unter der Leitung von Papst Leo XIV im Petersdom
Freitag, 15. Mai 2026
Was es mit den Eisheiligen auf sich hat...
Alexander Folz erklärt in einem Beitrag für CNA, was es mit den "Eisheiligen" auf sich hat.
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Wiedergutmachung nach 18 Jahren? Leo XIV & La Sapienza
Stefano Chiappalone kommentiert in LaNuovaBussolaQuotidiana den Besuch Papst Leos XIV in der Römischen Universität LaSapienza - und vergißt nicht, auf die Ausladung Papst Benedikts XVI durch eben diese Universität vor 18 Jahren einzugehen, Hier geht´s zum Original: klicken
"LA SAPIENZA ÖFFNET FÜR LEO DIE TORE, DIE FÜR RATZINGER VERSCHLOSSEN BLIEBEN"
„Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott“: Mit diesen Worten begann der Papst seinen Besuch an der römischen Universität in der Hoffnung auf ein „neues Bildungsbündnis“ mit der Kirche, in deren Rahmen das Studium Urbis entstanden und gewachsen war. Ein Ereignis, das nach Benedikt XVI nach 18 Jahren Gerechtigkeit widerfahren läßt, der - "schuldig gegen den Laizismus" darauf verzichten mußte.
Der Besuch Leos XIV. an der römischen Sapienza-Universität auf das achtzehn Jahre gewartet werden mußte, nachdem Benedikts XVI geplanter Vortrag am 17. Januar 2008 abgesagt worden war. Die angespannte Atmosphäre begann damals mit einem Brief von 67 Professoren, die die Absage der ihrer Ansicht nach „unpassenden Veranstaltung“ forderten. Die Ereignisse gipfelten in der Besetzung des Rektorats durch Demonstranten, die „Papst raus aus der Universität!“ skandierten. Der wohl akademischste Papst der jüngeren Geschichte, obwohl vom Rektor eingeladen, musste seinen Besuch absagen (aber nicht die vorbereitete Rede), weil er der Verletzung des Laizismus „schuldig“ war.
Die Türen, die Ratzinger verschlossen geblieben waren, wurden am Donnerstagmorgen, dem 14. Mai, für Prevost wieder geöffnet. Die Studenten (nicht die des Jahrgangs 2008, aus offensichtlichen Altersgründen) begrüßten ihn mit Applaus – gut 35 Jahre nach dem letzten Papstbesuch, dem von Johannes Paul II. am 10. April 1991, der auf den Besuch von Paul VI. am 14. März 1964 folgte. „Sapienza und die Päpste“ ist auch der Titel der zu diesem Anlass eingerichteten und von Leo XIV. besuchten Ausstellung: eine Verbindung, die bis zu den Anfängen der römischen Universität zurückreicht, zur päpstlichen Bulle „In supremae praeminentia dignitatis“ von Bonifatius VIII., die 1303 die Gründung des Studium Urbis genehmigte.
Leo XIV. stattete der Universitätskapelle, die der Göttlichen Weisheit geweiht war, einen „Pastoralbesuch“ ab, wie er während der ersten Etappe betonte, und formulierte eine kurze, spontane Begrüßung. „Wer sucht, wer studiert, wer die Wahrheit sucht, der sucht letztlich Gott und wird Gott begegnen“: wenige Worte, die gewissermaßen als „Antiphon“ dienten. Und die „Sehnsucht nach Wahrheit“ erschien wieder in seiner Rede in der Aula Magna, die mit Studenten und Dozenten gefüllt war und mit einem Gruß der Rektorin Antonella Polimeni eingeleitet wurde.
„Mit dem Herzen eines Hirten“, begann der Papst seine Ansprache an die Studenten und forderte sie auf, die „widersprüchlichen Gefühle“ zu erforschen, die sie auf ihren Wegen durch die Universitätsstadt beflügeln oder beunruhigen. „Ich stelle mir vor, wie ihr manchmal unbeschwert seid, glücklich in eurer Jugend, die euch selbst in einer von schrecklichem Unrecht geprägten Welt das Gefühl gibt, dass die Zukunft noch geschrieben werden muss und dass sie euch niemand rauben kann.“ Freundschaften und „Begegnungen mit verschiedenen Denkern“ seien während der Studienjahre ebenso prägend gewesen wie das „Streben nach Wahrheit“, das zur Forschung führt. Selbstverständlich, und nicht nur aufgrund der religiösen Zugehörigkeit des Papstes, erwähnte er Augustinus, „der ein unruhiger junger Mann war: Auch er beging schwere Fehler, doch nichts von seiner Leidenschaft für Schönheit und Weisheit ging verloren.“
Donnerstag, 14. Mai 2026
Papst Leo & La Sapienza
Anne Preckel berichtet für vaticannews über die Ansprache, die Papst Leo heute in der Römischen Universität La Sapienza hehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST AN DER UNIVERSITÄT: WELCHEN SINN HAT WISSEN OHNE GEWISSEN?"
Papst Leo hat an einer der größten Universitäten Europas für ein neues Bildungsbündnis des Friedens und der Gerechtigkeit geworben. Vor Studierenden und Lehrenden der römischen Hochschule „La Sapienza“ sprach der Papst am Donnerstag über Frieden, Ökologie, Bildung, Kapitalismus und Identität
Dabei wurde der Papst durchaus konkret: Er kritisierte Aufrüstung und KI-Missbrauch ebenso wie Entmenschlichung und Entfremdung in der Konsum- und Leistungsgesellschaft. Wie sein Vorgänger Papst Franziskus ermutigte Leo junge Menschen, einen Paradigmenwechsel einzuleiten. Gemeinsam sollten sie für Frieden und Menschlichkeit, Gerechtigkeit und den Schutz der Schöpfung eintreten, so der Appell des Papstes an die Studierenden und Lehrenden der größten Universität Italiens.
Sein Besuch solle „ein Zeichen für einen neuen Bildungsbund zwischen der Kirche in Rom“ und der Sapienza-Universität sein, erklärte Leo. Ausführlich beschrieb der Papst den Kontext, in dem Bildung heute stattfindet, und die Rolle, die Wissen heute im Verbund mit Ethik spielen kann
Unerbittliche Leistungsgesellschaft
Feinfühlig ging der Papst auf die Lage junger Lernender ein: Viele junge Menschen seien heute „von widersprüchlichen Gefühlen bewegt“, schwankten zwischen Lebenslust und Zukunftsangst, so der Papst - dass es vielen sogar schlecht gehe, dürfe man nicht verschweigen. Das hat laut Leo mit einem unmenschlichen, reduktionistischen System zu tun, mit einer „Erpressung“ durch Erwartungen und Leistungsdruck, wie er formulierte.
„Es ist die allgegenwärtige Lüge eines verzerrten Systems, das Menschen auf Zahlen reduziert, den Wettbewerb verschärft und uns in Spiralen der Angst versinken lässt. Gerade dieses seelische Unbehagen vieler junger Menschen erinnert uns daran, dass wir nicht die Summe dessen sind, was wir besitzen, und auch keine zufällig zusammengesetzte Materie eines stummen Kosmos. Wir sind ein Verlangen, kein Algorithmus!“
Der Augustiner-Papst verwies auf die Unruhe des heiligen Augustinus, der in seinem Leben zwar Fehler beging, aber für Schönheit und Weisheit brannte. Wesentliche Aufgabe im Leben eines jeden sei es, „wir selbst zu sein“, so der Papst. Er ermutigte die jungen Menschen aus aller Welt, ihre Studienzeit für Begegnungen zu nutzen: „Wir sind unsere Beziehungen, unsere Sprache, unsere Kultur“, schärfte er ein.
Hunderte von Fragen
Papst Leo bedankte sich für die Hunderten von Fragen, die er von den Studierenden erhalten hatte – er könne nicht alle beantworten, werde diese Themen aber im Gedächtnis behalten, versicherte er. Die Jugend halte Erwachsenen mit ihren Fragen den Spiegel vor, verdeutlichte der Papst. Eine Kernfrage: „Welche Welt hinterlassen wir?“
„Eine Welt, die leider durch Kriege und Kriegsrhetorik entstellt ist“, antwortete Leo XIV. mit Blick auf die aktuelle Weltlage. „Es handelt sich um eine Verfälschung der Vernunft, die von der geopolitischen Ebene aus in jede soziale Beziehung eindringt. Die Vereinfachung, die Feinde schafft, muss daher korrigiert werden, insbesondere an den Universitäten, durch die Achtung vor der Komplexität und die kluge Aneignung der Erinnerung.“
Insbesondere aus dem „Drama des 20. Jahrhunderts“ müssten Lehren gezogen werden, erinnerte der Papst, der Ruf „Nie wieder Krieg!“ müsse überall verinnerlicht werden. Leo XVI. betonte den Einklang der Päpste und der italienischen Verfassung, die Krieg ablehne. Es gelte mit dem Gerechtigkeitssinn der Jugend ein „geistiges Bündnis“ einzugehen, um Ideologien und Nationalismen zu verhindert.
Christi Himmelfahrt
Vaticannews veröffentlicht einen Beitrag zum heutigen Hochfest Christi Himmelfahrt.
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"CHRISTI HIMMELFAHRT"
"Am vierzigsten Tag nach Ostern feiern die Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Eigentlich gehört es noch zum österlichen Pascha-Geheimnis hinzu: rettender Durchgang des Herrn durch den Tod ins Leben, an dem wir Anteil erhalten. Darum wurde der Festinhalt früher an Ostern – oder erst an Pfingsten – mitgefeiert. Nur bei Lukas in der Apostelgeschichte wird die Aussage über die Erhöhung des Auferstandenen zu Gott von der Auferstehung getrennt und auch zeitlich unterschieden.
Papst Benedikt XVI. schrieb über Christi Himmelfahrt in seinem Buch „Jesus von Nazareth“ (2. Band – Seite 306f):
„Die letzten Sätze des Lukas-Evangeliums lauten: ‚Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück…’ Dieser Abschluss verwundert uns…. Wir würden erwarten, dass sie ratlos und traurig zurückblieben…. Sie hatten einen Auftrag erhalten, der unausführbar schien… Wie sollte sein endgültiges Scheiden von ihnen sie nicht traurig machen?
Daraus folgt, dass die Jünger sich nicht verlassen fühlen. Dass sie Jesus nicht als weit von ihnen in einen unzugänglichen Himmelentschwunden ansehen. Sie sind offenbar einer neuen Gegenwart Jesu gewiss. Sie sind sich gewiss, dass er gerade jetzt auf eine neue und machtvolle Weise bei ihnen gegenwärtig ist. Sie wissen, dass die „Rechte Gottes“, zu der er „erhöht ist“, eine neue Weise seiner Gegenwart einschließt, dass er nun unverlierbar bei ihnen ist, so wie eben nur Gott uns nahe sein kann.
„Himmelfahrt ist nicht Weggehen in eine entfernte Zone des Kosmos, sondern die bleibende Nähe, die die Jünger so stark erfahren, dass daraus beständige Freude wird“
Die Freude der Jünger nach seiner „Himmelfahrt“ korrigiert unser Bild von diesem Ereignis. „Himmelfahrt“ ist nicht Weggehen in eine entfernte Zone des Kosmos, sondern die bleibende Nähe, die die Jünger so stark erfahren, dass daraus beständige Freude wird…
Die Rede von der Wolke – in die Jesus entschwindet – stellt das Entschwinden Jesu nicht als Reise zu den Sternen, sondern als Eintreten ins Geheimnis Gottes dar.
Gott ist nicht in einem Raum neben anderen Räumen. Gott ist Gott – er ist Voraussetzung und Grund aller Räumlichkeiten, die es gibt, aber nicht selbst einer davon… Seine Gegenwart ist nicht räumlich, sondern eben göttlich. `Zur Rechten Gottes sitzen` bedeutet Teilhabe an dieser Räumlichkeit Gottes. …
Jesu Weggehen ist ein Kommen, eine neue Weise der Nähe, bleibende Gegenwart… Weil Jesus beim Vater ist, ist er nicht fort, sondern in unserer Nähe.“
„Dennoch bleibt Jesus in den Begebenheiten der menschlichen Geschichte mit der Macht und den Gaben seines Geistes gegenwärtig und wirksam; er steht einem jeden von uns zur Seite: auch wenn wir ihn nicht mit den Augen sehen – er ist da!“
Papst Franziskus wiederum erklärte den Gehalt von Christi Himmelfahrt folgendermaßen:
„Jesus bricht auf, er wird in den Himmel emporgehoben, das heißt er kehrt heim zum Vater, von dem er in die Welt gesandt wurde. Er hat seine Arbeit getan, daher kehrt er zum Vater zurück. Doch es handelt sich nicht um eine Trennung, da er in einer neuen Weise für immer bei uns bleibt. Mit seiner Himmelfahrt zieht der auferstandene Herr den Blick der Apostel – und auch unseren Blick – zum Himmel empor, um uns zu zeigen, dass das Ziel unseres Weges der Vater ist. Er selbst hatte gesagt, dass er weggehen würde, um uns einen Platz im Himmel zu bereiten. Dennoch bleibt Jesus in den Begebenheiten der menschlichen Geschichte mit der Macht und den Gaben seines Geistes gegenwärtig und wirksam; er steht einem jeden von uns zur Seite: auch wenn wir ihn nicht mit den Augen sehen – er ist da! Er begleitet uns, er führt uns, er nimmt uns bei der Hand und richtet uns wieder auf, wenn wir fallen.”
Christi Himmelfahrt ist Feiertag in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und vielen anderen Ländern, allerdings nicht in Italien. Dort ist das Fest staatlicherseits auf den nächsten Sonntag verschoben. In Deutschland wird an diesem Tag auch Vatertag gefeiert."
Quelle: vaticannews
Ein Papst kehrt in La Sapienza zurück
Anläßlich des bevorstehenden Besuchs Papst Leos XIV in der Römischen Universität La Sapienza erinnert Edward Pentin in einem Beitrag für den NewCatholicRegister NCR an ein Ereignis während des Pontifikats Papst Benedikts XVI. Hier geht´s zum Original: klicken
"LEO XIV KEHRT IN LA SAPIENZA ZURÜCK - WO BENEDIKT XVI ZUM SCHWEIGEN GEBRACHT WURDE"
18 Jahre nachdem Proteste Benedikt zur Absage zwangen, enthüllt diese Episode an eine größere Kluft zwischen Glauben und Vernunft und die oftmals falsche säkulare Toleranz.
Die Italienische Polizei blockierte deb Haupteingang der Römischen Univerität La Sapienza, als Studenten am 17. Januar 2008 gegen Benedikt XVI protetierten.
Wenn Papst Leo XIV Donnerstag in Roms Ladazu zwang Sapienza -Universität spricht, wird er ...vermeiden, die Benedikt XVI vor 18 Jahren dazu zwang, seinen Besuch wegen der anwachsenden Proteste abzusagen.
Nie zuvor war ein Papst gezwungen worden, eine Rede in irgendeiner Universität in der Statd abzusagen. Die Sapienza wurde ironischerweise von Papst Bonifaz VIII gegründet, uns ihm folgte der Besuch seiner Nachfolger - Hl. Johannes Paul II 1991 und Hl. Paul VI 1964. Die Vorlesung Benedikts, selbst ein renommierter Professor, wurde erwartet.
Aber als der Termin näher kam, wurde die Opposition größer. Am 15. Januar 2008 - gerade 2 Tage vor seinem Besuch- unternahm der Papst den präzedenzlosen Schritt seinen BBEsuch abzusagen, nachdem der Italienische Innenminister sagte, daß es zu einem Zusammenstoß zwischen Extremistischen Gruppen kommen könnte. Der damalige Kardinal-Staatssekretär tarcisio Bertone sagte, diese Entscheidung sei der "vorsichtige Weg, um jedem Vorwwand für Demonstrationen zuvorzukommen, die für alle unerfreulich gewesen wären." Benedikt schickte der Uniiversität statt dessen seinen vorbereiteten Text.
Ich erinnere mich gut, über die Geschichte berichtet zu haben, weil die Absahe das kirchliche, zivile und akademische Establishment schockierte und den Italienischen Präsidenten ind den Vikar Roms dazu veranlaßte, ihre Unterstützung auszudrücken, obwohl nur wenige prominente Personen dem folgen. Wichtiger war, daß sich durch diese Affäre eine tiefere Kluft zwischen den Ansprüchen der Katholischen Tradition - spetiell über Glauben und Vernunft- und einer säkularen liberalen Kultur herauskristalliisierte, die sich selbst als retional, tolernt und inklusiv präsenteirt, das aber in der Praxis häufig nicht ist.
Unmittelbarer Auslöser war eine Bemerkung Benedikts in einer Rede, die er 18 Jahre zuvor- als Kardinal Joseph Ratzinger-gehalten hatte, ironischerweise ebenso in La Sapienza, in der er den Agnostischen Amerikanisch-Österreichischen Wissenschaftsphilosophen Paul Feyerabend zitiert hatte, Feyerabend hatt argumeniterit, daß zur Zeit Galileos "die Kirche der Vernunft gegenüber treuer war als Galileo selbst" und daß das Urteil der Kirche bzgl. der breiteren ethischen und sozialen Belange "vernünftiger und gerechter war".
Der Punkt, den Kardinal Ratzinger betonte, war, daß die Galileo-Affäre nicht auf eine simple Geschichte der Oppoition der Kirche gegen die Wissenschaft reduziert werden sollte, wie es das von der Aufklärung entwickelte Narrativ behauptete, Stattdessen pflegte er zu argumentieren, daß die modernen Diskussionen über Wissenschaft, Vernunft und Verantwirtung komplizierter sind. Indem er Feyerbend (und den deutschen Physiker und Philosophen Carl Friedrich von Wezzäcker, der in Nazi-Deutschland auf dem Gebiet der Nuklearphysik forschte) zitierte, bewies er, daß sogar nichtreligiöse Denker Galileo benutztenm um zu fragen, ob die Wissenschaft es immer besser weiß, besonders wenn der wissencschaftliche Fortschritt ernsten Schaden verursachen kann. Er bemerkte, daß Weizäcker einen sehr direkten Weg beschrieb, der von Galileo zur Atombombe führt.
Die Proteste an der La Sapienza gingen jedoch an Ratzingers eigentlichem Punkt vorbei und nutzten diesen stattdessen als Vorwand für einen weitgehend ideologisch motivierten Protest, der behauptete, der Glaube stehe im Widerspruch zum wissenschaftlichen Fortschritt. Marcello Cini, ein älterer Physikdozent, der die Proteste anführte, warnte davor, es sei „gefährlich“, wenn der Papst das Wort ergreife; er unterstellte Benedikt, er wolle die Wissenschaft unter die „Pseudorationalität religiöser Dogmen“ „zwingen“. Der Besuch, so Cini, bedrohe die Autonomie sowohl der Kultur als auch der Universität.
Neben Einwänden gegen Benedikts Bezug auf Galileo monierten Kritiker, eine päpstliche Ansprache an einer öffentlichen, säkularen Institution sei „unangemessen“ – und beriefen sich dabei auf die langjährige Unabhängigkeit der „La Sapienza“, ungeachtet ihrer päpstlichen Gründung. Insgesamt unterzeichneten 67 Professoren – von den rund 4500 Dozenten und Forschenden der Universität – einen Brief gegen den Besuch, während etwa 100 Studenten demonstrierten.
Doch genau solche Einwände hatte Benedikt bereits in jenem Vortrag vorweggenommen, den er nie persönlich gehalten hat. Er betonte, dass sowohl das Papsttum als auch die Universität der Wahrheit verpflichtet seien – wenngleich auf unterschiedlichen Wegen. Der Papst, so schrieb er, verordne den Glauben nicht „auf autoritäre Weise“, sondern stelle die moralische und intellektuelle Tradition der Kirche der öffentlichen Vernunft zur Erörterung. Die Universität ihrerseits strebe nach der Wahrheit durch die Vernunft, verwurzelt in der sokratischen Befragung und im historischen Wechselspiel zwischen Glaube und Vernunft.
Er warnte davor, die Vernunft auf bloße Nützlichkeit oder wissenschaftlichen Positivismus zu reduzieren und dabei die tieferen Fragen nach dem Sinn und dem Guten aus den Augen zu verlieren. "Was ist das Gute, das uns wahr macht?“, fragte Benedikt. „Die Wahrheit macht uns gut, und die Güte ist Wahrheit. Dies ist der Optimismus, der im christlichen Glauben lebt, weil ihm die Schau des Logos geschenkt wurde – jener schöpferischen Vernunft, die sich in der Menschwerdung Gottes zugleich als das Gute, als die Güte selbst offenbart hat.“
Letztlich betonte er, dass sowohl das Papsttum als auch die Universität eine „Sensibilität für die Wahrheit“ bewahren müssten, und ermutigte die Menschen – insbesondere im akademischen Leben –, weiterhin nach moralischer und geistiger Wahrheit zu suchen, selbst wenn dies herausfordernd sei. „Die Gefahr für die westliche Welt besteht nun darin, dass der Mensch – gerade angesichts der Größe seiner Weisheit und Macht – vor der Frage nach der Wahrheit kapitulieren könnte“, warnte er. „Und dies bedeutet zugleich, dass die Vernunft am Ende unter dem Druck von Partikularinteressen und unter der Verlockung des Nützlichkeitsdenkens zusammenbricht und gezwungen ist, genau dies als das letzte Kriterium anzuerkennen.“
In einem Beitrag für den *L’Osservatore Romano* verteidigte der Mathematiker Giorgio Israel von der Universität La Sapienza Benedikt und wies auf die Ironie hin, dass gerade jene, die sich auf Voltaires berühmtes Plädoyer für die Meinungsfreiheit beriefen, dem Papst das Recht auf freie Rede absprachen. Die italienischen Universitäten, so merkte er an, stünden jeder Form des Ausdrucks offen – außer, so schien es, jener des Papstes."
Hätten sich die Protestierer doch nur die Mühe gemacht, Benedikts Rede in ihrer Gesamtheit zu lesen – so schrieb Israel –, weil ihr Thema die Vertrauenskrise in die Wissenschaft selbst war und als Beispiel dafür den Wandel der Haltung im Fall Galileo anführte.
Auch die Hochschulpolitik, ein tief verwurzelter Antiklerikalismus sowie eine weitgehend feindselige italienische Presse trugen zu dieser Auseinandersetzung bei. Doch die tiefere Ironie blieb bestehen: Jene, die Benedikt vorwarfen, er sei gegen die wissenschaftliche Methode, spiegelten faktisch genau jene Intoleranz wider, die sie der Kirche zuschrieben – indem sie eine Stimme zum Schweigen brachten, deren Ansichten sie nicht teilten.
Wie Israel es formulierte, enthüllte diese Episode eine Strömung der säkularen Kultur, die „nicht argumentiert, sondern dämonisiert; die nicht diskutiert, sondern Monster erschafft“. In diesem Sinne war der Versuch, die Ansprache des Papstes zu unterbinden, nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein zivilgesellschaftliches Versagen.
Mit großer Aufmerksamkeit wird man beobachten, wie Papst Leo XIV. auf die Absage Benedikts zurückblicken wird – oder ob er dies womöglich unterlassen wird.
Quelle: E. Pentin, NCR
Mittwoch, 13. Mai 2026
Erinnerung: Heute vor 45 Jahren
am 13. Mai 1981 fand auf dem Petersplatz während der Generalaudienz das Attentat auf Papst Johannes Paul II statt. Bei vaticannews erinnern auch Stefanie Stahlhofen und Amedeo Lomonaco daran. Hier geht´s zum Original. klicken
Unter dem Titel:
"13. MAI 1981. ATTENTAT AUF JOHANNES PAUL - ERINNERUNG"
beginnt der Beitrag so - ZITAT
"Papst Leo XIV. hat vor seiner Generalaudienz diesen Mittwoch auf dem Petersplatz einen kurzen Stopp gemacht, um am Gedenkstein zu beten, der auf dem Pflaster des Platzes an das Attentat auf Papst Johannes Paul II. erinnert, der vor genau 45 Jahren, am 13. Mai 1981 bei seiner damaligen Generalaudienz angeschossen wurde. Wir erinnern mit Tönen aus unserem Archiv.
An jenem Mittwoch vor 45 Jahren, dem 13. Mai 1981, war der Himmel über Rom klar und der Petersplatz anlässlich der Generalaudienz mit Pilgern überfüllt. Zahlreiche Ordensleute, Schulklassen, Touristen und Gruppen von Gläubigen aus verschiedenen Regionen Italiens und aus dem Ausland waren zur Audienz angereist. Papst Johannes Paul II., der erste polnische Papst in der Geschichte der Kirche, war auf dem Platz und grüßte die Gläubigen. Die Stimmung war festlich. Doch plötzlich fallen Schüsse, der Papst sinkt blutüberströmt zu Boden. Kurz darauf wird er mit einem Krankenwagen in das päpstliche Gemelli-Krankenhaus gebracht. " (...)
Quelle: vaticannews
Katechese & Erinnerung an das Attentat auf Johannes Paul II
vaticannews veröffentlicht die Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz. Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST ERINNERT AN DAS ATTENTAT AUF JOHANNES PAUL II VON 1981. MARIA ALS VORBILD UND MUTTER DER KIRCHE"
Am Gedenktag der seligen Jungfrau Maria von Fatima hat der Papst bei seiner Generalaudienz an Papst Johannes Paul II. erinnert, der vor 45 Jahren auf dem Petersplatz Opfer eines Attentats wurde. In seiner Katechese ging Leo XIV. auf die Gottesmutter als Vorbild und Mutter der kirchlichen Gemeinschaft ein.Am 13. Mai 1981 wurde der polnische Papst bei einem Anschlag auf dem Petersplatz angeschossen und überlebte nur knapp. Daran erinnerte Leo XIV. an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz. Bei der Fahrt im Papamobil über den Petersplatz hielt er an der Stelle an, wo der polnische Papst 1981 niedergeschossen wurde, und kniete an dem Gedenkstein nieder, der dort in den Boden eingelassen ist.
Papst Leo vor dem Gedenkstein, der an das Attentat von 1981 erinnert (Foto vatican media)
Attentat auf Johannes Paul II. vor 45 Jahren
Johannes Paul II. hatte sein Überleben des Attentats, das sich exakt am Jahrestag der ersten Marienerscheinungen von Fatima ereignete, dem Eingreifen der Madonna zugeschrieben. Er ließ eine der Attentatskugeln später in die Krone der Madonna von Fatima einsetzen. Der Gedenktag der seligen Jungfrau Maria von Fatima erinnert an die erste der sechs Marienerscheinungen im Jahr 1917, bei der die Muttergottes in Portugal drei Hirtenkindern erschien.Dienstag, 12. Mai 2026
Fundstück
CNA zitiert den Beitrag, den der Theologen Elmar Nass für das Kölner domradio- unter dem Titel:
"Im Geist versöhnter Freundschaft" verfaßt hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"SOZIALETHIKER ELMAR NASS: EUROPA MUSS SICH IM KAMPF DER KULTUREN BEHAUPTEN"
Der Beitrag beginnt so - ZITAT
Der an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) lehrende Sozialethiker Elmar Nass hat betont, mittelfristig müsse Europa sich „im realen Kampf der Kulturen behaupten“.
„Langfristig sollte es diesen Kampf nicht mehr geben“, fuhr er in einem Beitrag für das Kölner Domradio am Samstag fort, also „kein Gegeneinander mehr, sondern ein bereicherndes Miteinander der verschiedenen sozialen Visionen. Im Geist versöhnter Freundschaft. Das ist die globale Mission, und hoffentlich mehr als bloße Utopie.“
Heute sei festzustellen, dass „wirtschaftliche Bündnisse“ allein nicht reichen: „Das Ziel europäischer Einigkeit ist dringender denn je. Und die kann nicht allein auf Ökonomie fußen. Vielmehr braucht es auch eine Vision der Werte, welche die Menschen und Völker freundschaftlich verbindet.“ (...)
Quelle: CNA
Nuntius Filipazzi über unsere Berufung als Christen
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" Ein Christ ist dazu berufen, seinen Glauben zu kennen, über ihn nachzusinnen, ihn klar artikulieren zu können und ihn auch zu verteidigen. Das erklärte der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Antonio Guido Filipazzi, während der Feierlichkeiten zum Erzdiözesanfest, die am 10. Mai dieses Jahres auf dem Adalbertshügel in Danzig stattfanden.
Der Apostolische Nuntius dankte Erzbischof Tadeusz Wojda SAC, dem Metropoliten von Danzig, für die Einladung zum gemeinsamen Gebet. In seiner Predigt merkte er an, dass – genau wie es die Christen seit den Anfängen der Kirche getan haben, indem sie sich an den Gräbern der Märtyrer versammelten – „so auch wir uns heute versammelt haben, um die Eucharistie an einem Ort zu feiern, der an die letzte Mission des großen Bischofs, des heiligen Adalbert, erinnert.“ (...)
Quelle: kathnet
Montag, 11. Mai 2026
Audienz
Mario Galgano berichtet für vaticannews über das Treffen Papst Leos XIV mit Mitgliedern der Vatican Observatory Foundtion (Stiftung der Vaticanischen Sternwarte). Hier geht´s zum Original: klicken
"PAPST AN DIE STIFTUNG DER STERNWARTE: AUCH ARME HABEN DAS RECHT, DIE STERNE ZU SEHEN"
Papst Leo XIV. hat diesen Montag im Vatikan Mitglieder des Verwaltungsrats der „Vatican Observatory Foundation“ (Stiftung der Vatikanischen Sternwarte) empfangen. Er würdigte die Arbeit der in den USA ansässigen Stiftung als zentralen Dienst für die Weltkirche.
In seiner Rede vor dem rund 30 Audienz-Teilnehmern erinnerte Leo XIV. auf die Neugründung der Sternwarte durch seinen Namensvetter Leo XIII. vor 135 Jahren. Damals sei es darum gegangen, die Vereinbarkeit von Kirche und Wissenschaft zu demonstrieren. Heute verortet der Papst die Herausforderung jedoch an anderer Stelle. Er stellte fest, dass sowohl Wissenschaft als auch Religion mit der Leugnung objektiver Wahrheiten konfrontiert seien. „Zu viele in unserer Welt weigern sich anzuerkennen, was sowohl die Wissenschaft als auch die Kirche deutlich lehren – dass wir eine feierliche Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten und für das Wohlergehen derer tragen, die auf ihm leben und für die Natur“, erklärte der Papst. Er verknüpfte so wissenschaftliche Erkenntnis direkt mit der Verantwortung gegenüber Gruppen von benachteiligten Menschen, deren Leben durch die Ausbeutung von Mensch und Natur gefährdet sei und mit dem Schutz der Schöpfung.
„Zu viele in unserer Welt weigern sich anzuerkennen, was sowohl die Wissenschaft als auch die Kirche deutlich lehren – dass wir eine feierliche Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten und für das Wohlergehen derer tragen, die auf ihm leben“
Zunehmende Lichtverschmutzung
Besondere Bedeutung maß der Papst der Astronomie bei. Er bezeichnete den Blick auf die Gestirne als ein Geschenk, das jedem Menschen unabhängig von seinem sozialen Status zustehe. Die Betrachtung des Himmels lade dazu ein, menschliche Ängste im Licht der Unermesslichkeit Gottes zu sehen. Leo XIV. warnte jedoch vor zunehmender Lichtverschmutzung: Er griff einen Gedanken von Papst Benedikt XVI. auf und merkte an, dass künstliches Licht den Blick auf die von Gott gesetzten Lichter am Himmel zunehmend versperre.
Die Arbeit der „Vatican Observatory Foundation“ bezeichnete der Papst als essenziell, um den Dialog mit der weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten. Durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung sei es möglich, Studenten aus aller Welt den Zugang zur Astronomie zu ermöglichen und Bildungsprogramme in katholischen Schulen und Pfarreien anzubieten.
Theologische Grundlage der Sternwarte
Abschließend erläuterte Leo XIV. die theologische Grundlage des wissenschaftlichen Engagements der vatikanischen Sternwarte in Castelgandolfo. Da sich Gott laut der christlichen Lehre durch die Schöpfung offenbare, sei das Verlangen, das Universum zu verstehen, ein Spiegel der Sehnsucht nach Gott. „Der Hunger, die Schöpfung besser zu verstehen, ist nichts Geringeres als ein Abbild jenes ruhelosen Verlangens nach Gott, das im Zentrum jeder Seele liegt“, so der Papst. Zum Abschluss der Audienz beteten alle dann noch gemeinsam mit dem Papst das Vaterunser.
„Der Hunger, die Schöpfung besser zu verstehen, ist nichts Geringeres als ein Abbild jenes ruhelosen Verlangens nach Gott, das im Zentrum jeder Seele liegt
Die Vatican Observatory Foundation
Bei der Gruppe, die Papst Leo XIV. in Audienz empfing, handelt es sich um die Mitglieder des Vorstands der Vatican Observatory Foundation. Diese Stiftung mit Sitz in den USA (Tucson, Arizona) wurde gegründet, um die wissenschaftliche Arbeit der Vatikanischen Sternwarte (Specola Vaticana) in Castelgandolfo finanziell zu unterstützen. Während die Gehälter der Jesuiten-Astronomen und die Grundkosten der Gebäude vom Vatikanstaat getragen werden, finanziert die Stiftung durch private Spenden moderne Forschungsprojekte, die Wartung technologischer Infrastruktur – wie das „Vatican Advanced Technology Telescope“ (VATT) in Arizona – sowie internationale Bildungsprogramme und Sommerkurse für junge Wissenschaftler. Die Stiftung fungiert somit als Brücke zwischen der kirchlichen Forschungseinrichtung und der globalen Wissenschaftsförderung."
Quelle: M. Galgano, vaticannews