vaticannews berichtet über das heutige Treffen einer Delegation der "Jewish Appeal Federation" mir Papst Leo XIV im Vatican. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST LEO BEKRÄFTIGT DAS NEIN ZUM ANTISEMITISMUS"
Leo XIV. bekräftigte das Nein der katholischen Kirche zu Antisemitismus. Die Kirche weise jede Form der Diskriminierung oder Verfolgung aus Gründen der Rasse, Hautfarbe, des sozialen Stands oder der Religion zurück.
Das sagte er an diesem Montag zu einer Delegation der „Jewish Appeal Federation“ aus New York. Der Papst stützte sich dabei auf das Konzilsdokument Nostra aetate von 1961. „Es hat die jedem Mann und jeder Frau innewohnende Würde anerkannt und einen festen Standpunkt gegen Antisemitismus bezogen“, so Leo. „In einer von Spaltung und Konflikt gezeichneten Welt hat uns das Dokument eingeladen, über das Unverständnis der Vergangenheit hinauszugehen, hin zu einer Zusammenarbeit um des Gemeinwohls willen.“
Seine Gäste hatte der Papst mit dem Friedensgruß willkommen geheißen und ihre Hilfsaktivitäten in New York, Israel und mehr als siebzig Ländern der Welt gelobt. An ihrer Arbeit zeige sich „eine klare Anerkennung der Menschenwürde und der Geschwisterlichkeit“, und das stehe im Einklang mit dem Engagement der Kirche für die menschliche Entwicklung und die Nächstenliebe.
Gemeinsames Engagement für die Menschenwürde
„Dieses gemeinsame Engagement hat angesichts unserer gemeinsamen Geschichte eine besondere Bedeutung. Vor 66 Jahren wurde eine Delegation Ihrer Organisation von Papst Johannes XXIII. empfangen. Mit den einfachen und doch tiefgründigen Worten ‚Ich bin Josef, euer Bruder‘ (Gen 45,4) ... bekräftigte er unsere gemeinsame Menschlichkeit sowie unsere gemeinsame Abstammung von Abraham, Isaak, Jakob und Josef. Anschließend wurde ein Dokument verfasst, das eine neue Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum umriss. Dieser Text bildete dann die Grundlage für das, was zum Herzen und fruchtbaren Kern von Nostra aetate wurde.“
Der Same des Dialogs, der damals eingepflanzt worden sei, habe sich inzwischen zu einem „majestätischen Baum“ entwickelt, fuhr der Papst fort, ohne explizit auf derzeitige Störung im katholisch-jüdischen Verhältnis einzugehen. Stattdessen sprach Leo von einem „Geist der Solidarität“.
Die historische Begegnung mit Papst Johannes XXIII.
„Dieser Geist der Solidarität findet seinen konkreten Ausdruck in unserer gemeinsamen Sorge um die Bedürftigen… Der Dienst an den Armen, Ausgegrenzten und Schutzlosen ist eine Möglichkeit, dem Heiligen zu begegnen; durch sie spricht die göttliche Stimme weiterhin zu uns. Wenn wir unser Brot mit den Hungrigen teilen und uns um die Bedürftigen kümmern, wird, wie Jesaja formulierte, das Licht des Herrn aufgehen wie die Morgenröte (vgl. Jes 58,7-8). Dieses Licht lädt uns ein, den Dienst an den Schwachen als einen Weg zu sehen, der die Herzen öffnet und die Gesellschaft erneuert.“
Und außerdem führt dieser Weg auch Juden und Katholiken enger zusammen – das wünschte sich Papst Leo zumindest. Er hoffe auf gestärkten Dialog, besseres beidseitiges Verständnis und gemeinsame Beiträge zum Frieden: Das brauche unsere Welt „so sehr“."
Quelle: vaticannews