Sonntag, 8. März 2026

Pastoralbesuch

Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews über den Pastoralbesuch, den Papst Leo XIV heute der römischen Gemeinde "Santa Maria della Presentazione" gemacht hat.
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"PAPST LEO UNTERWEGS IN SEINEM BISTUM.  QUELLE DES LEBENS UND DER HOFFNUNG SEIN"

Ein Schlaglicht werfen auf die soziale Not in der Ewigen Stadt: Darum geht es Leo XIV. in dieser Fastenzeit. Auf den Spuren seiner Vorgänger besucht der Papst seit dem 22. Februar jeden Sonntag eine Pfarrei des Bistums Rom und zeigt auch in Vierteln, die oft nur durch negative Schlagzeilen auffallen, dass die Kirche für alle ein Ort der Fürsorge und der Hoffnung ist.

Auch die vierte Etappe der Pastoralbesuche des Bischofs von Rom galt einem Peripherieviertel, das als sozial schwierig gilt. Nachdem Papst Leo bereits den Süden, das Zentrum und den Osten der Ewigen Stadt besucht hat, ging es am dritten Fastensonntag in den Nordwesten Roms. In der Pfarrei „Santa Maria della Presentazione“ im Stadtteil Torrevecchia hat der Pontifex Kinder, Jugendliche, Familien, alte und kranke Menschen getroffen und mit den Gemeindemitgliedern eine heilige Messe gefeiert.

Das Viertel gehört zu einem sozial herausfordernden Randgebiet der Stadt – aber auch mit einer Pfarrei, in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen. Wie in anderen römischen Peripherien ist das Stadtbild auch hier geprägt von einer Mischung aus Sozialwohnungen und freifinanzierten Wohnhäusern.

Zeichen der Nähe setzen

Papst Johannes Paul II. war 1982 hier – und nun wollte auch Papst Leo mit seinem Besuch ein Zeichen der Nähe zu einem oft übersehenen Stadtteil setzen.

Die einst ländliche Gegend war erst im 20. Jahrhundert zu einem Stadtteil Roms geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen zahlreiche Familien auf der Suche nach Arbeit in der Hauptstadt aus den verschiedensten Regionen Italiens hierher.


                                    Foto: Vatican Media

Die Gottesdienste in der Garage
Die Pfarrgemeinde in Torrevecchia entstand bereits, bevor es ein richtiges Kirchengebäude gab. Als Johannes Paul II. 1982 hierherkam, fanden die Gottesdienste noch in einer Garage statt. Erst zwischen 1999 und 2001 wurde die heutige Kirche gebaut. Das moderne Kirchengebäude mit seinem auffälligen Metall-Glockenturm soll ein sichtbares Zeichen sein für eine lebendige und präsente Kirche in einem Viertel, das in den Medien häufig mit Kriminalität und sozialen Problemen verbunden wird.


Angelus

Mario Galgano veröffentlicht bei vaticannews Papst Leos die Asprache an die Gläubigen auf dem Petersplatz beim heutigen Angelus. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST BEIM ANGELUSGEBET: "NICHT DIE ZEIT FÜR "TEMPELSTREITIGKEITEN" 

In seiner Ansprache zum Angelus-Gebet an diesem Sonntag hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die Fastenzeit als „Geschenk der Befreiung“ für das eigene Herz zu nutzen. Vor rund 15.000 Gläubigen auf dem Petersplatz legte er das Evangelium von der Begegnung Jesu mit der Frau aus Samarien aus und mahnte eine Kirche an, die den Menschen mit ungeteilter Aufmerksamkeit begegnet.

Das Kirchenoberhaupt betonte, daß die großen Evangelien der kommenden Sonntage – die Samariterin, die Heilung des Blindgeborenen und die Auferweckung des Lazarus – dazu dienen sollen, den Glauben „authentischer und freudiger“ zu leben. Jesus sei die Antwort auf den Durst der Menschheit nach Wahrheit und Gerechtigkeit.

Den „begrabenen Gott“ freilegen

In diesem Zusammenhang zitierte der Papst die junge jüdische Schriftstellerin Etty Hillesum, die während der Shoah in ihrem Tagebuch notierte, daß die geistliche Quelle im Menschen oft mit „Steinen und Sand bedeckt“ sei. „Dann ist Gott begraben. In diesem Fall muss man ihn wieder ausgraben“, wiederholte der Pontifex Hillesums Worte. Die Fastenzeit sei die Gelegenheit, die Energie für diese „Befreiung unserer Herzen“ einzusetzen.

Kritik an Ablenkung und Enge

Mit Blick auf die biblische Szene, in der die Jünger sich wundern, dass Jesus mit einer Frau spreche, übte der Papst indirekt Kritik an zeitgenössischen Verkrustungen in der Kirche. Jesus habe die samaritanische Frau „ohne Hintergedanken und ohne Geringschätzung“ ernst genommen, obwohl die damaligen Gepflogenheiten dies untersagten.

„Wie viele Menschen suchen in der Kirche genau dieses Feingefühl, diese Offenheit!“, rief das Kirchenoberhaupt den Gläubigen zu. Es sei ein Zeichen wahrer christlicher Existenz, „die Zeit zu vergessen“, um dem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Gott wirkt dort, wo wir nichts sehen

Papst Leo XIV. forderte die Kirche auf, die „Überraschungen Gottes“ zu erkennen. Oft wirke die Gnade bereits dort, wo menschliche Augen noch keine Früchte sehen könnten. „Die Ernte ist groß: Vielleicht gibt es nur wenige Arbeiter, weil sie durch andere Tätigkeiten abgelenkt sind“, so der Papst. Er lobte das Beispiel der samaritanischen Frau, die zur ersten Verkünderin des Evangeliums wurde und viele Menschen aus ihrem Dorf – einem Ort der „Verachteten und Ausgestoßenen“ – zu Jesus führte.

Absage an „Tempelstreitigkeiten“

Zum Abschluss seiner Ansprache erteilte der Pontifex ideologischen Grabenkämpfen eine Absage. Es sei nicht die Zeit für „Tempelstreitigkeiten“ zwischen einem „Uns“ und den „Anderen“. Gott suche vielmehr „Männer und Frauen des Friedens“, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeteten. Er schloss mit der Bitte an die Jungfrau Maria, der Menschheit in ihrem Durst nach Gerechtigkeit beizustehen."

Quelle: M. Galgano, vaticannews

In illo tempore

Fr. John Zuhlsdorf setzt auch heute- anläßlich des 3. Sonntags der Fastenzeit- bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. 
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"IN ILLO TEMPORE - DRITTER SONNTAG DER FASTENZEIT"

Die römische Station am dritten Fastensonntag ist die Basilika San Lorenzo fuori le Mura. Diese Station dient oft als Hebel, um das Messformular zu erschließen. Wenn wir auf Ort, Struktur, Erinnerung und Ritus achten, offenbart das mitunter komplexe Evangelium nach Lukas 11 seinen Reichtum. Die Kirche hat diese Texte in ihrer Weisheit nicht willkürlich zusammengestellt. Sie hat sie an einem Ort platziert, der uns anspricht. 

Die Basilika San Lorenzo gehört zu jener ehrwürdigen Gruppe, die einst als Patriarchalbasiliken bezeichnet wurde und heute als päpstliche Basiliken bekannt ist. In Rom gibt es fünf päpstliche Basiliken, vier Patriarchalbasiliken und eine Basilika, die den alten Patriarchaten entsprechen: St. Johannes im Lateran für Rom und den Papst, St. Peter für Konstantinopel, St. Paul vor den Mauern für Alexandria, Santa Maria Maggiore für Antiochia und San Lorenzo vor den Mauern für Jerusalem, das chronologisch letzte der Patriarchate. Diese Anordnung war ein römisches Lehrstück in Ekklesiologie. Die bedeutendsten Bistümer der Christenheit waren in Rom selbst vertreten. Ihre Würde wurde anerkannt, ihr Andenken bewahrt und der universelle Primat des römischen Stuhls stillschweigend unterstrichen. So führt uns die Station, noch bevor wir im Geiste in die Kirche eintreten, in den Bereich der Katholizität, des Martyriums, der Autorität und der Erinnerung.

Diese Erinnerung wird durch den Heiligen dieses Ortes noch verstärkt. Wir stehen, zumindest im Geiste, nahe der Grabstätte des großen Diakons Laurentius, des Märtyrers, dessen Zeugnis im Tod die Lebenden noch immer belehrt. Die Katechumenen der Antike kannten diesen Ort gut. Sie zogen von Stationskirche zu Stationskirche, und die Stadt selbst unterwies sie im Glauben. Wir waren bereits am ersten Sonntag vor der Fastenzeit, Septuagesima, hier. In San Lorenzo vor den Mauern wurden die Taufbewerber geprüft, untersucht und exorzistisch belehrt. Die Kirche ging mit mütterlicher Offenheit davon aus, dass der Eintritt in den mystischen Leib Christi einen wirklichen Bruch mit dem „alten Menschen“ bedeutete. Der Katechumene musste Satan, seinen Prunk und seine Werke verleugnen und sich dann auf ein neues Leben vorbereiten. Die alten Riten beschreiben dies unmissverständlich. Es gibt ein Reich der Finsternis. Es gibt den Übergang in das Reich des geliebten Sohnes. Es gibt den Kampf.

Dieser Gedanke deckt sich mit der Erkenntnis von Pius Parsch, der in „ Das Kirchenjahr der Gnade“ bemerkte , dass die erste Phase der Fastenzeit die Abwehr der Angriffe des Fürsten dieser Welt durch Abtötung betont, während wir mit diesem Sonntag bereits einen Übergang von der Verteidigung zum Angriff beginnen. Diesen Wandel hört man im Evangelium. Christus widersteht dem Feind nicht nur, er vertreibt ihn. Er entlarvt seine Strategien. Er lehrt uns, wie wir seine Rückkehr verhindern können. Die Kirche, die ihre Kinder zur Wachsamkeit gerüstet hat, drängt sie nun zur Gegenoffensive der Gnade.

Lukas 11,14–28 lässt sich in drei zusammenhängende Momente gliedern: die Austreibung des Exorzismus und die Anklage, Christus handle im Auftrag Beelzebubs; die Aussage über die Wiederkunft des unreinen Geistes; und der Ausruf der Frau aus der Menge über den Leib, der ihn trug, und die Brüste, die ihn nährten. Auf den ersten Blick wirkt das dritte Element wie ein nachträglicher Zusatz. Doch in dieser Stationskirche erscheint selbst diese Gegenüberstellung verständlich. Die ursprüngliche konstantinische Basilika erwies sich als zu klein, und Pelagius II. fügte eine große Halle hinzu, die der Jungfrau Maria geweiht war. Der marianische Charakter des Komplexes wurde so ausgeprägt, dass Leo IV. die Station Mariä Himmelfahrt dorthin verlegte. Daher ist eine marianische Anmerkung in einem Evangelium, das sich ansonsten um Exorzismus und geistlichen Kampf dreht, weniger überraschend, als es zunächst scheint. Die römische Liturgie denkt mit der Architektur. Das Gebäude selbst wird zur Auslegung des Textes.

Das Bild lässt sich auf verschiedenen Ebenen deuten. Das „Haus“ kann die individuelle Seele symbolisieren, die angegriffene sichtbare Kirche oder gar den durch die Sünde der Vergänglichkeit unterworfenen Kosmos. In all diesen Deutungen ist Christus der Stärkere. Er kommt, um zurückzuerobern, was unrechtmäßig in Besitz genommen wurde. Der Teufel ist mächtig, listig, unermüdlich und von engelhafter Natur. Dieses Evangelium hat eine notwendige Härte, weil es uns daran erinnert, dass die übernatürliche Ordnung real ist. Versuchung ist real. Dämonische Unterdrückung ist real. Christi Sieg ist real. Auch unsere Mitwirkung an diesem Sieg ist real. Die alten Katechismusprüfungen in St. Laurentius erinnern uns daran, dass die Kirche einst annahm, Christen müssten dies unmissverständlich hören.

Samstag, 7. März 2026

Papst Leo über die Militärseelsorge

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die heutige Audienz des Italienischen Militärordinariats bei Papst Leo. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST: "DIENST AM NÄCHSTEN IST EIN AKT DER LIEBE"

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des italienischen Militärordinariats hat Papst Leo XIV. an diesem Samstag eine Delegation von Bischöfen, Militärseelsorgern, Politikern und weiteren beim Ordinariat eingebundenen Akteuren empfangen. In seiner Ansprache betonte der Pontifex, dass der Dienst in den Streitkräften weit über eine bloße Profession hinausgehe – er sei eine „Antwort auf einen Ruf der Gewissheit“ im Dienst am Gemeinwohl und am Frieden.   

            

Das Kirchenoberhaupt nutzte das Jubiläum für eine grundlegende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung in der modernen Informationsgesellschaft. Er warnte davor, dass unsere Epoche zwar Informationen in außerordentlichem Maße übertragen könne, aber die Fähigkeit verliere, diese zu verinnerlichen.

Erinnern ist keine Nostalgie

„Die Erinnerung wird oft ‚extern ausgelagert‘ und verfügbar gemacht, aber nicht immer zu eigen gemacht und aktiviert“, kritisierte der Papst. Für die Kirche hingegen sei das Gedächtnis „lebendiges Bewusstsein“ und kein bloßes Datenarchiv. „Es ist keine Nostalgie, sondern eine Wurzel, die Prophetie hervorbringt.“

Das Kirchenoberhaupt nutzte das Jubiläum für eine grundlegende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung in der modernen Informationsgesellschaft. Er warnte davor, dass unsere Epoche zwar Informationen in außerordentlichem Maße übertragen könne, aber die Fähigkeit verliere, diese zu verinnerlichen.

Der Kaplan als "Hirte im Schweigen“

Besondere Worte richtete der Papst an die Militärkaplane. Unter Berufung auf den Heiligen Augustinus beschrieb er ihr Amt als amoris officium – einen Dienst der Liebe. Der Einsatz des Kaplans finde oft im Stillen statt, „in Kasernen und Feldzelten, in Kapellen und Einsatzgebieten“.

In einer durch Mobilität und kulturelle Vielfalt geprägten Welt sei der Militärseelsorger zudem ein „Werkzeug der Einheit“ und des Dialogs zwischen den Völkern. Der Papst ermutigte die Kaplane, insbesondere in den Ausbildungsstätten und Akademien präsent zu sein, wo „Gewissen geformt werden“.

Freitag, 6. März 2026

Fastenpredigt für Papst & Kurie

Maria Galgano berichtet für vaticannews über die erste Fastenmeditation von Pater Roberto Pasolini für Papst Leo und die römische Kurie, Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"VATIKAN: PAPST PREDIGER FORDERT "SPIRITUELLE ABRÜSTUNG"

beginnt der Bericht so.  ZITAT

"Der Prediger des Päpstlichen Hauses, Pater Roberto Pasolini, hat an diesem Freitagmorgen die erste Fastenmeditation vor Papst Leo XIV. und der römischen Kurie gehalten. In der vatikanischen Audienzhalle mahnte der Kapuzinerpater, dass der Weg zum Frieden nicht nur politisch, sondern auch christlich gegangen werden muss - und zwar über die radikale Tugend der Demut." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Donnerstag, 5. März 2026

Papst-Audienz für den Österreichischen Bundespräsidenten

Gudrun Sailer berichtet bei vaticannews über den heutigen Besuch des Österreichischen Bundepräsidenten Van der Bellen bei Papst Leo XIV.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"ÖSTERREICHS BUNDESPRÄSIDENT ZÄHLT AUF DIE FRIEDENSSTIMME VON PAPST LEO"

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat an diesem Donnerstag Papst Leo XIV. im Vatikan getroffen. Nach der Begegnung formulierte er vor Medienschaffenden hohe Erwartungen an die Rolle des US-amerikanischen Papstes als Stimme für Frieden und Dialog.

            

Van der Bellen traf nach der Privataudienz mit Leo zu weiteren Gesprächen de  n vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten und internationalen Organisationen.

Seine Erwartungen an Papst Leo verband der Bundespräsident besonders mit der globalen Friedensrolle der Kirche und ihrem Verständnis von Multilateralismus, also von Verständigung mit vielen Partnern. „Ich glaube, er teilt diese Überzeugung: Frieden ist selten durch Gewalt erreichbar, sondern auf der Verhandlung und des Eingehens aufeinander, sich bemühen zu verstehen, worum geht es dem anderen, dem, den man als erstes als Gegner sieht“, sagte Van der Bellen. Ziel müsse ein „vernünftiger, guter Kompromiss“ sein.

Ein Kirchenoberhaupt habe „keine Macht im weltlichen Sinn, sondern nur im übertragenen Sinn durch das, was er sagt und schreibt“. Gerade deshalb könne der Papst viel bewirken. „Da bin ich, gerade weil ich vielleicht selbst kein Katholik bin, sehr überzeugt davon, dass er diese Botschaft so gut er eben kann an die künftigen Generationen weitergeben wird.“ Van der Bellen ist evangelisch getauft, später ausgetreten und 2019 neuerlich in die evangelische Kirche eingetreten

                                               "Extrem wichtige Rolle des Papstes"

Seine frühere Erfahrung als Seelsorger komme Leo in seinem Friedensamt zugute: „Er ist ja kein Bürokrat, sondern er hat diese Erfahrungen schon gemacht. Und das wird ihm, hoffe ich, auch helfen, in diesem Amt, das – finde ich - sehr schwer auszufüllen ist, Erfolg zu haben.“ Van der Bellen sprach von einer „extrem wichtigen Rolle des Papstes, des Oberhaupts der katholischen Kirche, aber nicht nur das, dieses Sprachrohrs der christlichen Botschaft“ und ergänzte, aus seiner Sicht sei „hier letztes Jahr eine sehr, sehr gute Wahl getroffen“ worden. Der Bundespräsident war in den vergangenen Jahren zweimal mit Leos Vorgänger Franziskus im Vatikan zusammengetroffen.

Im Gespräch mit den vatikanischen Diplomaten im Staatssekretariat ging es laut Van der Bellen vor allem um aktuelle Konflikte. Thema waren der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die Lage im Nahen Osten nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran. Darüber hinaus seien im Staatssekretariat  gesellschaftliche Entwicklungen in Europa zur Sprache gekommen. Auch Österreich selbst war Thema, beispielsweise die niedrige Geburtenrate, Religionsfreiheit und die multikulturelle Gesellschaft, sagte Kultusministerin Claudia Bauer (ÖVP), die der Delegation angehörte, gegenüber Vatican News. Kein Thema gewesen sei das jüngst beschlossene Kinderkopftuchverbot in Österreich.

FSSPX: kein Kompromiß aber auch kein Schisma ?

Luisella Scrosati setzt sich bei La Nuova Bussola Quotidiana mit dem aktuellen Stand der Gespräche zwischen dem Hl. Stuhl und der FSSPX auseinander und richtet ihren Blick dabei auf die Kompromißlosigkeit der Priesterbruderschaft.
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"SELBST FELLAY BLICKTE NACH ROM UND FÜRCHTETE DAS SCHISMA"

Für das tiefste Wesen der FSSPX war und ist eine Einigung mit dem Apostolischen Stuhl unmöglich. Diese schismatische Haltung wurde 2012 vom damaligen Generaloberen angeprangert, hat sich aber inzwischen auch in den höchsten Kreisen der Lefebvrianer-Bewegung festgesetzt. Die Devise lautet: Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, selbst wenn sie ergebnislos bleiben.

1. Die einzelnen Schritte einer Einigung wurden stets abgelehnt– Dossier: Der Fall der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Beginnen wir mit dem Brief, den Bischof Alfonso de Galarreta, Bischof Tissier de Mallerais und Bischof Richard Williamson am 7. April 2012 an den damaligen Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bischof Bernard Fellay, und seine Assistenten richteten. Es handelt sich um einen persönlichen Brief, der jedoch am 10. Mai veröffentlicht und online zugänglich gemacht wurde . Er wurde versandt, als die Möglichkeit einer Einigung mit dem Heiligen Stuhl über die Regularisierung der Bruderschaft sehr nah und konkret erschien.

Die drei Bischöfe wollten „ihre einhellige Ablehnung jeglicher derartiger Vereinbarung“ kundtun , also einer Vereinbarung, die keine „Lehrumkehr“ Roms von den konziliaren Abweichungen beinhaltete. „Die alles überragende Realität, der all diese aufrichtigen Wünsche weichen müssen, ist, dass sich die offiziellen Autoritäten der Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von der katholischen Wahrheit distanziert haben und heute […] ihren Wunsch demonstrieren, der konziliaren Lehre und Praxis treu zu bleiben.“ Zur Untermauerung ihrer Position zitierten die Bischöfe eine Konferenz, die Erzbischof Lefebvre wenige Monate vor seinem Tod in Écône abhielt. Darin argumentierte der Prälat: „Je genauer man die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils und deren Interpretation durch die kirchlichen Autoritäten analysiert, desto mehr erkennt man, dass es sich nicht um oberflächliche Irrtümer handelt, nicht einmal um einige wenige Einzelirrtümer […] sondern um eine totale Perversion des Geistes, eine völlig neue Philosophie, die auf Subjektivismus gründet. […] Eine totale Perversion!“

Jede Einigung hätte die Bischöfe „in einen Rahmen relativistischen und dialektischen Pluralismus“ abgleiten lassen, der ihre kritische Stimme in Bezug auf den „universellen Glaubensabfall“ früher oder später zum Schweigen gebracht hätte. Erneut beriefen sie sich auf ein Vertrauensbeweis Lefebvres gegenüber den vier zukünftigen Bischöfen, als viele von ihnen auf die Annahme des vom Heiligen Stuhl 1988 vorgeschlagenen Abkommens drängten. Dieses Abkommen hätte dem Apostolat zwar sicherlich viel Raum gegeben, aber in einer uneindeutigen Weise, da es zwei gegensätzliche Wege gleichzeitig verfolgt hätte, was uns letztlich zugrunde gerichtet hätte. Auf der Grundlage der von Lefebvre geäußerten Position warnten die drei Bischöfe den Oberen und das Konzil davor, sich nun in die Hände von Modernisten und Liberalen zu begeben, deren Starrsinn wir gerade miterlebt haben, und die Bruderschaft „an einen Punkt zu führen, von dem aus sie ihren Kurs nicht mehr ändern kann, zu einer tiefen Spaltung ohne Wiederkehr und, falls Sie ein solches Abkommen schließen, zu mächtigen, zerstörerischen Einflüssen, die sie nicht dulden wird“.

Mittwoch, 4. März 2026

Frühling in der Katholischen Kirche Englands

Giovanni Chiappalone kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana den zu Ostern erwarteten Rekordansturm neuer Mitglieder der Katholischen Kirche Britanniens. 
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"EIN EHEMALIGER ANGLIKANER ERWARTET EINEN FRÜHLING DER ENGLISCHEN KATHOLIKEN"

Ostern dürfte für neue Mitglieder der katholischen Kirche in England ein regelrechter Ansturm werden, doch bereits Mitte Februar wurde Robin Ward, eine prominente anglikanische Persönlichkeit, in die volle Gemeinschaft mit Rom aufgenommen. Sein Tod ging auch mit der Vergabe eines neuen Namens einher: John Henry, was den „Newman-Effekt“ bestätigt.

Der britische Katholizismus erlebt einen Frühling, der sich in einer Rekordzahl von Konvertiten zu Ostern äußert. Es mag der „Newman-Effekt“ sein, doch die Schwalbe, die den Frühling bringt (in diesem Fall im Widerspruch zum Sprichwort), ist erneut eine prominente Figur der Anglikanischen Gemeinschaft, die den Schritt nach Rom wagt.

              Foto aus Robin Wards X-Profil
Am Samstag, dem 21. Februar, zelebrierte der neue Erzbischof von Westminster, Mgr. Richard Moth, die größte Wahlzeremonie seit 15 Jahren für rund 800 Erwachsene aus 100 Gemeinden. Sie werden zu Ostern als Katechumenen (falls sie noch nicht getauft sind) oder Kandidaten (falls sie in anderen christlichen Konfessionen getauft wurden) in die katholische Kirche aufgenommen. Obwohl die höchste jemals verzeichnete Zahl mit 891 neuen Mitgliedern im Jahr 2011 erreicht wurde, ist die geplante Konversionsrate für 2026 laut Angaben des Erzbistums immer noch die viertgrößte seit den 1990er Jahren. Dies entspricht einem Anstieg von 60 % gegenüber 2025. Die Zahlen sind noch beeindruckender, wenn man sie nach teilnehmenden Pfarreien aufschlüsselt: „Seit 2007 werden sie detailliert erfasst, und dieses r scheint die höchste jemals verzeichnete Teilnehmerzahl zu sein.
Im kleineren Bistum Shrewsbury musste der jährliche Wahlritus zweimal stattfinden, da die Kathedrale nicht genügend Platz für die 171 Kandidaten und Katechumenen (mit ihren Taufpaten und Angehörigen) aus 31 Pfarreien bot. „Das entspricht einem Anstieg von 71 Prozent gegenüber den 100 im Vorjahr und auch gegenüber den 82 im Jahr 2024“, berichtet die katholische Wochenzeitung „The Tablet“ , die einen Überblick über die neuen britischen Katholiken bietet: „Das Bistum Birmingham begrüßte 304 Kandidaten und Katechumenen, ein Anstieg von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Arundel und Brighton über 250 verzeichneten, ein Plus von 20 Prozent.“ Und „das Bistum Southwark begrüßte zu Ostern 590 Konvertiten, die höchste Zahl seit 26 Jahren, mit Ausnahme des Höhepunkts des Ordinariats im Jahr 2011.“ Das Ordinariat ist natürlich dasjenige, das Benedikt XVI. für die Gläubigen der Anglikanischen Kirche wünschte (deren derzeitiger Ordinarius am 2. März von Leo XIV. zusammen mit dem amerikanischen Ordinarius empfangen wurde; das dritte Ordinariat, das sich auf Australien und Japan erstreckt, ist vakant):

Papst Pius XII und die Musik

Massimo Scapin berichtet bei OnePeterFive über die Liebe des mit Hilfe einer vom KGB lancierten Schwarzen Legende noch immer verleumdeten Pastro Angelicus zur Musik.
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"PIUS XII: TIEF MIT DER MODERNEN MUSIK VERBUNDEN"

Vor 150 Jahren, am 2.März 1876 wurde Eugenio Pacelli in Rom geboren- der zukünftige Papst Pius XII
(1939 - 1958). An diesem wichtigen Geburtstag wenden wir unsere Aufmerksamkeit einer weniger bekannten aber sehr charakteristischen Facette seines Charakters zu: der intensiven, kultivierten, und spirituellen Verbindung zu Musik.

          

Eugenios Liebe zur Musik zeigte sich früh. Die Familie Pacelli besaß eine Theaterloge, und der Junge besuchte die Vorstellungen regelmäßig, gebannt von dem, was er sah und hörte. Doch er war kein passiver Zuschauer. Er beobachtete aufmerksam, machte sich Notizen, dachte nach und studierte. Zu Hause begann er Geige zu spielen. „Er genoss auch Musik“, erinnerte sich sein Neffe Carlo Pacelli (†1970), „und ich erinnere mich, zwei Geigen zu Hause gesehen zu haben, die ihm gehörten. Ich weiß nicht, welche Musik er in seiner Jugend bevorzugte, aber später, während seiner Zeit in Deutschland, waren seine Lieblingsmeister die großen deutschen Komponisten: Bach, Beethoven und Wagner.“    

Vor allem war es Richard Wagner (†1883), der seine Phantasie beflügelte. Wagners Musik - mit ihrer metaphysischen Spannung und nahtlosen Verschmelzung von Wort und Klang- übte eine machtvolle und andauernde Faszination auf ihn aus. Eine typische Episode ereignete sich 1954, als Pius XII die gefeierte Sopranistin Maria Callas (†1977) in Privataudienz empfing. Der Papst hatte 1950 mit großer Begeisterung Parsifal in einer Übertragung des Italienischen Rundfunks gehört und wollte seine Bewunderung persönlich ausdrücken. "Sie haben mich tief bewegt" sagte er zu ihr "und deshalb wollte ich Sie treffen."

Dem folgte eine lebhafte und inspirierte Unterhaltung über Wagner-Opern. "Es ist schade" bemerkte der Ponrifes " daß Sie nicht in der deutschen Originalversion gesungen haben. Wagner verliert viel in der Italienischen Übersetzzung"  "Die Sendung war für ein Italienisches Publikum gedacht" erwiderte Marria."Hätten wir auf Deutsch gesungen. hätte es wenige verstanden." "Das ist wahr" gab Pius XII zu, "Aber Wagners Musik ist außer mit den Worten, die er selbst geschrieben hat, undenkbar. Die Musi ist mit ihnen geboren- deshalb untrennbar". "Ich stimme Ihnen nicht zu" erwiderte Callas. "Die Original-Version ist natürlich vollständiger- aber die Italienische Übersetzung ist ihr ebenbürtig.Um die Musik wirklich zu verstehen, ist es wichtig, die Bedeutung der worte zu verstehen." Die UNterhaltung wurde lebhaft- Maria gab nich leicht nach- und der Papst schien amüsiert zu sein." 

Das war sicher kein oberflächliches Interesse. Pius´XII Verhältnis zur Musik war in tiefer ästhetischer und spiritueller Reflektion verankert.

Während seines Pontifikats transzendierte die Musik das Persönliche und durchdrang die Räumlichkeiten des Vatikans. Sie wurde zum Medium der Erinnerung, der Schönheit und der Versöhnung. Unvergesslich war das Konzert vom 2. Juli 1945, als Verdis Requiem unter der Leitung von Tullio Serafin (†1968) mit dem Tenor Beniamino Gigli (†1957) als einem der Solisten durch den Hof des Belvedere erklang. Ebenso bewegend war das Konzert vom 26. Mai 1955, als das Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Paul Kletzki (†1973) Auszüge aus Beethovens Siebter Sinfonie im Konsistoriumssaal des Apostolischen Palastes aufführte. Die Veranstaltung war ein Zeichen des Dankes „für die großen humanitären Bemühungen Seiner Heiligkeit, während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Juden zu retten.“ 

Die Katechese

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original:  klicken

WORTLAUT: DIE PAPSTKATECHESE BEI DER GENERALAUDIENZ AM 4.3.2026

Liebe Brüder und Schwestern,

guten Tag und herzlich Willkommen! Wir setzen heute unsere Vertiefung der Konzilskonstitution Lumen gentium, der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, fort.

Im ersten Kapitel, in dem vor allem die Frage beantwortet werden soll, was die Kirche ist, wird sie als „eine komplexe Wirklichkeit” beschrieben (Nr. 8). Nun fragen wir uns: Worin besteht diese Komplexität? Jemand könnte antworten, dass die Kirche komplex ist, weil sie „kompliziert” und daher schwer zu erklären ist; jemand anderes könnte denken, dass ihre Komplexität daher rührt, dass sie eine Institution ist, die auf eine zweitausendjährige Geschichte zurückblickt und sich in ihren Merkmalen von jeder anderen sozialen oder religiösen Vereinigung unterscheidet. Im Lateinischen bedeutet das Wort „komplex” jedoch eher die geordnete Vereinigung verschiedener Aspekte oder Dimensionen innerhalb derselben Realität. Aus diesem Grund kann Lumen gentium behaupten, dass die Kirche ein gut strukturierter Organismus ist, in dem die menschliche und die göttliche Dimension ohne Trennung und ohne Vermischung miteinander bestehen.

Die erste Dimension ist sofort erkennbar, da die Kirche eine Gemeinschaft von Männern und Frauen ist, die die Freude und die Mühen des Christseins mit ihren Vorzügen und Fehlern teilen, das Evangelium verkünden und Zeichen der Gegenwart Christi sind, der uns auf unserem Lebensweg begleitet. Doch dieser Aspekt, der sich auch in der institutionellen Organisation manifestiert, reicht nicht aus, um das wahre Wesen der Kirche zu beschreiben, denn sie besitzt auch eine göttliche Dimension. Letztere besteht nicht in einer idealen Vollkommenheit oder einer spirituellen Überlegenheit ihrer Mitglieder, sondern in der Tatsache, dass die Kirche aus dem Liebesplan Gottes für die Menschheit hervorgeht, der in Christus verwirklicht wurde. Die Kirche ist daher zugleich irdische Gemeinschaft und mystischer Leib Christi, sichtbare Versammlung und spirituelles Geheimnis, in der Geschichte gegenwärtige Realität und zum Himmel pilgerndes Volk (LG, 8; CCC, 771).

Die menschliche und die göttliche Dimension ergänzen sich harmonisch, ohne dass sich die eine über die andere stellt; so lebt die Kirche in diesem Paradox: Sie ist eine zugleich menschliche und göttliche Realität, die den sündigen Menschen aufnimmt und ihn zu Gott führt.

Um diese kirchliche Verfasstheit zu erhellen, verweist Lumen gentium auf das Leben Christi. Denn wer Jesus auf den Straßen Palästinas begegnete, erlebte seine Menschlichkeit, seine Augen, seine Hände, den Klang seiner Stimme. Wer sich entschloss, ihm zu folgen, wurde gerade durch die Erfahrung seines gastfreundlichen Blicks, durch die Berührung seiner segnenden Hände, durch seine Worte der Befreiung und Heilung dazu bewegt. Gleichzeitig öffneten sich die Jünger jedoch, indem sie diesem Mann folgten, der Begegnung mit Gott. Denn das Fleisch Christi, sein Antlitz, seine Gesten und seine Worte offenbaren auf sichtbare Weise den unsichtbaren Gott.

Im Licht der Realität Jesu können wir nun zur Kirche zurückkehren: Wenn wir sie aus der Nähe betrachten, entdecken wir eine menschliche Dimension, die aus konkreten Menschen besteht, die manchmal die Schönheit des Evangeliums offenbaren und manchmal, wie alle anderen auch Schwierigkeiten haben und Fehler machen. Dennoch offenbaren sich gerade durch ihre Mitglieder und ihre begrenzten irdischen Seiten die Gegenwart Christi und sein Heilswirken. Wie Benedikt XVI. sagte, gibt es keinen Widerspruch zwischen Evangelium und Institution, vielmehr dienen die Strukturen der Kirche gerade der „Verwirklichung und Konkretisierung des Evangeliums in unserer Zeit” (Ansprache an die Bischöfe der Schweiz, 9. November 2006). Es gibt keine ideale und reine Kirche, die von der Erde getrennt ist, sondern nur die eine Kirche Christi, die in der Geschichte verkörpert ist.

Darin besteht die Heiligkeit der Kirche: in der Tatsache, dass Christus in ihr wohnt und sich durch die Kleinheit und Schwäche ihrer Mitglieder weiterhin hingibt. Wenn wir dieses immerwährende Wunder betrachten, das in ihr geschieht, verstehen wir die „Methode Gottes”: Er macht sich durch die Schwäche der Geschöpfe sichtbar und offenbart sich und wirkt weiterhin. Deshalb fordert Papst Franziskus in Evangelii gaudium alle auf, zu lernen, „die Sandalen vor dem heiligen Boden des anderen auszuziehen (vgl. Ex 3,5)“ (Nr. 169). Das befähigt uns auch heute noch, die Kirche aufzubauen: nicht nur durch die Organisation ihrer sichtbaren Formen, sondern durch den Aufbau jenes geistlichen Gebäudes, das der Leib Christi ist, durch die Gemeinschaft und die Nächstenliebe untereinander.

Die Liebe bringt nämlich ständig die Gegenwart des Auferstandenen hervor. „Möge der Himmel wollen“, so sagte der heilige Augustinus, „dass alle nur auf die Liebe achten: Denn sie allein besiegt alle Dinge, und ohne sie sind alle Dinge nichts wert; wo immer sie sich befindet, zieht sie alles zu sich“ (Serm. 354,6,6).

Quelle: vatican news - mm

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

                  

Dienstag, 3. März 2026

Neue Richtlinien für die Kirche von morgen

Wie Mario Galgano bei vaticannews berichtet, hat das Generalsekretariat der Synode die Abschlußberichte der Studiengruppen zur Priesterausbildung und zur Christlichen Mission vorgelegt. 
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"SYNODENSEKRETARIAT: NEUE RICHTLINIEN FÜR DIE KIRCHE VON MORGEN"

"Das Generalsekretariat der Synode hat an diesem Dienstag die ersten beiden Abschlussberichte der von Papst Leo XIV. eingesetzten Studiengruppen veröffentlicht. Es gehe um eine Neuausrichtung der Priesterausbildung sowie um eine umfassende Strategie für die christliche Mission im digitalen Zeitalter, teilte das Synodensekretariat mit.

Die Veröffentlichung erfolgt auf ausdrückliche Anordnung von Papst Leo XIV., um das gesamte „Volk Gottes“ am Reflexionsprozess teilhaben zu lassen. Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Synode, betonte, dass diese Berichte weit mehr als bloße Bürokratie seien: „Es ist gelebte Synodalität, nicht nur eine einfache bürokratische Zusammenarbeit.“

Die Kirche im „digitalen Kontinent“ (Gruppe Nr. 3)

Der Bericht zur Mission im digitalen Umfeld befasst sich mit der Frage, wie die Kirche in einer Kultur präsent sein kann, die zunehmend durch Algorithmen und Online-Gemeinschaften geprägt ist. Nach weltweiten Konsultationen empfiehlt die Studiengruppe unter anderem die Integration: Digitale Mission müsse Teil der ordentlichen kirchlichen Strukturen werden, statt ein „Nischenprojekt“ zu bleiben, wird hervorgehoben. Es gehe auch um eine Neudefinition von Raum. Das traditionelle Verständnis von Territorialgemeinden (Pfarreien) müsse angesichts globaler Online-Gemeinschaften theologisch und juristisch erweitert werden. Schliesslich sei die Ausbildung wichtig. Seelsorger müssten gezielt für die digitale Kultur geschult werden, um dort sprachfähig zu sein.

Priesterausbildung: Klerikalismus verhindern  (Gruppe Nr. 4)

Besonders weitreichend sind die Vorschläge zur Priesterausbildung. Die Studiengruppe plädiert nicht für eine neue „Ratio Fundamentalis“ (Grundordnung), sondern für eine synodale Umsetzung der bestehenden Regeln aus dem Jahr 2016. Das Leitmotiv lautet: Die Identität des Priesters bildet sich „im und aus dem“ Volk Gottes, nicht getrennt von ihm.

Zu den konkreten Reformvorschlägen gehören die dezentrale Ausbildung, also ein Wechsel zwischen dem Leben im Seminar und dem Wohnen in Pfarrgemeinden oder anderen kirchlichen Feldern, oder gemeinsame Ausbildungseinheiten angehender Priester gemeinsam mit Laien, Ordensleuten und anderen kirchlichen Mitarbeitern. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Rolle der Frauen in der Ausbildung. „Kompetente Frauen“ sollten auf allen Ebenen der Ausbildung mit in die Verantwortung genommen werden. 

Ein Prozess, kein Endpunkt

Kardinal Grech unterstrich, dass diese Berichte als Arbeitsdokumente zu verstehen seien. Sie seien ein Startpunkt, an dem sich lokale Kirchen bereits jetzt orientieren könnten. Das Synodensekretariat will nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden (Dikasterien) des Vatikans daran arbeiten, diese Ergebnisse in konkrete Arbeitsvorschläge für die Weltkirche zu übersetzen, die dem Papst zur Entscheidung vorgelegt werden."

Quelle: M. Galgano, LNBQ

Zum 150. Geburtstag von Pius XII - Widerlegung der Hochhuth-Lüge

Anläßlich des 150. Geburtstages von Pius XII hat La Nuova Bussola Quotidiana Don Nicola Bux -interviewt. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE HEILIGKEIT PIUS´ XII - VON DER LIEBE ZU MARIA ZUR HILFE FÜR DIE JUDEN"

Die Heiligkeit Pius’ XII., von seiner Liebe zu Maria bis zu seiner Hilfe für die Juden. Sein Beitrag zur Mariologie; die Ursprünge der Schwarzen Legende im Vergleich zur historischen Wahrheit, die belegt, wie sich Pius XII. dem Heil unzähliger Juden widmete; seine Hingabe an die Liturgie. Anlässlich des 150. Geburtstags von Eugenio Pacelli interviewt La Bussola Monsignore Nicola Bux.

Gestern, am 2. März, jährte sich der Geburtstag von Eugenio Pacelli (1876–1958) zum 150. Mal. Am selben Tag, dem 2. März 1939, wurde er als Pius XII. zum Papst gewählt. Die Kirche würdigte ihn bereits 2009 als einen Papst, der ein wahrhaft heiliges Leben führte, und verlieh ihm damit den Ehrenstatus. Um einige der wichtigsten Aspekte des großen Vermächtnisses von Pius XII. zu beleuchten, hat die Zeitung „La Nuova Bussola“ Monsignore Nicola Bux interviewt.

             

Pius XII. hat 1950 das Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet und darüber hinaus einen bedeutenden Beitrag zur Mariologie und Marienverehrung geleistet. Was lehrt uns seine Lehre in einer Zeit, in der in der Römischen Kurie ein gewisser marianischer Minimalismus wieder an Bedeutung gewonnen hat (siehe den DDF-Hinweis „Mater populi fidelis“)?  

Montag, 2. März 2026

Die angekündigten Bischofsweihen der FSSPX und der Weg ins Schisma

 Weihbischof Marian Eleganti führt aus, warum die von der FSSPX geplanten Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes

      Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche und die vielen Schismen

 

Ein Bekenntnis zur Kirche

 

Ich habe als Reaktion auf meine Beiträge viele Kommentare gelesen, Videos angeschaut, Emails und Social-Media-Botschaften erhalten. Mit grossem Aufwand versuchen Traditionalisten und ihnen nahe stehende Personen etwas zu rechtfertigen, was einfach nicht zu rechtfertigen ist: Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes! Bischofsweihen entscheiden objektiv (ipso facto) über das Innerhalb oder Ausserhalb der Kirche, weil die Kirche auf Petrus gegründet ist, hierarchisch und sichtbar verfasst ist, nämlich als Bischofskollegium mit dem Papst als seinem Haupt an der Spitze in der Nachfolge der Apostel (Bischöfe) und des hl. Petrus (Päpste). Daran ändern alle auf dem Tisch liegenden Argumente, welche vom Papst nicht autorisierte Bischofsweihen legitimieren sollen, nichts.

 

Der Hl. Paulus war sich der Bedeutung der Einheit mit Petrus bewusst. Deshalb wollte er trotz seiner direkt von Christus empfangenen Berufung, seiner hohen Erkenntnisse und seines enormen Einsatzes bei der Gründung von neuen Gemeinden, nicht ohne die Bestätigung und Sendung durch Petrus weitermachen. Wie er sagt: um nicht «ins Leere» zu laufen! Das wäre er, hätte er sein Evangelium (von der Berufung der Heiden ohne Beschneidung und allein durch Glauben) gegen den Willen des hl. Petrus und ohne Bestätigung seiner Mission durch ihn (explizite Sendung durch Petrus, zu den Heiden zu gehen)  weiterhin verkündet und entsprechende «paulinische» Gemeinden gegründet. Aber genau das wollte er nicht: eine Berufung auf seinen Namen und eine Teilkirche ohne Einheit mit Petrus (Kephas) aus eigener Kraft (Autonomie) und aufgrund eigener Einsicht (Besserwisserei).

 

«Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit.      Ich ging hinauf aufgrund einer Offen-barung, legte der Gemeinde und im Besonderen den «Angesehenen» das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.» Gal 2,1-2.

 

Dann schreibt er weiter:

 

 «Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen, denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die «Säulen» Ansehen geniessen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen.» Gal 2,7-9.

 

Ohne die Sendung und Bestätigung durch Petrus wollte Paulus seine Mission nicht fortsetzen. 

 

In diesem Sinne handelt die Piusbruderschaft seit Jahrzehnten ohne päpstliche Sendung. Ihre Priester und Bischöfe sind suspendiert, ohne kirchliche Legitimation und Sendung, die Priester ohne Inkardination, die Bischöfe ohne Bistum und ohne päpstliches Mandat. Und jetzt wollen sie wieder  Bischöfe weihen, selbst wenn dieser Weihen gegen den Willen des Papstes durchgeführt werden sollten (Stand der Dinge: März 2026). Die Beschwichtigung dieses schismatischen Aktes mit dem Hinweis, dass diese Bischöfe ohne Mandat des Papstes ja über keine Jurisdiktion verfügten und deshalb als reine Weihbischöfe (buchstäblich!) zu verstehen seien, ist mittelalterlich, ein seltsames Verständnis des Bischofsamtes und eine Rückabwicklung von Vatikanum I und II. Im Mittelalter gab es «Laienbischöfe» (Fürsten) ohne Weihe (dafür hielten sie sich Weihbischöfe), aber mit bischöflicher Jurisdiktion (Vollmacht), wie es heute mutatis mutandis im Vatikan eine «Laienbischöfin» (ohne potestas sacra), nämlich eine Präfektin gibt, der ein Kardinal bzw. Bischof (mit potestas sacra) als Vizepräfekt an die Seite gestellt (oder unterstellt?) ist. In beiden Fällen werden Weihe (potestas sacra) und Jurisdiktion getrennt gehandhabt. Aber genau das hat das letzte Konzil nicht gewollt, sondern zusammengebracht. Die Bischofsweihe vermittelt gemäss seiner Lehre die Fülle des Priestertums mit den Tria Munera: Lehramt (1), Heiligungsamt (2), Hirtenamt (3). Letzteres, das Leitungsamt (Jurisdiktion) kann legitimerweise nur in der Einheit mit dem Papst ausgeübt werden, d.h. nur mit seiner Zustimmung (Ernennung/ Anerkennung/Sendung), wird aber durch die Weihe vermittelt. Deshalb ist eine unerlaubte Bischofsweihe ein schismatischer Akt und vom Kirchenrecht (mit Recht!) mit Exkommunikation latae sententiae sanktioniert. Bei unerlaubten Bischofsweihen geht es in der Tat um «To be or not to be» der Kirche als der einen, heiligen, katholischen und apostolischen! Hier geht es um die Sichtbarkeit und Einheit der Kirche, nicht um jurisdidkionellen Positivismus.

 

In der Sessio XXIII (15. Juli 1563) des Konzils von Trient, dem Dekret über das Sakrament der Priesterweihe (De Sacramento Ordinis), werden das Weihesakrament und die Hierarchie behandelt. Dort (Kapitel IV und Kanon 7)  lehrt das Konzil im Zusammenhang der Frage der (nicht notwendigen) Zustimmung des Volkes oder einer weltlichen Autorität für die Gültigkeit einer Weihe: Wer ohne kirchliche und kanonische Autorität (ecclesiastica et canonica potestas) ordiniert wird oder eine Weihe sich selbst anmasst, ist kein rechtmässiger Diener, sondern ein Dieb und Räuber.


Weitere Bücher

Wie vaticannews berichtet,  hat Erzbischof Gänswein die Veröffentlichung weiterer drei Bücher mit bisher unveröffentlichten Predigten Benedikts XVI angekündigt. 
Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"GÄNSWEIN: DREI WEITERE BÜCHER MIT PREDIGTEN VON BENEDIKT XVI"

beginnt der Bericht so:  ZITAT

Von Papst Benedikt XVI. sind noch drei weitere Bücher mit bisher unveröffentlichten Predigten aus seiner Zeit als emeritierter Papst in Arbeit. Das hat sein langjähriger Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein im Gespräch mit dem Kölner domradio angekündigt.

Nach den kürzlich veröffentlichten Texten zur Fasten- und Osterzeit werde der Herder-Verlag im Herbst einen zweiten Band zu Advent und Weihnachten auf den Markt bringen. Dann folgten noch zwei Bände mit Predigten zu den übrigen Sonntagen."

Quelle: vaticannews