Dienstag, 30. Juni 2026

Päpstliche Reform der vatikanischen Finanz-und Informationsbehörde ASIF

Wie Vaticannews berichtet, hat das vaticanische Presseamt das handschriftliche Dekret des Hl. Vaters vorgelegt, mit dem die Staturen der ASIF geändert werden.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"PAPST LEO XIV REFORMIERT DIE VATIKANISCHE FINANZAUFSICHTSBEHÖRDE"

beginnt der Bericht so- ZITAT

"Das am 25. Juni 2026 unterzeichnete Dokument dient der Modernisierung der internen Organisation und passt das Statut an die jüngsten Rechtsentwicklungen im Vatikan an, darunter die Kurienreform durch die Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium sowie die neuen Personalregulierungen der Römischen Kurie vom November 2025.

In dem Erlass betont das Kirchenoberhaupt, dass Transparenz, Integrität und Rechenschaftspflicht im wirtschaftlichen Handeln wesentliche Säulen einer guten Verwaltung und des Dienstes am Gemeinwohl seien. Der Heilige Stuhl setze damit seinen Weg fort, die Aufsichtsmechanismen zur Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen im Einklang mit internationalen Standards und den vatikanischen Besonderheiten zu stärken. Die ASIF nimmt hierbei die Rolle der zuständigen Aufischt- und Regulierungsinstitution ein." (...)

Quelle: vaticannews

 

Montag, 29. Juni 2026

Rom: Traditionelle Prozession

 zum Fest des Hl Petrus und des Hl. Paulus

              

Papst Leos zweites Konsistorium- oder hat sein Pontifikat jetzt erst begonnen?

In seiner heutigen Kolumne für Monday-at-the-Vatican kommentiert A. Gagliarducci  das vor einigen Tagen zu Ende gegangene Konsistorium.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"ÜBER LEOS XIV ZWEITES KONSISTORIUM: EINE FORM DER REGIERUNG ODER EINE KONSULTATION? "

Papst Leos zweites Konsistorium hat auf gewisse Weise gezeigt, daß der Übergang von einem Pontifikat zum nächsten begonnen hat, aber noch nicht vollendet ist. 

Es ist nicht sicher, ob es das jemals sein wird. 

Für Leo XIV scheinen die Treffen eher eine breite Konsultation als ein Instrument des Regierens zu sein - im großen Unterschied zu Papst Franziskus´ bevorzugtem Bezugspunkt: der Bischofs-Synode.

Am Ende des Konsistoriums sagte Leo XIV: "Schritt für Schritt entdecken wir die wahre Bedeutung des Konsistoriums wieder; die Versammlung des Kardinals-kollegiums um den Nachfolger Petri, so daß der Hl. Geist - durch gegenseitiges Zuhören und geteiltes Differenzieren- dem Papst helfen kann,die Kirche zu führen. Es ist kein Parlament, kein Kongress, in dem Meinungen oder Interessen vorherrschen, sondern die Erfahrung von Kommunion im Dienst ab der Mission."

Es bleibt abzuwarten, ob und wie die jährlichen Konsistorien, die Leo einzuberufen plant, die Art beeinflussen wird, in der Bischofs-Synode zur Zeit durchgeführt wird. 

Von Beginn  eines Pontifikates an hat Leo XIV betont, daß sein Ziel die Einheit der Kirche ist und sein erstes Konsistorium folgte unmittelbar auf das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr stellte einen ersten Schritt dar. 

Nach dem Ende des Hl. Jahres mit all den von Papst Franziskus geplanten Ereignissen und sogar einer Reise und einer Apostolischen Exhortation hat Leo XIV alle Kardinäle zusammengerufen, verammelte sie um das froße Thema von Evangelii Gaudium und sie gebeten,  mit der Evangelisierung zu beginnen.  

Bei dieser Gelegenheit drückte Leo XIV seinen Wunsch aus, alle 6 Monate ein Konsistorium einzuberufen, um allgemeine Diskussionen zwischen den Kardinälen zu ermöglichen und zuzulassen. Und diese offenen Diskussionen stellen den großen Untzerschied zum Pontifikat von Papst Franziskus dar. 

Papst Franziskus ist das Thema der Kirchenreformen angegangen, indem er Kommissionen gründete und sich auf einen Kardinals-Rat verließ- den sog. C9 (auch C7 oder C6, je nachdem wieviele Mitglieder gerade beauftragt waren) ohne jedoch den Rat je wirkliche Entscheidungen treffen zu lassen oder Macht auszuüben. 

Angelus

 auf dem Petersplatz

              

Das Hochamt

 zum Fest des Hl. Petrus und des  Hl. Paulus im Petersdom

            

Sonntag, 28. Juni 2026

Händel am Abend

 "Fix´d is the everlasting seat, Jehova"  aus dem Oratorium Samson

             

In illo tempore

Auch heute setzt Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:   klicken

"IN JENER ZEIT:  DER FÜNFTE SONNTAG NACH PFINGSTEN"

Am fünften Sonntag nach Pfingsten führt uns die Heilige Kirche in die Schule der Nächstenliebe, die auch harte Realität erfordert. Wie Pius Parsch bemerkte, haben die vergangenen Sonntage Gottes Liebe gezeigt, die uns einlädt, uns sucht und uns Werkzeuge seiner Barmherzigkeit schenkt. Der Gute Hirte hat Menschenfischer. Nachdem das Bild der göttlichen Liebe nun ausgezogen ist, um die Verlorenen zu suchen, wirft die Liturgie ein Licht auf uns, durch das wir erkennen können, ob wir diese Liebe wirklich empfangen haben. Wir werden gefragt, wie es um die Nächstenliebe bestellt ist – in unseren Worten, in unserem Wesen, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, im Verborgenen unseres Herzens.

Die Abfolge der Bilder an diesen Sonntagen war lehrreich. Das Gleichnis vom großen Abendmahl zeigte die Einladung der Liebe. Das verlorene Schaf zeigte die suchende Liebe. Der Wundertrank und die Berufung des Petrus zeigten die Einsetzung von Dienern aus Liebe. Nun fragt die Kirche, ob die eingeladene, gerettete und unterwiesene Seele barmherzig geworden ist. Die Messe lenkt den Blick von Gottes Barmherzigkeit zu uns auf die Gestalt der Barmherzigkeit in uns. Altar, Zunge und Herz sind untrennbar. Man kann das Credo nicht authentisch singen und dann einen Bruder oder eine Schwester als wertlos behandeln. 

Das Sonntagsgebet ist alt und hat die nachkonziliare Revision in der Messe des 20. Sonntags im Jahreskreis mit einer Änderung der Interpunktion überstanden. Im Missale Romanum von 1962 beten wir:

Deus, qui diligentibus te bona invisibilia praeparasti,
infunde cordibus nostris tui amoris Affectum;
ut te in omnibus et super omnia diligentes,
promissiones tuas, quae omne desiderium superant, consequamur.

O Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast,
gieße in unsere Herzen die Gesinnung deiner Liebe aus,
damit wir, indem wir dich in allem und über alles lieben,
deine Verheißungen erlangen, die jedes Verlangen übertreffen.

Das Gebet ist voller Sehnsucht: diligere, amor, affectus, cor, desiderium, promissio . Das Verb diligo bedeutet schätzen, hochschätzen, mit Aufmerksamkeit und Fürsorge lieben. Es ist die Wurzel unseres Wortes „fleißig“. Affectus ist eine Geisteshaltung, die durch einen Einfluss, eine Bewegung, eine Stimmung, eine Zuneigung, ein Mitgefühl hervorgerufen wird. Desiderium ist Sehnsucht, ein brennendes Verlangen, oft verbunden mit dem Schmerz der Abwesenheit, als ob das Herz sich an etwas Verlorenes erinnerte. Consequamur , von consequor , kann verfolgen, nachfolgen, erreichen bedeuten. Das gesamte Kollektengebet beschreibt daher einen Aufstieg. Gott hat bona invisibilia , unsichtbare Güter, bereitet. Er erfüllt unsere Herzen mit der Zuneigung seiner Liebe. Wir, die wir ihn in allem und über alles lieben, streben nach den promissiones , den Verheißungen, die jedes Desiderium übertreffen .

Das Tagesgebet offenbart hier das innere Prinzip des Briefes und des Evangeliums. Uns wird geboten, unseren Nächsten zu lieben, weil Gott zuerst unser Herz mit seiner Liebe berührt hat. Natürliche Liebe ist real, denn die menschliche Natur, durch den Sündenfall verwundet, bewahrt ihre angeborene Güte. Doch unsere Liebe ist ungeordnet, leicht verengt zu Begierde, Stolz, Spaltung oder Vergeltung. Der heilige Thomas bringt es mit bewundernswerter Kürze auf den Punkt: „ gratia non tollat ​​naturam, sed perficiat … die Gnade nimmt uns nicht die Natur, sondern vollendet sie“ ( STh I, q. 1, a. 8, ad 2). Die Gnade heilt und erhebt uns. Gott macht das Geschöpf nicht unbrauchbar, um es zu retten. Er gibt es sich selbst zurück, ganz und neu geordnet.

Wir könnten versuchen, dieses Kollektengebet im Einklang mit Papst Benedikt XVI.s „Deus caritas est“ zu hören . Benedikt sprach von Eros und Agape , von Liebe, die aufsteigt auf der Suche nach Erfüllung, und Liebe, die sich in Selbsthingabe hinabsenkt. Im gefallenen Menschen kann Eros in gierigen Missbrauch abgleiten. In Christus wird Eros gereinigt, gezügelt und für Agape geöffnet . Eine vollkommene christliche Liebe gibt und empfängt, steigt auf und sinkt herab, dürstet und ergießt sich. Das Kollektengebet bittet um diese Einheit: „ Infunde cordibus nostris tui amoris affectum“ , gieße in unsere Herzen die Gesinnung Deiner Liebe. Was ins Herz gegossen wird, muss dann aus dem Mund, der Hand, dem Akt der Versöhnung, der Geduld fließen, die sich weigert, Beschimpfung mit Beschimpfung zu vergelten.

Angelus

 auf dem Petersplatz

               

Eine Woche vor dem Bruch?

SCHISMA VON GANZ RECHTS - DIE ST. PIUS-BRUDERSCHAFT HAT LEO UNTERSCHÄTZT

So überschreibt Leo Matzuzzi  in Il Foglio seinen Kommentar zu den nach wie vor bevorstehenden Bischofsweihen der Lefebvrianer, den Rorate Caeli übernommen hat.                                                Hier geht´s zum Original:  klicken

Nie zuvor standen ein Papst und die Lefebvrianische Bruderschaft so kurz vor dem Bruch. Der Fehler lag darin, Leo XIV. zu unterschätzen: Die Augustiner erinnern sich noch gut daran, was ihr Mitbruder Luther getan hat, als er die Einheit der Kirche zerstörte.

Weniger als eine Woche verbleibt bis zum 1. Juli, einem Wendepunkt in der jüngeren Kirchengeschichte – vielleicht dem bedeutendsten seit dem späten 20. Jahrhundert. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wird die vier angekündigten Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat durchführen, ungeachtet der Risiken, die viele ihrer Anhänger als übertrieben empfinden. Die vorherrschende Meinung scheint zu sein, dass die Geweihten nicht sofort in die volle Gemeinschaft mit Rom aufgenommen werden – wie im [laufenden Konsistorium] nicht ganz geheim gemunkelt wird..Bekanntlich sind die Weiheberechtigten zwar gültig, aber illegitim geweiht, weil sie den ihnen offenstehenden Weg nicht beschritten haben. Wer so handelt, zieht sich eine schwere Strafe zu.


1988 exkommunizierte Johannes Paul II. Lefebvre, die von ihm neu geweihten Bischöfe sowie alle von ihm geweihten Personen. Dasselbe Kriterium wird angewendet – und daran besteht kein Zweifel –, da dies vom Dikasterium für die Glaubenslehre in einem Kommuniqué bekannt gegeben wurde: „Die Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. haben kein entsprechendes päpstliches Mandat. Dieser Akt stellt einen schismatischen Akt dar, und die formelle Zustimmung zum Schisma ist eine schwere Sünde gegen Gott und zieht die im Kirchenrecht vorgesehene Exkommunikation nach sich.“ Wird diese Exkommunikation nur die neu geweihten Bischöfe betreffen oder, wie manche etwas voreilig vermuten, alle, die an den Liturgiefeiern Lefebvres teilnehmen?


Diese Frage prägt die erste Phase des Pontifikats von Leo , das auf dem erklärten Willen beruht, unter allen Umständen Frieden und Einheit in der Kirche zu predigen und zu bekräftigen. Es ist offensichtlich, dass das Abschneiden des Zweiges nicht schmerzlos sein wird. Das ehemalige Heilige Offizium, nun vorsichtiger und umsichtiger, erklärt die „Bedrohung“ mit zwei johanneischen Dokumenten: dem Apostolischen Schreiben Ecclesia Dei , in dem Wojtyla unmissverständlich festhält, dass die Bischofsweihe ohne die notwendige vatikanische Erlaubnis ein Akt „schweren Ungehorsams gegenüber dem Papst in einer Angelegenheit von höchster Bedeutung“ ist und dass „solcher Ungehorsam – der in der Praxis die Ablehnung des römischen Primats bedeutet – einen schismatischen Akt darstellt“, für den man „die schwere Strafe der Exkommunikation“ auf sich zieht. Der zweite Grund ist in der Note des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte vom 24. August 1996 dokumentiert, in der explizit erklärt wird, dass die Grundlage des schismatischen Aktes eine „doktrinäre Wurzel“ ist.

Seitens der Gesellschaft herrscht offenkundige Fassungslosigkeit: „Geht es ums Überleben?“, fragen sie.

Wie Rom seine Stadtpatrone feiern will

Vaticannews berichtet, wie sowohl die Diözese Rom als auch der Vatican  die Stadtpatrone Roms  feiern wollen. Hier geht´s zum Original:  klicken

SO WILL DAS BISTUM ROM SEINE STADTPATRONE FEIERN

"Am Sonntagabend um 21 Uhr wird Kardinal Baldo Reina eine Gebetswache auf dem Petersplatz leiten. Dazu gehört auch ein Fackelzug, wie Pater Agnello Stoia, der Pfarrer der Petersbasilika, ankündigt: „Das Gebet wird in Form einer Prozession mit fünf Stationen gestaltet sein.“ Die Stationen sollen an fünf wichtige Momente im Leben von Petrus und Paulus erinnern, darunter ihre Berufung. Reina ist Kardinalvikar des Bistums Rom; Bischof von Rom ist der Papst.

Kostenlos quer durch´s Forum Romanum

Am Montag will Papst Leo die Eucharistiefeier im Petersdom feiern; unter dem heutigen Dom liegt das Grab des Apostels Petrus. Außerdem findet am Montag, dem 29. Juni, wieder der Pilgerzug „Quo Vadis“ statt. „Es werden zwei Routen angeboten, der Weg des Petrus und der Weg des Paulus, die bedeutende Etappen in der Geschichte der beiden Apostel durchlaufen und sich im Bereich der Kaiserforen kreuzen“, erklärt Pater Stoia.


Dank einer Vereinbarung mit dem Archäologischen Park des Kolosseums können die Pilger das Areal der Kaiserforen kostenlos durchqueren. Die Wege beginnen an der Via Appia Antica beziehungsweise an der Basilika Santa Pudenziana und enden an der Petersbasilika. Zu den Stationen gehören auch die Basilika Sankt Paul vor den Mauern (dort ist Paulus beigesetzt), die Kirche San Pietro in Vincoli und der Mamertinische Kerker – Orte, die mit der Erinnerung an die Apostel in der Ewigen Stadt verbunden sind


Am Montagabend findet außerdem an der Engelsburg das traditionelle Feuerwerk statt, die Girandola."


Quelle: vaticannews 

Samstag, 27. Juni 2026

Konsistorium

 Abschlussrede von Papst Leo XIV

               

Konsistorium - die dritte Sitzung

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die dritte Sitzung des außerordentlichen Konsistoriums vom 26. und 27. Juni, die sich zentralen Herausforderungen der Gegenwart gewidmet waren.
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VATIKAN: DIE KARDINÄLE BERATEN ÜBER GESELLSCHAFTLICHE SPALTUNGEN UND KI

Nach einer von Kardinal Giovanni Battista Re zelebrierten Heiligen Messe versammelten sich die Mitglieder des Kardinalskollegiums in der Audienzhalle. Die Moderation der Sitzung lag in den Händen von Kardinal Polycarp Pengo Rugambwa aus Tansania, während Papst Leo XIV. das einleitende Adsumus-Gebet leitete. Im Namen des Papstes rief der Moderator die Kardinäle dazu auf, die päpstlichen Friedensappelle in ihren jeweiligen Heimatdiözesen und Regionen verstärkt zu unterstützen, um einen weltweiten, gemeinsamen Einsatz für den Frieden zu erwirken. Das thematische Fundament für die anschließenden Beratungen bildete das Einführungsreferat des südafrikanischen Kardinals Stephen Brislin unter dem Titel „Im Guten bauen: Die Baustellen unserer Zeit“.

Nach einer Phase des stillen Gebets und der Arbeit in Kleingruppen stellten insgesamt elf Arbeitskreise ihre Berichte im Plenum vor. Ein Schwerpunkt der Diskussionen lag auf den tiefen Brüchen innerhalb der heutigen Gesellschaften, die sich zwischen Völkern, Nationen und bis in die Familienstrukturen hinein abzeichnen. Die Berichte verdeutlichten, dass unter diesen Spannungen besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten, Jugendliche sowie ältere Menschen leiden. Als Ursachen wurden ein Mangel an Sinnerfahrung, Identitätsverlust und ein ausgeprägter Individualismus genannt, der Mitmenschen primär als Werkzeuge für den eigenen Erfolg betrachte.

Entwicklung der KI

In diesem Kontext befassten sich die Kardinäle mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI), die als anthropologische Herausforderung eingestuft wurde. Die Arbeitsgruppen betonten die Notwendigkeit, gemeinsame menschliche Werte zu definieren. Dabei wurde gefordert, Lebewesen nicht auf bloße Daten oder Statistiken zu reduzieren. Zudem gelte es, die conditio humana mit ihren natürlichen Grenzen anzuerkennen – Aspekte, die durch KI-Technologien tendenziell in den Hintergrund gedrängt würden –, und die Würde der menschlichen Arbeit zu schützen.

Ein weiterer zentraler Beratungspunkt war die Realisierung des Gemeinwohls, dessen Vermittlung in der gegenwärtigen Politik oft vernachlässigt werde. Die ungleiche Verteilung von Ressourcen und Eigentum erschwere den Zugang zu diesem Prinzip. Die Kardinäle hielten fest, dass das Bewusstsein für das Gemeinwohl im Glauben an Gott und in der Transzendenz des Menschen wurzle. Als Gegenmodell zum Individualismus wurde die Solidarität mit den Armen und der Aufbau unentgeltlicher Beziehungen auf allen Ebenen hervorgehoben. Hierbei komme der Politik eine wesentliche Funktion zu. Die kirchlichen Institutionen wurden aufgefordert, die Soziallehre der Kirche in der Ausbildung für den öffentlichen Dienst fest zu verankern, um gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken.

„Die Christen sollten sich als aktive Gestalter einer solidarischen Gesellschaft einbringen.“

Polarisierungsfreie Kirche

Die Arbeitsgruppen stimmten darin überein, dass das Evangelium und eine erneuerte, polarisierungsfreie Kirche die Instrumente zur Überwindung dieser Krisen seien. Die Christen sollten sich als aktive Gestalter einer solidarischen Gesellschaft einbringen. In diesem Zusammenhang wurde die Synodalität als Weg des Zuhörens, des Dialogs und der kirchlichen Verantwortung hervorgehoben. Zum Abschluss der Sitzung äußerten die Kardinäle in Redebeiträgen ihre Anerkennung für die jüngsten Auslandsreisen des Papstes und dessen Einsatz für den Frieden. Die Versammlung endete mit dem von Papst Leo XIV. geleiteten Angelus-Gebet."

Quelle: M.  Galgano. vaticannews

Das Konsistorium

Wie S. Kritzenberger für vaticannews berichtet, haben die im Konsistorium versammelten 170 Kardinäle am gestrigen Freitagabend über das Thema Krieg und Frieden diskutiert. 
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"KONSISTORIUM: DIE KARDINÄLE BERATEN ÜBER DEN "GERECHTEN KRIEG"

Das Konsistorium, das am Freitagmorgen begann und am Samstagabend endet, findet hinter verschlossenen Türen im Vatikan statt. Papst Leo XIV. ist die meiste Zeit dabei. Statements aus dem vatikanischen Presseamt geben einen eher allgemeinen Einblick in das Beratene.

Für den Freitagabend notiert das Vatikan-Protokoll eine „große Einigkeit“ unter den Kardinälen, dass es notwendig ist, sich für den Frieden und den Aufbau einer „Zivilisation der Liebe“ einzusetzen. Zahlreiche Gruppen betonten die Notwendigkeit, die Logik des „gerechten Krieges“ zu überwinden und stattdessen lieber vom Recht auf eine verhältnismäßige Verteidigung zu sprechen. Das Thema spielt auch in der ersten Enzyklika von Papst Leo, Magnifica humanitas, eine Rolle; sie wurde Ende Mai veröffentlicht. 

Das völlig vergessene Völkerrecht
Vor dem Gedankenaustausch der Kardinäle über Krieg und Frieden wurde aber auch der Opfer der verheerenden Erdbeben in Venezuela gedacht. Der oberste Glaubenshüter des Heiligen Stuhls, Kardinal Victor Manuel Fernández, hielt ein Impulsreferat. Darin beklagte er, dass bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, etwa in Gaza, auch Zivilisten über Gebühr in Mitleidenschaft gezogen würden. „Was ist noch übrig geblieben von den Kriterien, die die Kriege einzuschränken versuchten? Und denken wir auch an das völlig in Vergessenheit geratene humanitäre Völkerrecht. Wir befinden uns, wie die Enzyklika feststellt, in einem kulturellen Prozess der ‚Normalisierung des Krieges‘.“

Eine neue Sprache für die Kirche
Das gab den Ton vor für die Beratungen der Kardinäle. Dabei ging es laut Vatikan-Statement etwa „um die entmenschlichende Kraft der Kultur der Macht, um ihre Universalität, um die Versuchung, sich der Logik der Mächtigen anzupassen, Krieg und Polarisierung zu normalisieren, was zu einer Senkung der Toleranzschwelle gegenüber Gewalt und zu einer gefährlichen Vereinfachung bei der Suche nach Lösungen führt“. Demgegenüber müsse die Kirche eine Sprache finden, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und aus Zuhören, Vergebung, Versöhnung, restaurativer Gerechtigkeit und Gesten bestehe. Zugleich müsse die Kirche einig sein, um glaubwürdig nach außen für Frieden einzustehen.

In freien Redebeiträgen von Kardinälen ging es dann unter anderem um die Frage, wie das Kardinalskollegium Verantwortung für den Aufbau des Friedens übernehmen könne. Dabei wurde auf symbolische Gesten hingewiesen wie das von Johannes Paul II. 1986 in Assisi einberufene Gebetstreffen der Religionen für den Frieden. Am Ende der Sitzung, gegen 19:30 Uhr, leitete Papst Leo das Abschlussgebet."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Freitag, 26. Juni 2026

Etwas zum Schmunzeln...

 Römische Stimmung...

Die Predigt

Vaticannews veröffentlicht die Predigt, die Papst Leo XIV heute während der Messe zur Eröffnung des Außerordentlichen Konsistoriums gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken

DIE PREDIGT PAPST LEOS XIV BEI DER MESSE ZUM AUSSERORDENTLICHEN KONSISTORIUM IM WORTLAUT

Liebe Brüder,
wir haben uns um den Altar des Herrn versammelt, am Grab des heiligen Petrus, um das Konsistorium zu beginnen. Wir kommen aus allen Teilen der Welt, um diese Eucharistie zu feiern: Zusammen mit unserem Leben bringen wir daher die Gemeinschaften und Völker vor Gott, die wir in unseren Herzen tragen, ebenso wie die pastoralen Projekte und Erfahrungen, die erfreulichen und die beschwerlichen.

Diese Vielfalt an Gefühlen und Gedanken bündelt sich nun, denn sie findet jenen leuchtenden Mittelpunkt, der Christus ist. Er selbst wendet sich persönlich an uns und sagt: »Ich bin der wahre Weinstock« (Joh 15,1). Durch Jesus fließen die Gnade und die Wahrheit in unser Leben (vgl. Joh 1,17) und erneuern uns von innen heraus: Diese göttlichen Gaben sind auch die fruchtbare Lebensader des Konsistoriums, das wir heute beginnen. Das Evangelium selbst schafft die Voraussetzung dafür, dass es fruchtbar sein kann: »Bleibt in mir und ich bleibe in euch« (Joh 15,4). Zum einen mahnt uns der Meister auf diese Weise: »Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen« (V. 5). Zum anderen möchte er, dass seine Jünger »reichlich Frucht« bringen (V. 8). Ja, reichlich: Die Gnade Gottes bewirkt in denjenigen, die sie empfangen, kein kümmerliches Wachstum, sondern eine üppige Entfaltung. Das ewige Wort ist nämlich Mensch geworden, damit alle »das Leben haben und es in Fülle haben« (Joh 10,10). Ein solches im Glauben begonnenes Leben wird durch die Prüfung des Beschneidens sogar gestärkt, weil es durch die Fürsorge des Vaters gepflegt wird.

Während wir Gott also um Stärke und Weisheit bitten, ist es bedeutsam, dass unser Konsistorium am Vorabend des Hochfestes der heiligen Apostel Petrus und Paulus stattfindet. Lasst uns gemeinsam bei diesem Gedenken verweilen, das an die Säulen der katholischen und römischen Kirche erinnert, an die beiden Märtyrer-Missionare, deren Verkündigung und Leben ganz miteinander verschmolzen, so sehr, dass sie ein Teil der Heiligen Schrift geworden ist.

Wenn wir heute die Worte des heiligen Paulus an die Korinther hören, können wir den erfreulichen Einklang mit jenen des Evangeliums wahrnehmen. Die verschiedenen Charismen, die Dienste und die kirchlichen Aktivitäten sind nämlich wie die Reben des einen Weinstocks, also des einen Herrn (vgl. 1 Kor 12,4-6), der seiner Kirche den Heiligen Geist eingießt. Dieser organischen Einheit entspricht das Kriterium, das all diese kirchlichen Dienste gut und wertvoll werden lässt: das Kriterium des Gemeinwohls (vgl. V. 7).