Samstag, 28. Mai 2022

Beim Vatican-Prozess: die Sonderrolle des Staatssekretariates

A. Gagliarducci hat bei CNA einen Artikel über den Vaticanischen Prozess um die Finanzen des Staatssekretariates veröffentlicht.
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"DER VATICANISCHE FINANZPROZESS WIRFT EIN LICHT AUF DAS STAATSSEKRETARIAT"

Mit den 10 Angeklagten wäre der vaticanische Finanzprozess vielleicht besser in drei verschiedenen Prozessen zu handhaben. Dennoch gibt es einen gemeinsamen Faden: die Rolle des Staatssekretariates, des mächtigsten Dikasteriums im Vatican. 

Die drei letzten Verhandlungen fanden in der vergangenen Woche statt. Am 18. und 19. Mai hat Kardinal Angelo Becciu Fragen des vaticanischen Staatsanwaltes, der Nebenkläger und anderer Anwälte beantwortet. 

Während der langen Befragung, bei der es nicht an Augenblicken von Spannung fehlte, unterstrich Becciu an einem Punkt, daß er "stark bezweifle, daß der [vaticanische] Generalrevisor von den Konten des Staatssekretariates wußte." 

Es lohnt sich, daran zu erinnern, daß die Ursprünge des Verfahrens in einem Bericht des Generalrevisors liegen, der für die Buchprüfungen der Abteilungen des Vaticans verantwortlich ist. 

Becciu argumentierte, daß der Revisor die Situation nicht im Detail kennen konnte, weil "das Staatssekretariat vom finanziellen Standpunkt vollkommen unabhängig war".

"Um seine Autonomie verletzten zu können, mußte man ein spezielles Mandat des Papstes haben" sagte Becciu, "aber das ist nie vorgekommen. In dcr Tat wurde uns 2016 ein Reskript von Kardinal Parolin übergeben, das diese Autonomie bestätigt."

R.I.P. Kardinal Sodano

Paolo Rodari berichtet für "La Repubblica", daß gestern, am 27. Mai in Rom der emeritierte Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano verstorben ist. 
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"DER EMERITIERTE STAATSSEKRETÄR KARDINAL ANGELO SODANO IST GESTORBEN" 

Er wurde 94, war Staatssekretär zweier Päpste, wurde1991 von Johannes Paul II ernannt, am 15. September 2006 akzeptierte Benedikt XVI seinen Amtsverzicht, 

Im Alter von 94 Jahren ist in Rom Kardinal Angelo Sodano, Staatssekretär und emeritierter Dekan des Kardinalskollegiums gestorben, 
In den letzten Tagen hatte sich der Gesundheitszustand des alten Kardinals, der am 23. November 1927 in Isola d`Asti geboren wurde, der an Covid 19  erkrankt war, verschlechtert. Die Infektion war zu anderen Krankheiten, an denen der berühmte Purpurträger, der sich in der Römischen Columbus-Klinik befand, seit längerem litt, hinzugekommen.

Staatssekretär zweier Päpste, ernannt1991 von Johannes Paul II, seinen Amtsverzicht hatte Benedikt XVI am 15. September 2006 angenommen. Am 21. Dezember 2019 hatte Franziskus seinen Verzicht auf das Amt des Dekans des Kardinalskollegiums akzeptiert. 

Sodano hat während großer Teile des Pontifikates von Johannes Paul II die Geschicke der vaticanischen Diplomatie geleitet, Er war es, der mit Staatsoberhäuptern verhandelte, um in vielen Konflikten den Frieden zu fördern. Vor der Berufung zum Staatssekretär war er Nuntius in vielen Ländern. 1977 waar er Nuntius in Chile. Das Land stand damals unter der Diktatur von Augusto Pinochet. 
1978 gelang es Sodano Johannes Paul II dorthin zu bringen. Die Reise blieb aus mehreren Gründen historisch, u.a. auch wegen der gegen den chilenischen Diktator angewandten Strategie, dem es gelang, sich auf dem Balkon gegen dessen Willen an der Seite des Pontifex´ fotografieren zu lassen. 
Nach Chile kehrte er als Staatssekretär nach Rom zurück. Er hat Wojtyla bei 54 internationalen Reisen begleitet. Er ist auch nach der Wahl von Benedikt XVI für ein weiteres Jahr im Amt geblieben und für diverse Jahre Dekan des Kardinalskollegiums, eine Aufgabe, die kaum mehr als eine Ehre aber sehr prestigeträchtig ist. 

Freitag, 27. Mai 2022

Musik am Abend

 Giuseppe Torelli  Trompetenkonzert in D-Dur

              

und heute vor 10 Jahren...

am 27. Mai 2012 -die Pfingst-Predigt von Papst Benedikt XVI 

und hier geht´s zum deutschen Predigt-Text:  klicken 

ZITAT: 
..."Heute vormittag möchte ich einen wesentlichen Aspekt des Pfingstgeheimnisses näher betrachten, der auch in unseren Tagen von großer Wichtigkeit ist. Pfingsten ist das Fest der Vereinigung, des Verstehens und des Miteinander der Menschen. Wir alle können feststellen, daß in unserer Welt das Verstehen und die Gemeinschaft der Menschen untereinander oft oberflächlich und schwierig sind, obwohl wir durch die Entwicklung der Kommunikationsmittel einander immer näher kommen und die geographischen Entfernungen zu schwinden scheinen. Es bleiben Ungleichgewichte, die nicht selten zu Konflikten führen; der Dialog zwischen den Generationen wird mühsam und zuweilen überwiegen die Gegensätze; wir erleben im Alltag, wie die Menschen immer aggressiver und streitsüchtiger werden; einander zu verstehen scheint zu anspruchsvoll zu sein, und man zieht es vor, sich im eigenen Ich, in den eigenen Interessen zu verschließen. Können wir in dieser Situation jene Einheit, die wir so sehr brauchen, wirklich finden und leben?"  (...)

Quelle: Papst Benedikt XVI, LEV, La Santa Sede


Fundstück

Kardinal W. Brandmüller hat für kath.net einen Kommentar über die schon traditionellen Sonderwege der deutschen katholischen Theologie und Kirche verfaßt. 
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Unter dem Titel: 

"OHNE JUDA, OHNE ROM BAUEN WIR GERMANIENS DOM" 

beginnt der Beitrag so- ZITAT

"Ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom dieser Slogan von Hitlers frühem Ideengeber Georg von Schönerer (1842-1921) gibt einem deutschen Ressentiment Ausdruck, das letztendlich  in der Schlacht im Teutoburger Wald seinen Ursprung hat. Die Niederlage Roms in der Hermannsschlacht des Jahres 9 p. Chr. ist wenigstens seit zweihundert Jahren fester Bestandteil teutscher Erinnerungskultur. 
Was Wunder, dass von da auch ein eigenartiges Licht auf das Verhältnis deutscher Katholiken zu Rom fällt von den Gravamina Nationis Germanicae gegen Rom des frühen 16. Jahrhunderts bis heute. 
Gehen wir dem nach, so finden wir Spuren davon an der Wende zum 19. Jahrhundert. Manch einer gibt die Schuld am Untergang der Reichskirche eben jenem Rom, das keinen Finger gerührt habe, um die alten Fürstbistümer und Reichsabteien aus dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches zu retten eine Dolchstoßlegende avant le mot." (...)

Quelle: Kard. W. Brandmüller, kathnet

Tweet zum Tage

Papst em. Benedikt XVI hat mit einer kurzen Botschaft die Konferenz "Christen in der Pluralistischen Demokratie" in Budapesr gegrüßt. "Seine Heiligkeit sagte, er sei glücklich, daß dieses Thema diskutiert wird und er sei sich der delikaten Situation des Landes bewußt, das zum früheren Ostblock gehörte."

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute noch einmal über alte englische Sitten und Gebräuche bei den Bitt-Tagen und Bitt-Prozessionen vor  Himmelfahrt. 
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"BITTPROZESSIONEN UND DAS LETZTE EVANGELIUM"

Die Leser erinnern sich vielleicht, daß bei den Bitt-Prozessionen an Kreuzen Stationen gemacht wurde. Mein eigener Verdacht ist, daß die Steinkreuze, die an den zu den Kirche führenden Wegen stehen, besonders ganz am Ende der Penwith-Halbinsel, dem lieblichsten Teil ...von Cornwall, jene Kreuze sind, an denen diese Stationen gemacht wurden. Und (sogar bevor das Trinken anfing) Passagen aus dem Hl. Evangelium gelesen wurden. 

Weil da Norden, Süden, Osten und Westen, die vier Punkte des Kompass sind, und es vier kanonische Evangelien sind, wurden die Lesungen entsprechend angeordnet. Das Verkündigungs-Evangelium (Lukas 1:26-38), das Epiphanias-Evangelium (Matthäus 2:1-12) ...das Himmelfahrts-Evangelium (Markus 16:14-20) ...und das Weihnachtstag-Evangelium (Johannes 1:1-14)

Das Gerücht sagt, daß die Leute im Usus Deterior das Himmelfahrts-Evangelium der Hl. Markus nur alle 3 Jahre hören dürfen...das mag ich kaum kommentieren...und daß die modernen landesprachlichen Bibeln starke Hinweise darauf enthalten, daß es nicht "authentisch" ist,,, das mag ich kaum kommentieren....(aber ich denke, daß W. Farmer dazu seine eigene Ansicht hatte). Als Ergänzung zu den Prozessionen der Bitt-Tage werden ihre dämonischen und thaumaturgischen Hinweise (Verse 17-18) sicherlich eine beträchtliche Resonanz gehabt haben. Eine Schande, daß die meisten modernen Anbeter vor all dem geschützt werden.

Scharfe Augen haben sicher erkannt, daß jede dieser vier Lesungen der Evangelien eher inkarnatorisch als soteriologisch sind. Es wäre falsch, diese Tatsache zu sehr zu betonen: schließlich ist die Hingabe an die fünf Wunden, die in den Bannern der Gemeinden und Zünfte sicher stark betont wurden, radikal soteriologisch. Aber die Hervorhebungen tragen ihre eigenen Botschaftencin sich. Die Praxis der Rogationen war im Wesentlichen inkarnatorisch, insofern sie göttliches Handeln und Wohlwollen mit der geschaffenen und materiellen Welt in Verbindung brachte. Mittelalterliche Christen hätten im Gegensatz zu ihren modernen Nachfolgern keine selbstbewussten Predigten benötigt, die sie belehrten, daß das Evangelium nicht auf das beschränkt ist, was innerhalb der Kirchengebäude vor sich geht.

Es gibt Handlungen, die ihre eigene innewohnende Bedeutung haben. Die "aufklärerische" Vorstellung, daß nur das verbal Verstandene einen Stellenwert hat, muss widerlegt werden. Ich bin mir sicher, daß der größte "Novus-Usus“-Anbeter nicht jede Faser seiner Intelligenz grimmig und starr auf jede volkssprachliche Formel konzentriert, die er in der Kirche hört oder äußert. Die Dinge werden verinnerlicht und zu einem Teil einer heiligen Routine gemacht. Das Erhebet die Herzen ist voller Bedeutung ... aber man muss nicht Craddock Ratcliff sein oder schnell  jede Menge Theologumena durchdacht haben, wenn man auf diese Einladung antwortet. Die Liturgie soll nicht wie ein Kindergarten sein, der das Einmaldrei auswendig lernt.

Der Prolog des Johannes war jahrhundertelang Favorit bei den Christen. Er konnte als eine Art Letzte Ölung oder Taufe gelesen werden; er war ein Segen für das Wetter, die Ernte und die Felder. Als Jungmann kurz nach dem Krieg schrieb, erinnerte er daran. daß er in Salzburg und Kärnten "immer" noch als täglicher Wettersegen gebraucht wurde. Es gab Orte, an denen die Lesung dieses Evangeliums mit der Segnung des nach der Messe verteilten "gesegneten  Brotes"  assoziiert wurde. 

Und wir sind so glücklich, daß wir diese heiligende Lektion in fast jeder Messe im Usus Authenticus haben! 

Objektiv - unabhängig von jeder Aufklärung- haben die Worte dieser erhabenen Lesung ihre eigene Logik und Bedeutung: subjektiv stellen sie das Individuum und seine Gemeinschaft in die diachronen und synchronen Einheiten, die unserer Existenz in dieser Welt Struktur geben."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Heute vor 116 Jahren

am  27. Mai 1907sprach Papst Pius X die Karmeliterinnen von Compiègne selig, die am 17. Juli 1794 -vom Revolutions-Tribunal wegen "Fanatismus und Aufruhr" verurteilt- unter der Guillotine starben,  Bis heute wurden sie noch nicht kanonisiert. Märtyrerinnen der Französischen Revolution. 

Donnerstag, 26. Mai 2022

Christliche Kunst

 Das schöne Fest Himmelfahrt

China und der Hl. Stuhl, Jimmy Lai, Kardinal Zen und das Schweigen des Vaticans

George Weigel kommentiert und kritisiert in einem Beitrag für FirstThings die Reaktionen des Vaticans auf die Verfolgung, Inhaftierung und Verurteilung des emeritierten Bischofs von Hong Kong, Kardinal Zen. 
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                                 "DER KARDINAL UND JIMMY"

Tertullian, der erste große Christliche Theologe, der in Latein schrieb, soll die Maxime Semen est sanguis Christianorum geprägt haben, die typischerweise (und ziemlich frei) als "das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche" übersetzt wird. Märtyrer -so denken wir gewöhnlich- sind die, die wegen des Hasses auf den Glauben ihr Blut vergießen": die von der vaticanischen Heiligsprechungs-Kongregation benutzte Definition. Aber eine alte christliche Tradition - wahrscheinlich so alt wie Tertullian- betrachtet jene, die als Christen schwere Verfolgung erleiden, als Märtyrer oder präziser "Märtyrer-Bekenner". 

Nach diesem Standart sind im Mai 2022 die beiden prominentesten Märtyrer-Bekenner der Kirche der emeritierte Bischof von Hong Kong, Kardinal Joseph Zen, S.D.B. und der Hong Konger Journalist, Unternehmer und Freiheitskämpfer Jimmy Lai. 

Jimmy ist sein Monaten im Gefängnis; Kardinal Zen könnte dahin unterwegs sein, obwohl der 90-jährige Kirchenmann entlassen wurde, nachdem er am 11. Mai unter dem drakonischen neuen nationalen Sicherheitsgesetz Hong Kongs verhaftet worden war. Es spricht Bände über die bösen Männer in Peking, die China zum häßlichen Gesicht des zeigenössischen Totalitarismus gemacht haben, daß sie so große Angst vor dem Kardinal und Jimmy haben. Und warum fürchten sich Chinas scheinbar allmächtige Männer? Weil Joseph Zen und Jimma Lai glauben, daß wir für die Freiheit gemacht sind und besonders die Freiheit, Gott zu kennen, zu lieben und zu verehren. Nachdem sie ihr Leben wegen dieser Überzeugung auf´s Spiel setzten, haben sich Kardinal Zen und Jimmy Lai geweigert sich vor kommunistischen Drohungen zu verbeugen- und beide haben Verfolgung, Schikanierung und Haft erlitten, weil Hong Kong von Führungspersonen wie Carrie Lam und John Lee erstickt wurde, die die Frechheit besitzen, sich selbst "Katholiken" zu nennen. 

Der hassenswerte Thomas Cromwell war wenigstens so anständig, klarzumachen. daß er zu einer anderen Mannschaft gehörte als Thomas Morus. 

Ich schulde Kardinal Zen große Dankbarkeit dafür, daß er sich nach Kräften bemüht hat, die beiden Bände meiner Biographie von Johannes Paul II., "Zeuge der Hoffnung" und "Das Ende und der Anfang", ins Chinesische zu übersetzen und in Hongkong zu veröffentlichen – ein langwieriger, schwieriger Prozess im Jahr 2020, kurz bevor die Pekinger Schurkokratie und ihre lokalen Apparatschiks begannen, das unabhängige Verlagswesen in dieser pulsierenden Stadt zu schließen. Papst Johannes Paul hatte mich gedrängt, eine chinesische Übersetzung von "Witness to Hope" anfertigen zu lassen; Ich glaube, er stellte sich vor, das Buch in der Volkssprache Chinas nach China zu bringen, sei eine Möglichkeit für ihn, in ein Land zu reisen, das er zu besuchen gehofft hatte, aber wusste, daß er es wohl nie tun würde. Kardinal Zen ehrte mich und das Projekt, indem er selbst die Übersetzungen von "The End and the Beginning" anfertigte. Der Kardinal war besonders entschlossen, daß seine chinesischen Landsleute die ganze Geschichte des kommunistischen Angriffs auf Johannes Paul verstehen sollten, die ich in diesem Band aus Quellen der Geheimpolizei des Warschauer Pakts dokumentiert habe. Er wusste, daß es eine warnende Geschichte für chinesische Katholiken war; damit hatte er sicherlich Recht.

Fundstück

"Die Tagespost" befaßt sich mit der Aussage des amtierenden Pontifex´, sich wegen seiner nicht zu verbergenden Knieprobleme, die ihn mittlerweile in den Rollstuhl gezwungen haben, " nicht operieren lassen, sondern eher zurücktreten zu wollen". 
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Unter dem Titel

                      "GIBT ES BALD DREI PÄPSTE?"

beginnt das Fundstück so- ZITAT:

"Daß Papst Franziskus bei den meisten öffentlichen Auftritten und den üblichen Audienzen nun im Rollstuhl sitzt, ist inzwischen schon ein gewohntes Bild. Franziskus spricht von Beschwerden im Knie, die er mit "Infiltrationen“ und einer völligen Ruhestellung des Beins in den Griff bekommen wolle. Aber eine Besserung stellt sich nicht ein.

Als der Papst am vergangenen Dienstag mit den italienischen Bischöfen zusammenkam, als diese in Rom zu ihrer Vollversammlung zusammenkamen, soll Franziskus Journalisten zufolge auch über seine Behinderung gesprochen haben. Er wolle sich, so schrieb etwa Sandro Magister auf seinem Blog bei "L’Espresso“, auf keinen Fall operieren lassen, wenn die Vollnarkose dieselben Folgen habe wie jene bei der Darmoperation im Juli 2021. "Bevor ich mich operieren lasse, trete ich eher zurück“, soll der Papst gesagt haben – wegen "der Probleme im Kopf“, die eine Vollnarkose verursachen."  (...)

Quelle: Die Tagespost

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über eine alte englische Himmelfahrts-Hymne und ein Wortspiel.
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              "WORTSPIEL AM HIMMELFAHRTSTAG"

Dom Anselmo Lentini, der Vorsitzende der Gruppe, die in den 1960-ern mit der Revision der Brevier-Hymne beauftragt war, war überzeugt, daß das "Wortspiel" ["nimius lusus verborum" wie er es nannte] in Texten für den modernen Gebrauch fehl am Platze war. Deshalb mochte er auch zwei wunderbare Zeilen in einem Himmelfahrts-Messe-Hymnus aus dem 5. Jahrhundert nicht.

culpat caro, purgat Caro
regnat Deus Dei Caro

Zuerst schaffte er sie ab; dann ließ er sie wieder zu, aber bereinigte sie. 

[wörtlich: Fleisch sündigt, Fleisch reinigt, Gott herrscht, das Fleisch Gottes. Der Anglikaner Fr. John Mason Neale hat es auf feine Weise in einen englischen Vers gekleidet: das Fleisch hat das gereinigt, was das Fleisch befleckt hat/ und Gott, das Fleisch Gottes, hat geherrscht.]

Unverändert scheinen mir das zwei der sublimsten Zeilen lateinischer Poesie  der letzten zweieinhalb Jahrtausende zu sein, ob heilig oder profan,

Besucher der Kathedrale von Cefalu in Sizilien werden die selbe Art Wortspiel sehen, das in den Dienst der selben erschütternden Wahrheit gepreßt wurde. In dieser von König Roger II gebauten normannischen Kirche, die mit einem rein hellenischen Mosaik des Pantokrators von 1141 geschmückt ist, geht ein "elegisches lateinisches Couplet rund um den Bogen der Apsis, das sich so liest: 

Factus Homo Factor hominis factique Redemptor iudico Corporeus corpora corda Deus.
[Zum Menschen gemacht, urteile ich, der Schöpfer des Menschen und Erlöser dessen, was ich gemacht habe, als inkarnierter Gott, über Leiber und Herzen.]
 
Lentini war ein gelehrter, fähiger und zivilisierter Mann. Das besagt meiner Meinung nach, daß sogar der Allerbeste derer, die in jener schrecklichen Dekade und durch die Mode ihrer Zeit so blind sein konnten,. Tatsächlich ein Beweis dafür, daß die Liturgie sich immer nur natürlich entwickeln sollte und ohne unabweisbare Ideologien."

Quelle: litrugicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Papst Franziskus hat Kardinal Zuppi zum Vorsitzenden der CEI gewählt.

Nico Spuntoni berichtet für La Nuova Bussola Quaotidiana die Erkennung des Erzbischofs von Bologna, Kardinal Matteo Zuppi, zum Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz, was insofern auch außerhalb Italiens interessiert, weil Msgr. Zuppi als papabile gilt.
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"AN DER SPITZE DER CEI - ZUPPI, DER KARDINAL DER GEFÄLLT"

Wie vorhergesagt, hat Papst Franziskus den Erzbischof von Bologna zum Nachfolger von Kardinal Bassetti fü die Spitze der italienischen Bischofskonferenz ernannt. Und sofort wird er sich mit heiklen Dossiers befassen müssen, wie der Forderung nach Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs.

Zuppi ist es geworden. Am Ende hat Papst Franziskus den Erzbischof von Bologna zum neuen Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz ausgewählt. Das wurde den Bischöfen, die sich in der Generalversammlung im Hilton Rome Airport in Fiumicino versammelt hatten, vom scheidenden Präsidenten, dem achtzigjährigen Kardinal Gualtiero Bassetti, mitgeteilt.

Matteo Zuppi, 66, gehörte zu dem von den Bischöfen ernannten Trio, das dem Papst zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wurde. Die beiden anderen waren Kardinal Paolo Lojudice, der Erzbischof von Siena-Colle di Val d'Elsa, und Monsignore Nino Raspanti, Bischof von Acireale. Tatsächlich war es Franziskus selbst, der das Feld der Wahl mit seinen Worten in dem Interview mit Corriere della Sera am 3. Mai einschränkte, als er Direktor Luciano Fontana anvertraute, daß er "einen Kardinal" bevorzuge. Ein paar Tage später gab es die Ernennung von Monsignore Stefano Russo in die suburbikarische Diözese Velletri-Segni, die bestätigte, was in dem Interview erwartet wurde: Es wird der neue Präsident sein, der seinen Sekretär wählt.

Die überparteilichen Reaktionen der italienischen Politik auf die Nachricht vom neuen Oberhaupt der italienischen Bischöfe geben eine Vorstellung von Zuppis Fähigkeit, von allen Seiten geschätzt zu werden. Seine Arbeit als Weihbischof von Zentral-Rom und dann als Erzbischof von Bologna hat einen breiteren Konsens gefunden, und seine Person gefällt auch denen, die ihn über die Grenzen der Diözesen hinaus, gut kennen.

                          ALLEN EIN GESEGNETES HOCHFEST                                                        CHRISTI HMMELFAHRT 

Mittwoch, 25. Mai 2022

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute noch einmal über ländliche, mittelalterliche Gebräuche rund um die Bitt-Tage und Bitt-Prozessionen vor Himmelfahrt.
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                                 "MARX UND SPARX"

...oder als was sie heute gern gekannt werden wollen, Emmandess-(M & S) ein in grauer Vorzeit von den Herren Marks und Spencer gegründetes englisches Warenhaus. Wenn Sie die Oxforder Filiale in der Queen-Street besuchen, könnten Sie - ich weiß nicht mehr ob bei den Damenmoden oder Lebensmitteln...einen großen Stein finden, schamvoll hinter Glas verborgen. Das ist einer der Grenzsteine einer der Oxforder Pfarrgemeinden...könnte das vielleicht die Gemeinde der jetzt abgerissenen City Corporation Church at Carfax (Sancti Martini in Quadrifurcu) gewesen sein? 

Die Bittprozessionen haben an einigen Orten die Versuche der "Reformer" sie abzuschaffen, überlebt. Ein wichtiges Überlebenselement war ihre Rolle in der Bewahrung der Gemeindegrenzen; an jedem Stein machte die Prozession  Halt und ein Junge (Jungen?) wurde verprügelt. Und ein Junge (Jungen) wurde auf den Kopf gestellt und sein Kopf gegen den Stein geschlagen (das waren die prä-feministischen Tage). Es scheint, daß man dachte, wenn der Bursche (die Burschen?) diese Erziehungsmaßnahmen überlebte, er die genaue Lage der Grenzen eher nicht vergessen würde.

Die mittelalterlichen Lateinischen Christlichen Bittprozessionen, die ich beschrieben habe, erfüllten wichtige historische Zwecke, die Gemeinde von "heute" zu einer fokussierten Identität mit der des Vorjahres zu bringen. Zu den mitgeführten Bannern werden auch die Schutzheiligen der Gilden gehört haben: Händler-Gilde..."Die Frauen-Gilde"; die Mädchen; die Jungen Männer...die unzähligen Vereinigungen- zur Unterscheidung und zur Kombination- in einer Katholischen Gesellschaft. Jede Gilde hatte ihre eigenen Warte, die den Groß-Warten der Pfarrgemeinde unterstanden (nach der "Reformation", bei der alle Gilden zerstört wurden, brauchten die Warte nur als "die Warte" oder die "Kirchenwarte" angesprochen zu werden). Und jede Gilde hatte ihren eigenen Schutzheiligen. 

In der Bittprozession wurde die "Truhe" mit den Pfarr-Reliquien mitgeführt und die Heiligen-Litanei gesungen. Auf diese Weise wurde die zeitliche communio mit den himmlischen Patronen ausgedrückt. Und so blieben die Heiligen als lebendige Teilnehmer an den Feiern der Gemeinde im Gedächtnis. 

Im Wesentlichen waren diese Bitt-Feiern das, was wir heute als "sakramental" definieren. Die dienten dazu, Himmel und Erde zusammen zu  bringen. Das Universale vereint mit dem Örtlichen; vereint die unterschiedlichen Klassen in der Gemeinde, geheiligt Land und Stadt.