Freitag, 13. März 2026

Gebet des Leibes

Silvia Kritzenberger stellt anläßlich der Fastenzeit Miniaturen aus einem flandrischen Stundenbuch  aus dem 15. Jahrhundert vor, das in der Apostolischen Bibliothek bewahrt wird. 
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                                                 GEBET DES LEIBES

„Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.“ Inspiriert von diesen Worten Papst Leos XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort.

An eine Säule gebunden, die Füße mit einem Seil gefesselt, das von einem Mann gehalten wird. So wird der gegeißelte Christus in der kunstvollen Miniatur dargestellt, die im 15. Jahrhundert in Flandern entstand. Sie stammt aus dem Stundenbuch Ott. Lat 2919: dem Kodex, der in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek aufbewahrt wird und uns durch die Fastenzeit begleitet. Schöpfer dieser Szene ist der sogenannte „Meister von Guillebert de Metz“, der wegen seiner gekonnten Farbgebung und der Verwendung von Blattsilber auch als „Meister mit den Silberhimmeln“ bekannt ist.

                                 Der Leib voller Wunden


„Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln“, berichtet der Evangelist Johannes. Die Szene ist Teil jenes Kodex-Abschnitts, der dem Kreuzoffizium gewidmet ist. Sie zeigt ein Gebäude mit grünem Schachbrettmusterboden, das sich über mehrere Ebenen erstreckt, die im Hintergrund von einem Säulenbogen mit dahinter liegenden Fenstern unterteilt werden. Diese architektonischen Elemente strukturieren die Darstellung und lenken den Blick auf Christus, der im Zentrum zu sehen ist. Der Sohn Gottes ist nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet, der Leib mit blutenden Wunden übersät, die ihm von den fünf Peinigern zugefügt wurden, von denen er gegeißelt wird.

                                   Eine Einladung zum Gebet


Die Figuren sind von großer Ausdruckskraft. Wie auch in den anderen Miniaturen dieses Kodex füllen sie die Komposition und treten sogar über den rechteckigen Rahmen hinaus. So wird der Betrachter sozusagen in die Darstellung „hineingezogen“ und zu Meditation, Sammlung und Gebet angeregt. 

Gerahmt wird die dramatische Szene von pflanzlichen Ornamenten – mit Efeublättern, Blüten, Tieren und Fabelwesen."


Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews


Fastenpredigt

Gudrun Sailer berichtet und kommentiert bei vaticannews die der Fastenprediger der Kurie, der Kapuzinerpater Roberto Pasolini heute in der Audienzhalle gehalten hat.
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"FASTENPREDIGT: BRÜDERLICHKEIT IN EINER WELT DER KONFLIKTE LEBEN" 

Der Prediger des Päpstlichen Hauses, Kapuzinerpater Roberto Pasolini, hat bei der zweiten Fastenmeditation im Vatikan die Brüderlichkeit als konkrete Aufgabe in einer von Kriegen und Spannungen geprägten Welt bezeichnet. Die Betrachtung fand am Freitagmorgen, 13. März, in der vatikanischen Audienzhalle im Beisein von Papst Leo XIV. statt.

Pasolini stellte gleich zu Beginn den Bezug zur Gegenwart her. Über alle Kulturen hinweg sehnten sich Menschen nach einer versöhnten Gemeinschaft, sagte er. Doch angesichts von Konflikten und Polarisierungen dürfe Brüderlichkeit nicht bloß als fernes Ideal verstanden werden. Christinnen und Christen seien vielmehr aufgerufen, die anderen „als Geschenk zu empfangen und zugleich als sehr ernste und dringende Verantwortung zu übernehmen“. 

Der Prediger erinnerte daran, dass diese Herausforderung nicht nur große politische oder kirchliche Ebenen betreffe. Sie beginne im Alltag – in Familien, am Arbeitsplatz, in Nachbarschaften und Gemeinden. Gerade dort zeige sich, ob der Glaube das Leben tatsächlich verändere. Brüderlichkeit sei „der Ort, wo die Umkehr sich wirklich bewährt: die ernsteste Probe und zugleich das beredteste Zeichen dessen, was das Evangelium in unserem Leben wirken kann“.         

                         

                                                                    Foto ANSA

Anhand des heiligen Franz von Assisi schilderte Pasolini, dass gemeinschaftliches Leben nicht automatisch Harmonie bedeute. „Sie ist nicht der Ort, an den man sich zurückzieht, um ruhig zu leben“, sagte er über die Brüdergemeinschaft, „sondern der Raum, in dem jeder in die Tiefen seines Herzens zurückgeführt wird – mit all seinen Schatten und Widerständen.“


Donnerstag, 12. März 2026

Ernennung

vaticannews berichtet über die Ernennung des spanischen Bischofs Luis Marin de San Martin zum neuen Almosenier des Papstes.  Hier geht´s zum Original  klicken

 "AUGUSTINER WIRD ALMOSENMEISTER DES PAPSTES" 

"Stabwechsel im vatikanischen Amt des Almosen-Verantwortlichen: Papst Leo XIV. macht den spanischen Bischof Luis Marín de San Martín zum neuen Präfekten des Dikasteriums für die Nächstenliebe.

Marín gehört wie Papst Leo dem Augustinerorden an; er ist bislang Untersekretär im vatikanischen Generalsekretariat für die Synoden. Als neuer Almosenmeister des Papstes erhält er die Würde eines Erzbischofs.


Der bisherige Almosen-Verantwortliche des Vatikans war der polnische Kardinal Konrad Krajewski. Ihn hat der Papst – auch das wurde an diesem Donnerstag bekannt – zum neuen Erzbischof von Łódź ernannt. Krajewski stammt aus Łódź und hatte vor seinem Wechsel nach Rom mehrere Ämter im Erzbistum inne. Papst Franziskus erhob ihn 2018 zum Kardinal.2


Quelle: vaticannews

Ramadan in einer Kirchengemeinde?

Andrea Zambrano kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Überlassung von Kirchenräumen für Ramadan-Gebete in einer italienischen Gemeinde. 
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"RAMADAN IN DER KIRCHENGEMEINDE? DAS IST KEINE CARITAS. ICH HABE NEIN GESAGT; WEIL ES HEUCHELEI IST"

Auch Avvenire hat die Initiative in Staranzano in der Provinz Gorizia unterstützt, wo der Pfarrer die Räume der Pfarrei den Muslimen für das Freitagsgebet zur Verfügung gestellt hat. Der ehemalige Pfarrer erklärt gegenüber La Bussola jedoch seine Ablehnung: „Das ist keine Nächstenliebe, sondern Heuchelei: Diese Räumlichkeiten sind für die Verkündigung Christi bestimmt; Nächstenliebe sollen wir auf die richtige Weise ausüben. So fühlen Muslime sich berechtigt, diesen Ort als ihr Eigentum betrachten.“

Ramadan in der Gemeinde – sogar die Zeitung Avvenire "steigt in die Arena". und veröffentlicht einen Artikel eines Priesters der Diözese Gorizia, der vorgibt, im Namen aller Priester zu sprechen und die Nutzung der Gemeinderäume durch die örtliche muslimische Gemeinde rechtfertigt. Wie? Mit einem fehlgeleiteten Verständnis von Nächstenliebe, das nicht mit den Worten Jesu übereinstimmt. Wir befinden uns in Staranzano, einer Gemeinde in der Provinz Gorizia, angrenzend an Monfalcone. Und genau in Monfalcone beginnt diese Geschichte mit der Bitte der großen muslimischen Gemeinde um einen Gebetsraum für die Feier des Ramadan. In der Stadt, in der Fincantieri liegt, haben Muslime keinen Gebetsraum, weil die Gemeinde ihn wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen hat.

Also suchten die Muslime auch anderswo nach einer Gebetsstätte und wandten sich an das nahegelegene, kleinere Staranzano. Nicht der Bürgermeister, sondern die örtliche Pfarrei reagierte auf ihren Appell und stellte ein Gebäude namens „Le stalle rosse"  für das Freitagsgebet zur Verfügung.

Bischof Carlo Roberto Maria Redaelli, der amtierende Administrator, der kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Bistum stand, nachdem Papst Leo XIV. ihn zum Sekretär des Klerus-Dikasteriums ernannt hatte, segnete die Initiative. Seit Ende Februar, dem Beginn des Ramadan, dient das Pfarrgebäude der muslimischen Gemeinde von Monfalcone als Gebetsstätte.

Der betreffende Priester, der an Avvenire schrieb, heißt Don Matteo Marega und erklärt die Entscheidung folgendermaßen: „Denjenigen, die einen Gebetsraum benötigen, einen Platz zum Beten zu bieten, ist keine naive Geste der Gutmütigkeit oder eine Kapitulation vor dem Relativismus, sondern ein praktischer Akt, um Zeugnis von der Nächstenliebe Christi abzulegen, die uns dazu bewegt, einander als Brüder und Schwestern zu erkennen.“

Diese Formulierung spiegelt das von Jesus vertretene Konzept der Nächstenliebe nicht vollständig wider, schon allein deshalb, weil die erste Form der Nächstenliebe gerade die Verkündigung des Evangeliums ist – etwas, das in diesem Kontext und angesichts dieser religiösen Freizügigkeit, die alle Pläne durchkreuzt, undenkbar ist.

Ein anderer Priester, der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, bestätigt dies gegenüber La Bussola. Pater Francesco Fragiacomo (im Bild) war Pfarrer von Staranzano, bevor er aufgrund einer Kontroverse um homosexuelle Pfadfinderleiter in eingetragenen Partnerschaften zurücktrat, über die La Bussola ausführlich berichtet hatte. Auch er, als Pfarrer des nahegelegenen San Canzian di Isonzo und vier weiterer Pfarreien, wurde letzten Monat bezüglich der Möglichkeit einer „Gastfreundschaft“ angesprochen, lehnte jedoch ab.

Mittwoch, 11. März 2026

Wortlaut der Katechese bei der Generalaudienz

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz 
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"WORTLAUT: PAPST LEO BEI DER GEGENRALAUDIENZ AM 11. MÄRZ 2026" 

           Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

In Fortsetzung unserer Betrachtungen über die Dogmatische Konstitution Lumen gentium (LG) widmen wir uns heute dem zweiten Kapitel, das dem Volk Gottes gewidmet ist.

Gott, der die Welt und die Menschheit erschaffen hat und jeden Menschen retten möchte, vollbringt sein Heilswerk in der Geschichte, indem er ein konkretes Volk auswählt und in ihm wohnt. Deshalb ruft er Abraham und verspricht ihm eine Nachkommenschaft, zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer (vgl. Gen 22,17-18). Mit den Kindern Abrahams, nachdem er sie aus der Sklaverei befreit hat, schließt Gott einen Bund, begleitet sie, sorgt für sie und sammelt sie jedes Mal, wenn sie sich verirren. Die Identität dieses Volkes wird also durch das Wirken Gottes und den Glauben an ihn bestimmt. Es ist dazu berufen, ein Licht für die anderen Völker zu werden, wie ein Leuchtturm, der alle Völker, die ganze Menschheit, anzieht (vgl. Jes 2,1-5).

Das Konzil bekräftigt, dass «dies tat er, indem er sich und seinen Heilsratschluß in dessen Geschichte offenbarte und sich dieses Volk heiligte. Dies alles aber wurde zur Vorbereitung und zum Vorausbild jenes neuen und vollkommenen Bundes, der in Christus geschlossen, und der volleren Offenbarung, die durch das Wort Gottes selbst in seiner Fleischwerdung übermittelt werden sollte» (LG, 9). Es ist in der Tat Christus, der in der Hingabe seines Leibes und seines Blutes dieses Volk endgültig in sich selbst vereint. Es besteht nun aus Menschen aller Nationen; es ist vereint durch den Glauben an ihn, durch die Zugehörigkeit zu ihm, durch das Leben aus seinem Leben, beseelt vom Geist des Auferstandenen. Das ist die Kirche: das Volk Gottes, das seine Existenz aus dem Leib Christi bezieht und selbst Leib Christi ist; kein Volk wie alle anderen, sondern das Volk Gottes, von ihm zusammengerufen und bestehend aus Frauen und Männern aus allen Völkern der Erde. Ihr einigendes Prinzip ist nicht eine Sprache, eine Kultur, eine Ethnie, sondern der Glaube an Christus: Die Kirche ist daher – nach einem schönen Ausdruck des Konzils – «die Versammlung derer, die zu Christus als dem Urheber des Heils und dem Ursprung der Einheit und des Friedens glaubend aufschauen» (LG, 9). 

Messianisches Volk

Es handelt sich um ein messianisches Volk, gerade weil es Christus, den Messias, als Haupt hat. Diejenigen, die ihm angehören, rühmen sich nicht ihrer Verdienste oder Titel, sondern nur der Gabe, in Christus und durch ihn Töchter und Söhne Gottes zu sein. Vor jeder Aufgabe oder Funktion zählt in der Kirche also vor allem, in Christus eingepfropft zu sein, durch die Gnade Kinder Gottes zu sein. Dies ist auch der einzige Ehrentitel, den wir als Christen anstreben sollten. Wir sind in der Kirche, um unaufhörlich Leben vom Vater zu empfangen und als seine Kinder und Brüder untereinander zu leben. Folglich ist das Gesetz, das die Beziehungen in der Kirche belebt, die Liebe, so wie wir sie in Jesus empfangen und erfahren; und ihr Ziel ist das Reich Gottes, auf das sie gemeinsam mit der ganzen Menschheit zusteuert.

Vereint in Christus, dem Herrn und Erlöser aller Menschen, kann die Kirche niemals in sich selbst verschlossen sein, sondern ist offen für alle und für alle da. Wenn die Gläubigen zu Christus gehören, erinnert uns das Konzil daran, dass alle Menschen «zum neuen Gottesvolk (…) gerufen (werden). Darum muß dieses Volk eines und ein einziges bleiben und sich über die ganze Welt und durch alle Zeiten hin ausbreiten. So soll sich das Ziel des Willens Gottes erfüllen, der das Menschengeschlecht am Anfang als eines gegründet und beschlossen hat, seine Kinder aus der Zerstreuung wieder zur Einheit zu versammeln» (LG, 13). Auch diejenigen, die das Evangelium noch nicht empfangen haben, sind daher in gewisser Weise auf das Volk Gottes ausgerichtet, und die Kirche ist, indem sie an der Mission Christi mitwirkt, aufgerufen, das Evangelium überall und allen zu verkünden (vgl. LG, 17), damit jeder mit Christus in Kontakt kommen kann. Das bedeutet, dass in der Kirche Platz für alle ist und sein muss und dass jeder Christ berufen ist, das Evangelium zu verkünden und in jedem Umfeld, in dem er lebt und wirkt, Zeugnis zu geben. Auf diese Weise zeigt dieses Volk seine Katholizität, indem es den Reichtum und die Ressourcen der verschiedenen Kulturen aufnimmt und ihnen gleichzeitig die Neuheit des Evangeliums anbietet, um sie zu reinigen und zu erheben (vgl. LG, 13).

Generalaudienz

Anne Preckel berichtet bei vaticannews über die heutige Generalaudienz auf dem Petersplatz.  
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unter dem Titel: 

"PAPST: KIRCHE IST AUFRUF UND ZEICHEN FÜR DIE MENSCHHEIT IM KRIEG"

beginnt der Bericht so- ZITAT

Besonders angesichts der gegenwärtigen Kriege und Konflikte ist die Kirche Aufruf und Zeichen des Friedens im Herzen der Menschheit. Das hat Papst Leo an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz hervorgehoben.

Leo XIV. schlug mit seiner Katechese ein weiteres Kapitel zur Konzils-Konstitution „Lumen gentium“ auf und ging näher auf die Identität des Gottesvolkes ein. Die Kinder Abrahams schlossen mit Gott einen Bund (vgl. Jes 2,1-5), der sich im Wirken Gottes und im Glauben an ihn konstituierte. Das Volk werde damit zum „Licht für die anderen Völker, wie ein Leuchtturm, der alle Völker, die ganze Menschheit, anzieht“, betonte der Papst.

Was eint

Das Konzil habe bekräftigt, dass dieses Bündnis das „Vorausbild jenes neuen und vollkommenen Bundes in Christus“ gewesen sei, so Leo XIV. Der Papst hob hervor, dass nicht Sprache, Kultur oder Ethnie Christi Volk einigten, sondern allein der Glaube an Gott.

„Das ist die Kirche: das Volk Gottes, das seine Existenz aus dem Leib Christi bezieht und selbst Leib Christi ist.“

„Das ist die Kirche: das Volk Gottes, das seine Existenz aus dem Leib Christi bezieht und selbst Leib Christi ist; kein Volk wie alle anderen, sondern das Volk Gottes, von ihm zusammengerufen und bestehend aus Frauen und Männern aus allen Völkern der Erde. Ihr einigendes Prinzip ist nicht eine Sprache, eine Kultur, eine Ethnie, sondern der Glaube an Christus: Die Kirche ist daher – nach einem schönen Ausdruck des Konzils – ,die Versammlung derer, die zu Christus als dem Urheber des Heils und dem Ursprung der Einheit und des Friedens glaubend aufschauen‘ (LG, 9)

Offen

Der einzige „Ehrentitel“, den Christen anstreben sollten, sei die „Gnade, Kinder Gottes zu sein“, erteilte der Papst dem Streben nach Verdiensten und Titeln eine Absage – diese Gnade zähle mehr als jede Aufgabe oder Funktion. Das Gesetz, das die Beziehungen in der Kirche belebe, sei die Liebe, betonte er weiter. Die Kirche könne „niemals in sich selbst verschlossen sein“, sondern sei „offen für alle und für alle da“, so Leo XIV.

„Das bedeutet, dass in der Kirche Platz für alle ist und sein muss und dass jeder Christ berufen ist, das Evangelium zu verkünden und in jedem Umfeld, in dem er lebt und wirkt, Zeugnis zu geben. Auf diese Weise zeigt dieses Volk seine Katholizität, indem es den Reichtum und die Ressourcen der verschiedenen Kulturen aufnimmt und ihnen gleichzeitig die Neuheit des Evangeliums anbietet, um sie zu reinigen und zu erheben (vgl. LG, 13).“

Was Hoffnung macht

„Sie ist ein Zeichen im Herzen der Menschheit, ein Aufruf und eine Prophezeiung jener Einheit und jenes Friedens, zu denen Gott Vater alle seine Kinder aufruft.“

Vor allem angesichts der gegenwärtigen Kriege und Konflikte sei die Kirche „ein großes Zeichen der Hoffnung“, so der Papst. Es mache Hoffnung, „zu wissen, dass die Kirche ein Volk ist, in dem aufgrund des Glaubens Frauen und Männer unterschiedlicher Nationalität, Sprache oder Kultur zusammenleben: Sie ist ein Zeichen im Herzen der Menschheit, ein Aufruf und eine Prophezeiung jener Einheit und jenes Friedens, zu denen Gott Vater alle seine Kinder aufruft.“

Quelle: A. Preckel, vaticannews

             

Dienstag, 10. März 2026

Papst Leos Afrika-Reise und das Problem der Polygamie

Vor der Afrika-Reise des Hl. Vaters befaßt sich Roberto de Mattei bei diakonos/Settimo Cielo mit dem Problem der auf dem Kontinent weit verbreiteten Polygamie , die im Widerspruch zur Lehre der Kirche steht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"POLYGAMIE: EIN HINDERNIS BEI LEOS ERSTER AFRIKA-REISE"

Ja, es war tatsächlich eine Hymne an die monogame und unauflösliche Ehe, die am ersten Märzabend in Sanremo mit „Per sempre sì“,von Sal Da Vinci gesungen wurde, der den Super Bowl des italienischen Liedes gewann und zu dem Bischof Antonio Staglianò, Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie, in den „Vatican News“ einen enthusiastischen Kommentar über diesen unerwarteten „poetischen Widerstand“ gegen einen Zeitgeist, der von immer weniger Eheschließungen und der Versuchung zur „Polyamorie“ geprägt ist.

Staglianò bezieht sich auf das Glaubensschreiben „Una caro“, das im vergangenen November vom Dikasterium für die Glaubenslehre unter dem aussagekräftigen Untertitel „Zum Lob der Monogamie“ veröffentlicht wurde. Als Vorbild dient darin die Liebe Jesu, der sich bis zum Ende opfert und die gegenseitige Gabe der christlichen Ehe zum Sakrament macht.

Doch „Una caro“ selbst räumt ein, dass die monogame und unauflösliche Ehe in der Welt alles andere als erfolgreich ist und weiterhin alten wie neuen Herausforderungen ausgesetzt ist.

Von diesen Herausforderungen nennt „Una caro“ zwei: Polygamie, die insbesondere in Subsahara-Afrika immer noch weit verbreitet ist, und Polyamorie, verstanden als eine „öffentliche Form nicht-monogamer Partnerschaft“, die vor allem im Westen zunimmt.

Die Situation in Afrika ist für die katholische Kirche besonders dringlich, da Afrika der einzige Kontinent ist, auf dem sich das Christentum derzeit ausbreitet und mittlerweile 20 Prozent aller getauften Katholiken weltweit ausmacht. Gleichzeitig verhindert die Polygamie jedoch viele weitere Taufen.

In Afrika hat die katholische Kirche mehrfach und auf unterschiedliche Weise versucht, dieses Problem anzugehen und arbeitet seit einigen Jahren an einem gemeinsamen Ansatz. Das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar beauftragte zwölf Experten mit der Ausarbeitung eines einheitlichen Dokuments zu diesem Thema. Der Entwurf – zuvor vom Dikasterium für die Glaubenslehre geprüft und genehmigt – wurde vom 30. Juli bis 4. August 2025 in eiern Plenarsitzung in Kigali Ruanda diskutiert.

Der Entwurf wurde der nichtöffentlichen Sitzung von Schwester Ester Lucas, einer mosambikanischen Theologin, vorgestellt. Der Text wird derzeit weiterentwickelt, bevor er den nationalen Bischofskonferenzen vorgelegt wird. Kritik gibt es jedoch bereits an der vereinzelt praktizierten Praxis, Polygamisten den Status „ständiger Katechumenen“ zu verleihen, also Taufkandidaten, die erst nach Aufgabe der Polygamie getauft werden können – was in der Praxis fast nie der Fall ist.

Stattdessen ist beabsichtigt, die Seelsorge und Unterstützung von Polygamisten zu stärken, die größtenteils weiterhin polygam leben werden, da die Ehepartner die eingegangenen Bindungen nicht lösen können. Dennoch sollen sie ein tieferes Verständnis der christlichen Ehe erlangen können, die eng mit dem Geheimnis Christi und der Kirche verbunden ist. Es versteht sich, dass die erste Ehefrau und die Kinder getauft werden können, sofern sie die Voraussetzungen für den Empfang der Sakramente erfüllen. Der polygame Ehemann und die anderen Frauen sollen ermutigt werden, ihren Glauben in Buße und in der Hoffnung auf die vollständige Integration in die Gemeinschaft Jesu zu leben.

Es muss unmissverständlich klargestellt werden, dass Polygamie kein legaler Zustand ist, auch nicht in Gesellschaften, in denen sie legalisiert ist. Denn in 31 afrikanischen Ländern ist sie rechtlich anerkannt.

Montag, 9. März 2026

Der Hl. Paulus in Dantes Göttlicher Komödie

Giovanni Fighera befaßt sich in einem Beitrag für La Nuova Bussola Quotidiana mit der Rolle, die der Völkerapostel Paulus in Dantes Göttlicher Komödie spielt. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER HEILIGE PAULUS IN DANTES PARADIES - EINE UNSICHTBARE GEGENWART"

Der Autor der Göttlichen Komödie stellt den Heidenapostel nicht dar, doch seine Gestalt bildet die theologische Grundlage des dritten Gesangs und tritt in den darin behandelten Themen hervor: Glaube, Nächstenliebe, Gnade, menschliche Freiheit und die Auferstehung des Leibes.

In Dantes Paradies gibt es eine Gestalt, die nie erscheint, nie spricht, sich nie zeigt, und doch ist sie allgegenwärtig. Es ist der heilige Paulus, der Heidenapostel, der Bekehrte auf dem Weg nach Damaskus, einer der Säulen des frühen Christentums neben dem heiligen Petrus. Dante stellt ihn nicht so dar wie den heiligen Petrus, den heiligen Jakobus oder den heiligen Johannes, vor denen er Prüfungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe durchläuft. Er widmet ihm keinen Gesang wie dem heiligen Franziskus oder dem heiligen Dominikus, noch überträgt er ihm eine Predigt wie dem heiligen Thomas von Aquin oder dem heiligen Bonaventura.

Und doch gäbe es Dantes Paradies ohne Paulus nicht. Seine Gestalt ist der Schlüssel, der die Reise legitimiert, die theologische Grundlage des Lobgesangs, der Präzedenzfall, der es Dante erlaubt, das zu wagen, was kein Dichter zuvor versucht hatte: den Aufstieg des Menschen zu Gott zu erzählen.

Paulus als theologischer Hintergrund 

Im gesamten dritten Gesang schwingt die Stimme des Paulus in den großen Themen mit, die Dante behandelt: Glaube, Nächstenliebe, Gnade, menschliche Freiheit und die Auferstehung des Leibes. Jedes Mal, wenn Dante eines dieser Themen berührt, tritt die paulinische Theologie wie ein Generalbass hervor.

Die Nächstenliebe als Gipfel der kosmischen Ordnung

Im Sonnenhimmel, wo die Weisen tanzen, wird die Harmonie des Universums mit Kategorien beschrieben, die an die paulinische Lehre der Nächstenliebe als höchstes Band anknüpfen. Dante bezieht sich auf den heiligen Paulus und zeigt, dass Nächstenliebe kein Gefühl ist, sondern göttliche Liebe, die jede andere Liebe ordnet und zur Vereinigung mit Gott führt. In seinem Gespräch mit dem heiligen Johannes wird Paulus’ „Agape“ zu Poesie.

Das Gute, das diesen Gerichtshof erfreut,
Alpha und O steht für die Menge an Schreibarbeit.
Liebe empfinde ich entweder als schwach oder stark.

Die Kirche als lebendiger Leib

Im Himmel des Mars, wo kämpferische Geister leuchten, erinnert das Bild der Kirche als eines aus vielen Gliedern bestehenden Leibes unmittelbar an den Ersten Brief an die Korinther:

Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, einen Leib bilden, so ist es auch mit Christus. Denn wir alle wurden durch einen Geist zu einem Leib getauft, Juden wie Griechen, Sklaven wie Freie, und sind alle mit dem einen Geist getränkt worden.

Jedes Mitglied ist notwendig, keines ist autark: Das ist die christliche Gemeinschaft, vereint und einander unterstützend.

Leo XIV: Gleichgewicht der Kräfte

A. Gagliarducci  kommentiert bei Monday at the Vatican die bevorstehenden Neuernennungen für diverse Dicasterien. Hier geht´s zhum Original:  klicken

            "LEO XIV : GLEICHGEWICHT DER KRÄFTE" 

Alle warten darauf, daß Leo XIV die Römische Kurie neu formiert. 5 Leiter von Dicasterien sind über 75 - Ende des JAhres werden es 6 sein. Vtatican-Beobachter behalten auch Erzbischof Edgar Pena -Parra im Auge- den Substituten~"Stabschef des Papstes."- dessen Amtszeit umstritten ist und der- Gerüchten zufolge- kurz vor dem Ausscheiden steht und zum Nuntius in Italien ernannt werden soll. 

Große Veränderungen stehen bevor; die einzige Frage ist also: „Wann?“ Die Antwort darauf ist vor allem eine Frage des richtigen Zeitpunkts.

Allerdings hat sich im Verborgenen – man könnte fast sagen: unter dem Radar vieles ereignet, darunter einige wirklich wichtige Ernennungen, die zeigen, wie Leo XIV. daran arbeitet, die Machtverhältnisse im Vatikan neu ausrichtet.

Ein weiteres Beispiel für diese weniger sichtbaren Ernennungen ist die kürzliche Wahl von Anton Kappler zum Zweiten Kammeradjutanten (dem persönlichen Kammerdiener des Papstes). Auch wenn es auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen mag, dürfte dieser Schritt weitreichende Folgen haben.

 Kappler hat 25 Jahre lang in der Schweizergarde gedient, zuletzt im Rang eines Leutnants, und spricht fließend Italienisch, Französisch und Deutsch. Er ist relativ jung und gilt allgemein als verlässliche Persönlichkeit. Vermutlich hatte er nach seinem Vierteljahrhundert Dienst in der Garde seine Rückkehr in die Schweiz vorbereitet.

Der Kontext für Kapplers neue Rolle wird deutlicher, wenn man die Entscheidung des Papstes betrachtet, ihn an die Seite von Piergiorgio Zanetti, dem engen Berater von Papst Franziskus, zu stellen.

Die Anwesenheit eines ehemaligen Schweizergardisten im päpstlichen Gefolge ist von großer Bedeutung. Sie signalisiert auch eine Neuausrichtung der Machtverhältnisse innerhalb des Vatikans. Zanetti kam von der Gendarmerie – der vatikanischen Polizei – in den Palast, einer Organisation, die während der Amtszeit von Papst Franziskus erheblichen Einfluss erlangte.

Die Schweizergarde hat die Aufgabe, den Papst zu schützen und den Apostolischen Palast zu bewachen. Während der Jahre von Papst Franziskus schien die Distanz zwischen dem päpstlichen Gefolge und der Schweizergarde jedoch zunehmend größer zu werden, nicht zuletzt aufgrund der Abneigung des verstorbenen Papstes gegen institutionelle Strukturen und Institutionen. 

Sonntag, 8. März 2026

Pastoralbesuch

Silvia Kritzenberger berichtet bei vaticannews über den Pastoralbesuch, den Papst Leo XIV heute der römischen Gemeinde "Santa Maria della Presentazione" gemacht hat.
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"PAPST LEO UNTERWEGS IN SEINEM BISTUM.  QUELLE DES LEBENS UND DER HOFFNUNG SEIN"

Ein Schlaglicht werfen auf die soziale Not in der Ewigen Stadt: Darum geht es Leo XIV. in dieser Fastenzeit. Auf den Spuren seiner Vorgänger besucht der Papst seit dem 22. Februar jeden Sonntag eine Pfarrei des Bistums Rom und zeigt auch in Vierteln, die oft nur durch negative Schlagzeilen auffallen, dass die Kirche für alle ein Ort der Fürsorge und der Hoffnung ist.

Auch die vierte Etappe der Pastoralbesuche des Bischofs von Rom galt einem Peripherieviertel, das als sozial schwierig gilt. Nachdem Papst Leo bereits den Süden, das Zentrum und den Osten der Ewigen Stadt besucht hat, ging es am dritten Fastensonntag in den Nordwesten Roms. In der Pfarrei „Santa Maria della Presentazione“ im Stadtteil Torrevecchia hat der Pontifex Kinder, Jugendliche, Familien, alte und kranke Menschen getroffen und mit den Gemeindemitgliedern eine heilige Messe gefeiert.

Das Viertel gehört zu einem sozial herausfordernden Randgebiet der Stadt – aber auch mit einer Pfarrei, in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen. Wie in anderen römischen Peripherien ist das Stadtbild auch hier geprägt von einer Mischung aus Sozialwohnungen und freifinanzierten Wohnhäusern.

Zeichen der Nähe setzen

Papst Johannes Paul II. war 1982 hier – und nun wollte auch Papst Leo mit seinem Besuch ein Zeichen der Nähe zu einem oft übersehenen Stadtteil setzen.


Angelus

Mario Galgano veröffentlicht bei vaticannews Papst Leos die Asprache an die Gläubigen auf dem Petersplatz beim heutigen Angelus. Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST BEIM ANGELUSGEBET: "NICHT DIE ZEIT FÜR "TEMPELSTREITIGKEITEN" 

In seiner Ansprache zum Angelus-Gebet an diesem Sonntag hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die Fastenzeit als „Geschenk der Befreiung“ für das eigene Herz zu nutzen. Vor rund 15.000 Gläubigen auf dem Petersplatz legte er das Evangelium von der Begegnung Jesu mit der Frau aus Samarien aus und mahnte eine Kirche an, die den Menschen mit ungeteilter Aufmerksamkeit begegnet.

Das Kirchenoberhaupt betonte, daß die großen Evangelien der kommenden Sonntage – die Samariterin, die Heilung des Blindgeborenen und die Auferweckung des Lazarus – dazu dienen sollen, den Glauben „authentischer und freudiger“ zu leben. Jesus sei die Antwort auf den Durst der Menschheit nach Wahrheit und Gerechtigkeit.

Den „begrabenen Gott“ freilegen

In diesem Zusammenhang zitierte der Papst die junge jüdische Schriftstellerin Etty Hillesum, die während der Shoah in ihrem Tagebuch notierte, daß die geistliche Quelle im Menschen oft mit „Steinen und Sand bedeckt“ sei. „Dann ist Gott begraben. In diesem Fall muss man ihn wieder ausgraben“, wiederholte der Pontifex Hillesums Worte. Die Fastenzeit sei die Gelegenheit, die Energie für diese „Befreiung unserer Herzen“ einzusetzen.

Kritik an Ablenkung und Enge

Mit Blick auf die biblische Szene, in der die Jünger sich wundern, dass Jesus mit einer Frau spreche, übte der Papst indirekt Kritik an zeitgenössischen Verkrustungen in der Kirche. Jesus habe die samaritanische Frau „ohne Hintergedanken und ohne Geringschätzung“ ernst genommen, obwohl die damaligen Gepflogenheiten dies untersagten.

„Wie viele Menschen suchen in der Kirche genau dieses Feingefühl, diese Offenheit!“, rief das Kirchenoberhaupt den Gläubigen zu. Es sei ein Zeichen wahrer christlicher Existenz, „die Zeit zu vergessen“, um dem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Gott wirkt dort, wo wir nichts sehen

Papst Leo XIV. forderte die Kirche auf, die „Überraschungen Gottes“ zu erkennen. Oft wirke die Gnade bereits dort, wo menschliche Augen noch keine Früchte sehen könnten. „Die Ernte ist groß: Vielleicht gibt es nur wenige Arbeiter, weil sie durch andere Tätigkeiten abgelenkt sind“, so der Papst. Er lobte das Beispiel der samaritanischen Frau, die zur ersten Verkünderin des Evangeliums wurde und viele Menschen aus ihrem Dorf – einem Ort der „Verachteten und Ausgestoßenen“ – zu Jesus führte.

Absage an „Tempelstreitigkeiten“

Zum Abschluss seiner Ansprache erteilte der Pontifex ideologischen Grabenkämpfen eine Absage. Es sei nicht die Zeit für „Tempelstreitigkeiten“ zwischen einem „Uns“ und den „Anderen“. Gott suche vielmehr „Männer und Frauen des Friedens“, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeteten. Er schloss mit der Bitte an die Jungfrau Maria, der Menschheit in ihrem Durst nach Gerechtigkeit beizustehen."

Quelle: M. Galgano, vaticannews

In illo tempore

Fr. John Zuhlsdorf setzt auch heute- anläßlich des 3. Sonntags der Fastenzeit- bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. 
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"IN ILLO TEMPORE - DRITTER SONNTAG DER FASTENZEIT"

Die römische Station am dritten Fastensonntag ist die Basilika San Lorenzo fuori le Mura. Diese Station dient oft als Hebel, um das Messformular zu erschließen. Wenn wir auf Ort, Struktur, Erinnerung und Ritus achten, offenbart das mitunter komplexe Evangelium nach Lukas 11 seinen Reichtum. Die Kirche hat diese Texte in ihrer Weisheit nicht willkürlich zusammengestellt. Sie hat sie an einem Ort platziert, der uns anspricht. 

Die Basilika San Lorenzo gehört zu jener ehrwürdigen Gruppe, die einst als Patriarchalbasiliken bezeichnet wurde und heute als päpstliche Basiliken bekannt ist. In Rom gibt es fünf päpstliche Basiliken, vier Patriarchalbasiliken und eine Basilika, die den alten Patriarchaten entsprechen: St. Johannes im Lateran für Rom und den Papst, St. Peter für Konstantinopel, St. Paul vor den Mauern für Alexandria, Santa Maria Maggiore für Antiochia und San Lorenzo vor den Mauern für Jerusalem, das chronologisch letzte der Patriarchate. Diese Anordnung war ein römisches Lehrstück in Ekklesiologie. Die bedeutendsten Bistümer der Christenheit waren in Rom selbst vertreten. Ihre Würde wurde anerkannt, ihr Andenken bewahrt und der universelle Primat des römischen Stuhls stillschweigend unterstrichen. So führt uns die Station, noch bevor wir im Geiste in die Kirche eintreten, in den Bereich der Katholizität, des Martyriums, der Autorität und der Erinnerung.

Diese Erinnerung wird durch den Heiligen dieses Ortes noch verstärkt. Wir stehen, zumindest im Geiste, nahe der Grabstätte des großen Diakons Laurentius, des Märtyrers, dessen Zeugnis im Tod die Lebenden noch immer belehrt. Die Katechumenen der Antike kannten diesen Ort gut. Sie zogen von Stationskirche zu Stationskirche, und die Stadt selbst unterwies sie im Glauben. Wir waren bereits am ersten Sonntag vor der Fastenzeit, Septuagesima, hier. In San Lorenzo vor den Mauern wurden die Taufbewerber geprüft, untersucht und exorzistisch belehrt. Die Kirche ging mit mütterlicher Offenheit davon aus, dass der Eintritt in den mystischen Leib Christi einen wirklichen Bruch mit dem „alten Menschen“ bedeutete. Der Katechumene musste Satan, seinen Prunk und seine Werke verleugnen und sich dann auf ein neues Leben vorbereiten. Die alten Riten beschreiben dies unmissverständlich. Es gibt ein Reich der Finsternis. Es gibt den Übergang in das Reich des geliebten Sohnes. Es gibt den Kampf.

Dieser Gedanke deckt sich mit der Erkenntnis von Pius Parsch, der in „ Das Kirchenjahr der Gnade“ bemerkte , dass die erste Phase der Fastenzeit die Abwehr der Angriffe des Fürsten dieser Welt durch Abtötung betont, während wir mit diesem Sonntag bereits einen Übergang von der Verteidigung zum Angriff beginnen. Diesen Wandel hört man im Evangelium. Christus widersteht dem Feind nicht nur, er vertreibt ihn. Er entlarvt seine Strategien. Er lehrt uns, wie wir seine Rückkehr verhindern können. Die Kirche, die ihre Kinder zur Wachsamkeit gerüstet hat, drängt sie nun zur Gegenoffensive der Gnade.

Lukas 11,14–28 lässt sich in drei zusammenhängende Momente gliedern: die Austreibung des Exorzismus und die Anklage, Christus handle im Auftrag Beelzebubs; die Aussage über die Wiederkunft des unreinen Geistes; und der Ausruf der Frau aus der Menge über den Leib, der ihn trug, und die Brüste, die ihn nährten. Auf den ersten Blick wirkt das dritte Element wie ein nachträglicher Zusatz. Doch in dieser Stationskirche erscheint selbst diese Gegenüberstellung verständlich. Die ursprüngliche konstantinische Basilika erwies sich als zu klein, und Pelagius II. fügte eine große Halle hinzu, die der Jungfrau Maria geweiht war. Der marianische Charakter des Komplexes wurde so ausgeprägt, dass Leo IV. die Station Mariä Himmelfahrt dorthin verlegte. Daher ist eine marianische Anmerkung in einem Evangelium, das sich ansonsten um Exorzismus und geistlichen Kampf dreht, weniger überraschend, als es zunächst scheint. Die römische Liturgie denkt mit der Architektur. Das Gebäude selbst wird zur Auslegung des Textes.

Das Bild lässt sich auf verschiedenen Ebenen deuten. Das „Haus“ kann die individuelle Seele symbolisieren, die angegriffene sichtbare Kirche oder gar den durch die Sünde der Vergänglichkeit unterworfenen Kosmos. In all diesen Deutungen ist Christus der Stärkere. Er kommt, um zurückzuerobern, was unrechtmäßig in Besitz genommen wurde. Der Teufel ist mächtig, listig, unermüdlich und von engelhafter Natur. Dieses Evangelium hat eine notwendige Härte, weil es uns daran erinnert, dass die übernatürliche Ordnung real ist. Versuchung ist real. Dämonische Unterdrückung ist real. Christi Sieg ist real. Auch unsere Mitwirkung an diesem Sieg ist real. Die alten Katechismusprüfungen in St. Laurentius erinnern uns daran, dass die Kirche einst annahm, Christen müssten dies unmissverständlich hören.

Samstag, 7. März 2026

Papst Leo über die Militärseelsorge

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die heutige Audienz des Italienischen Militärordinariats bei Papst Leo. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST: "DIENST AM NÄCHSTEN IST EIN AKT DER LIEBE"

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des italienischen Militärordinariats hat Papst Leo XIV. an diesem Samstag eine Delegation von Bischöfen, Militärseelsorgern, Politikern und weiteren beim Ordinariat eingebundenen Akteuren empfangen. In seiner Ansprache betonte der Pontifex, dass der Dienst in den Streitkräften weit über eine bloße Profession hinausgehe – er sei eine „Antwort auf einen Ruf der Gewissheit“ im Dienst am Gemeinwohl und am Frieden.   

            

Das Kirchenoberhaupt nutzte das Jubiläum für eine grundlegende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung in der modernen Informationsgesellschaft. Er warnte davor, dass unsere Epoche zwar Informationen in außerordentlichem Maße übertragen könne, aber die Fähigkeit verliere, diese zu verinnerlichen.

Erinnern ist keine Nostalgie

„Die Erinnerung wird oft ‚extern ausgelagert‘ und verfügbar gemacht, aber nicht immer zu eigen gemacht und aktiviert“, kritisierte der Papst. Für die Kirche hingegen sei das Gedächtnis „lebendiges Bewusstsein“ und kein bloßes Datenarchiv. „Es ist keine Nostalgie, sondern eine Wurzel, die Prophetie hervorbringt.“

Das Kirchenoberhaupt nutzte das Jubiläum für eine grundlegende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung in der modernen Informationsgesellschaft. Er warnte davor, dass unsere Epoche zwar Informationen in außerordentlichem Maße übertragen könne, aber die Fähigkeit verliere, diese zu verinnerlichen.

Der Kaplan als "Hirte im Schweigen“

Besondere Worte richtete der Papst an die Militärkaplane. Unter Berufung auf den Heiligen Augustinus beschrieb er ihr Amt als amoris officium – einen Dienst der Liebe. Der Einsatz des Kaplans finde oft im Stillen statt, „in Kasernen und Feldzelten, in Kapellen und Einsatzgebieten“.

In einer durch Mobilität und kulturelle Vielfalt geprägten Welt sei der Militärseelsorger zudem ein „Werkzeug der Einheit“ und des Dialogs zwischen den Völkern. Der Papst ermutigte die Kaplane, insbesondere in den Ausbildungsstätten und Akademien präsent zu sein, wo „Gewissen geformt werden“.

Freitag, 6. März 2026

Fastenpredigt für Papst & Kurie

Maria Galgano berichtet für vaticannews über die erste Fastenmeditation von Pater Roberto Pasolini für Papst Leo und die römische Kurie, Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"VATIKAN: PAPST PREDIGER FORDERT "SPIRITUELLE ABRÜSTUNG"

beginnt der Bericht so.  ZITAT

"Der Prediger des Päpstlichen Hauses, Pater Roberto Pasolini, hat an diesem Freitagmorgen die erste Fastenmeditation vor Papst Leo XIV. und der römischen Kurie gehalten. In der vatikanischen Audienzhalle mahnte der Kapuzinerpater, dass der Weg zum Frieden nicht nur politisch, sondern auch christlich gegangen werden muss - und zwar über die radikale Tugend der Demut." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Donnerstag, 5. März 2026

Papst-Audienz für den Österreichischen Bundespräsidenten

Gudrun Sailer berichtet bei vaticannews über den heutigen Besuch des Österreichischen Bundepräsidenten Van der Bellen bei Papst Leo XIV.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"ÖSTERREICHS BUNDESPRÄSIDENT ZÄHLT AUF DIE FRIEDENSSTIMME VON PAPST LEO"

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat an diesem Donnerstag Papst Leo XIV. im Vatikan getroffen. Nach der Begegnung formulierte er vor Medienschaffenden hohe Erwartungen an die Rolle des US-amerikanischen Papstes als Stimme für Frieden und Dialog.

            

Van der Bellen traf nach der Privataudienz mit Leo zu weiteren Gesprächen de  n vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten und internationalen Organisationen.

Seine Erwartungen an Papst Leo verband der Bundespräsident besonders mit der globalen Friedensrolle der Kirche und ihrem Verständnis von Multilateralismus, also von Verständigung mit vielen Partnern. „Ich glaube, er teilt diese Überzeugung: Frieden ist selten durch Gewalt erreichbar, sondern auf der Verhandlung und des Eingehens aufeinander, sich bemühen zu verstehen, worum geht es dem anderen, dem, den man als erstes als Gegner sieht“, sagte Van der Bellen. Ziel müsse ein „vernünftiger, guter Kompromiss“ sein.

Ein Kirchenoberhaupt habe „keine Macht im weltlichen Sinn, sondern nur im übertragenen Sinn durch das, was er sagt und schreibt“. Gerade deshalb könne der Papst viel bewirken. „Da bin ich, gerade weil ich vielleicht selbst kein Katholik bin, sehr überzeugt davon, dass er diese Botschaft so gut er eben kann an die künftigen Generationen weitergeben wird.“ Van der Bellen ist evangelisch getauft, später ausgetreten und 2019 neuerlich in die evangelische Kirche eingetreten

                                               "Extrem wichtige Rolle des Papstes"

Seine frühere Erfahrung als Seelsorger komme Leo in seinem Friedensamt zugute: „Er ist ja kein Bürokrat, sondern er hat diese Erfahrungen schon gemacht. Und das wird ihm, hoffe ich, auch helfen, in diesem Amt, das – finde ich - sehr schwer auszufüllen ist, Erfolg zu haben.“ Van der Bellen sprach von einer „extrem wichtigen Rolle des Papstes, des Oberhaupts der katholischen Kirche, aber nicht nur das, dieses Sprachrohrs der christlichen Botschaft“ und ergänzte, aus seiner Sicht sei „hier letztes Jahr eine sehr, sehr gute Wahl getroffen“ worden. Der Bundespräsident war in den vergangenen Jahren zweimal mit Leos Vorgänger Franziskus im Vatikan zusammengetroffen.

Im Gespräch mit den vatikanischen Diplomaten im Staatssekretariat ging es laut Van der Bellen vor allem um aktuelle Konflikte. Thema waren der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die Lage im Nahen Osten nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran. Darüber hinaus seien im Staatssekretariat  gesellschaftliche Entwicklungen in Europa zur Sprache gekommen. Auch Österreich selbst war Thema, beispielsweise die niedrige Geburtenrate, Religionsfreiheit und die multikulturelle Gesellschaft, sagte Kultusministerin Claudia Bauer (ÖVP), die der Delegation angehörte, gegenüber Vatican News. Kein Thema gewesen sei das jüngst beschlossene Kinderkopftuchverbot in Österreich.