Mittwoch, 2. September 2026

J.S. Bach "Badinerie"

 mal etwas anders

              

Fundstück

Thorsten Paprotny kommentiert bei kathnet die Weigerung  des deutschen Synodalen Weges dem Papst den geschuldeten und gelobten Gehorsam zu erweisen und so die Einheit der Kirche zu gefährden-.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"DIE KONZILSWIDRIGE DEUTSCHE SYNODAL-KONFERENZ"

beginnt der Kommentar so - ZITAT

„Der kirchliche Gehorsam bindet mich an den Papst, diesen Gehorsam schulde ich auch meinem Diözesanbischof, der in Einheit mit Rom steht, niemals aber Meinungen und Weisungen irgendeines deutschkatholischen Gremiums.“  

Dass die Prüfung der Satzung der sogenannten Synodalkonferenz, mit dem die Mehrheit der amtierenden Bischöfe und die laikalen Funktionäre den deutschen Synodalen Weg verstetigen wollte, länger dauert als von vielen Zeitgenossen erwartet, stimmt durchaus zuversichtlich, zeigt aber erneut auch den regionalen Hochmut der etablierten deutschen Amtsträger und Kirchenkritiker. Es ist eine Art von römischer Milde, dass die Prüfung dieser kuriosen Satzung so lange dauert. 

Man muss sich dazu nur die Satzung der Synodalkonferenz ins Gedächtnis rufen. (....)

Quelle: T. Paprotny, kathnet 

Die Katechese

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz, die sich ab heute um die Pastoralkonstitution Gaudium et spes beschäftigt.
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Liebe Brüder und Schwestern, 
guten Tag und herzlich willkommen!

Mit der heutigen Begegnung beginnen wir, über die Pastoralkonstitution Gaudium et spes nachzudenken. Mit ihr wollte das Zweite Vatikanische Konzil ein grundlegendes Thema vertiefen: das Verhältnis der Kirche zur Welt von heute.

Schon in seiner Eröffnungsansprache am 11. Oktober 1962 war es dem heiligen Johannes XXIII. ein Anliegen, den sogenannten „Unglückspropheten“ zu widersprechen, „die – obgleich von großem Eifer für die Religion erfüllt – dennoch zu sagen pflegen, dass unsere Zeit im Vergleich zu den vergangenen Jahrhunderten in jeder Hinsicht schlechter geworden sei; ja, sie verhalten sich sogar so, als könnten sie nichts aus der Geschichte lernen“ (Ansprache Gaudet Mater Ecclesia, 11. Oktober 1962, 4.2).

„Unglückspropheten“ widersprechen - geheimnisvolle Pläne der göttlichen Vorsehung erkennen“

Daraus ergab sich folgende, den Konzilsvätern anvertraute Aufgabe: „In der gegenwärtigen Situation, in der die Menschheit offenbar in eine neue Ordnung der Dinge eintritt, gilt es vielmehr, die geheimnisvollen Pläne der göttlichen Vorsehung zu erkennen. Sie erfüllen sich im Laufe der Zeit durch das Wirken der Menschen, oft über deren Erwartungen hinaus, und ordnen in ihrer Weisheit alles – auch die widrigen menschlichen Umstände – zum Wohl der Kirche“ (Gaudet Mater Ecclesia, 4.4). 

Drei Jahre später machte die Promulgation von Gaudium et spes deutlich, dass diese Unterscheidung zum Wesen der Kirche gehört und die pastorale Ausrichtung ein wesentlicher Bestandteil von ihr ist. Daher die Bezeichnung „Pastoralkonstitution“. Dabei handelt es sich keineswegs um naiven Optimismus, sondern um eine erneuerte Treue gegenüber dem Geheimnis Christi. Durch seine Menschwerdung hat sich Christus dafür entschieden, unser Leben zu teilen: Er ist „in allem den Brüdern gleich geworden“ (Hebr 2,17; vgl. 4,15) und hat die Folgen der Sünde auf sich genommen, indem er „sich als Lösegeld hingegeben hat für alle“ (1Tim 2,6). Diese Teilhabe an unserem Menschsein ist der Weg, den Christus der Kirche aufträgt. Deshalb beginnt die Konzilskonstitution Gaudium et spes auch mit der Erklärung, dass die Kirche die „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ als ihre eigenen empfindet (GS 1).

„Die Kirche empfindet „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ als ihre eigene“

Teilhabe


Es ist eine Teilhabe, die uns dazu aufruft, angesichts der Ereignisse, die sich vor unseren Augen abspielen, der Geschichte und des Lebens der Menschen, nicht passiv und gleichgültig zu sein – vor allem angesichts des raschen und tiefgreifenden Wandels, den wir heute erleben. Wir dürfen keine gleichgültigen Zuschauer bleiben. Vielmehr gilt es, mit dem Herzen zuzuhören, sich herausfordern zu lassen und sich einzubringen. Mit Christus, und gestützt von der Kraft seines Geistes, sind die Gläubigen gerufen, die Nöte ihrer Brüder und Schwestern mitzutragen, besonders die Not derer, die unter Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Gewalt leiden. Denn nur durch Anteilnahme und tatkräftiges Engagement können wir angemessene Antworten finden – stets getragen von der Gewissheit, dass „die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ ( Röm 8,18).


„Nicht passiv und gleichgültig sein“


In diesem Sinne eröffnet die Nähe zur Menschheit einen tieferen Zugang zum Verständnis der Ereignisse, ja auch der Offenbarung selbst. Aus dieser Perspektive erinnert uns Gaudium et spes an die bleibende „Pflicht der Kirche, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (GS 4). Diese Konzilskonstitution hat die Kirche daher zu einem fortwährenden Bemühen um Umkehr aufgerufen, um Zeugnis dafür abzulegen, dass sie von „keinem irdischen Ehrgeiz“ getrieben wird, sondern „nur dieses eine Ziel verfolgt: unter der Führung des Geistes, des Trösters, das Werk Christi selbst weiterzuführen, der in die Welt kam, um der Wahrheit Zeugnis zu geben, zu retten und nicht zu richten, zu dienen, nicht sich dienen zu lassen“ (GS 3).


Dabei geht es nämlich nicht um eine rein moralische Haltung. Papst Franziskus hat uns daran erinnert, dass für die Kirche „die Option für die Armen in erster Linie eine theologische Kategorie und erst an zweiter Stelle eine kulturelle, soziologische, politische oder philosophische Frage ist […]. Wir sind gerufen, Christus in ihnen zu entdecken, uns zu Wortführern ihrer Interessen zu machen, aber auch ihre Freunde zu sein, sie anzuhören, sie zu verstehen und die geheimnisvolle Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will“ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 198).


„Die christliche Teilhabe verpflichtet uns, die Wirklichkeit anzunehmen und zugleich die Widersprüche offenzulegen, von denen das persönliche und gesellschaftliche Leben der heutigen Welt geprägt ist“


Die christliche Teilhabe verpflichtet uns, die Wirklichkeit anzunehmen und zugleich die Widersprüche offenzulegen, von denen das persönliche und gesellschaftliche Leben der heutigen Welt geprägt ist: zum Beispiel einen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt, der immer neue Möglichkeiten bietet, jedoch nur einigen wenigen, und den der Mensch nicht immer „in seinen Dienst“ zu stellen vermag; oder ein klareres Verständnis der „Gesetze des gesellschaftlichen Lebens“, das jedoch mit Unsicherheiten „hinsichtlich der Richtung, die man ihm geben soll“, einhergeht; oder auch eine größere Verfügbarkeit von „Reichtum, Möglichkeiten und wirtschaftlicher Macht“, die jedoch leider heute wie zur Zeit des Konzils dazu führt, dass „noch immer ein ungeheurer Teil der Bewohner unserer Erde Hunger und Not leidet“ (GS 4); oder ein gemeinsames Bewusstsein, dass die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht – und die Unfähigkeit, auf egoistischen Konsum zu verzichten und die Illusion aufzugeben, Krieg sei ein wirksamer Weg, Frieden zu schaffen.


„Gemeinsames Bewusstsein, dass die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht – und die Unfähigkeit, auf egoistischen Konsum zu verzichten und die Illusion aufzugeben, Krieg sei ein wirksamer Weg, Frieden zu schaffen“


In einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist, aus denen beunruhigende Ungleichgewichte entstehen, ist die Kirche gerufen, dem Menschen zu dienen, indem sie auf die tiefsten Fragen seines Herzens und auf die Sehnsüchte hört, die ihn bewegen, und in Christus den „Schlüssel, den Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte“ erkennt (GS 10). Deshalb muss sich in der Kirche auf jeder Ebene und zu jeder Zeit die barmherzige Kenosis Christi verwirklichen. Er „hielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich und nahm die Gestalt eines Sklaven an, […] und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,6–8).


Liebe Brüder und Schwestern, mögen Freude und Hoffnung – Gaudium et spes – die Kennzeichen einer Kirche sein, die das Evangelium verkündet und bezeugt und den Frauen und Männern unserer Zeit nahe ist.


„In einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist, aus denen beunruhigende Ungleichgewichte entstehen, ist die Kirche gerufen, dem Menschen zu dienen, indem sie auf die tiefsten Fragen seines Herzens und auf die Sehnsüchte hört“


Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

 

Generalaudienz

auf dem Petersplatz        
       
               

Dienstag, 1. September 2026

Die Predigt

vaticannews veröffentlicht den Text der Predigt, die der Hl. Vater heute Abend im Borgo Laudato Si´ anläßlich des Weltgebettages für die Bewahrung der Schöpfung gehalten hat.
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                                              "Liebe Brüder und Schwestern,"

in den Lesungen, die für die heutige Liturgie, den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, ausgewählt worden sind, werden wir zweimal eingeladen, über die Werke des Herrn nachzudenken – etwas, das uns inmitten dieser wunderschönen Gärten sicherlich nicht schwerfällt.

Das Buch der Weisheit fordert uns dazu auf, die Schönheit und die Gewaltigkeit der Schöpfung zu betrachten, um ihren Schöpfer würdigen zu können (vgl. Weish 13,1-9). Es ist oberflächlich, sich mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel zu begnügen, ohne dabei zum Schöpfer all dieser Wunder zurückzugehen.

„Man darf sich nicht mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel begnügen“

Der Psalm 19 spornt uns dazu an, den Blick zu erheben, um den Himmel zu betrachten, der von der Herrlichkeit Gottes erzählt, und das Firmament, das das Werk seiner Hände verkündet. Die ganze Schöpfung spricht zu uns von der Erhabenheit des Schöpfers, sofern unser Blick und unser Herz für dieses große Geheimnis offen sind.


Auch der Text des Matthäusevangeliums (vgl. Mt 6,24-34) lädt uns zur Betrachtung der Schöpfung ein und unterstreicht dabei die besondere Liebe des Herrn zum Menschen. Wenn wir voller Staunen die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld bewundern, die in den Augen des Schöpfers so wertvoll sind, dann verstehen wir, wie groß die Liebe Gottes zu uns ist. Wenn es der Herr nämlich nicht versäumt, Pflanzen und Tieren üppige Schönheit zu verleihen und für alles Nötige zu sorgen, um wie viel mehr wird er dann auf die Bedürfnisse seiner geliebten Söhne und Töchter achten!


„Lasst uns heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen“


Während wir heute Abend der Einladung folgen, innezuhalten und vor den Werken Gottes nachzudenken, beginnen wir die „Schöpfungszeit“, einen fünfwöchigen Zeitraum, der dem Gebet und dem Engagement für die Bewahrung unseres „gemeinsamen Hauses“ gewidmet ist. Lasst uns daher heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen, um die große Harmonie zu genießen, deren Teil wir sind. Stellen wir für all die Geräusche menschlicher Werke die „Stummschaltung“ ein, um der wohlklingenden Stimme der Schöpfung zu lauschen, durch die Gott, der Schöpfer aller Dinge, zu uns spricht. 

Diese kontemplative Übung, die die Begegnung mit dem Herrn begünstigt, ist ein erster Schritt hin zu »einer echten ökologischen Umkehr, wo die Auswirkungen unserer Begegnung mit Jesus Christus in unserer Beziehung zur uns umgebenden Welt deutlich sichtbar werden« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).

Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf“ 

Aus der Betrachtung der Schöpfung und aus der Begegnung mit dem Schöpfer entsteht das Bewusstsein für unseren besonderen Platz innerhalb des wunderbaren Plans Gottes und für unsere persönliche und gemeinschaftliche Verantwortung für die Bewahrung der ursprünglichen Harmonie. So entsteht aus dem Bewusstsein unserer Unzulänglichkeiten und Fehler ein neues Engagement, um die Beziehungen unter den Geschöpfen nach dem Willen ihres Schöpfers wiederherzustellen. 

Deshalb wiederholt die Botschaft zum heutigen Tag »de[n] prophetische[n] Aufruf, „Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden“ (Jes 2,4), […], Leid in Leben zu verwandeln«. Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf: »Was zur Zerstörung genutzt wurde, kann nun für das Leben eingesetzt werden, zur Sorge für die Armen, zur Ernährung der Hungernden und zur Bewahrung der Schöpfung« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).

Der Zeitraum, den wir heute eröffnen, endet am kommenden 4. Oktober, dem Tag, an dem wir den 800. Jahrestag des Transitus des heiligen Franz von Assisi begehen werden. Papst Franziskus hat sich insbesondere von ihm inspirieren lassen, als er seine Enzyklika Laudato si’ verfasste und als er dieses Dorf ins Leben rief, in dem wir uns nun befinden.

                 „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen“

Verbinden wir uns also im Geiste mit dem „Poverello“ von Assisi und machen wir uns seinen Lobgesang zu eigen:


»Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt.«

Lasst uns zusammen mit dem heiligen Franz von Assisi unser Engagement erneuern, jene universale Geschwisterlichkeit zu leben und zu fördern, die mit der Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren, untrennbar verbunden ist."

Quelle: vaticannews

Hl. Messe im Borgo Laudato Si´

              

Erinnerungen ....

 an einen großen Kardinal: 

              

Montag, 31. August 2026

Audienzen

Wie vaticannews berichtet, wurde der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf heute von Papst Leo XIV im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo empfangen. Hier geht´s zum Original;  klicken

"BEIM PAPST IN CASTEL GANDOLFO:  DER MAINZER BISCHOF KOHLGRAF"

Papst Leo XIV. hat diesen Montag (31. August) den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in Audienz im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo empfangen. Kohlgraf wurde vom Mainzer Weihbischof Pater Joshy George Pottackal O. Carm. begleitet. Das gab der Vatikan am Mittag, wie üblich ohne Angabe zu Inhalten des Treffens, bekannt.

Der aus Südindien stammende Pater Joshy Pottackal hatte im März 2026 die Bischofsweihe empfangen. Er ist damit der erste katholische Bischof in Deutschland mit außereuropäischen Wurzeln. Ich bin Papst Leo XIV. dankbar für diesen Schritt hier in Deutschland, im Bistum Mainz. Glaube verbindet über alle Grenzen hinweg, die Menschen ziehen können“, sagte Bischof Kohlgraf damals in seiner Predigt.

Kohlgraf wurde am 27. August 2017 zum Bischof von Mainz geweiht. Er ist seit 2019 Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi. in der deutschen Bischofskonferenz ist Bischof Kohlgraf Vorsitzender der Pastoralkommission und der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist zudem Mitglied der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Papst Leo XIV. empfing diesen Montag in Castel Gandolfo zudem Mitglieder einer von ihm eingerichteten Pater Pio-Krankenhauskommission in Audienz, die sich um die Wiederbelebung des Gesundheitszentrums „Casa Sollievo della Sofferenza" in Apulien kümmern soll. Auch über diese Audienz informierte das Mittags-Bulletin aus dem Vatikan-Presseamt wie üblich, ohne Angaben zu Inhalten des Treffens. 

Pater Pio-Krankenhauskommission unterrichtete Papst über Stand der Dinge

Vatican News erfuhr, dass Leo XIV. sich bei dem Treffen über den Stand der Arbeiten der Kommission unterrichten ließ, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Stiftung des Gesundheitszentrums sowie auf den Lösungsansätzen lag, um die Wiederbelebung des Krankenhauses „Casa Sollievo della Sofferenza“ in San Giovanni Rotondo zu gewährleisten.

Die Kommission erläuterte die wichtigsten Prioritäten ihrer aktuellen Tätigkeit: etwa die Stabilisierung der Beziehungen zum Personal, Stärkung der Zusammenarbeit mit den italienischen öffentlichen Institutionen und die Beschaffung erforderlicher Ressourcen. Diese Aktivitäten fügen sich in das Mandat ein, das der Kommission durch die Gründungsurkunde übertragen wurde und darauf abzielt, Nachhaltigkeit zu garantieren und den Wiederbelebungsplan umzusetzen, wobei die Kontinuität des Krankenhausbetriebs und das Charisma des Gründers gewahrt bleiben sollen.

Papst Leo nahm die bisher von der Kommission geleistete Arbeit aufmerksam zur Kenntnis und bekräftigte seinen Willen, den eingeschlagenen Weg genau zu verfolgen."

Quelle: vaticannews

Päpstliche Diplomatie...

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci  mit der Diplomatie des Hl. Stuhles, wie sie sich unter Papst Leo darstellt. Hier geht´s zum Original:  klicken

                 "LEO XIV : DIE NEUE DIPLOMATIE" 

Der Besuch von Erzbischof Paul Richard Gallagher in Moskau markierte einen entscheidenden Paradigmenwechsel in der Diplomatie des Heiligen Stuhls hinsichtlich der Lage in der Ukraine. Was hinter verschlossenen Türen während des bilateralen Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow besprochen wurde, können wir nicht wissen.

Die Eröffnungsreden sowohl des Heiligen Stuhls als auch der russischen Delegation vor dem Treffen sowie die anschließende Pressekonferenz  wurden vom russischen Außenministerium per Video übertragen, und daraus lassen sich viele wichtige Erkenntnisse gewinnen. 

Erzbischof Gallagher ist vatikanischer Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, ein Amt, das dem eines Außenministers im Heiligen Stuhl vergleichbar ist . Er besuchte Moskau bereits 2021, doch diese zweite Reise, fünf Jahre später, hat eine größere Bedeutung

Erstens, weil es inmitten der großangelegten Aggression Russlands gegen die Ukraine geschieht, die 2022 begann und noch immer andauert. Zweitens, weil die russisch-vatikanischen Beziehungen unter Papst Franziskus zwar ausgezeichnet waren, der Moskaus Ansichten großes Gewicht beimaß, gleichzeitig aber durch die Art und Weise belastet wurden, wie Papst Franziskus selbst öffentlich gemacht hatte, dass er Patriarch Kyrill von Moskau aufgefordert hatte, kein „Staatskleriker“ zu sein. Und schließlich, weil sie mit einem neuen Pontifikat einhergingen.

Leo XIV. hat die diplomatische Linie des Heiligen Stuhls nicht geändert.  Diese blieb unverändert: Der Heilige Stuhl fördert den Frieden, der Heilige Stuhl fördert den Dialog und der Heilige Stuhl bricht die diplomatischen Beziehungen niemals ab, selbst in schwierigen Situationen.

Leo XIV. verfolgte jedoch einen anderen, eher „diplomatischen“ Ansatz, wenn man ihn denn so nennen kann.

Papst Franziskus stützte sich stark auf seine persönlichen Eindrücke und sein Charisma. Leo XIV. hingegen verfolgte einen konventionelleren, institutionellen Ansatz, mit großem Augenmerk auf Details und der Überzeugung, dass Frieden ohne Klarheit nicht zu erreichen ist.

Seit seiner ersten Ansprache an das diplomatische Korps am 16. Mai 2025 hat Leo XIV. betont, dass die Kirche die Wahrheit verkünden muss, selbst wenn sie für die Welt unverständlich ist . Bei der Rosenkranzandacht und der Friedensvigil am 11. April 2026 ging Leo XIV. noch einen Schritt weiter und   hob hervor, dass die Kirche oft Gefahr läuft, verachtet zu werden .

Dieser Ansatz stellt die Linse dar, durch die Gallaghers Mission nach Moskau interpretiert werden kann.

Gallagher reiste nicht nur mit dem Auftrag nach Moskau, um um jeden Preis einen Dialog zu führen . Er hatte den Auftrag, die Position des Heiligen Stuhls zu klären, den Dialog so weit wie möglich zu etablieren und in jedem Fall nichts zu verheimlichen, ja sogar einige der schwierigen Situationen anzusprechen, mit denen die katholische Kirche in Russland konfrontiert ist.

Gallaghers Reise nach Russland stellt somit einen echten Paradigmenwechsel dar.

Sonntag, 30. August 2026

Angelus: die Ansprache

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache, die der Hl. Vater beim heutigen Angelus gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

   "Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und einen schönen Sonntag!"

"Das heutige Evangelium berichtet uns, wie Jesus seinen Jüngern das Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung offenbart, die bevorstehen: Der Messias, so sagt er, »müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden« (Mt 16,21).

Was er ihnen sagt, ist sehr weit von den Erwartungen entfernt, die wir an einen siegreichen und mächtigen Messias haben, mit dessen Hilfe die Feinde besiegt und mit Füßen getreten werden können (vgl. Ps 108,14). Während der Zeit, die sie mit ihm verbracht hatten, hatten sie bereits Gelegenheit gehabt, über viele seiner Taten und Worte zu staunen. Diese letzte Botschaft geht jedoch wirklich über alle Erwartungen hinaus. Besonders Petrus bringt sein Missfallen zum Ausdruck und weist Jesus zurecht, indem er zu ihm sagt: »Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!« (V. 22).

„Es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen“

Kurz zuvor hatte er in ihm »den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes« (V. 16) erkannt. Jetzt aber macht er ihm Vorwürfe, überrascht und vielleicht enttäuscht von dem, was er hört – ganz im Gegensatz zu dem wunderbaren Glaubensbekenntnis, das er kurz zuvor abgelegt hatte. Petrus scheint ihm zu sagen: „Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, aber so rettet man die Welt nicht.“ Sein Verhalten entspringt seinem Eifer und ist sicherlich von aufrichtiger Liebe beseelt, doch es gibt uns dennoch Anlass zum Nachdenken.

Denn es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen, insbesondere wenn sie von unseren eigenen sehr weit entfernt sind. Dann geraten wir in die Versuchung, entgegen jeder Logik des Glaubens zu denken, dass es der Herr sei, der sich irrt, oder schlimmer noch, dass er uns nicht zuhört oder sich nicht für uns interessiert. Im Hinblick auf diese Unklarheit lehrt uns Petrus, trotz seiner Impulsivität, zwei wichtige Dinge.

                      „Den Dialog mit dem Herrn nie unterbrechen“

Das Erste ist, den Dialog mit dem Herrn nie zu unterbrechen, selbst in derartigen Augenblicken, sondern ihm auch unsere Schwierigkeiten mitzuteilen, das zu verstehen, was er von uns möchte. 

Das Zweite ist hingegen, dass wir Gottes Wirken nie beurteilen, sondern im Gebet mit Demut auf das hören, was er uns durch sein Handeln offenbart, auch wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht.

Und auch darin zeigt sich die Größe des Ersten unter den Aposteln. 

Jesus antwortet ihm: »Tritt hinter mich, du Satan!« (V. 23) und er erklärt ihm und den anderen Jüngern, dass sie sich selbst verleugnen, ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen müssen, um in seine Fußstapfen treten zu können (vgl. V. 24). Petrus wird dies tun: Nachdem er ihm zugehört hat, wird er diese Herausforderung annehmen und den Worten des Christus treu bleiben, den er als seinen Erlöser erkannt hat – sein ganzes Leben lang, bis zum Martyrium. 

„Dem Herrn demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist“  

Bitten wir den Herrn also darum, dass auch wir in unserem Glaubensleben und in unserem Gebet dieselbe Aufrichtigkeit wie Petrus haben, indem wir ihm demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist, und dass wir zugleich dieselbe Verfügbarkeit wie Petrus hegen, indem wir das annehmen, was der Herr von uns verlangt, auch wenn es über unsere Erwartungen hinausgeht. 

Möge uns Maria dabei helfen, die den Plänen Gottes bis unter das Kreuz ihres Sohnes Jesus gehorsam war."

Quelle: vaticannews

Festmesse in Notre Dame

   zum Gedenken an die Befreiung von Paris im August 1944

              

In illo tempore

Fr. J. Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken

     "IN JENER ZEIT: 14. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

„Jeder gute Baum bringt gute Früchte, aber ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte… An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,17.20). 

Die biblische Leuchte unseres Herrn erhellt den Brief zum vierzehnten Sonntag nach Pfingsten, Galater 5,16–24, in dem Paulus die Werke des Fleisches der Frucht des Geistes gegenüberstellt. Das Bild des Baumes lenkt unseren Blick nach innen. Welche Frucht hängt an den Zweigen meines Lebens? Welche Ernte reift in meinen Worten, Gewohnheiten, Vergnügungen, meinem Groll, meinem Umgang mit Besitz, meinem Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen und meiner Reaktion auf Versuchungen?

Paulus schrieb seinen recht zornigen Brief an die Galater, weil falsche Lehrer die Christen in Kleinasien davon überzeugten, dass die Einhaltung des mosaischen Gesetzes, insbesondere die Beschneidung, für das Heil notwendig sei. Er beginnt das fünfte Kapitel mit einem Posaunenstoß: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen!“ (V. 1). Das Joch symbolisierte Arbeit, Unterwerfung und Niederlage. Ochsen wurden zum Pflügen vorgespannt. Sklaven trugen Joche. Besiegte Feinde Roms mussten als Zeichen der Unterwerfung unter einem Joch hindurchgehen. 

Das mosaische Gesetz diente als Richtschnur und Wegweiser. Da Israel den Bund mit Gott wiederholt brach, vervielfachte Gott die Anzahl der Gebote. Die rabbinische Tradition zählt 613 Gebote, 365 negative und 248 positive. Ihr Gewicht sollte Israel die Notwendigkeit göttlicher Erlösung eindringlich vor Augen führen. Ein Joch belastet das Tier, lenkt es aber auch in die Furche. Das Gesetz hielt das auserwählte Volk zurück, disziplinierte es und weckte in ihm die Sehnsucht nach dem Messias.

Christus erfüllte das Gesetz und befreite sein Volk von dessen überholten zeremoniellen Vorschriften. 

Christliche Freiheit schenkt jedoch die Freiheit, Gott zu lieben und ihm zu dienen, nicht aber die Erlaubnis zu sündigen. Das moralische Fundament bleibt bestehen. „Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (V. 14). Die Liebe zu Gott fasst die erste Tafel des Dekalogs zusammen. Die Nächstenliebe umfasst die zweite. Die Freiheit der Kinder Gottes besteht darin, die Gnade zu besitzen, nach dieser Liebe zu leben.

Daher gebietet Paulus: „Wandelt im Geist und erfüllt nicht die Begierden des Fleisches“ (V. 16). Zwei Reiche ringen im Herzen des Menschen miteinander: das Reich der Gnade, gegründet vom Heiligen Geist, und das Reich des von der Sünde verwundeten, ungeordneten Fleisches. Ihre Gräben hinterlassen tiefe Spuren im Inneren. Die Taufe hat uns wiedergeboren, doch die Begierde bleibt bestehen. Die Gnade heilt, erhebt und stärkt unsere Natur, während unsere niederen Triebe weiterhin rebellieren. Christliches Leben bedeutet daher Kampf, Wachsamkeit, Abtötung, Bekenntnis und das wiederholte Flehen um göttliche Hilfe. 

Paulus beschreibt den Konflikt anschaulich:

„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, und der Geist begehrt gegen das Fleisch; diese widerstreben einander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt“ (V. 17).

Das griechische Partikel ἵνα, hína , kann Zweck oder Folge bezeichnen. Hier hindert uns der Gegensatz von Fleisch und Geist folglich daran, das zu erreichen, was unser erneuerter Sinn begehrt. Paulus geht in Römer ausführlicher auf diese schmerzhafte Erfahrung ein.

„Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich… Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Römer 7,19.24-25).

Samstag, 29. August 2026

Die Predigt

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews die Predigt, die Papst Leo XIV heute Abend während der Hl Messe in Castel Gandolfo gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT DER PREDIGT VON PAPST LEO XIV IN CASTEL GANDOLFO"

Liebe Brüder und Schwestern,

ich freue mich, mit euch das Fest der „Madonna del Lago“ zu feiern, wie es bereits einige meiner Vorgänger getan haben: der heilige Paul VI., der den Bau dieser Maria geweihten Kirche angestrebt und unterstützt und sie geweiht hat, sowie der heilige Johannes Paul II., der hier ihre Verehrung in Erinnerung rufen und ihre Botschaft erneuern wollte.

Die Wortgottesdienstfeier bietet uns Texte, die gut zu diesem traditionellen Fest passen.

In der ersten Lesung spricht der Prophet Jeremia von seinem unwiderstehlichen Bedürfnis, dem Ruf zu folgen, den er erhalten hat: „Du hast mich betört, o HERR“, sagt er, „und ich ließ mich betören […]. So brannte in meinem Herzen ein Feuer […]. Ich mühte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht“ (Jer 20,7.9). Gott hat ihm offenbart, dass er ihn schon im Mutterleib erkannt und auserwählt hat (vgl. ebd. 1,5) und dass er sein Volk mit ewiger Liebe liebt (vgl. ebd. 31,3); er hat zu ihm über seinen Heilsplan gesprochen, und Jeremia kann nicht länger schweigen. Er verspürt einen unbändigen Drang, allen seine Botschaft zu verkünden, auch wenn er weiß, dass dies bedeutet, Dinge sagen und tun zu müssen, die vielen nicht gefallen werden, und dass er Leid und Unverständnis erfahren wird, bis er „den ganzen Tag nur Hohn und Spott“ erfährt (V. 7). Doch die Liebe treibt ihn an, zum Wohl seines Volkes zu handeln, ohne Kompromisse, bis zum Ende.

Das lehrt uns auch Jesus im Evangelium. Kurz zuvor hat er fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist (vgl. Mt 14,15–21) und danach weitere viertausend mit sieben Broten und ein paar kleinen Fischen (vgl. Mt 15,32–38). Nun erklärt er seinen Jüngern, jenseits des Erfolgs, den diese Taten hatten, die messianische Bedeutung dessen, was er vollbracht hat: Er offenbart ihnen, dass er „nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden [werde], er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden“ (Mt 16,21).

                          „Jesus offenbart, dass nur die Liebe rettet“

Er erklärt, wie er nach den vielen vollbrachten Wundern seine Herrlichkeit endgültig offenbaren wird: indem er sein Leben freiwillig opfert (vgl. Joh 10,17-18) und sich selbst am Kreuz als gebrochenes Brot darbringt. Und er betont, dass jeder, der seine Mission fortsetzen will, dasselbe tun muss: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (V. 24).

So offenbart Jesus, dass nur die Liebe rettet. Die Liebe, die Gott uns gezeigt hat, indem er Mensch wurde, für uns starb und auferstand, und als Antwort darauf die Liebe, mit der auch wir uns demütig ihm und unseren Brüdern und Schwestern hingeben: in der treuen Beständigkeit der täglichen Nächstenliebe ebenso wie in den außergewöhnlichsten Gesten, bis hin zum Martyrium, wie es leider auch heute noch vielen Christen in verschiedenen Teilen der Welt widerfährt.

Der heilige Augustinus sagte, dass „die Freude des Erntearbeiters […] die Absicht des Sämanns offenbart“ (Sermo 330, 2), und wir möchten uns seine Gefühle zu eigen machen: Mit Gottes Hilfe wollen wir überall auf der Welt die Samen seiner unendlichen Nächstenliebe ausstreuen, ohne müde zu werden, ohne Maß, damit heute und immer sich jemand freuen kann, wenn er die Früchte erntet.

„Leider verstehen nicht alle die Schönheit, die Güte und die Konkretheit dieses Traums des Schöpfers“

Leider verstehen nicht alle die Schönheit, die Güte und die Konkretheit dieses Traums des Schöpfers; ja, viele halten ihn sogar für eine Utopie. Die andere Wange hinzuhalten (vgl. Mt 5,39) – so sagen sie – sei etwas für Verlierer, angesichts von Ablehnung dennoch zu geben sei naiv, grenzenlos zu vergeben (vgl. Mt 18,21-22) sei etwas für Schwache. Das ist nicht verwunderlich. Selbst für Petrus war es schwierig, diese neue und andere Denkweise zu akzeptieren (vgl. Mt 16,22). Doch Jesus bleibt unnachgiebig: Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens.

Machen wir uns nichts vor. Hass und Gewalt bringen nichts Gutes, sondern nur Zerstörung und Tod, immer, auch wenn sie eine Antwort auf erlittene Ungerechtigkeiten sein mögen. Wir sehen es jeden Tag, vom Kleinen unseres häuslichen Lebens bis zur großen Weltbühne. Alles bestätigt, was Jesus uns gelehrt hat: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden“ (Mt 16,25).

„Wir brauchen so sehr das Leben, die Hoffnung, die Gelassenheit und den Frieden“

Liebe Brüder und Schwestern, wir brauchen so sehr das Leben, die Hoffnung, die Gelassenheit und den Frieden – in uns selbst, in unseren Städten, unter den Völkern und Nationen. Deshalb dürfen wir, ganz gleich, wie schwer die Wunde, wie groß die Kränkung auch sein mag, nicht zulassen, dass das Böse unsere Menschlichkeit entstellt und unser Herz verdirbt! Passen wir uns nicht der Mentalität der Welt an (vgl. Röm 12,2). Lasst uns weiterhin lieben, geben und vergeben und uns selbst „als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer“ (V. 1) darbringen, um in uns und in anderen die unendliche Würde des göttlichen Ebenbildes, das wir in unserer Seele tragen, zu bewahren und wachsen zu lassen. Und lassen wir uns nicht entmutigen, wenn es schwer ist: Unsere Kraft liegt im Herrn, und mit seiner Hilfe ist alles möglich (vgl. Phil 4,13).

Daran erinnert uns auch die Prozession auf dem See, die wir gleich begehen werden. Sie gemahnt an ein weiteres Wunder Jesu, das kurz vor den Ereignissen geschah, von denen wir gehört haben, als der Meister auf dem See von Tiberias die verängstigten Jünger erreichte, indem er auf dem Wasser ging, und sie an Land führte, indem er den Sturm stillte (vgl. Mt 8,23-27). Gerade als sie am meisten Angst hatten und den Gegenwinden ausgeliefert waren, ermahnte er sie, Vertrauen zu haben und zu beten, um wieder Frieden zu finden und gemeinsam mit ihm weiter auf das ersehnte Ziel zuzusteuern.

„Den Segen, den wir empfangen haben, an die Ufer des Sees tragen“

Mit diesem Glauben nehmen wir heute Abend an der Eucharistie teil. Auf dem Altar bringen wir uns selbst dar, zusammen mit Brot und Wein. Und der Herr vereint unsere Gaben mit den seinen, weiht sie und gibt sie uns zurück, verwandelt in seinen Leib und sein Blut, damit wir sie miteinander teilen als Nahrung für den Weg. Dann werden wir, wie die Jünger, gemeinsam das Ufer verlassen und das Bild Mariens, unseres Vorbilds und unserer Führerin, mit uns nehmen, um den Segen, den wir empfangen haben, an die Ufer des Sees zu tragen.

Es sind einfache Gesten, mit denen wir unser Vertrauen auf Gott und unsere kindliche Verehrung seiner heiligsten Mutter erneuern. Und sie sind umso bewegender, als sie – wie der heilige Paul VI. gerne in Erinnerung rief – durch die Sorgfalt ermöglicht werden, mit der die kleine Gemeinschaft, die hier lebt, diesen Ort des Friedens das ganze Jahr über bewahrt, damit sich in feierlichen Momenten das ganze Volk Gottes dort versammeln kann, genau wie Maria, die in ihrem Schoß und im Haus von Nazareth den menschgewordenen Sohn Gottes aufgenommen hat, damit sein Heil alle erreichen möge.

„Spiegelbild der Gegenwart Gottes sein“

So wird dieser Ort der Marienverehrung auch zu einem Zeichen dafür, wie sich die Kirche Tag für Tag bemüht, aus uns allen einen einzigen Leib zu machen – im Gebet, in den Gefühlen, in den Vorsätzen, in der geordneten und einmütigen Entfaltung unseres Zusammenseins –, und zu einem Symbol der Liebe, mit der der Herr durch seine allerseligste Mutter zu uns kommen wollte als einer von uns, indem er sich unter die große Schar unserer Menschheit gemischt hat (vgl. Predigt von Paul VI. zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, 15. August 1977).

Schließen wir uns also heute Abend Jesus und Maria, dem Sohn und der Mutter, an, um vereint – nicht nur auf dem See, sondern in allen Nächten der Welt – ein beruhigendes Spiegelbild der Gegenwart Gottes und ein unwiderstehliches Echo seiner Liebe zu sein, die zum Lieben einlädt."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Hl. Messe in der Kirche Santa Maria Santissima del Lago

 in Castel Gandolfo und Marianische Prozession auf dem Albaner See

Interessantes zur männlichen Haartracht

 -die ja im Alten Testament z.B.  in der Geschichte von Judith und Holofernes, eine maßgebliche Rolle spielt.- geschrieben von Johannes P. Senk und veröffentlicht bei KNA.                                              Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"WIE LANGE HAARE ZUM MÄNNLICHEN MACHTSYMBOL WURDEN" 

beginnt der Text so - ZITAT

"Samsons Stärke infolge seiner langen Haare ist biblisch verbrieft. Die blonde Mähne des norwegischen Fussballstars Erling Haaland wurde zu seinem Markenzeichen – ebenso wie seine reichlichen Tore. Nun hat der Stürmer sich die Haare abrasiert. Verliert er damit seine Macht? Vorbilder legen das nahe. (...)

Plötzlich abrasiert

Doch nun präsentiert sich der Angreifer vom englischen Vizemeister Manchester City plötzlich ganz anders. Ein vom Spieler am Wochenende im Internet verbreitetes Video zeigt Haaland noch mit langen Haaren auf einem Stuhl sitzend. Dann eine Überblende – und plötzlich sind vom einst wallenden Haupthaar nur noch blonde Stoppel übrig." (...)

Quelle: J.P. Senk, KNA