Donnerstag, 16. April 2026

Gedenkmesse für Joseph Ratzinger

Wie vaticannews berichtet hat Kardinal Kurt Koch anläßlich des 99. Geburtstages von Joseph Ratzinger- Papst Benedikt XVI im Petersdom eine Gedenkmesse gefeiert.                                          Hier geht´s zum Original:  klicken

"GEDENKMESSE FÜR BENEDIKT XVI:  ANLASS TIEFER DANKBARKEIT"

Diesen Donnerstag wäre Papst Benedikt XVI. 99 Jahre alt geworden. Mit einer feierlichen Messe im Petersdom hat der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch am Nachmittag des 16. April 2026 des Verstorbenen gedacht. In seiner Predigt zeichnete der langjährige Wegbegleiter Benedikts das Bild eines Glaubenszeugen, der die Dunkelheit der Zeiten klar erkannte, aber aus dem Ostergeheimnis heraus eine Hoffnung verkündete, die selbst im Angesicht von Leid und Tod trägt. Hier die Predigt im Wortlaut

                                        DEN GEBURTSTAG VON JOSEPH RATZINGER

                                                                     – BENEDIKT XVI

                                              IM LICHT DES KARSAMSTAGS FEIERN

                                                                       Kurt Kardinal Koch

Die Feier des Geburtstages ist stets ein willkommener Anlass, in den Anforderungen des Lebens innezuhalten und Dank zu sagen: Dank für alles, was wir in unserem Leben geschenkt erhalten haben, und auch Dank für alles, was wir unsererseits anderen Menschen schenken konnten. Der Geburtstag ist vor allem die besondere Gelegenheit, unser Leben als Geschenk zu verstehen und zu feiern und deshalb dankbar für das Leben zu sein. Der Geburtstag erinnert uns an die elementare Tatsache, dass kein Mensch sich selbst das Leben geben kann; wir können es nur empfangen: von Gott durch die Liebe der Eltern. Unser Leben ist deshalb dazu bestimmt, ein verdanktes und deshalb dankbares Leben zu sein. 


Dies gilt zumal, wenn wir den Geburtstag eines Menschen feiern, der das irdische Leben bereits verlassen hat und zum himmlischen Vater heimgekehrt ist, und wenn wir uns mit dem heutigen Tag auf den Weg zur Feier des hundertsten Geburtstages von Joseph Ratzinger – Papst Benedikt XVI. im kommenden Jahr machen. Im Rückblick auf sein Leben ist sein Geburtstag erst recht Anlass zu tiefer Dankbarkeit. Seine Biographie und sein theologisches Werk sind ein eindeutiges Zeugnis dafür, dass der Mensch in erster Linie nicht, wie die moderne Anthropologie ihn einseitig definiert ha, das handelnde Wesen, gleichsam „homo faber“ ist, sondern ein dankbares Lebewesen, gleichsam „homo festivus“. Joseph Ratzinger hat uns vorgelebt, dass wir alle berufen sind, als dankbare Menschen zu leben, genauer als eucharistische Menschen, die sich in der großen Danksagung der Kirche, der heiligen Eucharistie, so tief in den auferstandenen Christus hinein verwurzeln, dass ihr ganzes Leben zu einem eucharistischen Hochgebet werden kann.


„Ich habe es immer als ein großes Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit betrachtet, dass mir Geburt und Wiedergeburt am selben Tag, im Zeichen des anfangenden Osterfestes geschenkt worden sind“

Der Geburtstag von Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. steht wohl auch deshalb im Zeichen großer Dankbarkeit, weil er sich durch zwei Besonderheiten auszeichnet. Die erste Besonderheit besteht darin, dass er an demselben Tag, an dem er geboren wurde, auch getauft wurde. Er konnte deshalb am gleichen Tag einen doppelten Geburtstag feiern, wie er selbst anlässlich der Feier seines achtzigsten Geburtstags mit den dankbaren Worten zum Ausdruck gebracht hat: „Ich habe es immer als ein großes Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit betrachtet, dass mir Geburt und Wiedergeburt am selben Tag, im Zeichen des anfangenden Osterfestes geschenkt worden sind. So wurde ich zugleich in meine eigene Familie und in die große Familie Gottes hineingeboren“ (Benedikt XVI., Predigt zum 80. Geburtstag am Weißen Sonntag, 15. April 2007).

Die Schönheit von Geburt und Wiedergeburt der Taufe

Damit ist uns das Geheimnis des christlichen Lebens vor Augen gestellt, dass für uns Christen die natürliche Geburt und die Wiedergeburt der Taufe eine unlösbare Einheit bilden, womit uns eine zweifache Familie gegeben ist. Durch die Geburt gehören wir Christen wie alle Menschen einer natürlichen Familie an, in die hinein wir als Menschen geboren werden; und durch die Taufe gehören wir der großen Familie Gottes an, in die hinein wir als Söhne und Töchter Gottes wiedergeboren sind und die die Kirche ist. Beide sind dabei gegenseitig aufeinander bezogen und aufeinander angewiesen: Die christliche Einzelfamilie bildet die kleinste Grundzelle der Kirche und wird deshalb mit Recht als „Hauskirche“ gewürdigt, in der die Eltern gleichsam die ersten „Priester“ im Leben ihrer Kinder sind. Und auf der anderen Seite braucht die einzelne christliche Familie die Großfamilie der Kirche als ein schützendes Obdach, damit sie ihre Sendung wahrnehmen kann. Diese Schönheit von Geburt und Wiedergeburt der Taufe hat uns Joseph Ratzinger mit seinem Leben bezeugt.

Die zweite Besonderheit des Geburtstages von Joseph Ratzinger besteht darin, dass der 16. April im Jahre 1927 Karsamstag gewesen ist. Dieser Tag hat in seinem Leben und theologischen Denken eine ganz besondere Bedeutung gehabt, und zwar im Blick auf die zwei Seiten, die mit diesem Tag verbunden sind:

In der Sicht des christlichen Glaubens ist der Karsamstag zuerst der Tag der Verborgenheit und des Schweigens Gottes in der Geschichte der Menschen. Diese bittere Erfahrung der Gottverlassenheit hat gerade jene Generation erleiden müssen, die in derselben Zeit wie Joseph Ratzinger großgeworden ist, wie er selbst diagnostiziert hat: „Nach den beiden Weltkriegen, nach den Konzentrationslagern und dem Gulag, nach Hiroshima und Nagasaki, ist unsere Epoche immer mehr zu einem Karsamstag geworden. Die Dunkelheit dieses Tages fordert die heraus, die nach dem Leben fragen, und besonders fordert sie uns Gläubige heraus. Auch wir müssen uns dieser Dunkelheit stellen“ (Benedikt XVI., Meditation bei der Verehrung des Grabtuches in Turin am 2. Mai 2010) 


Mehr zur Kontroverse Trump versus Papst Leo XIV

Bei Corrispondenza Romana kommentiert auch Roberto de Mattei die Kontroverse zwischen dem US-Präsidenten Trump und Ppast Leo XIV. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER PAPST UND TRUMP: EIN EXPLOSIVER KONTRAST"

Nach Präsident Trumps Schmähungen gegen Papst Leo XIV. ist Verurteilung angebracht, und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni tat gut daran, diese auszusprechen, als Oberhaupt eines Landes, das den Stuhl Petri beherbergt. Leo XIV. ist das Oberhaupt der Weltkirche, über allen Mächtigen der Erde, und niemals, wie in diesem Fall, bedeutet.  Respekt vor Substanz. Doch der Verurteilung muss eine Analyse von Worten und Taten folgen, wenn wir nicht im Sumpf des Chaos versinken wollen, der jeden verschlingt, der in einer so turbulenten Zeit wie der unseren auf Vernunft verzichtet. Und die erste Frage, die sich jeder stellen muss, der Vernunft walten lassen will, ist, warum Donald Trump Leo XIV. so heftig angegriffen und ihm vorgeworfen hat,  „ liberal “ zu sein und sich der radikalen Linken anzubiedern , wo er doch in seiner ersten Amtszeit als Präsident Papst Franziskus, der sicherlich „ liberaler “ und linker   war als sein Nachfolger, nie so vehement attackiert hat .

Lassen Sie uns zunächst die Ereignisse rekapitulieren: „ Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen und nie wieder auferstehen “, schrieb Trump am 7. April in  Truth,  nur wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums, mit dem er Teheran zur bedingungslosen Kapitulation zwingen wollte. Leo XIV. nahm Trumps eindringliche Drohung ernst und nannte sie noch am selben Tag, als er Castel Gandolfo verließ, „ inakzeptabel  . Es war nicht das erste Mal, dass er den amerikanischen Präsidenten direkt oder indirekt für dessen Krisenmanagement rügte.

 Am 11. April, nach der Gebetswache im Petersdom, die zeitgleich mit den gescheiterten Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan stattfand, ließ Trump seinem Ärger über den Papst auf seinem Social-Media-Account „Truth“ freien Lauf. Er nannte ihn „ zu nachgiebig im Kampf gegen die Kriminalität  und „ unfähig in der Außenpolitik  . Der amerikanische Präsident fügte hinzu: „ Ich will keinen Papst, der es schrecklich findet, dass Amerika Venezuela angegriffen hat, ein Land, das massenhaft Drogen in die USA lieferte und – noch schlimmer – seine Gefängnisse leerte und Mörder, Drogenhändler und Auftragsmörder in unser Land schickte .  Trump sagte weiter: „ Ich will keinen Papst, der den amerikanischen Präsidenten kritisiert, weil ich genau das tue, wofür ich gewählt wurde: die Kriminalität auf ein historisches Tief senken und den größten Aktienmarkt der Geschichte schaffen. Ich ziehe seinen Bruder Louis vor, der alles im Griff hat . 

Trumps Frontalangriff wurde von Leo XIV. mit einer besonnenen Antwort quittiert. „ Das schreckt mich nicht ab  und „ Ich will keine Debatte anstoßen  , sagte der Papst Reportern bei seiner Landung in Algerien während seiner Afrikareise. „ Ich bin kein Politiker: Lasst uns die Kriege beenden!  , erklärte der Pontifex und erinnerte daran, dass er „vom Evangelium“ spreche : „Ich werde mich auch weiterhin lautstark gegen Konflikte einsetzen . 

Trump, der weder die Regeln der Diplomatie noch gute Manieren versteht, nutzt Übertreibungen als Verhandlungsmittel. Er ist nicht der Einzige, der so vorgeht. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts drohen Putin und insbesondere der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew immer wieder mit dem Einsatz von Atomwaffen. Das ist zutiefst beunruhigend, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lassen wollen. Das Problem ist, dass Russland, wie China und Nordkorea, über ein Atomwaffenarsenal verfügt, der Iran hingegen noch nicht. Hier liegt die Kernfrage, die Mario Sechi am 14. April in „Libero“ aufwarf: „ Was tun wir mit dem Iran, der immer wieder seinen Wunsch bekräftigt, sein Atomprogramm fortzusetzen ?  Die Verhandlungen scheiterten schließlich genau daran, dass der Iran sich weigert, auf den Einsatz der Atombombe zu verzichten. Fällt eine militärische Intervention zur Abwendung dieser Bedrohung nicht unter die Kategorie des „gerechten Krieges“, die George Weigel in seinem Artikel „ Über Krieg, Frieden, den Präsidenten und den Papst “ in der Washington Post vom 13. April erwähnte? Weigel betont, dass Konflikte nicht allein mit politischen Argumenten gelöst werden können, sondern nach ethischen Kriterien bewertet werden müssen, und fordert einen ernsthafteren und verantwortungsvolleren Dialog zwischen politischen und religiösen Autoritäten über die Fragen von Krieg und Frieden.

Der Papst erinnerte zu Recht daran, dass seine Stimme nicht die eines politischen Führers sei, sondern die der Kirche, die das Evangelium verkündet und die Welt zum Frieden aufruft. Dennoch rief er am 4. April die amerikanischen Bürger dazu auf, sich vor den Kongressabgeordneten Gehör zu verschaffen, um den Krieg zu beenden. Es war wohl das erste Mal, dass ein Papst sich direkt an die Bevölkerung wandte und sie aufforderte, Druck auf ihre Abgeordneten auszuüben. Es ist kein Zufall, dass „La Repubblica“ am 14. April eine ganzseitige, Trump-kritische Tirade des Jesuitenpaters Antonio Spadaro veröffentlichte, mit der Überschrift: „ Prevosts Stimme als politischer Akt gegen das Gesetz des Präsidenten  . 

Das blutrünstige Regime in Teheran nutzte die Situation aus und intervenierte seinerseits mit einer an den Papst gerichteten Botschaft. Während Leo XIV. die Große Moschee von Algier besuchte, wandte sich der iranische Präsident Masoud Pezeshkian an den Papst mit folgenden Worten: „ Im Namen der großen iranischen Nation verurteile ich die Beleidigung Eurer Exzellenz und erkläre, dass die Schändung Jesu (Friede sei mit ihm), des Propheten des Friedens und der Brüderlichkeit, für keinen freien Menschen hinnehmbar ist. Möge Allah Euch segnen .“

Tatsächlich zeichnet sich eine erneute Polarisierung zwischen dem Heiligen Stuhl und den Vereinigten Staaten ab, die tief in der Kultur verwurzelt ist. Im Jahr 1776, dem Jahr der Unabhängigkeitserklärung, deren 250. Jahrestag am 4. Juli begangen wird, definierten die Vereinigten Staaten ihre Identität durch die Ablehnung jeglicher religiöser Autorität, die nach „Oberhoheit“ strebte, angefangen bei der „römischen Monarchie“. Die Finanz- und Moralskandale der letzten Jahre haben zudem Teile der amerikanischen Hierarchie diskreditiert, und in traditionellen Kreisen, die Papst Franziskus kritisierten und seinem Nachfolger weiterhin misstrauen, erlebt der Katholizismus eine Renaissance. Dies verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen Erzbischof Gabriele Caccia, der neue Nuntius in Washington, von Beginn seiner Amtszeit an konfrontiert sein wird. 

Trump wird die Folgen seiner Fehler bei den anstehenden Zwischenwahlen tragen müssen, doch Leo XIV. hat weder Wahltermine noch mediale Belange zu berücksichtigen. Es genügt ihm, sein Amt als Petrus gewissenhaft auszuüben und dabei die unveränderliche Lehre der Kirche zu Krieg und Frieden zu achten.

 Der Papst, ein Sohn des heiligen Augustinus, kennt gewiss eine berühmte Passage des Kirchenlehrers von Hippo, die Pius XII. in der Enzyklika „ Communium interpretes dolorum“ vom 15. April 1945 zitierte: „ Wünscht ihr euch Frieden? Tut das Rechte, und ihr werdet Frieden haben; denn Gerechtigkeit und Friede küssen einander (Ps 84,11). Wer die Gerechtigkeit nicht liebt, wird keinen Frieden haben: Gerechtigkeit und Friede lieben einander und sind so eng miteinander verbunden, dass ihr, wenn ihr das Rechte tut, den Frieden findet, der die Gerechtigkeit küsst… Wenn ihr also Frieden erlangen wollt, tut das Rechte: Wendet euch vom Bösen ab und folgt dem Guten; das heißt, liebt die Gerechtigkeit; und wenn ihr das Böse aufgegeben und Gutes getan habt, sucht den Frieden und folgt ihm ( Ps  84,12;  PL  37, 1078).“  

Es waren die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, und Pius XII. bat „ den göttlichen Erlöser und seine heiligste Mutter im Geist des Gebets und der Buße, dass der Friede, der diesem verheerenden und blutigen Krieg ein Ende setzen wird, wahrhaftig und aufrichtig sein möge  Dies war schon immer die Lehre der Kirche: Es genügt nicht, den Frieden nur mit Worten zu beschwören; wir müssen aktiv für Gerechtigkeit eintreten und vor allem um die übernatürliche Hilfe der Gnade bitten, damit die Welt den Frieden Christi erhalte, der sich grundlegend vom falschen Frieden dieser Welt unterscheidet ( Joh 14,27–31)"

Quelle: R.d.Mattei, Corrispondenza Romana

Treffen für den Frieden

 

              

Papst Leo XIV in Yaoundé

Mario Galgano berichtet für vaticannews: klicken

"PAPSTBESUCH IN KAMERUN: "DIE MENSCHEN BRAUCHEN GERECHTIGKEIT"

Am ersten Tag seines Aufenthalts in Kamerun ist Papst Leo XIV. im Präsidentenpalast in Yaoundé mit staatlichen Autoritäten und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammengetroffen. Der Besuch folgt auf eine vorangegangene Station in Algerien und ist Teil einer elftägigen Reise über den afrikanischen Kontinent

           

In seiner Rede vor dem Präsidenten sowie den Mitgliedern des diplomatischen Korps und Vertretern der Zivilgesellschaft dankte das Kirchenoberhaupt herzlich für den Empfang. Leo XIV.  bezeichnete Kamerun aufgrund der Vielfalt seiner Landschaften, Kulturen und Sprachen - völlig unterschiedlich von Nord nach Süd und von Ost nach West, auch in geographischer Hinsicht - als „Afrika im Kleinen“. Diese Diversität sei ein „Versprechen der Geschwisterlichkeit und ein solides Fundament für den Aufbau eines dauerhaften Friedens“.

Das Kirchenoberhaupt definierte seine Rolle bei diesem Besuch als die eines „Hirten und Dieners des Dialogs, der Geschwisterlichkeit und des Friedens“. Er wolle jeden dazu ermutigen, am Aufbau des Gemeinwohls weiterzuarbeiten. In einer Zeit, in der „Resignation um sich greift und das Gefühl der Ohnmacht die Erneuerung zu lähmen droht“, verwies er auf das Bedürfnis der Menschen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und Frieden.

Die Bedeutung der Jugend und der Frauen

Besonderes Augenmerk legte der Papst auf die jüngere Generation. Es sei sein Wunsch, „die Herzen aller zu erreichen, insbesondere die der jungen Menschen, die dazu berufen sind, einer gerechteren Welt Gestalt zu geben, auch in politischer Hinsicht“. An die Adresse der Frauen gewandt, betonte er: „Dankbar möchte ich die Rolle der Frauen hervorheben. Oft sind sie, leider, die ersten Opfer von Vorurteilen und Gewalt, und doch bleiben sie unermüdliche Friedensstifterinnen. Ihr Engagement in den Bereichen Bildung, Mediation und Wiederaufbau des sozialen Gefüges ist unvergleichlich und zügelt Korruption und Machtmissbrauch. Auch aus diesem Grund muss ihre Stimme in Entscheidungsprozessen voll und ganz anerkannt werden“. Mehrmals brandete nach den Worten des Papstes Applaus auf, doch besonders herzlich war er an dieser Stelle.

Würdigung der päpstlichen Botschaft

Der Präsident Kameruns, Paul Biya, schlug in seiner Ansprache ernste Töne an und verwies auf den schwierigen internationalen Kontext. Er zeichnete das Bild einer durch Kriege, wirtschaftliche Not und soziale Verzweiflung erschütterten Welt, in der Angst und Zweifel die Herzen der Menschen beherrschten. Inmitten dieses globalen Chaos fungiere die päpstliche Botschaft laut Biya wie eine „belebende Quelle“, die den Wunsch nach Harmonie stille und der Menschheit die verloren gegangene Hoffnung zurückgebe.

Der Besuch des Papstes in Kamerun dauert noch bis zum 17. April an, bevor die Reise in weitere afrikanische Staaten fortgesetzt wird."

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Abschied aus Yaoundé

 

              

Krieg & Frieden - die Kontroverse zwischen US-Präsident Trump und Papst Leo XIV

Daniele Trabucco kommentiert in LaNuovaBussola Quotidiana die verbalen Angriffe des us-amerikanischen Präsidenten auf  den Hl. Vater und dessen Antwort.                                                   Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER KONFLIKT ZWISCHEN TRUMP UND DEM PAPST IST EIN KONFLIKT ZWISCHEN MACHT UND WAHRHEIT"

"Papst Leo XIV. hat auf metaphysischer Ebene auf die verächtlichen Äußerungen des amerikanischen Präsidenten reagiert . Es handelt sich um eine symbolträchtige Episode und ein Zeichen für eine Politik, die sich selbst legitimieren will und keine höhere Autorität anerkennt

Das ist nicht der Bericht über einen persönlichen Konflikt, der die Konfrontation zwischen Donald Trump, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, und Papst Leo XIV. so bedeutsam macht. Ihre Bedeutung reicht tiefer, denn sie berührt das Verhältnis von Macht und Wahrheit. Trump griff den Papst öffentlich mit verächtlichen Worten an und nannte ihn  schrecklich  ,  zu schwach im Kampf gegen Kriminalität  und  schrecklich für die Außenpolitik  , nachdem Leo XIV. den Krieg gegen den Iran, den Machtmissbrauch und den Missbrauch religiöser Sprache zur Rechtfertigung von Gewalt verurteilt hatte.

Der Papst reagierte, ohne sich auf Trumps Niveau herabzulassen, und erklärte, er fürchte die amerikanische Regierung nicht und wolle weiterhin im Namen des Evangeliums und des Friedens sprechen. In Algier definierte er Frieden nicht bloß als Abwesenheit von Konflikten, sondern als „Ausdruck von Gerechtigkeit und Würde“ und fügte hinzu: „Die Zukunft gehört den friedliebenden Menschen.“ Dies offenbart einen Unterschied von politischer, anthropologischer und metaphysischer Tragweite.

Nach Trumps Auffassung neigt Macht dazu, sich selbst als Grundlage ihrer Legitimität darzustellen: Was sich durchsetzt, ist gültig, was Erfolg hat, ist überzeugend und was erfolgreich ist, ist gerecht. Gewalt wird nicht länger als dem Gemeinwohl untergeordnetes Mittel betrachtet, sondern als implizites Kriterium des Gemeinwohls. Aus diesem Grund wird jeder Bezug auf eine höhere Autorität als unerträglich empfunden. Der Papst ist eine Quelle des Unbehagens, nicht weil er sich in internationale Angelegenheiten einmischt, sondern weil er uns daran erinnert, dass Macht nicht mit Wahrheit übereinstimmt, Effektivität nicht von sich aus Gerechtigkeit erzeugt und kein Sieg Willkür aufhebt. Seine bloße öffentliche Präsenz ist ein Zeugnis für die Existenz einer Autorität, die nicht auf Konsens beruht, sich nicht Drohungen beugt und ihre Legitimität nicht durch Gewalt beweisen will.

In diesem Kontext gewinnt Leo XIV.s Bezugnahme auf Augustinus besondere Bedeutung. In seiner Rede vor dem Diplomatischen Korps am 9. Januar 2026 prangerte er die Schwäche des Multilateralismus und die Rückkehr einer  Diplomatie der Gewalt  sowie die Idee an, Frieden  mit Waffengewalt  zu erreichen, um so die Herrschaft zu erlangen.

Der Papst sprach insbesondere von Frieden als tranquillitas ordinis : der gerechten Ordnung der Seele, der Stadt und der Völker.

Das ist ein entscheidender Punkt. Frieden im klassischen Sinne ist nicht bloß die technische Beilegung eines Konflikts, das Gleichgewicht gegenseitiger Ängste oder der durch Abschreckung herbeigeführte Waffenstillstand. Vielmehr ist er die politische Manifestation einer moralischen Ordnung: Er herrscht dort, wo jeder das Seine erhält und wo das Zusammenleben ein Gut anerkennt, das dem Willen der Vertragsparteien vorausgeht. Frieden entsteht nicht aus dem Pakt als absoluter Quelle; vielmehr sollte der Pakt ihm dienen.

Das unterscheidet sich grundlegend von der modernen Vorstellung . Die politische Moderne versteht Ordnung oft als Ergebnis einer Kombination gleichberechtigter und sich gegenseitig beschränkender souveräner Willen. In diesem Rahmen wird Recht tendenziell auf Verfahren reduziert und Frieden auf die Stabilisierung von Konflikten. Die zentrale Aufgabe besteht dann darin, eine Eskalation des Konflikts über eine bestimmte Schwelle hinaus zu verhindern. Fehlt es jedoch an einem objektiven Maßstab für Gerechtigkeit, so bewirkt das Verfahren nichts; es stiftet lediglich Chaos.

Mittwoch, 15. April 2026

Besuch im Waisenhaus Ngul Zamba in Yaoundé

 

               

"Afrika im Kleinen"

Mario Galgano berichtet für vaticannews über den Beginn des Papstbesuches is Kamerun. 
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Unter dem Titel:

"PAPSTBESUCH IN KAMERUN: "AFRIKA IM KLEINEN"

beginnt der Bericht so- ZITAT

"Am ersten Tag seines Aufenthalts in Kamerun ist Papst Leo XIV. im Präsidentenpalast in Yaoundé mit staatlichen Autoritäten und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammengetroffen. Der Besuch folgt auf eine vorangegangene Station in Algerien und ist Teil einer elftägigen Reise über den afrikanischen Kontinent.

In seiner Rede vor dem Präsidenten sowie den Mitglieder des diplomatischen Korps und Vertretern der Zivilgesellschaft dankte das Kirchenoberhaupt herzlich für den Empfang. Leo XIV.  bezeichnete Kamerun aufgrund der Vielfalt seiner Landschaften, Kulturen und Sprachen - völlig unterschiedlich von Nord nach Süd und von Ost nach West, auch in geographischer Hinsicht - als „Afrika im Kleinen“. Diese Diversität sei ein „Versprechen der Geschwisterlichkeit und ein solides Fundament für den Aufbau eines dauerhaften Friedens“. (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Das Kirchenoberhaupt definierte seine Rolle bei diesem Besuch als die eines „Hirten und Dieners des Dialogs, der Geschwisterlichkeit und des Friedens“. Er wolle jeden dazu ermutigen, am Aufbau des Gemeinwohls weiterzuarbeiten. In einer Zeit, in der „Resignation um sich greift und das Gefühl der Ohnmacht die Erneuerung zu lähmen droht“, verwies er auf das Bedürfnis der Menschen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und Frieden.

Die Bedeutung der Jugend

Besonderes Augenmerk legte der Papst auf die jüngere Generation. Es sei sein Wunsch, „die Herzen aller zu erreichen, insbesondere die der jungen Menschen, die dazu berufen sind, einer gerechteren Welt Gestalt zu geben, auch in politischer Hinsicht“. An die Adresse der Frauen gewandt, betonte er: „Dankbar möchte ich die Rolle der Frauen hervorheben. Oft sind sie, leider, die ersten Opfer von Vorurteilen und Gewalt, und doch bleiben sie unermüdliche Friedensstifterinnen. Ihr Engagement in den Bereichen Bildung, Mediation und Wiederaufbau des sozialen Gefüges ist unvergleichlich und zügelt Korruption und Machtmissbrauch. Auch aus diesem Grund muss ihre Stimme in Entscheidungsprozessen voll und ganz anerkannt werden“. Mehrmals brandete nach den Worten des Papstes Applaus auf, doch besonders herzlich war er an dieser Stelle.

Würdigung der päpstlichen Botschaft

Der Präsident Kameruns, Paul Biya, schlug in seiner Ansprache ernste Töne an und verwies auf den schwierigen internationalen Kontext. Er zeichnete das Bild einer durch Kriege, wirtschaftliche Not und soziale Verzweiflung erschütterten Welt, in der Angst und Zweifel die Herzen der Menschen beherrschten. Inmitten dieses globalen Chaos fungiere die päpstliche Botschaft laut Biya wie eine „belebende Quelle“, die den Wunsch nach Harmonie stille und der Menschheit die verloren gegangene Hoffnung zurückgebe.

Der Besuch des Papstes in Kamerun dauert noch bis zum 17. April an, bevor die Reise in weitere afrikanische Staaten fortgesetzt wird.


Erstes Treffen in Yaoundé

 

         

Ankunft in Kamerun

         Treffen mit dem Präsidenten und Besuch in einem Waisenhaus

           

Kurzbesuch im Kindergarten

der Mutter-Teresa-Schwestern in Algier. Vaticannews berichtet.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BESUCHT DEN KINDERGARTEN DER MUTTER-TERESA-SCHWESTERN IN ALGIER"

Blitzbesuch bei Schwestern und Kleinkindern: Papst Leo hat am Mittwoch vor seinem Abflug aus Algier in einer Kindertagesstätte vorbeigeschaut. Die Einrichtung „Notre Dame d’Afrique“ wird von Missionarinnen der Nächstenliebe betrieben, der Kongregation, die Mutter Teresa gegründet hat. 

                        

                                         Foto: Vatican Media

Die Kinder, die gebastelte Papiersterne auf dem Kopf trugen, führten ein kurzes Theaterstück für den Gast aus Rom auf. Danach verabschiedete sich Leo von ihnen und den Ordensfrauen und begab sich zum Flughafen von Algier.

Am Mittwochnachmittag wird er in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé erwartet. Seine zweite offizielle Begegnung gilt auch in Kamerun Kindern, Leo wird am Abend das Waisenhaus „Ngul Zamba“ besuchen. Zunächst stehen aber Treffen mit dem 93-jährigen Langzeit-Präsidenten Paul Biya und der Welt der Politik, der Gesellschaft und der Diplomatie in Kamerun auf dem Programm.

Quelle: vaticannews

Abschiedszeremonie in Algier & Aufbruch nach Kamerun

 

              

Zum päpstlichen Besuch afrikanischer Länder

Den heutigen beginnenden Besuch des Hl. Vaters in mehreren afrikanischen Ländern kommentiert  Roberto de Mattei bei diakonos/ Settimo Cielo. Hier geht´s zum Original:  klicken

" LEO AFRICANUS. WAS NUR WENIGE ÜBER SEINEN KAMERUN-BESUCH WISSEN" 

Kamerun, das Leo auf seiner bevorstehenden Afrikareise besuchen wird, gehört zu den Kriegsländern, die von den Weltmedien weitgehend ignoriert werden. Doch vielleicht ist dies auch der Grund, warum der Papst sich für einen Besuch entschieden hat: Am Donnerstag, dem 16. April, reist er ins Epizentrum des Konflikts, nach Bamenda, der Hauptstadt der Nordwestregion Kameruns, wo er ein Friedensgespräch mit der lokalen Bevölkerung führen wird.

Die Nordwestregion Kameruns, zusammen mit der an die Südwestregion Nigerias und den Atlantik angrenzende REgion, ist seit Oktober 2016 Schauplatz eines Bürgerkriegs. Ziel beider Regionen ist die Abspaltung von Kamerun und die Gründung eines neuen Staates namens „Ambazonia“ (benannt nach der Ambas-Bucht). Dieser Staat erklärte 2017 seine Unabhängigkeit, genießt aber bisher keine internationale Anerkennung. Doch auch andere bewaffnete Auseinandersetzungen in den nördlichen Regionen Kameruns zwischen Nigeria und Tschad, wo dschihadistischer Terrorismus grassiert, führen zu blutigen Übergriffen durch Boko Haram und den Islamischen Staat Westafrika (ISWAP). Diese Angriffe auf Dörfer, Kirchen und Schulen sind weit verbreitet und führen zu Massakern und Entführungen. Hauptsächlich betroffen sind Christen in einem Land, in dem Christen 60 Prozent und Muslime 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Während dieser dschihadistische Terrorismus demjenigen ähnelt, der andere Sahel-Länder wie Mali, Niger und Burkina Faso sowie Nigeria und Tschad heimsucht, ist der seit 2016 andauernde Bürgerkrieg in Kamerun einzigartig. Seine Ursachen sind sowohl unmittelbarer Natur als auch weiter zurückliegend und reichen bis in die Kolonialzeit zurück. Beides wird in einem Artikel des kenianischen Jesuiten Mathew Bomki in der jüngsten Ausgabe von „La Civiltà Cattolica“ detailliert dargestellt. Vom späten 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg war Kamerun ein deutsches Protektorat, bevor es vom Völkerbund Frankreich und, in geringerem Umfang, einem Fünftel seines Territoriums Großbritannien zugesprochen wurde. Französisch-Kamerun erlangte 1960 die Unabhängigkeit, und im darauffolgenden Jahr, am 11. Februar, fand unter Aufsicht der Vereinten Nationen in Britisch-Kamerun eine Volksabstimmung statt, bei der die englischsprachigen Kameruner zwischen dem Beitritt zum benachbarten Nigeria oder der neu gegründeten, französischsprachigen Republik Kamerun wählen konnten.

Die dritte Option, die Unabhängigkeit, wurde vom Referendum ausgeschlossen, obwohl die Bischöfe der Region sie für die populärste der drei hielten. Fakt ist, dass sich im Plebiszit von 1961 der nördliche Teil Britisch-Kameruns für den Beitritt zu Nigeria aussprach, während der südliche Teil für den Beitritt zu Kamerun stimmte. Kamerun war damals föderal strukturiert, wurde aber später unter der Zentralregierung zunehmend in einen Einheitsstaat umgewandelt, wodurch die Autonomie des englischsprachigen Gebiets stark eingeschränkt wurde. Die Bischöfe dieser Region schrieben in einem Memorandum vom 28. Dezember 2016 an Präsident Paul Biya, der heute 93 Jahre alt ist und seit 1982 ununterbrochen an der Macht ist:

„Die englischsprachigen Kameruner werden langsam erstickt, da jedes Element ihrer Kultur systematisch ins Visier genommen und in die Kultur und die Art der Staatsführung des französischsprachigen Kamerun integriert wird. Dies betrifft die Sprache, das Bildungssystem, das Verwaltungs- und Regierungssystem – in dem gewählte Repräsentanten faktisch von Beamten der Zentralregierung außer Kraft gesetzt werden – und das Rechtssystem.“

Dienstag, 14. April 2026

Heute vor 267 Jahren

am 14. April 1759 starb in London einer der Größten- Georg Friedrich Händel, der sich zuvor schon eine Grabstätte in Westminster Abbey gekauft hatte.   

                                       

"Where´er you walk..." aus der Oper Semele

                

Hl.Messe in Annaba