Mittwoch, 12. August 2026

Die Katechese

bei der heutigen päpstlichen Generalaudienz im Wortlaut - veröffentlicht von S. Kritzenberger bei vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken

Liebe Brüder und Schwestern,


das fünfte Kapitel der Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium (SC) ist dem liturgischen Jahr gewidmet. Mit diesem Thema wollen wir uns heute näher beschäftigen, um seine Bedeutung für das Leben jedes Gläubigen zu erschließen.


Zunächst einmal sei daran erinnert, dass sich die Bezeichnung des Kreislaufs der christlichen Festtage als „liturgisches Jahr“ im kirchlichen Sprachgebrauch vor allem durch das Wirken des Dieners Gottes, des Abtes Prosper Guéranger (1805–1875), verbreitet hat.


In seiner Enzyklika Mediator Dei betont Papst Pius XII., dass es sich dabei nicht um „eine frostige, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine bloße Erinnerung an Ereignisse aus früheren Zeiten“ handelt. Es ist vielmehr „Christus selbst, der in seiner Kirche weiterlebt und den Weg seines unermesslichen Erbarmens geht, den er in diesem sterblichen Leben… begonnen hat, damit die Menschen seine Geheimnisse erfassten und in ihnen sozusagen lebten, Geheimnisse, die dauernd gegenwärtig sind und wirken“ (III Divinum Officium et Annus Liturgicus, II Cyclus Mysteriorum). Das liturgische Jahr ist somit als die fortwährende Vergegenwärtigung des Heilswerkes zu verstehen, das Christus in der Geschichte vollbringt. Indem die Kirche diesen Kreislauf des Jahres durchläuft, bleibt sie mit dem Erlösungswerk des Herrn in Berührung, sodass alle Gläubigen mit seiner Gnade erfüllt werden (vgl. Sacrosanctum Concilium, 102). Die Begegnung mit Jesus Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist, ist das Ziel, das die Kirche stets verfolgt, indem sie die Feier des Osterereignisses in jedem Moment in den Mittelpunkt stellt.


Deshalb betrachten die Konzilsväter gerade den Sonntag als „Grundlage und Kern des ganzen liturgischen Jahres“, als den „Ur-Feiertag“ (vgl. SC 106). In verschiedenen modernen Sprachen wird er als „dies Domini“ – als „Tag des Herrn“ – bezeichnet. Auch in Sprachen, in denen sich die Bezeichnung „Tag der Sonne“ (Sunday, Sonntag) durchgesetzt hat, lässt sich eine Verbindung zu Christus erkennen: Er ist die wahre „Sonne der Gerechtigkeit“, die jeden Menschen erleuchtet!


Der heilige Johannes Paul II. lehrt in seinem Apostolischen Schreiben Dies Domini vom 31. Mai 1998, dass der Sonntag der Tag des Herrn, der Tag der Kirche, der Tag des Menschen und schließlich der „Tag der Tage“ ist: „Da der Sonntag das wöchentliche Ostern ist, wo der Tag in Erinnerung gerufen und vergegenwärtigt wird, an dem Christus von den Toten auferstanden ist, ist er auch der Tag, der die Bedeutung der Zeit offenbart. […] Aus der Auferstehung hervorgehend, zerteilt er die Zeiten des Menschen, die Monate, die Jahre, die Jahrhunderte, wie ein Richtungspfeil, der sie durchdringt und auf das Ziel der Wiederkunft Christi ausrichtet. Der Sonntag nimmt den Endtag vorweg, den Tag der Parusie“ (Nr. 75), an dem wir alle von den Toten auferstehen werden.


Um den Sonntag zu heiligen, ist die Feier der Eucharistie unerlässlich. Das Hören des Wortes Gottes und die Teilhabe am Leib Christi setzen nach den Worten der Konzilsväter das convenire in unum voraus (vgl. SC 106): die freudige Zusammenkunft der Gläubigen. In dieser Versammlung macht die christliche Gemeinschaft ihre Gemeinschaft mit dem Herrn sichtbar und bezeugt ihre Zugehörigkeit zu Christus und ihre Treue zur Kirche. Diese Versammlung kann weder durch eine bloß virtuelle Anwesenheit ersetzt werden noch erschöpft sie sich in einer rein passiven Zusammenkunft. Die liturgische Versammlung verwirklicht sich vielmehr in der tätigen Teilnahme der Brüder und Schwestern, die zusammengerufen sind, um „Gott zu preisen, (…) der uns zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten neu gezeugt hat“ (vgl. 1 Petr 1,3) (ebd.).


In diesem Zusammenhang fordere ich alle auf, die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, damit auch diejenigen an der heiligen Messe teilnehmen können, die sonntags nicht von der Arbeit freigestellt sind.



    Foto:Vatican Media

Meine Lieben, das liturgische Jahr, das durch die Sonntage gegliedert ist, hat eine interessante Geschichte, in der sich der Glaube und die Frömmigkeit der Kirche miteinander verflechten. Tatsächlich wurde bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. die wöchentliche Osterfeier durch das jährliche Osterfest ergänzt, das als „höchstes Fest“ (SC, 102) bezeichnet wird und sich über die „freudige Zeit“ von fünfzig Tagen erstreckt, die in Pfingsten gipfelt und durch die österliche Bußzeit vorbereitet wird (vgl. SC, 109). Die Entwicklung des Weihnachtsfestkreises, die später nach dem Vorbild des Osterfestkreises erfolgte, ermöglichte es, die Geheimnisse der Menschwerdung des Wortes Gottes, seiner Geburt und seiner Offenbarung in der Welt nachzuerleben. Die Kirche hat dann in diesen Jahreskreis die Verehrung der seligen Jungfrau Maria eingefügt, die „durch ein unzerreißbares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist“ (SC, 103), sowie die „Gedächtnistage der Märtyrer und der anderen Heiligen, die Gott im Himmel das vollkommene Lob singen und Fürsprache für uns einlegen“ (SC, 104).

Das liturgische Jahr vergegenwärtigt so in sakramentaler Weise die Pädagogik der Heilsgeschichte: Es führt die Gläubigen von der Erwartung des Messias zur Fülle des Pascha-Mysteriums und zur Vorwegnahme der künftigen Herrlichkeit. In ihm feiert die Kirche die heilbringende Aktualität des Mysteriums Christi und ermöglicht es den Gläubigen, immer tiefer daran teilzuhaben. Deshalb bildet das liturgische Jahr das inspirierende Prinzip und den wesentlichen Bezugsrahmen für jedes pastorale Handeln."


Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Generalaudienz

 heute im Petersdom

               

Dienstag, 11. August 2026

Große Ereignisse....

Wie Mario Galgano für vaticannews berichtet, plant die jordanische Regierung eine Feier des 2000-jährigen Jahrestages der Taufe Christi im Jordan. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel: 

"JORDANIEN: FEIER ZUM MILLENIUM DER TAUFE CHRISTI FÜR 2030 GEPLANT" 

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Die jordanische Regierung hat offiziell die Vorbereitungen für das zweitausendjährige Jubiläum der Taufe Jesu Christi eingeleitet, das im Jahr 2030 gefeiert wird. Unter der Leitung von Premierminister Jafar Hassan trat ein eigens dafür eingerichtetes nationales Komitee zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Dem Gremium gehören verschiedene Minister, hochrangige Kirchenvertreter unterschiedlicher Konfessionen sowie Leiter relevanter staatlicher Institutionen an. Die Aufgabe des Komitees besteht in der Ausarbeitung eines Gesamtplans, der internationalen Abstimmung sowie der administrativen und logistischen Steuerung der Feierlichkeiten." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Montag, 10. August 2026

Vivaldi "all in"....

" Juditha triumphans"  A. Vivaldi, RV 644

              

Historisches

 ...ein Tag im Leben von Papst Johannes XXIII

Papst Leo XIV vor den Herausforderungen der Frankreichreise

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit den  Herausforderungen der bevorstehenden Reise des Pontifex nach Frankreich. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV, DIE HERAUSFORDERUNG FÜR DAS HERZ DES CHRISTENTUMS"

Die wichtigste Neuigkeit dieser Woche war die – lange erwartete – Bestätigung der Reise von Papst Leo XIV. nach Argentinien, Uruguay und Peru im November durch den Vatikan. Bevor er seine dreitägige Südamerikareise antritt, wird der Papst jedoch nach Frankreich reisen.

Der Besuch der Fille Aînée de l'Église ist für den 25. bis 28. September geplant und wird von großer Bedeutung sein.

Es ist eine Reise ins Herz des säkularisierten Europas, wo unter anderem das Gesetz zur Sterbehilfe nur wenige Monate vor der Ankunft des Papstes verabschiedet wurde. Gleichzeitig ist es aber auch eine Reise in ein Land des alten Christentums, wo der katholische Glaube eine bemerkenswerte Wiederbelebung erlebt und niemand so recht versteht, warum.

Es ist eine Reise, die viel darüber enthüllen wird, wie Leo XIV. mit dem umzugehen gedenkt, was sich zu einem regelrechten Angriff auf das Herz des Christentums entwickelt.

Frankreich gehört zu den europäischen Ländern, in denen christenfeindliche Angriffe so weit verbreitet sind, dass es sogar eine eigene Beobachtungsstelle gibt, die diese Angriffe dokumentiert. Frankreich repräsentiert die neue existenzielle Peripherie Europas, ein Land, das sich selbst als „älteste Tochter“ der Kirche versteht, aber im Laufe der Jahrhunderte eine beispiellose Säkularisierungswelle erlebt hat, die durch das kulturelle Klima der Französischen Revolution natürlich begünstigt wurde.

Frankreich ist wahrscheinlich auch der Ort, von dem aus der Wiederaufbau einer christlichen Kultur beginnen wird – etwas, worauf Leo XIV. die Gläubigen seit Beginn seines Pontifikats vorbereitet hat.

Seine erste Reise führte ihn nach Monaco, einem der kleinsten Länder der Welt, um einer Nation mit alter christlicher Tradition seine Ehre zu erweisen, vor allem aber, um zu betonen, dass in der multilateralen Welt jede Nation zählt. Leo XIV. wollte der Welt verdeutlichen, dass es nicht darum gehe, auf die mächtigen Nationen zu hören, sondern auch von den Beiträgen kleinerer Nationen zu profitieren.

Dann gab es die Reise nach Spanien, wo 1,2 Millionen Menschen nach Madrid kamen, um den Papst zu sehen und zu hören, während im säkularisierten und kirchenfeindlichen Barcelona eine unglaubliche Menschenmenge den Atem anhielt angesichts der außergewöhnlichen und herzlichen Segnung des Turms Jesu in der Sagrada Família.

Sonntag, 9. August 2026

Angelus

Gebet und die Katechese des Hl. Vaters.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BEIM ANGELUS: DIE KATECHESE IM WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Das heutige Evangelium erzählt uns von Jesus, der am See Gennesaret mitten in einem Sturm zu seinen Jüngern kommt, indem er auf dem Wasser wandelt (vgl. Mt 14,22-33).

Nach dem Wunder der Brote und Fische (vgl. Mt 14,13–21) fordert der Meister seine Jünger auf, ins Boot zu steigen und in See zu stechen, während er sich allein auf den Berg zurückzieht, um zu beten. Weit vom Ufer entfernt sind sie jedoch dem Wind ausgeliefert und kommen nur mühsam voran. Nach einer Erfahrung des Erfolges, bei der sie Protagonisten eines wundersamen Zeichens gewesen waren, finden sie sich nun machtlos und verängstigt angesichts der Bedrohung durch die Wellen und den Gegenwind wieder.

Gegen Ende der Nacht kommt Jesus ihnen auf dem unruhigen Gewässer entgegen und erschrocken halten sie ihn für ein Gespenst (V. 26). Doch er sagt zu ihnen: »Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!« (V. 27). Die Gegenwart des Herrn verändert alles: Petrus schafft es sogar, einige Schritte über die Wellen auf ihn zuzugehen; dann erschrickt er, versinkt und Jesus rettet ihn. Als der Meister dann ins Boot steigt, legt sich der Sturm und da entspringt aus dem Herzen der Jünger spontan das Glaubensbekenntnis: »Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du« (V. 33).

Um dazu zu gelangen, war es für sie nicht genug, ein Wunder miterlebt oder vor den Menschen Erfolg gehabt zu haben: Sie mussten die Erfahrung ihrer eigenen Schwäche durchleben und darin die Gegenwart Gottes erkennen. Nur so konnten sie ihre Augen und ihr Herz wirklich für seine Nähe öffnen und auch mitten im Sturm wieder Frieden finden.

Eines Tages, einige Zeit später, wird Jesus zu ihnen sagen: »Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt […], selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: ‚Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‘ wird es geschehen« (Mt 21,21). Und genau das haben sie auf dem See erlebt: Der Friede Christi, der auf dem Berg gebetet hatte, hat sie inmitten der tobenden Wellen erreicht.

Dieses Wunder lehrt uns also etwas Wichtiges: vor allem, uns angesichts des Erfolgs nicht zu sehr zu überschätzen und niemals überheblich zu werden; und gleichzeitig, nicht zu verzweifeln, auch nicht in dunklen Momenten, in denen wir uns in Anbetracht der Probleme machtlos fühlen und es uns trotz unserer Bemühungen so vorkommt, als würden wir eher Rückschritte machen als voranzukommen. Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich und wenn wir ihn demütig in das Boot unseres Lebens aufnehmen – durch das Gebet, durch die Sakramente, durch das Hören auf sein Wort –, werden wir in ihm Frieden finden, werden wir Licht und Kraft für unseren Weg finden. Möge Maria uns helfen, so zu leben – in vertrauensvoller Hingabe an Gott –, sie, die ob ihres Glaubens seliggepriesen wurde (vgl. Lk 1,45)."

Quelle: vaticannews


            

In illo tempore

Fr. J. Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  -klicken

     "IN JENER ZEIT: 11. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

"Mitten in der grünen Jahreszeit nach Pfingsten, wenn die Kirche die großen Geheimnisse von Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten durchlaufen hat, richtet die römische Liturgie unsere Aufmerksamkeit auf die Ernte dessen, was gesät wurde.

Pius Parsch bemerkte, dass der 11., 12. und 13. Sonntag nach Pfingsten eine Art Triade bilden, die sich mit der sakramentalen Gnade befasst: Taufe, Heilung und Dankbarkeit für die Reinigung. Dieses Bild passt zur Jahreszeit. Der selige Ildefonso Schuster betrachtete diesen Sonntag vor dem Hintergrund der römischen Landschaft und schrieb: „Nun nehmen die schweren Trauben auf den lächelnden Hügeln der römischen Campagna eine üppige Farbe an.“ Die Trauben reifen. So sollten auch wir reifen. Die Heilige Kirche, Mater et Magistra , Mutter und Lehrerin, hat uns die Geheimnisse geschenkt. Nun lehrt sie uns, wie wir daraus leben können.

Wir befinden uns auch in den Hundstagen , der Zeit, in der Rom unter der Hitze ächzt und Ferragosto naht, dessen Höhepunkt am 15. August die Himmelfahrt Mariens bildet. Die Gärten der Nordhalbkugel sind ungezähmt, Zucchini sprießen in absurden Mengen, die von überfließender Gnade zeugen, und die Kirche trägt Grün.

Der Brief vermittelt uns das Glaubensgut, auf dem der Christ steht. Das Evangelium zeigt, wie Christus sich dem Menschen öffnet, damit dieser Glaube gehört, bekannt, gelebt und weitergegeben werden kann.

Paulus beginnt mit etwas, das er empfangen und weitergegeben hat. „Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, daran, wie ich euch das Evangelium verkündet habe, das ihr angenommen habt und in dem ihr feststeht“ (1 Kor 15,1). Das griechische Wort dafür ist „tò euaggélion“, „das Evangelium“, die „gute Nachricht“ mit einem bestimmten Inhalt. Paulus macht deutlich, dass die Korinther auf etwas stehen, dass sie an etwas festhalten müssen. Wenn sie es loslassen, verfallen sie in die Leere, in das „Nichtige“, von dem Paulus spricht. Daher seine berühmte Formel: „ tradidi quod et accepi“ , „Ich habe weitergegeben, was ich auch empfangen habe“ (1 Kor 15,3). Die Tradition hat hier beinahe ihre wörtliche Bedeutung. Etwas wurde Paulus anvertraut, und er hat es ihnen … und uns anvertraut.

Was er darlegt, ist zugleich prägnant und gewaltig. Christus starb gemäß der Schrift für unsere Sünden, er wurde begraben, er ist gemäß der Schrift am dritten Tag auferstanden und erschien Zeugen. Kephas, die Zwölf, mehr als fünfhundert Brüder, Jakobus, die Apostel und schließlich Paulus selbst stehen in der Reihe der Zeugen. Paulus betont es mit unerbittlicher Klarheit: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt vergeblich und euer Glaube vergeblich“ (1 Kor 15,14). Mit der Auferstehung fügt sich alles zusammen: Erlösung, Taufe, moralische Umkehr, Gericht, Hoffnung und die Auferstehung unserer Leiber.

Der Paulusforscher Ferdinand Prat erkannte in dieser Passage die kompakte Struktur der ursprünglichen Katechese. Das hilft uns, Paulus' Sprache an anderen Stellen zu verstehen. An die Römer spricht er vom „ túpos“ , dem „Muster“ oder der „Form“ der Lehre, der sich die Christen verpflichtet hatten (Röm 6,17). Im 1. Korintherbrief fügt er hinzu: „ Sive enim ego, sive illi, sic praedicamus et sic credidistis… Ob ich oder sie es waren, so predigen wir, und so habt ihr geglaubt“ (1 Kor 15,11). Es gibt erkennbaren Inhalt und erkennbare Verkündigung.

Samstag, 8. August 2026

Papst Leo erinnert anläßlich der Feierlichkeiten anläßlich des 900. Jahrestages


anläßlich der Rückkehr der Reliquien der Hl. Agatha nach Catania an das Lebenszeugnis der Schutzheiligen der Stadt. Mario Galgano berichtet für vaticannews .                                                 Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST:  AN DER HEILIGEN AGATHA BETRACHTEN WIR DEN SIEG DER LIEBE"
Anlässlich des 900. Jahrestages der Rückkehr der Reliquien der heiligen Agatha nach Catania hat Papst Leo XIV. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zum Päpstlichen Legaten für die Feierlichkeiten am 16. und 17. August 2026 ernannt. In einem Schreiben an den Kardinal schildert der Papst das Lebenszeugnis der Schutzpatronin der sizilianischen Stadt.

Papst Leo XIV. hebt in seiner Nachricht hervor, dass die Gemeinschaft im Martyrium der heiligen Agatha einen Beweis für die Überwindung von Gewalt durch Gnade und von Angst durch Glauben sehe. Die im 3. Jahrhundert während der christenfeindlichen Verfolgungen unter Kaiser Decius getötete Jugendliche gelte als Beispiel für Standhaftigkeit gegenüber Prüfungen.

Für die Bevölkerung von Catania bleibe die Heilige eine präsente Bezugsperson, die das christliche Gedächtnis wahre und zu einer konsequenten Lebensführung nach evangelischen Maßstäben aufrufe. Der Papst betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Beispiels der Heiligen für die Hoffnung und das Gemeinschaftsbewusstsein der Gläubigen."

Quelle: M. Galgano, vaticannews





Papst Leo XIV. hebt in seiner Nachricht hervor, dass die Gemeinschaft im Martyrium der heiligen Agatha einen Beweis für die Überwindung von Gewalt durch Gnade und von Angst durch Glauben sehe. Die im 3. Jahrhundert während der christenfeindlichen Verfolgungen unter Kaiser Decius getötete Jugendliche gelte als Beispiel für Standhaftigkeit gegenüber Prüfungen.

Für die Bevölkerung von Catania bleibe die Heilige eine präsente Bezugsperson, die das christliche Gedächtnis wahre und zu einer konsequenten Lebensführung nach evangelischen Maßstäben aufrufe. Der Papst betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Beispiels der Heiligen für die Hoffnung und das Gemeinschaftsbewusstsein der Gläubigen.

(vatican news - mg)



Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

08. August 2026, 12:22

Freitag, 7. August 2026

Das Martyrium des Hl. Sixus II und seiner Gefährten

Ermes Dovíco berichtet bei La Nuova Bussola Quotidiana über den heutigen Gedenktag an das Martyrium des Hl. Sixtus II und seiner Gefährten. Hier geht´s zum Original:  klicken

Heiliger Sixtus bitte für uns! 

"DER HEILIGE SIXTUS II, DAS MARTYRIUM EINES PAPSTES UND SEINER GEFÄHRTEN

Heute gedenken wir liturgisch der Heiligen Sixtus II. und seiner Gefährten, die im Jahr 258 während der Verfolgungen unter Kaiser Valerian den Märtyrertod erlitten, weil sie sich weigerten, Christus zu verleugnen und den heidnischen Göttern zu opfern. Der Brief des Heiligen Cyprian. Und die Geschichte des Heiligen Johannes Bosco.

Papst und Märtyrer: ein häufiges Paar in den frühen christlichen Jahrhunderten. Papst und Märtyrer ist beispielsweise einer der Heiligen, die heute verehrt werden: Sixtus II., der nach weniger als einem Jahr seines Pontifikats, genauer gesagt am 6. August 258, ins Papsthaus zurückkehrte und unter Kaiser Valerian den Märtyrertod erlitt. Am selben Tag, so der Liber Pontificalis , wurden sechs der sieben Diakone von Sixtus II. gemartert: Agapitus und Felicissimus, Januarius, Magnus, Vinzenz und Stephanus. Der liturgische Gedenktag der sechs Diakone, der im Allgemeinen Römischen Kalender verzeichnet ist, ist mit dem von Sixtus II. verbunden und fällt auf den heutigen Tag, den 7. August, einen Tag nach ihrem Martyrium (und somit nicht auf das Fest der Verklärung des Herrn). Am 10. August desselben Jahres erlitt der letzte noch lebende Diakon der römisch-katholischen Kirche und mit Abstand der berühmteste der sieben, der heilige Laurentius, Leiter desselben Diakonenkollegiums, den Märtyrertod.

Wenn diese wesentlichen Merkmale tatsächlich im Römischen Martyrologium enthalten sind (das neben dem des Papstes nur die Namen von Agapitus und Felicissimus nennt, aber dennoch von weiteren „vier Diakonen“ spricht, die am 6. August den Märtyrertod erlitten haben), muss gesagt werden, dass die Quellen in einigen Punkten nicht übereinstimmen, darunter auch in den Umständen des Martyriums (eine kritische Betrachtung findet sich in dem Eintrag von Francesco Scorza Barcellona, ​​den Treccani in seiner Enzyklopädie der Päpste Sixtus II. widmet).

              Sixtus II. (Gemälde von Sandro Botticelli, Zeitungsausschnitt)

Die älteste erhaltene Quelle ist ein Brief des heiligen Cyprian von Karthago (210–258) an Successus, Bischof von Abbir Germaniciana. Dieses Dokument ist von außerordentlicher Bedeutung, da es wenige Tage nach dem Martyrium von Sixtus II. und seinen Gefährten verfasst wurde. Cyprian berichtete von der Rückkehr mehrerer Männer aus Rom, die er in die Ewige Stadt entsandt hatte, „damit sie die Wahrheit herausfinden und uns bringen“. Welche Wahrheit meinte er? Konkret Valerians neues Edikt gegen die Christen, das zweite innerhalb eines Jahres. Im ersten Edikt, im August 257, hatte der Kaiser christliche Versammlungen verboten und Bischöfe und Priester unter Androhung der Verbannung zum Glaubensabfall gezwungen. Das zweite Edikt von 258 verschärfte die Maßnahmen so weit, dass Christen, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören, mit dem Tode belegt wurden. Der heilige Cyprian selbst sollte am 14. September 258 dieser neuen Glaubensverfolgung zum Opfer fallen. In einem Brief, den er kurz vor seinem persönlichen Martyrium verfasste, berichtete er: „Valerian hat dem Senat ein Reskript gesandt, in dem er beschlossen hat, dass Bischöfe, Priester und Diakone unverzüglich bestraft werden sollen ( incontinenti animadvertantur ); dass Senatoren, Männer von Stand und römische Ritter ihre Würde verlieren und ihres Besitzes beraubt werden; und dass, wenn sie, nachdem sie ihres Besitzes beraubt wurden, weiterhin bekennen, Christen zu sein, auch sie enthauptet werden sollen; dass Matronen ihres Besitzes beraubt und ins Exil geschickt werden sollen.“ Usw.

Im weiteren Verlauf des Briefes berichtete der Bischof von Karthago vom Martyrium des Papstes : „Sixtus erlitt am achten Tag der Iden des August [d. h. dem 6., Anm. d. Red. ] auf dem Friedhof den Märtyrertod, zusammen mit vier Diakonen.“ Es ist möglich, dass neben diesen vier Diakonen, die mit dem Papst starben und von Cyprian erwähnt werden, am selben Tag noch zwei weitere Diakone den Märtyrertod erlitten. Wie bereits erwähnt, ist dies neben den verschiedenen Lesarten, Hagiographien und Interpretationen des Ereignisses die im Martyrologium anerkannte Hypothese, die am 7. August lautet: „Gedenken an die Heiligen Sixtus II., Papst, und seine Gefährten. Märtyrer. Papst Sixtus feierte die Messe und erklärte den Brüdern das göttliche Gesetz, als einige Soldaten eintrafen. Er wurde daraufhin gemäß dem Edikt Kaiser Valerians am sechsten August sofort verhaftet und enthauptet. Vier Diakone erlitten mit ihm den Märtyrertod und wurden mit dem Papst in Rom auf dem Friedhof des Heiligen Kallixtus an der Via Appia beigesetzt. An diesem Tag erlitten auch seine Diakone, die Heiligen Agapitus und Felicissimus, den Märtyrertod auf dem Friedhof des Praetextatus, wo sie ebenfalls bestattet wurden.“

Unter den auch heute noch gewürdigten Papst-Hagiographien verdient die von Johannes Bosco verfasste Schrift „ Das Pontifikat des heiligen Sixtus II. und die Ruhmestaten des heiligen Märtyrers Laurentius“ besondere Erwähnung . Der Gründer der Salesianer veröffentlichte sie 1860. Der Text, der zu Don Boscos Reihe über das Leben der Päpste gehört, stellt den späteren Sixtus II. als Griechen (wie im Liber Pontificalis ) und Sohn von Heiden dar. Er war Philosoph (wobei letztere Angabe umstritten ist, da sie mit den „ Sententiae Sexti“ in Verbindung steht, die zeitweise Sixtus II. zugeschrieben, später aber durch das Decretum Gelasianum als unecht erklärt wurden ). Sixtus, auf der Suche nach der Wahrheit, soll sich bekehrt und Rom erreicht haben, wo er „große Fortschritte in Lehre und Tugend“ machte und schließlich unter dem gesamten römischen Klerus berühmt wurde. Eines Tages, auf der Rückreise von einem Konzil in Toledo, zu dem ihn der Papst entsandt hatte, machte er Halt im heutigen Saragossa. Dort erzählte ihm Bischof Valerius von den Tugenden eines jungen Geistlichen namens Lorenzo. Sixtus war so beeindruckt, dass er ihn kennenlernen und mit nach Rom nehmen wollte.

Nach dem Martyrium von Papst Stephan I. wählte der Klerus den heute verehrten Heiligen, Sixtus II., zu seinem Nachfolger auf dem Stuhl Petri. Der neue Pontifex, auf Drängen des Dionysius von Alexandria, sah sich mit der Häresie des Sabellius und der Frage der von Häretikern gespendeten Taufe konfrontiert, die bereits im vorherigen Pontifikat zu Spannungen zwischen dem Heiligen Stuhl und einigen afrikanischen und asiatischen Kirchen geführt hatte. Die Verfolgung, die zum Tod seines Vorgängers geführt hatte, verschärfte sich infolge des bereits erwähnten zweiten Edikts Valerians. Don Bosco, der einer von der im Martyrologium überlieferten Version abweicht, schreibt, dass der heilige Sixtus II. aufgefordert wurde, sich und den Klerus vor dem Kaiser zu stellen. Bevor der Papst nach Valerian reiste, wandte er sich mit folgenden Worten an seine Priester und Diakone: „Meine Brüder und Gefährten, die Zeit der Verfolgung ist zurückgekehrt; wir werden auf die Probe gestellt. Doch fürchtet euch nicht, lasst euch nicht von dem Bösen erschrecken, das uns bedroht. Erinnern wir uns an die heiligen Märtyrer, die uns vorausgegangen sind. Ihre Standhaftigkeit bestand darin, jede Art von Qual zu ertragen, um den Märtyrertod und das ewige Leben zu erlangen. Unser Herr Jesus Christus hat uns dies als Erstes vor Augen geführt; er erlitt das schmerzlichste Leiden, um uns Mut zum Leiden zu geben.“

Kurz darauf, so berichtet Don Bosco weiter, trafen Wachen ein , fesselten den Papst und die Diakone Agapitus und Felicissimus und führten sie zum Kaiser. Dieser versuchte mehrmals vergeblich, Sixtus II. zu beschwichtigen und ihn zu einem Opfer für die heidnischen Götter zu bewegen. Nicht einmal das Gefängnis konnte den Papst brechen, der zusammen mit seinen Leidensgenossen die Henker (darunter Valerian) vor ihrem ewigen Schicksal warnte. Schließlich wurde Sixtus in eine Katakombe nahe dem Tempel des Mars geführt und dort enthauptet.

Laut Don Boscos Aufzeichnungen wurde der heilige Laurentius am 6. August desselben Jahres verhaftet, nachdem er den Auftrag von Papst Sixtus II. ausgeführt hatte, die Güter der Kirche an die Armen zu verteilen. Vier Tage später sollte er den „glorreichsten Triumph“ und damit das „schmerzhafteste Martyrium“ erleiden, das der Papst, als er Laurentius tröstete, der sein Schicksal teilen wollte, zuvor prophezeit hatte."

Quelle: E. Dovico, LNBQ