Sonntag, 30. August 2026

Angelus: die Ansprache

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache, die der Hl. Vater beim heutigen Angelus gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

   "Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und einen schönen Sonntag!"

"Das heutige Evangelium berichtet uns, wie Jesus seinen Jüngern das Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung offenbart, die bevorstehen: Der Messias, so sagt er, »müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden« (Mt 16,21).

Was er ihnen sagt, ist sehr weit von den Erwartungen entfernt, die wir an einen siegreichen und mächtigen Messias haben, mit dessen Hilfe die Feinde besiegt und mit Füßen getreten werden können (vgl. Ps 108,14). Während der Zeit, die sie mit ihm verbracht hatten, hatten sie bereits Gelegenheit gehabt, über viele seiner Taten und Worte zu staunen. Diese letzte Botschaft geht jedoch wirklich über alle Erwartungen hinaus. Besonders Petrus bringt sein Missfallen zum Ausdruck und weist Jesus zurecht, indem er zu ihm sagt: »Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!« (V. 22).

„Es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen“

Kurz zuvor hatte er in ihm »den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes« (V. 16) erkannt. Jetzt aber macht er ihm Vorwürfe, überrascht und vielleicht enttäuscht von dem, was er hört – ganz im Gegensatz zu dem wunderbaren Glaubensbekenntnis, das er kurz zuvor abgelegt hatte. Petrus scheint ihm zu sagen: „Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, aber so rettet man die Welt nicht.“ Sein Verhalten entspringt seinem Eifer und ist sicherlich von aufrichtiger Liebe beseelt, doch es gibt uns dennoch Anlass zum Nachdenken.

Denn es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen, insbesondere wenn sie von unseren eigenen sehr weit entfernt sind. Dann geraten wir in die Versuchung, entgegen jeder Logik des Glaubens zu denken, dass es der Herr sei, der sich irrt, oder schlimmer noch, dass er uns nicht zuhört oder sich nicht für uns interessiert. Im Hinblick auf diese Unklarheit lehrt uns Petrus, trotz seiner Impulsivität, zwei wichtige Dinge.

                      „Den Dialog mit dem Herrn nie unterbrechen“

Das Erste ist, den Dialog mit dem Herrn nie zu unterbrechen, selbst in derartigen Augenblicken, sondern ihm auch unsere Schwierigkeiten mitzuteilen, das zu verstehen, was er von uns möchte. 

Das Zweite ist hingegen, dass wir Gottes Wirken nie beurteilen, sondern im Gebet mit Demut auf das hören, was er uns durch sein Handeln offenbart, auch wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht.

Und auch darin zeigt sich die Größe des Ersten unter den Aposteln. 

Jesus antwortet ihm: »Tritt hinter mich, du Satan!« (V. 23) und er erklärt ihm und den anderen Jüngern, dass sie sich selbst verleugnen, ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen müssen, um in seine Fußstapfen treten zu können (vgl. V. 24). Petrus wird dies tun: Nachdem er ihm zugehört hat, wird er diese Herausforderung annehmen und den Worten des Christus treu bleiben, den er als seinen Erlöser erkannt hat – sein ganzes Leben lang, bis zum Martyrium. 

„Dem Herrn demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist“  

Bitten wir den Herrn also darum, dass auch wir in unserem Glaubensleben und in unserem Gebet dieselbe Aufrichtigkeit wie Petrus haben, indem wir ihm demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist, und dass wir zugleich dieselbe Verfügbarkeit wie Petrus hegen, indem wir das annehmen, was der Herr von uns verlangt, auch wenn es über unsere Erwartungen hinausgeht. 

Möge uns Maria dabei helfen, die den Plänen Gottes bis unter das Kreuz ihres Sohnes Jesus gehorsam war."

Quelle: vaticannews

Festmesse in Notre Dame

   zum Gedenken an die Befreiung von Paris im August 1944

              

In illo tempore

Fr. J. Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken

     "IN JENER ZEIT: 14. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

„Jeder gute Baum bringt gute Früchte, aber ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte… An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,17.20). 

Die biblische Leuchte unseres Herrn erhellt den Brief zum vierzehnten Sonntag nach Pfingsten, Galater 5,16–24, in dem Paulus die Werke des Fleisches der Frucht des Geistes gegenüberstellt. Das Bild des Baumes lenkt unseren Blick nach innen. Welche Frucht hängt an den Zweigen meines Lebens? Welche Ernte reift in meinen Worten, Gewohnheiten, Vergnügungen, meinem Groll, meinem Umgang mit Besitz, meinem Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen und meiner Reaktion auf Versuchungen?

Paulus schrieb seinen recht zornigen Brief an die Galater, weil falsche Lehrer die Christen in Kleinasien davon überzeugten, dass die Einhaltung des mosaischen Gesetzes, insbesondere die Beschneidung, für das Heil notwendig sei. Er beginnt das fünfte Kapitel mit einem Posaunenstoß: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen!“ (V. 1). Das Joch symbolisierte Arbeit, Unterwerfung und Niederlage. Ochsen wurden zum Pflügen vorgespannt. Sklaven trugen Joche. Besiegte Feinde Roms mussten als Zeichen der Unterwerfung unter einem Joch hindurchgehen. 

Das mosaische Gesetz diente als Richtschnur und Wegweiser. Da Israel den Bund mit Gott wiederholt brach, vervielfachte Gott die Anzahl der Gebote. Die rabbinische Tradition zählt 613 Gebote, 365 negative und 248 positive. Ihr Gewicht sollte Israel die Notwendigkeit göttlicher Erlösung eindringlich vor Augen führen. Ein Joch belastet das Tier, lenkt es aber auch in die Furche. Das Gesetz hielt das auserwählte Volk zurück, disziplinierte es und weckte in ihm die Sehnsucht nach dem Messias.

Christus erfüllte das Gesetz und befreite sein Volk von dessen überholten zeremoniellen Vorschriften. 

Christliche Freiheit schenkt jedoch die Freiheit, Gott zu lieben und ihm zu dienen, nicht aber die Erlaubnis zu sündigen. Das moralische Fundament bleibt bestehen. „Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (V. 14). Die Liebe zu Gott fasst die erste Tafel des Dekalogs zusammen. Die Nächstenliebe umfasst die zweite. Die Freiheit der Kinder Gottes besteht darin, die Gnade zu besitzen, nach dieser Liebe zu leben.

Daher gebietet Paulus: „Wandelt im Geist und erfüllt nicht die Begierden des Fleisches“ (V. 16). Zwei Reiche ringen im Herzen des Menschen miteinander: das Reich der Gnade, gegründet vom Heiligen Geist, und das Reich des von der Sünde verwundeten, ungeordneten Fleisches. Ihre Gräben hinterlassen tiefe Spuren im Inneren. Die Taufe hat uns wiedergeboren, doch die Begierde bleibt bestehen. Die Gnade heilt, erhebt und stärkt unsere Natur, während unsere niederen Triebe weiterhin rebellieren. Christliches Leben bedeutet daher Kampf, Wachsamkeit, Abtötung, Bekenntnis und das wiederholte Flehen um göttliche Hilfe. 

Paulus beschreibt den Konflikt anschaulich:

„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, und der Geist begehrt gegen das Fleisch; diese widerstreben einander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt“ (V. 17).

Das griechische Partikel ἵνα, hína , kann Zweck oder Folge bezeichnen. Hier hindert uns der Gegensatz von Fleisch und Geist folglich daran, das zu erreichen, was unser erneuerter Sinn begehrt. Paulus geht in Römer ausführlicher auf diese schmerzhafte Erfahrung ein.

„Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich… Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Römer 7,19.24-25).

Samstag, 29. August 2026

Die Predigt

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews die Predigt, die Papst Leo XIV heute Abend während der Hl Messe in Castel Gandolfo gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT DER PREDIGT VON PAPST LEO XIV IN CASTEL GANDOLFO"

Liebe Brüder und Schwestern,

ich freue mich, mit euch das Fest der „Madonna del Lago“ zu feiern, wie es bereits einige meiner Vorgänger getan haben: der heilige Paul VI., der den Bau dieser Maria geweihten Kirche angestrebt und unterstützt und sie geweiht hat, sowie der heilige Johannes Paul II., der hier ihre Verehrung in Erinnerung rufen und ihre Botschaft erneuern wollte.

Die Wortgottesdienstfeier bietet uns Texte, die gut zu diesem traditionellen Fest passen.

In der ersten Lesung spricht der Prophet Jeremia von seinem unwiderstehlichen Bedürfnis, dem Ruf zu folgen, den er erhalten hat: „Du hast mich betört, o HERR“, sagt er, „und ich ließ mich betören […]. So brannte in meinem Herzen ein Feuer […]. Ich mühte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht“ (Jer 20,7.9). Gott hat ihm offenbart, dass er ihn schon im Mutterleib erkannt und auserwählt hat (vgl. ebd. 1,5) und dass er sein Volk mit ewiger Liebe liebt (vgl. ebd. 31,3); er hat zu ihm über seinen Heilsplan gesprochen, und Jeremia kann nicht länger schweigen. Er verspürt einen unbändigen Drang, allen seine Botschaft zu verkünden, auch wenn er weiß, dass dies bedeutet, Dinge sagen und tun zu müssen, die vielen nicht gefallen werden, und dass er Leid und Unverständnis erfahren wird, bis er „den ganzen Tag nur Hohn und Spott“ erfährt (V. 7). Doch die Liebe treibt ihn an, zum Wohl seines Volkes zu handeln, ohne Kompromisse, bis zum Ende.

Das lehrt uns auch Jesus im Evangelium. Kurz zuvor hat er fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist (vgl. Mt 14,15–21) und danach weitere viertausend mit sieben Broten und ein paar kleinen Fischen (vgl. Mt 15,32–38). Nun erklärt er seinen Jüngern, jenseits des Erfolgs, den diese Taten hatten, die messianische Bedeutung dessen, was er vollbracht hat: Er offenbart ihnen, dass er „nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden [werde], er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden“ (Mt 16,21).

                          „Jesus offenbart, dass nur die Liebe rettet“

Er erklärt, wie er nach den vielen vollbrachten Wundern seine Herrlichkeit endgültig offenbaren wird: indem er sein Leben freiwillig opfert (vgl. Joh 10,17-18) und sich selbst am Kreuz als gebrochenes Brot darbringt. Und er betont, dass jeder, der seine Mission fortsetzen will, dasselbe tun muss: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (V. 24).

So offenbart Jesus, dass nur die Liebe rettet. Die Liebe, die Gott uns gezeigt hat, indem er Mensch wurde, für uns starb und auferstand, und als Antwort darauf die Liebe, mit der auch wir uns demütig ihm und unseren Brüdern und Schwestern hingeben: in der treuen Beständigkeit der täglichen Nächstenliebe ebenso wie in den außergewöhnlichsten Gesten, bis hin zum Martyrium, wie es leider auch heute noch vielen Christen in verschiedenen Teilen der Welt widerfährt.

Der heilige Augustinus sagte, dass „die Freude des Erntearbeiters […] die Absicht des Sämanns offenbart“ (Sermo 330, 2), und wir möchten uns seine Gefühle zu eigen machen: Mit Gottes Hilfe wollen wir überall auf der Welt die Samen seiner unendlichen Nächstenliebe ausstreuen, ohne müde zu werden, ohne Maß, damit heute und immer sich jemand freuen kann, wenn er die Früchte erntet.

„Leider verstehen nicht alle die Schönheit, die Güte und die Konkretheit dieses Traums des Schöpfers“

Leider verstehen nicht alle die Schönheit, die Güte und die Konkretheit dieses Traums des Schöpfers; ja, viele halten ihn sogar für eine Utopie. Die andere Wange hinzuhalten (vgl. Mt 5,39) – so sagen sie – sei etwas für Verlierer, angesichts von Ablehnung dennoch zu geben sei naiv, grenzenlos zu vergeben (vgl. Mt 18,21-22) sei etwas für Schwache. Das ist nicht verwunderlich. Selbst für Petrus war es schwierig, diese neue und andere Denkweise zu akzeptieren (vgl. Mt 16,22). Doch Jesus bleibt unnachgiebig: Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens.

Machen wir uns nichts vor. Hass und Gewalt bringen nichts Gutes, sondern nur Zerstörung und Tod, immer, auch wenn sie eine Antwort auf erlittene Ungerechtigkeiten sein mögen. Wir sehen es jeden Tag, vom Kleinen unseres häuslichen Lebens bis zur großen Weltbühne. Alles bestätigt, was Jesus uns gelehrt hat: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden“ (Mt 16,25).

„Wir brauchen so sehr das Leben, die Hoffnung, die Gelassenheit und den Frieden“

Liebe Brüder und Schwestern, wir brauchen so sehr das Leben, die Hoffnung, die Gelassenheit und den Frieden – in uns selbst, in unseren Städten, unter den Völkern und Nationen. Deshalb dürfen wir, ganz gleich, wie schwer die Wunde, wie groß die Kränkung auch sein mag, nicht zulassen, dass das Böse unsere Menschlichkeit entstellt und unser Herz verdirbt! Passen wir uns nicht der Mentalität der Welt an (vgl. Röm 12,2). Lasst uns weiterhin lieben, geben und vergeben und uns selbst „als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer“ (V. 1) darbringen, um in uns und in anderen die unendliche Würde des göttlichen Ebenbildes, das wir in unserer Seele tragen, zu bewahren und wachsen zu lassen. Und lassen wir uns nicht entmutigen, wenn es schwer ist: Unsere Kraft liegt im Herrn, und mit seiner Hilfe ist alles möglich (vgl. Phil 4,13).

Daran erinnert uns auch die Prozession auf dem See, die wir gleich begehen werden. Sie gemahnt an ein weiteres Wunder Jesu, das kurz vor den Ereignissen geschah, von denen wir gehört haben, als der Meister auf dem See von Tiberias die verängstigten Jünger erreichte, indem er auf dem Wasser ging, und sie an Land führte, indem er den Sturm stillte (vgl. Mt 8,23-27). Gerade als sie am meisten Angst hatten und den Gegenwinden ausgeliefert waren, ermahnte er sie, Vertrauen zu haben und zu beten, um wieder Frieden zu finden und gemeinsam mit ihm weiter auf das ersehnte Ziel zuzusteuern.

„Den Segen, den wir empfangen haben, an die Ufer des Sees tragen“

Mit diesem Glauben nehmen wir heute Abend an der Eucharistie teil. Auf dem Altar bringen wir uns selbst dar, zusammen mit Brot und Wein. Und der Herr vereint unsere Gaben mit den seinen, weiht sie und gibt sie uns zurück, verwandelt in seinen Leib und sein Blut, damit wir sie miteinander teilen als Nahrung für den Weg. Dann werden wir, wie die Jünger, gemeinsam das Ufer verlassen und das Bild Mariens, unseres Vorbilds und unserer Führerin, mit uns nehmen, um den Segen, den wir empfangen haben, an die Ufer des Sees zu tragen.

Es sind einfache Gesten, mit denen wir unser Vertrauen auf Gott und unsere kindliche Verehrung seiner heiligsten Mutter erneuern. Und sie sind umso bewegender, als sie – wie der heilige Paul VI. gerne in Erinnerung rief – durch die Sorgfalt ermöglicht werden, mit der die kleine Gemeinschaft, die hier lebt, diesen Ort des Friedens das ganze Jahr über bewahrt, damit sich in feierlichen Momenten das ganze Volk Gottes dort versammeln kann, genau wie Maria, die in ihrem Schoß und im Haus von Nazareth den menschgewordenen Sohn Gottes aufgenommen hat, damit sein Heil alle erreichen möge.

„Spiegelbild der Gegenwart Gottes sein“

So wird dieser Ort der Marienverehrung auch zu einem Zeichen dafür, wie sich die Kirche Tag für Tag bemüht, aus uns allen einen einzigen Leib zu machen – im Gebet, in den Gefühlen, in den Vorsätzen, in der geordneten und einmütigen Entfaltung unseres Zusammenseins –, und zu einem Symbol der Liebe, mit der der Herr durch seine allerseligste Mutter zu uns kommen wollte als einer von uns, indem er sich unter die große Schar unserer Menschheit gemischt hat (vgl. Predigt von Paul VI. zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, 15. August 1977).

Schließen wir uns also heute Abend Jesus und Maria, dem Sohn und der Mutter, an, um vereint – nicht nur auf dem See, sondern in allen Nächten der Welt – ein beruhigendes Spiegelbild der Gegenwart Gottes und ein unwiderstehliches Echo seiner Liebe zu sein, die zum Lieben einlädt."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Hl. Messe in der Kirche Santa Maria Santissima del Lago

 in Castel Gandolfo und Marianische Prozession auf dem Albaner See

Interessantes zur männlichen Haartracht

 -die ja im Alten Testament z.B.  in der Geschichte von Judith und Holofernes, eine maßgebliche Rolle spielt.- geschrieben von Johannes P. Senk und veröffentlicht bei KNA.                                              Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"WIE LANGE HAARE ZUM MÄNNLICHEN MACHTSYMBOL WURDEN" 

beginnt der Text so - ZITAT

"Samsons Stärke infolge seiner langen Haare ist biblisch verbrieft. Die blonde Mähne des norwegischen Fussballstars Erling Haaland wurde zu seinem Markenzeichen – ebenso wie seine reichlichen Tore. Nun hat der Stürmer sich die Haare abrasiert. Verliert er damit seine Macht? Vorbilder legen das nahe. (...)

Plötzlich abrasiert

Doch nun präsentiert sich der Angreifer vom englischen Vizemeister Manchester City plötzlich ganz anders. Ein vom Spieler am Wochenende im Internet verbreitetes Video zeigt Haaland noch mit langen Haaren auf einem Stuhl sitzend. Dann eine Überblende – und plötzlich sind vom einst wallenden Haupthaar nur noch blonde Stoppel übrig." (...)

Quelle: J.P. Senk, KNA
 

Freitag, 28. August 2026

Purcells Rondeau

 in einer erfrischenden Interpretation  des Ensembles Tafelmusik 

           

Der Hl. Augustinus

                        HEILIGER AUGUSTINUS BITTE FÜR UNS! 

Die Kirche feiert heute den Gedenktag des Hl. Augustinus.  
Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews. Hier geht´s zum Original:  klicken

             FEST DES HL. AUGUSTINUS 

Seit mit Leo XIV. erstmals ein Mitglied des Augustinerordens Papst ist, ist das Interesse am Kirchenlehrer Aurelius Augustinus (354–430) noch gewachsen. Wer war der heilige Bischof von Hippo?
Augustinus wurde in die Zeit der Völkerwanderung hinein geboren, in der sich das Christentum im Römischen Reich als Staatsreligion mehr und mehr durchsetzte, aber zugleich im Inneren durch Irrlehren, vor allem durch den Arianismus, erschüttert wurde. Seine Mutter war Christin, sein Vater ließ sich kurz vor seinem Tod taufen.

Augustinus wurde Rhetor, befasste sich mit Philosophie, wurde Mitglied der gnostischen Manichäer, wandte sich aber davon wieder ab. Inzwischen Rhetoriklehrer in Mailand, lernte er Bischof Ambrosius und durch ihn eine platonisierende Bibelauslegung kennen. In einer intellektuellen, psychischen und körperlichen Krise machte er eine religiöse Erfahrung, die zu einer tiefen Bekehrung führte. Er beschloss, auf Beruf und Ehe zu verzichten und ein kontemplatives Leben zu führen.
 
                               Vom Rhetor zum Klostergründer                                    

Augustinus kehrte nach Nordafrika zurück, schloss sich einer Gruppe getaufter Laien an, die in Vollkommenheit zu leben suchten. Er gründete ein Kloster und wurde gedrängt, sich zum Priester weihen zu lassen. Von 395 bis zu seinem Tod war Augustinus dann Bischof von Hippo (heute: Annaba in Algerien). Als solcher lebte er weiterhin in Armut in Gemeinschaft mit seinen Priestern, predigte, setzte sich mit Irrlehren auseinander und diktierte eine große Zahl von Schriften und Büchern:

                                                 Denker des Gottesstaats

Er entwickelte erstmalig eine Gnadentheologie und die Lehre von der Erbsünde, verfasste ein großes Werk über die Dreifaltigkeit und legte die Grundlage für die Jahrhunderte gültige Unterscheidung zwischen irdischem Staat und Gottesstaat, die Einfluss auf die Zwei-Schwerter-Theorie des Mittelalters hatte. Seine Lehre von der Prädestination, der Vorherbestimmung des Menschen, wurde von der Kirche nicht übernommen, hatte aber großen Einfluss auf Reformatoren, vor allem auf Calvin. Die Kirche verstand Augustinus als notwendige Mittlerin zwischen Gott und den Menschen.Seine Regel für Frauen und für Männer prägt bis heute nicht nur das Leben der Regularkanoniker, sondern auch Teile der späteren Bettelorden und weitere Gemeinschaften."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Donnerstag, 27. August 2026

Händel am Abend

 

"Fallen is the foe" , Judas Maccabäus, HWV 63

              

Der Zölibat und die DBK - noch ein ein Fundstück

Alexander Heiden hat bei Tichys Einblick einen lesenswerten Kommentar über die aktuelle, ewig gleiche Diskussion in der deutschen Katholischen Kirche über den Zölibat veröffentlicht. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

LÜGENPFARRER

"STIRBT DER ZÖLIBAT STIRBT DIE KIRCHE"

Ein Pfarrer führt jahrelang eine heimliche Beziehung – und wird nach seinem Rücktritt als Held gefeiert. Prompt werden Rufe laut, den Zölibat endlich abzuschaffen. Wer das tut, hat von der Katholischen Kirche nichts verstanden.

Wenn in einer Kirche geklatscht wird, dann ist etwas Ungewöhnliches passiert. Stehende Ovationen bekam jüngst Pfarrer Andreas Unfried aus der Pfarrei St. Ursula in Oberursel und Steinbach. Aber nicht für eine Predigt.

Nein, der katholische Geistliche aus Hessen hatte soeben bekanntgegeben, fast 40 Jahre lang ein Lügner gewesen zu sein. Er hat seinen Arbeitgeber belogen, seine Kirche – und seine Gemeinde. Die hat ihm dafür applaudiert.

Damit ist viel gesagt über den katholischen Glauben in Deutschland.

Heldenverehrung für ein Doppelleben

Unfried hat 37 Jahre als Priester gearbeitet. Jetzt schreibt er selbst, dass er seit „vielen Jahren“ schon heimlich mit einer Frau in einer Liebesbeziehung lebt. Nun, mit 63 Jahren, will er heiraten. Deshalb gibt er seine Pfarrei in Oberursel auf. Entsprechend dem Kirchenrecht wird er vom priesterlichen Dienst suspendiert.

Aus der Welt des deutschen Katholizismus hagelt es Glückwünsche und Ergebenheitsadressen für den Herrn Pfarrer. „Ich freue mich für ihn“, heißt es aus seiner Pfarrei. Ein katholischer Amtsbruder äußert „Achtung vor seiner Entscheidung“. Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ lobt seinen „Mut zur Ehrlichkeit“. Selbst das Bistum Limburg äußert nichts als „Respekt“ für seinen Schritt, dankt ihm für sein jahrzehntelanges Wirken und wünscht ansonsten alles Gute.

Auf der Internetseite „katholisch.de“ wird Unfried als guter Seelsorger proträtiert, den eine uneinsichtige Kirche verliert, weil sie am Zölibat festhält: also an der kirchenrechtlichen Verpflichtung katholischer Priester zu dauerhafter Ehelosigkeit und sexueller Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen. Der Zölibat soll ja die ungeteilte Hingabe an Christus, die Kirche und den priesterlichen Dienst stützen.

Auf Unfrieds Lebenslüge und seinen Verrat am Priestertum reagiert der deutsche Katholizismus mit Applaus, Verständnis und moralischem Konfetti. Der Priester erscheint als Opfer, die Institution als Täter. Die heimliche Partnerin wird zur „zweiten Berufung“, der späte Amtsverzicht zum Heldenstück.

Was fehlt in der Erzählung: Treue, Pflicht und Verantwortung.

Pflichtvergessenheit als Vorbild

Herr Unfried wusste, worauf er sich einließ, als er den langen und beschwerlichen Weg ins Priesteramt antrat. Er kannte den Zölibat, er nahm die Weihe an und vertrat eine kleine Ewigkeit lang genau jene Kirche, deren Ordnung er in derselben kleinen Ewigkeit andauernd im Verborgenen missachtete. Sein Bischof wusste nichts von der Beziehung. Die Gemeinde erfuhr erst am Ende davon.

Das ist keine romantische Befreiungsgeschichte. Es ist eine jahrzehntelange Täuschung. Ein aufrichtiger Mann, der sein Versprechen gegenüber der Kirche nicht mehr halten will, legt sein Amt rechtzeitig und offen nieder. Er führt nicht zwei parallele Leben, bis der Ruhestand naht und die Partnerin nicht noch länger warten will.

Nun heißt es, Unfried habe sich „für die Liebe“ entschieden. Das ist, mit Verlaub, billig. Der Zölibat ist selbst ein Liebesversprechen: die ungeteilte Bindung an Christus und der Dienst an allen Gläubigen. Unfried hat sich nicht für die Liebe und gegen Lieblosigkeit entschieden, sondern für eine Lüge und gegen ein öffentlich gegebenes Versprechen.

Aus diesem Wortbruch kann man beim besten Willen keinen Anspruch sozusagen auf Heiligsprechung des Wortbrüchigen ableiten.

Vor 500 Jahren

am 29. 8. 1526 erlitten zahlenmäßig unterlegene Ungarn in der Schlacht von Mohacs eine vernichtende Niederlage gegen ein angreifendes osmanisches Heer. 
Silvia Kritzenberger berichtet bei KNA und vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken

"UNGARN: GEDENKEN AN DIE NIEDERLAGE GEGEN DIE OSMANEN"

Ungarn erinnert am kommenden Wochenende an die verheerende Niederlage in der Schlacht von Mohács vor 500 Jahren.

Am 29. August 1526 hatte ein osmanisches Heer unter Sultan Süleyman I. im Süden des Landes die zahlenmäßig unterlegene ungarische Armee von König Ludwig II. vernichtet. In den folgenden Jahren unterwarfen die Osmanen große Teile Ungarns und Kroatiens.

Die „Katastrophe von Mohács“ ist für die Ungarn bis heute einer der schwärzesten Tage der Geschichte und ein nachwirkendes kollektives Trauma. Ministerpräsident Péter Magyar will dazu am Samstag vor der Votivkirche in Mohács eine Rede halten. Anschließend findet dort ein Gottesdienst mit den ungarischen Bischöfen statt. Bei der Zeremonie werden auch Urnen mit Knochenresten, die aus Massengräbern geborgen wurden, zur letzten Ruhe gebettet.

Tausende getötete Ungarn

Rund 20.000 Kämpfer aus dem Heer Ludwigs II. blieben auf dem Schlachtfeld zurück. Der König selbst ertrank auf der Flucht im sumpfigen Abschnitt eines Baches. Sein Leichnam wurde Wochen nach der Schlacht geborgen und in der Königsgruft in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) beigesetzt.

Das Königreich Ungarn zerfiel in der Folge in mehrere Teile. Ein Drittel des Landes geriet für insgesamt fast 150 Jahre unter osmanische Herrschaft. Ungarn wurde so zu einer Pufferzone zwischen dem Habsburgerreich und dem Osmanischen Reich, was tiefe gesellschaftliche Spuren hinterließ. Durch den Tod des ungarischen Königs fielen Böhmen und Ungarn an den späteren Kaiser Ferdinand I"

Quelle: S. Kritzenberger, KNA; vaticannews

Jona, der Wal und GOTT - ein Fundstück

"The Culturist" berichtet bei substack.com lesenswert darüber, wie J.R.R: Tolkien, der das Buch Jona für die Jerusalemer Bibel übersetzt hat, das Geschehen um Ninive, Jona und den Wal interpretiert.    Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

                  "DAS MERKWÜRDIGE BUCH JONA"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Eigentlich keine Geschichte über einen Wal..."

1966 übersetzte J.R.R. Tolkien das Buch Jona für die Jerusalemer Bibel. Damit lieferte er auch die wohl bis dato prägnanteste Zusammenfassung des Buches:

„[Der Wal] ist völlig unwichtig. Der eigentliche Punkt ist, dass Gott viel barmherziger ist als die ‚Propheten‘, sich leicht von Reue bewegen lässt und sich selbst von hohen Geistlichen, die er selbst eingesetzt hat, nichts vorschreiben lässt.“

Wer mit der Version dieser Geschichte aus dem Sonntagsschulunterricht aufgewachsen ist, dem mag Tolkiens Zusammenfassung des Buches Jona ziemlich seltsam vorkommen – und das umso mehr, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen, wenn sie überhaupt etwas über Jona wissen, nur die Tatsache kennen, dass er von einem Wal verschluckt wurde!

Wer mit der Version dieser Geschichte aus dem Sonntagsschulunterricht aufgewachsen ist, dem mag Tolkiens Zusammenfassung des Buches Jona ziemlich seltsam vorkommen – und das umso mehr, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen, wenn sie überhaupt etwas über Jona wissen, nur die Tatsache kennen, dass er von einem Wal verschluckt wurde!

Doch Tolkiens Analyse ist, wie so oft, absolut zutreffend. Heute beschäftigen wir uns mit dem Buch Jona: Worum es wirklich geht, warum es so urkomisch ist und wie es uns herausfordert, unser Gottesbild völlig zu überdenken…"

Quelle: The Culturist, substack.com

Mittwoch, 26. August 2026

Die Katechese

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz im Petersdom. Hier geht´s zum Original:  klicken

 "GENERALAUDIENZ:  DIE KATECHESE IM WORTLAUT"

"Liebe Brüder und Schwestern,

in dieser letzten Katechese über die Konstitution Sacrosanctum Concilium möchte ich heute auf die Gründe eingehen, die die Konzilsväter dazu bewogen haben, eine Reform der Liturgie anzustreben. In diesem Zusammenhang ist der „Dritte Brief vom Konzil“ besonders aufschlussreich, den Kardinal Giovanni Battista Montini – damals Erzbischof von Mailand – am 28. Oktober 1962 an die Gläubigen seiner Diözese richtete. Über die Liturgie hat er darin geschrieben: „Sie ist ein aufrichtiger Ausdruck sowohl des Göttlichen als auch des Menschlichen. Sie ist Sprache. Sie ist einerseits ein Mittel der göttlichen Unterweisung, und andererseits die Stimme des Gesprächs mit Gott. Es ist klar, dass sie auf ihre lehrende Funktion nicht verzichten kann – und sie muss dem Glauben und der Frömmigkeit auch die Möglichkeit geben, sich in einer unmittelbar verständlichen Weise auszudrücken“ (G. B. Montini, „Dritter Brief vom Konzil“, Rivista Diocesana Milanese 51 (1962) 921-923: 922).  

Von diesen Überzeugungen getragen, erklärte der spätere heilige Papst Paul VI., dass die Gläubigen „nicht länger stumm und passiv bleiben können und dürfen" und sich „ihre körperliche Anwesenheit nicht mit einer geistigen Abwesenheit vereinbaren lässt“ (Feierlicher Abschluss der 2. Sitzung des Konzils, Ansprache von Papst Paul VI. 4. Dezember 1963). 

Die Übereinstimmung jener Aussagen mit denen, die später in Nr. 48 der Konzilskonstitution einfließen sollten, ist offensichtlich. Dort heißt es: „So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, dass die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sondern dass sie es durch die Riten und Gebete wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewusst, fromm und tätig mitfeiern; sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden. Sie sollen Gott danksagen und die unbefleckte Opfergabe darbringen nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darbringen lernen. So sollen sie durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen.“ In diesen Worten wird ein erneuertes Bewusstsein für den Wert der Liturgie sichtbar. Durch die rituellen Handlungen der Kirche, mit denen das Heilswerk vergegenwärtigt wird, eröffnet sich die Möglichkeit, eine wahre Beziehung zu Gott zu leben und mit dem Heilsgeschehen in Beziehung zu treten. Da die Gesten und Worte der heiligen Liturgie für diese Erfahrung von entscheidender Bedeutung sind, kann die Teilnahme der Gläubigen nicht passiv sein. 

Die vom Konzil angestoßene Reform wollte das in den Mittelpunkt stellen, was das Herz der kirchlichen Erfahrung ausmacht, und so die Liturgie als „erste Quelle jener Verbindung mit Gott“ erstrahlen lassen, „in der das göttliche Leben uns selbst mitgeteilt wird“ (Feierlicher Abschluss der 2. Sitzung des Konzils, Ansprache von Papst Paul VI. (4. Dezember 1963). Aus dieser Überzeugung erwuchs die Notwendigkeit, allen Gläubigen den Reichtum der biblischen Texte und der Gebete leichter zugänglich zu machen und die Ordnung der liturgischen Feier übersichtlicher und klarer zu gestalten als dies in den damals geltenden liturgischen Büchern vorgesehen war.

Da die Liturgie nämlich eine lebendige Realität ist, war sie im Laufe der Jahrhunderte auch immer Entwicklungen und Veränderungen unterworfen. Das Lehramt hat ihre Formen an die Erfordernisse der jeweiligen Zeit angepasst. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch das Zweite Vatikanische Konzil – unter größtmöglicher Achtung vor dem überlieferten Erbe und gerade mit dem Ziel, es den Gläubigen besser zugänglich zu machen – eine Überarbeitung der liturgischen Bücher für notwendig hielt.

Das Ziel, das den Konzilsvätern am Herzen lag, wird in Nr. 21 der Konstitution Sacrosanctum Concilium wie folgt beschrieben: „Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die Fülle der Gnaden mit größerer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgfältig in die Wege zu leiten. Denn die Liturgie enthält einen kraft göttlicher Einsetzung unveränderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind. Diese Teile können sich im Laufe der Zeit ändern, oder sie müssen es sogar, wenn sich etwas in sie eingeschlichen haben sollte, was der inneren Wesensart der Liturgie weniger entspricht oder wenn sie sich als weniger geeignet herausgestellt haben. Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann.“ Die Unterscheidung in der Liturgie zwischen göttlichen, unveränderlichen Elementen und menschlichen Elementen, die hingegen „verschiedenen Änderungen unterworfen werden können, die von der heiligen Hierarchie, unter dem Beistand des Heiligen Geistes, entsprechend den Erfordernissen der Zeiten, der Umstände und der Seelen gebilligt werden“, geht auf die Enzyklika Mediator Dei von Papst Pius XII. zurück (Acta Apostolicae Sedis 39, 1947, 541-542).

Im Übrigen entstand der Wunsch nach einer „allgemeinen Reform“ nicht plötzlich. Er hatte sich bereits im Wirken der Päpste gezeigt, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufeinanderfolgten und die Anliegen der Liturgischen Bewegung aufgriffen. Dass die Gläubigen nicht „als Außenstehende oder stumme Zuschauer“ an den Feiern teilnehmen sollten, hatte Pius XI. bereits in der Apostolischen Konstitution Divini Cultus betont. In diesem Zusammenhang müssen auch die Maßnahmen genannt werden, die Pius XII. zur Neuordnung der Riten der Karwoche ergriffen hat. Er verlegte sie wieder auf die Tageszeiten, die den Ereignissen des Paschamysteriums entsprachen, nachdem man sie jahrhundertelang auf die Morgenstunden vorverlegt hatte. Nicht vergessen werden darf auch, dass Johannes XXIII. eine Vereinfachung der Rubriken des Breviers und des Messbuchs für notwendig erachtete. Mit dem Motu proprio Rubricarum instructum vom 25. Juli 1960 billigte er dies und verwies zugleich auf das bereits angekündigte Ökumenische Konzil, dem er die Darlegung der grundlegenden Prinzipien für eine Reform der Liturgie anvertraute.

Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorangetriebene Liturgiereform steht somit in Kontinuität mit der lebendigen Tradition der Kirche. Ein rechtes Verständnis dieser Reform ermöglicht es auch, jene Missbräuche zurückzuweisen, die in der nachkonziliaren Zeit in einigen Bereichen der Kirche aufgetreten sind – und die leider bisweilen auch heute noch vorkommen – und die darauf zurückzuführen sind, dass einige Grundsätze, die der Reform selbst zugrunde lagen, verabsolutiert oder missverstanden wurden. 

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Konzilskonstitution Folgendes festhält: „Die liturgischen Handlungen sind nicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche, die das "Sakrament der Einheit" ist; sie ist nämlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bischöfen. Daher gehen diese Feiern den ganzen mystischen Leib der Kirche an, machen ihn sichtbar und wirken auf ihn ein“ (Sacrosanctum Concilium Nr. 26).

Daher ist es in besonderer Weise Aufgabe der Hirten, der Bischöfe, aber auch jedes einzelnen Priesters, eine Liturgie zu bewahren und zu fördern, die unter Wahrung der liturgischen Normen den Glanz edler Einfachheit ausstrahlt (vgl. Nr. 34) und so die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche sichtbar werden lässt. Eine solche Liturgie wird zugleich ein grundlegendes Mittel der Evangelisierung und ein Werkzeug der Gnade sein, durch das wir – wie das Konzil lehrt – lernen können, uns selbst darzubringen, und durch die Mittlerschaft Christi zur Einheit mit Gott und untereinander vollendet werden (vgl. Nr. 48)." 

Quelle
: S. Kritzenberger, vaticannews

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Dienstag, 25. August 2026