vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache, die Papst Leo heute während der Generalaudienz gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST BEI DER GENERALAUDIENZ: RÜCKBLICK AUF DIE FRANKREICHREISE"
Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!
Heute möchte ich zu euch über die Apostolische Reise nach Frankreich sprechen, die ich in den vergangenen Tagen unternommen habe. Sie war ein großes Geschenk für mich und für das Volk Gottes in diesem Land, und dafür danke ich dem Herrn. Ich möchte noch einmal allen meinen Dank aussprechen, die mich aufgenommen haben – den zivilen Behörden und den Hirten der Kirche – sowie den unzähligen Menschen, die den Papst treffen oder ihn auch nur auf der Straße grüßen wollten, als Apostel Christi und Boten des Friedens. Ich danke allen!
Ich möchte die Gedanken und Eindrücke – die noch immer sehr lebendig sind – dieses Pastoralbesuchs um ein einziges großes Symbol herum zusammenfassen: die Kathedrale Notre-Dame in Paris. Dort haben wir am Nachmittag des ersten Tages die Vesper der seligen Jungfrau Maria gefeiert, eine feierliche und zugleich festliche Liturgie, in der die Musik, der Gesang und die Schönheit des Gotteshauses die im Gebet vereinten Herzen zum Schwingen brachten.
„Gerade Notre-Dame kann mit dem Drama, das sie durchlebt hat ,einen Interpretationsschlüssel für meine Reise bieten: Wiedergeburt“
Gerade Notre-Dame kann mit dem Drama, das sie durchlebt hat, diese gesamte Apostolische Reise symbolisch erhellen und einen Interpretationsschlüssel bieten, den ich in einem Wort zusammenfassen würde: Wiedergeburt.
Die Kathedrale von Paris, die noch vor sieben Jahren durch einen gewaltigen Brand tödlich verwundet schien, ist nun wieder aufgebaut und strahlt prächtiger denn je. Diese Katastrophe löste auf allen Ebenen eine positive Reaktion aus – einige davon waren sichtbar und konkret, andere eher verborgen und spiritueller Natur.
„Synergie zum Wohle der Allgemeinheit“
Ihre Restaurierung war ein Beweis für die mögliche Zusammenarbeit zwischen Kirche, Staat, öffentlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft. Diese Haltung ermöglichte es, sowohl die Großzügigkeit der Spender als auch das Fachwissen der Experten und Handwerker bestmöglich zur Geltung zu bringen. Diese Synergie zum Wohle der Allgemeinheit sollte die normale Vorgehensweise der Institutionen, der politischen und sozialen Kräfte sowie all jener sein, die zivile und wirtschaftliche Verantwortung tragen.
Das ist die Botschaft, die ich den französischen Behörden sowie den Mitgliedern der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, übermitteln wollte, wobei ich das grundlegende Kriterium benannte, auf dem diese Zusammenarbeit beruhen muss: die Würde des Menschen.
Vor allem aber ist Notre-Dame ein Sinnbild für die Kirche aus lebendigen Steinen, für das heilige Volk Gottes.
„Die Kirche besteht nicht nur aus Steinen oder Beton, sondern aus Menschen, die Jesus Christus lieben“
Es ist interessant, die Feier der Vesper in der Kathedrale mit der Jugendvigil zu vergleichen, die am selben Abend im großen Stade de France in Paris stattfand. Zwei völlig unterschiedliche Orte und doch zwei sich ergänzende Ereignisse, die fast schon geistlich miteinander verbunden waren. Was verband sie? Die Kirche, die nicht nur aus Steinen oder Beton besteht, sondern aus Menschen, die Jesus Christus lieben, weil sie von ihm geliebt wurden.