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Sonntag, 19. April 2026
Rosenkranzgebet II
Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews - hier geht´s zum Original: klicken
PAPST IN ANGOLA: "DIE LIEBE MUSS TRIUMPHIEREN, NICHT DER KRIEG"
Mit einem Rosenkranzgebet im Marienwallfahrtsort „Mamā Muxima“ hat Papst Leo den achten Tag seiner 11-tägigen Apostolischen Reise auf den afrikanischen Kontinent ausklingen lassen. In seiner Ansprache vor mehr als 30.000 Anwesenden rief das katholische Kirchenoberhaupt zum Bau einer „besseren Welt auf, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt.“
„Mamā Muxima“ ist einer der meistfrequentierten christlichen Pilgerorte südlich der Sahara; ein Papst war allerdings bisher noch nie hierhergekommen. Kein Wunder also, dass der Gast aus Rom vor der Wallfahrtskirche von einer begeisterten Menschenmenge und fröhlichen Gesängen empfangen wurde. Das Heiligtum Mamā Muxima – was in der im Norden Angolas am häufigsten gesprochenen Sprache Kimbundu „Mutter des Herzens“ bedeutet – wurde im 17. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut. Fast 300 Jahre lang war dieser Ort ein Treffpunkt für Sklaven, die an die Küste gebracht wurden, um ihre Reise ohne Wiederkehr auf den amerikanischen Kontinent anzutreten. Heute finden hier jedes Jahr von August bis September nationale Wallfahrten statt, an denen Tausende von Menschen teilnehmen.
Vertreter der örtlichen Jugend und Mitglieder der Legion Mariens rezitierten in verschiedenen Sprachen die fünf Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes. Zwischendurch wurde Maria immer wieder um Fürsprache für die Menschen dieses geplagten Landes gebeten: junge Studenten, Arbeitslose und Gefangene, „die Kinder Angolas, deren Rechte oft missachtet werden, damit auch sie, wie das Jesuskind, in Gnade und Heiligkeit wachsen“, Familien und Ordensleute. Und es wurde auch darum gebetet, dass „die Muttergottes von Muxima Papst Leo XIV. ihre mütterliche Gegenwart spüren lasse, ihn in das unermessliche Licht Gottes einhülle und ihn in ihrem Unbefleckten Herzen bewahre.
Mamā Muxima: Mutter des Herzens
„Wir befinden uns in einem Heiligtum, in dem seit Jahrhunderten so viele Männer und Frauen gebetet haben, in freudigen Momenten, aber auch in traurigen und sehr schmerzlichen Zeiten der Geschichte dieses Landes,“ stellte Papst Leo in seiner Ansprache am Ende des Rosenkranzgebets fest. „Hier setzt sich Mamā Muxima seit langem im Verborgenen dafür ein, das Herz der Kirche lebendig und pulsierend zu erhalten, ein Herz, das aus Herzen besteht: aus euren Herzen und denen so vieler Menschen, die lieben, beten, feiern, weinen.“
Den Nächsten lieben mit einem mütterlichen Herzen
Maria, die „Mutter des Herzens“, höre also allen zu, nehme alle auf und bete für alle. Die Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse lasse uns in einer Liebe wachsen, die der Liebe Marias gleiche, betonte der Papst. Und das nehme auch uns in die Pflicht, jeden Menschen mit mütterlichem Herzen zu lieben und uns für das Wohl der anderen einzusetzen, vor allem der Ärmsten.
„Eine Mutter liebt ihre Kinder, auch wenn sie sich voneinander unterscheiden, alle gleichermaßen und von ganzem Herzen,“ so Papst Leo. „Auch wir wollen vor der Mutter unseres Herzens versprechen, dasselbe zu tun, indem wir uns unermüdlich dafür einsetzen, dass es niemandem an Liebe mangelt und damit auch nicht an dem, was notwendig ist, um in Würde zu leben und glücklich zu sein: damit die Hungrigen zu essen haben, damit alle Kranken die notwendige Pflege erhalten, damit den Kindern eine angemessene Bildung garantiert wird, damit die Älteren ihre Jahre in Ruhe genießen können. An all diese Dinge denkt eine Mutter. An all diese Dinge denkt Maria, und sie lädt auch uns ein, mit ihr für andere zu sorgen.“
Der Auftrag an die jungen Menschen: Aufbau einer Welt, in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen inspirieren
Die Muttergottes bitte uns also, „wie sie Gerechtigkeit und Frieden zu stiften.“ Und dieser Auftrag richte sich besonders an die jungen Menschen.
„Auch euch vertraut die Mutter des Himmels nämlich ein großes Projekt an: das einer besseren, gastfreundlichen Welt, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt, und in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen, Strukturen und Programme zum Wohl aller immer mehr inspirieren und prägen.“
„Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg!“
Frieden ist also kein fernes Ideal. Er wächst überall dort, wo Menschen lieben, handeln, Verantwortung füreinander übernehmen.
Foto: Vatican Media
„Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg! Das lehrt uns das Herz Mariens, das Herz der Mutter aller. Machen wir uns also von diesem Heiligtum aus auf den Weg, als „Engel-Boten“ des Lebens, um allen die Liebkosung Mariens und den Segen Gottes zu bringen,“ so der abschließende Appell von Papst Leo beim Rosenkranzgebet in Angola."
Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews
Heute vor 21 Jahren...
am 19. April 2005 ging Kardinal Joseph Ratzinger als Papst Benedik XVI aus dem Konklave hervor.
Wortlaut der Predigt
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" Liebe Brüder und Schwestern",
"mit dankbarem Herzen feiere ich die Eucharistie in eurer Mitte. Ich danke Gott für dieses Geschenk und euch für den festlichen Empfang!
An diesem dritten Sonntag der Osterzeit hat der Herr durch das Evangelium von den Jüngern von Emmaus zu uns gesprochen (vgl. Lk 24,13–35). Lassen wir uns von diesem Wort des Lebens erleuchten.
Zwei Jünger des Herrn brechen mit verwundeten und traurigen Herzen von Jerusalem auf, um in ihr Dorf Emmaus zurückzukehren. Sie haben den Tod jenes Jesus gesehen, auf den sie vertraut hatten und dem sie gefolgt waren, und nun kehren sie enttäuscht und niedergeschlagen in ihre Häuser zurück. Unterwegs »unterhielten sie sich miteinander über alles, was geschehen war« (V. 14). Sie haben das Bedürfnis darüber zu sprechen, sich noch einmal zu erzählen, was sie gesehen haben, das Erlebte zu teilen – freilich auf die Gefahr hin, im Schmerz gefangen zu bleiben und sich der Hoffnung zu verschließen.
„Dieses wunderschöne und doch so verwundete Land, das nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit hungert und dürstet“
Brüder und Schwestern, in dieser einleitenden Begebenheit aus dem Evangelium sehe ich die Geschichte Angolas widergespiegelt, dieses wunderschönen und doch so verwundeten Landes, das nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit hungert und dürstet. Tatsächlich erinnert das Gespräch der beiden Jünger auf dem Weg, die mit Betrübnis an das denken, was ihrem Meister widerfahren ist, an das Leid, das euer Land gezeichnet hat: einen langen Bürgerkrieg mit seinen Nachwirkungen in Form von Zwietracht und Spaltung, Verschwendung von Ressourcen und Armut.
Wenn man lange Zeit in eine Geschichte eingetaucht ist, die so sehr von Schmerz geprägt ist, läuft man Gefahr, das Gleiche zu erleben wie die beiden Jünger von Emmaus: die Hoffnung zu verlieren und von Entmutigung gelähmt zu bleiben. Sie gehen zwar weiter, doch sind sie noch immer in den Ereignissen von vor drei Tagen gefangen, als sie Jesus sterben sahen; sie unterhalten sich miteinander, doch ohne auf einen Ausweg zu hoffen; sie sprechen noch immer von dem, was geschehen ist, mit der Mühe derer, die weder wissen, wie sie neu beginnen sollen, noch ob dies überhaupt möglich ist.
„Die Bruchstücke der Geschichte wieder zusammenfügen und über den Schmerz hinausschauen“
Meine Lieben, die Frohe Botschaft des Herrn ist auch heute für uns genau diese: Er lebt, er ist auferstanden und geht an unserer Seite, während wir den Weg des Leidens und der Bitterkeit beschreiten; dabei öffnet er uns die Augen, damit wir sein Wirken erkennen können, und schenkt uns die Gnade, neu anzufangen und wieder an der Zukunft zu arbeiten.
Der Herr gesellt sich zu den beiden enttäuschten und kaum hoffenden Jüngern und hilft ihnen als ihr Wegbegleiter, die Bruchstücke dieser Geschichte wieder zusammenzufügen, über den Schmerz hinauszuschauen und zu entdecken, dass sie auf ihrem Weg nicht allein sind und dass eine Zukunft auf sie wartet, in der der Gott der Liebe noch immer wohnt. Und als er bei ihnen am Abend verweilt, sich zu Tisch setzt und das Brot bricht, »da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn« (V. 31).
So ist auch für uns, für euch, liebe angolanische Brüder und Schwestern, der Weg zum Neuanfang vorgezeichnet: einerseits die Gewissheit, dass der Herr uns begleitet und Erbarmen mit uns hat, andererseits der Einsatz, den er von uns verlangt.
„Magische und abergläubische Elemente sind dem geistlichen Weg nicht förderlich“
Die Gemeinschaft mit dem Herrn erfahren wir vor allem in der Beziehung zu ihm, im Gebet, im Hören auf sein Wort, das unser Herz wie das der beiden Jünger entflammt, und vor allem in der Feier der Eucharistie. Hier begegnen wir Gott. Deshalb gilt es stets, jene Formen traditioneller Religiosität wachsam im Auge zu behalten, die zwar zweifellos zu den Wurzeln eurer Kultur gehören, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die dem geistlichen Weg nicht förderlich sind. Bleibt den Lehren der Kirche treu, vertraut euren Hirten und richtet euren Blick fest auf Jesus, der sich insbesondere im Wort und in der Eucharistie offenbart. In beidem erfahren wir, dass der auferstandene Herr an unserer Seite wandelt, und vereint mit ihm überwinden auch wir den Tod, der uns bedrängt, und leben als Auferstandene.
In illo tempore
Fr. John Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken
"IN ILLO TEMPORE: SONNTAG DES GUTEN HIRTEN- ZWEITER SONNTAG NACH OSTERN"
Der zweite Sonntag nach Ostern im traditionellen römischen Ritus wird Sonntag des Guten Hirten genannt. Dieser Beiname ist wohlverdient. Das Evangelium präsentiert Christi Rede in Johannes 10, der erste Petrusbrief enthält die Geschichte vom leidenden Knecht Jesajas, und die römische Station war in der Antike der Petersdom auf dem Vatikanischen Hügel, am Grab des ersten und wichtigsten Schafhirten . Die Messe ist von einem einzigen Bild durchdrungen, das jedoch vielschichtiger und tiefgründiger ist, als es sentimentale Frömmigkeit gewöhnlich zulässt. Christus ist der Gute Hirte. Er kennt seine Schafe. Er ruft sie. Er sucht sie. Er sammelt sie. Er gibt sein Leben für sie. Er ist auch, in den eindringlichen Worten des Petrus, der Hirte und Bischof eurer Seelen.
Der Titel aus 1 Petrus 2,25 verdient Beachtung. Petrus schreibt an Christen, die in Kleinasien verfolgt werden und dem Feuer ausgesetzt sind. Er stellt ihnen das Leiden Christi nicht bloß als fernes Objekt der Bewunderung vor Augen, sondern als Vorbild, dem sie selbst nacheifern.
„Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat und euch ein Beispiel hinterlassen hat, damit ihr seinen Spuren folgt“ (V. 21).
Die christliche Berufung hat je nach Lebensstand viele Formen, doch allen zugrunde liegt ein einziger, universeller Ruf: dem Herrn auch im Leiden zu folgen. Dies ist kein zufälliges Anhängsel der Jüngerschaft, keine unglückliche Begleiterscheinung der Religion. Petrus sagt: „Dazu seid ihr berufen.“ Der Jünger folgt dem Meister, wohin der Meister auch geht, so wie Schafe dem Hirten folgen.
Petri Bezugnahme auf Jesaja 53 vertieft diesen Gedanken. Christi Leiden ist unschuldiges Leiden. „Er hat keine Sünde getan, kein Betrug war auf seinen Lippen“ (V. 22). Der leidende Knecht „tat seinen Mund nicht auf“; „kein Betrug war in seinem Mund“; „durch seine Wunden sind wir geheilt“. Petrus zieht diese Parallelen zur Passion Christi und überträgt sie dann auf das Leben der Christen. Leiden an sich ist der Menschheit gemein. Petrus spricht vom Leiden als Christ, vom Leiden in Gemeinschaft mit Christus, vom Leiden, das mit Unschuld, Geduld und Nächstenliebe ertragen werden kann. Es gibt Leiden, das entsteht, weil Menschen Böses tun und dafür bestraft werden. Petrus hat kein Interesse daran, dies zu verherrlichen. An anderer Stelle sagt er: „Keiner von euch soll als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder Unruhestifter leiden“ (1 Petrus 4,15). Doch: „Wenn jemand als Christ leidet, soll er sich nicht schämen, sondern Gott unter diesem Namen verherrlichen.“ Diese Unterscheidung ist wichtig. Christliches Leiden ist nicht bloßer Schmerz. Es ist Leiden, das in Christi gehorsames Opfer einbezogen ist.
Deshalb gehören das Bild des Hirten und das Kreuz zusammen. Im Evangelium sagt der Herr: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.“ Er sagt dies zu Menschen, die die Heilige Schrift kannten. Sie kannten Psalm 23 (in der Vulgata Psalm 22): „Der Herr ist mein Hirte.“ Sie kannten Hesekiel 34 mit seiner scharfen Anklage gegen falsche Hirten, die sich selbst ernährten und die Herde zerstreuten. Sie wussten, dass Gott verheißen hatte, selbst zu kommen, seine Schafe selbst zu suchen, sie selbst zu erretten und zugleich „meinen Knecht David“ über sie zu setzen. Wenn Christus also sagt: „Ich bin der gute Hirte“, beansprucht er mehr als nur seelsorgerische Fürsorge. Er stellt sich in die Reihe der göttlichen Verheißungen. Der kommende Hirte sollte nicht einfach ein weiterer religiöser Führer unter vielen sein. Er sollte der davidische Hirte sein und, in der vollen Kraft Hesekiels, Gott mit seinem Volk.
Der Kontrast zum Mietling verdeutlicht alles. Der Mietling flieht, weil die Schafe ihm nicht wirklich gehören. Er hat keine innere Bindung zu ihnen. Er kalkuliert Risiken. Er stellt sich selbst über die Herde. Christus hingegen sagt: „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne“ (Johannes 10,14-15). Das ist eine gewaltige Steigerung des Begriffs „erkennen“. Es ist nicht bloße Erkenntnis, nicht nur die oberflächliche Kenntnis eines Hirten. Der Sohn kennt den Vater in der ewigen Vertrautheit von Liebe und Selbsthingabe. Christus stellt die Herde in den Glanz dieser Beziehung. Die Herde kennt ihn, weil die Gnade ein echtes Band geschaffen hat. Die Schafe hören seine Stimme, folgen ihm und werden in dieser Nachfolge zur Einheit geführt. „Es wird eine Herde und ein Hirte sein“ (Johannes 10,16).
Samstag, 18. April 2026
Fliegende Pressekonferenz
Salavtore Cernuzio berichtet bei vaticannews Hier geht´s zum Original: klicken
"BIN IN AFRIKA FÜR DIE KATHOLIKEN, NICHT UM MIT TRUMP ZU DEBATTIEREN"
Auf seinem Flug nach Luanda hat der Papst Kamerun für die Gastfreundschaft gedankt. Zugleich stellte er vor Journalisten klar, dass er kein Interesse habe, mit Trump zu debattieren. Seine Reden für Afrika seien bereits Wochen zuvor vorbereitet worden und dürften nicht als Replik auf Aussagen des US-Präsidenten fehlinterpretiert werden.
Mit Blick auf seine Reise nach Kamerun, das er vom 15.-18. April besucht hat, dankte der Papst für den außergewöhnlichen Empfang, den das zentralafrikanische Land ihm bereitet hatte. „Ich bin glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben“, sagte Leo XIV. vor den mitreisenden Journalisten auf seinem Flug nach Angola, der dritten Etappe seiner Afrikareise. Zu seinem Aufenthalt in Kamerun zog er eine durchweg positive Bilanz. Kamerun sei ein Land, das „in vielerlei Hinsicht das Herz Afrikas darstellt: englisch- und französischsprachig, mit etwa 250 lokalen Sprachen und einer großen Vielfalt an ethnischen Gruppen“.
Nur wenige Minuten nach dem Start ging der Papst zu den mitreisenden Journalisten, dankte ihnen für ihre Arbeit („Ich hoffe, Sie hatten eine schöne Zeit in Kamerun“) und klärte einige Fragen, die die Interpretation seiner Äußerungen der letzten Tage betrafen.
Unzutreffende Darstellung
„Es hat sich eine gewisse Darstellung verbreitet, die nicht ganz zutreffend ist, und zwar aufgrund der politischen Situation, die entstanden ist, als der Präsident der Vereinigten Staaten am ersten Tag der Reise einige Äußerungen über mich gemacht hat“, erklärte Papst Leo in Bezug auf die Vorwürfe, die Donald Trump ihm Anfang der Woche gemacht hatte und zu denen der Papst selbst beim Auftakt seiner Afrikareise, auf dem Flug nach Algerien, Stellung genommen hatte. Doch während der US-Präsident – und auch sein Stellvertreter JD Vance – in den folgenden Tagen weiterhin Kommentare gegen den Papst abgaben, war die Angelegenheit für den Papst bereits am ersten Tag abgeschlossen. Daher auch die Bemerkung gegenüber den Journalisten.
„Ein Großteil dessen, was seitdem geschrieben wurde, ist nichts anderes als ein Kommentar über einen Kommentar, in dem versucht wird, das Gesagte zu interpretieren“, betonte Leo XIV. Ein Beispiel dafür ist die wichtige Ansprache, die er am 16. April beim Gebetstreffen für den Frieden gehalten hat. Diese Ansprache, erklärte der Papst, „war zwei Wochen zuvor vorbereitet worden, lange bevor der Präsident sich zu mir und zu der Friedensbotschaft, für die ich mich einsetze, äußerte. Dennoch wurde sie so interpretiert, als würde ich versuchen, erneut mit dem Präsidenten zu debattieren, was keineswegs in meinem Interesse liegt“.
Frieden und Dialog zwischen den Religionen stiften
„Ich komme vor allem als Hirte“
Wie bereits auf dem Hinflug bekräftigte Papst Leo erneut seine Mission: „Ich komme vor allem als Hirte, als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Afrika, um mit allen afrikanischen Katholiken zusammen zu sein, mit ihnen zu feiern, sie zu ermutigen und zu begleiten.“
Der Besuch hat jedoch noch weitere Dimensionen - der Papst erwähnte in diesem Zusammenhang das „ausgezeichnete Treffen“ mit einer Gruppe von Imamen in der Nuntiatur von Yaoundé. Es sei notwendig, „weiterhin den Dialog, die Förderung der Geschwisterlichkeit, des Verständnisses, der Akzeptanz und der Friedensstiftung mit Menschen aller Glaubensrichtungen zu fördern, wie wir es bereits an anderen Orten tun und wie es Papst Franziskus während seines Pontifikats getan hat“.
Zufrieden zeigte sich der Papst auch über das Treffen an der Katholischen Universität Zentralafrikas vom Freitag in Kamerun, wo er ein „wunderschönes“ Denkmal mit der Landkarte Afrikas und dem heiligen Augustinus im Zentrum gesegnet hat: „Dieses Denkmal drückt einen Teil dessen aus, wofür diese Kirche steht.“
Das Evangelium verkünden
In seiner Gruß an die Journalisten sprach der Papst auch das brisante Thema der „ungleichen Verteilung des Reichtums“ an, das in ganz Afrika zu beobachten ist. Insbesondere Kamerun, sagte er, „ist ein Land voller Möglichkeiten, aber auch voller Herausforderungen“.
Jetzt Angola, ein Weg, der weitergeht: „Lasst uns weiterhin die Botschaft des Evangeliums verkünden“, bekräftigte der Papst und hob die Schönheit des Christseins hervor, das bedeute, „Christus nachzufolgen, Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit zu fördern, auf den Herrn zu vertrauen, aber auch nach Wegen zu suchen, um Gerechtigkeit in unserer Welt zu fördern. Frieden in unserer Welt zu fördern“.
Dank an Kamerun
Über den einzigen kamerunischen Journalisten an Bord des Papstfluges, Charles Ebune von Cameroon Radio Television (CRTV), sprach Papst Leo XIV. dem gesamten kamerunischen Volk seinen Dank aus „für den wunderbaren Empfang, die große Begeisterung und die Freude der Menschen. Es war einfach fantastisch!“. „Außergewöhnlich“, so der Papst, sei auch die Tatsache, dass „durch diese gemeinsame Begeisterung“ viele Menschen entdeckt hätten, „wie wunderbar es ist, Nachfolger Jesu Christi zu sein und gemeinsam unseren Glauben zu feiern“. „Ich bin sehr glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben“, so Leo.
„See you in Angola“
Zum Schluss noch ein Dankeschön und ein Gruß an die rund 70 im Flugzeug anwesenden Journalisten: „Ich freue mich sehr, euch alle zu begrüßen und euch für die Arbeit zu danken, die ihr leistet. Ich hoffe, dass der Herr uns alle auf dieser Reise weiterhin segnen möge. See you in Angola!“
Quelle: S. Cernuzio, vaticannews
Freitag, 17. April 2026
Rede in der Universität von Yaoundé
Vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Rede, die Papst Leo XIV heute Nachmittag in der Katholischen Universität von Zentralafrika in Yaoundé gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"WORTLAUT: PAPST LEO XIV IN DER KATHOLISCHEN UNIVERSITÄT IN KAMERUN"
die sechste Ansprache des Kamerun-Besuchs der Afrikareise von Papst Leo XIV.. Er hielt sie diesen Freitagabend (17.4.2026) beim Besuch der Katholischen Universität Zentralafrikas in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. Wir dokumentieren die Rede in vollen Wortlaut und offizieller Übersetzung auf Deutsch.
Herr Großkanzler, liebe Mitbrüder im Bischofsamt,
Herr Rektor, verehrte Mitglieder des Lehrkörpers,
liebe Studentinnen und Studenten,
sehr geehrte Autoritäten,
meine Damen und Herren!
Es ist mir eine große Freude, euch in dieser Katholischen Universität Zentralafrikas zu begegnen, an diesem Ort der Exzellenz für die Forschung, die Wissensvermittlung und die Bildung vieler junger Menschen. Den akademischen Verantwortlichen spreche ich meinen Dank für ihren herzlichen Empfang und für ihr unermüdliches Engagement im Dienst der Bildung aus. Dass diese Einrichtung, die 1989 von der Vereinigung der Bischofskonferenzen Zentralafrikas gegründet wurde, zu einem Leuchtturm geworden ist, welcher der Kirche und Afrika bei ihrer Suche nach der Wahrheit und bei der Förderung von Gerechtigkeit und Solidarität zugutekommt, ist ein Grund zur Hoffnung.
Heute ist es mehr denn je nötig, dass die Universitäten – und erst recht die katholischen Hochschulen – zu echten Lebens- und Forschungsgemeinschaften werden, die die Studenten und Dozenten in eine Gemeinschaft des Wissens einführen, die dazu dient »gemeinsam die Erfahrung der Freude der Wahrheit zu machen und ihre Bedeutung sowie die praktischen Auswirkungen gründlich zu untersuchen. Das, was das Evangelium und die Lehre der Kirche heute fördern sollen – und zwar in großzügiger und offener Synergie mit allen positiven Instanzen, die das Wachstum eines universalen menschlichen Bewusstseins nähren –, ist eine wahre Kultur der Begegnung, ja eine Kultur der Begegnung zwischen allen echten und vitalen Kulturen dank einem gegenseitigen Austausch der je eigenen Gaben in jenem lichtvollen Raum, den die Liebe Gottes allen seinen Geschöpfen eröffnet. Wie Papst Benedikt XVI. betont hat, ist die Wahrheit […] „lógos“, der „diá-logos“ schafft und damit Austausch und Gemeinschaft bewirkt« (Franziskus, Apostolische Konstitution Veritatis gaudium, 4b).
„Während nämlich viele Menschen weltweit ihre spirituellen und ethischen Orientierungspunkte zu verlieren scheinen und in Individualismus, Äußerlichkeiten und Heuchelei ihre Freiheit verlieren, ist die Universität par excellence ein Ort der Freundschaft und der Zusammenarbeit, der Innerlichkeit und der Reflexion“
In ihren Anfängen im Mittelalter gaben ihr ihre Gründer als Ziel die Wahrheit vor. Auch heute sind Dozenten und Studenten aufgerufen, sich die gemeinsame Suche nach der Wahrheit als Ziel und zugleich als Lebensstil vorzunehmen, da, wie der heilige John Henry Newman schrieb, »sich in Gott alle wahren Grundsätze erfüllen, alle Phänomene konvergieren nach ihm hin « (vgl. Hl. J.H. Newman, The Idea of a University, II, 3).
Andererseits ist das, was Newman kindly light nannte, also »das Licht des Glaubens, da es ja mit der Wahrheit der Liebe vereint ist, nicht etwa fern von der materiellen Welt, denn die Liebe wird immer in Leib und Seele gelebt. Das Licht des Glaubens ist ein inkarniertes Licht, das von dem leuchtenden Leben Jesu ausgeht. Es erleuchtet auch die Materie, baut auf ihre Ordnung und erkennt, dass sich in ihr ein Weg der Harmonie und des immer umfassenderen Verstehens öffnet. So erwächst dem Blick der Wissenschaft ein Nutzen aus dem Glauben: Dieser lädt den Wissenschaftler ein, für die Wirklichkeit in all ihrem unerschöpflichen Reichtum offen zu bleiben. Der Glaube ruft das kritische Bewusstsein wach, insofern er die Forschung daran hindert, sich in ihren Formeln zu gefallen, und ihr zu begreifen hilft, dass die Natur diese immer übersteigt. Indem er zum Staunen angesichts des Geheimnisses der Schöpfung einlädt, weitet der Glaube die Horizonte der Vernunft, um die Welt, die sich der wissenschaftlichen Forschung erschließt, besser zu durchleuchten« (Franziskus, Enzyklika Lumen fidei, 34).
„Das Licht des Glaubens ist ein inkarniertes Licht, das von dem leuchtenden Leben Jesu ausgeht. Es erleuchtet auch die Materie, baut auf ihre Ordnung und erkennt, dass sich in ihr ein Weg der Harmonie und des immer umfassenderen Verstehens öffnet“
Meine Lieben, Afrika kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die allzu engen Horizonte einer Menschheit zu erweitern, der es schwerfällt zu hoffen. Auf eurem großartigen Kontinent ist die Forschung in besonderer Weise herausgefordert, sich interdisziplinären, internationalen und interkulturellen Perspektiven zu öffnen. Und heute müssen wir dringend über den Glauben innerhalb der kulturellen Kontexte und aktuellen Herausforderungen nachdenken, um seine Schönheit und Glaubwürdigkeit in den verschiedenen Zusammenhängen hervortreten zu lassen, insbesondere in denen, die am stärksten von Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Konflikten sowie materiellem und spirituellem Verfall geprägt sind.
„Afrika kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die allzu engen Horizonte einer Menschheit zu erweitern, der es schwerfällt zu hoffen. Auf eurem großartigen Kontinent ist die Forschung in besonderer Weise herausgefordert, sich interdisziplinären, internationalen und interkulturellen Perspektiven zu öffnen“
Die Bedeutung einer Nation lässt sich nicht allein anhand des Reichtums ihrer natürlichen Ressourcen oder des materiellen Wohlstands ihrer Institutionen bemessen. Tatsächlich kann keine Gesellschaft gedeihen, wenn sie sich nicht auf redliche Gewissen gründet, die zur Wahrheit erzogen wurden. In diesem Sinne erinnert euch das Motto eurer Universität »Im Dienst der Wahrheit und der Gerechtigkeit« daran, dass das menschliche Gewissen – verstanden als das innere Heiligtum, in dem sich Männer und Frauen von der Stimme Gottes ansprechen lassen – der Boden ist, auf dem die rechten, soliden Fundamente jeder Gesellschaft errichtet werden können. Freie Gewissen zu formen, die von einer heiligen Unruhe erfüllt sind, ist die Voraussetzung dafür, dass der christliche Glaube als ein zutiefst menschliches Angebot erscheint, das in der Lage ist, das Leben der Einzelnen und der Gesellschaft zu verwandeln, in Bezug auf die Dramen und die Nöte unserer Zeit prophetische Veränderungen in Gang zu setzen und zu einer immer weitergehenden, nie an ein Ende kommenden Suche nach Gott zu ermutigen.
„Heute müssen wir dringend über den Glauben innerhalb der kulturellen Kontexte und aktuellen Herausforderungen nachdenken, um seine Schönheit und Glaubwürdigkeit in den verschiedenen Zusammenhängen hervortreten zu lassen, insbesondere in denen, die am stärksten von Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Konflikten sowie materiellem und spirituellem Verfall geprägt sind“
Es ist tatsächlich das Gewissen, wo sich das moralische Urteilsvermögen entwickelt, mit dem wir in Freiheit nach dem suchen, was wahr und recht ist. Wenn man sich um ein gebildetes und redliches Gewissen bemüht, dann wird es zur Quelle eines kohärenten Handelns werden, das auf das Gute, die Gerechtigkeit und den Frieden ausgerichtet ist.
„In Freiheit nach dem suchen, was wahr und recht ist. Wenn man sich um ein gebildetes und redliches Gewissen bemüht, dann wird es zur Quelle eines kohärenten Handelns werden, das auf das Gute, die Gerechtigkeit und den Frieden ausgerichtet ist“
In den heutigen Gesellschaften, und somit auch in Kamerun, ist eine Erosion der moralischen Bezugspunkte zu beobachten, die einst das Leben der Gemeinschaft prägten. Das führt dazu, dass man heute bestimmte Verhaltensweisen, die einmal als inakzeptabel galten, leichtfertig billigt. Diese Entwicklung lässt sich zum Teil mit gesellschaftlichen Veränderungen, wirtschaftlichen Zwängen und politischen Dynamiken erklären, die das individuelle und gemeinschaftliche Verhalten beeinflussen. Die Christen und ganz besonders die jungen afrikanischen Katholiken dürfen keine Angst vor den „neuen Dingen” haben. Gerade eure Universität kann Pioniere eines neuen Humanismus im Kontext der digitalen Revolution heranbilden, von der der afrikanische Kontinent nicht nur die faszinierenden Aspekte, sondern auch die dunkle Seite kennt, wie etwa die ökologischen und sozialen Schäden, die durch die hektische Suche nach Rohstoffen und Seltenen Erden verursacht werden. Schaut nicht weg: Dies ist ein Dienst an der Wahrheit und an der gesamten Menschheit. Ohne diese mühsame Bildungsarbeit wird die passive Anpassung an die vorherrschenden Denkweisen als Kompetenz und der Verlust von Freiheit als Fortschritt missverstanden werden.
Die Predigt
vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die PApst Leo während der Hl. Messe n Douala healten hat. Hier geht´s zum Original: klicken
"WORTLAUT DER PREDIGT BEI DER MESSE IN DOUALA"
Liebe Brüder und Schwestern,
das Evangelium, das wir gerade gehört haben (Joh 6,1-15), ist ein Wort des Heils für die gesamte Menschheit. Überall wird diese Gute Nachricht heute verkündet, die für die Kirche in Kamerun als eine providentielle Botschaft der Liebe Gottes und unserer Gemeinschaft erklingt.
Das Zeugnis des Apostels Johannes berichtet uns nämlich von einer großen Menschenmenge (vgl. VV. 2-5), so wie dieser hier. Für all die Menschen ist jedoch nur sehr wenig zu essen da: lediglich »fünf Gerstenbrote und zwei Fische« (V. 9). Angesichts dieses Missverhältnisses fragt Jesus uns heute so, wie er damals seine Jünger gefragt hatte: Wie wollt ihr dieses Problem lösen? Ihr seht, wie viele hungrige Menschen es gibt, die von der Mühsal erschöpft sind. Was tut ihr?
Diese Frage richtet sich an uns alle: Sie richtet sich an die Väter und Mütter, die sich um ihre Familien kümmern. Sie richtet sich an die Hirten der Kirche, die die Herde des Herrn hüten. Sie richtet sich an alle mit gesellschaftlicher und politischer Verantwortung für das Wohl des Volkes. Christus richtet diese Frage an die Mächtigen und die Schwachen, an die Reichen und die Armen, an die Jungen und die Alten, weil wir alle gleichermaßen Hunger haben. Diese Bedürftigkeit erinnert uns daran, dass wir Geschöpfe sind. Wir müssen essen, um zu leben. Wir sind nicht Gott. Aber wo ist Gott angesichts des Hungers der Menschen?
„Die Vermehrung der Brote und Fische geschieht im Teilen: Das ist das Wunder!“
Während Jesus auf unsere Antworten wartet, gibt er die seine: »Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen« (V. 11). Ein ernstes Problem wird gelöst mit der Segnung der wenigen vorhandenen Speisen und mit ihrer Verteilung an alle, die Hunger haben. Die Vermehrung der Brote und Fische geschieht im Teilen: Das ist das Wunder! Es gibt Brot für alle, wenn man es allen gibt. Es gibt Brot für alle, wenn es nicht mit Händen genommen wird, die es für sich behalten, sondern mit Händen, die es weiterschenken. Betrachten wir die Geste Jesu genau: Wenn der Sohn Gottes das Brot und die Fische nimmt, sagt er zuallererst Dank. Er ist dem Vater dankbar für ein Gut, das zur Gabe und zum Segen für das ganze Volk wird.
Es gibt reichlich Essen
Auf diese Weise gibt es reichlich Essen: Es wird nicht aus Not rationiert, es wird nicht im Streit geraubt, es wird nicht von denen verschwendet, die sich vor den Augen derer vollstopfen, die nichts zu essen haben. Als es von den Händen Christi in die Hände seiner Jünger übergeht, vermehrt sich das Essen für alle, ja, es ist im Überfluss vorhanden (vgl. VV. 12-13). Beeindruckt von dem, was Jesus getan hat, rufen die Menschen aus: »Das ist wirklich der Prophet« (V. 14), also derjenige, der im Namen Gottes spricht, das Wort des Allmächtigen. Das ist zwar wahr, doch Jesus verwendet diese Worte nicht, um einen persönlichen Erfolg zu erzielen: Er will kein König werden (vgl. V. 15), denn er ist gekommen, um in Liebe zu dienen, nicht um zu herrschen.
Das Wunder, das er vollbracht hat, ist ein Zeichen dieser Liebe: Es zeigt uns nicht bloß, wie Gott die Menschheit mit dem Brot des Lebens nährt, sondern auch, wie wir diese Nahrung allen Männern und Frauen bringen können, die wie wir nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hungern. Jede Geste der Solidarität und Vergebung, jede Initiative des Guten ist ein Bissen Brot für die Menschheit, die der Fürsorge bedarf. Und doch reicht dies nicht aus. Der Nahrung, die den Leib stärkt, muss nämlich mit gleicher Liebe die Nahrung für die Seele beigegeben werden, eine Nahrung, die unser Gewissen nährt und uns in dunklen Stunden der Angst, in der Finsternis des Leidens, Halt gibt. Diese Nahrung ist Christus, der seine Kirche stets überreich nährt und uns auf unserem Weg durch seinen Leib stärkt
Schwestern und Brüder, die Eucharistie, die wir feiern, wird somit zur Quelle eines erneuerten Glaubens, weil Jesus unter uns gegenwärtig ist. Das Sakrament erneuert nicht nur die Erinnerung an ein lang zurückliegendes Ereignis, sondern begründet eine Weg-Gemeinschaft, die uns verwandelt, weil sie uns heiligt. Selig, die zum Mahl des Herrn geladen sind! Bei der Eucharistie wird dieses Gastmahl selbst zu einer Botschaft der Hoffnung in den Prüfungen der Geschichte und in den Ungerechtigkeiten, die wir um uns herum sehen. Es wird zum Zeichen der Liebe Gottes, der uns in Christus einlädt, das zu teilen, was wir haben, damit es sich in der geschwisterlichen kirchlichen Gemeinschaft vermehrt.