Montag, 21. September 2026

Heute vor 350 Jahren,

am 21. September 1676 wurde Kardinal Benedetto Odesccalchi zum Papst gewählt. Unter dem Namen Innozenz XI wurde er ein bedeutender Pontifex.  Nicola Scapin berichtet bei OnePeterFive über sein Wirken. Hier geht´s zum Original:  klicken


"DIE TUGENDEN DES SELIGEN PAPSTES INNOZENZ XI"

Vor dreihundertfünfzig Jahren, am 21. September 1676, wurde Benedetto Odescalchi, ein gebürtiger Einwohner von Como in Norditalien, nach einem fast fünfzig Tage dauernden Konklave zum Papst gewählt und nahm den Namen Innozenz XI. an.

Die feierliche Krönung am 4. Oktober im Petersdom war ein Moment außergewöhnlicher musikalischer Pracht. Wie Stefano Gizzi anmerkt, erklang während des Fußkusses und der Schlüsselübergabe die majestätische Motette „ Tu es Petrus“ , vermutlich von Giovanni Pierluigi da Palestrina (†1594), durch den Dom. Den musikalischen Höhepunkt der Feier bildete die Motette „ In Diademate Capitis Aaron“ von Felice Anerio (†1614) während des Offertoriums , während der abschließende Segen von der Loggia aus durch Palestrinas fünfstimmige Polyphonie Corona aurea super caput ejus“ geweiht wurde.

Das Pontifikat Innozenz’ XI., das über zwölf Jahre währte, hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der Kirche. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1956, feierte Papst Pius XII. (†1958) die Seligsprechung des in Como geborenen Papstes und hob in einer leidenschaftlichen Radioansprache aus Castel Gandolfo hervor, wie „die Heiligkeit Innozenz’ XI. unmittelbar nach seinem Tod nicht nur von den katholischen Gläubigen, sondern auch von vielen Nichtkatholiken verkündet wurde.“ 

Trotz dieses sofortigen Rufs der Heiligkeit verzögerten andere Erwägungen seinen Weg zum Altar, die erst durch sorgfältige historische Forschung endgültig geklärt wurden.

Pius XII. hob die Tugenden hervor, die Odescalchi auszeichneten : Demut, Askese und Hingabe an die Armen. „Er lebte in Einfachheit, fernab jeglichen Luxus, und in seiner Demut suchte er nie im Mittelpunkt zu stehen“, bemerkte der Papst. „Er liebte die Armen und half ihnen mit väterlicher Zärtlichkeit und schonte weder seine Kraft noch seinen Besitz.“

Neben seiner persönlichen Askese war Innozenz XI. ein unermüdlicher Reformer. Er arbeitete daran, die Römische Kurie effizienter und nüchterner zu gestalten, bekämpfte Vetternwirtschaft und ernannte Bischöfe von vorbildlicher Tugend. Pius XII. erinnerte sich an ihn als einen Papst, der „die Würde und Effizienz der Römischen Kurie wiederherstellen wollte, Vetternwirtschaft bekämpfte und würdige und vorbildliche Bischöfe auswählte“

.Seine Entschlossenheit zeigte sich auch im Umgang mit politischen Mächten, insbesondere mit Ludwig XIV. (†1715) von Frankreich. Innozenz XI. widersetzte sich mutig den Ansprüchen des Absolutismus: „Er wehrte sich entschieden gegen die Anmaßungen absoluter Macht, nicht aus Rebellion, sondern aus Treue zum von Christus empfangenen Auftrag.“

Welche Normalität?

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican stellt A.Gagliarducci sich die Frage, welche Normalität Papst Leo XIV anstrebt. Hier geht´s zum Original:  klicken

                               "LEO XIV, WELCHE NORMALITÄT?"

Die Nachricht, daß Leo XIV beschlossen hat, die von Papst Franziskus angeordnete  Gehaltskürzung für die Kardinäle zurückzunehmen, hat eine größere symbolische Wirkung erzielt, als man annehmen konnte.

Während der Covid-19-Pandemie und der Wirtschaftskrise hat Papst Franziskus die Gehälter der Kardinäle, den sog. Kardinalsteller- gekürzt und das hat Schlagzeilen gemacht. 

Leo XIV bringt die Normalität zurück und das kann in der Diskussion nur zu zwei Rückschlüssen führen, entweder hat der Papst die Dinge zur Normalität zurückgebracht, nachdem die Krisensituation zu Ende ist, oder er widerruft das vorangegangene Pontifikat und stellt die Privilegien der Kardinäle wieder her. 

Diese beiden Interpretationen erklären jedoch wahrscheinlich nicht ganz, was heute passiert.
Leo XIV ist kein Mann radikaler Veränderungen und er will sich sicher nicht als der PApst positionieren, der die Kontinuität zu seinen Vorgängern, insbesondere seinem unmittelbaren Vorgänger, Franziskus, unterbrochen hat.

Aber er zeigt als ein Papst mit eigenem Pragmatismus, der es ihm erlaubt, bestimmte Maßnahmen "anzupassen". 

Franziskus hat tatsächlich nicht nur die Gehälter der Kardinäle gekürzt. Er ordnete zudem an, dass alle für die ihnen aufgrund ihres Amtes zugewiesenen Wohnungen eine marktübliche Miete zahlen müssen – womit er unmissverständlich signalisierte, dass er den Kardinälen ihre Privilegien entziehen und – auch in ihren Lebensumständen – nah bei den Menschen bleiben wollte.

Obwohl diese Entscheidungen ein erhebliches Medienecho hervorriefen, offenbarten sie auch die Tendenz, die Führungskräfte der Kirche zu Sündenböcken für alle Übel zu machen.

Das vatikanische System wurde nämlich nicht geschaffen, um Einzelne zu bereichern oder Privilegien zu verteilen. Vielmehr sollte es allen, die im Vatikan arbeiten, ein würdevolles Leben ermöglichen. Die Gehälter im Vatikan sind nicht besonders hoch; das gilt auch für die Bezüge der Kardinäle.

Sonntag, 20. September 2026

Angelus

auf dem Petersplatz 

               

vaticannnews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese. Hier geht´s zum Original:  klicken    

                                  Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag! 

Durch den Mund des Propheten Jesaja gibt uns der Herr in der heutigen Liturgie einen bedeutenden Grund zur Hoffnung, wenn er uns sagt, dass seine Gedanken nicht unsere Gedanken und seine Wege nicht unsere Wege sind (vgl. Jes 55,8). Ja, Gottes Pläne sind unendlich viel größer und, sagen wir ruhig, „menschlicher“ als das, was wir von der Sünde gezeichnete Männer und Frauen begreifen und realisieren können. Deshalb ergeht an uns der Aufruf des Propheten, der heute aktueller ist denn je: unsere verkehrten Wege zu verlassen und umzukehren zum Herrn, der Barmherzigkeit und Vergebung ist . 

Im Evangelium beschreiben die Gleichnisse Jesu das Neue, das Gott für uns bereithält, aber oft zeigen sie auch unseren Widerstand gegen eine großzügigere Gerechtigkeit und eine größere Liebe. Heute etwa hören wir die Geschichte von den Arbeitern, die zur Arbeit in den Weinberg gerufen werden (vgl. Mt 20,1-16): die einen für den ganzen Tag, die anderen nur für ein paar Stunden, wieder andere erst kurz vor Sonnenuntergang. Doch die zentrale Stelle des Gleichnisses ist der Augenblick der Entlohnung, als der Gutsherr gegenüber den Arbeitern der ersten Stunde Wort hält und sie wie vereinbart bezahlt, aber möchte, dass sie seine Güte erkennen, und die Letzten – vor ihren Augen – genauso behandelt wie sie

Ein Detail dürfen wir nämlich nicht übersehen. Der Herr gibt dem Verwalter eine genaue Reihenfolge vor: Die Arbeiter sollen »angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten« bezahlt werden (Mt 20,8). Die ablehnende Reaktion derer, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, hätte also leicht vermieden werden können, doch sie ist beabsichtigt, denn die Offenbarung der Güte Gottes gilt für alle, nicht nur für einige

„Wir alle gewinnen jedoch an Freude, Verständnis und Zukunft, wenn das Gesetz der Liebe das Gesetz des Kalküls aufbricht“

Gott hat andere Wege und neue Gedanken auch für jene, die sich für die Ersten halten und glauben, sie hätten das, was sie sind, verdient und das erreichte Ergebnis stünde ihnen zu. Wir alle gewinnen jedoch an Freude, Verständnis und Zukunft, wenn das Gesetz der Liebe das Gesetz des Kalküls aufbricht, wenn die Erfahrung des Erbarmens die des Verdienens weitet, wenn das Geschenk des Friedens Rivalitäten aufhebt und uns in Dankbarkeit einander näherbringt. 

Brüder und Schwestern, es ist eine Gnade, Mitarbeiter Gottes zu sein, in seinem Weinberg zu arbeiten, seinem Reich der Gerechtigkeit und des Friedens zu dienen! Dort, wo das Neue hereinbricht, das Gott für uns bereithält, ist kein Platz für Neid und Spaltung. Lasst uns also den Herrn suchen, solange er sich finden lässt, lasst uns ihn anrufen, solange er nahe ist; und verlassen wir unsere verkehrten Wege und unsere ungerechten Gedanken (vgl. Jes 55,6-7)!

Blicken wir auf unsere heilige Mutter: Sie ist ein Geschöpf wie wir, aber ohne Makel; deshalb hilft sie uns, auf Gott zu hoffen und uns seiner Barmherzigkeit anzuvertrauen, damit seine Wege zu unseren Wegen und seine Gedanken zu unseren Gedanken werden." 

Quelle: vaticannews

In Illo Tempore

Fr. John Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken

 "IN JENER ZEIT: DER 17. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

Der September galt als der alte „siebte Monat“, und in Rom stand die Ernte im Mittelpunkt des kirchlichen Gebets. Die Felder werden eingebracht, das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die Liturgie nimmt jene herbstlichen Töne an, die mit jedem Sonntag stärker in den Vordergrund treten: Gericht, Beharrlichkeit, das Ende der Zeit, die Sammlung des Volkes Gottes. Der 17. Sonntag nach Pfingsten folgt im traditionellen römischen Kalender unmittelbar auf die Quatembertage im Herbst, jene alten Tage des Fastens, des Gebets, des Dankes und der Ordination, die den Wechsel der Jahreszeiten heiligen. 

Vor diesem Hintergrund beginnt der Introitus mit Psalm 118: „ Iustus es, Domine, et rectum iudicium tuum … Du bist gerecht, Herr, und dein Urteil ist richtig“, und der Psalmvers fügt hinzu: „ Beati immaculati in via … Wohl denen, die unbefleckt auf dem Weg sind.“ Ein Weg ist vor uns. Wir sollen ihn unbefleckt beschreiten. 

Dann folgt eines jener knappen römischen Kollekten, die mit wenigen Worten eine ganze Theologie eröffnen können:

Da, quaesumus, Domine, populo tuo
diabolica vitare contagia:
et te solum Deum pura mente sectari.

Gewähre, wir bitten Dich, o Herr, Deinem Volk,
dass es sich von teuflischer Verunreinigung fernhalte
und Dir, dem einzigen Gott, mit reinem Herzen folge.

S^^    o dicht. So römisch. 

Der Dreh- und Angelpunkt liegt in diesen beiden gegensätzlichen Bewegungen, vitare und sectari . Vitare bedeutet „meiden, ausweichen, fliehen“. Sectari , ein Deponensverb mit aktiver Bedeutung, bedeutet „eifrig folgen, verfolgen, begleiten“. Das christliche Leben hat somit eine Richtung. Etwas muss gemieden und jemandem muss gefolgt werden. Dazwischen steht der Zustand der Seele: Ansteckung auf der einen Seite, Reinheit auf der anderen. 

Contagio kann einfaches „Kontakt“ bedeuten, dann aber auch „Infektion, Verunreinigung, Kontamination“ oder sogar „verderbliche Gemeinschaft“. Purus bedeutet „rein, unvermischt, unbefleckt“. Mens ist vielschichtiger als unser deutsches „mind“ (verstanden). Im Kontext kann es „Intellekt, Veranlagung, Herz, Seele, das Innere des Menschen“ umfassen. Die Bitte erbittet Gott, sein Volk zu befähigen, alles zu meiden, was das innere Leben verunreinigt, und sich ihm allein, ganz und ungeteilt, anzuschließen. 


Dieses „allein“ zählt. Te solum Deum . Das Gebet klingt wie das erste Gebot und das Schma Jisrael (vgl. Dtn 6). Es bereitet uns auch auf das Evangelium vor, in dem der Gesetzeslehrer Christus um das größte Gebot bittet und die Antwort erhält: Liebe Gott von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 

Über das Wirken der Bischöfe in der Gegenwart...-

Mario Galgano berichtet bei Vatican News über ein Schreiben, mit dem sich Papst Leo an die Bischöfe Südamerikas und der Karibik gewandt hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"LEO ZIEHT LEHREN AUS DEM INGRESSRITUS FÜR DEN BISCHÖFLICHEN DIENST"

beginnt der Bericht so-ZITAT

"Anlässlich des dreihundertsten Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Turibio von Mogrovejo hat Papst Leo XIV. ein Schreiben an die Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik gerichtet. Darin nutzt das Oberhaupt der katholischen Kirche die einzelnen Stationen des Ingresses (auch Possessio genannt) – des feierlichen Empfangs eines Bischofs an der Tür seiner Kathedrale – als metaphorischen und praktischen Leitfaden für das bischöfliche Wirken in der Gegenwart." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Samstag, 19. September 2026

Päpstlicher Empfang

 für die Paralympischen Sportler

           

Weniger und mehr

Vaticannews berichtet weiterhin über das Treffen des Hl. Vaters mit den Priestern seiner römischen Diözese. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST RUFT DIE DIÖZESE ROM ZUR PASTORALEN EVALUIERUNG AUF: "MACHT WENIGER UND MACHT ES BESSER:"

Zum Auftakt des neuen Pastoraljahres der Diözese Rom ruft der Papst zu einem gemeinsamen Prozess der pastoralen Evaluation auf, der die Begegnung mit Christus, die Gemeinschaft und den Dienst an der Stadt in den Mittelpunkt stellt.

Papst Leo XIV. hat das Bistum Rom dazu aufgerufen, das neue Pastoraljahr mit einer Phase des Zuhörens, der Reflexion und der Bewertung der eigenen Aktivitäten zu beginnen, anstatt einfach neue Initiativen zu starten.

In seiner Ansprache vor der Diözesanversammlung in der Lateranbasilika am Freitag erklärte der Papst, er präsentiere kein neues Pastoralprogramm, sondern schlage eine gemeinsame Methode der „Pastoral Evaluation“ vor.

Der Prozess, so erklärte er, bedeute, innezuhalten, das Geschehene noch einmal zu betrachten, die Früchte der Arbeit zu würdigen, zu verstehen, was nicht funktioniert hat, und gemeinsam nach den Gründen dafür zu suchen. Er solle die gesamte kirchliche Gemeinschaft einbeziehen und, wo immer möglich, auch jene anhören, die nicht regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen.

„Warum eröffnen manche Initiativen neue Wege, während andere isoliert bleiben?“

„Warum weinst du? Wen suchst du?“ Papst Leo begann seine Betrachtung mit der Evangeliumserzählung von Maria Magdalena am leeren Grab am Ostermorgen. Er legte Jesu Fragen an sie – „Warum weinst du? Wen suchst du?“ – als Fragen an die Kirche und die Stadt Rom dar.

Er hob die bereits vorhandene Lebendigkeit in der Diözese hervor, darunter Pfarreien, Vereine, Bewegungen und andere kirchliche Einrichtungen, die sich der Evangelisierung, der Nächstenliebe und dem Gebet widmen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Fülle an Aktivitäten dazu führen kann, dass Gemeinden ihren evangelischen Kern aus den Augen verlieren.

Der Papst sagte, pastorales Handeln solle daher nicht einfach mit der Frage beginnen, was zu tun sei, sondern mit der Frage, wem und wie man begegnen solle.

Wenn Maria Jesus ihren Namen rufen höre, so sagte er, erkenne sie ihn. Ebenso sollten Menschen in kirchlichen Gemeinschaften nicht anonym oder unsichtbar bleiben, sondern gesehen, erkannt und mit Namen angesprochen werden. Eine authentische Begegnung mit Christus wird dann zur Quelle missionarischer Freude.

Die Kirche existiert nicht für sich selbst, sondern um jeden Menschen zur Begegnung mit dem Herrn zu führen.“

Quelle: vaticannews

Arroganz? Spalter-Gen? Gender-Ideologie versus Katholische Lehre?

Mittlerweile hat sich die Unbeugsamkeit des Hamburger Erzbischofs und seiner Mitarbeiter gegenüber den Wünschen Roms, auf die sagen wir mal kontroverse Richtlinie für die Katholischen Schulen  zur Sexualkunde zu verzichten oder sie zumindest abzuändern, bis zu den katholischen Medien herumgesprochen. Nico Spuntoni kommentiert für La Nuova Bussola Quotidiana. Schon der Titel läßt keine Zweifel zu. Hier geht´s zum Original: klicken

Über dem Artikel steht : "ARROGANZ"

"Zwei Briefe der Diözesanleitung, die La Bussola vorliegen, versuchen, Familien zu diskreditieren, die gegen die umstrittenen Richtlinien für den Sexualkundeunterricht an katholischen Schulen protestieren, und fordern sie auf, diese sowie die Warnungen des Vatikans zu ignorieren.

"HAMBURG: DIE PRO-GENDER ERZDIÖZES IGNORIERT ROM UND BELEIDIGT DIE FAMILIEN"

Das Erzbistum Hamburg hat seine Geheimhaltung aufgegeben und seinen fünfzehn Schulen Richtlinien für den Sexualkundeunterricht auferlegt, die mit katholischer Moral unvereinbar sind. Dieses Dokument, wie wir bereits erläutert haben, basiert selbst auf einem anderen Dokument, das im Rahmen des deutschen Synodalprozesses erstellt wurde. Trotz aller wohlklingenden Worte über Synodalität, die Zuhören und Dialog bedeutet, hat die Leitung des Erzbistums Hamburg nun die Schulen angewiesen, die Meinungen der Eltern zu ignorieren, die gegen die gendergerechten Richtlinien protestieren.

Dies geht aus einer E-Mail hervor, die Generalvikar Sascha-Philipp Geissler an die Mitarbeiter der Erzdiözese schickte und die der Zeitung „La Nuova Bussola“ vorliegt. In der Nachricht warnt der enge Vertraute von Erzbischof Stefan Heße seine Mitarbeiter vor den Aktivitäten des Elternnetzwerks für Kinderschutz und Prävention, dem rund hundert besorgte Familienmitglieder angehören, die die Einführung der Richtlinien kritisch sehen. Dies steht im krassen Gegensatz zu der von der deutschen Synode befürworteten Einbindung von Laien: Geissler empfiehlt ausdrücklich, nicht auf die E-Mails der Eltern zu antworten oder sich an Diskussionen darüber zu beteiligen. Die berechtigten Sorgen der Familien über die Gefahr einer frühen Sexualisierung von Kindern und die Einführung einer Sexualerziehung, die der christlichen Anthropologie widerspricht, werden vom Generalvikar als „Versuch, Unsicherheit und Zwietracht“ in den Schulgruppen zu säen, abgetan.

Der Geistliche verspottet auch den Heiligen Stuhl, der – wie uns ein Schreiben des Dikasteriums für Kultur und Bildung zugespielt wurde – den Eltern implizit zustimmte. Er bezog sich dabei auf die Position in dem 2019 von dem damaligen Präfekten Giuseppe Versaldi unterzeichneten Dokument mit dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Geschlechterfrage in der Bildung“. Dieses Dokument verurteilt den Ansatz der Richtlinien des Erzbistums Hamburg. Kardinal Versaldi griff das Thema auch in seinem Buch „Kirche und Geschlechteridentität: Eine Methode für den Dialog zwischen Glaube und Vernunft“ (San Paolo Edizioni) erneut auf und bekräftigte die Position des Heiligen Stuhls gegen die Genderideologie, die „die Verschiedenheit und die natürliche Wechselbeziehung zwischen Mann und Frau leugnet, eine Gesellschaft ohne Geschlechterunterschiede anstrebt und die anthropologische Grundlage der Familie untergräbt“.

Papst Leo XIV an die Priester seines Bistums

 Wie Stefan von Kempis für vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV gestern Abend "sein Bistum Rom dazu aufgefordert, seine Seelsorge stärker auf die Begegnung der Menschen mit Christus auszurichten. „Manchmal häufen sich die Vorschläge, Aktivitäten und Begegnungen, und man verliert den Kern, den evangeliumsgemäßen Sinn dessen, was man tut, aus den Augen.“

"LEO XIV: "PASTORAL AUF BEGEGNUNG MIT CHRISTUS AUSRICHTEN" 

Das sagte er an diesem Freitagabend bei einer römischen Diözesanversammlung in der Lateran-Basilika, seiner bischöflichen Kathedrale. Man treffe Christus, wenn man sich von ihm beim Namen gerufen fühle, „auf welche Weise das auch immer geschehen mag“. Von hier müsse jede pastorale Aktion neu ausgehen: „Sich nicht so sehr fragen, was man tun soll, sondern eher, wem man begegnen will, und wie.“

Leo lobte bisherige Reformprozesse im Bistum; die Beschäftigung mit „geistlichen Krankheiten“ habe gezeigt, was im kirchlichen Leben korrigiert werden müsse, und die synodale Orientierung führe zu einer breiteren Mitverantwortung von Laien. Wichtig sei ihm allerdings eine dritte Dimension, nämlich eine Überprüfung der Seelsorge.

Die Seelsorge überprüfen

„Im Licht des Heiligen Geistes zu überprüfen bedeutet, innezuhalten, das Geschehene noch einmal zu betrachten, zu erkennen, was Früchte getragen hat, zu verstehen, was nicht funktioniert hat, und gemeinsam nach den Gründen dafür zu suchen. Es bedeutet, kurz gesagt, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Ich lade euch ein, diese Überprüfung unter Einbeziehung der gesamten Gemeinschaft durchzuführen und dabei, soweit möglich, auch Menschen zuzuhören, die nicht zur Gemeinschaft gehören und die Dinge sozusagen von außen betrachten.“

„Förderung unsere Aktivitäten das Wachstum im Glauben?“

Für die gewünschte Überprüfung zählte Papst Leo mehrere Kriterien auf: Die Begegnung mit Christus ermöglichen; Gemeinschaft bilden; und der Stadtgemeinschaft dienen. „Zu diesen drei Prüfkriterien kommt ein viertes hinzu, das alle anderen durchzieht: die Bildung des Volkes Gottes. Fördern unsere Aktivitäten das Wachstum im Glauben? Bilden sie missionarische Jünger aus? Tragen sie dazu bei, kirchliche Verantwortung zu entwickeln? Führen sie zu einem reifen Glauben, der sich in konkreten Entscheidungen im Leben und im Dienst niederschlägt?“

Das Herzstück der Methode, die er hier vorschlage, bestehe in dem einfachen Wörtchen „wozu“. „Es geht darum, gemeinsam innezuhalten und sich bei allem, was wir tun, zu fragen: Warum tun wir das? Welche evangelische Absicht bewegt uns, auf welches tatsächliche Bedürfnis wollen wir eingehen, inwiefern entspricht diese Entscheidung dem Auftrag der Kirche? Dann der zweite Schritt: Warum erzielen wir diese Ergebnisse und keine anderen? Warum führen manche Initiativen zu neuen Wegen, während andere isoliert bleiben? Warum beteiligen sich manche Menschen, während andere am Rande stehen bleiben?“

Niemand trägt seine Last allein

Der Papst bedankte sich ausdrücklich bei allen geweihten Amtsträgern in seinem Bistum: Das sei „nicht bloß eine Formalität“. Er wisse, dass der pastorale Dienst heute anstrengender sei als früher; darum ermutige er dazu, die Last nicht allein zu tragen. „Niemand ist dazu berufen, alles allein zu machen. Das Presbyterium ist nicht die Summe der Priester, die sich aus organisatorischen Gründen treffen, sondern eine brüderliche Gemeinschaft.“

Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

Freitag, 18. September 2026

Veni Creator Spiritus

Eröffnung des Kirchenjahres der Diözese Rom in San Giovanni in Laterano in Anwesenheit des Hl. Vaters

             

Späte Einsicht

Wie der Lambeth Palace des Erzbistums Canterbury auf seiner offiziellen Website bekannt gibt, hat  Erzbischöfin Sarah entschieden, den Hubert-Walter-Preis für Versöhnung und interreligiöse Zusammenarbeit, mit dem sie Imam Maulana Hafiz M.T.M. Asrafi,am 11.9.  ausgezeichnet und damit viel Aufsehen erregt hat, zurückzuziehen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Quelle: Lambeth Palace Archibishopry of Canterbury

Donnerstag, 17. September 2026

Was Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin sagte

Bei seiner Katechese während der Generalaudienz am 23. Februar 2011 sprach Papst Benedikt XVI über den Hl. Robert Bellarmin. La Santa Sede hat die Katechese dokumentiert,                                  Hier geht´s um Original:  klicken

                                  

                                     " Liebe Brüder und Schwestern! "

Der hl. Robert Bellarmin, über den ich heute zu euch sprechen möchte, bringt uns in Gedanken zurück in die Zeit der schmerzlichen Spaltung der abendländischen Christenheit, als eine schwere politische und religiöse Krise die Loslösung ganzer Nationen vom Apostolischen Stuhl hervorrief.

Er wurde am 4. Oktober 1542 in Montepulciano bei Siena geboren und war mütterlicherseits Neffe von Papst Marcellus II. Er erhielt eine ausgezeichnete humanistische Ausbildung, bevor er am 20. September 1560 in die Gesellschaft Jesu eintrat. Die philosophischen und theologischen Studien, die er am »Collegio Romano«, in Padua und in Löwen absolvierte und in deren Mittelpunkt der hl. Thomas sowie die Kirchenväter standen, waren für seine theologische Ausrichtung entscheidend. Er wurde am 25. März 1570 zum Priester geweiht und war einige Jahre lang Theologieprofessor in Löwen. Danach wurde er nach Rom als Professor am »Collegio Romano« berufen, wo ihm der Lehrstuhl für »Apologetik« anvertraut wurde.

In den zehn Jahren, in denen er dieser Aufgabe nachging (1576–1586), erarbeitete er eine Vorlesungsreihe, die später in die Kontroversen einfloß, ein Werk, das sofort Berühmtheit erlangte wegen der Klarheit und des Reichtums seiner Inhalte und wegen seiner vorwiegend historischen Ausrichtung. Das Konzil von Trient war gerade beendet, und die katholische Kirche mußte ihre Identität neu stärken und festigen, auch gegenüber der protestantischen Reformation. Bellarmins Wirken fügte sich in diesen Zusammenhang ein. Von 1588 bis 1594 war er zunächst geistlicher Leiter der Jesuiten, die am »Collegio Romano« studierten – unter ihnen traf und leitete er den hl. Aloysius Gonzaga –, und dann ihr Oberer im Ordensleben. Papst Clemens VIII. ernannte ihm zum Päpstlichen Theologen, Konsultor des Heiligen Uffiziums und Rektor des Kollegs der Pönitentiare der Petersbasilika. In den Jahren 1597 bis 1598 entstand sein Katechismus, Dottrina christiana breve, sein am weitesten verbreitetes Werk.

Am 3. März 1599 wurde er von Papst Clemens VIII. zum Kardinal kreiert, und am 18. März 1602 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt. Am 21. April desselben Jahres empfing er die Bischofsweihe. In den drei Jahren, in denen er Diözesanbischof war, zeichnete er sich aus durch seinen Eifer als Prediger in seiner Kathedrale, durch den Besuch, den er wöchentlich den Pfarreien abstattete, durch die drei Diözesansynoden und das Provinzialkonzil, die er ins Leben rief. Nachdem er an den Konklaven teilgenommen hatte, die Leo XI. und Paul V. zum Papst wählten, wurde er nach Rom zurückberufen, wo er Mitglied der Kongregationen des Heiligen Uffiziums, des Index, der Riten, für die Bischöfe und für die Glaubensverbreitung war. Er hatte auch diplomatische Aufträge bei der Republik Venedig und in England, zur Verteidigung der Rechte des Apostolischen Stuhls. In seinen letzten Lebensjahren verfaßte er mehrere Bücher zur Spiritualität, in denen er die Frucht seiner jährlichen geistlichen Exerzitien zusammenfaßte. Ihre Lektüre dient dem christlichen Volk noch heute zur großen Erbauung. Er starb am 17. September 1621 in Rom. Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig, 1930 heilig und erklärte ihn 1931 zum Kirchenlehrer.


Hl. Roberto Bellarmino

Heute feiert die Kirche den Kirchenlehrer, den Hl. Roberto Bellarmino.

    HL. ROBERTO BELLARMINO BITTE FÜR UNS !

Der 1542 geborene Roberto Bellarmino, Mitglied des Jesuiten-Ordens, war er Groß-Inquisitor im Prozess gegen Giordano Bruno und bereitete das Verfahren gegen Galileo vor. Im Rahmen der Gegenreformation verfasste er den Katechismus Christianae doctrinae explicatio .

Sein 1581 in Rom erschienenes Hauptwerk ist Disputationes de controversiis christianae fidei adversus hujus temporis haereticos, das lange Zeit die vornehmste Verteidigungsschrift des römischen Katholizismus war, an der sich dann zahlreiche protestantische Autoren abarbeiteten. 

Kardinal Bellarmino starb am 17.9. 1621 in Rom.

Papst Pius XI sprach ihn 1923 selig und am 29. Juni 1930 heilig. 1931 wurde der Hl. Roberto Bellarmino zum Kirchenlehrer erhoben. 

Mittwoch, 16. September 2026

Venedig und die Barockmusik...

 Sinfonia "La Serenissima" von A. Caldara

             

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

              

Stefanie Stahlhofen veröffentlicht bei vaticannews  den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original:  klicken

                Brüder und Schwestern, guten Tag und herzlich willkommen!

Das 2. Kapitel der Konzilsverfassung „Gaudium et spes“ (GS), gewidmet der menschlichen Gemeinschaft, lädt dazu ein, die „Zunahme der gegenseitigen Verflechtungen unter den Menschen“ als einen der „charakteristischsten Aspekte der heutigen Welt“ zu betrachten (Nr. 23). Diese Realität muss jedoch „grundlegender in jener Gemeinschaft von Personen,“ ihre Erfüllung finden, wofür „eine gegenseitige Achtung der allseits erfaßten geistigen Würde“ unerlässlich ist (ebd.).

Es handelt sich um Aussagen, die in unserer Zeit noch dringlicher geworden sind. Einerseits eröffnen nämlich der technologische Fortschritt, die Verbreitung der Massenmedien und der sozialen Medien sowie der stetig wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz neue Möglichkeiten und überwinden Grenzen und Entfernungen; andererseits tendieren Beziehungen so dazu, immer unpersönlicher, immer virtueller zu werden, und man riskiert, sich daran zu gewöhnen, Entscheidungen an Algorithmen zu delegieren, obwohl sie allein dem menschlichen Gewissen obliegen. Dafür zu sorgen, dass soziale Beziehungen echte Bedeutung und persönliche Tiefe haben, ist in dieser Hinsicht der Beitrag, den die christliche Gemeinschaft anbietet.     

Das Konzil lädt dazu ein, Kriterien und Kraft aus dem Schöpfungsplan Gottes zu schöpfen, der gewollt hat, dass „alle Menschen eine Familie bilden und einander in brüderlicher Gesinnung begegnen“; deshalb ist „die Liebe zu Gott und zum Nächsten das erste und größte Gebot“, das in Christus seine volle Offenbarung und seine vollkommene Verwirklichung gefunden hat (vgl. GS, 24).

Die Vervollkommnung des Menschen und die Entwicklung der Gesellschaft müssen als eng miteinander verknüpft betrachtet werden: Sie einander entgegenzusetzen oder voneinander zu trennen, hieße, sie zunichte zu machen. Die Geschichte, auch die jüngste, bestätigt diese Wahrheit klar und daher darf man nicht müde werden, gemeinsam mit den Vätern des Zweiten Vatikanischen Konzils zu bekräftigen, dass aufgrund der „gesellschaftlichen Natur des Menschen, der Fortschritt der menschlichen Person und das Wachsen der Gesellschaft als solcher sich gegenseitig bedingen.“ (GS, 25).