in der Metropolitankathedrale Der Unbefleckten Empfängnis
Samstag, 7. November 2026
Freitag, 6. November 2026
Restaurationsarbeiten in Santa Maria Maggiore
Wie vaticannews berichtet, beginnen am 16. November die Restaurationsarbeiten in der Cappella Paolina in Santa Maria Maggiore, die deshalb für 90 Tage für die Besucher gesperrt bleibt.
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"SANTA MARIA MAGGIORE: DIE KAPELLE MIT DER BERÜHMTEN MARIENIKONE WIRD RESTAURIERT."
(...) Rund 18 Monate sind für die Arbeiten veranschlagt. Sie werden von der Papstbasilika mit dem Governatorat des Staates der Vatikanstadt gemeinsam organisiert.
Nach einer komplexen Planungsphase beginne nun eines der bedeutendsten Restaurierungsprojekte zum Schutz und zur Erhaltung eines historisch-künstlerischen Erbes von außergewöhnlichem Wert, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Vatikan. Die Cappella Paolina wurde nach einem Entwurf des Architekten Flaminio Ponzio erbaut und als monumentaler Aufbewahrungsort für das heilige Bildnis der Jungfrau Maria, bekannt als „Salus Populi Romani“, das Papst Franziskus besonders am Herzen lag, konzipiert. Um die verehrte Ikone, die der Überlieferung zufolge aus der Hand des Evangelisten Lukas stammt, besonders zur Geltung zu bringen, beauftragte der damalige Papst Paul V. (1605–1621) einige der bedeutendsten Künstler der Zeit. (...)
Quelle: vaticannews
Fundstück
In einem lesenswerten Gastbeitrag für kath.net kommentiert Thorsten Paprotny die unverhohlene Kritik, die vom ehemaligen Vorsitzenden der DBK, dem Limburger Bischof Georg Bätzing- natürlich öffentlich und in unverhohlener teutonischer Patzigkeit, an Papst Leo geübt wird.
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Unter dem Titel:
"DER ANDERSKATHOLISCHE PAPSTKRITIKER"
beginnt der Artikel so: ZITAT
"Der Limburger Bischof Georg Bätzing, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich mit provinzkatholischem Eigensinn nicht nur im Zuge des deutsch-synodalen Weges einen Namen gemacht. Er wollte künftig anders katholisch sein, strebte regionale Kirchenreformen und adressierte mehrfach im Tonfall empörter Patzigkeit kritische Einwendungen an die deutsche Hörerschaft. Nun kehrt Bätzing auf die mediale Bühne des katholischen Papst-Bashings zurück und kritisiert als regionaler Suffraganbischof den Heiligen Vater. Das ist weltlich erlaubt, aber ebenso peinlich wie ungebührlich." (...)
Quelle: T. Paprotny, kathnet
Die Reise beginnt...
vaticannews, KNA etc. berichten:
Den 11.100 Kilometer weiten Transatlantikflug nach Uruguay legt der Papst in einem Airbus A330-900 zurück. An Bord sind neben dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt, seinen geistlichen Beratern und Sicherheitsleuten auch rund 80 Vertreterinnen und Vertreter internationaler Medien. (...)
Abend in Montevideo: Treffen mit Staat und Zivilgesellschaft sowie Kirchenvertretern
Nach seiner Ankunft am Flughafen Montevideo-Carrasco „General Cesáreo L. Berisso“ und der offiziellen Begrüßungszeremonie um 20:30 Uhr MEZ wird Papst Leo XIV. in Montevideo beim Treffen mit Vertretern von Staat und Zivilgesellschaft ab 21.20 MEZ auf der „Plaza Independencia“ seine erste Rede in Uruguay halten. Um 22:15 MEZ trifft das katholische Kirchenoberhaupt Uruguays Staatspräsidenten Yamandú Orsi. Seine zweite Ansprache in Uruguay hält Leo XIV. dann um 23 Uhr MEZ bei der Begegnung mit Vertretern der katholischen Kirche des Landes, mit denen er eine Vesper in der Metropolitankathedrale der Unbefleckten Empfängnis und der Heiligen Philippus und Jakobus feiert. (....)
Quelle: vaticannews
Donnerstag, 5. November 2026
Die Predigt
des Hl. Vaters während der heutigen Hl. Messe zum Gedenken an die verstorbenen Kardinäle und Bischöfe. Hier geht´s zum Original bei vaticannews: klicken
„Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein“ (Joh 12,26). Diese Worte Jesu sprechen direkt zu unserem Herzen und laden uns ein, ihm auf dem Weg zu folgen, den er selbst gegangen ist: dem Weg der Herrlichkeit durch das Kreuz. Auf diesem Weg, auf dem uns Prüfungen und Leid nicht erspart bleiben, führt und trägt uns eine Verheißung: die Verheißung einer Gemeinschaft, über die der Tod keine Macht hat. Denn wer Christus nachfolgt, wird zu seinem Diener, und er wird immer dort sein, wo der Herr ist – gerade weil er seinem Weg gefolgt ist. Darum sagt der heilige Paulus: „Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben“ (2Tim 2,11). Meine Lieben, diese Gewissheit des Glaubens und der Hoffnung trägt unsere heutige Eucharistiefeier, in der wir der Kardinäle und Bischöfe gedenken, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind.Mittwoch, 4. November 2026
Besuch auf dem Campo Santo Teutonico
Nach der Generalaudienz hat Papst Leo XIV den Campo Santo Teutonico besucht.
„Er ist nach der Generalaudienz auf unseren Friedhof gekommen, hat die Gräber gesegnet, ein Gebet gesprochen, mit unseren Mitarbeiterinnen und Kollegiaten der Erzbruderschaft gesprochen und so das Anliegen deutlich gemacht: Wir sind mit der Kirche des Himmels verbunden, und wir sind gleichzeitig auch mit unseren Verstorbenen verbunden, die uns vorausgegangen sind. Wir beten für sie und wir vertrauen sie der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes an!“
Quelle: vaticannews
Die Katechese
vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters während der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original : klicken
"Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!"
Die soziale Dimension ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur, sondern auch unseres Glaubens an Jesus Christus – als kostbares Erbe, das wir durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes empfangen haben. Die Konstitution „Gaudium et spes“ (GS) erinnert daran in den Kapiteln III und IV des zweiten Teils, die dem wirtschaftlichen und sozialen Leben sowie dem Leben der politischen Gemeinschaft gewidmet sind. Auch in diesen Bereichen bietet der christliche Glaube Kriterien zur Urteilsfindung.
Die Konzilsväter heben vor allem die Gefahr für den Weltfrieden hervor, die sich aus den Ungleichgewichten ergibt, die mit einer ungerechten und die Schöpfung missachtenden wirtschaftlichen Entwicklung verbunden sind (vgl. GS, 63). Eine weitsichtige Sichtweise, die leider am Ende des letzten Jahrhunderts Bestätigung fand und die wir heute noch stärker feststellen. Um den Kurs zu korrigieren – so warnt das Dokument –, reicht die technische Entwicklung nicht aus: „Daher werden vielfältige institutionelle Reformen in der Wirtschaft wie auch eine allgemeine Umstellung der Gesinnung und Verhaltensweise gefordert“ (ebd.).
Deshalb stellt „Gaudium et spes“ zusammenfassend die christliche Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung dar, die stets im Dienst des Menschen stehen und unter seiner Kontrolle stehen muss (vgl. GS, 64–65). Schon hier wird das Konzept der ganzheitlichen Entwicklung deutlich, das der heilige Paul VI. später in den Mittelpunkt seiner Enzyklika „Populorum progressio“ (1967) stellen wird. Aktueller denn je sind zudem die Aufrufe, sich für die Beseitigung von Diskriminierungen zum Nachteil der schwächsten sozialen Gruppen und der Migranten einzusetzen (vgl. GS, 66).
Das Herzstück der Wirtschaft ist die Arbeit. Durch sie entfaltet sich der Mensch als Person, sorgt für die Bedürfnisse seiner Familie, bringt seine Begabungen zum Ausdruck, nimmt am gesellschaftlichen Leben teil und baut eine bessere Welt auf, indem er am Schöpfungswerk Gottes mitwirkt. Die Arbeit darf niemals zum Nachteil der Menschen, des Gemeinwohls oder der Schöpfung verzerrt werden. Die wahre Herausforderung besteht darin, allen die Möglichkeit zu bieten, ihre Fähigkeiten zur Geltung zu bringen: Arbeitslosigkeit, Ausbeutung und Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit und das Leben selbst gefährden, sind nicht hinnehmbar (vgl. GS, 67). Die Arbeitnehmer haben das Recht und die Pflicht, an den Entscheidungen mitzuwirken, die ihre Tätigkeit betreffen, auch im Rahmen von Vereinigungen, und Konflikte durch Dialog und gewaltfreie Maßnahmen zu lösen (vgl. GS, 68).
In diesem Zusammenhang verweist das Konzil auf eines der Grundprinzipien der Soziallehre, nämlich die universelle Bestimmung der Güter der Erde (vgl. GS, 69), und wendet es auf den Finanzbereich an, indem es bekräftigt: „ Alle, die über diese Investitionen und über die Ausrichtung der Wirtschaft zu entscheiden haben, seien es Einzelne, Gruppen oder öffentliche Gewalten, sind gehalten, … ihrer strengen Verpflichtung eingedenk zu sein, einerseits den derzeitigen Bedarf menschenwürdiger Lebenshaltung sowohl der Einzelnen als auch des gesellschaftlichen Ganzen zu decken, andererseits den Blick auf die Zukunft zu richten und für ein ausgewogenes Verhältnis zu sorgen zwischen dem, was zur Deckung der derzeitigen privaten und öffentlichen Verbrauchsbedürfnisse bereitgestellt wird, und den notwendigen Investitionen zugunsten der nachfolgenden Generation“ (GS, 70).
Gaudium et spes wendet sich anschließend der politischen Gemeinschaft zu und würdigt verschiedene positive Zeichen der heutigen Zeit, insbesondere die Tatsache, dass aus einem lebendigeren Bewusstsein für die Menschenwürde in verschiedenen Regionen der Welt das Bestreben entsteht, eine politisch-rechtliche Ordnung zu schaffen, in der die Rechte der Person im öffentlichen Leben besser geschützt werden (vgl. GS, 73).
Die politische Gemeinschaft existiert im Dienste des Gemeinwohls, das darin besteht, in der Gesamtheit jener Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens, die es den Menschen, den Familien und den Vereinigungen ermöglichen und erleichtern, ihre Vollkommenheit in vollem Umfang zu verwirklichen (vgl. GS, 74). Und stets muss die Ausübung politischer Autorität auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein; sie strukturiert sich und wirkt entsprechend den lokalen und historischen Gegebenheiten, hat jedoch stets das Wohl der gesamten Menschheitsfamilie im Blick (vgl. ebd.).
Gaudium et spes bekräftigt: „Die politische Gemeinschaft und die Kirche sind auf je ihrem Gebiet voneinander unabhängig und autonom. Beide aber dienen, wenn auch in verschiedener Begründung, der persönlichen und gesellschaftlichen Berufung der gleichen Menschen. Diesen Dienst können beide zum Wohl aller um so wirksamer leisten, je mehr und besser sie rechtes Zusammenwirken miteinander pflegen.“ (GS, 76).
Meine Lieben, sich in Wirtschaft und Politik nach diesen Kriterien zu engagieren, ist ein Weg, Frieden zu stiften. Wie Papst Franziskus in Erinnerung rief: „Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen“ (Enzyklika Fratelli tutti, 261). Im Gegensatz dazu bietet eine Politik, die sich um die Wunden der Völker und um all jene kümmert, die Ungerechtigkeit erleiden, Anlass zur Hoffnung für die Zukunft der Menschheit.
Deshalb ermutige ich die jungen Menschen, dem Beispiel jener Männer und Frauen zu folgen, die in diesen Bereichen ein gutes Zeugnis abgelegt haben. Und ich erneuere meine Aufforderung an die christlichen Gemeinschaften, die Ausbildung in der Soziallehre der Kirche wiederzubeleben."
Quelle: vaticannews
Dienstag, 3. November 2026
Papstbotschaft an die Jugend
Wie Stefan Kempis bei vaticannews berichtet, hat der Vatican heute eine Botschaft des Hl. Vaters an die Jugend veröffentlicht. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"PAPSTBOTSCHAFT AN JUGENDLICHE: NICHT MUTLOS WERDEN"
beginnt der Bericht so- ZITAT
"Der Text, der an diesem Dienstag veröffentlicht wurde, ist keine Reaktion auf die jüngsten Jugendproteste in vielen europäischen Ländern, sondern gilt dem Weltjugendtag, der am 22. November, dem Christkönigs-Sonntag, in den einzelnen Bistümern weltweit begangen wird. Papst Leo beschäftigt sich mit den Worten Jesu „Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33). Er wisse um die „Fragen und Sorgen“ vieler junger Menschen heute, darunter um ihre „Angst vor der Zukunft”. Doch Christi Gegenwart könne uns Mut machen. Dabei sei „christlicher Mut kein Mut ‚gegen‘ etwas oder jemanden, sondern ein Mut ‚zu etwas‘: zum Leben, zur Wahrheit, zur Freiheit, zur Gerechtigkeit“. (...)
Quelle: S.v.Kempis, vaticannews
Das Spalter-Virus Luther 1517
ist in Deutschland immer noch virulent und hat wenige Tage nach dem Reformationstag in der DBK einen erneuten Ausbruch ausgelöst. Wie aus Agenturmeldungen zu erfahren ist, hat Bischof Bätzing es für angebracht gehalten, den Hl. Vater offen zu kritisieren und in nicht ganz neuer Selbstüberschätzung belehren zu wollen. Hier ein Ausschnitt aus der Stellungnahme des ehemaligen Vorsitzenden der DBK im Bistumsblatt der Diözese Limburg, in der der Monsignore seine Irritation manifestiert.
Veröffentlicht u.a hier
"Auszüge aus der Stellungnahme des Bistums:
„Wir wissen heute sehr viel darüber, wie sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche möglich wurde, warum er über Jahrzehnte vertuscht werden konnte und welche kirchlichen Strukturen ihn begünstigt haben. Dieses Wissen verdanken wir vor allem den Betroffenen, die trotz aller Widerstände ihre Stimme erhoben haben. Und wir verdanken es unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchungen, die schonungslos offengelegt haben, wie sehr individuelles Versagen und institutionelle Bedingungen miteinander verwoben waren. Hinter diese Erkenntnisse dürfen wir nicht zurückfallen. "Umso mehr haben mich Äußerungen von Papst Leo XIV. irritiert. Auf dem Rückflug von seiner Frankreichreise wollte er der Aussage von Betroffenen nicht zustimmen, er habe den systemischen Charakter sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche anerkannt. Er bevorzuge eine andere Formulierung, sagte der Papst. Bei seinem Gespräch mit Betroffenen in Lourdes habe er von bestimmten Organisationen innerhalb der Kirche gesprochen, die zuweilen als System missbräuchlich gehandelt hätten. Zugleich erklärte er: ‚Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein menschliches Problem.‘ (…) Die Frage nach systemischen Ursachen ist keine sprachliche Spitzfindigkeit. Sie entscheidet darüber, ob wir die richtigen Konsequenzen aus den Verbrechen der Vergangenheit ziehen. (…) Eine Kirche, die glaubwürdig das Evangelium verkünden will, muss bereit sein, auch ihre eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Sie darf ihre institutionellen Interessen nicht über die Würde des Menschen stellen. Und sie muss akzeptieren, dass geistliche Autorität niemals von Rechenschaft und Kontrolle entbindet. Wer Missbrauch wirksam verhindern will, muss deshalb mehr verändern als das Verhalten Einzelner. Er muss auch die Strukturen verändern, die Missbrauch begünstigen. Daran muss sich unsere Kirche messen lassen – in Deutschland, in Rom und überall auf der Welt."Montag, 2. November 2026
Allerseelen: Hl. Messe
Liebe Brüder und Schwestern,
wir haben uns an diesem Ort des Gebets, des liebevollen Gedenkens und der Hoffnung versammelt, um miteinander die Eucharistie zu feiern. Wir bringen diese heilige Messe für unsere Verstorbenen dar, besonders für jene, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, und für alle, die wir im Herzen tragen.Generalaudienz am 2. Nobember 2011
In seiner Katechese während der Generalaudienz am 2.11. 2011 befasste sich Papst Benedikt XVI. anlässlich von Allerseelen mit dem Gedenken an die Verstorbenen. Hier geht´s zum Original: klicken
"Gedenken an die verstorbenen Gläubigen"
Liebe Brüder und Schwestern,
Wie ich bereits gestern beim Angelus sagte, geht man in diesen Tagen zum Friedhof, um für nahestehende Menschen zu beten, die von uns gegangen sind, gleichsam um ihnen einen Besuch abzustatten, ihnen noch einmal unsere Liebe zu bekunden, ihre Nähe zu spüren. Auf diese Weise erinnern wir uns auch an einen Artikel des Glaubensbekenntnisses: In der Gemeinschaft der Heiligen besteht eine enge Verbindung zwischen uns, die wir noch auf dieser Erde wandeln, und den vielen Brüdern und Schwestern, die bereits in die Ewigkeit eingegangen sind. Schon immer hat der Mensch für seine Toten Sorge getragen und versucht, ihnen durch die Aufmerksamkeit, die Fürsorge, die Liebe eine Art zweites Leben zu schenken. In gewisser Weise möchte man ihre Lebenserfahrung bewahren; und wie sie gelebt, was sie geliebt, was sie gefürchtet, was sie gehofft und was sie verabscheut haben, das entdecken wir paradoxerweise gerade an den Gräbern, vor denen die Erinnerungen in Fülle wach werden. Sie sind gleichsam ein Spiegel ihrer Welt. Warum ist das so? Weil der Tod – obwohl er oft ein fast verbotenes Thema in unserer Gesellschaft ist und ständig versucht wird, den bloßen Gedanken an den Tod aus unserem Bewußtsein zu vertreiben – einen jeden von uns betrifft, er betrifft den Menschen jeder Zeit und an jedem Ort. Und angesichts dieses Geheimnisses suchen wir alle, auch unbewußt, nach etwas, das uns einlädt zu hoffen, nach einem Zeichen, das uns Trost spendet, das uns einen Horizont öffnet, das uns noch eine Zukunft gibt. Der Weg des Todes ist in Wirklichkeit ein Weg der Hoffnung, und wenn wir über unsere Friedhöfe gehen und auch die Inschriften auf den Gräbern lesen, dann legen wir einen Weg zurück, der von der Hoffnung auf Ewigkeit geprägt ist.
Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod? Warum hat die Menschheit zu einem großen Teil sich nie damit abgefunden zu glauben, daß jenseits des Todes einfach nur das Nichts ist? Ich würde sagen, daß es vielfältige Antworten gibt: Wir fürchten den Tod, weil wir Angst haben vor dem Nichts, vor dem Aufbrechen zu etwas, das wir nicht kennen, das uns unbekannt ist. Daher verspüren wir in uns eine Ablehnung, weil wir nicht akzeptieren können, daß all das Schöne und Große, das in einem ganzen Leben verwirklicht wurde, plötzlich ausgelöscht wird, in den Abgrund des Nichts fällt. Vor allem spüren wir, daß die Liebe Ewigkeit verlangt und erbittet, und wir können unmöglich akzeptieren, daß der Tod sie in einem einzigen Augenblick zerstört. Auch fürchten wir uns vor dem Tod, weil wir gegen Ende des Lebens spüren, daß es ein Urteil über unser Handeln gibt, darüber, wie wir unser Leben geführt haben, vor allem über die dunklen Punkte, die wir oft geschickt aus unserem Gewissen verdrängen können oder zu verdrängen versuchen. Ich würde sagen, daß gerade die Frage des Gerichts oft der Sorge zugrunde liegt, die der Mensch aller Zeiten den Verstorbenen erweist, der Aufmerksamkeit gegenüber den Personen, die ihm etwas bedeutet haben und die auf dem Weg des irdischen Lebens nicht mehr bei ihm sind. In gewissem Sinne sind die Gesten der Zuneigung, der Liebe, mit denen der Verstorbene umgeben ist, ein Schutz, der ihm erwiesen wird, in der Überzeugung, daß er auf das Urteil nicht ohne Wirkung bleibt. Das können wir in den meisten Kulturen sehen, die die Geschichte des Menschen prägen. Heute ist die Welt, zumindest scheinbar, viel rationaler geworden, oder besser gesagt hat sich die Tendenz verbreitet zu meinen, daß man jeder Wirklichkeit mit den Kriterien der empirischen Wissenschaft begegnen muß und daß man auch auf die große Frage des Todes nicht so sehr mit dem Glauben, sondern von erfahrbaren, empirischen Kenntnissen her antworten sollte. Man führt sich jedoch nicht ausreichend zu Bewußtsein, daß man gerade so in Formen des Spiritismus verfallen ist, bei dem Versuch, mit der Welt jenseits des Todes irgendwie in Kontakt zu stehen, gleichsam mit der Vorstellung, daß es eine Wirklichkeit gibt, die letztlich ein Abbild des Diesseits wäre.
Liebe Freunde, das Hochfest Allerheiligen und der Gedenktag Allerseelen sagen uns, daß nur wer im Tod eine große Hoffnung erkennt, auch ein Leben leben kann, das von der Hoffnung ausgeht. Wenn wir den Menschen ausschließlich auf seine horizontale Dimension verkürzen, auf das, was empirisch wahrnehmbar ist, dann verliert das Leben seinen tieferen Sinn. Der Mensch braucht Ewigkeit, und jede andere Hoffnung ist für ihn zu kurz, zu begrenzt. Der Mensch läßt sich nur erklären, wenn es eine Liebe gibt, die jede Isolierung überwindet, auch die des Todes, in einer Ganzheit, die auch Raum und Zeit übersteigt. Der Mensch läßt sich nur dann erklären, findet nur dann seinen tieferen Sinn, wenn es Gott gibt. Und wir wissen, daß Gott aus seiner Ferne herausgetreten und zu uns gekommen ist, daß er in unser Leben eingetreten ist und zu uns sagt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25–26).
Denken wir einen Augenblick an die Szene auf dem Kalvarienberg, und hören wir noch einmal die Worte, die Jesus vom Kreuz herab an den Verbrecher richtet, der zu seiner Rechten gekreuzigt ist: »Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23,43). Denken wir an die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus, als sie ihn, nachdem sie ein Stück des Weges mit dem auferstandenen Jesus gegangen sind, erkennen und noch in derselben Stunde nach Jerusalem aufbrechen, um die Auferstehung des Herrn zu verkündigen (vgl. Lk 24,13–35). Mit neuer Klarheit kommen ihnen die Worte des Meisters wieder in den Sinn: »Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?« (Joh 14,1–2). Gott hat sich wirklich gezeigt, er ist zugänglich geworden, er hat die Welt so sehr geliebt, »daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat« (Joh 3,16), und im erhabensten Akt der Liebe am Kreuz, indem er in den Abgrund des Todes hinabgestiegen ist, hat er ihn überwunden, ist er auferstanden und hat er auch uns die Tore der Ewigkeit geöffnet. Christus trägt uns durch die Nacht des Todes, durch die er selbst hindurchgegangen ist; er ist der gute Hirt, dessen Führung man sich ohne jegliche Angst anvertrauen kann, denn er kennt den Weg gut, auch durch die Finsternis hindurch. Jeden Sonntag bekräftigen wir, wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen, diese Wahrheit. Und wenn wir auf die Friedhöfe gehen, um mit Zuneigung und Liebe für unsere Verstorbenen zu beten, dann sind wir erneut eingeladen, mutig und kraftvoll unseren Glauben an das ewige Leben zu erneuern, ja mit dieser großen Hoffnung zu leben und sie der Welt zu bezeugen: Jenseits der Gegenwart ist nicht das Nichts. Und gerade der Glaube an das ewige Leben gibt dem Christen den Mut, unsere Erde noch mehr zu lieben und uns dafür einzusetzen, ihr eine Zukunft aufzubauen, um ihr eine wahre und sichere Hoffnung zu schenken. Danke." (...)
Sonntag, 1. November 2026
Angelus
auf dem Petersplatz
Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
das Hochfest Allerheiligen, das wir heute feiern, lädt uns dazu ein, die Freude jener unzählbaren Familie von Männern und Frauen zu verspüren, die ihr Leben zu einem Geschenk an Gott und den Nächsten gemacht haben, indem sie Jesus, dem Herrn, folgten. Auf unterschiedlichen Wegen der Heiligung haben sie nach dem »Ozean der unendlichen Liebe« gestrebt, wie es Papst Benedikt XVI. so schön ausgedrückt hat (Enzyklika Spe salvi, 12).
„Heiligkeit lässt sich auf keinerlei Berechnung reduzieren“
Die Liturgie des Wortes Gottes an diesem Fest beschreibt sie uns als eine »unermessliche Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen« (Offb 7,9). Heute feiern wir nämlich alle Heiligen: jene, die die Kirche als solche erkannt hat, und auch die unzähligen, die es nicht sind, die jedoch Gott kennt. Wie uns das heutige Evangelium (Mt 5,1–12) in Erinnerung ruft, handelt es sich um Menschen, die zwar arm im Geist sind, aber reich an der Liebe Gottes. Ihre Gesichter sind von Tränen gezeichnet, doch sie finden Trost im Gebet. Sie sind sanftmütig angesichts von Gewalt und werden vom Vater belohnt. Sie hungern nach Gerechtigkeit und werden im Innersten ihres Gewissens gesättigt. Sie sind bereit zur Vergebung und werden von der Barmherzigkeit umarmt. Im Herzen sind sie unbewaffnet, werden jedoch von Gott beschützt. Sie sind Friedensstifter, die von Gott beim Namen gerufen sind. Sie werden verfolgt und beleidigt, sind aber stark im Glauben und in der Nächstenliebe.
Es ist tatsächlich unmöglich, die Schar dieser Brüder und Schwestern zu „zählen“ – und zwar nicht nur in zahlenmäßiger Hinsicht: Heiligkeit lässt sich nämlich auf keinerlei Berechnung reduzieren, denn ebenso verhält es sich mit dem Guten, das alle Heiligen um sich herum in der Welt verbreitet haben. Wenn wir sie voll Bewunderung betrachten, fragen wir uns: Was haben diese Menschen durch die Gnade Gottes bewirkt? Im Wesentlichen handelt es sich um Taten und Entscheidungen der Liebe, die das Kalkül der Gier und die Übermacht des Bösen übertreffen, das manchmal die Oberhand zu gewinnen scheint. Die Heiligen sind das schönste und stärkste Zeichen für das kommende Reich Gottes; vielmehr für das Reich Gottes, das – wie Jesus lehrt – bereits unter uns ist (vgl. Lk 17,20–21). Darüber hinaus umfasst diese selige Schar die unterschiedlichsten Herkunftsorte, Kulturen und Lebensumstände: Heiligkeit ist kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben. Dies ist die hoffnungsvolle Botschaft des heutigen Festes: Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen, und er erreicht Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben.
„Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen“
Die Jungfrau Maria, die selig ist, weil sie dem Wort des Herrn geglaubt hat, begleite unsere Schritte auf dem Weg zur Heiligkeit, damit wir nicht müde werden, Frieden zu stiften, sowohl in besonders wichtigen Situationen als auch in den alltäglichen."
Quelle: vaticannews