Donnerstag, 7. Juli 2022

Christina Riccardi hat eine Frage an den Pontifex

Christina Siccardi stellt Papst Franziskus bei Corrispondenza Romana - nach der Veröffentlichung von "Desiderio Desideravi" eine Frage zur Krisen der Liturgie. 
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HEILIGKEIT, WAS SIND DIE URSACHEN FÜR DIE KRISE DER LITURGIE?" 

Keine Position beziehen die Sacri Palazzi zu den Schändungen und Gotteslästerungen, die in der Gesellschaft immer wieder begangen werden, etwa während der Gay Pride oder in der zeitgenössischen "Kunst", die hemmungslos Gräueltaten gegen die katholische Religion hervorbringt. Die Verachtung des Glaubens wird jetzt jedoch auch in den Kirchen verübt, als ob nichts richtig wäre, mit Zustimmung der Pfarrer, als ob sie von der antiliturgischen Welle geblendet wären. Da sind dann geweihte Hostien, die ohne gebührende Heiligkeit und Aufmerksamkeit gespendet und genommen werden; Lieder, die  von der christlichen Frömmigkeit sehr weit entfernt sind; Handlungen gegen die göttliche Barmherzigkeit, schlecht gekleidete und unordentliche Bräute, Hochzeiten oder Begräbnisse ohne sich bewußt zu machen, daß man nicht ins Stadion oder zu einem rock-Konzert geht, sondern in die Kirche; Hunde die die Ringe der Brautleute zum Altar bringen, mit vielen videos die auf youtube viral gehen... jetzt gibt es keine Beschränkungen für Blasphemien mehr und für Lächerliches und Zirkusmätzchen aus den Guinessbuch der Weltrekorde.

Trotz dieser heftigen und beeindruckenden Vorkommnisse, die die Kirche beschädigen und verspotten, zeigt Papst Franziskus, anstatt mit den Mitteln einer zweitausendjährigen Tradition Klarheit und etwas Ordnung zu schaffen, immer noch mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die der heiligen apostolischen Messe gemäß dem alten römischen Ritus treu sind. Er tat dies am Tag der Heiligen Petrus und Paulus am vergangenen 29. Juni mit dem Apostolischen Schreiben Desiderio desideravi »über die liturgische Ausbildung des Gottesvolkes«, das an die Bischöfe, Priester, Diakone, geweihten Personen und Gläubigen gerichtet ist.

Der Papst beginnt seine Schrift mit diesen Worten: "Liebe Brüder und Schwestern, mit diesem Schreiben möchte ich alle erreichen – nachdem ich bereits nach der Veröffentlichung des Motu Proprio Traditionis custodes an die Bischöfe geschrieben habe, um mit euch einige Überlegungen über die Liturgie, die eine grundlegende Dimension für das Leben der Kirche ist, zu teilen.Das Thema ist sehr breit gefächert und verdient in jeder Hinsicht eine sorgfältige Betrachtung: mit diesem Schreiben beabsichtige ich jedoch nicht, das Thema erschöpfend zu behandeln. Ich möchte nur einige Denkanstöße geben, um über die Schönheit und Wahrheit des christlichen Feierns nachzudenken."

Florida: eIne etwas andere Geschichtslektion. Fortsetzung

Fortsetzung von hier und hier

                DIE RÜCKKEHR FLORIDAS ZUR KATHOLISCHEN KRONE 

Aber die Spanier gaben Florida nicht auf. Während der amerikanische  Revolution stellte sich die britische Kolonie Florida (diese vergessene und ausradierte 14. britische Kolonie) im Krieg sich auf die Seite der Loyalisten. Als solcher arbeitete George Washington mit dem spanischen General Bernardo de Gàlvez, der den Kampf gegen die Loyalisten im Süden anführte. Wir hören oft von anderen Schlachten, aber nie von dieser. Gálvez seigte überzeugend gegen die Briten und erreichte die "Reconquista".  Ergebnis war, daß die amerikanischen Gründerväter die Kontrolle über Florida an Spanien zurückgaben. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, daß ohne diese Allianz mit Spanien der amerikanische Unabhängigkeitskrieg hätte in einer katastrophalen Niederlage enden können.

Aber kurz danach sollte Napoleon in Spanien einmarschieren, was dazu führte, daß die Spanier einen Krieg für ihre eigene Unabhängigkeit kämpfen mußten. Dieses Macht-Vakuum führte zu den Revolutionen im spanischen Amerika. Das sollte in den neu geformten Vereinigten Staaten nicht unbemerkt vorüber gehen, die die Grenzen Floridas nicht respektieren und Siedler schicken würden. Die Amerikaner sollten oft Suchtrupps schicken, die entlaufene Sklaven fangen sollten, die nach den Spanischen Gesetzen in Freiheit lebten. Zur selben Zeit, kämpfte der Stamm der Seminolen hart gegen die Siedler. Florida wurde schnell zum "Wilden Westen" noch vor dem Wilden Westen. Eine Grenz-Gesellschaft wo jeder Teil einer Zivilisation und Völker sich durchgesetzt hat. Das Amerikanische Militär hat oft Eindringlinge nach Florida geschickt. 1821 hatte ein geschlagenes und verwundetes Spanien keine andere Meinung, als die Länder zu verkaufen, weil die Amerikaner klar entschlossen waren, Florida zu besitzen, mit oder ohne Mitwirkung Spaniens. Von 1513 bis 1821 bestand die Spanische Präsenz in Florida nahezu 300 Jahre. Aber als der Liberalismus und revolutionäre Nationen überall die Macht übernahmen, sollte das auch in Florida passieren. "

Quelle: A. Alvarado, OnePeterFive

  


 

 


Mittwoch, 6. Juli 2022

 Der Apostel Matthäus,  Duccio Buoninsegna,  1311

Heute vor 487 Jahren...

am 6. Juli 1535 gewann der Hl. Thomas Morus, Kanzler von England, auf dem Tower Hill die Krone des Martyriums. Er sagte zum Henker: "Du tust mir heute ein größeres Gut verschaffen, als je ein anderer Sterbliche könnte"

Fundstück

Kathnet veröffentlicht einen wie üblich sehr lesenswerten und wunderbar ironischen Kommentar von Norbert Otterbeck über den Bischof von Limburg Bätzing und einen Artikel über einen Tag im Leben des auskunftsfreudigen Prälaten. 
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"MANEGE FREI"- GEORG BÄTZING IM ZIRKUSZELT"

Ein Tag im Leben des bedeutenden Staatsphilosophen - Ein Kommentar von Franz Norbert Otterbeck

beginnt der Kommentar so-  ZITAT

"Und kommt die Saure-Gurken-Zeit, die Journaille leuchtet weit und breit: Neun Minuten Lesedauer! Soviel Zeit will der hübsche und warmherzige Chr. P. Hartmann bei krawall.de von den Hardcore-Fans (etwa 30?) seines Online-Magazins in der Ferienzeit haben, um ihnen einen Tag im Leben des Bischofs Bätzing vorzustellen. Ein kühnes Unterfangen. Es geht um Hachenburg im Westerwald, eine Visitation, oder besser: eine "Heim"-suchung. Denn das ist es ein Heimspiel für den Vollsympathen, der in Limburg nur auswärtig ist. In dieser Gegend kennt er sich aus, hier spricht er "platt", von hier stammt seine Mentalität, die einen der bedeutendsten deutschen Staatsphilosophen seit Hegel geformt hat. Aus Berlin brandet immer wieder Beifall für Bätzing auf, von Scholz bis Steinmeier." (...)

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über seine Erinnerungen an seine Zeit als anglikanischer Priester der Diözese Chichester, Partnerkirche der Diözese von Chartres.
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                                                          "CHARTRES" 

Hier der Text einer alter Geschichte aus meinen Tagen als Anglikaner 2009. 

Wenn ich alle diese schönen Bilder von der traditionalistischen Wallfahrt nach Chartres auf einem andern blog sehe (schön, außer daß da auf einem die Tricolore zu sein scheint) bringt mich das in meinen Gedanken eines 28-Jährigen in die Diözese von Chichester zurück. Wir waren die Partnerkriche von Chartres, und von Zeit zu Zeit erreichten uns beunruhigende Gerüchte. Einmal als ich nach der Chrisam-Messe des [verstorbenen] Bischofs Eric [Kemps] in der Schlange stand, um meine Vorräte aufzufüllen, bemerkte der Priester der hinter mir stand: "Wissen Sie, daß sie in der Diözese von Chartres nur ein Öl haben und es für alle drei Zwecke benutzen?". Oh je. 

Sie haben Bischof Eric zum Kanoniker von Chartres gemacht, was ihn sehr gefreut hat. Und es war schön, ihn als "Monsieur le chanoine" anzusprechen. Aber es gab eine kleiner Lücke in seiner Kanonisierung. Sie schienen nicht die richtige lateinische Formel zu haben, um Kanoniker zu ernennen- oder konnten sie nicht finden. Und Eric wollte gern etwas Gerahmtes haben, um es an die Wand zu hängen. Auf Wunsch des [verstorbenen, großartigen] Paters Roger Greenacre, seines kanonischen Theologen, verfasste ich eine angemessene Formulierung mit Worten, die ordnungsgemäß kalligraphiert, versiegelt und gerahmt wurden. Ich stellte sicher, daß die einfache Implikation des Wortlauts war, daß dies eine Transaktion zwischen zwei katholischen Bischöfen war.
So bekamen wir auf der Titelseite unseres Diözesanmagazins ein schönes Bild von Eric, bekleidet mit dem goldenen Tuch, das die Kaiserin Eugenie Chartres geschenkt hatte.

Gerüchten zufolge wurde es nur für anglikanische Kanoniker herausgegeben."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Florida: eine etwas andere Geschichtslektion

Adrian Alvarado gibt bei  OnePeterFive seinen Lesern ein bißchen Nachhilfe in us-amerikanischer Geschichte und stellt die von den protestantischen Gründervätern später verleugnete katholische Gründung der ersten europäischen Siedlungen in Florida heraus.
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"DIE VERGESSENE KATHOLISCHE GRÜNDUNG AMERIKAS" 

                                                      GRÜNDUNGSMYTHOS

Florida ist ein häufig verleumdeter und mißverstandener Ort. Eine Gegend, die von ihren Anfängen bis heute geheimnisumwittert ist. Es ist rätselhaft, der subtropische Schoß aus dem die erste eruopäisch-amerikanische Zivilisation geboren wurde. Eine vergessene katholische und hispanische Gesellschaft, ausgelöscht von denen, die später kamen. In vielerlei Hinsicht ist die Geschichte Floridas ein Mikrokosmos der Amerikanischen Geschichte. 

Jede Zivilisation hat ihren Mythos, Ein Mythos, der in diesem Fall tief mit dem Gründungsmythos verbunden ist. Jede Zivilisation hatte einen Gründungsmythos, Rom hatte Romulus und Remus, die Griechen Alexander den Großen. Ein Nationalmythos, ob wahr oder nicht, ist das, was hilft Zivilisationen zu leiten. Sie sind sehr wichtig für alle Völker , sie informieren darüber, was einer Zivilisation wichtig ist, was geschätzt und wert gehalten wird. Der Mythos schafft die Identität einer Zivilisation. Wenn ein Mythos angegriffen wird,  sieht man, daß die Zivilisation leidet. Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Gründungsmythen der Neuen Welt massiv in einer konzertierten Aktion  angegriffen werden, um die Neue Welt von der Alten Welt abzulösen. Ein großer Teil dieser Bemühungen richtet sich gegen das Katholische Spanien mit seiner "Schwarzen Legende" , mit der Bemühung, die Leute ihre Vorfahren hassen zu lassen. 

Für die Vereinigten Staaten wurde der Mythos auf den Gründungsmythen der Puritaner, Thanksgiving und George Washington mit dem Kirschbaum aufgebaut und die Tatsache, daß die Amerikanische Republik ihre Regierungsform auf die Alten Römer zurückführt. Natürlich stammt dieser Gründungsmythos aus den ursprünglich 13 Britischen Kolonien. Ähnlich wie die Römer expandierten die USA in den Rest des Kontinents , verleibte seiner Republik immer mehr unterschiedliche Kulturen ein, sei es durch Eroberung oder durch Einwanderung. Die erste dieser Eroberungen zu einem solchen Schicksal war Florida. 

                                         DAS VERGESSENE KATHOLISCHE FLORIDA  

In Florida haben wir eine unglaubliche Geschichte, Hier sehen wir eine Anfangszivilisation die im Katholischen Glauben begründet war, geformt von mutigen Forschern, eine Zivilisation, die fortwährend darum kämpft, bestehen zu bleiben und am Ende von den Geschichtsschreibern der liberalen protestantischen Sieger aus dem Gedächtnis verbannt, die die Geschichte geschrieben haben. Darin sehen wir den "clash of civilizations", Hier sehen wir einen verlorenen Gründungsmythos, Erst jetzt beginnen wir wirklich das zu verstehen und zu würdigen. Die Geschichte Floridas ist der Rest der unerzählten Geschichte von Christopher Columbus. Aber während Christopher Columbus Dank der Bemühungen der italienischen Amerikaner  Teil des Amerikanischen Mythos wurde, wurde der Rest es nicht. Der Rest der Geschichte ist entschieden katholisch und sehr hispanisch. 

Dienstag, 5. Juli 2022

Christliche Kunst

 Noli me tangere , Giotto Di Bondone. 1306

Die Päpstliche Akademie für das Leben probt den Aufstand gegen die Lehre...

Luisa Scrosati berichtet bei La Nuova Bussola Quotidiana über das erstaunliche (um nicht schockierend zu sagen) Ergebnis einer Tagung der Päpstlichen Akademie für das Leben zu Fragen von Empfängnisverhütung und Künstlicher Befruchtung. 
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"IM VATICAN BEGINNT DAS RENNEN UM EMPFÄNGNISVERHÜTUNG UND KÜNSTLICHE BEFRUCHTUNG"

Im Vatikan werden nach der von Amoris Laetitia eingeschlagenen Linie weiterhin Prozesse eröffnet. Der Band Theologische Ethik des Lebens. Schreiben, Tradition, praktische Herausforderungen, herausgegeben von der LEV und gerade veröffentlicht, sammelt die Früchte eines dreitägigen interdisziplinären Seminars, veranstaltet von der Päpstlichen Akademie für das Leben; ein Seminar, das nach Angaben seines Präsidenten, Mons. Vincenzo Paglia einzigartig (siehe hier) sein soll, weil es mit  unterschiedliche Meinungen zu kontroversen Themen, die viele Diskussionspunkte vorschlagen in Dialog treten wollte [...)
Das Ziel besteht also darin, dem Lehramt einen Dienst zu erweisen und einen Raum der Sprache zu eröffnen, der Forschung ermöglicht und fördert. So interpretieren wir die Rolle der Akademie." Offensichtlich alles in einem Klima der Parrhesia und, nach Paglia, "mit einem Verfahren, das den quaestiones disputatae ähnelt: eine These aufzustellen und offen zu sein für die Diskussion. Und die Debatte kann uns dazu bringen, neue Wege zu erkennen, um die theologische Bioethik voranzubringen."

Und tatsächlich macht die theologische Bioethik Fortschritte, aber sie scheint auf den Abgrund zuzusteuern. Tatsächlich taucht am 1. Juli eine erste Indiskretion auf (siehe hier), die eines der Ziele der Neuauflage der mittelalterlichen quaestiones disputatae enthüllen wollte: das viel gehasste „Verbot“ zu revidieren und die Empfängnisverhütung zu überprüfen. In dem Band, den zu lesen wir uns vorbehalten, weil er noch nicht zur Verfügung steht,  soll die Thesse unterstützt werden, daß es unter bestimmten Umständen unververantwortlich wäre sich zur Zeugung zu entschließen und man "durch eine weise Wahl" auf bestimmte Verhütungsmethoden zurückgreifen könnte, unter Ausschluss "solcher mit abtreibender Wirkung" 

Diese Meldung, die noch nicht geleugnet wurde, steht in klarem Gegensatz zu der Lehre von Humanae Vitae, wiedergegeben im Katechismus der Katholischen Kirche (§ 2370), die "jede Handlung als in sich schlecht definiert, die in der Ehe oder in Erwartung einer Ehe ist,   oder in ihrer Erfüllung oder in der Entwicklung ihrer natürlichen Folgen als Ziel oder Mittel vorgeschlagen wird, um die Fortpflanzung zu verhindern ". Empfängnisverhütung in all ihren Formen widerspricht objektiv den beiden inneren Bedeutungen des ehelichen Aktes, nämlich der Offenheit für das Leben und der persönlichen Selbsthingabe in ihrer Gesamtheit. Dieser "Fortschritt der theologischen Bioethik“ weist geradewegs auf die Relativierung der negativen Gebote des Sittengesetzes hin, genau wie es schon Amoris Laetitia getan hat: die Absolutheit negativer Gebote wird auf die Theorie beschränkt, um sie zu relativieren – und damit im konkreten Fall als absolut zu leugnen. 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über das Problem, wenn Bischofssitze aufgegeben und an andere christliche Konfessionsgemeinschaften übergeben werden, wie es jetzt mit einem sehr alten, traditionellen Bischofssitz passiert ist. 
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                                           "EBBSFLEET"

Traurige Neuigkeiten...der Sitz von Ebbsfleet wird den  'Complementarian Evangelicals' (ich denke, das sind die, die wir früher Konservative Evangelikale genannt haben) übergeben...mit anderen Worten - Anglikanern, die die Dogmen von Meister Calvin unterschrieben haben.

 Als "Bischöfliche Gäste in der Provinz" als Hirten für Anglikaner in der Provinz Canterbury erfunden wurden, die den Dienst von Frauen, die behaupteten, Priesterinnen oder Bischöfinnen zu sein, ablehnten, erhielten diese beiden "Fliegenden Bischöfe"  Ebbsfleet und Richborough als Sitz. Ich fand das wunderschön, denn beides sind Orte, die mit dem Beginn der englischen Missionierung unter dem Hl. Augustinus in Verbindung gebracht werden.

Mit anderen Worten, diese beiden Orte waren Ausdruck des authentischen römischen Christentums, schon bevor der Hl. Augustinus überhaupt Canterbury erreichte ... Ausdruck der Romanitas unseres englischen Katholizismus.

Schließlich bekam der Distrikt Ebbsfleet Bischof Andrew Burnham als seinen Brückenbauer. Er organisierte ihn nach römischer Linie neu und nannte ihn "den Apostolischen Distrikt Ebbsfleet".

Unter anderem hat er das Fest der Darstellung der Muttergottes am 21. November in den Rang eines FESTUMs erhoben.

Ich frage mich, ob wir uns darauf verlassen können, daß die Evangelikalen das Feiern dieses (sehr byzantinischen und ökumenischen) Festes in seinem erweiterten Status beibehalten. Und den Hl. Gregor als ihren Patron."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Fundstück

Rudolf Gehrig kommentiert in "Die Tagespost" die Reaktionen auf zwei für das Recht auf Leben wichtige Entscheidungen: die Abschaffung von § 219 in Deutschland und den Widerruf von "Roe vs. Wade" in den USA. Die sind leider kein Grund für Optimismus. 
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unter dem Titel:

       "DIE POLITIK WIRD UNS NICHT RETTEN"

beginnt der Artikel so - ZITAT

"Dass der Supreme Court in den USA „Roe vs. Wade“ gekippt hat, war zweifelsfrei ein Sieg für den Lebensschutz. Sich aber jetzt von den Mächtigen der Welt das Heil zu erwarten, ginge an der Wirklichkeit vorbei. Siehe Deutschland.

Der dritte Tag des Weltfamilientreffens in Rom  lief bereits, als gegen Abend aufregende Neuigkeiten hereinkamen. In etwa dreißig Minuten sollte eigentlich die nächste Live-Schalte erfolgen, meine Kollegen bereiteten sich gerade darauf vor, wieder auf die jeweiligen Fernsehtribünen zu gehen." (...)

Quelle: R. Gehrig, Die Tagespost 

"Gott und die Mathematik"

A. Socci veröffentlicht bei Lo Straniero seine eigenen Gedanken und die großer Mathematiker und Denker über Gott und die Mathematik. 
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                       "GOTT UND DIE MATHEMATIK"

Den Mathematiker Paolo Zellini, der gerade "Diskret und fortwährend" (Adelphi) veröffentlicht hat, fragt Chiara Valerio von der Repubblica "Haben wir die Mathematik erfunden oder bestand sie schon vor uns? 
Zellini erklärt, daß es sich um eine uralte Frage handelt: "Wir werden diesbezüglich nie eine sichere Antwort finden können, aber wir können uns auf eine gemeinsame Erfahrung unter Mathematikern verlassen: In vielen Fällen wird davon ausgegangen, daß die Erfindung und Entdeckung ausschließlich unser Werk ist, aber dann stellen wir schnell fest, daß das, was wir erfunden haben, seine Existenz in einer zu erforschenden Landschaft beansprucht, die unserer erfinderischen Tat vorauszuexistieren scheint ... Ich glaube, daß die mathematische Welt ihre eigene ideale Realität hat, die zu erforschen wir berufen sind statt sie zu erfinden“.

Am 6. April 2006 hat Benedikt XVI über Galileo gesprochen
"der gesagt hat, daß Gott das Buch der Natur in Form der mathematischen Sprache geschrieben hat. Er war überzeugt, daß Gott uns zwei Bücher gegeben hat: die Hl. Schrift und das Buch der Natur. Und die Sprache der Natur- das war seine Überzeugung- ist die Mathematik, also eine Sprache Gottes, des Schöpfers.
Lassen Sie uns nun darüber nachdenken, was Mathematik ist: sie ist an sich ein abstraktes System, eine Erfindung des menschlichen Geistes, die als solche in ihrer Reinheit nicht existiert ... sie ist ein intellektuelles System, sie ist eine großartige, geniale Erfindung des menschlichen Geistes. Das Überraschende ist, daß diese Erfindung unseres Verstandes wirklich der Schlüssel zum Verständnis der Natur ist, daß die Natur wirklich mathematisch strukturiert ist und daß unsere von unserem Geist erfundene Mathematik wirklich das Werkzeug ist, um mit der Natur arbeiten zu können. .
...Es scheint eine fast unglaubliche Sache zu sein, daß eine Erfindung des menschlichen Intellekts und die Struktur des Universums zusammenfallen ... daß also die intellektuelle Struktur des menschlichen Subjekts und die objektive Struktur der Realität zusammenfallen ... Ich denke, daß diese Koinzidenz zwischen dem, was wir sind gedacht haben und wie es realisiert wird und ob es die Natur einbezieht, sowohl ein Rätsel als auch eine große Herausforderung, denn wir sehen, daß es am Ende ´ein‘ Grund ist, der sie beide verbindet … “.

Im Grunde – so der Papst – zeige die Mathematik den rationalen Aufbau des Universums: „Unsere Wissenschaft, die es endlich ermöglicht, mit den Energien der Natur zu arbeiten, setzt den zuverlässigen, intelligenten Aufbau der Materie voraus. Und so sehen wir, daß es eine subjektive Rationalität und eine objektivierte Rationalität in der Materie gibt, die zusammenfallen“.

Montag, 4. Juli 2022

Zum 4. Juli

Fr. Richard G. Cipolla hat bei Rorate Caeli einen Beitrag zum amerikanischen Unabhängigkeitstag veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER AMERIKANISCHE UNABHÄNGIGKEITSTAG: LOCKE, JEFFERSON, ROE v. WADE UND DIE KATHOLISCH KIRCHE"

Ein lieber Freund hat mir eine e-mail mit einer youTube-Aufnahme für den 4.Juli geschickt. Von Irving Berlin, der bei der Ed-Sullivan-Show "God Bless America" singt- mit einem Pfandfinder-Chor im Hintergrund. Meine erste Reaktion war sie als sentimentalen Kitsch, der meine Adern verstopfen würde, zu löschen. Aber ich habe sie mir angehört. Einige meiner Leser in einem bestimmten Alter haben vielleicht noch nie von "God Bless America" noch von Irving Berlin oder Ed Sullivan gehört. 

Aber die unter uns, die sich gut daran erinnern, wie dieses Lied ein ganzes Zeitalter eroberte, eine ganze Zeit dieses Landes, eine Zeit, die fest zur Vergangenheit gehört. Als ich  "from the mountains. to the prairies, to the oceans white with foam. God bless America , my home sweet home" hörte, konnte ich nicht aufhören dem Gefühl von Nostalgie für etwas nachzugeben, das ich nie gut gekannt habe, das aber etwas hat, das einen bestimmten Moment in der Amerikanischen Kultur  definierte. Da war Irving Berlin, der jüdisch-amerikanische Liedermacher, unterstützt von Pfadfindern, die alle ein bißchen woe Opie bei der Andy-Griffth-Show aussahen, alle lächelnd" stand beside her and guide her through the night with a Light form above". 

Ein Licht von oben. So typisch für diese vage Religiosität, die die amerikanische Religion definiert, wenn die Menschen einmal aufgehört haben am irgendwelche Glaubensbekenntnis-Formeln zu glauben. Ich konnte nicht widerstehen, auf die Seitenleiste  zu schauen und einen Clip zu sehen, auf dem Bing Crosby "Bells of St. Marys" singt- aus dieser wegweisenden Zeit nach dem II. Weltkrieg.  Da war Bing, der katholische Bing, mit Ingrid Bergmann als Mutter Oberin in ihrer weißen Haube und den anderen Nonnen in vollen Habit, die lächelnd und Fr. Bing bewundern, wie er durch sein Lied mit seiner vagen Religiosität trällert. Sogar das Protestantische Amerika konnte das genießen, weil es Volks-Katholizismus war, ohne jedes Ungewohnte ohne jeden Stachel, etwas was als das genossen werden konnte, was es war: etwas, das auf eine ganzheitliche und völlig unbedrohliche Weise zu Herzen ging. Selbst der Habit der Nonnen, ein Jahrhundert zuvor Grund zu antikatholischen Aufständen, sahen jetzt urig und cool aus, eine Erinnerung an etwas Vergessenes. 

Wir Amerikaner feiern heute den Unabhängigkeitstag, den 4. Juli, den 246. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten und es wird wunderbare Feuerwerke geben. Und im Herzen der Unabhängigkeitserklärung ist die Verkündung er zentralen Rolle der Freiheit im Verstehen, was der Mensch ist, daß Freiheit etwas ist, daß den Menschen definieren sollte, daß Tyrannei jeder Art das unterdrückt, was der Mensch sein kann und sein sollte: frei, zu sein, wer er ist, frei zu sein, über seine Zukunft zu entscheiden, frei seine Meinung zu bilden. Und eine logische Folge dieser Freiheitserklärung ist die Gleichheit aller Menschen, eine Idee, die im bisherigen europäischen traditionellen Denken und Handeln nicht fest verankert war.

Die Kirche, das Lehramt und Künstliche Intelligenz

Ettore Gotti Tedeschi setzt sich in einem Beitrag für Il Pensiero Cattolico mit dem Problem der Künstlichen Intelligenz auseinander. 
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"WIRD DIE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ DIE NEUE "EUCHARISTIE" IN EINER WELT DES METAVERSUMS?"

Von vielen Seiten stellt sich die Frage, ob sich die Kirche zum ethischen und verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz äußern sollte. Wenn man zwischen den Zeilen des Lehramtes liest, kann man entdecken, daß die Kirche sich indirekt bereits Gehör verschafft hat, indem sie einen neuen nachhaltigen und integrativen Kapitalismus fordert. Ob es gewollt oder verstanden wird oder nicht, dieser neue Kapitalismus bedeutet in der Tat "digital". Das Wohl von Mensch und Umwelt wird der Digitalisierung zu verdanken sein. So wurde es beschlossen

In der Tat übersetzen sich Nachhaltigkeit und Inklusion in dieses Wort < Digitalisierung> die ein echtes Projekt, eine konkrete Idee ist. Es ist das von der "ganzen Welt" gewünschte und unterstützte Projekt, es ist die Schlüsselgrundlage unserer Zukunft, da es der künstlichen Intelligenz zu verdanken sein wird, daß das Digitalisierungsprojekt durchgeführt wird, um die ganze Welt zu retten, Wirtschaftswachstum (natürlich ohne das der Geburtenrate), das Ende von Ungleichheiten und vor allem den Schutz des Planeten zu ermöglichen. Aber künstliche Intelligenz ist ein an sich neutrales Werkzeug einer anderen wirklichen strategischen Wahl in Bezug auf unsere Zivilisation: Transhumanismus. 
Das bedeutet jenes wissenschaftliche philosophische Denken, das davon überzeugt ist, daß das menschliche Sein nur durch die Wissenschaft verbessert werden kann. Nur die Wissenschaft kann die Menschheit verbessern. Künstliche Intelligenz ist nur das Werkzeug, um diese menschlichen Fähigkeiten zu stärken. Aber da Künstliche Intelligenz ein Algorithmus ist, kann sie als solche nicht moralisch bewertet werden, sondern nur das philosophisch-wissenschaftliche Denken, das sie verwendet.

-Wenn überhaupt, sollte die Kirche sich daher damit befassen, bevor auch sie von neuen digitalen Akteuren ersetzt werden kann, wie es fast allen sozialen Institutionen passiert, an die wir gewöhnt sind. Amazon ersetzt das Einkaufen in Einkaufszentren. Facebook ersetzt gesellschaftliche Zusammenkünfte an der Bar. Google ersetzt das Lesen von Zeitungen. Netflix ersetzt Kinos usw. Vielleicht denkt "jemand" (der vielleicht auch den Vatikan besucht) auch darüber nach, die Kirche und ihre Funktionen durch eine Lösung von "Metaversum" zu ersetzen, auch eine Frucht des Digitalen, das eine Art "Schöpfung" des Menschen ist, eine Art "Inkarnation" des Internets.

Wenn im Inneren der Kirche nicht angemessen reflektiert und übernatürlich reagiert wird, könnte künstliche Intelligenz die neue "Eucharistie" einer relativierten und langweiligen Religion werden, in der Priester digitale Neo-Technokraten sind, die das "Seminar" im Silicon Valley besucht haben ... ".

Quelle: E.G. Tedeschi, Il Pensiero Cattolico

* metaversum = "ein konsistenter und persistenter digitaler Raum, der durch die Konvergenz von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht – einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets."

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über die Obsessionen von Päpsten, speziell des amtierenden Pontifex. Dabei ist der von ihm geprägte Begriff "Episcopussies" für Bischöfinnen das Wort des Tages. 
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                                                 "OBSESSIVE PÄPSTE" 

"Es hat genug Pontifikate gegeben, in denen einige Katholiken besessene und vor sich hin schimpfende Päpste erlebt haben. Pietro Caraffa, Paul IV., zum Beispiel verachtete aus tiefster Seele alles Spanische und wünschte sich nichts mehr, als Krieg gegen Königin Maria I. zu führen und Kardinal Reginald Pole als Häretiker vor Gericht zu bringen.
Adrian Fortescue gehörte zu denen, die meinten, daß Papst Pius X. etwas zu sehr von seinem Krieg gegen den Modernismus besessen war und besser tot wäre.
Vielleicht hatten auch – um in die etwas nähere Vergangenheit zu schauen – einige den Eindruck, daß Papst Benedikt XVI. seinen päpstlichen Rang mißbrauchte, um seine ekklesiologischen Meinungsverschiedenheiten mit Kardinal Kasper auszufechten, indem er seine eigenen Ansichten in 
das Gewand des kirchlichen Lehramtes kleidete. Ich persönlich habe im Unterschied zu vielen Traditionalisten nie angenommen, daß Kasper von Grund auf und in allem daneben läge. Als die
anglikanischen Bischöfe Englands über die Einführung von Bischöfinnen  (Fr.Hunwicke schreibt unübersetzbar "Episcopussies“) nachdachten, kam er und hielt ihnen einen glasklaren und keinerlei Mißverständnisse erlaubenden Vortrag über die Konsequenzen eines derartigen Schrittes.

Aber ich denke, daß im Fall der Differenzen zwischen Benedikt XVI. und Kardinal Kasper nur sehr wenige Leute seine Ansichten bloß als weiteren Beleg dafür  abtaten, daß der arme alte Ratzinger wieder einmal eine wilde, mißlaunige, zeternde und ohne Argumente daherkommende Moralpredigt 
von der Überlegenheit der Ecclesia Universalis über die Ecclesia Particularis vom Stapel gelassen 
hätte. Weil Ratzinger nie ein Mann war, der nur ein einziges Thema hatte. Und er war nie ein Besessener.
Als ich kürzlich aus dem Krankenhaus zurückkam und wieder begann, mich für die
Nachrichten zu interessieren, war ich unglaublich niedergeschlagen, als ich die
immer wieder gleichen, besessenen Angriffe von PF gegen die Tradition und
diejenigen, die sie respektieren, wahrnahm.
Päpste, diese kleinen Schätzchen, sollten sich wirklich Mühe geben, mehr als eine
Besessenheit zu pflegen.
Könnte vielleicht jemand PF dazu überreden, das Briefmarkensammeln anzufangen?
Oder Trainspotting. Oder die Vokalangleichung im patagonischen Walisisch?
Er könnte auch hochgeschätzte und wissenschaftlich anerkannte Beiträge zur
Literatur über Eva Perons Geschmack für Schuhe veröffentlichen."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke