Freitag, 21. Februar 2020

Zwei Päpste : Manipulation & Instrumentalisierung

Francesco Boezi kommentierte gestern für Il Giornale das Wirken des Papa emeritus zum Wohl der Kirche in Mater Ecclesiae.
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DIE SCHRITTE BENEDIKTS XVI, DIE DIE KIRCHE "GERETTET" HABEN
Jene Schritte Benedikts XVI, die die Kirche "gerettet" haben.
Indem er die Vorwürfe der Konservativen zurückwies, hat er die katholische Kirche vor weiteren Spaltungen bewahrt. Hier der ganze Hintergrund.

Francesco Boezi hat das heute so kommentiert:

"Wenn Joseph Ratzinger das Seine sagt, tut er das in voller Kenntnis der Dinge. Es ist nötig, diese offensichtliche diese Tatsache zu bekräftigen. Bestimmte Narrative- besonders nach der Veröffentlichung von "Aus der Tiefe unserer Herzen" und danach wurde begonnen, eine These zu unterstützen. die mehr oder weniger so klingt: "Benedikt XVI ist das Opfer einer Fankurve, die die Standpunkte des Emeritus gegen Bergoglio instrumentalisiert.

Obwohl sich für  diese Überlegungen eine einfache Grundlage für die greifbare Existenz einer "Ratzinger-Front" finden lassen, lohnt es sich, zu unterstreichen, wie jede von Joseph Ratzinger unterzeichnete öffentliche Äußerung, selbst in diesen siebeneinhalb Jahren seit dem Verzicht, nur
Joseph Ratzinger selbst zugeschrieben werden kann.
Es ist sehr schwierig, einen Theologen dieses Kalibers zu "manipulieren", wie einige der Ultra-Progressiven glauben machen wollen.

Kardinal Robert Sarah war in dem Moment, in dem er sich mit der Kritik nach dem oben genannten Buch befassen musste - das sich entschieden gegen die Infragestellung des priesterlichen Zölibats ausspricht - irgendwie gezwungen, die "Beweise" der Zusammenarbeit mit Benedikt XVI zu veröffentlichen.
Das ist eine indirekte Demonstration dafür, wie entschlossen bestimmte Angriffe geführt werden.
Besonders hervorzuheben ist die Änderung des Narrativs: Joseph Ratzinger wurde einst als "einziger Papst" bezeichnet. Jetzt ist er aufgrund von Interventionen, die als unbequem angesehen werden, ein ehemaliger Papst geworden, für einige nur ein "emeritierter Bischof", umgeben von konservativen Rändern. 
Eins von beiden also. Ist Ratzinger alleine oder ist er es nicht?
Alles in allem scheint es nicht so. Und wir werden sehen warum. Am Freitag hat Don Filippo Di Giacomo in "Repubblica" die Existenz eines Verdächtigen betont. Einer, der demnach im "Kreis" von Joseph Ratzinger lebt "der es liebt ", Dinge zu organisieren, die er dann nicht handhaben kann". Kurz gesagt, Benedikt XVI wäre nicht der Regisseur des "Brechens des Schweigens", sondern eine gute Symbolfigur für Initiativen, die vielleicht gegen den regierenden Papst ergriffen wurden. Die Gleichen, die am Tisch des "Gefolges" von Benedikt XVI studiert werden konnten. Und deshalb wurde Ratzinger von den Ratzingerianern "gerettet".


Wie werden sich die Ereignisse der vergangenen Woche auf den Synodalen Weg auswirken?

Der Catholic Herald kommentiert das Zusammentreffen der Veröffentlichung der  postsynodalen Exhortation- ohne die erwarteten Änderungen-mit der Rücktrittsankündigung Kardinal Marx´ und die möglichen Auswirkungen auf den Synodalen Pfad.
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"KANN SICH DER DEUTSCHE SYNODALE WEG VON EINER ALBTRAUM-WOCHE ERHOLEN?"

"Deutschlands Synodaler Weg ist letzte Woche ernsthaft vom Weg abgekommen. Dienstag, am 11. Februar sagte Kardinal Reinhard Marx, daß er als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zurücktreten werde. Diese Ankündigung, die zufälligerweise auf den 7. Jahrestag des Rücktritts von Papst Benedikt XVI fiel, hat seine Mitbischöfe schockiert

Man hatte erwartet, daß er als 66-Jährige eine zweite 6-jährige Amtsperiode antreten werde, In einem Statement, daß mehr Fragen aufwarf als beantwortete, sagte der Kardinal, daß er sich stattdessen auf seine Erzdiözese in München und Freising konzentrieren wolle.
"Ich denke, jetzt sollte die jüngere Generation an der Reihe sein, und vielleicht ist es gut, wenn diese Rolle in Zukunft häufiger wechselt" schrieb er.

Das ist seltsam, weil Kardinal Marx relativ jung ist -zumindest was Bischöfe betrifft. Er scheint auch auf dem Höhepunkt seines Einflusses zu sein,. Er ist der einzige Vorsitzende der Bischofskonferenz, aber auch Mitglied des 6-Kardinäle-Rates und Koordinator des vaticanischen Wirtschaftsrates.

Der Kardinal hat seine bemerkenswerten diplomatischen Fähigkeiten dazu benutzt, sicher zu stellen, daß der Synodale Weg abheben konnte, trotz der heftigen Widerstands aus dem Vatican.
Tatsächlich kann man sich kaum einen geschickteren Vermittler zwischen Rom und jenen deutschen Bischöfen vorstellen, die versuchen Lehre und Praxis der Kirche zu ändern.
Kardinal Marx hat keinen offensichtlichen Nachfolger in der jüngeren Generation deutscher Bischöfe, und es wäre eine Überraschung, wenn einer von ihnen, sein Talent hätte, Dinge mit dem Vatican zu regeln.

Zu einer noch dramatischeren Entwicklung sollte es einen Tag später kommen, am Mittwoch den 12. Februar , als Papst Franziskus sein lange erwartetes Dokument zur Amazonas-Synode veröffentlichte.


Donnerstag, 20. Februar 2020

Fr. Hunwicke spricht

Im Hinblick auf die geplante Neu-Weihe Englands an die Gottesmutter Maria befaßt sich Fr. Hunwicke bei liturgicalnotes heute mit einem -inzwischen zerstörten- Gemälde, das König Richard II darstellt, der mit Hilfe des Hl. Johannes des Täufers England der Hl. Jungfrau weiht.
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"MARIAS MITGIFT UND KÖNIG RICHARD II"

"Während wir uns darauf vorbereiten, unser Land erneut Unserer Lieben Frau zu weihen, erkläre ich ein Stück Latein, das in geheimnisvoll verstümmelter Form im Internet kursiert.
Hier ist die Zeile:

DOS TUA I VIRGO PII/ HAEC I EST QUARE I REGE MAIRIA

Das ist ein typisch mittelalterlicher Hexameter; vergessen Sie, was Sie jemals über Längen und Kürzen und Rhythmus wußten. Ich habe die roten Zeichen als metrische Trennungsmittel eingesetzt. 
trennt die Zeile in ihre "sechs Füße"  / ist die Zäsur in der Mittelpause. Wie so oft in solchen mttelalterlichen Versen reimen sich die Silben vor der Zäsur mit denen am Ende der Zeile- in diesem Fall IA.
Weitere Beispiele für diesen Vers-Aufbau erscheinen auf dem Grab von Richard II in Westminster Abbey (diesen Versen wird normalerweise der Begriff "leoninisch"  beigefügt.) 

Eine moderne Zeichensetzung könnte Folgendes ergeben: 

Dos tua, Virgo pia, haec est; quare rege, Maria.

Übersetzt:  O fromme Jungfrau, dieses ist deine Mitgift, deshalb oh Maria, herrsche (darüber). 

Diese Inschrift- so wird berichtet- soll auf einem Bild gewesen sein, das bis zur Napoleon-Episode über einem Altar im Englischen Collegium in Rom hing. Es stellte einen König und eine Königin-beide kniend- dar, die Unserer Lieben Frau England anbieten. Es soll ihre Mitgift werden und das Opfer wird durch die Hände des Hl. Johannes des Täufers vorgenommen (der Schutzpatron König Richards II und einer der populärsten Heiligen, bis der Hl. Joseph ein bißchen in seine Verehrung eingriff). Der Altar, über dem es stand (in dem, was -natürlich- das alte Königliche Hospital war, bis es ins Hochwürdige Englische Kollegium umgewandelt wurde) war der des Hl. Märtyrers Edward- 

(Quelle: Edmund Waterton: Pietas Mariana Britannica (1879) 8nd Bl. Harleian ms 360)


Fundstück

Regina Einig berichtet für "Die Tagespost", wir der Erzbischof von Caracas, Kardinal Jorge U. Savino über die postsynodale Exhortation "Querida Amazonia"  und die andauernde Diskussion über den priesterlichen Zölibat denkt.
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Unter dem Titel:

"PAPST FRANZISKUS HÄLT VERHEIRATETE PRIESTER FÜR KEINE ANGEMESSENE LÖSUNG"


beginnt der Artikel so: Zitat

"Der emeritierte Erzbischof von Caracas, Kardinal Jorge Urosa Savino, hat hervorgehoben, dass die Öffnung des Weiheamtes für verheiratete Männer wegen der geistlichen und theologischen Bedeutung des Zölibats und wegen der praktischen Schwierigkeiten, die mit der Öffnung des Weihe-Amtes für verheiratete Männer verbunden wären, weltkirchlich umstritten ist."
(...)

Quelle: Die Tagespost, R. Einig

S. Magister: Ein deutscher Albtraum, Fortsetzung

Fortsetzung von hier und hier

SANDRO MAGISTER: EIN DEUTSCHER ALBTRAUM
(....)

"Der Versuch von Papst Jorge Mario Bergoglio, die deutsche Synode zu zähmen, fand in mehreren Etappen statt, von denen die erste von Lucas Wiegelmann in einem Ende 2019 in Deutschland in "Herder Korrespondenz“ und in Italien in „Il Regno veröffentlichten Artikel sorgfältig rekonstruiert wurde.

Die erste Etappe geht auf den letzten Frühling zurück. Die kämpferischen Proklamationen aus allen Alpenregionen und die besorgten Berichte des Nuntius Nikola Eterovi in Deutschland, veranlassten einige hochrangige Kurienchefs, Druck auf den Papst auszuüben, um ihn von der Ernsthaftigkeit dessen, was auf dem Spiel steht und der Notwendigkeit Abhilfe zu schaffen, zu überzeugen.

In diese Richtung bewegten sich die Kardinäle Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation, Luis Ladaria, Präfekt der Kongregation Glaubenslehre, Beniamino Stella, Präfekt der Klerus-Kongregation und Pietro Parolin, der Staatssekretär.

Ladaria wurde mit der Aufgabe betraut, sich mit dem Papst zu treffen und ihm einen Warnbrief an die Deutsche Bischofskonferenz vorzuschlagen. Franziskus akzeptierte den Vorschlag, aber statt nur an die Bischöfe beschloss er, einen offenen Brief an das gesamte "Volk Gottes in Deutschland“ zu schreiben.

Das bringt uns zur zweiten Phase. Um diesen Brief zu schreiben, bat der Papst im Juni Kardinal Kasper um Hilfe. Das Treffen der beiden - wie Kasper später in einem Interview mit "Herder Korrespondenz“ berichtete - ist in Bezug auf die Gesamtsituation der Kirche in Deutschland breit ausgelegt.
Bergoglio hat den Brief in seiner Muttersprache Spanisch verfasst und ihn Kardinal Ladaria anvertraut, um ihn ins Deutsche übersetzen zu lassen. Am 29. Juni wurde der Brief veröffentlicht.
Er besteht sehr auf der primären Notwendigkeit, zu "evangelisieren“, anstatt "funktionale“ Modernisierungen zu verfolgen, die wenig oder nichts mit der Mission zu tun haben, die der Kirche eigen ist.

Die Wirkung war jedoch nicht die, die man sich erhofft hatte, wie Kasper selbst besorgt bestätigte: „In Deutschland wurde der Brief sehr geschätzt, aber dann wurde er beiseite gelegt und die Dinge liefen wie geplant weiter. Aber ohne Erneuerung des Glaubens führt jede Strukturreform, egal wie gut gemeint, nirgendwo hin. “

Der Papst gab nicht auf und nahm - dritte Stufe - das Feuer durch Kardinal Ouellet wieder auf. Nachdem er den Entwurf der Statuten für die über den Sommer vorbereiteten Synode gelesen hatte, schickte der Präfekt der Bischofskongregation - im Aufrag von Papst Franziskus- einen sehr strengen Brief , der an Kardinal Marx, als Präsidenten der deutschen Bischofskonferenz gerichtet war, am 4. September datiert, aber am 13. zugestellt.


Msgr. Nicola Bux äußert sich noch einmal zu "Querida Amazonia"

Maike Hickson läßt bei LifeSite News noch einmal Msgr. Nicola Bux mit weiteren Überlegungen und Kommentaren zur postsynodalen Exhortation "Querida Amazonia" zu Wort kommen.
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"VATICAN-THEOLOGE: DIE KIRCHE GLEITET MIT DER AMAZONAS-EXHORTATION IN DEN PANTHEISMUS AB"

Msgr, Nicola Bux hat Papst Franziskus´ "Querida Amazonia" kritisiert weil sie problematische Möglichkeiten enthält, die vielleicht gefährlicher sind, als das Thema Zölibat selbst.

Am 12. Februar hat Msgr. Nicola Bux, ein prominenter Theologe und während des Pontifikates von Benedikt XVI früherer Berater der Glaubenskongregation die neue post-synodale Exhortation "Querida Amazonia"  kommentiert und gesagt, daß das Dokument "problematische Möglichkeiten enthält, die vielleicht gefährlicher sind als das Thema Zölibat selbst." 

In weiteren Kommentaren gegenüber LifeSite News (siehe vollständige Erklärung unten) erklärt der italienische Theologe, daß er in der neuen Exhortation einen Mangel an Konzentration auf Gott selbst und die Rettung der Seelen und stattdessen in dem Dokument die Gefahr sieht, daß die Kirche zulässt, in den "Pantheismus, abzugleiten, ohne es zu merken".



In der am 12. Februar veröffentlichten Exhortation gibt Papst Franziskus Erklärungen zu „indigenen“ Symbolen und „bestimmten religiösen Praktiken“ ab, die als Verteidigung der Verwendung der umstrittenen "Pachamama“ -Statuen während der Synode in Rom im vergangenen Jahr interpretiert werden könnten.

In Abschnitt 78 von Querida Amazonia erklärt Papst Franziskus, daß die Menschen "bestimmte religiöse Praktiken, die sich spontan aus dem Leben der Menschen ergeben, nicht schnell als Aberglauben oder Heidentum bezeichnen sollten“. In Abschnitt 79 fährt der Papst fort, daß es "möglich ist, ein indigenes Symbol auf irgendeine Weise aufzunehmen, ohne es notwendigerweise als Götzendienst zu betrachten“, und fügt hinzu, daß ein "Mythos, der mit spiritueller Bedeutung aufgeladen ist, zum V
orteil genutzt werden kann und nicht immer als heidnischer Irrttum angesehen werden muß."

Monsignore Bux kritisiert im Gespräch mit der italienischen Website Il Pensiero Cattolico das neue päpstliche Dokument und sagt voraus, daß die Bischöfe des Amazonas den päpstlichen Text verwenden werden, um ihre eigene Agenda umzusetzen. Er sagt, daß sie "die zuständige Autorität- den Papst - wie in der Exhortation vorgesehen - aufgrund ihrer besonderen Situation bitten werden, das Abschlussdokument der Synode zu verwenden, um die Bedürfnisse der Gemeinden zu befriedigen, weil es aus kanonischer Sicht möglich ist, das was darin gesagt wird, als Zustimmung  im Lichte der Apostolischen Konstitution Episcopalis Communio vom September 2018 verstanden werden kann. 

LifeSiteNews hatte in ersten Bericht über Querida Amazonia ebenfalls auf diese Konstitution und auf die Möglichkeit hingewiesen, daß Papst Franziskus damit das Schluß-Dokument der Amazonas-Synode zu einem lehramtlichen Text machen kann. In diesem vatikanischen Text von 2018 heißt es: „Wenn es ausdrücklich vom Römischen Pontifex genehmigt wird, nimmt das Schlussdokument am ordentlichen Lehramt des Nachfolgers Petri teil.“

Abgesehen von diesem Aspekt fügte Monsignore Bux in seinem Interview vom 12. Februar hinzu: „In dieser Exhortation gibt es problematische Möglichkeiten, die vielleicht weitaus größer sind als das Thema Zölibat selbst, das die Debatte fast vollständig eingenommen hat und die anderen kritischen Fragen in Bezug auf die Amazonas-Region bei der Synode in den Hintergrund gedrängt hat." 


Mittwoch, 19. Februar 2020

S. Magister: Ein deutscher Albtraum

Sandro Magister analysiert und kommentiert bei Settimo Cielo die Reaktionen der DBK und der deutschen Katholiken auf "Querida Amazonia" , die er schismatisch und Albtraum nennt.
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"FRANZISKUS UND DAS DEUTSCHE SCHISMA. GESCHICHTE EINES ALBTRAUMS" 

Die Amazonas-Synode ist die zweite Synode nacheinander, in der Franziskus die Erwartungen derer enttäuscht hat, die vom Papst selbst avisierten Neuerungen erwartet hatten.

In der Jugend-Synode von 2018   war Homosexualität das Thema gewesen,  auf das sich Erwartungen und Kontroversen konzentrierten. Das Arbeitsdokument für die Diskussionen läßt in Absatz 197  ausdrücklich einen möglichen Paradigmenwechsel bei der Beurteilung von "homosexuellen Paaren" zu.

Statt dessen- nichts. Beim Synodentreffen ordnete Franziskus Schweigen zu diesem Thema an und erreichte es. Weder in den Diskussionen der Versammlung noch im Schlußdokument und noch viel weniger in der postsynodalen Exhortation "Christus vivit" wird es erwähnt. 

Im folgenden Jahr bei der Amazonas-Synode und besonders bei dem, was folgte, war die Enttäuschung der Erneuerer noch größer. 

Weil dieses mal die Synodendiskussionen zu der am meisten erwarteten und umstrittenen Veränderung stattfanden, also der Weihe verheirateter Männer. Im Schlußdokument wurde der Vorschlag mit mehr als einer 2/3-Mehrheit angenommen.  Und noch Anfang Januar waren viele sicher, daß Franziskus das in die postsynodalen Exhortation, die jeden Moment erwartet wurde, 
aufnehmen und so autorisieren würde. 

Aber dann kam- in energischer Verteidigung des zölibatären Priestertums als Knalleffekt das Buch des Papa emeritus Benedikt XVI und Kardinal Robert Sarah, das von den Innovatoren als katastrophales Omen betrachtet wurde.

Und tatsächlich erschien kurz darauf die postsynosale Exhortation "Querida Amazonia" wie ein plötzlicher Kälteschauer - mit Franziskus´völligem Schweigen zu diesem Thema. Um einen schwachen, kleinen Hoffnungsschimmer aufrecht zu erhalten, können die Erneuerer sich nur an die wenigen Zeilen der Einleitung klammern, in denen der Papst dazu einlädt, ebenfalls das Schlußdokument der Synode "ganz zu lesen", durch das "bereichert und herausgefordert zu werden"  Gott der gesamten Kirche gewähren möge und empfiehlt, daß die Hirten der Amazonas-Region"es
eifrig" anwenden. 

Aber abgesehen von diesem letzten bröckeligen Halt, den Franziskus den Neuerern gelassen hat, was hat den Papst veranlaßt, wiederholt bei Themen, bei denen er zuvor seine Bereitschaft zu Erneuerungen gezeigt hatte, die Bremsen zu betätigen.? 

Die Antwort kann man in Deutschland finden. 


Tweet zum Tage

Anläßlich des 500. Todestages von Raffael werden seine von Papst Leo X in Auftrag gegebenen Tapisserien mit Darstellungen der Apostelgeschichte für eine Woche in der Sixtinischen Kapelle am Originalort ausgestellt.

Dienstag, 18. Februar 2020

Fundstück - ein WIderruf

Domradio.de veröffentlicht den Widerruf  des deutschen, in Peru tätigen Bischofs Reinhold Nann seiner sehr ins Persönliche gehenden Kritik an Erzbischof Georg Gänswein.
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Unter dem Titel:

"KEIN PERSÖNLICHER ANGRIFF" 

beginnt der Beitrag so- Zitat:

"Der in Peru tätige deutsche Bischof Reinhold Nann bittet um Entschuldigung für seine Kritik an Erzbischof Georg Gänswein. "Ich gebe gerne zu, dass ich einen gravierenden Fehler gemacht habe", schrieb der Bischof in seinem neuen Internetblog." 
(...) 

Quelle : domradio. de, KNA 

Sandro Magister läßt Pietro De Marco Querida Amazonia kommentieren.

Sandro Magister läßt bei Settimo Cielo den renommierten Religionsphilosophen und Historiker Prof. Pietro de Marco zur apostolischen Exhortation "Querida Amazonia" , die so kontroverse Reaktionen hervorgerufen hat, zu Wort kommen. De Marco stellt u.a. fest, daß sich Papst Franziskus hier quasi zum ersten Mal als Papst gezeigt hat.
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"QUERIDA AMAZONIA" WENN FRANZISKUS ENDLICH ALS PAPST HANDELT." 

Ich empfange und ich veröffentliche. Der Autor, der alte Professor für Religionssoziologie an der Universität Florenz und an der Theologischen Fakultät Zentral-Italiens ist ein gebildeter Philosoph und Historiker und ist den Lesern von Settimo Cielo seit mehreren Jahren wohlbekannt.
Sandro Magister

"DIE KEHRTWENDE DER EXHORTATION. PAPST FRANZISKUS ZWISCHEN SYNODEN-DRIFT UND PRIMAT"
Von Pietro De Marco 

"Nachdem ich in diesen letzten Tagen über das umfangreiche Geschehen um die Exhortation "Querida Amazonia" und über ihr europäisches Echo nachgedacht habe, ist in mir die Überzeugung gereift, daß es der erste Akt sein könnte, in dem der Pontifex maximus Franziskus sein "munus" ausgeübt hat. 


Das "munus" der Päpste ist- wie bekannt ist-. als Vikar Christi zu handeln, vom Fundament der Universalen Kirche aus  (“tamquam saxum immobile”  vom Hl. Ambrosius) als Wächter und Lehrer des  glaubens und der Wahrheit. 

Wie auch ich beobachten konnte, hat Franziskus seine  “potestas legifera, iudicialis et exsecutiva” großenteils ausgeübt , meiner Meinung nach maßgeblich zum Aufbau eines bischöflichen Gremiums in der Welt und von Beamten im Zentrum beigetragen haben, dem befohlen wurde, sein Reformprogramm, seine persönliche postkonziliare, ideologische Position unter dem Deckmantel von Pastoralismus und Evangelisierung durchzuführen. Programm und Position, in denen das "bonum ecclesiae" schwer zu sehen war und bleibt, auch wenn es tatsächlich fast systematisch missverstanden und verzerrt wurde.
Das heißt, die Ausübung der "Potestates" schien von den Verpflichtungen des "munus", vom Bewusstsein, dessen Träger zu sein, getrennt zu sein. 


Tweet zum Tage

Schöne Bilder aus Polen - zum Genießen:




Fundstück

Zwischendurch mal etwas Schönes,. nicht Kontroverses. Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz kommentiert in "Die Tagespost" die visionäre Dichtung von Papst Johannes Paul II, der zugleich auch ein Dichter war.
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Unter dem Titel:

"GERL-FALKOWITZ ZUM RÖMISCHEN TRYPTICHON" 

beginnt der Artikel so:

" Seit 550 Jahren gab es keinen Papst mehr, der zugleich Dichter war. Seit Pius II in der Mitte des 15. Jahrhunderts hatte Johannes Paul II. erstmals im Frühjahr 2003 wieder einen Gedichtband herausgegeben, ein „Römisches Triptychon“ als reimlose Meditationen. 
Diese „dreiflügelige“ Dichtung hat die Teile: I. Der Bergbach, II. Meditationen über das Buch Genesis an der Schwelle zur Sixtinischen Kapelle und III.  Der Berg im Lande Morija."
(...) 

Quelle: H.B. Gerl-Falkowitz, Die Tagespost 

Montag, 17. Februar 2020

Tweet zum Tage- heute vor 7 Jahren....

"Der lange Abschied  Benedikts XVI. Das Angelusgebet am 17. Februar 2013"

Fundstück.....

Guido Horst kommentiert für "Die Tagespost" die Gemütslage in Vatican nach der Veröffentlichung von "Querida Amazonia" und die Reaktionen -und u.a. den Dankesbrief des Pontifex an seinen Ex-Glaubenspräfekten Kardinal Müller.
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Unter dem Titel:

"KOMMENTAR UM " 5 vor 12" : EINE KOALITION DES AUGENMASSES" 

beginnt der Artikel so- Zitat:

"Franziskus hat sich bei Kardinal Gerhard Müller für dessen Kommentar zu „Querida Amazonia“ handschriftlich bedankt. Das ausgleichende Wort, das „mir gefallen hat“, wie der Papst schrieb, war in der „Tagespost“ und beim „National Catholic Register“ erschienen – und muss Balsam auf der Seele von Franziskus gewesen sein."
(....) 

Quelle: Die Tagespost, G.Horst

Wird Querida Amazonia für Papst Franziskus zu einer Art Humanae Vitae 2.0 ?

In seiner heutigen Kolumne für "Monday in the Vatican" untersucht A. Gagliarducci, ob und inwiefern "Querida Amazonia" eine Art Humanae Vitae 2.0 für Papst Franziskus werden kann.
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"PAPST FRANZISKUS, IST QUERIDA AMAZONIA HUMANAE VITAE 2.0?"

"Die postsynodale Exhortation Querida Amazonia hat die Möglichkeit in Ausnahmefällen verheiratete Priester zu weihen nicht einmal erwähnt. Ebenso wenig schlägt sie die Möglichkeit vor Diakonissen zu haben oder die Einführung eines "Amazonischen Ritus"
Zum Abschluss der Amazonas-Synode hat Papst Franziskus statt dessen seine Träume für Amazonien beschrieben, die in der Tat Träume für den gesamten Lateinamerikanischen Kontinent.
Er ruft dazu auf, für Berufungen zu beten. Er fordert mehr Missionare. Es gab- nebenbei-nicht den Bruch mit der Tradition der Kirche des Lateinischen Ritus.

Es gibt nur eine Frage: waren die Erfahrungen berechtigt? Papst Franziskus hat den priesterlichen Zölibat in vielen Erklärungen unterstützt und er hat auch klar erklärt, daß er nicht die Absicht habe die Disziplin des Zölibats zu ändern. Im Schlußdokument der Synode ist versucht worden, den Papst in diese Richtung zu drängen: das war das Ziel des Paragraphen, der feststellt, daß der Zölibat keine notwendige Voraussetzung für das Priesteramt ist. Papst Franziskus hat dieses Thema jedoch nicht einmal in Betracht gezogen.

Seit Beginn des Pontifikates hat die Entourage von Papst Franziskus zu einer Änderung der Kirchenlehre gedrängt. Leute in klar definiertem Schwebeflug über dem Papst. Die Agenda war die des sogenannten progressiven Flügels der 1970-er Jahre. Eine alte, größtenteils von der Geschichte überholte Agenda, die ein Echo in den Medien fand und neue Erwartungen schuf.

Benedikt XVI hat diese theologische Agenda klar erklärt, als er sich mit den Schweizer Bischöfen bei ihrem ad-limina-Besuch im November 2006 traf und sagte: "Ich erinnere mich, daß wenn ich in den 80-er und 90-er Jahren nach Deutschland fuhr. und um ein Interview gebeten wurde, ich die Fragen immer schon vorher wußte. Sie betrafen die Ordination von Frauen, Empfängnisverhütung, Abtreibung und andere derartige immer wiederkehrende Probleme."

Als Papst Franziskus gewählt wurde, gab es viele Erwartungen an eine neue lehramtliche Welle. Diese Erwartungen wurden größer als er über "eine arme Kirche für die Armen" sprach und eines der Schlagworte der Befreiungstheologie benutzte. Seither ist jede Entscheidung, die Papst Franziskus getroffen hat, als Beginn einer Revolution in der Kirche beschrieben. Diese Revolution hat niemals stattgefunden.

Einige Beispiele.

Die beiden Kommissionen für Finanzen und das IOR haben im Wesentlichen zur Bestätigung 
des vaticanischen Rahmenwerkes geführt. Die jüngsten Entwicklungen hatten sogar eine
privilegierte beiderseitige Beziehung mit Italien zur Folge.