Mittwoch, 5. August 2026

Zur Geschichte des Ungehorams der FSSPX

Luisella Scrosati kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Weigerung Lefebrves sich dem amtierenden Papst zu unterwerfen - was im Hinblick auf die aktuelle Situation interessant ist. 
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"LEFEBVRE UND SEINE WEIGERUNG, SICH DEM REGIERENDEN PAPST ZU UNTERWERFEN"

Für den Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X. war der heilige Johannes Paul II. nicht katholisch. Lefebvre postulierte eine Kirchengemeinschaft mit den Päpsten der Vergangenheit, selbst im faktischen Ungehorsam gegenüber dem amtierenden Papst. Diese Theorie ist jedoch alles andere als katholisch, da allein der amtierende Papst die Schlüsselgewalt innehat.

Nach Ansicht von Erzbischof Marcel Lefebvre war Johannes Paul II. ein nichtkatholischer Papst, das Zweite Vatikanische Konzil ein schismatisches Konzil, und alle darauf folgenden Reformen widersprachen dem „ewigen Lehramt“. In seiner Predigt anlässlich der unrechtmäßigen Bischofsweihen vom 30. Juni 1988 meinte der ehemalige Metropolit von Dakar, die Stimmen der Päpste von Gregor XVI. bis Pius XII. zu hören, die ihn inständig baten, ihre Lehre fortzuführen, denn andernfalls würden Tradition und Kirche selbst verschwinden: „Verlasst die Gläubigen nicht! Verlasst die Kirche nicht! Führt die Kirche fort! Denn am Ende, nach dem Konzil, seht, was die römischen Autoritäten verurteilen und bekennen. Wie ist das möglich? […] Wenn ihr nichts unternehmt, um diese Tradition der Kirche, die wir euch gegeben haben, fortzuführen, wird alles verschwinden. Die Kirche wird verschwinden, Seelen werden verloren gehen.“

Im vorangegangenen Artikel haben wir gesehen, dass Erzbischof Lefebvre die Unterordnung unter die Päpste vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil für ausreichend hielt, um in Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu stehen, während er die Unterordnung unter den damaligen Papst ausdrücklich ablehnte. Das von der Priesterbruderschaft anlässlich der Bischofsweihen von 1988 verfasste apostolische Mandat unterstreicht diese zutiefst unkatholische Vorstellung des Gehorsams gegenüber einer „Kirche aller Zeiten“, die jedoch nicht die konkrete und sichtbare katholische Kirche ist, deren Zentrum der Einheit im Papst liegt. Indem Lefebvre behauptete: „Wir haben es [das Mandat] von der römischen Kirche, die stets den heiligen, von den Aposteln überlieferten Traditionen treu ist“, während das Oberhaupt der sichtbaren Kirche dies ausdrücklich verneint hatte, ging er so weit, die substanzielle Identität der einen Kirche Christi in der Geschichte zu zerstören und die Möglichkeit zu theoretisieren, dass die Kirche Christi heute nicht mehr dort existiert, wo sich der Nachfolger Petri und die mit ihm in Gemeinschaft stehenden Bischöfe befinden. Und so obliegt es jemand anderem, "die Kirche weiterzuführen", indem er sich der Autorität der legitimen Hirten entzieht, also die sichtbare Einheit mit der Kirche aufgibt.

Es geht nicht mehr um die Legitimität des Widerstands gegen einen Papst, der sich irrt, zweideutig spricht oder gar Irrtümer verkündet, sondern darum, seine Autorität gewohnheitsmäßig zu missachten und ihm die notwendige Unterwerfung zu verweigern, selbst wenn der Papst gemäß der ihm von Christus verliehenen Macht handelt (wie etwa bei der Wahl, Weihe und Ernennung von Bischöfen). Aus dieser Perspektive kann man also katholisch sein, auch ohne in Rechtsgemeinschaft mit dem aktuellen Papst zu stehen, solange man den Lehren der Päpste vergangener Zeiten zustimmt. Daran ist nichts Traditionelles, nichts Katholisches. Lefebvre und die Priesterbruderschaft St. Pius X. reduzieren die Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl auf die Befolgung der Glaubenslehren der Päpste vergangener Zeiten und missachten damit die notwendige hierarchische Gemeinschaft. So wird das Mandatum , entgegen der katholischen Lehre, zu einer bloßen Überlieferung der wahren Lehre und der wahren Sakramente umgedeutet, wodurch in der Praxis verleugnet wird, dass es in erster Linie Zeichen der notwendigen, vom Papst, dem Garanten der Einheit und Apostolizität, verliehenen Delegation ist. Es ist dieses apostolische Mandat oder andere vom Heiligen Stuhl anerkannte Formen, die sicherstellen, dass der geweihte Bischof ein katholischer Bischof und kein Usurpator ist. Lefebvre spaltete somit, was Gott vereint hatte: die Überlieferung und Bewahrung des Glaubens und die hierarchische Gemeinschaft.

Generalaudienz

 im Petersdom

              

                DIE KATECHESE DES PAPSTES IM WORTLAUT

                       Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und willkommen'

In diInd dieser Katechese setzen wir unsere Betrachtung der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ (SC) fort. Heute widmen wir uns der kirchlichen Dimension des liturgischen Gebets.
Wie der Apostel Paulus andeutet, ist es der Heilige Geist, der uns das Beten lehrt. Seit dem Pfingsttag wohnt der Geist in der Kirche und inspiriert all ihr Handeln, insbesondere das Gebet. Das Leben der ersten Gemeinde, die nach der Auferstehung Jesu in Jerusalem erstand, ist ein Leben im Geist, den der auferstandene Herr geschenkt hat. „Seither“, so sagt das Konzil, „hat die Kirche niemals aufgehört, sich zur Feier des Pascha-Mysteriums zu versammeln, dabei zu lesen, ,was in allen Schriften von ihm geschrieben steht’ (Lk 24,27), die Eucharistie zu feiern, in der ,Sieg und Triumph seines Todes dargestellt werden’, und zugleich ,Gott für die unsagbar große Gabe dankzusagen’ (2 Kor 9,15), in Christus Jesus ,zum Lob seiner Herrlichkeit’ (Eph 1,12). All das aber geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes“ (SC, 6).

                                          Effizenzdenken und Konsumdenken

In unserer Zeit, in der Effizienzdenken und Konsumdenken vorherrschen, mag das Gebet als etwas Nutzloses oder Lächerliches erscheinen. In einer Welt, in der Wissenschaft und Technik vorgeben, alle Antworten zu geben, kann das Beten wie eine Form der Realitätsflucht erscheinen. Zudem wird das Gebet selbst in vielen christlichen Familien nicht mehr weitergegeben, während zahlreiche Menschen Gefahr laufen, es mit einer Technik unter vielen zu verwechseln – einer Technik psychologischer Natur, die auf das persönliche Wohlbefinden abzielt. Das Gebet hingegen verdient es als grundlegende Dimension unseres Menschseins, in seiner Wahrheit wiederentdeckt zu werden.

Die Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ hat dieses Erfordernis ernst genommen. Und das erfreute den heiligen Papst Paul VI. zutiefst, der bei der Verkündung dieses ersten vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedeten Dokuments erklärte: „Gott an erster Stelle; das Gebet unsere erste Pflicht; die Liturgie die erste Quelle des göttlichen Lebens, das uns mitgeteilt wird, die erste Schule unseres geistlichen Lebens“ (Ansprache, Petersdom, 4. Dezember 1963

                                               Die gesamte Liturgie

In der Konstitution bezeichnet der Begriff „das Gebet“ nämlich die gesamte Liturgie. Diese Sichtweise ist entscheidend, da sie die Liturgie-Reform geprägt und ihr die aktive Teilnahme der Gläubigen als tragenden Grundpfeiler gegeben hat. Die Liturgie wird in erster Linie als Ort der Begegnung dargestellt, als Initiative Gottes, der sich der Menschheit in seinem Sohn, „das Wort, das Fleisch angenommen hat und mit dem Heiligen Geist gesalbt worden ist” (SC, 5), nähert und auf den wir „durch Christus, mit Christus und in Christus, in der Einheit des Heiligen Geistes“ antworten können das heißt dank des „Gebet(s), das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet” (SC, 84).

Aus diesem Grund war es dem heiligen Paul VI. ein sehnlicher Wunsch, dass das Stundengebet, also das tägliche öffentliche Gebet der Kirche, das untrennbar mit der Eucharistie verbunden ist, das gesamte christliche Gebet tief durchdringen, beleben, leiten und zum Ausdruck bringen sowie das geistliche Leben des Volkes Gottes wirksam nähren möge (cf. Ap. Konst. Laudis canticum).

Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, muss das Stundengebet immer stärker in den Alltag der Getauften und der Gemeinden integriert und gelebt werden. Vielen Menschen, die das Beten lernen möchten – insbesondere den Katechumenen – kann es den Weg und die Schule des christlichen Gebets bieten  

                                                              Der Lebensatem

Jede Woche und jeden Tag sind die Eucharistie und das Stundengebet der Lebensatem der Kirche, der den Heiligen Geist durch ihren Leib strömen lässt. In diesem Gebet vereint Christus „die gesamte Menschengemeinschaft (…) um sich, um gemeinsam mit ihr diesen göttlichen Lobgesang zu singen “ (SC, 83); so werden wir Tag für Tag immer mehr in das Ostergeheimnis einbezogen und ihm gleichgestaltet.

Der Heilige Augustinus schreibt: „Wenn wir im Gebet zu Gott sprechen, dürfen wir den Sohn nicht von ihm trennen; und wenn der Leib des Sohnes betet, darf er sein Haupt nicht von sich trennen; so sei also derselbe einzige Erlöser seines Leibes, unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, derjenige, der für uns betet, der in uns betet und zu dem wir beten. Er betet für uns als unser Priester; er betet in uns als unser Haupt; er wird von uns angebetet als unser Gott. Erkennen wir also in ihm unsere Stimme und seine Stimme in uns“ (Enarr. in psalmum LXXXV: PL 37, 1081).

Das Stundengebet heiligt, verbunden mit der Eucharistie, deren Licht es fortstrahlt, die Zeit unseres Alltags: Am Morgen beginnen wir den Tag im Glauben und in Dankbarkeit; am Mittag bitten wir um die Kraft zur Treue inmitten der Mühen; am Abend, wenn die Arbeit getan ist, begleitet die Vesper den Moment des Sonnenuntergangs; in der Nacht schlafen wir ein und vertrauen uns dem Frieden Gottes an. Jede Stunde ist ein Akt der Hoffnung: Während unserer irdischen Pilgerreise wachen wir und erwarten gemeinsam mit der ganzen Kirche die glorreiche Wiederkunft des Herrn."

Quelle: vaticannews

Warum besucht Papst Leo XIV Assisi zum zweiten mal?

Romereports  versucht, diese Frage zu beantworten

             

Dienstag, 4. August 2026

Der Hl. Benedikt - der geistige Vater Europas

R. Gehrig hat Abtprimas Jeremias Schröder zur Bedeutung des Hl. Benedikts und seiner fast 1500 Jahre alten Regel für Europa befragt, interviewt. 

              

Was hat es mit dem "Notstand" auf sich, der die Ècone-Weihen rechtfertigen sollte?

Roberto de Mattei setzt sich in einem Artikel, der bei Rorate Caeli veröffentlicht wurde,  mit den illegitimen Bischofsweihen der FSSPX . Hier geht´s zum Original: klicken

"DOCH WAS IST DER NOTSTAND?" WAS HAT ES MIT DEN ÉCONE-WEIHEN AUF SICH?"
VON ROBERTO DE MATTEI
 
Aber was ist der „Notstand“? 

"Ich möchte auf einen Begriff eingehen, der häufig auf eine zweideutige und widersprüchliche Weise herangezogen wird – vor allem um die Bischofsweihen zu rechtfertigen, die am 1. Juli 2026 in Écône stattfanden: den „Notstand“.


Ein grundlegender Punkt muss gleich zu Beginn klargestellt werden: Man darf den Begriff „Notstand“ nicht mit der schweren Krise verwechseln, die die Kirche heute durchmacht. Diese Krise ist ein unbestreitbares historisches und soziologisches Faktum. Manche führen ihren Ursprung auf Papst Franziskus zurück, andere auf die nachkonziliare Zeit, wieder andere auf das Zweite Vatikanische Konzil selbst. Diese historischen Bezüge enthalten einen wahren Kern, doch das Phänomen ist umfassender und zeitlich weiter zurückliegend. Bereits der heilige Pius X. diagnostizierte in der prophetischen Enzyklika Pascendi Dominici Gregis vom 8. September 1907 das Vorhandensein schwerster Übel, die durch den Modernismus in die Kirche eindringen. Professor Plinio Corrêa de Oliveira verortete diese Krise in seinem heute klassischen Werk „ Revolution und Konterrevolution“ von 1959 im Kontext eines jahrhundertelangen Prozesses, der mit der Auflösung des mittelalterlichen Christentums begann. Romano Amerio lieferte in seinem 1985 erschienenen Werk „Iota Unum: Eine Studie über die Veränderungen in der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert“ eine umfassende und tiefgründige Diagnose der Missstände in der Kirche seiner Zeit. Im selben Jahr veröffentlichte Kardinal Joseph Ratzinger, damals Präfekt der Glaubenskongregation, zusammen mit Vittorio Messori den Ratzinger-Bericht und warnte eindringlich vor dem Zustand des zeitgenössischen Katholizismus. Benedikt XVI., der zum Papst gewählt worden war, widmete sein letztes Pontifikatsjahr der Glaubenskrise. Seitdem hat sich die Lage dramatisch verschlechtert, und nur wer spirituell oder intellektuell blind ist, kann die Anzeichen dieser Krise leugnen.


Die historische Tatsache einer schwerwiegenden Krise in der Kirche deckt sich jedoch nicht mit der juristischen und moralischen Kategorie des „Notstands“. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Begriffe, die nicht verwechselt werden dürfen. Der Notstand setzt eine Ausnahmesituation voraus, ist aber nicht mit ihr identisch. Er ist eine Institution der Moraltheologie und des Rechts, die entwickelt wurde, um außergewöhnliche Situationen zu regeln, in denen die gewöhnliche Befolgung des Gesetzes mit dem Gut, das das Gesetz selbst schützen will, in Konflikt zu geraten scheint. Die kirchliche Krise mag zwar den Kontext bilden, in dem das Problem des Notstands auftritt, doch zwischen der historischen Situation und dem moralischen und juristischen Urteil liegt ein weiterer Schritt, der Umsicht und eine sorgfältige Prüfung der Fakten erfordert.


Montag, 3. August 2026

Zum Jugendtreffen in Assisi


Daniele Piccini
und Stefanie Stahlhofen haben für vaticannews den italienischen Franziskanerpater Luca de Pasquale zum Franziskanischen Jugendtreffen interviewt, das heute in Assisi begonnen hat.
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"VOR DEM PAPSTBESUCH: JUNGE GLÄUBIGE UND NICHT-GLÄUBIGE TREFFEN SICH IN ASSISI"

In Assisi hat an diesem Montag das Jugendtreffen „GO! Franciscan Youth Meeting“ begonnen, zu dem junge Leute aus ganz Europa eingeladen sind. Zum Abschluss am 6. August kommt Papst Leo XIV. Der italienische Franziskaner, Bruder Luca de Pasquale, hat das Jugendtreffen mitorganisiert. Im Interview mit Radio Vatikan berichtet er, was die Jugendlichen in Assisi erwarte

Der Höhepunkt für alle ist natürlich die Begegnung mit Papst Leo XIV. am Donnerstag in der Basilika Santa Maria degli Angeli, im unteren Teil von Assisi, unweit des Bahnhofs.
„Am Morgen des 6. August wird der Heilige Vater recht früh eintreffen. Die Veranstaltung findet in Santa Maria degli Angeli statt, also unterhalb der Franziskus-Basilika in Assisi. In Santa Maria degli Angeli, der großen Basilika, in der auch die Portiunkula steht – jene kleine Kirche, die Franz von Assisi bewahrt hat, in der er gelebt hat, in der er den Orden der Minderbrüder gegründet hat und in der er gestorben ist. Um 8:45 Uhr findet auf dem Vorplatz der Basilika die Begegnung mit den Jugendlichen statt, bei der der Papst auf drei Fragen der Teilnehmer eingeht. Im Anschluss daran, ab 9:15 Uhr, ist im Kreuzgang des Konvents die Begrüßung von Vertretern der franziskanischen Ordensfamilie, der anwesenden Bischöfe sowie Mitgliedern des Nationalkomitees für den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi vorgesehen", berichtet der Franziskanerbruder Luca de Pasquale.

„Die Portiunkula ist sowohl für unsere franziskanische Familie als auch für das Jubiläum des Todes des Heiligen, das wir als franziskanische Familie gerade begehen, von besonderer Bedeutung", so der Ordensmann, der einer der Verantwortlichen für die Veranstaltung „GO! Franciscan Youth Meeting" ist. Der 38-jährige Minoritenbruder erklärt den vatikanischen Medien, dass sich etwa 2.150 Jugendliche direkt für die Veranstaltung angemeldet haben, die sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 33 Jahren richtet, Gläubige wie Nichtgläubige.

Auch Nicht-Gläubige eingeladen

„Einige haben wir gefragt: ,Warum kommt ihr?`, und verschiedene Jugendliche haben geantwortet: ,Weil wir etwas anderes machen wollen, gegen den Strom schwimmen und uns von Modetrends, Vorurteilen und der vielen Oberflächlichkeit abgrenzen wollen, die es heute leider gibt.` Und abgesehen davon, kommen sie, weil sie interessiert sind; die Mehrheit wird sicherlich aus gläubigen Jugendlichen bestehen."


Zu den bevorstehenden Umstrukturierungen der Kurie ...

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit den anstehenden nötigen Umstrukturierungen der Kurie. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV: AUF DEM WEG ZU EINER NOTWENDIGEN UMSTRUKTURIERUNG" 
 Leo XIV. ist nach einem einmonatigen Urlaub in Castel Gandolfo in den Vatikan zurückgekehrt, und eine Reihe wichtiger Entscheidungen erwartet ihn . Nicht alle sind dringlich, doch seine Entscheidungen werden viel darüber aussagen, wie der Papst sein Pontifikat gestalten will.

Diese Entscheidungen werden einer strengen Prüfung durch viele unterzogen werden, angefangen bei denen im Vatikan, die die Entscheidungen von Papst Franziskus verteidigt haben und sich weigern, diese zurückzunehmen.

Es besteht die Gefahr, dass der Papst in naher Zukunft wegen der Ernennungen und der Organisation der Römischen Kurie in die Schusslinie gerät . Man könnte sogar Gerüchte hören – teilweise von hochrangigen Personen – über eine Abkehr von oder einen Verrat an Papst Franziskus’ Kurienreformprojekt, wie es in seiner Apostolischen Konstitution „Praedicate Evangelium“ von 2022 dargelegt ist. 
Um welche Entscheidungen handelt es sich also?
Zunächst einmal haben mehrere Abteilungsleiter bereits das Rentenalter erreicht und müssen ersetzt werden.

Es handelt sich um: den Präfekten des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Marcello Semeraro; den Präfekten des Dikasteriums für den Gottesdienst, Kardinal Arthur Roche; den Präfekten des Dikasteriums zur Förderung der christlichen Einheit, Kardinal Kurt Koch; und den Präfekten des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Farrell. 
Im November wird auch Kardinal Lazzaro You, Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, 75 Jahre alt.

Bislang hat Leo XIV. in allen Dikasterien, in denen er Generationswechsel vorgenommen hat, konsequent gehandelt. Die einzige Ausnahme bildet das Dikasterium für Kommunikation, wo er Montse Alvarado , die ehemalige Geschäftsführerin von EWTN, ernannt hat. Sie wird ab November die komplexe Kommunikationsinfrastruktur des Vatikans leiten.
Im Übrigen gab es keine größeren Überraschungen oder gar bahnbrechende Entscheidungen. Leo XIV. hielt sich weitgehend im Hintergrund, und das bewies sich bei allen wichtigen Angelegenheiten.

Es wird gemunkelt, dass es noch eine weitere mögliche Veränderung geben könnte, diesmal im Amt des Außenministers.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der derzeitige Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, bisher das uneingeschränkte Vertrauen des Papstes genießt und in gut zwei Jahren 75 Jahre alt wird . Der Papst könnte jedoch durchaus jemanden seiner Wahl mit der Leitung des Staatssekretariats betrauen wollen.
Es wird bereits viel darüber spekuliert, wer der neue Außenminister wird, doch wenig darüber, was Kardinal Parolin tun könnte. Mit 73 Jahren wäre jede neue Aufgabe unvollständig, selbst mit einer Verlängerung bis zu seinem 77. Lebensjahr, da die Zeit für Reformen und Maßnahmen fehlen würde.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Kardinal Parolin den mittlerweile über achtzigjährigen Kardinal Fernando Filoni als Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab ablösen könnte. Die Position hätte ein internationales und diplomatisches Profil und wäre ein idealer Übergang in den Ruhestand.
Außerdem würde dies verhindern, dass Kardinal Parolin in ein Amt berufen wird, in dem er seine fünfjährige Amtszeit nicht vollenden könnte.

Sonntag, 2. August 2026

G.F.Händel am Sonntag Abend

 "La Rejouissance" aus Händels  Feuerwerks-Musik - hier für Orgel und Trompete

             

Angelus

 heute auf dem Petersplatz

            

Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews über die Ansprache des Hl. Vaters beim heutigen Angelus. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BEIM ANGELUS: TEILEN, DAS ZUM SEGEN WIRD"  
Beim Angelusgebet am 2. August 2026 hat Papst Leo dem in unserer Zeit weit verbreiteten Übel des „Anhäufens und Wegwerfens“ eine klare Absage erteilt. Das Vorbild Jesu dagegen zeige uns, dass Hoffnung und Gemeinschaft dort wachsen, wo Menschen füreinander da sind - und erkennen, dass Solidarität und Großzügigkeit niemanden ärmer machen.

        Die Wunder Jesu: sichtbare Zeichen seiner Liebe zu den Menschen

Die Wunder Jesu seien keine Machtdemonstrationen, sondern sichtbare Zeichen seiner Liebe zu den Menschen, so der Papst weiter. Wenn Blinde wieder sehen und Taube wieder hören könnten, schenke ihnen Christus auch eine neue Perspektive: Sie dürfen die Frohe Botschaft hören und das Wirken Gottes erkennen.


Und besonders deutlich werde dies in der Erzählung von der Speisung der Fünftausend:


„Die Begebenheit der Brotvermehrung bedeutet, dass die Begegnung mit dem Herrn eine nährende Erfahrung ist. In der Wüste, also am Ort unserer Not, ist Christus das Brot des Lebens. Durch ihn ist das Lebensnotwendige im Überfluss vorhanden.“

                      Was geteilt wird, geht nicht verloren...

Jesus begegne den Menschen also in ihrer Bedürftigkeit und sorgt für sie. Doch die Brotvermehrung verweist auch auf eine wichtige Wahrheit: Was geteilt wird, geht nicht verloren. Im Gegenteil – es wird zum Segen für viele.



                                              Trotz der Hitze in Rom war der Petersplatz gut besucht   (@Vatican Media)

            Den Urlaub zu einer Zeit der Geschwisterlichkeit werden lassen

Gerade in einer Welt, die von Konflikten, Ungerechtigkeit und Egoismus geprägt ist, lade Christus dazu ein, einen anderen Weg zu gehen. Sein Blick zum Himmel, das Dankgebet, das Brechen und Austeilen des Brotes seien bereits ein Verweis auf das Letzte Abendmahl, betonte Papst Leo, und gab abschließend noch folgenden Denkanstoß:

„Verkosten wir die Gnade der Eucharistie und bemühen wir uns dabei, deren Schönheit durch unsere alltäglichen Taten zu bezeugen – angefangen beim Tischgebet, wenn wir das Brot in der Familie und unter Freunden teilen. In der Gemeinschaft mit Jesus kann auch der Urlaub zu einer Zeit der Ruhe und Geschwisterlichkeit werden, indem wir diejenigen in unserer Umgebung berücksichtigen, die in Not sind.“

Quelle: vaticannews, Silvia Kritzenberger

In illo tempore

In seiner heutigen Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die SOnntage im Kirchenjahr befaßt sich Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive mit dem 10. Sonntag nach Pfingsten.
Hier geht´s zum Original:  klicken"

     "IN JENER ZEIT: 10.SONNTAG NACH PFINGSTEN"

"Wir sind beim zehnten Sonntag nach Pfingsten im Usus Antiquior, dem Vetus Ordo, angelangt. Pius Parsch (+1954) sah in den Sonntagen nach Pfingsten eine fortschreitende Schulung im christlichen Leben. Die früheren Sonntage befassen sich häufig mit Heilung, der mittlere mit dem Kampf zwischen Gottes Reich und der Herrschaft der Sünde, und die späteren mit dem Gericht und der Wiederkunft Christi. Die heutige Messe steht innerhalb dieses mittleren Konflikts. Zwei Reiche stehen einander gegenüber, und ihre Grenze verläuft mitten durch das menschliche Herz.

Der Brief beginnt mit einer Warnung, die angesichts der folgenden Ausführungen leicht übersehen wird. Paulus erinnert die Korinther: „Als ihr noch Heiden wart, wurdet ihr zu stummen Götzenbildern verführt, wie auch immer ihr dazu bewegt worden sein mochtet“ (1 Kor 12,2). Bevor er von Weisheit, Erkenntnis, Glauben, Heilung, Wundern, Prophetie, Unterscheidungsvermögen, Zungenrede und Auslegung spricht, erinnert er sie an ihre frühere Knechtschaft. Sie waren zu stummen Bildern hingezogen worden, bewegt von Kräften, die weder Gott offenbaren noch Leben spenden konnten. Götzendienst ist der dunkle Hintergrund, vor dem die Gaben des Heiligen Geistes erscheinen. „Niemand, der vom Geist Gottes redet, sagt jemals: ‚Verflucht sei Jesus!‘, und niemand kann sagen: ‚Jesus ist der Herr‘, außer durch den Heiligen Geist“ (1 Kor 12,3). Die entscheidende Frage betrifft die Anbetung: Quis sedet super thronum cordis mei ? Wer sitzt auf dem Thron meines Herzens?

Die Passage ist zutiefst trinitarisch. Paulus spricht von „verschiedenen Gaben, aber demselben Geist“, „verschiedenen Diensten, aber demselben Herrn“ und „verschiedenen Wirkens, aber demselben Gott“ (1 Kor 12,4–6). Die Personen sind unterschieden, während das göttliche Wirken unteilbar bleibt. Die Gaben, Dienste und Wirkungen (charismata, diakoniai , energēmata ) offenbaren einen geordneten Reichtum, in dem verschiedene Gnaden einem übernatürlichen Ziel dienen.

Das griechische Wort διαίρεσις, das in der Passage wiederholt vorkommt, kann „Teilung, Verteilung oder Zuteilung“ bedeuten. Weisheit ist nicht Heilung, Prophetie ist nicht Auslegung und Verwaltung ist nicht das Wirken von Wundern. Diese Unterschiede begründen keine rivalisierenden Herrschaftsverhältnisse innerhalb der Kirche. Der Heilige Geist teilt seine Gaben aus, wie die Seele die Glieder eines lebendigen Leibes belebt. Paulus fährt über die liturgische Perikope hinaus fort: „Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl es viele sind, einen Leib bilden, so ist es auch mit Christus“ (1 Kor 12,12). Das Auge wird nicht augennäher, indem es die Hand verachtet. Jedes Glied hat seinen Platz, seine Funktion und seine Lebenskraft im Ganzen.

Eine Perikope in der Messe geht üblicherweise über ihren Rahmen hinaus. Antiphonen, Tagesgebet, Epistel, Evangelium und Gesänge bilden einen einzigen Akt, und die Lesung führt uns in ihren größeren Kontext ein. Ihre Vorbereitung auf die Sonntagsmesse im Laufe der Woche könnte beinhalten, die bevorstehenden Lesungen zu prüfen und die Bibel vorher aufzuschlagen. Diese Woche werden Sie feststellen, dass Paulus' Aufzählung in 1 Kor 12 auf den höheren Weg ausgerichtet ist. Das Kapitel schließt mit: „Strebt eifrig nach den höheren Gaben“, gefolgt von: „Ich will euch einen noch besseren Weg zeigen“ (1 Kor 12,31).

Dieser Weg ist ἀγάπη, Agape, Caritas , aufopfernde Liebe. 1. Korinther 13 beurteilt jedes Charisma und gibt jeder Gabe ihre angemessene Form. „Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, wäre ich nur ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle“ (1 Kor 13,1). Prophetie, Erkenntnis, wundertätiger Glaube, Almosen und selbst die leibliche Hingabe werden geistlich leer, wenn die Liebe fehlt. Die Gaben werden „zum gemeinsamen Wohl“ gegeben (1 Kor 12,7), und die Liebe bewahrt den Empfänger davor, sie als persönliche Trophäen zu betrachten. Caritas wendet Weisheit im Dienst nach außen, reinigt Erkenntnis von Eitelkeit, macht Autorität seelsorgerisch und verbindet die vielen Glieder zum einen mystischen Leib Christi.

Samstag, 1. August 2026

Die Synode vor dem Praxistest...

Stefano Fontana befaßt sich -nicht ohne eine gewisse Skepsis- in einem Leitartikel für La Nuova Bussola Quotidiana im Hinblick auf die bevorstehenden Synodenversammlungen 2027/28 mit dem Fortgang des Synodalen Prozesses und seiner bevorstehenden Umsetzung in die Praxis.            Hier geht´s zum Original: klicken

"DIE SYNODE IN DER UMSETZUNGSPHASE. DIE PRAXIS ZÄHLT MEHR ALS DOKUMENTE" 

Im Hinblick auf die Synodenversammlungen 2027/28 werden die einzelnen Phasen der diözesanen, nationalen und anderen Initiativen skizziert, um die „Früchte“ der neuen Synodalität in den Vatikan zu bringen. Ob diese im Laufe der Zeit verbreitet werden und was der Papst damit anfangen wird, ist letztlich zweitrangig: Ziel ist es, weiterhin Umbrüche im Leben der Kirche anzustoßen.

„Auf dem Weg zu den Synoden 2027–2028: Phasen, Kriterien und Instrumente zur Vorbereitung“ lautet der Titel des neuen Dokuments, das vom Generalsekretariat der Synode für die letzte Phase dieses langen Prozesses erstellt wurde. Dieser Prozess ist zwar nicht abschließend, aber konkreter Natur und wird bis zur Synode 2028 umgesetzt. Alles begann mit Franziskus, und es fühlt sich immer noch so an, als befänden wir uns in seinem Pontifikat, als wäre Leo XIV. nie gewählt worden. Nach der viel diskutierten Generalprobe für die Familiensynode 2014 und 2015 veröffentlichte Franziskus am 15. September 2018 die Apostolische Konstitution „ Episkopalis communio“, mit der er die Bischofssynode umstrukturierte und in einen kontinuierlichen, auf Synoden basierenden Prozess verwandelte: So entstand die „neue Synodalität“ als Praxis der umfassenden kirchlichen Entscheidungsfindung. Die Phase der Beratung und des Zuhörens fand 2021/22 statt, gefolgt von der Phase der Feierlichkeiten 2023/24. Papst Franziskus erwog in dieser Zeit, den Prozess bis 2028 zu verlängern – eine Entscheidung, die später von Leo XIV. bestätigt wurde.

Nun folgt die Phase der Evaluierung und Umsetzung, deren Ziel es ist, „das vom Heiligen Geist Bewirkte zu erkennen, die Herausforderungen auf dem Weg zu verstehen und die nächsten Schritte realistisch und zuversichtlich zu bestimmen“. Synodale Versammlungen finden auf diözesaner, nationaler und kontinentaler Ebene statt, die abschließende kirchliche Versammlung im Oktober 2028 im Vatikan. Synodale Teams werden die Arbeit begleiten; die Versammlungen müssen das Volk Gottes (Frauen, Jugendliche, Arme usw.) gleichermaßen repräsentieren und finden sowohl in Präsenz als auch online statt; Angehörige anderer Religionen können ebenfalls teilnehmen. Nach Abschluss der abschließenden kirchlichen Versammlung werden die gesammelten Beiträge „dem Heiligen Vater als Frucht des Unterscheidungsprozesses dargebracht“.

Dies ist, kurz gesagt, der Entwurf des weiteren Vorgehens, der sich aus dem vorliegenden Dokument ergibt. Dazu lassen sich zwei Arten von Beobachtungen anstellen: die erste konkrete Analyse der vorgesehenen Verfahren, die zweite eher theologischer Natur.

Aus verfahrenstechnischer Sicht weist der gesamte Prozess einerseits einen versammlungsähnlichen Charakter auf, andererseits scheint er, wie in modernen Demokratien üblich, gezielt manipulierbar zu sein. Er ähnelt einem versammlungsähnlichen Prozess, da alle Mitglieder gleichberechtigt sind und das letztendlich Beschlossene auch dann angenommen werden kann, wenn es fehlerhaft ist, wie der Bericht der Gruppe 9 am Ende der vorherigen Synodalitätsphase zeigt. Die Idee einer souveränen Versammlung basiert auf einer rätselhaften Interpretation des Prinzips des „ sensus fidelium“.In allen Synodaldokumenten, einschließlich des jüngsten, wird häufig behauptet, die Grundlage von Synodalversammlungen sei nicht soziologischer, sondern gemeinschaftlicher Natur des Hörens auf den Heiligen Geist – allerdings mit wenig Überzeugungskraft. Was eine so strukturierte Synodalversammlung beschließt, hat in der Kirche keinen Wert, und die Gläubigen würden keine Fehler begehen, wenn sie nicht zuhörten.

Diese Art von Führung scheint darauf ausgelegt zu sein, zur Erreichung vorgefasster Ziele manipuliert zu werden. Leider haben wir dies bereits in großem Umfang erlebt. Die Teilnehmerzahl ist im Vergleich zur Gesamtzahl der Gläubigen sehr gering; es handelt sich um eine von oben ernannte Elite . Synodalteams können zur Einflussnahme eingesetzt werden (waren die dortigen „Moderatoren“ nicht eher zur Steuerung als zur Moderation eingesetzt?). Atheisten, Vertreter anderer Religionen oder ideologische Aktivisten können gezielt eingeschleust werden, um die sogenannte „Unterscheidung“ zu beeinflussen. Die Sekretariate, die auf jeder Ebene die endgültigen Dokumente verfassen, könnten dies im Einklang mit ihren Eigeninteressen tun (auch hierzu hat uns die Synode von 2014/15 viel gelehrt). Die enorme und äußerst komplexe Struktur bietet keinerlei Garantien.

Freitag, 31. Juli 2026

Die päpstliche Nächstenliebe für die Notleidenden

Edoardo Giribaldi berichtet bei vaticannews über die Reichweite der päpstlichen Hilfeleistungen für Notleidende. Hier geht´s zum Oiginal:  klicken

"WIE DIE HILFE DES PAPSTES WELTWEIT NOTLEIDENDE ERREICHT"

Die Nächstenliebe des Papstes kennt durch das Wirken des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe keine geografischen Grenzen. Neben der ständigen Unterstützung von kriegsgeplagten Gebieten wie der Ukraine und dem Nahen Osten umfasst sie auch die Entsendung humanitärer Hilfe auf alle fünf Kontinente.

„Nächstenliebe duldet keine Verzögerungen“, mahnte Papst Leo XIV. am 6. Juni, dem ersten Tag seiner Apostolischen Reise nach Spanien, als er sich an die Mitarbeiter und die Betreuten des Sozialprojekts Cedia 24 Horas in Madrid wandte. Ein Auftrag, den sich das Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe - das Päpstliche Almosenamt - schon lange zu eigen gemacht hat: Solidarität kenne „keine Grenzen und lässt sich nicht durch Nationalismus einschränken“, erklärt der Almosenmeister des Papstes, Erzbischof Luis Marín de San Martín, gegenüber den vatikanischen Medien. Vielmehr müsse sie „überall dort ankommen, wo Leid herrscht und dringende Not entsteht. Deshalb sorgen wir dafür, dass sie schnell, konkret und koordiniert erfolgt und sich insbesondere an die Ärmsten richtet, um ihnen die Nähe und Zuneigung des Papstes zu vermitteln“, betont der Augustiner. Die Initiativen sind zahlreich und lassen sich kaum erschöpfend aufzählen.

So unterstützen die Hilfsgüter, die ununterbrochen verschickt und verteilt werden, beispielsweise seit Kriegsbeginn die Bevölkerung der leidgeprüften Ukraine ebenso wie die des Gazastreifens und des Libanon, wo im vergangenen April eine humanitäre Hilfslieferung gemeldet wurde, die etwa 15.000 Packungen mit lebenswichtigen Medikamenten für die Bevölkerung umfasste. Sowohl langfristige Unterstützung als auch Nothilfe werden durch das Dikasterium weltweit organisiert – für Menschen, die von Naturkatastrophen oder sozialen Notlagen betroffen sind.

Aufnahme in Europa

Auch innerhalb Europas, in einem an sich als wohlhabend geltenden Umfeld, trifft man auf Geschichten von Armut und Ausgrenzung. Von Zypern, dem Knotenpunkt der Migrationsrouten im Mittelmeer, wo ein Sant’Egidio-Projekt für Asylsuchende durch Mahlzeiten, Hygiene-Sets und psychologische Betreuung in den Aufnahmezentren unterstützt wurde, bis hin zur konkreten Hilfe in Georgien durch die Lieferung des Materials zur Fertigstellung eines Hauses für arme Kinder in Tiflis: ein Projekt, an dem bereits Papst Franziskus beteiligt war und das Leo XIV. nun zum Abschluss bringt.

Trost spenden im Nahen Osten und in Asien

Auch Syrien, das nach wie vor unter den Folgen eines Krieges leidet, der von den Titelseiten der Zeitungen verschwunden ist, lebt die christliche Gemeinschaft weiter unter Druck inmitten stiller Bedrohungen. Der Apostolische Nuntius, Luigi Roberto Cona, wird dort in diesen Tagen dank der finanziellen Hilfe des Vatikans zweitausend Familienpakete mit Reis, Getreide und Öl an die örtliche Caritas ausgeben können.


Das Interview

               


Edoardo Giribaldi und  Mario Galgano berichten für vaticannews. 
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"PAPST IM INTERVIEW: WERTSCHÄTZUNG FÜR DIE PRINZIPIEN DER USA"

Das Gefühl von Freiheit, Chancen und die Einladung an Menschen aus der ganzen Welt über Generationen hinweg, Teil einer Nation zu werden: Dies sind nach den Worten von Papst Leo XIV., selbst US-Amerikaner, die prägenden Aspekte der Vereinigten Staaten von Amerika

Das äußerte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview mit den Sendern NBC und Telemundo im Anschluss an das Gebetstreffen „Cantico di Pace“, das am Mittwochabend (29. Juli 2026) am Sitz von „Borgo Laudato si'“ in den päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo stattfand. Die Veranstaltung wurde musikalisch von Andrea Bocelli und dem Chor „ABF Voices“ begleitet. Beim anschließenden Interview äußerte der Papst den Wunsch, sein Geburtsland zu besuchen, und ging auf die Situation von Migranten und Flüchtlingen ein, die er ermutigte, die Hoffnung nicht zu verlieren und ein rechtschaffenes Leben zu führen:

„Habt Hoffnung. Versucht, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Es muss anerkannt werden, dass man keine Gesellschaft aufbauen kann, wenn Straftaten oder Verbrechen begangen werden. Wir müssen daher lernen, in Frieden zu leben. Wir müssen auch den Mut und die Hoffnung bewahren, die uns stets helfen.“

Quelle: E. Giribaldi, M. Galgano, vaticannews

Donnerstag, 30. Juli 2026

Auch wir gratulieren

Erzbischof Georg Gänswein zum 70. Geburtstag und wünschen Gottes reichen Segen für seinen weiteren Lebensweg!

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Zum 70. Geburtstag von Erzbischof Georg Gänswein

Auch Rudolph Gehrig veröffentlicht einen Geburtstags-Gruß an Erzbischof Georg Gänswein, mit dem er während der langen Jahre seines Dienstes im Vatican wiederholt gesprochen hat.   
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"2019: MEIN ERSTES INTERVIEW MIT ERZBISCHOF GÄNSWEIN"

beginnt seine Geburtstags-Gruß so : ZITAT

Am 17. Oktober 2019 stellte der frühere Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. in Frankfurt am Main sein neues Buch vor. Nach der Buchvorstellung konnte ich ihm – trotz meiner fragwürdigen Frisur und einem Anzug, der etwas zu groß geraten ist – eine Frage zum Gesundheitszustand des emeritierten Papstes stellen

         

(....)

Quelle: R. Gehrig