Freitag, 13. Februar 2026

Die päpstliche Fastenbotschaft im Wortlaut

veröffentlicht bei vatican.va  klicken

       "DIE FASTENBOTSCHAFT 2026 IM WORTLAUT" 

Botschaft des Hl. Vaters für die Fastenzeit 2026

Zuhören und fasten.

Die Fastenzeit als Zeit der Umkehr

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.

Jeder Weg der Umkehr beginnt, wenn wir uns vom Wort Gottes erreichen lassen und es mit fügsamem Geist annehmen. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen der Gabe des Wortes Gottes, dem Raum der Gastfreundschaft, den wir ihm bieten, und der Verwandlung, die es bewirkt. Aus diesem Grund wird der Weg der Fastenzeit zu einer günstigen Gelegenheit, auf die Stimme des Herrn zu hören und die Entscheidung zu erneuern, Christus zu nachzufolgen und mit ihm den Weg nach Jerusalem zu gehen, wo sich das Geheimnis seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung erfüllt.

Zuhören

In diesem Jahr möchte ich zunächst darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dem Wort durch das Zuhören Raum zu geben, denn die Bereitschaft zuzuhören ist das erste Anzeichen für den Wunsch, mit dem anderen in Beziehung zu treten.

Gott selbst zeigt, als er sich Mose aus dem brennenden Dornbusch offenbart, dass das Zuhören ein Wesenszug seines Seins ist: »Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört« (Ex 3,7). Das Hören auf den Schrei der Unterdrückten ist der Beginn einer Geschichte der Befreiung, in die der Herr auch Mose einbezieht, indem er ihn aussendet, um seinen versklavten Kindern einen Weg des Heils zu eröffnen.

Er ist ein Gott, der miteinbezieht und heute auch auf uns zukommt, mit den Gedanken, die sein Herz bewegen. Deshalb erzieht uns das Hören auf das Wort in der Liturgie zu einem aufmerksameren Hören auf die Wirklichkeit: Die Heilige Schrift befähigt uns, unter den vielen Stimmen, die unser persönliches und gesellschaftliches Leben durchziehen, jene Stimme zu erkennen, die aus Leid und Ungerechtigkeit hervorgeht, damit sie nicht unbeantwortet bleibt. Sich auf diese innere Haltung der Empfänglichkeit einzulassen bedeutet, sich heute von Gott anleiten zu lassen, so zu hören wie Er, bis wir erkennen: »Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei, der in der Geschichte der Menschheit unser eigenes Leben, unsere Gesellschaften, die politischen und wirtschaftlichen Systeme und nicht zuletzt auch die Kirche beständig hinterfragt«.  

Fasten

Wenn die Fastenzeit eine Zeit des Zuhörens ist, dann ist das Fasten eine konkrete Praxis, die uns für die Aufnahme des Wortes Gottes bereit macht. Der Verzicht auf Nahrung ist in der Tat eine sehr alte und unersetzliche asketische Übung auf dem Weg der Umkehr. Gerade weil sie den Körper miteinbezieht, lässt sie uns deutlicher das erkennen, wonach wir „hungern” und was wir für unsere Ernährung als wesentlich erachten. Sie dient also dazu, die „Appetite” zu unterscheiden und zu ordnen, den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit wachzuhalten, ihn vor der Resignation zu bewahren und so zu lenken, dass er zum Gebet und zur Verantwortung für den Nächsten wird.

Der heilige Augustinus lässt mit spiritueller Feinfühligkeit die Spannung zwischen der Gegenwart und der zukünftigen Erfüllung erkennen, die dieses Hüten des Herzens durchzieht, wenn er anmerkt: »Im Laufe des irdischen Lebens ist es Aufgabe der Menschen, nach Gerechtigkeit zu hungern und zu dürsten, aber davon gesättigt zu werden, gehört zum anderen Leben. Die Engel sättigen sich an diesem Brot, an dieser Speise. Die Menschen hingegen hungern danach, sie sehnen sich alle danach. Dieses Streben nach Sehnsucht erweitert die Seele, vergrößert ihre Fassungskraft« In diesem Sinne verstanden, ermöglicht uns das Fasten nicht nur, das Verlangen zu disziplinieren, es zu reinigen und freier zu machen, sondern auch, es zu erweitern, so dass es sich an Gott wendet und sich darauf ausrichtet, Gutes zu tun.

Damit das Fasten jedoch seine dem Evangelium entsprechende Wahrheit bewahrt und der Versuchung eines stolzen Herzens entgeht, muss es stets in Glaube und in Demut gelebt werden. Es erfordert, in der Gemeinschaft mit dem Herrn verwurzelt zu bleiben, denn »wer sich nicht mit dem Wort Gottes nährt, fastet nicht wirklich«.  Als sichtbares Zeichen unseres inneren Bemühens, uns mit Hilfe der Gnade von der Sünde und dem Bösem abzuwenden, muss das Fasten auch andere Formen der Entsagung umfassen, die uns zu einem einfacheren Lebensstil führen sollen, denn »nur die Askese macht das christliche Leben stark und authentisch«. 

Ich möchte euch daher zu einer sehr konkreten und oft wenig geschätzten Form des Verzichts einladen, nämlich zum Verzicht auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken. Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien, in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen.

Gemeinsam

Schließlich hebt die Fastenzeit die gemeinschaftliche Dimension des Hörens auf das Wort Gottes und des Fastens hervor. Auch die Heilige Schrift betont diesen Aspekt auf vielfältige Weise. Zum Beispiel, wenn im Buch Nehemia erzählt wird, dass sich das Volk versammelte, um der öffentlichen Lesung des Buches der Weisung des Herrn zuzuhören, und sich durch Fasten auf das Bekenntnis des Glaubens und die Anbetung vorbereitete, um den Bund mit Gott zu erneuern (vgl. Neh 9,1-3).

Ebenso sind unsere Pfarreien, Familien, kirchlichen Gruppen und Ordensgemeinschaften aufgerufen, in der Fastenzeit einen gemeinsamen Weg zu gehen, auf dem das Hören auf das Wort Gottes und auf den Schrei der Armen und der Erde zur Form des gemeinsamen Lebens wird und das Fasten echte Reue fördert. So gesehen betrifft die Umkehr nicht nur das Gewissen des Einzelnen, sondern auch den Stil der Beziehungen, die Qualität des Dialogs, die Fähigkeit, sich von der Wirklichkeit hinterfragen zu lassen und zu erkennen, was das Verlangen wirklich leitet, sowohl in unseren kirchlichen Gemeinschaften als auch in der nach Gerechtigkeit und Versöhnung dürstenden Menschheit.

Liebe Brüder und Schwestern, bitten wir um die Gnade einer Fastenzeit, die unser Ohr aufmerksamer macht für Gott und die Geringsten. Bitten wir um die Kraft eines Fastens, das auch die Sprache betrifft, damit die Worte, die verletzen, weniger werden und der Stimme der anderen mehr Raum bleibt. Und bemühen wir uns, dass unsere Gemeinschaften zu Orten werden, wo der Schrei der Leidenden Gehör findet und das Zuhören Wege der Befreiung schafft, sodass wir bereit und eifrig am Aufbau der Zivilisation der Liebe mitwirken.

                         Von Herzen segne ich euch und euren Weg in der Fastenzeit.

Quelle: vatican.va

Erste Fastenbotschaft des Hl. Vaters

Mario Galgano kommentiert bei vaticannews. die erste Fastenbotschaft des Pontifikates, die heute in Rom veröffentlicht wurde. Hier geht´s zum Original: klicken

"PAPST LEO XIV STELLT DAS "ZUHÖREN" IN DEN MITTELPUNKT DER FASTENZEIT"
In seiner ersten Fastenbotschaft als Pontifex hat Papst Leo XIV. zu einer tiefgreifenden Umkehr aufgerufen, die über den klassischen Verzicht auf Nahrung hinausgeht. In dem an diesem Freitag veröffentlichten Dokument mit dem Titel „Zuhören und fasten“ fordert das Kirchenoberhaupt eine „Entwaffnung der Sprache“ und ein geschärftes Gehör für den „Schrei der Armen“.

Für den Papst beginnt der Weg der christlichen Umkehr nicht mit Aktionismus, sondern mit Stille. Das Zuhören sei das erste Anzeichen für den Wunsch, mit anderen in Beziehung zu treten. Leo XIV. zieht dabei eine Parallele zur biblischen Exoduserzählung: So wie Gott das Elend seines Volkes in Ägypten hörte, müsse auch die Kirche heute lernen, die Stimmen derer wahrzunehmen, die unter Ungerechtigkeit leiden.

„Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei“

Der Papst findet deutliche Worte für die soziale Verantwortung der Gläubigen. „Die Lebenssituation der Armen ist ein Schrei, der in der Geschichte der Menschheit unser eigenes Leben, unsere Gesellschaften, die politischen und wirtschaftlichen Systeme und nicht zuletzt auch die Kirche beständig hinterfragt“, schreibt der Pontifex. Das Hören auf Gottes Wort in der Liturgie müsse die Menschen dazu befähigen, in der Kakofonie des Alltags jene Stimmen zu erkennen, die aus Not hervorgehen.

Fasten als Schule der Sehnsucht

Beim Thema Fasten greift Leo XIV. auf die Gedanken des heiligen Augustinus zurück. Der Verzicht auf Nahrung sei kein Selbstzweck, sondern eine asketische Übung, um die eigenen „Appetite“ zu ordnen. Er helfe dabei, den „Hunger nach Gerechtigkeit“ wachzuhalten. „Wer sich nicht mit dem Wort Gottes nährt, fastet nicht wirklich“, stellt der Papst klar. Nur eine authentische Askese mache das christliche Leben stark

Aufruf gegen verbale Gewalt

Ein besonderer Akzent der Botschaft liegt auf der Kommunikation im digitalen und politischen Raum. Leo XIV. lädt zu einer „wenig geschätzten Form des Verzichts“ ein: dem Verzicht auf verletzende Worte.

„Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende (...) und Verleumdungen verzichten“, appelliert der Papst. Dieser Verzicht solle alle Lebensbereiche durchdringen – von der Familie über den Arbeitsplatz bis hin zu den sozialen Medien und politischen Debatten. Ziel sei es, dass „Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen“.

Gemeinsamer Weg statt individueller Leistung

Abschließend betont der Papst die gemeinschaftliche Dimension der Fastenzeit. Umkehr betreffe nicht nur das individuelle Gewissen, sondern den Stil der Beziehungen und die Qualität des Dialogs in der gesamten Menschheit. Er schließt mit dem Gebet um eine Fastenzeit, die „unser Ohr aufmerksamer macht für Gott und die Geringsten“.

Quelle: M. Galgano, vaticannews. 

Die FSSPX-Bischofsweihen: Dialog oder Schisma?

Wie Luisella Scrosati kommentiert für La Nuova Bussola Quotidiana das Ergebnis des Gespräches, das der  Generalobere der FSSPX mit der  Glaubensdicasteiurm mitgebracht hat: die vorgesehenen Bischofsweihen auszusetzen, um den Dialog fortsetzen zu können. Und sie erklärt, warum die von vielen Kommentatoren herangezogenen Analogien in diesem Fall nicht passen. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"ROM - ÉCÔNE: ORDINATIONEN AUSSETZEN, UM DEN DIALOG FORTZUSETZEN"

Nach seinem Treffen mit Kardinal Fernández brachte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. einen Vorschlag für eine theologische Diskussion und die Bitte mit, keine neuen Bischöfe ohne päpstliches Mandat zu weihen. Dies ist der erste Schritt (oder besser gesagt, der erste, den man nicht gehen sollte) an der Scheidewegstelle zwischen Schisma und der schrittweisen Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft. 

Der Heilige Stuhl bekräftigt erneut seine Offenheit gegenüber der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit dem vorläufigen Vorschlag für eine strukturierte Diskussion über bestimmte Glaubensfragen. „Ziel ist es, in den besprochenen Themen die Mindestvoraussetzungen für die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche hervorzuheben und folglich die kanonische Satzung der Bruderschaft sowie weitere zu erörternde Aspekte darzulegen.“

Dies ist der Kern der Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre zum gestrigen Treffen vom 12. Februar zwischen dem Präfekten, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Bruderschaft St. Pius X., Pater Davide Pagliarani. Als Voraussetzung für diese Diskussion wurde Pagliarani gebeten, „dass die Bruderschaft ihre Entscheidung über die angekündigten Bischofsweihen aussetzt“. Pater Pagliarani wird diesen Vorschlag dem Bruderschaftsrat vorlegen, der entscheiden wird, ob er den 1. Juli als Termin bestätigt oder den Vorschlag des Dikasteriums annimmt. Der Vorschlag, der nicht , wie von Pater Pagliarani erhofft, den Status quo der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) bestätigen , sondern den Lefebvrianern eine kanonische Konstellation bieten soll, die ihre rechtlichen Bindungen zur Kirche wiederherstellt, soll erörtert werden.

Zu den möglichen Diskussionspunkten gehören der Unterschied zwischen einem Glaubensakt und einer „religiösen Unterwerfung des Geistes und Willens“, die verschiedenen Grade der Zustimmung, die die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils fordern, sowie weitere Themen, die die FSSPX in einem Schreiben vom 17. Januar 2019 angesprochen hat. Die Liturgie wird nicht explizit erwähnt.

Während des Treffens bekräftigte der Heilige Stuhl, dass die Bischofsweihe ohne das Mandat des Heiligen Vaters einen entscheidenden Bruch der kirchlichen Gemeinschaft (ein Schisma) mit schwerwiegenden Folgen für die gesamte Bruderschaft bedeuten würde. Die Erklärung bezieht sich in diesem Zusammenhang sowohl auf das Apostolische Schreiben Ecclesia Dei , mit dem Johannes Paul II. den schismatischen Akt von Erzbischof Marcel Lefebvre und Erzbischof Antonio de Castro Mayer vom 30. Juni 1988 verurteilte, als auch auf die Erläuterungen des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte unter dem Vorsitz von Kardinal Julián Herranz (1996), in denen klargestellt wurde, „dass es niemals nötig ist, Bischöfe gegen den Willen des Papstes, des Oberhaupts des Bischofskollegiums, zu weihen. Dies würde nämlich bedeuten, dass man der Kirche ‚dienen‘ könnte, indem man ihre Einheit in Angelegenheiten angreift, die die Grundlagen dieser Einheit betreffen.“ (Wichtiger Artikel von Pater de Blignières)

Die Glaubenskongregation schlägt der FSSPX Gespräche vor


Wie CNA berichtet hat der Präfekt der Glaubenskongregation Fernandez in einem Gespräch mit
dem Generaloberen der FSSPX einerseits die Gesprächsbereitschaft des Hl. Stuhls bekräftigt und andererseits vor Bischofsweihen ohne Mandat des Hl. Vaters gewarnt, die zu einem Bruch der kirchlichen Gemeinschaft - einem Schisma- führen würde. 
Hier geht´s zum Original: klicken
Der Hl. Stuhl hat ein offizielles Comunique zu dem Treffen herausgegeben: klicken

Unter dem Titel:

"DER HEILIGE STUHL SCHLÄGT DER SANKT PIUS X-BRUDERSCHAFT EINEN THEOLOGISCHEN DIALOG VOR"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"An diesem Donnerstag, 12. Februar, fand im vatikanischen Dikasterium für die Glaubenslehre ein Gespräch
des Glaubens-Präfekten Kardinal Victor Manuel Fernandez mit dem Generaloberen der Priesterbruderschaft  FSSPX, Don Davide Pagliarani, statt.

In einer anschließenden Mitteilung des Dikasteriums für die Glaubenslehre ist von einem „freund-
lichen und aufrichtigen Treffen“ die Rede, dem der Papst zugestimmt habe.

Es seien einige Punkte geklärt worden, die die Pius-Bruderschaft in Briefen vorgebracht habe, insbesondere im Zeitraum 2017 bis 2019, darunter etwa die Frage des göttlichen Willens hinsicht-
lich der Pluralität der Religionen." (...)

Quelle:CNA

Donnerstag, 12. Februar 2026

Die Angst, das Turiner Grabtuch könnte echt sein....

Es hat nicht lange gedauert, bis der Autor der Flachrelief-Hypothese Cicero Moraes versucht hat, die Kritik an seiner Beweisführung zu widerlegen, wobei er wie die Turiner Grabtuch -Experten nachweisen, geflissentlich alle neueren Erkenntnisse (Blutspuren, Sporen& Samenreste in den Leinenfasern etc) außer Acht läßt. Dazu hat Emanuela Marinelli in La Nuova Bussola Quotidiana einen kritischen Kommentar veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"EINE UNBEDEUTENDE STUDIE VERSUCHT, DAS HEILIGE GRABTUCH ZU DISKREDITIEREN"
Cicero pro domo: Cicero Moraes greift seine im letzten Sommer aufgestellte Behauptung wieder auf, das Bild des Heiligen Grabtuchs sei das Ergebnis eines Flachreliefs. Diese These ist unbegründet, ebenso wie seine ungeschickte Antwort, die die Forschung anderer ignoriert und verzerrt, um die unbequeme Wahrheit zu leugnen.

Wir haben die Schlagzeile des letzten Sommers nicht vergessen: die Nachricht, dass das Bild auf dem Turiner Grabtuch durch ein Flachrelief entstanden sei. Diese Forschung hat jedoch kaum, wenn nicht gar keine Bedeutung. Wir haben sie damals, am 4. August diskutiert, weil diese Studie 
erstaunlicherweise in der renommierten Fachzeitschrift „Archaeometry “ der Universität Oxford veröffentlicht wurde – jener Zeitschrift, in der 2019 auch unsere endgültige Widerlegung der mittelalterlichen Datierung des Grabtuchs erschien .

Es hat nicht lange gedauert, bis der Autor der Flachrelief-Hypothese Cicero Moraes versucht hat, die Kritik an seiner Beweisführung zu widerlegen, wobei er wie die Turiner Grabtuch -Experten nachweisen, geflissentlich alle neueren Erkenntnisse (Blutspuren, Sporen& Samenreste in den Leinenfasern etc) außer Acht läßt. Dazu hat La Nuova Bussola Quotidiana einen kritischen Kommentar veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"EINE UNBEDEUTENDE STUDIE VERSUCHT DAS HEILIGE GRABTUCH ZU DISKREDITIEREN"
Cicero pro domo: Cicero Moraes greift seine im letzten Sommer aufgestellte Behauptung wieder auf, das Bild des Heiligen Grabtuchs sei das Ergebnis eines Flachreliefs. Diese These ist unbegründet, ebenso wie seine ungeschickte Antwort, die die Forschung anderer ignoriert und verzerrt, um die unbequeme Wahrheit zu leugnen.

Wir haben die Schlagzeile des letzten Sommers nicht vergessen: die Nachricht, dass das Bild auf dem Turiner Grabtuch durch ein Flachrelief entstanden sei. Diese Forschung hat jedoch kaum, wenn nicht gar keine Bedeutung. Wir haben sie damals, am 4. August diskutiert, weil diese Studie 
erstaunlicherweise in der renommierten Fachzeitschrift „Archaeometry “ der Universität Oxford veröffentlicht wurde – jener Zeitschrift, in der 2019 auch unsere endgültige Widerlegung der mittelalterlichen Datierung des Grabtuchs erschien .

Wir haben einen von mir, Tristan Casabianca und Alessandro Piana, drei Experten für das Turiner Grabtuch verfaßten Kommentar zur Veröffentlichung an die Zeitschrift Archaeometry gesendet . In dem Beitrag haben wir einige inakzeptable Punkte in Cicero Moraes' Arbeit hervorgehoben und den schwerwiegendsten unterstrichen: Er hat bewusst nicht alle Aspekte des Grabtuchs berücksichtigt. Er ignoriert die in Fachzeitschriften veröffentlichten Studien namhafter Wissenschaftler . Er berücksichtigt weder Untersuchungen zu Aspekten, die nicht die Entstehung des Bildes betreffen, wie Mikrospuren und Blut, noch Forschungen zum Ursprung des Bildes. In diesem Zusammenhang stellt er die Echtheit des Grabtuchs in Frage und beansprucht, das letzte Wort zu haben. Diese Arroganz ist wissenschaftlich inakzeptabel. Es ist absurd, ein so komplexes Objekt wie das Grabtuch zu untersuchen, ohne die Ergebnisse vorheriger Forschungen anzuerkennen.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Die Katechese

 des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz- veröffentlicht bei vaticannews. Klicken

"GENERALAUDIENZ: DIE KATECHESE IM WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag und herzlich willkommen!

In der heutigen Katechese befassen wir uns mit der tiefen und grundlegenden Verbindung zwischen dem Wort Gottes und der Kirche: einer Verbindung, die im sechsten Kapitel der Konzilskonstitution Dei Verbum zum Ausdruck kommt. Die Kirche ist der eigentliche Ort der Heiligen Schrift. Unter der Eingebung des Heiligen Geistes ist die Bibel inmitten des Volkes Gottes entstanden und für das Volk Gottes bestimmt. In der christlichen Gemeinschaft hat sie gleichsam ihren Lebensraum: Im Leben und im Glauben der Kirche findet sie den Ort, an dem sie ihren Sinn offenbaren und ihre Wirkkraft entfalten kann.

So erinnert das Zweite Vatikanische Konzil ja auch daran, dass „die Kirche die Heiligen Schriften immer verehrt hat wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht“. „In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah die Kirche immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens“ (Dei Verbum, 21).

Die Kirche hört niemals auf, über den Wert der Heiligen Schrift nachzudenken. Ein wichtiger Moment in dieser Hinsicht war nach dem Konzil die Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode im Oktober 2008 zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“. Papst Benedikt XVI. hat ihre Früchte in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Verbum Domini (30. September 2010) zusammengefasst, in dem er feststellt: „Gerade durch die innere Verbindung zwischen Wort und Glauben wird deutlich, dass die authentische Bibelhermeneutik nur im kirchlichen Glauben angesiedelt sein kann, der im »Ja« Marias sein Urbild besitzt. […] Der ursprüngliche Ort der Schriftauslegung ist das Leben der Kirche“ (Nr. 29).

Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi

In der kirchlichen Gemeinschaft findet die Heilige Schrift somit den Raum, in dem sie ihre besondere Aufgabe erfüllen und ihr Ziel erreichen kann: Christus bekannt zu machen und in Dialog mit Gott zu treten. „Unkenntnis der Schrift ist in der Tat Unkenntnis Christi“ (Hl. Hieronymus, Comm. in Is., Prol.: PL 24, 17 B): Dieser berühmte Ausspruch des heiligen Hieronymus erinnert uns an den eigentlichen Zweck des Lesens und Meditierens der Heiligen Schrift: Christus kennenzulernen und durch ihn in Beziehung zu Gott zu treten, eine Beziehung, die als Gespräch, als Dialog verstanden werden kann. Die Konstitution Dei Verbum hat uns die Offenbarung als einen solchen Dialog vorgestellt, in dem Gott zu den Menschen spricht wie zu Freunden (vgl. DV, 2). Und das geschieht, wenn wir die Bibel in einer inneren Haltung des Gebets lesen: Dann kommt uns Gott entgegen und spricht zu uns.

Und dennoch ist es ein Schisma

das sagt und begründet Weihbischof Mario Eleganti in Fortetzung seines Kommentars zu den geplanten Bischofsweihen der FSSPX ohne die Zustimmung Roms. 

UND DENNOCH BLEIBT ES EIN SCHISMA 

Nach Canon 1382 CIC zieht eine Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat die Tatstrafe der automatischen Exkommunikation (latae sententiae) für Spender und Empfänger nach sich:

Can. 1382: «Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu.»

Das bestätigt auch Can. 1013:

«Keinem Bischof ist es gestattet, jemanden zum Bischof zu weihen, wenn nicht zuvor der päpstliche Auftrag feststeht.»

Das Feststehen des päpstlichen Auftrags wird durch ein päpstliches Dekret zum Ausdruck gebracht. Der Auftrag zur Bischofsweihe muss zweifelsfrei vom Papst stammen. Wer weiss, dass keine Ernennung durch den Papst vorliegt, erfüllt den Tatbestand des Schismas. Es bedeutet die Weigerung, sich jurisidiktionell dem Papst zu unterwerfen, indem an der eigenen Autonomie (Selbstregierung) festgehalten wird. 

Pius XII. lehrt (Mystici Corporis), dass die Ausübung des Amtes in der  Kirche eine jurisdiktionelle Grundlage hat, welche in der Offenbarung bzw. in der Einsetzung durch Jesus Christus begründet ist. Deshalb versieht das Konzil von Trient jeden mit dem Anathema, der Bischöfe unterstützt, die nicht «ordnungsgemäss geweiht oder durch kanonische kirchliche Autorität gesandt sind» (vgl. Denzinger-Schönmetz Nr. 1777.) . Es betrachtet diese als «Diebe und Räuber». Denn solche Vorgänge betreffen direkt die göttliche Verfassung der Kirche, die durch rechtliche Bindungen sichtbar ist. Praktische, rechtliche Autonomie durch eigenwillige, vom Papst nicht autorisierte Bischofsweihen einfach durchzusetzen, bedeutet daher, sich von der sichtbaren und real gelebten Gemeinschaft des mystischen Leibes Christi abzuschneiden. 

Ich vermute, dass die FSSPX an der vollen Autonomie und Selbstregierung festhalten wird und in diesem Sinn auch keine Regulierung ihres irregulären Verhältnisses zur Universalkirche wünscht, denn eine solche Regelung würde bedeuten, Bischöfe zu akzeptieren, die ihnen der Papst gibt, und die ihr vorstehen und sie leiten, oder, wenn sie aus ihren eigenen Reihen kommen, dem Papst gegenüber weisungsgebunden und jurisdiktionell von ihm ernannt und abhängig sind. Aber die FSSPX beurteilt vielleicht die Situation der Kirche anders als er, weshalb sie dieser Abhängigkeit ausweicht.

Generalaudienz

 in der Paul VI- Audienzhalle

             

Heute vor 13 Jahren,

am 11. Februar 2013 schockierte Papst Benedikt XVI die Welt mit der Ankündigung seines Rücktritts. Rudolf Gehrig hat dazu diesen Beitrag veröffentlicht -Dank dafür! 

Dienstag, 10. Februar 2026

Reist Papst Leo XIV demnächst nach Monaco

und das als erster Papst der Neuzeit? Diese Frage und weitere mögliche Reiseziele erörtert vaticannews in einem Beitrag.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO XIV KÖNNTE BALD NACH MONACO REISEN" 

"Wie das vatikanische Presseamt gegenüber den Agenturen AFP und IMedia bestätigte, wird derzeit eine eintägige Reise von Papst Leo XIV. nach Monaco für Ende März geprüft. Es wäre die zweite Auslandsreise seines Pontifikats. Während dieser Termin kurz bevorsteht, skizzierte der Papst auf dem Rückflug von seiner Libanon-Reise bereits weitreichendere Pläne für Afrika und seine lateinamerikanische Heimat. 

Es würde sich um die erste Reise eines Papstes in der Neuzeit ins Fürstentum Monaco handeln. Erst am vergangenen 17. Januar hatte Papst Leo XIV. Prinz Albert von Monaco in Audienz empfangen.


Offizielle Ankündigungen zu anderen Zielen gibt es bisher allerdings nicht, auch wenn Ortsbischöfe in Spanien und Peru bereits Hoffnungen auf einen Besuch geweckt hatten. Eine Reise in die USA, von der Agenturen berichteten, wurde unterdessen durch den Pressesprecher dementiert.

Algerien: Auf den Spuren des Heiligen Augustinus


Im Gespräch mit der Journalistin Elisabetta Piqué während des Rückflugs aus dem Libanon wurde der Papst deutlich konkreter, was seine persönlichen Ambitionen angeht. Sein Blick richtet sich insbesondere auf den afrikanischen Kontinent.


„Persönlich hoffe ich, nach Algerien zu reisen, um die Orte aus dem Leben des Heiligen Augustinus zu besuchen“, erklärte Leo XIV. Er betonte, dass es ihm dabei um mehr als eine Pilgerreise gehe: „Es geht darum, den Dialog fortzuführen und Brücken zwischen der christlichen und der muslimischen Welt zu bauen.“ Der Heilige Augustinus sei dafür die ideale Schlüsselfigur, da er in Algerien als „Sohn der Heimat“ hochverehrt werde.

Sehnsucht nach Lateinamerika

Auch eine Rückkehr auf seinen Heimatkontinent scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wenngleich die logistischen Details noch offen sind. Der Papst gab unumwunden zu, dass Argentinien und Uruguay bereits sehnsüchtig auf eine Visite warten würden.

„Ich würde sehr gerne Lateinamerika besuchen“, so der Papst. „Ich denke, auch Peru wird mich empfangen! Und wenn ich erst einmal dort bin, liegen viele Nachbarländer nah.“ Er mahnte jedoch zur Geduld: „El proyecto no está definido“ – das Projekt sei noch nicht endgültig definiert, sagte er auf der Fliegenden Pressekonferenz aus dem Rückflug vom Libanon nach Rom."


 Quelle:vaticannews

Und wieder das Turiner Grabtuch: Widerlegung einer weiteren Fälschungshypothese

Wenn man sich die manchmal geradezu verzweifelten, zahlenmäßig kaum noch zu überschauenden Versuche von Forschern vieler Fachrichtungen und Möchtegernforschern vor Augen führt, die beweisen, wollen, daß das Turiner Grabtuch eine Fälschung ist,  könnte man allein das schon als Beweis für seine Echtheit betrachten, weil die Möglichkeit, daß es echt ist, den Atheisten und Christus-Leugnern dieser Welt derartige Angst einjagt. Der neueste Versuch des Brasilianers Cicero Moraes, der behauptet, bewiesen zu haben, daß das Abbild auf dem Tuch der Abdruck eines mittelalterlichen Flachreliefs sei- wurde inzwischen -wie alle anderen bisherigen Thesen- in der Fachzeitschrifr Archeometry von den Experten Casablanca, Marinelli und Piana widerlegt. Vaticannews. berichtet.
Hier geht´s zum Original: klicken

"GRABTUCH: HYPOTHESE VOM MITTELALTERLICHEN FLACHRELIEF WISSENSCHAFTLICH WIDERLEGT"

Im vergangenen Sommer sorgte eine Meldung für Aufmerksamkeit, über die auch Vatican News berichtet hat. Der brasilianische Forscher Cícero Moraes stellte eine digitale Rekonstruktion des Bildes auf dem Turiner Grabtuch vor, die seine These stützte, das Tuch sei im Mittelalter auf der Grundlage eines Flachreliefs entstanden. Diese Interpretation wird nun jedoch infrage gestellt: Ein kürzlich in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlichter Kommentar widerspricht Moraes’ Schlussfolgerungen Punkt für Punkt.

Drei renommierte Experten für das Turiner Grabtuch – Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana – haben die Studie scharf kritisiert. Ihrer Einschätzung nach verfolgt sie zweideutige Ziele und weist methodische Mängel und eine fehlerhafte Argumentation auf. Damit bestätigen sie die Kritik, die bereits im vergangenen Sommer vom Erzbischof von Turin und Hüter des Grabtuchs, Kardinal Roberto Repole, sowie vom Internationalen Zentrum für Studien über das Turiner Grabtuch (CISS) geäußert worden waren. Dass ihre Kritik in derselben wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde wie der ursprüngliche Artikel von Cícero Moraes, macht diese Nachricht besonders interessant.

Die Debatte

Die Debatte um die Echtheit des Turiner Grabtuchs ist seit der ersten Fotografie, die 1898 von dem Fotografen Secondo Pia aufgenommen wurde, nie verstummt. Bis heute wird das Thema vor allem in internationalen Fachzeitschriften kontrovers diskutiert. Im Jahr 2019 wurde die berühmte, in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Radiokarbon-Datierung aus dem Jahr 1989 (1260–1390 n. Chr.) durch eine neue Auswertung der Rohdaten in der Zeitschrift Archaeometry – dem Fachblatt des Oxford-Labors, das an der ursprünglichen Datierung beteiligt war – in Zweifel gezogen.

Im vergangenen Sommer hatte der brasilianische Forscher Cícero Moraes in eben dieser Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, der die These einer mittelalterlichen Fälschung vertritt. Seiner Meinung nach passen die sichtbaren Kontaktpunkte des Turiner Grabtuchs besser zu einem Flachrelief als zu einem Menschen. Daher seine Schlussfolgerung, dass wir es hier mit einem "Kunstwerk" aus dem Mittelalter zu tun haben. Bereits bei Erscheinen stieß Moraes’ Studie jedoch auf erhebliche Zweifel seitens der Fachwelt. Kardinal Roberto Repole kritisierte in seiner Stellungnahme die „Besorgnis erregende Oberflächlichkeit mancher Schlussfolgerungen, die einer genaueren Prüfung der vorgelegten Studie oft nicht standhalten“.

Die Mängel in der Analyse von Moraes

Nach diesem Medienrummel bestätigt der nun von Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana in Archaeometry veröffentlichte Kommentar voll und ganz die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Kritik. Die Autoren heben die zahlreichen Mängel in Moraes’ Analyse hervor: So sei die Modellierung aus anatomischer Sicht unzureichend, da sie nur die Vorderansicht reproduziert, die Position von Händen und Füßen rechts und links vertauscht und willkürlich von einer Körpergröße von 180 cm ausgeht, was außerhalb des allgemein akzeptierten Bereichs von 173 bis 177 cm liegt. Zudem würden wiederholt vage Begriffe verwendet, die eine Übereinstimmung bestätigen sollen, ohne jemals präzise Messwerte zu liefern. Beanstandet wird auch, dass sich Moraes’ Studie nur auf ein einziges Bild von 1931 stützt, obwohl es deutlich aktuellere Aufnahmen gibt. Darüber hinaus werde die Modellierung nicht auf Leinen, sondern auf Baumwolle simuliert.

Noch problematischer ist, dass Moraes' 3D-Modellierung die wichtigsten Besonderheiten des Turiner Grabtuchs völlig außer Acht lässt: die extreme Flachheit des Bildes (eine Tiefe von einem Fünftel eines Tausendstel Millimeters) und die zahlreichen Bestätigungen des Vorhandenseins von Blut: Merkmale, die sich mit keiner künstlerischen Technik des Mittelalters vereinbaren lassen. Die Autoren fragen sich daher, welchen tatsächlichen Nutzen eine Modellierung hat, die die anatomischen Merkmale des Mannes auf dem Turiner Grabtuch nicht originalgetreu wiedergibt und die wichtigsten physikalisch-chemischen Eigenschaften außer Acht lässt. Die Studie von Moraes vergisst zudem, dass verschiedene Varianten der Flachrelief-Hypothese bereits Anfang der 80er Jahre in akademischen Zeitschriften untersucht und verworfen worden waren. Ebenso unbeachtet bleibt, dass die Frage der anatomischen Verzerrung eines Körpers auf einem Stoffgewebe bereits 1902 von dem französischen Wissenschaftler Paul Vignon gründlich untersucht worden war.

Fragliche historische Grundlagen

Verschiedenen Kommentatoren zufolge stehen auch die historischen Grundlagen von Moraes’ Studie auf äußerst wackeligen Beinen. Er greift auf verschiedene Epochen und Orte zurück, die keinerlei Verbindung zueinander haben, um zu erklären, wie ein Künstler oder Fälscher diese einzigartige Darstellung eines nackten Christus – sowohl frontal als auch von hinten, in einer Szene nach der Kreuzigung – geistig konzipieren und praktisch umgesetzt haben könnte. Wie Casabianca, Marinelli und Piana betonen, handelt es sich dabei jedoch um einen Sophismus: eine bewusste Irreführung in der Argumentation, die, wenn man sie verallgemeinern würde, die Grundlagen der Kunstgeschichte selbst untergraben würde. Das Bild weicht so stark von den üblichen künstlerischen Normen ab, dass der renommierte Historiker, auf den Moraes sich stützt – William S. A. Dale – davon überzeugt war, es könne nicht im 14. Jahrhundert in Frankreich entstanden sein, sondern eher in der byzantinischen Epoche, mindestens 200 Jahre früher und rund 2000 Kilometer von der Champagne entfernt.

In seiner Erwiderung auf diese Kritik, die ebenfalls in besagter Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, hält Moraes an seinen Schlussfolgerungen fest, präzisiert jedoch, dass sein Artikel eine „streng methodische“ Perspektive biete, die sich auf die Bewertung der morphologischen Verzerrung bei der Projektion eines Körpers auf ein Tuch konzentriere. Dann aber verlässt Moraes diesen methodischen Rahmen, um vier Kunstwerke aus dem 11. bis 14. Jahrhundert anzuführen, die den Schöpfer des Grabtuchs angeblich inspiriert haben könnten. Keines dieser Werke zeigt jedoch die Szene eines nackten Christus nach der Kreuzigung – und keines kann somit erklären, wie das Bild Mitte des 14. Jahrhunderts in einem kleinen französischen Dorf entstanden sein soll. 

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Mann auf dem Turiner Grabtuch unzählige Fragen aufgeworfen und wissenschaftliche Untersuchungen ausgelöst. Diese jüngste akademische Kontroverse zeigt, dass moderne Instrumente – einschließlich digitaler Methoden – zwar unser Wissen erweitern können, dass aber Schlussfolgerungen über den Ursprung eines so einzigartigen Objekts wie dem Grabtuch sowohl methodisch als auch historisch besondere Sorgfalt erfordern."


Quelle: vaticannews

Was will die FSSPX?

Mit dieser Frage befaßt sich Luisella Scrosati in einem Kommentar bei La Nuova Bussola Quotidiana   Hier geht´s zum Original:  klicken

"FREIHEIT AUSSERHALB DER KIRCHE: DAS WAHRE ZIEL DER LEFEBVRIANER"

Die angekündigten Bischofsweihen sollen zwar genehmigt werden, jedoch ohne ihnen kanonischen Status zu verleihen. Don Pagliaranis Bitte an den Papst zeigt, dass nicht Rom die Regularisierung der Priesterbruderschaft St. Pius X. ablehnt, sondern diese selbst, die behauptet, Seelen außerhalb des mystischen Leibes Christi zu retten.       

            

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Víctor Ma nuel Fernández, enthüllte gegenüber der Zeitung „The Pillar“ den Inhalt des Briefes, den die Kongregation an die Priesterbruderschaft St. Pius X. gerichtet hatte. Das Generalhaus Lefebvrian bezog sich in seinem Kommuniqué vom 2. Februar auf diesen Brief. Der Präfekt erklärte, er habe „die Möglichkeit, jetzt mit neuen Bischofsweihen fortzufahren, schlichtweg abgelehnt“. Er fügte hinzu: „Wir haben kürzlich Briefe ausgetauscht. Nächste Woche werde ich Pater Pagliarani in der Glaubenskongregation treffen, um einen fruchtbaren Dialogweg zu finden.“ Das Treffen ist für Donnerstag, den 12. Februar, angesetzt. Ob dem Generaloberen anschließend eine Audienz beim Heiligen Vater gewährt wird, bleibt abzuwarten.

Der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) gab unterdessen ein ausführliches Interview, in dem er klarstellte, dass die Bischofsweihen unabhängig von einer Reaktion aus Rom zum Wohle der Seelen stattfinden werden. Es heißt, die Oberen der Bruderschaft beabsichtigten nicht, den Heiligen Stuhl um eine Regularisierung ihres Status zu bitten – etwas, das sie stets abgelehnt hatten –, sondern vielmehr den Papst um die Genehmigung des Fortbestands und der Tätigkeit der FSSPX ohne kanonischen Status innerhalb der Kirche zu bitten und damit die für die Fortsetzung ihres Apostolats notwendigen Bischofsweihen zu akzeptieren. Angesichts der besonderen Umstände der Bruderschaft bestehe der Vorschlag, den Heiligen Stuhl zu bitten, ihr den Fortbestand in ihrer jetzigen Situation vorübergehend zu gestatten, zum Wohle derer, die sich an sie wenden. „Mir scheint ein solcher Vorschlag realistisch und vernünftig und könnte vom Heiligen Vater angenommen werden“, erklärte Pater Pagliarani.

Nach der Logik der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) rechtfertigen die Notlage der Kirche und die Dringlichkeit der Seelenrettung eine „Ausnahmesituation“, in der Bischöfe ohne päpstliches Mandat (oder gar gegen seinen Willen) geweiht werden könnten und der Dienst dieser Bischöfe und FSSPX-Priester ohne Missio canonica und außerhalb jeglicher rechtlicher Beschränkungen ausgeübt werden könnte. Im Wesentlichen bittet die Bruderschaft den Papst um die Billigung ihres Fortbestands und Wirkens außerhalb jeglicher kanonischer Struktur. Dies wäre möglich, da „ suprema lex, salus animarum “ („Das höchste Gesetz ist das Seelenheil“) ein klassischer Grundsatz der kanonischen Tradition ist […] und in der gegenwärtigen Notlage die Legitimität unseres Apostolats und unserer Mission an die Seelen, die sich uns zuwenden, letztlich von diesem höheren Prinzip abhängt.

Montag, 9. Februar 2026

Hilfsgüter-Spenden des Papstes erreichen die Ukraine

Wie Mario Galgano für vaticannews berichtet, sind 3 LKW aus dem Vatican mit Hilfsgütern in der Ukraine angekommen. Hier geht´s zum Original:  klicken

"VATIKAN-LKW ERREICHEN DAS UKRAINISCE KRISENGEBIET" 

Inmitten einer heftigen Kältewelle und erneuter Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur hat Papst Leo XIV. über das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe (Almosenamt) drei Lastwagenladungen mit insgesamt 80 Stromgeneratoren sowie tonnenweise Medikamente und Lebensmittel in das kriegsgebeutelte Land liefern lassen.


              Lkw mit Generatoren für die Ukraine und vom Papst gespendete Medikamente  (Kardinal Krajewski)  ski)

Bereits bei der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch, dem 4. Februar, hatte der Papst zum Gebet für die Ukraine aufgerufen und die „Folgen der Bombardierungen“ beklagt, die erneut gezielt die Energieversorgung treffen. Diese Worte wurden nun durch das päpstliche Almosenamt mit konkreter Solidarität begleitet.

                                          Hilfe gegen minus 15 Grad Celsius

Die Lastwagen starteten an der Basilika Santa Sofia in Rom, dem spirituellen Zentrum der Ukrainer in Italien, und sind bereits an ihren Bestimmungsorten in Fastiw sowie in der Hauptstadt Kyiv eingetroffen – zwei Orte, die von den jüngsten Raketenangriffen besonders schwer getroffen wurden. Der Einsatz der Generatoren ist überlebenswichtig: In der Ukraine herrschen derzeit Nachttemperaturen von bis zu minus 15 Grad, während das Thermometer auch am Tag kaum über minus 10 Grad steigt.

In Kyiv und den umliegenden Regionen sind viele Menschen gezwungen, ihre unheizbaren Wohnungen zu verlassen. Sie suchen Schutz in geheizten Notunterkünften, wo dank der päpstlichen Generatoren nicht nur die Räume gewärmt, sondern auch warme Mahlzeiten zubereitet werden könn

                                      Medikamente gegen das Traum

Neben der technischen Hilfe umfasst die Lieferung tausende Packungen an Medikamenten. Darunter befinden sich Antibiotika, Entzündungshemmer und Mittel gegen Bluthochdruck. Besonders gefragt ist derzeit auch Melatonin: Das Präparat wird von der traumatisierten Bevölkerung in Kyiv und anderen Städten dringend benötigt, um in Zeiten von ständigem Stress und nächtlichem Alarm überhaupt Schlaf finden zu können.

Die Sinnlosigkeit der Gewalt zeigt sich auch an diesem Montagmorgen: Berichten zufolge kamen bei nächtlichen Angriffen auf Odessa und Charkiw erneut Zivilisten ums Leben, darunter ein zehnjähriges Kind. „Der Krieg kennt keine Gnade, nicht einmal mit den Kleinsten“, hieß es aus dem Vatikan

                                          Ein Netzwerk der Freiwilligkeit 

Kardinal Konrad Krajewski, der päpstliche Almosenpfleger, dankte im Namen des Papstes allen Spendern, die diese „Welle der Unentgeltlichkeit“ ermöglichen. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem durch die italienische Organisation Banco Farmaceutico, mehrere Pharmaunternehmen sowie den Konzern Procter&Gamble.

Die Verteilung der Güter vor Ort erfolgt über das dichte Netzwerk der Pfarrstrukturen in den verschiedenen Diözesen. Während die ersten Generatoren in Kyiv bereits in Betrieb genommen werden, wird in Rom schon wieder ein weiterer Lkw mit zusätzlichen Hilfsgütern beladen, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen."

Quelle: M. Galgano, vaticannews

 

Wofür der Papst steht...

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci Papst Leos jüngste Entscheidungen und Ernennungen. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV ZWISCHEN TRADITIONALISTEN-KRISE UND TRADITIONELLEM DENKEN"

Die Wahl der Prediger für die Exerzitien der Fastenzeit hatte schon immer eine besondere Bedeutung, und Papst Leos XIV. Entscheidung, einen Trappistenbischof aus Norwegen mit den diesjährigen Exerzitien für die Römische Kurie zu beauftragen, bildet da keine Ausnahme. Päpste wählten in der Regel unter denjenigen, die sie am meisten schätzten, oft im Vorfeld einer wichtigen Aufgabe oder Beförderung. In manchen Fällen deutete die Wahl sogar auf die spätere Wahl zum Papst hin. So war es bei Karol Wojtyla, den Paul VI. der Kurie vorstellte, indem er ihn 1974 mit den Exerzitien der Fastenzeit betraute. Ebenso verhielt es sich mit Joseph Ratzinger, den Johannes Paul II. nach seiner Ankunft in Rom 1983 zum Prediger der Exerzitien der Fastenzeit ernannte. Benedikt XVI. wählte fast immer Kardinäle, auch um dem Amt mehr Autorität zu verleihen. Papst Franziskus wählte fast immer Mönche oder Priester – obwohl einer von ihnen, Pater Angelo de Donatis wurde später Kardinalvikar des Papstes für das Bistum Rom – vielleicht auch, um zu demonstrieren, dass der Papst wusste, wie er sich um die Unwichtigsten und diejenigen kümmern musste, die Probleme verursachen konnten.

Leo XIV. ernannte in seiner ersten Wahl Bischof Eric Varden aus Trondheim. Als Trappist mit traditionsbewusster Gesinnung und tiefer persönlicher Frömmigkeit wird Varden seine Erfahrung als Prediger in die Kurie einbringen. Bezeichnenderweise finden die Exerzitien dieses Jahr in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palastes statt, nicht wie während eines Großteils der Amtszeit von Papst Franziskus in der Hügelstadt Ariccia bei Rom oder in der Redemptoris-Mater-Kapelle des Palastes, wo sie unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. abgehalten wurden. Die Redemptoris-Mater-Kapelle ist übrigens vollständig mit Werken des in Ungnade gefallenen Künstlers und wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Pater Marko Rupnik geschmückt. Die Wahl Vardens spricht für sich selbst.

Varden stammt aus einer lutherischen, aber im Wesentlichen agnostischen Familie. Mit fünfzehn Jahren konvertierte er zum Katholizismus, nachdem er Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ gehört hatte. Er ist sehr spirituell. Sein neuestes Buch trägt den Titel „Keuschheit“, und er ist bekannt dafür, die Tradition der Kirche zu bewahren und sie gleichzeitig in die heutige Zeit zu integrieren.

Die Ernennung offenbart viel über Leo XIV., seine persönliche Spiritualität – deren Schlüssel er bereits in einem Buch des Karmelitermönchs Bruder Laurentius aus dem 17. Jahrhundert gefunden hat, das posthum von Pater Joseph de Beaufort herausgegeben wurde: „Die Praxis der Gegenwart Gottes“ – und seinen Wunsch, Tradition und kirchliche Lehre nicht voreilig zu übernehmen.

Die Welt ist modern, die Kirche aber nicht veraltet. Sie hat der Welt nach wie vor eine kraftvolle Botschaft des Glaubens zu verkünden. Genau das scheint der Papst mit der Ernennung von Bischof Varden zum Prediger der Exerzitien in der Fastenzeit zum Ausdruck bringen zu wollen.

Die Wahl Vardens könnte als beruhigendes Zeichen für all jene gewertet werden, die einen progressiven Papst oder einen zweiten Franziskus befürchten, der die Karten neu mischen würde, sobald alles entschieden scheint.