Mittwoch, 20. Mai 2026

Papst & Universität, damals und heute

Stefano Fontana erklärt in einem Artikel für La Nuova Bussola Quotidiana warum Papst Leo XIV in der Römischen Universität La Sapienza willkommen geheißen wurde. Dabei untersucht er, ob nicht nur der Kontext inzwischen ein andere ist, sondern sich auch auch die Redetexte unterscheiden.  
Papst Benedikt XVI hingegen nicht. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE PÄPSTE UND DIE UNIVERSITÄT, EIN VERGLEICH ZWISCHEN BENEDIKT UND LEO"

Im Vergleich zu Prevosts pastoralem Besuch an der römischen Universität formulierte Ratzingers „verpasste“ Rede präzise Forderungen an die akademische Welt und berührte dabei den Kern des Verhältnisses zwischen Vernunft, Glaube und Wahrheit. Die erneute Lektüre der beiden Texte hilft zu verstehen, warum der amtierende Pontifex willkommen geheißen wurde, sein Vorgänger hingegen nicht.

Am Donnerstag, dem 14. Mai, besuchte Papst Leo XIV. die Universität La Sapienza in Rom, wo er eine Rede vor den Studenten hielt. Am 17. Januar 2008 sollte Papst Benedikt XVI. die römische Universität besuchen, wurde jedoch daran gehindert. Der Text der Rede, die nie gehalten wurde, wurde daraufhin veröffentlicht. La Bussola hat bereits über den Besuch berichtet, dabei die Kernpunkte der päpstlichen Ansprache dargelegt und den Kontrast zwischen den Protesten des Jahres 2008 und dem herzlichen Empfang im Jahr 2026 hervorgehoben. Es mag zudem aufschlussreich sein, die Inhalte der beiden Reden miteinander zu vergleichen, um zu erkennen, ob sich nicht nur im Kontext, sondern auch im „Text“ selbst etwas verändert hat.

Zunächst ist festzuhalten, dass Benedikt XVI. planmäßig die Eröffnung des akademischen Jahres vornehmen sollte. Es wurde jedoch von vornherein klargestellt, dass es sich für Leo XIV. lediglich um einen pastoralen Besuch handeln würde. Dieser Unterschied ist von Bedeutung. Ein Seelsorger bietet Beistand, vertieft sich jedoch nicht in die spezifischen Abläufe des Universitätsbetriebs. Er greift weder in den Bereich des Wissens ein noch setzt er sich mit den einzelnen Fachdisziplinen auseinander. Mit anderen Worten: Er hält keine „wissenschaftliche“ – oder genauer gesagt: keine epistemische – Rede. Tatsächlich wandte sich Leo in erster Linie an die Studierenden und zeichnete das Bild einer Universität als Ort des persönlichen Wachstums und der Reifung. Er beschrieb die Mühen und den Ertrag des Studiums und hob hervor, wie viele junge Studierende heute mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Zudem verwies er auf bestimmte Bereiche des gesellschaftlichen Engagements im Dienste anderer.

Als er das akademische Jahr eröffnen musste, begnügte sich Benedikt XVI. jedoch nicht mit dieser Ebene, sondern hielt eine regelrechte „Vorlesung“ – jener Art, wie er sie 2006 in Regensburg gehalten hatte –, wenngleich er, anders als in Bayern, niemals Professor an der Universität La Sapienza gewesen war. Obwohl er sich nicht auf eigene persönliche Erfahrungen stützen konnte, fühlte er sich dennoch verpflichtet, über das Wissen, dessen Struktur sowie den Platz zu sprechen, den die Theologie und der Glaube darin einnehmen. Sowohl in Regensburg als auch an der Sapienza wandte sich Benedikt an „Kollegen“, sprach zu einer „akademischen Gemeinschaft“ und präsentierte seine Gedanken auf eine Weise, die sowohl wissenschaftlich als auch sprachlich angemessen war.

Diese Aspekte verdienen besondere Hervorhebung, weil im Falle Benedikts die Frage nach den epistemologischen Ansprüchen – das heißt jenen, die das Wissen als „Wissenschaft“ betreffen – des christlichen Glaubens und der Theologie aufgeworfen wurde, wohingegen dieses Thema in Leos Ansprache lediglich am Rande gestreift wurde. Benedikt war davon überzeugt, dass die christliche Offenbarung nur dann einen strukturellen Platz innerhalb der Universität einnehmen könne, wenn sie einen Anspruch an die wissenschaftliche Vernunft stelle. Andernfalls bliebe sie lediglich die persönliche Haltung einiger weniger Professoren und würde nicht als eigenständige Größe im Bereich des Wissens anerkannt. Ihre Präsenz an der Universität wäre somit rein zufälliger Natur. Für Benedikt wäre der Glaube an die Offenbarung nur dann an der Universität „zu Hause“, wenn er spezifische Ansprüche an die wissenschaftliche Vernunft stellt – Ansprüche, die ihrerseits wissenschaftlicher Natur sind –, wenn er die Vernunft auf der spezifischen Ebene der Wahrheit – verstanden im analogen Sinne – herausfordert und wenn er eine einzigartige, auf der Wahrheit gründende Art des Verständnisses der Vernunft selbst zum Ausdruck bringt.

In Benedikts Rede an der Universität La Sapienza tritt der Appell des christlichen Glaubens hervor, die Vernunft dürfe nicht in den Positivismus abgleiten: „Es besteht die Gefahr, dass die Philosophie, die sich ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gewachsen fühlt, in den Positivismus abgleitet.“ Er schrieb, dass von Sokrates die Trennung der Vernunft von der mythischen Religion ausging, um zum wahren Gott zu gelangen, und dass die Vernunft auf diesem Weg den Ansprüchen des christlichen Glaubens begegnete. Letzterer hilft der Vernunft, das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten nicht zu verlieren. Ein irriges Verständnis der „Säkularität“ des Wissens – demzufolge dieses sich ausschließlich „auf der Grundlage des Kreises seiner eigenen Argumente“ konstruieren würde – führte zu dessen Zersplitterung. Der Glaube hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wahre Vernunft zu retten und sie vor der falschen Vernunft zu verteidigen; er trägt die Kriterien hierfür in sich selbst, nämlich seine eigene implizite Erkenntnistheorie.

Benedikt XVI. stellte für die Universität bestimmte Bedingungen auf, ausgehend von seinem Glauben und seinem Anspruch, der Universitätsgemeinschaft pastorale Orientierung zu bieten sowie dazu beizutragen, den Status des Wissens zu bestimmen, das an der Universität angestrebt und vermittelt wird. Die Ansprache von Papst Leo enthält diesbezüglich nur wenige Hinweise, da er sich entschied, eine pastorale und keine wissenschaftliche Rede zu halten. Er lud die jungen Menschen dazu ein, sich für den Frieden einzusetzen und die Umwelt zu schützen. Er mahnte sie, sich nicht dem Konsumismus hinzugeben und in ihrem Gewissen einen Sinn für Gerechtigkeit zu pflegen. Zudem brachte er seine Zufriedenheit über die Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Diözese Rom bei der Einrichtung eines humanitären Korridors für Hilfslieferungen nach Gaza zum Ausdruck. Letztlich mag dieser Unterschied in der Herangehensweise auch die unterschiedliche Rezeption der beiden Päpste erklären: Benedikt stellte eine bestimmte Art von Universität infrage – Leo tat dies weitaus weniger.

Quelle: S. Fontana, LNBQ

Die Katechese

bei der heutigen Generalaudienz im Wortlauf- veröffentlicht bei vaticannews

Liebe Brüder und Schwestern,
guten Morgen und herzlich willkommen! 


Wir beginnen heute eine Reihe von Katechesen über das erste vom Zweiten Vatikanischen Konzil verkündete Dokument: die Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium (SC). 

Mit der Ausarbeitung dieser Konstitution wollten die Konzilsväter nicht nur eine Reform der Riten in Angriff nehmen, sondern die Kirche dazu führen, jene lebendige Verbindung zu betrachten und zu vertiefen, die sie ausmacht und vereint: das Geheimnis Christi. Die Liturgie berührt nämlich das Herzstück dieses Geheimnisses: Sie ist zugleich der Raum, die Zeit und der Kontext, in dem die Kirche von Christus ihr eigenes Leben empfängt. In der Liturgie „vollzieht sich das Werk unserer Erlösung“ (SC, 2), das uns zu einem auserwählten Geschlecht, zu einer königlichen Priesterschaft, zu einem heiligen Volk macht, einem Volk, das Gott sich erworben hat (vgl. 1 Petr 2,9).

Wie die dreifache Erneuerung – biblisch, patristisch und liturgisch –, die die Kirche im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlaufen hat, zeigte, bezeichnet das betreffende Geheimnis keine dunkle Realität, sondern den Heilsplan Gottes, der seit Ewigkeit verborgen und in Christus offenbart ist, wie der heilige Paulus sagt (vgl. Eph 3,3-6). Das ist also das christliche Geheimnis: das Osterereignis, d. h. das Leiden, der Tod, die Auferstehung und die Verherrlichung Christi, das uns gerade in der Liturgie sakramental gegenwärtig gemacht wird, sodass wir jedes Mal, wenn wir an der „in seinem Namen“ versammelten Gemeinde teilnehmen (Mt 18,20), in dieses Geheimnis eingetaucht werden.


Christus selbst ist das innere Prinzip des Geheimnisses der Kirche, des heiligen Volkes Gottes, das aus seiner am Kreuz durchbohrten Seite hervorgegangen ist. In der heiligen Liturgie wirkt er durch die Kraft seines Geistes weiter. Er heiligt die Kirche, seine Braut, und verbindet sie mit seinem Opfer für den Vater. Er übt sein absolut einzigartiges Priestertum aus: Er, der im verkündeten Wort, in den Sakramenten, in den zelebrierenden Amtsträgern, in der versammelten Gemeinschaft und in höchstem Maße in der Eucharistie gegenwärtig ist (vgl. SC, 7). So empfängt die Kirche nach dem heiligen Augustinus (vgl. Serm., 277) bei der Feier der Eucharistie „den Leib des Herrn und wird zu dem, was sie empfängt“: Sie wird zum Leib Christi, „zur Wohnung Gottes durch den Geist“ (Eph 2,22). Dies ist „das Werk unserer Erlösung“, das uns Christus gleichgestaltet und uns in der Gemeinschaft aufbaut.


In der heiligen Liturgie verwirklicht sich diese Gemeinschaft „durch die Riten und Gebete“ (SC, 48). Die Ritualität der Kirche drückt ihren Glauben aus – gemäß dem berühmten Wort: lex orandi, lex credendi – und prägt zugleich die kirchliche Identität: das verkündete Wort, die Feier des Sakraments, die Gesten, die Stille, der Raum – all dies repräsentiert und formt das vom Vater versammelte Volk, den Leib Christi, den Tempel des Heiligen Geistes. Jede Feier wird so zu einer wahren Offenbarung der betenden Kirche, wie der heilige Johannes Paul II. in Erinnerung gerufen hat (Apostolisches Schreiben Vicesimus quintus annus, 9).


Wenn die Liturgie im Dienst des Geheimnisses Christi steht, versteht man, warum sie als „der Höhepunkt, auf den das Wirken der Kirche hinzielt, und zugleich die Quelle, aus der ihre ganze Kraft entspringt“ (SC, 10) definiert wird.


Es ist wahr, dass sich das Wirken der Kirche nicht allein auf die Liturgie beschränkt, doch jede ihrer Aktivitäten (die Verkündigung, der Dienst an den Armen, die Begleitung der menschlichen Lebensrealitäten) läuft auf diesen „Höhepunkt“ zu. Umgekehrt stärkt die Liturgie die Gläubigen, indem sie sie immer wieder in das Osterfest des Herrn eintauchen lässt; und so werden sie durch die Verkündigung des Wortes, die Feier der Sakramente und das gemeinsame Gebet gestärkt, ermutigt und in ihrem Glaubensengagement und ihrer Mission erneuert. Mit anderen Worten: Die Teilnahme der Gläubigen am liturgischen Geschehen ist zugleich „innerlich“ und „äußerlich“


Das bedeutet auch, dass sie dazu berufen ist, sich konkret im gesamten Alltag zu entfalten, in einer ethischen und spirituellen Dynamik, sodass die gefeierte Liturgie ins Leben umgesetzt wird und ein gläubiges Dasein fordert, das fähig ist, das, was in der Feier erlebt wurde, konkret zu machen: Auf diese Weise wird unser Leben zu einem „lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer“ und verwirklicht unseren „geistigen Gottesdienst“ (Röm 12,1).


Auf diese Weise „erzieht die Liturgie täglich diejenigen, die in der Kirche als heiliger Tempel im Herrn stehen“ (SC, 2), und bildet eine Gemeinschaft, die offen und einladend für alle ist. Sie wird nämlich vom Heiligen Geist bewohnt, führt uns in das Leben Christi ein, macht uns zu seinem Leib und stellt in all ihren Dimensionen ein Zeichen der Einheit der ganzen Menschheit in Christus dar. Wie Papst Franziskus sagte: „Die Welt weiß es noch nicht, aber alle sind zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen (Offb 19,9)“ (Apostolischer Brief Desiderio desideravi, 5).


Liebe Brüder und Schwestern, lassen wir uns innerlich von den Riten, den Symbolen, den Gesten und vor allem von der lebendigen Gegenwart Christi in der Liturgie formen, die wir in den kommenden Katechesen noch vertiefen werden."


Quelle: vaticannews

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

            

Gestern in Castel Gandolfo

 

             

Dienstag, 19. Mai 2026

Himmelfahrt oder die "Sonntags-Absurdität"

George Weigel kritisiert  im Catholic World Report die inzwischen verbreitete Verlagerung der Himmelfahrts-Feier vom Donnerstag auf den folgenden Sonntag. Hier geht´s zum Original: klicken 

Unter dem Titel:

    "DIE ABSURDITÄT DES HIMMELFAHRTS-SONNTAGS"

beginnt der Artikel so-  ZITAT:

"Ich habe dieses Jahr wieder Himmelfahrt verpaßt, nicht etwa aus Nachlässigkeit oder Trägheit meinerseits, sondern weil ich mich in Rom befand: dem Zentrum der katholischen Welt.
Warum, fragen Sie? Weil im Borgo-Viertel, in dem ich logiere, das Fest Christi Himmelfahrt auf den darauffolgenden Sonntag verschoben wurde (wie im übrigen Italien auch), während dreihundert Meter weiter oben am Borgo Pio – in der Vatikanstadt – Christi Himmelfahrt am Donnerstag gefeiert wird: genau dort, wo es hingehört.

So besuchte ich am Donnerstag, dem 14. Mai, die Messe für den Donnerstag der sechsten Osterwoche in der Kirche Santa Maria in Traspontina; und drei Tage später feierten wir im North American College (dessen prachtvollen Sonntagsgottesdiensten ich bei jeder Gelegenheit beiwohne) den siebten Sonntag der Osterzeit – denn das College befindet sich auf exterritorialem Vatikan-Gebiet und folgt dem liturgischen Kalender des Vatikans. Und so gab es für George auch im Jahr 2026 keine Messe zu Christi Himmelfahrt.

Das ist, offen gesagt, absurd."  (...)

Quelle: G.Weigel, NCR

Montag, 18. Mai 2026

Die erste Enzyklika des Pontifikates

Wie u.a. vaticannews berichtet, wird Magnifica humanitas in Anwesenheit von Papst Leo  am 25. Mai um 11:30 bei einer Pressekonferenz in der Synodanaula vorgestellt.. Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:  

"MAGNIFICA HUMANITAS; ERSTE ENZYKLIKA VON LEO XIV KOMMT ENDE MAI"

beginnt der Bericht so- ZITAT

"Die erste Enzyklika des US-amerikanischen Papstes wird den Titel „Magnifica humanitas“ tragen; darin geht es um die „Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. Das Lehrschreiben trägt das Datum 15. Mai 2026 - an diesem Tag jährte sich zum 135. Mal die Veröffentlichung der wegweisenden Sozialenzyklika „Rerum novarum“ von Leo XIII. aus dem Jahr 1891.

Papst wird bei Pressekonferenz das Wort ergreifen

Ungewöhnlich ist, dass der Papst auch persönlich an der Vorstellung der Enzyklika vor der Vatikanpresse teilnehmen will. Zur Pressekonferenz in der vatikanischen Synodenaula um 11.30 Uhr sind im Programm „eine Wortmeldung und der Segen von Papst Leo“ aufgeführt. Das bedeutet eine Premiere." (...)


Quelle: vaticannews


Papst Leo & die Herausforderung durch die FSSPX

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit der Frage , wie lange die Übergangsphase zwischen dem vorigen und dem aktuellen Pontifikat dauert.                Hier geht´s zum Original:  klicken

    "LEO XIV: WIE LANGE DAUERT EIN ÜBERGANG?"

Das drohende Lefebvrian-Schisma ist die erste große Krise, mit der Leo XIV. seit seiner Wahl zum Papst konfrontiert ist. Der Pontifex, dessen Auftrag die Beilegung von Konflikten in der Kirche war, sieht sich einer äußerst streitbaren Gruppe von Priestern und Bischöfen gegenüber, die beschlossen haben, zum Erhalt ihrer alternden Hierarchie neue Bischöfe ohne päpstliches Mandat zu weihen.

Diese Woche rückte die Situation einem Schisma näher.

In einer Erklärung bekräftigte Kardinal Victor Manuel Fernandez, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, dass die Priesterbruderschaft St. Pius XII.- die sogenannten Lefebvrianer – sich die Exkommunikation latae sententiae zuziehen wird, sollten sie sich, wie bereits angekündigt, dazu entschließen, die Weihe mehrerer neuer Bischöfe vorzunehmen.

Die Erklärung war nicht nur ein notwendiger Akt, sondern markierte auch unmissverständlich einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt. Zudem verdeutlichte sie, wie weit der Übergang zum Pontifikat Leos XIV. noch von seinem Abschluss entfernt ist.

Einerseits ist diese Art von Taktiererei seitens der SSPX nichts Neues unter der Sonne. Die Lefebvristen verfuhren bereits 1988 auf dieselbe Weise, als sie sich die Exkommunikation *latae sententiae* zuzogen, nachdem sie vier Bischöfe ohne päpstliches Mandat geweiht hatten; dieser Zustand wurde zwanzig Jahre lang nicht behoben – bis Benedikt XVI. beschloss, die Exkommunikation aufzuheben, in der Hoffnung, damit die Grundlage für einen Dialog und eine erneute Einheit in der Kirche zu schaffen.

Die Bruderschaft trifft diese Entscheidung zu einem Zeitpunkt, an dem die traditionalistische Bewegung innerhalb der Kirche besonders stark zu sein scheint. Die Bilder der jüngsten Wallfahrten von Paris nach Chartres sind für jedermann sichtbar; zudem hat der starke Anstieg der Erwachsenentaufen (mehrheitlich im traditionalistischen Umfeld) in Frankreich die Erzdiözese Paris dazu veranlasst, sich im Rahmen eines regionalen Ad-hoc-Rates für die Region Île-de-France mit dieser Thematik zu befassen.

Die Gesellschaft hingegen befindet sich in einer anderen Situation als noch im Jahr 1988. Abgesehen von diversen persönlichen Sympathien fehlt der SSPX eine charismatische Leitfigur wie Erzbischof Lefebvre – ein Mann, der nicht nur den Ruf eines äußerst fähigen Missionars genoss, sondern auch auf solide Bündnisse selbst innerhalb des Vatikans zählen konnte.

Es war Lefebvre, der die Dinge auf die Spitze trieb – und dies genau in jenem Moment, als der Heilige Stuhl mit aller Macht zu verhindern suchte, dass es zu den Bischofsweihen und der damit verbundenen Exkommunikation *latae sententiae* kam. Unmittelbar nach dem Schisma errichtete der Heilige Stuhl die Kommission *Ecclesia Dei* (die später von Papst Franziskus abgeschafft wurde) sowie die Petrusbruderschaft. Letztere stellt die Antwort des Vatikans auf die traditionalistische Bewegung dar: Es ist möglich, in der Kirche zu verbleiben und dennoch nach dem alten Ritus zu feiern.

Unter anderem erhielt die Bruderschaft bedeutende Unterstützung von Papst Franziskus in einer Audienz, die auf das Apostolische Schreiben *Traditionis Custodes* von Papst Franziskus folgte – jenem Schreiben, das die Liberalisierung der Feierlichkeiten nach dem *Vetus Ordo* faktisch rückgängig machte.

Kurz gesagt: Die Ankündigung der SSPX erfolgt zu einer gänzlich anderen Zeit als jene, in der das erste Schisma definiert wurde – und sicherlich mit einer Unterstützung innerhalb der Kirche, die gewissermaßen bereits absorbiert worden ist.

Sonntag, 17. Mai 2026

Fundstück

Kardinal G.L. Müller beantwortet bei kathnet lesenswert die Frage, ob der Westen ohne Christentum überleben kann. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel: 

"KANN DER WESTEN OHNE DAS CHRISTENTUM ÜBERLEBEN?" 

 beginnt der Beitrag so - ZITAT

"Diese Frage kann mit einem Wort beantwortet werden: Nein. Denn der Westen ist nichts anderes als die Kulturgemeinschaft der germanischen und slawischen Stämme und Nationen, die aus dem Erbe des weströmischen Reiches hervorgegangen und geeint sind im Glauben an Christus, den Sohn Gottes und universalen Retter der Menschheit. Somit ist Europa das Christentum in seiner Synthese mit der griechischen Metaphysik und dem römischen Ordnungswillen nach dem Prinzip der Gerechtigkeit, das heißt der Wille jedem das Seine zukommen zu lassen – suum cuique (Ulpianus) oder theologisch formuliert, die unverletzliche Würde jedes Menschen als Bild und Gleichnis Gottes. Außerhalb dieser Definition verliert Europa seine formgebende Seele und wird zu einem toten Körper, der wie ein herrenloses Territorium dem nächstbesten stärkeren Nachbaren in die Hände fällt.

Dieser Einsicht kann nur sich verschließen, wer die dramatisch zugespitzte Situation der Welt von heute verkennt. Papst Franziskus sagte oft, dass wir uns schon wie in einem 3. Weltkrieg in Raten befinden. Denken wir nur im globalen Zusammenhang an die Bürgerkriege, den Zusammenbruch der Rechtsordnung in vielen Staaten, der von Brüssel angezielte Überwachungsstaat Orwell‘scher Phantasie (Digital services act, die bürokratische Auslöschung nationaler Identitäten), die Migration von Millionen, die in Europa nicht mehr integriert werden können...."

Quelle: Kard. l.G. Müller, kathnet

 

In illo tempore

Auch heute setzt Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort.  Hier geht´s zum Original:  klicken

             "SONNTAG IN DER HIMMELFAHRTSOKTAV"

Aus dem römischen Festtagsoffizium. 

Herr, gewähre uns deinen Segen. 

Segen
Gott, der allmächtige Vater, sei uns gnädig und barmherzig.
Amen  .

Lesung 4
aus den Predigten des heiligen Augustinus, Bischof von Hippo.
2. Lesung über die Himmelfahrt. 

Liebe Brüder und Schwestern, 
unser Erlöser ist von uns in den Himmel aufgefahren, aber lasst uns auf Erden nicht beunruhigt sein. Lasst uns nur mit unseren Herzen bei ihm sein, und wir werden hier Frieden finden. Lasst uns in Gedanken mit Christus dorthin aufsteigen, und wenn jener frohe Tag kommt, den er verheißen hat, wird unser Leib folgen. Aber wir müssen wissen, meine Brüder und Schwestern, dass es Dinge gibt, die nicht mit Christus aufsteigen können: Stolz, Habgier und Triebhaftigkeit; keine unserer Krankheiten kann dorthin aufsteigen, wo unser Heiler ist. Und deshalb müssen wir, wenn wir unserem Heiler folgen wollen, unsere Krankheiten und Sünden hinter uns lassen. All dies fesselt uns gleichsam mit Banden und verstrickt uns in den Maschen eines Netzes der Sünde. Doch mit Gottes Hilfe wollen wir mit dem Psalmisten sagen: „Lasst uns ihre Fesseln zerreißen!“ (2,3), damit wir aufrichtig zum Herrn sagen können: „Du hast meine Fesseln gelöst, ich will dir das Dankopfer darbringen!“ (115,16–17).

℣.  Herr, sei uns gnädig.
℟.  Dank sei Gott.

℟.  Meine Zeit ist gekommen, dass ich zu dem zurückkehre, der mich gesandt hat, spricht der Herr. Seid nicht traurig und euer Herz erschrecke nicht.
* Ich bitte den Vater für euch, dass er euch behüte. Halleluja, Halleluja.
℣.  Wenn ich nicht weggehe, wird der Tröster nicht zu euch kommen; wenn ich aufgefahren bin, werde ich ihn zu euch senden.
℟.  Ich bitte den Vater für euch, dass er euch behüte. Halleluja, Halleluja.

 Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen.  Christus schenke all seinen Gläubigen, dass sie ewig vor ihm leben .
Amen  .

Regina Caeli

vaticannews berichtet: 

           "TAG FÜR TAG ZUM HIMMEL AUFSTEIGEN" 

Christen sollten sich darum bemühen, „Tag für Tag zum Himmel aufzusteigen“. Das sagte Papst Leo XIV. an diesem Sonntag bei seinem österlichen Mittagsgebet „Regina Coeli“.

„Und von diesem Prozess des Hinaufsteigens kennen wir den Weg“, so der Papst am Petersplatz in Rom. Vor allem die Heiligen „von nebenan“ könnten uns den Weg zeigen, griff Leo eine Formulierung seines Vorgängers Franiskus auf: „Väter, Mütter, Großeltern, Menschen jeden Alters und jeder Lebenslage, die sich mit Freude und Engagement aufrichtig bemühen, nach dem Evangelium zu leben“.

„Wir kennen den Weg“

Der Papst ging in seinen Überlegungen vom Fest Christi Himmelfahrt aus, das in vielen Ländern erst an diesem Sonntag gefeiert wird. Die Himmelfahrt Christi sei kein „fernes Ereignis“: „Denn wir sind mit Jesus verbunden wie die Glieder mit dem Haupt eines einzigen Leibes, und sein Aufstieg in den Himmel zieht auch uns, mit ihm, hin zur vollen Gemeinschaft mit dem Vater.“

Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters

Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Leo XIV. vor seinem Mittagsgebet in Rom gehalten hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung.

Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Heute wird in vielen Ländern der Welt das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert.

Das Bild von Jesus, der – wie es im biblischen Text heißt (vgl. Apg 1,1-11) –von der Erde emporgehoben wird und in den Himmel aufsteigt, kann uns dieses Geheimnis als ein fernes Ereignis erscheinen lassen. In Wirklichkeit ist das nicht so. Denn wir sind mit Jesus verbunden wie die Glieder mit dem Haupt eines einzigen Leibes, und sein Aufstieg in den Himmel zieht auch uns, mit ihm, hin zur vollen Gemeinschaft mit dem Vater. Der heilige Augustinus kommentierte dazu: »In der Tat, das Vorangehen des Hauptes ist die Hoffnung der Glieder« (Sermo 265, 1.2).

 „Das gesamte Leben Christi ist eine Bewegung des Aufsteigen"

Das gesamte Leben Christi ist eine Bewegung des Aufsteigens, das durch Christi Menschsein die Welt in ihrer Gesamtheit umfasst und einbezieht und den Menschen aus seinem sündigen Zustand herausholt und erlöst. Es trägt Licht, Vergebung und Hoffnung dorthin, wo zuvor Finsternis, Ungerechtigkeit und Verzweiflung herrschten, um schließlich zum endgültigen Sieg von Ostern zu gelangen, in dem der Sohn Gottes »durch seinen Tod unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen« hat (Präfation für die Osterzeit I).

  Die Himmelfahrt spricht also nicht von einem fernen Versprechen, sondern von einer lebendigen Beziehung, die auch uns zur himmlischen Herrlichkeit hinzieht, unseren Horizont bereits in diesem Leben erweitert und erhebt und unser Denken, Fühlen und Handeln immer mehr dem Herzen Gottes ähnlich werden lässt.

„Auch wir können lernen, Tag für Tag zum Himmel aufzusteigen“

Und von diesem Prozess des Hinaufsteigens kennen wir den Weg (vgl. Joh 14,1-6). Wir finden ihn in Jesus, in der Hingabe seines Lebens, in seinen Taten und Lehren, und wir sehen ihn auch durch die Jungfrau Maria und die Heiligen vorgezeichnet: durch jene, die uns die Kirche als universelle Vorbilder zeigt, und durch die Heiligen –– »von nebenan«, wie Papst Franziskus sie gerne nannte (vgl. Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 7), mit denen wir unseren Alltag teilen: Väter, Mütter, Großeltern, Menschen jeden Alters und jeder Lebenslage, die sich mit Freude und Engagement aufrichtig bemühen, nach dem Evangelium zu leben.

Mit ihnen, durch ihre Unterstützung und dank ihrer Gebete können auch wir lernen, Tag für Tag zum Himmel aufzusteigen, indem wir darauf bedacht sind, wie der heilige Paulus sagt, »was wahrhaft […], recht, […] liebenswert ist« (Phil 4,8), und mit Gottes Hilfe das in die Tat umsetzen, was wir »gehört und gesehen« haben (V. 9). Und indem wir das göttliche Leben, das wir in der Taufe empfangen haben und das uns ständig empor zum Vater zieht, in uns und um uns herum wachsen lassen und in der Welt die kostbaren Früchte der Gemeinschaft und des Friedens verbreiten.

Dabei helfe uns Maria, Königin des Himmels, die unseren Weg in jedem Augenblick erleuchtet und leitet."

Quelle: vaticannews

Leo XIV, Benedikt XVI und La Sapienza - der Unterschied

Stefano Fontana vergleicht in La Nuova Bussola Quotidianan Papst Leos Pastoralbesuch in der Römischen Universität Sapienza mit der verhinderten Eröffnung des akademischen Jahres durch Papst Benedikt XVI. Hier geht´szum Orioginal:  klicken

DER UNTERSCHIED

"LEO JA, BENEDIKT NEIN: LA SAPIENZA IM VERGLEICH GEGEN ÜBER ZWEI PÄPSTEN"

Im Vergleich zu Prévosts Pastoralbesuch an der römischen Universität stellte Ratzingers „gescheiterte“ Rede konkrete Forderungen an die akademische Welt und berührte das Verhältnis von Vernunft, Glaube und Wahrheit. Die erneute Lektüre beider Texte hilft uns zu verstehen, warum der jetzige Papst so herzlich empfangen wurde und sein Vorgänger nicht.

Am Donnerstag, dem 14. Mai, hat Papst Leo XIV. die Universität La Sapienza in Rom besuchtund hielt dort eine Rede vor den Studierenden. Am 17. Januar 2008 sollte Papst Benedikt XVI. die römische Universität besuchen, wurde jedoch daran gehindert. Der Text der Rede, die nie gehalten wurde, wurde später veröffentlicht. Die Zeitung „La Bussola berichtete bereits über den Besuch, erläuterte die Hauptpunkte der päpstlichen Rede und hob den Unterschied zwischen den Protesten von 2008 und der Begrüßung des akademischen Jahres 2026 hervor. Ein inhaltlicher Vergleich der beiden Reden könnte auch hilfreich sein, um zu verstehen, ob sich etwas verändert hat, nicht nur im Kontext, sondern auch im Text.

Zunächst ist festzuhalten, dass Benedikt XVI. planmäßig das akademische Jahr eröffnen sollte. Leo XIV. hingegen wurde sofort klargestellt, dass es sich lediglich um einen Pastoralbesuch handeln würde. Dieser Unterschied ist bedeutsam. Der Pastor begleitete die Studierenden, ging aber nicht auf die spezifischen Aufgaben der Universität ein, griff nicht in die Wissensstrukturen ein und befasste sich nicht mit einzelnen Disziplinen. Mit anderen Worten: Er hielt keine „wissenschaftliche“ oder besser gesagt, keine erkenntnistheoretische Rede. Tatsächlich sprach Leone in erster Linie zu den Studierenden und schilderte die Universität als Ort der persönlichen Entwicklung und Reifung. Er beschrieb die Herausforderungen und den Lohn des Studiums und hob hervor, mit welchen Schwierigkeiten viele junge Studierende heute zu kämpfen haben. Zudem wies er auf verschiedene Bereiche des sozialen Engagements im Dienst an anderen hin.   

Weil er das akademische Jahr eröffnen musste, begnügte sich Benedikt XVI. jedoch nicht damit , sondern hielt eine wahre „Lektion“, ähnlich der, die er 2006 in Regensburg gehalten hatte, obwohl er – anders als in Bayern – nie an der Sapienza-Universität gelehrt hatte. Er konnte zwar nicht auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen, sah sich aber dennoch gedrängt, über Wissen, seine Struktur und die Rolle von Theologie und Glaube darin zu sprechen. Sowohl in Regensburg als auch an der Sapienza sprach Benedikt zu „Kollegen“, wandte sich an die „wissenschaftliche Gemeinschaft“ und stellte sich inhaltlich wie sprachlich auf deren wissenschaftliches Niveau.

Es ist wichtig, diese Aspekte hervorzuheben, da im Fall Benedikts die Frage nach epistemischen Bedürfnissen aufgeworfen wurde.Das heißt, es geht um die Erkenntnis als „Wissenschaft“ des christlichen Glaubens und der Theologie, während Leo dieses Thema in seiner Rede nur beiläufig streifte. Benedikt war überzeugt, dass die christliche Offenbarung nur dann einen festen Platz an der Universität haben würde, wenn sie in sich einen Appell an die wissenschaftliche Vernunft enthielte. Andernfalls würde sie auf die persönliche Position einiger weniger Professoren reduziert, ohne als legitimer Bestandteil des Wissensuniversums anerkannt zu werden. Ihre Präsenz an der Universität wäre rein zufällig. Nur wenn der Glaube an die Offenbarung eigene, auf seine Weise wissenschaftliche Forderungen an die Vernunft stellt, nur wenn er die Vernunft auf der spezifischen Ebene der analogisch verstandenen Wahrheit hinterfragt, nur wenn er in sich selbst einen einzigartigen, wahrhaftigen Weg zum Verständnis der Wahrheit der Vernunft selbst ausdrückt … nur dann wäre er an der Universität „zu Hause“.   

In Benedikts Rede an der Sapienza-Universität wird der Aufruf des christlichen Glaubens deutlich, die Vernunft nicht zum Positivismus werden zu lassen : „Es besteht die Gefahr, dass die Philosophie, die sich ihrer wahren Aufgabe nicht mehr gewachsen fühlt, in den Positivismus abgleitet.“ Sokrates – so schrieb er – leitete die Trennung der Vernunft von der mythischen Religion ab, um zum wahren Gott zu gelangen. Auf diesem Weg begegnete die Vernunft den Forderungen des christlichen Glaubens. Dieser hilft der Vernunft, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Ein irrtümliches Verständnis der „Säkularität“ des Wissens [man könnte sagen: der epistemischen Säkularität], demzufolge es sich allein „auf der Grundlage eigener Argumente“ konstruiert, würde zu seiner Fragmentierung führen. Der Glaube ist bestrebt, nicht irgendeine Vernunft zu bewahren, sondern die wahre Vernunft, sie vor falschen zu verteidigen, und er besitzt in sich die Kriterien dafür, nämlich seine eigene implizite Erkenntnistheorie.

Benedikt XVI. hatte bestimmte Forderungen an die Universität gestellt, ausgehend vom Glauben und ihrem Anspruch, die Studierenden nicht nur seelsorgerisch zu begleiten, sondern auch zur Etablierung des Status des an der Universität angestrebten und gelehrten Wissens beizutragen. Papst Leos Rede gibt nur wenige Hinweise in diese Richtung,  weil er einen pastoralen, nicht einen wissenschaftlichen Diskurs wählte. Er rief die Jugend dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen, die Umwelt zu schützen, dem Konsumwahn zu widerstehen und ein Gerechtigkeitsempfinden zu entwickeln. Er zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem Bistum Rom bei der Einrichtung eines humanitären Korridors für Hilfslieferungen nach Gaza.

Dieser unterschiedliche Ansatz mag auch die unterschiedliche Rezeption der beiden Päpste erklären. Benedikt stellte eine bestimmte Universität infrage, Leo hingegen deutlich weniger."

Quelle: S. Fontana, LNBQ

Samstag, 16. Mai 2026

Kardinal W. van Eijk spricht Klartext

La Nuova Bussola Quotidiana veröffentlicht einen Beitrag den  Kardinal Willem Eijk, der Erzbischof und Metropolit von Utrecht, für den National Catholic Register verfaßt hat, in dem er sich mit dem jüngsten  Dokument der Studiengruppe 9 der Synode auseinandersetzt.                                               Hier geht´s zum Original:  klicken

DER SYNODALBERICHT ZUR HOMOSEXUALITÄT MUSS ENTSCHIEDEN ZURÜCKGEWISEN WERDEN

Der jüngste  Bericht  der Studiengruppe 9 der Synode stellt eine beunruhigende Abweichung von der konsequenten Morallehre der katholischen Kirche dar. Obwohl die Autoren behaupten, ihnen fehle „die Kompetenz und vor allem die notwendige kirchliche Vollmacht“, um individuelle moralische Fragen abschließend zu beantworten, untergraben Methodik und Struktur des Berichts systematisch die Fähigkeit der Kirche, ihre eigene Morallehre zu verkünden und anzuwenden. Dies ist kein bloßer technischer Mangel, sondern ein fundamentaler Widerspruch in der katholischen Lehre, der eine entschiedene Antwort erfordert.

Besonders besorgniserregend ist der Umgang des Berichts mit homosexuellen Beziehungen. Das Dokument präsentiert Zeugenaussagen von Menschen mit homosexueller Neigung, ohne den moralischen Rahmen der Kirche zum Verständnis dieser Erfahrungen darzulegen. Der Bericht führt aus, dass einer dieser Zeugen „von der ‚Entdeckung‘ berichtet, dass die Sünde in ihrem Kern nicht in der Beziehung des (homosexuellen) Paares besteht, sondern im ‚Mangel an Glauben‘ an einen Gott, der unsere ‚Erfüllung‘ wünscht.“ Die Autoren des Berichts zitieren diese Aussage unkommentiert und ohne Erläuterung.

Die Argumentation dieses Zeugen  ist grundlegend fehlerhaft. Homosexuelle Handlungen sind in sich böse: Dies ist etablierte katholische Lehre. Ein gläubiger Christ, der solche Handlungen begeht, mangelt es zweifellos an Glauben, da er nicht auf Gottes Gnade vertraut, die ihn vor der Sünde bewahrt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Sünde primär im Mangel an Glauben liegt und nicht in der Handlung selbst, wie der Zeuge suggeriert. Das Versäumnis der Autoren, diesen Punkt zu klären, erzeugt eine gefährliche Zweideutigkeit.

Ein zweites Zeugnis  ist noch problematischer. Dieser Zeuge suchte zunächst Hilfe bei Courage International, dem katholischen Apostolat, das Menschen mit gleichgeschlechtlicher Neigung lehrt, im Einklang mit der kirchlichen Lehre von der Keuschheit zu leben. Der Bericht stellt Courage negativ dar, indem er suggeriert, die Organisation „zerstöre Glauben und Sexualität“ und behauptet fälschlicherweise, sie biete Konversionstherapie an. Der Zeuge findet schließlich Zuflucht in christlichen Gemeinden und bei Priestern, die „Menschen aufnehmen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur LGBTQ-Gemeinschaft abgelehnt werden“. Daraus wird klar geschlossen, dass dieser zweite Zeuge, der sich in einer homosexuellen Beziehung befindet, dies mit der Unterstützung und Billigung dieser Priester und Gemeinden tut. Indem der Bericht diese Zeugenaussagen ohne jegliche theologische Kommentierung hervorhebt, normalisiert er homosexuelle Beziehungen im kirchlichen Kontext. Dies stellt einen klaren Versuch dar, die Verkündigung der katholischen Morallehre zu untergraben.

Das grundlegende Problem liegt im gesamten methodischen Rahmen.Im Bericht ordnen die Autoren alles der Beschreibung eines „synodalen Prozesses“ unter, der sich auf die Praktiken und Erfahrungen der Menschen konzentriert. Sie lehnen explizit ab, was sie als „abstrakte Verkündung und deduktive Anwendung unveränderlich und starr formulierter Prinzipien“ bezeichnen. Stattdessen plädieren sie für eine „fruchtbare Spannung zwischen dem, was in der kirchlichen Lehre und der pastoralen Praxis etabliert ist, und den Lebenspraktiken“.

Papst Leo an die Firmlinge des Erzbistums Genua

vaticannews berichtet über die Worte, die Papst Leo gestern den Firmlingen des Erzbistums Genua mit auf den Weg gegeben hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO AN JUGENDLICHE: BITTE NACH DER FIRMUNG NICHT ABTAUCHEN" 

"Papst Leo XIV. hat Jugendliche dazu aufgerufen, sich auch nach dem Empfang des Firmsakraments noch in der Pfarrei sehen zu lassen.

Die Firmung zu erteilen, gehöre zum Schönsten, was ein Bischof tun könne, sagte der Papst am Samstag zu Firmlingen aus dem Erzbistum Genua. Der Heilige Geist, der bei dem Sakrament herabkomme, verleihe einem nämlich „diesen Enthusiasmus, diese Kraft, den Glauben in einer Welt zu leben, die uns oft weit weg noch Jesus bringen will“, so Leo.

„Aber wenn die Spendung der Firmung eine der größten Freuden eines Bischofs ist, dann gibt es doch etwas anderes, das ihn traurig stimmt – wenn man nämlich die jungen Leute nie wieder zu Gesicht bekommt! Sie verschwinden aus der Pfarrei. Und darum bitte ich Euch um eines: Pflegt besonders die Gabe des Heiligen Geistes, die man Stärke nennt! Vergesst nicht, was ihr in der Zeit der Firmvorbereitung erlebt habt. Zeigt Durchhaltevermögen im Glauben und bleibt der Pfarrei treu – da gibt es so viele Aktivitäten und Möglichkeiten…“

Leo bat die jungen Leute, sich fest vorzunehmen, „Freunde des Herrn zu bleiben, seine Jünger, seine Missionare“, und im Glauben durchzuhalten."

Quelle: vaticannews

Freitag, 15. Mai 2026

Exequien für Kardinal em. E. Tscherrig

unter der Leitung von Papst Leo XIV im Petersdom 

            

Was es mit den Eisheiligen auf sich hat...


Alexander Folz
erklärt in einem Beitrag für CNA, was es mit den "Eisheiligen" auf sich hat.
Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel 

"DIE EISHEILIGEN: AUS DEM BITTGANG DES MAMERTUS WURDE EINE BAUERNREGEL"
erinnert der Autor an die Entstehung der Gedenktage an die Hl. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und „die kalte Sophie“- die Bittage vor Christi Himmelfahrt.
Dabei zitiert er an eine im "Christlichen Forum" veröffentlichte Betrachtun von Pastor Anton Behrens.

Hier geht´s zum Original unter dem Titel: "Flurprozessionen zu Christi Himmelfahrt und die Bauernregel zu den "Eisheiligen": klicken  (...)

Quelle: A. Folz, CNA