiten dieser Herren an gesellschaftliche Modetrends auch dem Wunsch nach Beifall von der medialen Wokeria bestimmt wird, bleibt dahingestellt.  In einem Beitrag für die  CNA befaßt sich Martin Grünewald  anhand der Neubesetzung einiger Posten mit der Frage nach der Ausrichtung der DBK nach mehreren Interventionen Roms in Konfliktsituationen mit der Weltkirche. Hier geht´s zum Original:  klicken 

Unter dem Titel:

"ANALYSE: WAS BEDEUTET DIE WAHL DER NEUEN VORSITZENDEN DER BISCHÖFLICHEN KOMMISSIONEN?" 

beginnt der Kommentar so - ZITAT

"Nach der Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer SCJ, auf der diesjährigen Frühjahrs-Vollversammlung wurde jetzt die Neuwahl der Vorsitzenden der bischöflichen Kommissionen mit Spannung erwartet.

Vor einem halben Jahr stand Bischof Georg Bätzing nach sechs Jahren nicht erneut für den Vorsitz zur Verfügung. Der Limburger Bischof übte sein Amt während der konfliktreichen Phase des Synodalen Wegs aus, was ihn veranlasste, nicht immer als Repräsentant aller deutschen Bischöfe aufzutreten, sondern als Vertreter der Mehrheitsbeschlüsse dieses Gremiums. Das führte auch immer wieder zu Spannungen und Konfliktsituationen mit Rom, dem Zentrum der Weltkirche. Mehrfach griff der Heilige Stuhl durch eindeutige Stoppzeichen in den deutschen Synodalen Weg ein.

Die Wahl Wilmers, der inzwischen von Hildesheim nach Münster auf einen der wichtigsten Bischofsstühle berufen wurde, deutete einen Kurswechsel an:  (...)"

Quelle: M. Grünewald, CNA 

Das Rosenkranzgebet für den Frieden

Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews über das heutige Rosenkranzgebet des Papstes mit den Kindern in der Lourdes-Grotte in den Vaticanischen Gärten. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BEIM ROSENKRANZ MIT DEN KINDERN: DER FRIEDEN WÄCHST DURCH GUTE TATEN"

Mit einem Rosenkranzgebet mit 700 Kindern hat Leo XIV. am Donnerstagabend die diesjährige weltweite Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ eröffnet. Bei der Andacht vor der stimmungsvollen Kulisse der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten erinnerte der Papst besonders an Kinder und Familien in Kriegsgebieten und rief dazu auf, das Gebet mit konkreten Gesten der Liebe zu verbinden.

Vom 1. bis 7. Oktober beten Kinder in Familien, Schulen und Pfarreien für Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt, darunter die Ukraine, der Nahe Osten, Pakistan, der Südsudan sowie Kuba und Venezuela. Angestoßen wurde die Initiative, die dieses Jahr erstmals eine ganze Woche lang im Zeichen des Gebets für Frieden und Einheit steht, von der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“. Das Leitwort der diesjährigen Aktion stammt aus der Botschaft der Marienerscheinungen von Fatima: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“

           Die Bitte um eine besondere Gabe: Den Frieden für alle Kinder der Welt

Die Andacht mit Papst Leo fand vor der Nachbildung der Lourdesgrotte in den Vatikanischen Gärten statt, gebetet wurde der lichtreiche Rosenkranz. Der Begegnung mit dem Papst war ein buntes Vorprogramm zu den Rosenkranz-Geheimnissen vorausgegangen, das die Kinder auf das Gebet eingestimmt hatte.

„Heute Abend bitten wir um eine besondere Gabe: um Frieden für alle Kinder der Welt, besonders für diejenigen, die leben, wo Krieg herrscht, in so vielen Ländern der Erde“

„Ja, wir haben euch lieb, Jesus und Maria, und heute Abend bitten wir euch um eine besondere Gabe: um Frieden für alle Kinder der Welt, besonders für diejenigen, die leben, wo Krieg herrscht, in so vielen Ländern der Erde,“ wandte sich der Papst an die anwesenden Kinder.

Der Rosenkranz, so erklärte er, sei ein einfaches Gebet, das jeder beten könne. Die einzelnen Gesätze erinnerten an wichtige Stationen im Leben Jesu – von seiner Taufe im Jordan über die Hochzeit zu Kana und die Verklärung auf dem Berg Tabor bis zur Eucharistie beim Letzten Abendmahl.

„Das sind Augenblicke, in denen uns der Herr wunderbare Gaben geschenkt hat, die wir nicht vergessen dürfen. Dafür wollen wir ihm Danke sagen,“ so der Papst wörtlich.

Das Kirchenoberhaupt hob besonders die weltweite Dimension des Gebets hervor, an dem sich rund eine Million Kinder auf der ganzen Welt beteiligten.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Papst Leo XIV betet mit KIndern

 den Rosenkranz für den Frieden

              

Papst Leo XIV auf der Place de la Concorde

 Roberto de Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana die Frankreichreise des Hl. Vaters.       Hier geht´s zum Original.  kliken

         "LEO XIV UND DIE PLACE DE LA CONCORDE"

Die Apostolische Reise von Leo XIV. nach Frankreich vom 25. bis 28. September 2026 erwies sich als ein Publikumserfolg, der selbst den Papst überraschte. Frankreich ist nämlich eines jener europäischen Länder, in denen sich ein aggressiver Säkularismus besonders stark manifestiert. Kurz vor dem Besuch des Papstes erschien ein fundierter Bericht des European Centre for Law and Justice (ECLJ) mit dem Titel *Souffrances et espérance de l’Église en France* (Leiden und Hoffnung der Kirche in Frankreich). Der von Grégor Puppinck und Constance Avenel erstellte Text dokumentiert den massiven Druck, den der laizistische Staat in den Bereichen Familie, Bildung, Gesundheitswesen und Bioethik ausübt. Hinzu kommen Gewalttaten gegen Kirchen, Wallfahrtsorte und Gläubige. Am 4. März 2024 hatte Frankreich als erstes Land der Welt das Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankert, und am 19. August 2026 wurde im Amtsblatt ein neues Gesetz veröffentlicht, das assistierten Suizid und Euthanasie zulässt. Als Reaktion darauf gewinnen unabhängige katholische Schulen zunehmend an Bedeutung, die Zahl der Taufen steigt, und immer mehr junge Menschen nehmen an großen Wallfahrten wie jener nach Chartres teil. In diesem Jahr gab es in Frankreich 21.386 neue Taufen – 20 Prozent mehr als im Vorjahr –, darunter 8.152 Jugendliche und 13.234 Erwachsene, vorwiegend junge Menschen. „Ich bin erstaunt über die Zahl der Menschen, die wieder an die Schwelle des Glaubens zurückkehren“, sagte der Papst bei seinem Treffen am Institut Catholique am Morgen des 26. September.      

Der Höhepunkt der Papstreise war die am Nachmittag des 26. auf der Place de la Concorde – im Herzen von Paris – gefeierte Messe, vor einer riesigen Menschenmenge, die auf 800.000 Personen geschätzt wurde. Ein Ereignis von symbolischer Bedeutung angesichts dessen, wofür dieser Platz einst stand

Die Place de la Concorde, 1755 von dem Architekten Ange-Jacques Gabriel entworfen, hieß ursprünglich Place Louis XV. Die Französische Revolution veränderte die Geschichte dieses Ortes für immer. Der große Platz wurde zum Hauptschauplatz der Hinrichtungen durch die Jakobiner und 1792 in Place de la Révolution umbenannt. Die Guillotine verwandelte die Todesstrafe in ein Schauspiel, bei dem die Republik ihre Macht demonstrierte, alle „Feinde des Volkes“ zu vernichten. Am 21. Januar 1793 wurde dort Ludwig XVI. enthauptet, am 16. Oktober desselben Jahres Königin Marie-Antoinette. Das Verbrechen Ludwigs XVI. bestand darin, ein König zu sein. Was vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilt wurde, war nicht der Mensch, sondern die monarchische Institution, die er verkörperte. Der Platz, der einst zur Verherrlichung der ältesten katholischen Monarchie Europas konzipiert worden war, wurde so zum Ort ihrer symbolischen Vernichtung. „Allein schon der Titel ‚König‘“, so verkündete Robespierre, „zieht die Geißeln des Krieges über die erschütterte Nation.“ Doch auch Robespierre wurde – nach Danton – im Jahr 1794 auf der Place de la Concorde guillotiniert: Die Revolution fraß erbarmungslos ihre eigenen Kinder:

Mittwoch, 30. September 2026

Die Katechese

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache, die Papst Leo heute während der Generalaudienz gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BEI DER GENERALAUDIENZ: RÜCKBLICK AUF DIE FRANKREICHREISE"

Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen! 

Heute möchte ich zu euch über die Apostolische Reise nach Frankreich sprechen, die ich in den vergangenen Tagen unternommen habe. Sie war ein großes Geschenk für mich und für das Volk Gottes in diesem Land, und dafür danke ich dem Herrn. Ich möchte noch einmal allen meinen Dank aussprechen, die mich aufgenommen haben – den zivilen Behörden und den Hirten der Kirche – sowie den unzähligen Menschen, die den Papst treffen oder ihn auch nur auf der Straße grüßen wollten, als Apostel Christi und Boten des Friedens. Ich danke allen!   

Ich möchte die Gedanken und Eindrücke – die noch immer sehr lebendig sind – dieses Pastoralbesuchs um ein einziges großes Symbol herum zusammenfassen: die Kathedrale Notre-Dame in Paris. Dort haben wir am Nachmittag des ersten Tages die Vesper der seligen Jungfrau Maria gefeiert, eine feierliche und zugleich festliche Liturgie, in der die Musik, der Gesang und die Schönheit des Gotteshauses die im Gebet vereinten Herzen zum Schwingen brachten.
 

„Gerade
Notre-Dame kann mit dem Drama, das sie durchlebt hat ,einen Interpretationsschlüssel für meine Reise bieten: Wiedergeburt“ 

Gerade Notre-Dame kann mit dem Drama, das sie durchlebt hat, diese gesamte Apostolische Reise symbolisch erhellen und einen Interpretationsschlüssel bieten, den ich in einem Wort zusammenfassen würde: Wiedergeburt.  

Die Kathedrale von Paris, die noch vor sieben Jahren durch einen gewaltigen Brand tödlich verwundet schien, ist nun wieder aufgebaut und strahlt prächtiger denn je. Diese Katastrophe löste auf allen Ebenen eine positive Reaktion aus – einige davon waren sichtbar und konkret, andere eher verborgen und spiritueller Natur.

                                 „Synergie zum Wohle der Allgemeinheit“

Ihre Restaurierung war ein Beweis für die mögliche Zusammenarbeit zwischen Kirche, Staat, öffentlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft. Diese Haltung ermöglichte es, sowohl die Großzügigkeit der Spender als auch das Fachwissen der Experten und Handwerker bestmöglich zur Geltung zu bringen. Diese Synergie zum Wohle der Allgemeinheit sollte die normale Vorgehensweise der Institutionen, der politischen und sozialen Kräfte sowie all jener sein, die zivile und wirtschaftliche Verantwortung tragen. 

Das ist die Botschaft, die ich den französischen Behörden sowie den Mitgliedern der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, übermitteln wollte, wobei ich das grundlegende Kriterium benannte, auf dem diese Zusammenarbeit beruhen muss: die Würde des Menschen. 

Vor allem aber ist Notre-Dame ein Sinnbild für die Kirche aus lebendigen Steinen, für das heilige Volk Gottes. 


„Die Kirche besteht nicht nur aus Steinen oder Beton, sondern aus Menschen, die Jesus Christus lieben“

Es ist interessant, die Feier der Vesper in der Kathedrale mit der Jugendvigil zu vergleichen, die am selben Abend im großen Stade de France in Paris stattfand. Zwei völlig unterschiedliche Orte und doch zwei sich ergänzende Ereignisse, die fast schon geistlich miteinander verbunden waren. Was verband sie? Die Kirche, die nicht nur aus Steinen oder Beton besteht, sondern aus Menschen, die Jesus Christus lieben, weil sie von ihm geliebt wurden. 

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

               

Dienstag, 29. September 2026

Über die Frankreichreise des Papstes

Nico Spuntoni kommentiert in LaNuovaBussolaQuotidiana die Frankreichreise des Hl. Vaters.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PREVOST VERLÄSST FRANKREICH MIT EINEM NEUEN APPELL FÜR DAS LEBEN IN METZ"

Bei seiner letzten Etappe in Frankreich hat Leo XIV. Europa dazu aufgerufen, seine Wurzeln wiederzuentdecken und das Leben in jeder Phase und unter allen Umständen zu verteidigen. Der Papst kehrt nach Rom zurück und hinterlässt einen durchschlagenden Erfolg, der auch die säkulare Öffentlichkeit berührt hat.

Nach seiner Reise nach Spanien ist der Besuch in Frankreich Leo XIV.s zweiter großer Erfolg. Die beeindruckenden Zahlen und Bilder aus Paris und Lourdes müssen Emmanuel Macron zum Umdenken bewegt haben, denn gestern reiste er nach Metz und nahm an der Messe in der Kathedrale Saint-Étienne teil. Der französische Präsident verbrachte den ganzen Tag, beginnend am Morgen, in enger Begleitung des Papstes. Er hielt die Einführung in die päpstliche Ansprache auf der Konferenz „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“, die im Robert-Schuman-Konferenzzentrum in Metz stattfand.

Prevosts Rede folgte der traditionellen außenpolitischen Linie des Heiligen Stuhls: Er verteidigte das Völkerrecht und den Multilateralismus und bezeichnete sie als „bestes Gegenmittel gegen das Herrschaftsstreben, das jedem Konflikt zugrunde liegt“. Er wetterte erwartungsgemäß gegen die „Illusion der Wiederbewaffnung“ und die „wiederholten Forderungen nach höheren Militärausgaben“, die, wie er sagte, „von vielen Regierungen mit der Rechtfertigung vorgebracht werden, andere zu bedrohen“. Der Papst von Chicago würdigte sowohl Schuman als auch De Gasperi und erklärte, dass man „nicht von Europa sprechen kann, ohne das Christentum zu erwähnen“, dem er eine ganze Reihe von Errungenschaften der europäischen Zivilisation zuschrieb.
Der Papst rief Europa auf, den Mut seiner Gründerväter wiederzuentdecken und seine Wurzeln neu zu entdecken. Gleichzeitig appellierte Prevost an die staatlichen Autoritäten, die Autonomie der Kirchen zu respektieren und ihre Vereinigungs-, Meinungs- und Religionsfreiheit zu fördern.

Das zweite bedeutende Ereignis gestern in Metz war die Nachmittagsmesse im Dom. In seiner Predigt bekräftigte Leone seine Verteidigung des Lebens und erinnerte daran, dass es „in all seinen Phasen und unter allen Umständen unantastbar“ sei. Diese Worte verleihen seiner Rede gegen Sterbehilfe am Sonntagnachmittag in Lourdes Nachdruck und fanden auch hier in Italien Anklang. Die päpstliche Warnung wurde von der Vereinigung „Pro Vita & Famiglia“ aufgegriffen, die in einer Erklärung die italienischen Politiker aufforderte, „den Trend zur Sterbehilfe zu stoppen, der unser Land zu überfordern droht, wo die regionale und nationale Politik auf die Legalisierung des ärztlich assistierten Suizids drängt“. Auch die Katholische Gemeinschaft schloss sich dieser Erklärung an und zitierte eine Rede Leones in Paris, in der er die Entscheidung des Ministerrats lobte, das jüngste Gesetz der Region Emilia-Romagna zur Sterbehilfe vor dem Verfassungsgericht anzufechten. „Wir fordern, dass die bereits erhaltenen Mittel für die Linderung des Leidens Kranker durch Palliativmedizin eingesetzt werden“, hieß es in der Erklärung der Katholischen Gemeinschaft.
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Der Papst kehrte am Abend nach Rom zurück und sprach an Bord des Flugzeugs mit akkreditierten Journalisten. Zum Aufstieg der AfD in Deutschland sagte er, dass „die extreme Rechte (...) keinen authentischen Ausdruck des Christentums darstellt“. Zu seinem Treffen mit den sieben Opfern pädophiler Priester in Lourdes erklärte er, er wolle – anders als „viele von ihnen“ – nicht von „systematischem Missbrauch“ sprechen. Zum Thema Krieg sagte der Papst, die Kirche habe die Verantwortung, „die Staats- und Regierungschefs, wie in Russland, der Ukraine und anderen Ländern, immer wieder einzuladen, sich an einen Tisch zu setzen, in Dialog zu treten und nach Wegen zu suchen, Probleme zu lösen, ohne diese Kriege fortzusetzen, die keinen Sinn mehr ergeben

Prevost beendet eine überaus erfolgreiche Reise, die selbst in säkularen Kreisen die Rede von einer Wiedergeburt des Glaubens hervorgerufen hat. Nach Paris und Lourdes wurde der Papst gestern auch in Metz mit stehenden Ovationen im Saal und jubelnden Menschenmengen auf den Straßen empfangen. Ermutigt durch die Zuneigung der Franzosen kann sich der Papst nun auf die Vorbereitung des Treffens mit den Oberhäuptern der Bischofskonferenzen und der Ostkirchen anlässlich des 10. Jahrestages von Amoris Laetitia konzentrieren, das vom 7. bis 14. Oktober im Vatikan stattfindet."

Quelle: N.Spuntoni, LNBQ