Montag, 2. März 2026

Die angekündigten Bischofsweihen der FSSPX und der Weg ins Schisma

 Weihbischof Marian Eleganti führt aus, warum die von der FSSPX geplanten Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes

      Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche und die vielen Schismen

 

Ein Bekenntnis zur Kirche

 

Ich habe als Reaktion auf meine Beiträge viele Kommentare gelesen, Videos angeschaut, Emails und Social-Media-Botschaften erhalten. Mit grossem Aufwand versuchen Traditionalisten und ihnen nahe stehende Personen etwas zu rechtfertigen, was einfach nicht zu rechtfertigen ist: Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes! Bischofsweihen entscheiden objektiv (ipso facto) über das Innerhalb oder Ausserhalb der Kirche, weil die Kirche auf Petrus gegründet ist, hierarchisch und sichtbar verfasst ist, nämlich als Bischofskollegium mit dem Papst als seinem Haupt an der Spitze in der Nachfolge der Apostel (Bischöfe) und des hl. Petrus (Päpste). Daran ändern alle auf dem Tisch liegenden Argumente, welche vom Papst nicht autorisierte Bischofsweihen legitimieren sollen, nichts.

 

Der Hl. Paulus war sich der Bedeutung der Einheit mit Petrus bewusst. Deshalb wollte er trotz seiner direkt von Christus empfangenen Berufung, seiner hohen Erkenntnisse und seines enormen Einsatzes bei der Gründung von neuen Gemeinden, nicht ohne die Bestätigung und Sendung durch Petrus weitermachen. Wie er sagt: um nicht «ins Leere» zu laufen! Das wäre er, hätte er sein Evangelium (von der Berufung der Heiden ohne Beschneidung und allein durch Glauben) gegen den Willen des hl. Petrus und ohne Bestätigung seiner Mission durch ihn (explizite Sendung durch Petrus, zu den Heiden zu gehen)  weiterhin verkündet und entsprechende «paulinische» Gemeinden gegründet. Aber genau das wollte er nicht: eine Berufung auf seinen Namen und eine Teilkirche ohne Einheit mit Petrus (Kephas) aus eigener Kraft (Autonomie) und aufgrund eigener Einsicht (Besserwisserei).

 

«Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit.      Ich ging hinauf aufgrund einer Offen-barung, legte der Gemeinde und im Besonderen den «Angesehenen» das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.» Gal 2,1-2.

 

Dann schreibt er weiter:

 

 «Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen, denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die «Säulen» Ansehen geniessen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen.» Gal 2,7-9.

 

Ohne die Sendung und Bestätigung durch Petrus wollte Paulus seine Mission nicht fortsetzen. 

 

In diesem Sinne handelt die Piusbruderschaft seit Jahrzehnten ohne päpstliche Sendung. Ihre Priester und Bischöfe sind suspendiert, ohne kirchliche Legitimation und Sendung, die Priester ohne Inkardination, die Bischöfe ohne Bistum und ohne päpstliches Mandat. Und jetzt wollen sie wieder  Bischöfe weihen, selbst wenn dieser Weihen gegen den Willen des Papstes durchgeführt werden sollten (Stand der Dinge: März 2026). Die Beschwichtigung dieses schismatischen Aktes mit dem Hinweis, dass diese Bischöfe ohne Mandat des Papstes ja über keine Jurisdiktion verfügten und deshalb als reine Weihbischöfe (buchstäblich!) zu verstehen seien, ist mittelalterlich, ein seltsames Verständnis des Bischofsamtes und eine Rückabwicklung von Vatikanum I und II. Im Mittelalter gab es «Laienbischöfe» (Fürsten) ohne Weihe (dafür hielten sie sich Weihbischöfe), aber mit bischöflicher Jurisdiktion (Vollmacht), wie es heute mutatis mutandis im Vatikan eine «Laienbischöfin» (ohne potestas sacra), nämlich eine Präfektin gibt, der ein Kardinal bzw. Bischof (mit potestas sacra) als Vizepräfekt an die Seite gestellt (oder unterstellt?) ist. In beiden Fällen werden Weihe (potestas sacra) und Jurisdiktion getrennt gehandhabt. Aber genau das hat das letzte Konzil nicht gewollt, sondern zusammengebracht. Die Bischofsweihe vermittelt gemäss seiner Lehre die Fülle des Priestertums mit den Tria Munera: Lehramt (1), Heiligungsamt (2), Hirtenamt (3). Letzteres, das Leitungsamt (Jurisdiktion) kann legitimerweise nur in der Einheit mit dem Papst ausgeübt werden, d.h. nur mit seiner Zustimmung (Ernennung/ Anerkennung/Sendung), wird aber durch die Weihe vermittelt. Deshalb ist eine unerlaubte Bischofsweihe ein schismatischer Akt und vom Kirchenrecht (mit Recht!) mit Exkommunikation latae sententiae sanktioniert. Bei unerlaubten Bischofsweihen geht es in der Tat um «To be or not to be» der Kirche als der einen, heiligen, katholischen und apostolischen! Hier geht es um die Sichtbarkeit und Einheit der Kirche, nicht um jurisdidkionellen Positivismus.

 

In der Sessio XXIII (15. Juli 1563) des Konzils von Trient, dem Dekret über das Sakrament der Priesterweihe (De Sacramento Ordinis), werden das Weihesakrament und die Hierarchie behandelt. Dort (Kapitel IV und Kanon 7)  lehrt das Konzil im Zusammenhang der Frage der (nicht notwendigen) Zustimmung des Volkes oder einer weltlichen Autorität für die Gültigkeit einer Weihe: Wer ohne kirchliche und kanonische Autorität (ecclesiastica et canonica potestas) ordiniert wird oder eine Weihe sich selbst anmasst, ist kein rechtmässiger Diener, sondern ein Dieb und Räuber.

 

Der Hl. Paulus beklagt innerkirchliche Parteiungen, die Schismen vorbereiten:

 

«Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung. Es wurde mir nämlich, meine Brüder, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, ausser Krispus und Gaius, sodass keiner sagen kann, ihr seiet auf meinen Namen getauft worden.» 1 Kor 1,10-15.

 

Leider ist die Piusbruderschaft mit Marcel Lefebvre (1905-1991) auch zu so einer Partei geworden, die sich namentlich auf den Gründer beruft. Auch er hat der Universalkirche beim Weihegottesdienst 1988 in seiner Predigt abgesprochen, die wahre Kirche zu sein («Das ist nicht mehr die katholische Kirche!»). Mit den unerlaubten Bischofsweihen ging er ins Schisma. Ähnlich haben es nach dem Vatikanum I die Altkatholiken gemacht mit verwandten Argumenten (Tra-dition). Aber es gibt eben nur eine Kirche. Christus und die Kirche sind untrennbar. Indem die Piusbruderschaft diese Kirche und ihre Sakramente seit dem Konzil in Bezug auf die Vermittlung der zum Heil notwendigen Gnaden für defizitär erklärt und auf eine Weise in Frage stellt, die nicht zu rechtfertigen ist, verrät sie ein schismatisches Denken (den Gläubigen wird abgeraten, eine Novus-Ordo-Messe zu besuchen; Priester zelebrieren sie nicht). Die beklagten Missstände in der Kirche ändern daran nichts. Auch wenn die Piusbruderschaft es erklärtermassen verneint, eine «Kirche in der Kirche» oder «neben der Kirche» sein zu wollen, verhält sie sich exakt so: wie eine Kirche in der Kirche oder neben der Kirche. Sie praktiziert eine entsprechende Autonomie und Glaubenspraxis ohne kirchliche Jurisdiktion, angeblich «vorübergehend», um die Tradition, den Glauben, die Hl. Messe und die Sakramente unverfälscht (im Gegensatz zur Universal-  sprich «Konzilskirche») zu bewahren. Was ist diese Autonomie anderes als ein Schisma? Ich glaube nicht, dass sie zur Kirche zurückfinden werden, wenn sie ohne päpstliches Mandat im Juni Bischöfe weihen. Sie werden genau das sein, was sie nicht zu sein behaupten: eine Kirche, die einzig treue und unverfälschte, neben der Kirche, die nach ihrer Überzeugung von der Tradition abgefallen ist. Über Details kann man reden. Bischofsweihen sind keine solchen. 

 

Die Universalkirche wäre gut beraten, sich der in unserem Zusammenhang geäusserten Kritik und den vielen Hinweisen auf Häresien und Missbräuche in der Kirche zu stellen, letztere zu identifizieren und zu sanktionieren: 

 

Durch Verurteilung und Ausschluss, egal von welcher Seite (traditionalistisch oder modernistisch) die Häretiker und Schismatiker kommen. 

 

Im Sinn der Tradition: Exklusion nicht Inklusion! Ich wünsche mir diese Klarheit sowohl in Bezug auf die Piusbruderschaft, falls sie unerlaubterweise Bischöfe weihen wird, wie auch in Bezug auf den synodalen Weg in Deutschland, falls die Bischöfe zusammen mit den Laien ohne päpstliche Approbation mehrheitlich eine neue, eigene Kirchenordnung hochziehen werden, welche die sakramentale Struktur der Kirchenleitung unterminiert. Ich wünsche mir diese Klarheit auch in Bezug auf die illegitimen, kommunistischen Bischofsernennungen in China, falls sie wie bisher weitergehen sollten. Ich wünsche mir diese Klarheit auch in Bezug auf die Berufung von Laien in kirchliche Leitungsämter, die aufgrund göttlicher Einsetzung mit der potestas sacra (Weihe) verbunden bleiben müssen und aufgrund des Wesensunterschiedes zwischen Geweihten und Nichtgeweihten nicht Laien übertragen werden können. Auch sie müssen gestoppt werden.

 

Aber bitte: Die Universalkirche (z.Zt. mit Papst Leo XIV. an der Spitze) ist der mystische Leib Christi, seine Braut, keine Hure. Sie ist Werkzeug und Zeichen des Heils für die Menschheit. Die Kirche Christi ist die röm.-katholischen Kirche. Sie ist auf Petrus dem Felsen, dem Papst, gegründet. Sie ist die Trägerin der Verheissung. Sie ist die Kirche der Heiligen: das kommende Himmlische Jerusalem, die schöne Braut Christi. In ihr leben Heilige und Propheten, Gottesträger- und trägerinnen. Sie verherrlicht an vielen Orten der Welt GOTT in ihrer Liturgie, in ihren Sakramenten und in ihrer Verkündigung. Ihre Sakramente und ihr Glaube vermitteln ewiges Leben. Ich bekenne mich zu ihr. Von ihr getrennt zu sein, ist keine Option.," (...)

Fortsetzung folgt....


Quelle: Weihbischof M Eleganti

 

Weitere Bücher

Wie vaticannews berichtet,  hat Erzbischof Gänswein die Veröffentlichung weiterer drei Bücher mit bisher unveröffentlichten Predigten Benedikts XVI angekündigt. 
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Unter dem Titel:

"GÄNSWEIN: DREI WEITERE BÜCHER MIT PREDIGTEN VON BENEDIKT XVI"

beginnt der Bericht so:  ZITAT

Von Papst Benedikt XVI. sind noch drei weitere Bücher mit bisher unveröffentlichten Predigten aus seiner Zeit als emeritierter Papst in Arbeit. Das hat sein langjähriger Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein im Gespräch mit dem Kölner domradio angekündigt.

Nach den kürzlich veröffentlichten Texten zur Fasten- und Osterzeit werde der Herder-Verlag im Herbst einen zweiten Band zu Advent und Weihnachten auf den Markt bringen. Dann folgten noch zwei Bände mit Predigten zu den übrigen Sonntagen."

Quelle: vaticannews

Zeit für päpstliche Ernennungen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit Gerüchten und Erwartungen bezüglich zu erwartender Ernennungen und ihrer Folgen. 
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                "LEO XIV: ZEIT FÜR ERNENNUNGEN"

Letzte Woche kursierten Gerüchte über die Zukunft von Erzbischof Edgar Peña Parra, dem Substituten des Staatssekretariats. Einige behaupteten, der langjährige päpstliche „Stabschef“ werde der nächste Nuntius des Papstes in Italien.

Sollte sich dies bestätigen, wäre das der Beginn einer weitreichenden Kettenreaktion von Ernennungen im Vatikan, die sich vom Staatssekretariat bis zur Präfektur des Päpstlichen Haushalts erstrecken würde – eine regelrechte Neustrukturierung des Regierungsteams.

Ein Schlüsselelement bliebe jedoch bestehen: Kardinal Pietro Parolin als Staatssekretär.

Gehen wir der Reihe nach vor.

Seit der Wahl Leos XIV. kursieren immer wieder Gerüchte, der Papst werde das Staatssekretariat ersetzen. Der Sostituto – eine einflussreiche Position innerhalb der Römischen Kurie, die wohl den engsten täglichen Kontakt und die engste Zusammenarbeit mit dem Papst erfordert – leitet die Angelegenheiten und ist für die eigenhändigen Antworten des Papstes auf verschiedene Anfragen verantwortlich.

Grundsätzlich läuft alles über den Substituten, der übrigens der einzige hochrangige Beamte ist, der ohne Termin regelmäßig zum Papst gehen kann.

Es liegt daher nahe, dass Papst Leo XIV. für diese Position jemanden wünschen würde, den er kennt und dem er vertraut – jemanden, der nicht aus der Amtszeit seines unmittelbaren Vorgängers stammt.

Leo hat sich sich jedoch entschieden, nicht sofort einen Nachfolger für Peña Parra zu ernennen. Dafür gab es mindestens zwei gute Gründe. Erstens wünschte Leo XIV. eine vollständige Übergabe und wollte daher alle vom Sostituto bearbeiteten Akten und Angelegenheiten verstehen, bevor er den Wechsel vollzog.

Zweiter Schritt: die Versetzung Peña Parras aus der Position des Substituten ist nicht einfach, weil die einzige reguläre Beförderung die zum Kardinal ist. Aus diesem Grund wurde auch eine Stelle als Vorsitzender eines Dikasteriums erwogen.

Stattdessen gewann die Idee, ihn als Nuntius zu entsenden – ihn also in den aktiven diplomatischen Dienst zurückzuholen – an Bedeutung. Manche brachten die angesehene Nuntiatur in den Vereinigten Staaten ins Gespräch, doch ein venezolanischer Botschafter in Washington hätte sich wahrscheinlich als kompliziert erwiesen.

Papst Leo - Pastoralbesuch im Problemviertel "Quarticolo"

Silvia Kritzenberger kommentiert bei vaticannews den heutigen Pastoralbesuch des Hl. Vaters in der römischen Pfarrgemeinde "Ascensione di Nostro Signore Gesu Cristo" im Osten Roms. 
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"PAPST LEO UNTERWEGS IN SEINEM BISTUM: ZEIUCHE DER HOFFNUNG IN DER EWIGEN STADT"

Auch der zweite Fastensonntag hat den Bischof von Rom in eine der sozialen Peripherien der Ewigen Stadt geführt. Wie schon in den Problemvierteln Ostia und Castro Pretorio rund um den Hauptbahnhof, hat Leo XIV. auch im Osten Roms ein starkes Zeichen der Nähe gesetzt. Bei der Messfeier im Stadtteil „Quarticciolo“ erinnerte er daran, wie wichtig Gemeinschaft und Solidarität für die soziale Entwicklung eines Viertels sind.

Nach Johannes XXIII., der 1963 hierherkam, und Johannes Paul II. im Jahr 1980, ist Leo XIV. der dritte Papst, der dieses Problemviertel besucht. Für die Menschen dort ein Moment der Ermutigung und der Hoffnung – hat das Viertel doch seit Jahren mit wirtschaftlichem Niedergang, Kriminalität und sozialer Unsicherheit zu kämpfen.

„Quarticciolo“ im Osten Roms ist eine planmäßig angelegte Arbeitersiedlung, die zwischen 1939 und 1940 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstand. Die dortige Pfarrei „Ascensione di Nostro Signore Gesù Cristo“ wurde 1954 errichtet. Heute zählt sie rund 10.000 Gläubige. In die Jahre gekommene Sozialwohnblöcke aus den 1930er- und 1940er-Jahren prägen hier das Bild: Erinnerung daran, dass das Viertel ursprünglich für einkommensschwache Familien, Kriegsheimkehrer und Menschen in prekären Wohnverhältnissen konzipiert wurde.

Arbeitslosigkeit, Armut und die Folgen der Pandemie haben deutliche Spuren hinterlassen: viele Geschäfte mussten schließen, jüngere Familien sind weggezogen. Drogenhandel und Prostitution belasten den Alltag, erst vor wenigen Tagen nahm die Polizei bei einer groß angelegten Aktion mehrere mutmaßliche Drogendealer fest.

Ein Ort des Widerstands gegen die Hoffnungslosigkeit

Trotz dieser Herausforderungen versteht sich die Gemeinde nicht als resignierte Randzone, sondern als Ort des Widerstands gegen die Hoffnungslosigkeit. In der Pfarrei setzt man auf Gemeinschaft und Präsenz. Mit Gebetsgruppen, Jugend- und Familienangeboten, Theaterarbeit und konkreter Sozialhilfe ist sie ein wichtiger Anker für die Menschen, die hier leben.


Als Leo XIV. kurz vor 16 Uhr in der Pfarrei ankam, bereiteten ihm die zahlreich versammelten Gläubigen einen herzlichen Empfang. Für die Menschen hier ist der Papstbesuch mehr als ein offizieller Termin: er ist ein Zeichen, dass ihre Sorgen gesehen werden.

Gott wünscht den Frieden für alle Menschen

Nach seiner Ankunft wandte sich Papst Leo auf dem Platz vor dem Oratorium zunächst in einer kurzen Ansprache an die Kinder und Jugendlichen der dortigen Gemeinde. Er beklagte das erneute Aufflammen des Krieges im Nahen Osten und sagte, dass Gott den Frieden für alle Menschen wünsche: „Wir müssen inständig für den Frieden beten, in Eintracht leben und der Versuchung widerstehen, anderen Schaden zuzufügen. Gewalt ist niemals die richtige Wahl!“ 


Sonntag, 1. März 2026

In illo tempore....

Fr. J. Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Liturgie der Sonntage im Kirchenjahr fort- heute mit besonderer Betonung auf den zweiten Sonntag der Fastenzeit.                                            Hier geht´s zum Original:  klicken

"IN ILLO TEMPORE - DER ZWEITE SONNTAG IN DER FASTENZEIT"

Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, daß die Lesungen der Evangelien in lateinischer Sprache mit „ In illo tempore … zu jener Zeit“ beginnen. Welche Zeit ist damit gemeint? Diese Wendung wirft Fragen auf. Welche Art von „Zeit“ kann einen Berg in Galiläa zusammenhalten, eine Wolke, die mehr als nur Wetter ist, eine Stimme, die mehr als nur Schall ist? Die alten rhetorischen Fragen sind uns nach wie vor nützlich: „ Quis, quid, ubi, quibus auxiliis, cur, quomodo, quando … Wer, was, wo, mit welchen Mitteln, warum, wie, wann.“ Aristoteles formulierte sie, Cicero fasste sie in Versen zusammen, Thomas von Aquin verwendete sie in seiner Abhandlung über Umstände (STh Ia IIae, q. 7, a. 3), und das Vierte Laterankonzil legte sie den Beichtvätern an die Hand. Kipling vereinfachte sie für Kinder. 

Ich habe sechs treue Diener
(Sie lehrten mich alles, was ich weiß);
Ihre Namen sind Was und Warum und Wann
und Wie und Wo und Wer. 

Am zweiten Fastensonntag im Vetus Ordo laufen diese Fragen in Matthäus’ Bericht von der Verklärung zusammen. Die Heilige Kirche versammelt Katechumenen und Gläubige gleichermaßen und führt uns auf einen Berg. Wären wir in Rom und auf dem Weg wie die Taufbewerber der Antike, würden wir buchstäblich bergauf zur Stationskirche, dem Petersdom, zum Grab des Apostels gehen. 

Wer fährt heute im Evangelium auf? Unser Herr und mit ihm Petrus, Jakobus und Johannes. Diese Wahl ist bewusst. Sechs Tage zuvor hatte Christus in der Gegend von Cäsarea Philippi gefragt: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“ (Mt 16,13). Petrus bekannte unseren Herrn als Christus, den Sohn des lebendigen Gottes. Christus verhieß ihm die „Schlüssel“. Dann kündigte er sein Leiden an, doch Petrus wies ihn zurecht (griechisch ἐπιτιμάω – epitimáo , tadeln, tadeln). Der Herr antwortete streng: „Weg mit dir, Satan!“ (Mt 16,23). Sechs Tage später führte er Petrus und die Söhne des Zebedäus auf einen hohen Berg. 

Der Berg ist von Bedeutung. Wendepunkte der Heilsgeschichte ereignen sich auf Bergen. Das Paradies wird als Bergheiligtum dargestellt. Noahs Arche ruht auf einem Berg. Abraham führt Isaak auf einen Berg. Mose steigt zum Sinai hinauf. Elia geht zum Horeb und begegnet dem Herrn in der „leiseren Stimme“ (1 Kön 19,12). In 2. Mose 24 besiegelt Mose auf einem Berg den Bund mit Blut und steigt mit drei wichtigen Anführern hinauf: Aaron und den Brüdern Nadab und Abihu. Sie sehen eine Vision von Gott und dem Himmel. Eine Wolke bedeckt den Berg. Nach sechs Tagen ruft der Herr Mose in die Wolke, und er bleibt vierzig Tage dort, während der Berg wie ein verzehrendes Feuer erscheint. 

Matthäus' Erzählung folgt diesem Muster. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Matthäus legt Wert auf eine klare Verankerung: sechs Tage nach dem vorherigen Kapitel, nach Petrus' Bekenntnis und nach der ersten expliziten Vorhersage der Passion und der Verheißung der Herrlichkeit. Christus, der neue Mose, fährt mit seinen drei engsten Jüngern auf. Mose und Elia erscheinen, die das Gesetz und die Propheten repräsentieren, und sprechen mit ihm (Mt 17,3). Eine Wolke überschattet sie, und die Stimme des Vaters ertönt. In diesem Augenblick wird die Kontinuität zwischen Altem und Neuem Bund offenbart. Mose hatte einst das Gelobte Land vom Berg Nebo aus gesehen und es nicht betreten (Dtn 34). Nun steht er im wahren Gelobten Land, der menschgewordene Sohn Gottes.

Wo genau dies geschah, ist weiterhin umstritten. Die Heilige Schrift nennt den Gipfel nicht. Nahe Cäsarea Philippi liegt der Berg Hermon. Mit seinen 2236 Metern ist der Aufstieg zwar beschwerlich, aber er befindet sich direkt am südwestlichen Fuße von Cäsarea Philippi. Manche verorten die Verklärung auf dem Berg Tabor in Untergaliläa, 175 Meter hoch, einem seltsam isolierten Hügel in der Ebene, etwa 90 Kilometer von Cäsarea Philippi entfernt. Damals befand sich jedoch eine Festung auf dem Gipfel des Tabor, was diese Annahme unwahrscheinlich macht. Vielleicht ist es gut, dass Matthäus den Ort nicht genau nannte, damit wir uns auf die Bedeutung des Geschehens konzentrieren können, anstatt uns in rein physischen Koordinaten zu verlieren. 

Was geschah? Matthäus berichtet: „Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie Licht“ (Mt 17,2). Als Mose nach dem Gespräch mit dem Herrn vom Sinai herabstieg, „leuchtete sein Angesicht“ (Ex 34,29). Sein Glanz war ein Abbild der Herrlichkeit, die er erfahren hatte. Im Gegensatz dazu gehört Christi Glanz ihm selbst. Er erlangt seinen Glanz nicht und reflektiert ihn auch nicht nur. Er ist Glanz. Er lässt etwas von seiner Göttlichkeit durch seine Menschlichkeit hindurchscheinen. Selbst diese teilweise Offenbarung übertrifft alles andere. 

Das griechische Verb für Verklärung ist μεταμορφόω – metamorphóo . Es bedeutet Verwandlung. Das Ereignis offenbart sichtbaren Glanz, der der unsichtbaren Wirklichkeit entspricht. Die Wolke senkt sich herab und erinnert an die Schechina , die Wolke der göttlichen Gegenwart im Stiftszelt der Israeliten in der Wüste und später im Tempel. Aus der Wolke ertönt die Stimme: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ (Mt 17,5). Die Apostel fallen und werden mit eindringlicher Genauigkeit beschrieben: ἐφοβήθησαν σφόδρα – ephobéthesan sphódra , sie fürchteten sich sehr (Mt 17,6). 

Furcht und Ehrfurcht ergreifen die Jünger. Rudolf Otto beschrieb die Begegnung mit dem Geheimnisvollen, mit dem Transzendenten, als „ tremendum et fascinans… furchterregend und anziehend“. Genau diese Wirkung sollte unser heiliger Gottesdienst hervorrufen: eine Verwandlung in einem Augenblick, in dem sich Transzendentes und Immanentes berühren. Doch allzu oft erzeugt das, was mancherorts als Liturgie gilt, Langeweile und mitunter sogar Übelkeit. Aber ich schweife ab. 

Peters spontaner Ausruf vor der Wolke  „Herr, es ist gut, dass wir hier sind; wenn du willst, werde ich drei Hütten bauen“ (Mt 17,4; vgl. Lk 9,33). Lukas fügt hinzu, dass er nicht wusste, was er sagte (Lk 9,33). Dieser Vorschlag spiegelt das jüdische liturgische Gedächtnis wider. Nach Exodus 34 folgen die Anweisungen zum Bau der Stiftshütte. 

Apropos Laubhüttenfest: Das Laubhüttenfest (Sukkot) ist das achttägige Gedenken an Israels Aufenthalt in Laubhütten in der Wüste und die Erwartung der zukünftigen Rückkehr der göttlichen Gegenwart in den Tempel. Jüdische Feste erinnerten an Vergangenes und zugleich an Zukünftiges. Papst Benedikt XVI. bemerkt in seinem Buch „ Jesus von Nazareth: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung“ , daß die Verklärung zeitlich mit Sukkot zusammenfällt. Der „Große Tag“ von Sukkot, Hoschana Rabba, beinhaltete eine Zeremonie des Ausgießens von Wasser und Wein. In dieser stillen Stille im Tempel rief der Herr: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (Joh 7,37). Während Sukkot wurden im vergoldeten Tempel riesige Leuchter so hell entzündet, dass die ganze Stadt erleuchtet war. Als die Lichter am Ende von Sukkot erloschen waren, verkündete Christus: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Sukkot erlebte in der Tat die Rückkehr des Göttlichen in den Tempel. 

Warum die Verklärung? Mehrere Gründe sprechen dafür. Sie reinigt die Vorstellungswelt von weltlichem Messianismus, bestätigt das Bekenntnis des Petrus, offenbart die Dreifaltigkeit und stärkt die Apostel für das Leiden.   Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt:

555 -Einen Augenblick lang offenbart Jesus seine göttliche Herrlichkeit und bestätigt damit das Bekenntnis des Petrus. Er offenbart auch, dass er den Weg des Kreuzes in Jerusalem gehen muss, um „in seine Herrlichkeit einzugehen“. Mose und Elia hatten Gottes Herrlichkeit auf dem Berg gesehen; das Gesetz und die Propheten hatten die Leiden des Messias verkündet. Christi Passion ist der Wille des Vaters: Der Sohn handelt als Gottes Diener; die Wolke deutet auf die Gegenwart des Heiligen Geistes hin. „Die ganze Dreifaltigkeit erschien: der Vater in der Stimme, der Sohn im Menschen, der Heilige Geist in der leuchtenden Wolke.“ 


Papst Leo der Große lehrte in seiner Predigt über dieses Evangelium, dass der Zweck darin bestand, die Empörung über das Kreuz aus den Herzen der Apostel zu tilgen, damit sie angesichts seiner Erniedrigung nicht den Glauben verloren: Die zum Kreuz Verurteilten wurden entblößt. Die Erinnerung an die Herrlichkeit wurde ihnen eingeprägt, bevor sie dem Anblick der Schande begegneten. Dennoch verleugnete Petrus Jesus, Jakobus floh aus dem Garten Gethsemane, und nur Johannes kehrte zurück, um sich dem Kreuz zu nähern. Die Gnade tilgt nicht die menschliche Schwäche. Sie stärkt sie. Man schaudert beim Gedanken daran, wie ihr Zusammenbruch ohne die Verklärung ausgesehen hätte. 

Der Brief an diesem Sonntag ist ein Aufruf zur inneren Wachsamkeit. Paulus ermahnt die Thessalonicher, so zu leben, wie sie es „durch den Herrn Jesus“ (1 Thess 4,2) empfangen haben. Gott hat sie „nicht zur Unreinheit, sondern zur Heiligkeit“ (V. 7) berufen. Der Herr rächt alles, was mit Unreinheit zu tun hat (V. 6). Diese Ermahnung gründet die Heiligkeit in der Kontinuität mit der apostolischen Tradition. Ohne diese Kontinuität verfallen die Gläubigen wieder der sie umgebenden heidnischen Kultur. Das erste Jahrhundert kannte solche Einflüsse. Das 21. Jahrhundert scheint ihnen fast vollständig erlegen zu sein.

Die römische Liturgie vereint diese Stränge im Kollektengebet: 

Deus, qui conspicis omni nos virtute destitui:
interius exteriusque custodi;
Es war ein allumfassender Kampf gegen den Körper
und ein pravis cogitationibus mundemur in Mente .


O Gott, der du siehst, dass wir jeder Kraft beraubt sind,
behüte uns innerlich und äußerlich,
damit wir am Leib gegen alle Widrigkeiten gestärkt
und am Geist von bösen Gedanken gereinigt werden. 

Die Protasis bekennt unsere Schwäche: Ohne Christus können wir nichts tun (Joh 15,5). Die Apodosis bittet um Schutz und Reinigung. Interius exteriusque umfasst den ganzen Menschen. Muniamur in corpore bittet um Stärkung gegen äußere Widrigkeiten. Mundemur in mente bittet um Reinigung von innerer Verderbnis. Die Struktur des Gebets spiegelt die Offenbarung des Evangeliums wider. Christi äußerer Glanz drückt das göttliche Leben im Inneren aus. Das Tagesgebet bittet darum, dass unser äußeres Handeln und unser inneres Denken auf dieses Leben ausgerichtet werden. 

Die römische Kirche stellte die Verklärung den Katechumenen der Antike – und uns – in einem strengen liturgischen Klima vor Augen. Die Stationskirchen gedenken zumeist des Martyriums. Die Antiphonen der Messe flehen um Barmherzigkeit. Die Pädagogik vermittelte ihnen die heilige Ehrfurcht, den „Anfang der Weisheit“ (Spr 9,10). Die Ehrfurcht in diesem Sinne hat wiederum das „ tremendum et fascinans“ zum Gegenstand , das zugleich furchterregende und faszinierende Geheimnis. Die Reaktion der Apostel verkörpert beides. Petrus ist überglücklich, dann fällt er zu Boden. 

Die Theosis , die Vergöttlichung des Menschen, erstrahlt in diesem Geheimnis. Die Kirchenväter lehren übereinstimmend, daß das Wort Mensch wurde, damit der Mensch am göttlichen Leben teilhaben kann. Die Verklärung nimmt die endgültige Wandlung der Menschheit vorweg. Die Begegnung mit der göttlichen Herrlichkeit vernichtet nicht die menschliche Natur, sondern erhebt sie. Der Berg veranschaulicht, was die Gnade in jedem Heiligen zu bewirken beabsichtigt.

Wie bereits erwähnt, sollte die liturgische Teilnahme Teilhabe an dieser Metamorphose sein. Äußere Riten prägen die innere Haltung. Innere Wandlung drückt sich in äußerer Treue aus. Wir sind unsere Riten. Die Eucharistie ist eine Begegnung mit dem verwandelnden Geheimnis. Die Apostel sahen Christus in seiner ganzen Pracht. Später sollten sie, wie wir heute, etwas Größeres empfangen: ihn sakramental, Leib, Blut, Seele und Gottheit. Jede würdige Kommunion wird zu einem Augenblick der Verwandlung in der Seele des Kommunikanten. 

Der Berg lehrt uns auch durch den Aufstieg. Geistliches Wachstum erfordert Anstrengung. Askese und Gebet gleichen einem Aufstieg. Man muss die Ebene der Selbstzufriedenheit verlassen. Die Fastenzeit durchbricht die Selbstzufriedenheit. Der Abstieg vom Berg führt nach Jerusalem und Golgatha. Herrlichkeit geht dem Leiden voraus, und Leiden verdeutlicht die Herrlichkeit. Im Prolog zum Johannesevangelium, der am Ende der Messe gelesen wird, schließen wir: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater“ (Joh 1,14). Was Johannes mit Christi Herrlichkeit meint, ist sei ne Kreuzigung.

Paulus formuliert das Paradoxon: 

Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne. Darum bin ich um Christi willen zufrieden mit Schwachheit, Misshandlungen, Nöten, Verfolgungen und Bedrängnissen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. (2 Kor 12,9–10) 


Dieses Versprechen deutet das im Tagesgebet geäußerte Bekenntnis der Bedürftigkeit. Göttliche Kraft stärkt den Leib und reinigt den Geist. Die Gläubigen steigen in der Liturgie den Berg hinauf, schauen im Glauben den Sohn, hören den Auftrag des Vaters zu gehorchen und steigen bereit zum Ausharren hinab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß die Zeit des „ In illo tempore “ zur sakramentalen Zeit wird. Die Ereignisse der Heilsgeschichte wirken durch den Gottesdienst der Kirche in der Gegenwart fort. An diesem Sonntag ist der Berg in der Liturgie gegenwärtig, die Wolke umgibt uns, die Stimme erklingt im verkündeten Evangelium, Golgatha wird in der Kommunion empfangen. Die Fastenzeit versetzt uns in den Zustand zwischen Aufstieg und Abstieg. Sie lehrt die Kirche, zuzuhören, aufzusteigen, auszuharren und die Herrlichkeit zu erwarten, die jenseits des Leidens verheißen ist."

Quelle: Fr. J. Hunwicke, OnePeterFive 

Samstag, 28. Februar 2026

Benedikt XVI : letzte Generalaudienz

 am 27. 2. 2013

              

Heute vor 13 Jahren...

am 28. Februar 2013 endete das Pontifikat des deutschen Papstes. Papst Benedikt verließt - begleitet vom Geläut aller Kirchenglocken Roms den Vatican in Richtung CastelGandolfo im Helikopter. 
Erinnern wir uns...

            

Römische Exerzitien

vaticannews berichtet über die freie Rede, mit der Papst Leo XIV sich gestern nach der Vesper an die Kurie gewandt hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST ÜBER DIE FASTENEXERZITIEN: "TIEFGREIFENDE SPIRITUELLE ERFAHRUNG"

Auf eine Woche gemeinsamer Exerzitien zurückblickend hat sich Papst Leo XIV. am Freitagabend in freier Rede an die Römische Kurie gewandt. Am Ende einer Vesperfeier im Apostolischen Palast hob er dabei die Bedeutung des Gemeinschaft und des Gebetes für das kirchliche Leben hervor.

Der Papst dankte dem  norwegischen Zisterzienser-Bischof Erik Varden, der die Meditationen in der Paulinischen Kapelle während der Exerzitien-Woche leitet. Er habe geholfen, eine „tiefgreifende spirituelle Erfahrung zu machen, die so wichtig für unseren Fastenweg ist“, so der Papst, der sich direkt an den Prediger wandte: "Ihre Weisheit, Ihr Zeugnis und das des klösterlichen Lebens des heiligen Bernhard, der Reichtum Ihrer Betrachtungen werden uns noch lange Zeit ein Segen, eine Quelle der Gnade und eine Quelle der Begegnung mit Jesus Christus sein.“

                                          Foto: ANSA

Zum Nachdenken angeregt 

Er sei „persönlich in manchen Momenten besonders zum Nachdenken angeregt worden“, so Leo XIV., der mitteilte, wie er die Exerzitien erlebte – etwa bei den Ausführungen des Predigers zur Wahl von Papst Eugen III. und den Worten des heiligen Bernhard: „Was hast du getan? Gott sei dir gnädig.“

Papst Leo XIV war bereits vor seiner Wahl in Afrika

Anläßlich der bevorstehenden Afrikareise berichtet Aci-africa, daß Papst Leo  vor seiner Wahl bereits einige afrikanische Ländern bereist hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

             "LEO KENNT AFRIKA AUS ERSTER HAND"  
Papst Leo XIV. ist der erste Papst der neueren Geschichte, der Afrika schon vor seiner Wahl eingehender aus erster Hand kennengelernt hat. Darauf macht die Nachrichtenagentur Aci-Africa aufmerksam. 

"Der Vatikan hat diese Woche angekündigt, dass Leo im April dieses Jahres vier afrikanische Länder besuchen wird, darunter Algerien. In einer Analyse arbeitet Aci-Africa heraus, dass der jetzige Papst im Lauf seines Lebens schon alle Teile Afrikas bereist hat. Allein in Kenia sei er mindestens sechsmal gewesen, im benachbarten Tansania fünfmal.

Der Hl. Papst Paul VI. (1963-78) war der erste Papst der Neuzeit, der seinen Fuß auf afrikanischen Boden setzte. Bereits als Kardinal hatte er, allerdings nur flüchtig, einige afrikanische Länder bereist. 1969 besuchte Paul VI. Uganda. Der hl. Johannes Paul II. (1978-2005) tourte während seines 26-jährigen Pontifikats durch 43 afrikanische Länder.

Auch in Algerien war er schon
Papst Leo XIV. gehört dem Augustinerorden an. Als Generaloberer seines Ordens sowie später als Kurienkardinal kam er wiederholt nach Afrika. Zuletzt besuchte er im Dezember 2024 Kenia. Der Regionalvikar der Augustiner gibt auch an, dass der jetzige Papst auch Algerien bereits bereist hat, in das er nun als Papst zurückkehren wird. Leo sehe in der Kirche in Afrika „ein großes Potential für die Zukunft der katholischen Kirche“, so der Geistliche."

Quelle: ACI-africa

Freitag, 27. Februar 2026

Zur bevorstehenden Reise des Papstes in Afrkanische Länder

Anna Bono befaßt sich in La Nuova Bussola Quotidiana mit der Situation in den Ländern, die Papst Leo im April besuchen wird. Und sie beschreibt Situationen, von denen wir-um nicht der Islamophobie oder des Rassismus beschuldigt zu werden, -hierzulande nichts erfahren.                                            Hier geht´s zum Original:  klicken

"ALGERIEN, ANGOLA, GUINEA, CAMERUN, DIE SCHWIERIGE REALITÄT, DIE DER PAPST BESUCHEN WIRD"

In seiner ersten Pastoralreise nach Afrika wird Papst Leo XIV vier ein wenig schwierige Länder besuchen: Algerien, Camerun, Angola und Äquatorial-Guinea. Länder mit einer Diktatur oder einer Demokratur, mit gerade überstandenen oder noch stattfindenden schrecklichen Konflikten.

Der Vatikan hat bekannt gegeben, dass Papst Leo XIV. im kommenden April seine erste Pastoralreise nach Afrika unternehmen wird. Er wird vom 13. bis 15. April Algerien, vom 15. bis 18. April Kamerun, vom 18. bis 21. April Angola und vom 21. bis 23. April Äquatorialguinea besuchen. Der Heilige Stuhl erklärte, der Papst sei von den Staatsoberhäuptern und religiösen Führern der vier Länder eingeladen worden.

Es werden arbeitsreiche Tage. Der Papst wird Länder in großer Not besuchen und einige der umstrittensten afrikanischen Staatschefs treffen. In Algerien absolviert Abdelmadjid Tebboune seine zweite Amtszeit als Präsident. Er wurde 2019 mit dem Versprechen von Reformen und dem Kampf gegen Korruption und Verschwendung gewählt und weckte damit Hoffnungen auf einen Wandel nach 20 Jahren autoritärer Herrschaft von Abdelaziz Bouteflika. 2024 wurde er mit 84,3 % der Stimmen wiedergewählt, doch laut offiziellen Angaben lag die Wahlbeteiligung nur bei 46 % der Wahlberechtigten, möglicherweise sogar noch niedriger. Seine Präsidentschaft hat die ohnehin schon beträchtliche Macht des Militärs weiter gestärkt und deren Notwendigkeit mit realen oder vermeintlichen, inneren und äußeren Bedrohungen für das Land begründet. 
Zweifellos dient es Präsident Tebboune, abweichende Meinungen zu unterdrücken und damit das Beispiel seines Vorgängers fortzusetzen. Algerien, seit 1962 unabhängig von Frankreich und dessen Bevölkerung fast ausschließlich muslimisch ist, ist wohl das Land, das am stärksten unter dem Dschihad, dem islamischen Heiligen Krieg, gelitten hat. In den 1990er Jahren ermordeten islamische Fundamentalisten der FIS (Islamische Heilsfront) und später der GIA (Bewaffnete Islamische Gruppe) Zehntausende Menschen im Namen Allahs. Unter den 150.000 zivilen Opfern waren viele Familien und ganze Dörfer, die ausgelöscht wurden, weil sie angeblich „falsch gebetet“ hatten. Die Dschihadisten jagten und töteten kleine Mädchen und junge Frauen auf den Straßen, die auf dem Schulweg waren und an ihren Schuluniformen erkannt wurden. Sie hielten die Kinder an, fragten sie, wie ihre Eltern beteten, und wenn ihnen die Antworten nicht gefielen, brachten sie sie nach Hause und schnitten der gesamten Familie die Kehle durch. Die blutigste Zeit, von 1992 bis 2002, ist als das „Schwarze Jahrzehnt“ in die Geschichte eingegangen.

Auch das unabhängige Angola hat eine tragische Geschichte, die nur schwer bewältigt wurde. Es war eine portugiesische Kolonie und erlangte 1975 die Unabhängigkeit. Doch wie in anderen afrikanischen Staaten, und mit noch gravierenderen Folgen, war der Befreiungskrieg auch ein Stammeskrieg um die Kontrolle der Institutionen. Der Konflikt begann 1970 und dauerte, mit einigen Unterbrechungen, auch nach der Unabhängigkeit bis 2002 an: ein erbitterter, verheerender Bürgerkrieg. José Eduardo dos Santos, einer der Anführer der MPLA, der siegreichen bewaffneten Bewegung, regierte das Land von 1979 bis 2017. Er nutzte den Reichtum des Landes, des zweitgrößten Ölproduzenten in Subsahara-Afrika, um zum reichsten Staatsoberhaupt Afrikas zu werden. Seine Tochter Isabel, Chefin des staatlichen Ölkonzerns Sonangol, war jahrelang die reichste Frau Afrikas mit einem Milliardenvermögen. 
2017 gewann João Lourenço die Präsidentschaftswahlen und wurde ein Jahr später auch zum Präsidenten der MPLA gewählt. Seitdem regiert er das Land. Doch selbst unter seiner Führung hat sich das ölgetriebene Wirtschaftswachstum nicht in Entwicklung niedergeschlagen. Eine Zahl belegt dies: Die Jugendarbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-Jährigen liegt bei 54 %. Zudem haben nur drei Millionen der 18-Jährigen im erwerbsfähigen Alter eine reguläre Beschäftigung. Präsident Lourenço hatte versprochen, die von seinem Vorgänger systematisierte Korruption zu beenden, die Wirtschaft zu diversifizieren und Arbeitsplätze zu schaffen.
Acht Jahre später lässt sich sagen, dass er gescheitert ist … oder es zumindest nicht versucht hat, zumindest nicht mit der nötigen Entschlossenheit. „Wir dürfen die Realität unseres Landes nicht ignorieren“, mahnte Monsignore Manuel Imbamba, Präsident der Bischofskonferenz von Angola und São Tomé und Príncipe, zur Eröffnung der zweiten jährlichen Plenarversammlung am 17. September. „Unsere Armut ist nicht nur materieller Natur. Sie ist vor allem sozialer, politischer, ziviler, kultureller und spiritueller Natur. Misstrauen gegenüber Institutionen und ein Gefühl der Verzweiflung durchdringen das Leben der Angolaner, insbesondere das der jungen Menschen.“

Die beiden heikelsten Treffen werden jedoch die mit den Präsidenten von Äquatorialguinea und Kamerun sein. Auch Äquatorialguinea verfügt über große Ölvorkommen. Das Land hat weniger als zwei Millionen Einwohner, die zu den reichsten der Welt zählen könnten, wenn die Familie Nguema das Land nicht seit 1979 als ihr Privateigentum behandeln würde. Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ist das am längsten amtierende afrikanische Staatsoberhaupt: Er riss 1979 durch einen Putsch die Macht an sich und regiert bis heute, wovon seine Familie und sein Umfeld profitieren. Er wurde sechsmal gewählt, zuletzt 2022, allerdings mit höchst umstrittenen Ergebnissen. Guineas politische Institutionen sind in Wirklichkeit nur ein Schein von Demokratie. Offiziellen Angaben zufolge liegt die Armutsquote bei 23,5 %. Unabhängige Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass mehr als 70 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben und 40 % in extremer Armut.

In Kamerun ist Paul Biya, 92, ist seit 1982 dank eines Staatsstreichs Präsident. Er kandidierte für eine Wiederwahl und gewann im vergangenen Oktober seine achte Amtszeit. Sein Hauptgegner, Tchiroma Bakary, focht die Wahl an, ebenso wie Zehntausende Menschen, die in der Hauptstadt Yaoundé gegen ihn protestierten. Die Polizei eröffnete das Feuer auf die Demonstranten und tötete Dutzende. Biya verspricht seinen Wählern: „Das Beste kommt erst noch.“ Doch neben gravierenden wirtschaftlichen Problemen bereiten zwei weitere Faktoren zunehmend Sorgen um Kameruns Zukunft: der Aufstand in den englischsprachigen Regionen im Norden und Südwesten (in Kamerun sprechen Regierung, Institutionen und die Mehrheit der Bevölkerung Französisch), der seit 2017 andauert; und im äußersten Norden die Übergriffe und Angriffe von Dschihadisten aus dem benachbarten Nigeria. Bakary, der berechtigterweise um sein Leben fürchtete, floh nach Gambia. „Ein Land kann nicht im Dienste eines einzelnen Mannes existieren“, sagte er bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur. Doch im Moment kann Kamerun das offenbar."

Quelle: A. Bono,

  

Fundstück: eIn Blick auf die Karwoche und Ostern

Wie Stefan von Kempis bei vaticannews im Rahmen einer Sendereihe zur Fastenzeit schreibt, hat Papst Leo XIVsich  bereits kurz nach seiner Wahl während einer Generalaudienz mit dem Thema der Passion und der Auferstehung Jesu Christi befaßt, das uns jetzt in der Fastenzeit und der Vorbereitung auf diesen Höhepunkt des Christlichen Jahres besonders beschäftigt.                                                  Hier  geht´s zum Original:  klicken 

unter dem Titel:

"NEUE RADIO-AKADEMIE: KAR-UND OSTERGEDANKEN VON PAPST LEO"

Schon kurz nach seiner Wahl im Mai letzten Jahres hat sich Leo XIV. in Ansprachen bei seiner Generalaudienz eingehend mit dem Leiden und der Auferweckung Jesu beschäftigt – und dabei zu geistlichen Gedanken von großer Tiefe gefunden.

Es sind die bisher persönlichsten, spirituellsten Texte unseres neuen Papstes. In unserer Radio-Akademie stellen wir sie Ihnen vor.

Charakteristisch für diese Betrachtungen Leos XIV. ist die Aufmerksamkeit für kleine, scheinbar nebensächliche Details in den Kar- und Osterberichten der Evangelien. So denkt er bei der Schilderung des Letzten Abendmahls darüber nach, was es eigentlich bedeutet, dass der Raum im Obergeschoss nach Angaben des Markusevangeliums schon vorbereitet war – und dass sein Vermieter einen Wasserkrug trug. Bei der Festnahme Jesu interessiert ihn besonders der junge Mann, der in Panik davonrennt. Und bei der Beisetzung Jesu weiß er aus dem beiläufigen Hinweis, dass das Grab in einem Garten lag, geistige Funken zu schlagen.

Ausgehen von den kleinen Dingen

Das ist eine Methode, die wir uns für unsere Art des Bibellesens und Bibelhörens vom Papst abschauen können. Auf die kleinen, scheinbar nebensächlichen Dinge achten. Und dann erst, von dort ausgehend, das Ganze in den Blick nehmen. So macht es Leo XIV. in diesen Meditationen vor. Eine meisterliche Einübung ins Nachdenken und Beten, anhand der Schlüsseltexte unseres Glaubens."

Quelle: S.v. Kempis, vaticannnews

p.s. man kann die ganze Sendereihe als CD bei cd@vaticannews.de gegen eine Spende bestellen.

 

Donnerstag, 26. Februar 2026

Zur Wahl von Bischof Heiner WIlmers

Nico Spuntoni kommentiert bei LaNuovaBussolaQuotidiana kritisch die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum Vorsitzenden der DBK und ihre möglichen Auswirkungen. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

DER SYNODALE WEG

"DIE DEUTSCHEN BISCHÖFE WÄHLEN WILMER, EINEN ANTI-DOKTRINÄREN FALKEN"

"Der Abschaffung des Zölibats, der Änderung der Sexualmoral und besonders der Gender-Theorie zugeneigt, haben sie Bischof Heiner Wilmer zu Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz gewählt und damit einen weiteren Schritt des Synodalen Weges gegen die Lehre getan.

Am ersten Tag ihrer Frühjahrsversammlung haben die deutschen Bischöfe Monsignore Heiner Wilmer zum neuen Präsidenten der Bischofskonferenz gewählt. Wie wir bereits vor einigen Tagen berichteten, obliegt es dem Quasi-Präfekten des Dikasteriums für Glaubenslehre, in der heiklen Angelegenheit der Synodalkonferenz mit Rom zu verhandeln.

Der 64-jährige Bischof von Hildesheim und ehemalige Generalobere der Dehonianer verkörpert Wilmer die unausweichliche Kontinuität der Linie, die sich bereits unter Marx und Bätzing abzeichnete. Der neue Präsident der Bischofskonferenz hat zahlreiche problematische Äußerungen und Handlungen getätigt. Kurz nach seiner Bischofs-Ernennung 2018 hat der Dehonianer den ehemaligen Priester und Psychotherapeuten Eugen Drewermann als "prophetisch“ bezeichnet, nachdem diesem vom ehemaligen Heiligen Offizium unter Joseph Ratzinger die Lehrbefugnis entzogen worden war, im Namen der katholischen Kirche zu lehren.

Als Befürworter der Abschaffung des Zölibats und der Zulassung von Frauen zum Priesteramt hat der neue Vorsitzende der deutschen Bischöfe zumindest erklärt, er wolle unterschiedliche Standpunkte in dieser Frage berücksichtigen. Im Jahr 2022, angesichts einer der traurigsten Szenen des deutschen Synodalprozesses – der hysterischen Reaktion derer, die weinten, weil ein Antrag auf Reformen der Sexualmoral keine Zweidrittelmehrheit erhielt –, griff Wilmer öffentlich ein, um Beifall zu ernten. Er drückte seine Enttäuschung über das Abstimmungsergebnis aus und betonte, daß „die Reform der katholischen Sexualmoral ein zentrales Thema bleibt“.

In seiner Diözese hat Wilmer der Genderideologie Tür und Tor geöffnet und eine Broschüre mit Empfehlungen für eine inklusive Sprache in Seelsorgegesprächen eingeführt. Darin wurde unter anderem gefordert, Gott nicht als „Herrn“ zu bezeichnen, sondern als „Vater und Mutter“ und nicht nur als „Vater“  
Diese Initiativen sind mittlerweile in deutschen Diözesen weit verbreitet, wie der jüngste Fall in Hamburg zeigt. Eine Gruppe von etwa hundert Eltern versucht jedoch, Erzbischof Stefan Hesse zum Einlenken zu bewegen. Sie protestieren gegen die neuen „inklusiven“ Richtlinien für den Sexualkundeunterricht an katholischen Schulen. Die Verantwortlichen der Erzdiözese, allen voran der Prälat, dessen Rücktritt Papst Franziskus ablehnte, nachdem eine Anwaltskanzlei ihm vorgeworfen hatte, während seiner Zeit in Köln nicht angemessen auf Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben, haben den Beschwerden dieser Familien nicht genügend Gewicht beigemessen. Diese sind nun entschlossen, den Apostolischen Nuntius zu kontaktieren. Interessanterweise sind viele dieser Eltern Migranten, die sich mit der ultraliberalen Haltung der deutschen Kirche nicht mehr identifizieren können. In Deutschland wird die Kluft zwischen einfachen Gläubigen und Bischöfen sowie Laienorganisationen immer deutlicher, und es ist unwahrscheinlich, daß Wilmers Präsidentschaft diesen Trend ändern wird."

Quelle: N. Spuntoni, LNBQ

Schon wieder...oder immer noch?

Wieder geht es um das Turiner Grabtuch. Der verbissene Verteidiger der "Fälschungs-hypothese"  Cicero Moraes hat auf die Wiederlegung seiner Thesen durch Kenner der Materie geantwortet -wenn auch (natürlich) ohne neue Argumente oder neue Beweise. Seine schon verzweifelt anmutenden Versuche die Nichtexistenz des Tuches als Beweis für den auferstandenen Gekreuzigten zu bewerten, lassen nur den Schluss zu, daß er den Auferstandenen als existentielle Bedrohung begreift. 
La Nuova Bussola Quotidiana veröffentlicht den Kommentar von Emanuela Marinelli.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"Cicero pro domo sua: Cicero Moraes greift seine im letzten Sommer aufgestellte Behauptung wieder auf, das Bild des Heiligen Grabtuchs sei das Ergebnis eines Flachreliefs-Abdrucks. Diese These ist unbegründet, ebenso wie seine ungeschickte Antwort, die die Forschung anderer ignoriert und verzerrt, um die unbequeme Wahrheit zu leugnen.

EINE BEDEUTUNGSLOSE STUDIE VERSUCHT, DAS HEILIGE GRABTUCH ZU DISKREDITIEREN"

Wir haben die Schlagzeile des letzten Sommers nicht vergessen: die Nachricht, daß das Bild auf dem Turiner Grabtuch durch ein Flachrelief entstanden sei. Diese Forschung hat jedoch kaum, wenn nicht gar keine Bedeutung. Wir diskutierten sie damals, am 4. August, weil diese Studie erstaunlicherweise in der renommierten Fachzeitschrift „Archaeometry “ der Universität Oxford veröffentlicht wurde – jener Zeitschrift, in der 2019 auch unsere endgültige Widerlegung der mittelalterlichen Datierung des Grabtuchs erschien .

Die Anfrage zur Veröffentlichung eines Kommentars , verfasst von mir, Tristan Casabianca und Alessandro Piana, drei Experten für das Turiner Grabtuch, wurde an die Zeitschrift Archaeometry gesendet . In dem Beitrag hoben wir einige inakzeptable Punkte in Cicero Moraes' Arbeit hervor und unterstrichen den schwerwiegendsten: Er lässt bewusst nicht alle Aspekte des Grabtuchs zu berücksichtigen. Er ignoriert die in Fachzeitschriften veröffentlichten Studien namhafter Wissenschaftler . Er berücksichtigt weder Untersuchungen zu Aspekten, die nicht die Entstehung des Bildes betreffen, wie Mikrospuren und Blut, noch Forschungen zum Ursprung des Bildes. In diesem Zusammenhang stellt er die Echtheit des Grabtuchs in Frage und beansprucht, das letzte Wort zu haben. Diese Arroganz ist wissenschaftlich inakzeptabel. Es ist absurd, ein so komplexes Objekt wie das Grabtuch zu untersuchen, ohne die Ergebnisse vorheriger Forschungen anzuerkennen.

Moraes geht a priori davon aus, dass sich keine Leiche auf dem Turiner Grabtuch befand. Er begibt sich daher auf diesen Irrweg und verfolgt ihn voller Überzeugung, zufrieden mit seiner Entscheidung. Unsere gesamte Kritik an seiner Arbeit wurde inzwischen von Archaeometry veröffentlicht und war bereits bekannt, da sie im August-Artikel enthalten war. Neu ist Moraes' Reaktion auf unsere Kritik.

Im Abstract heißt es
: „Die Antwort auf die Kommentare von Casabianca et al. (2025) zielt darauf ab, Interpretationsmissverständnisse auszuräumen und die methodische Konsistenz der Studie ‚Bildentstehung auf dem Heiligen Grabtuch – Ein digitaler 3D-Ansatz‘ zu bekräftigen.“ Die vorgebrachten Kritikpunkte ignorieren den explizit formulierten Forschungsgegenstand, der rein methodischer Natur ist und sich auf die Bewertung morphologischer Deformationen bei der Projektion des Körpers auf das Tuch konzentriert. Die ausschließliche Verwendung der Frontalregion, die Auswahl der Bildquellen und die historische Kontextualisierung anhand von Grabfiguren stehen im Einklang mit dem formulierten Ziel und werden durch frühere Studien gestützt. Die Antwort betont die Transparenz der Daten, die Reproduzierbarkeit des Experiments und die Legitimität des gewählten wissenschaftlichen Ansatzes und widerlegt damit Vorwürfe konzeptioneller oder historischer Mängel.

Ausstellung der Gebeine des Hl. Franziskus in Assisi

Stefano Chiappalone interpretiert und kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Ausstellung der Gebeine des Hl. Franziskus, die derzeit bis zum 22. März in Assisi stattfindet-                              Hier geht´s zum Original: klicken

"DIE GEBEINE DES HEILIGEN FRANZISKUS VERKÜNDEN, DASS GOTT DAS FLEISCH ERLÖST HAT"

"Es gibt einen gemeinsamen Nenner zwischen den Auseinandersetzungen um den Leichnam des Poverello und unseren Zeitgenossen, die seine sterblichen Überreste heute in Assisi verehren. Das Christentum ist kein Spiritualismus: Das Wort Gottes ist selbst in den materiellen Spuren eines heiligen Lebens sichtbar und spürbar.

„Du bist kein stattlicher Mann, nicht gebildet, nicht edel; warum folgt dir dann die ganze Welt?“ Auf die allzu offene Frage von Bruder Masseo von Marignano antwortete der heilige Franz von Assisi: „Gott hat kein abscheulicheres Geschöpf auf Erden gefunden und mich deshalb auserwählt, um den Adel, die Größe, die Stärke, die Schönheit und die Weisheit der Welt zu beschämen, damit erkannt werde, daß alle Tugend und alles Gute von Ihm kommt und nicht von den Geschöpfen.“ In diesem von den Fioretti überlieferten Dialog wird neben der Demut des Heiligen der Kontrast zwischen dem Charme, den Franz ausübte und weiterhin ausübt, und seinem Äußeren deutlich, das zumindest auf den ersten Blick keinen guten Eindruck gemacht haben muss. „Seine Gestalt war abscheulich, sein Gesicht ohne Schönheit“, so das unerbittliche Porträt, das Thomas von Spalato zeichnet, und andere Quellen stimmen dem zu. Bruder Masseo sagte ihm dies jedoch direkt ins Gesicht.

            (AP Photo/Gregorio Borgia) Associated Press / LaPresse

„Du bist kein schöner Mann von stattlicher Gestalt …“, würden wir wohl selbst acht Jahrhunderte später angesichts dessen, was von seinem Körper übrig ist, wiederholen wollen. Und angesichts des Ansturms auf die Reservierungen scheint es, als ob „die ganze Welt“ den sterblichen Überresten von Franziskus folgt, die in der Unterbasilika von Assisi zur ersten öffentlichen Verehrung ausgestellt sind – vom Sonntag, dem 22. Februar, bis zum 22. März – im Jahr des 800. Todestages. „Und all das, so mag mancher sagen, nur um einen kleinen Knochenhaufen zu sehen. Stimmt! Aber es stimmt ebenso, daß uns dieser kleine Knochenhaufen zu einer Erfahrung christlichen Lebens zurückführt, die seit acht Jahrhunderten Männer und Frauen aller Stände und aus allen geografischen Regionen fasziniert“, kommentiert Msgr. Felice Accrocca, designierter Bischof von Assisi (er wird das umbrische Bistum am 25. März übernehmen), Historiker und Professor sowie Autor zahlreicher Studien über den Franziskanismus, auf Vatican News

Ständig von schlechter Gesundheit geplagt, sei es von Natur aus, aufgrund seiner Jugendhaft im Krieg zwischen Perugia und Assisi oder später durch eine Kombination aus Krankheiten und Bußübungen, musste Franziskus in seinen letzten Jahren den Leib Christi um Vergebung bitten, dem er nichts erspart hatte (nicht einmal das Feuer für eine schmerzhafte und vergebliche Wundreinigung). Nicht einmal der Herr selbst, wie bekannt, hatte ihn verschont und ihm seine Wunden auf den Leib geschrieben . Franziskus ist der erste Stigmatisierte der Geschichte, und neben seinen Wunden erhielt er auch Nägel, „deren Köpfe in seinen Handflächen und Fußrücken sichtbar waren, während die Spitzen auf der gegenüberliegenden Seite herausragten“, schreibt Thomas von Celano in seiner Vita prima . Er erwähnt auch die breite Narbe auf seiner rechten Seite, „durchbohrt wie von einer Lanze“, die „oft blutete und sein Gewand und seine Unterhose mit diesem heiligen Blut benetzte“.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Eine Ratzinger-Predigt aus dem Jahr 1981

Andrea Tornielli hat bei vaticannews eine Predigt von Kardinal Joseph Ratzinger über das Wesen der Kirche aus dem Jahr 1981 veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"RATZINGER UND DIE KIRCHE ALS RAUM DER AUFNAHME, DER FREIHEIT LÄSST"

Bislang nur auf Deutsch, jetzt erstmals auf Italienisch veröffentlicht: In einer Predigt stellt der damalige Kardinal Ratzinger die heilige Monika und ihre Haltung gegenüber ihrem Sohn, dem heiligen Augustinus, als Personifikation der kirchlichen Gemeinschaft dar: Raum des Lebens, der Aufnahme, der Freiheit, in dem die Freiheit eines jeden respektiert wird und der Glaube niemals aufgezwungen wird.

„Sie hat leidend gelernt, ihn auf seinem Weg zu lassen, ohne Zwang. Sie hat gelernt, auszuhalten, dass sein Weg ein ganz anderer war“ als der, den sie für ihn gedacht hatte. Es sind Worte über die Mutter des heiligen Augustinus, gesprochen bei der Weihe der Pfarrkirche der Heiligen Monika im Stadtteil Neuperlach in München vom damaligen Kardinalerzbischof Joseph Ratzinger. Es war der 29. November 1981, nur vier Tage nach der Bekanntgabe seiner Ernennung zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre. Es ist einmal mehr ein Bild Ratzingers, das sehr weit entfernt ist von dem, das ihm jene angeheftet haben, die ausgewählte Passagen aus dem Lehramt Benedikts XVI. benutzen, um es dem seiner Nachfolger entgegenzustellen. Die Predigt, bislang nur auf Deutsch veröffentlicht, wird auf Italienisch veröffentlicht im Band ausgewählter Texte Ratzingers „La fede del futuro“ (Cantagalli-Verlag, Übersetzung von Pietro Luca Azzaro), mit einem Vorwort von  Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Die Kirche als Person, nicht als Apparat

Der damalige Erzbischof von München und Freising stellt in der Predigt die Gestalt der Mutter des Augustinus als lebendige Erfahrung dessen vor, was die Kirche in ihrem tiefsten Wesen ist. „In ihr“,  schreibt Ratzinger mit Bezug auf den Heiligen von Hippo, „hat er die Kirche als Person erlebt, die Kirche persönlich, so dass sie für ihn nicht irgendein Apparat war, von dem man von weit oben etwas hört, Strukturen, die einem etwas undurchsichtig sind. In dieser Frau war das, was Kirche ist, persönlich da.“ Augustinus, erinnerte der Kardinal, schrieb über seine Mutter: „Sie hat mir nicht nur dieses körperliche Leben geschenkt, sondern sie hat mir einen Raum des Herzens geschenkt, einen Raum des Lebens eingeräumt, in dem ich ein Mensch werden konnte.“ Der Mensch, so Ratzinger, „braucht einen Bezugsraum des Vertrauens, der Liebe und eines Sinnes, der ihn in die Zukunft gehen lässt. 


„Das Gesicht einer einladenend, aufnehmenden Kirche, die die Freiheit aller und die Rhythmen eines jeden respektiert“


Doch dieser „Raum des Lebens“ hat wenig zu tun mit kirchlichen Strukturen oder mit identitären Gemeinschaften von Vollkommenen, die sich von der Welt isolieren und diese Tag für Tag neu verurteilen. Im Gegenteil, er zeichnet auf wunderbare Weise das Gesicht einer einladenend, aufnehmenden Kirche, die die Freiheit aller und die Rhythmen eines jeden respektiert. Genau so, wie Monika es mit ihrem Sohn getan hat, indem sie es als „wesentliches Element für dieses Eröffnen von Lebensraum angesehen, ihm Freiheit zu lassen“. Frei sich zu irren, frei, seinen körperlichen Begierden zu folgen… Monika „hat warten können. Sie hat den Konflikt der Generationen annehmen können. Sie hat leidend gelernt, ihn auf seinem Weg zu lassen, ohne Zwang. Sie hat gelernt, auszuhalten, dass sein Weg ein ganz anderer war, als der, den sie im Glauben für ihn erkannt hatte, und dennoch ihm gut zu bleiben, für ihn da zu sein, nicht ihn loszulassen und doch ihm die Freiheit seines Seins zu lassen. In diesem wartenden Offensein, in dem sie ihm die Freiheit ließ, er selber zu werden, indem sie ihm den Glauben nicht aufnötigte, sondern nur einfach Mensch, Mutter, für ihn war, gerade vermittelt sie Glauben.“

Das sind erhellende Worte für Eltern, für Erzieher und ganz allgemein für jene, die das Evangelium verkünden. Eine Kirche als „Raum des Lebens, der Freiheit, der Hoffnung“.

                Raum des Lebens, der Freiheit, der Hoffnung

Der künftige Papst kommentierte: „Ich glaube, dass es heute deswegen so viel Misstrauen und Abneigung gegenüber der Kirche gibt… weil wir die Kirche so wenig als Person, so wenig persönlich erleben. Wir hören von ihr nur als Struktur, Amt und Apparat. Aber Kirche wird nur bestehen können, wir uns nur in sie einwurzeln und sie uns nur Heimat machen können, wenn sie immerfort wieder in Personen da ist. Dazu sollte dieser Raum, das Raumganze, auch die Räume, in denen wir dann Freizeit und Begegnunt haben, Raum sein, der uns hilft, Kirche in Person füreinander zu werden; Raum, der für uns Lebensraum ist, Mutter, ein Jemand, der uns einen Ort des Vertrauens und des Lebenkönnens einräumt.“


Eine Kirche als „Feldlazarett“, die dich begleitet, in der die Liebe die tiefsten Wunden heilt und man sich zu Hause fühlt."


Die Predigt ist auf Deutsch veröffentlicht in den gesammelten Schriften Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. im Band Kirche – Zeichen unter den Völkern (Gesammelte Schriften Bd. 8/2)


Quelle: A. Tornielli, vaticannews