Miłosz Manasterski hat sich anläßlich der 800. Wiederkehr des Todestages des Hl. Franziskus von Assisi in La Nuova Bussola Quotidiana Gedanken über den Sonnengesang gemacht und warnt mit dem Satz: "Ökologie nicht Ideologie" vor dessen in Anspruchnahme duch Ideologie und Politik.
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DER SONNENGESANG IST EIN LOB DES SCHÖPFERS (KEIN GRÜNES MANIFEST)
Das „Laudato si’, mi’ Signore“ bildet den Refrain des berühmten Gebets des heiligen Franziskus, in dem die Geschöpfe als Anlass zum Lobpreis erscheinen. Eine Veranstaltung in Polen erinnerte an die Notwendigkeit, „von der Schöpfung in der Sprache des Glaubens zu sprechen – ohne Ideologie und ohne Parteipolitik.
Acht hundert Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus fordern polnische Priester, die für die „Laudato Si’“-Seelsorge zuständig sind, dazu auf, über die Schöpfung „ohne Ideologie“ zu sprechen. Es ist eine katholische Antwort auf den Klimatismus der Linken: Ausgangspunkt ist der Schöpfer, das Klima folgt erst danach.
Am 3. Oktober 1226 starb Franziskus in der Portiuncula-Kapelle. Acht hundert Jahre später hat Italien dies mit einem Feiertag gewürdigt: Durch das Gesetz Nr. 151 aus dem Jahr 2025 wurde der 4. Oktober zum nationalen Gedenktag des heiligen Franziskus erklärt.
Der „Poverello“ (der kleine Arme) ist bei allen beliebt – und genau deshalb versuchen auch alle, ihn für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Bestimmte progressive Kreise haben ihn zum ersten Umweltschützer der Geschichte stilisiert und zitieren den „Sonnengesang“ (Cantico delle creature), als handele es sich dabei um ein ökologisches Programm. Man muss ihn allerdings nur einmal genau lesen. Der Refrain „Laudato si’, mi’ Signore“ (Gelobt seist du, mein Herr) macht deutlich: Es ist ein Gebet, das an Gott gerichtet ist, und die Geschöpfe erscheinen darin als Anlass zum Lobpreis.
Die Erde ist „unsere Schwester und Mutter“, die „uns ernährt und lenkt“. Sie ist eine Schwester, von der der Mensch sein Brot empfängt – von einer Göttin, die man besänftigen müsste, kann also keine Rede sein. Und kurz vor dem Ende findet sich ein Vers, der auf den Transparenten von Umweltaktivisten kaum je zu lesen ist: „Wehe jenen, die in Todsünden sterben.“
Vom Beichtstuhl auf die Dächer
Don Zbigniew Kucharski, Sekretär der bischöflichen Arbeitsgruppe für Ökologie, erinnerte in einem Interview aus dem Jahr 2024 daran, dass die Kirche die Schöpfung nicht erst mit der Enzyklika „Laudato si’“ für sich entdeckt hat; schon Johannes Paul II. sprach von einer „ökologischen Umkehr“. Im selben Interview nannte er ein Beispiel, das in Polen – wo ein beträchtlicher Teil des winterlichen Smogs aus privaten Schornsteinen stammt – jeder sofort versteht: Jemand verbrennt bewusst Abfälle im Ofen und vergiftet damit die Luft seiner Nachbarn. Neben den fälligen Geldstrafen, so Kucharski, sollte sich eine solche Person auch fragen, ob sie dies beichten müsse. Er fügte hinzu: „Gott hat uns die Erde nicht anvertraut, damit wir sie dem Verfall preisgeben.“