Freitag, 27. Januar 2023

Christliche Kunst

 "Gnadenmadonna"  Domenico Ghirlandaio,  1472 

Neues vom Malteser Orden

Nico Spuntoni kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die Entwicklung beim Malteser Orden, der gerade zu einem Generalkapitel zusammengetroffen ist.  
Hier geht´s zum Original:  klicken

NACH DER KONTROVERSE

"MALTESER ORDEN: EIN GENERALKAPITEL ZUR BESEITIGUNG DER SPANNUNGEN"  

Nach dem "Erdbeben" im letzten September mit der Absage der vorherigen Gipfeltreffen und einer Art Malta-Leaks, die darauf abzielten die Reform des päpstlichen Delegierten für den Orden zu schwächen trifft sich jetzt der Souveräne Malteser Orden in Arricia. Der Papst möchte die religiöse Dimension wieder in den Mittelpunkt des Ordens stellen. 

In der Casa Divin Maestro von Ariccia, dort, wo gewöhnlich die geistlichen Exerzitien der Römischen Kurie abgehalten werden, die aber in diesem Jahr auf Geheiß von Franziskus nicht stattfinden sollen, begann vor zwei Tagen das lange erwartete außerordentliche Generalkapitel des Souveränen Malteserordens.

Das Klima in den Castelli Romani unterscheidet sich stark von dem, das in den letzten Jahren auf dem Gipfel des Sommers herrschte. Zu erwägen ist dabei das vom Papst im vergangenen September gewünschte Erdbeben mit der Absetzung der bisherigen Amtsinhaber der führenden Ämter und ihrer Ersetzung durch Männer des neuen Kurses, getreu zur bisherigen Arbeit des Sonderdelegierten Kardinal Silvano Maria Tomasi und seines vertrauten Kirchenrechtlers, Kardinal Gianfranco Ghirlanda.

Eine Entscheidung, die durch den sehr starken Widerstand unvermeidlich wurde, auf den die Reform der Verfassungscharta und des Kodex des Souveränen Malteserordens, die von Tomasis Team ausgearbeitet wurde, in der alten Führung der Smom stieß, die vor allem mit dem ehemaligen Großkanzler Albrecht von Boeselager verbunden war.. Innerhalb des ältesten religiös-militärischen Ordens war eine Art Malta-Leaks mit kontinuierlichen Lecks entfesselt worden, das wahrscheinlich darauf abzielte, die Reformpläne von Tomasi-Ghirlanda zu schwächen.

Die Unzufriedenheit hingegen war nicht verborgen geblieben und hatte sich auch in öffentlichen Protestbriefen und parallelen Gremien gezeigt, die dazu beigetragen hatten, das Bild ziemlich unübersichtlich zu machen. Der Papst bemühte sich bis zuletzt darum, den Dialog zwischen denen, die eine Wiederherstellung der Zentralität des religiösen Charakters des Ordens forderten, und denen, die stattdessen das Gespenst des Verlusts der Souveränität heraufbeschworen, offen zu halten. Am Ende,  entschied sich Franziskus angesichts des sogenannten deutschen Flügels, der zunehmend gegen die neuen Regeln auf die Barrikaden ging, sein Vertrauen in seinen Sonderbeauftragten zu bestätigen und die Regierung neu zu  gestalten, indem er die neue Verfassungscharta und den Kodex des Malteserordens verkündete.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute in Fortsetzung seines gestrigen Beitrags über die ausgefallene Revolution der Anglikaner als Reaktion aus eine Bibelübersetzung. 
Hier geht´s zum Original: klicken

          "DIE REVOLUTION DIE ES NICHT GAB"(2)

Es gab eine Zeit, in der es aus Gründen der Achtung verboten war, in Andachtsbüchern für Katholische Laien eine Übersetzung des in profane Landessprachen übersetzten Messe-Kanons zu drucken. Diese Zeit war erkennbar vorüber als am 10. September 1948 der Generalvikar von Westminster, E. Morrough  Bernard  den Herren Burns Oates und Washbourne Ltd, , den Heruasgebern beim Hl. Stuhl das Imprimatur für Das Missale im Lateinischen und Englischen Text des Missale Romanum mit Englischen Rubriken und in einer neuen Übersetzung erteilt wurde. (Andere Verleger sollten 1957, 1958, 1960 und 1962 folgen)

Dies war eine üppige Ausgabe des Römischen Messbuchs für Laien. Ich schreibe „großzügig“; zum Beispiel druckte es vollständig die Anordnungen für die niedrige und für die hohe Messe; es enthielt alle angemessenen Messen für die Diözesen von England, Wales und Schottland. Und den Appendix pro aliquibus locis. Aber mehr noch: "Die Übersetzung der ... Schriftstellen im gesamten Band stammt von Right Reverend Mgr R. A. Knox."

Natürlich waren diese alltagssprachlichen Passagen nicht für den Gebrauch im öffentlichen Gottesdienst gedacht. Diese massive Vitrine für die "Knox-Bibel“ sollte die private Anbetung unter denen fördern, die in ihrer Muttersprache lesen und schreiben können, aber dem Latein des Messbuchs nicht gewachsen sind. Es sollte dazu beitragen, daß eine gebildete Öffentlichkeit sich die Reichtümer des (traditionellen) Römischen Ritus aneignen und wertschätzen konnte. Ein sehr 'vierziger' und sehr lobenswertes Projekt! Aber in einer Zeit, in der die "liturgische Bewegung“ die "Volkssprache“ auf die Tagesordnung gesetzt hatte, war das sicherlich auch ein starker Hinweis in eine bestimmte Richtung.

Übrigens wurden die Gebete von Reverend J. O'Connell, M.A., und H. P. R. Finberg, M.A., F.R.Hist.S. (1900-1974) überaetzt. Die Beteiligung von Pater O'Connell, Herausgeber (einer Ausgabe nach der anderen) von The Ceremonies of the Roman Rite Described, deutete auf das halb etablierte Erscheinungsbild des Unternehmens hin. Aber keiner der beiden sollte ein fundamentalistischer Traditionalist werden; Finberg, als katholischer Laie ein großer Mann, mit breiten akademischen Interessen, würde für ICEL arbeiten. Sein Einfluss dort war konservativ: Er war der Meinung, daß "wenn die Liturgie Ausdrücke verwendet, die dem Zeitgeist zuwiderlaufen oder zu widersprechen scheinen, wir uns durch sie belehren lassen, unsere manchmal hohlen Vorstellungen zu ändern, anstatt sie unter dem Vorwand der Übersetzung umzugestalten, um der Mode des Tages zu entsprechen ... die Wahrheit ist, daß sich die Übersetzer bewusst oder unbewusst dem Einfluss von Kritikern gebeugt haben, die einen Großteil des römischen Kanons für den zeitgenössischen Geist als abstoßend empfinden."

Anglia non est totus orbis. 1952 wurde ein Band mit dem Titel "Das kleine Brevier“ auf Niederländisch veröffentlicht. Es bestand aus einer abgekürzten Form des Brevier-Offiziums im Volksmund. Es kam mit fruchtiger Ermutigung des Vatikansheraus: "Ich beeile mich, Ihnen mitzuteilen, daß der Summus Pontifex das Buch mit dem Titel ´Das kleine Brevier‘, das Sie auf Niederländisch herausgebracht haben, für höchstes Lob verdient. Eine lang ersehnte Hoffnung ist jetzt auf exzellente Weise - hervorragend- erfüllt worden. Seine Heiligkeit ist entzückt und gratuliert Ihnen dazu, daß Sie mit einem Werk dieser Art zur weiteren Verbreitung der Verehrung der Liturgie beigetragen haben ... Seine Heiligkeit befürwortet von ganzem Herzen die Verwendung von 'The Kleines Brevier" sowohl von Ordensgemeinschaften, deren etablierte Lebensweise es zulässt, als auch von Laien ..."

Diese Laudatio ist von Jo Bapt. Montini Subst. unterzeichnet. Was von dem? rufen Sie jetzt alle.   

1957 erschien dieses Werk in englischer Sprache (Burns and Oates) mit einem Birmingham Imprimatur. Kardinal Griffin steuerte ein Vorwort bei, das klar den kulturellen Hintergrund offenlegt: "Das wachsende Interesse an der heiligen Liturgie ... herzliche Zustimmung des Heiligen Stuhls ... hohes Lob des Heiligen Vaters, Papst Pius XII. Dieses Brevier erfüllt einen großer Bedarf ... Lateinkenntnisse werden spärlich sein oder ganz fehlen ... " Ein Vorwort eines Redemptoristen-Oberen fügt hinzu, daß das Offizium in seiner Kurzform "doch nicht länger als das Kleine Offizium Unserer Lieben Frau“ ist. Ich heben das so hervor, damit diejenigen Laiengemeinschaften, die nicht kanonisch an das volle Brevier-Officium gebunden sind und bisher das Officium Parvum BMV verwendet haben, sehr gut daran tun würden, stattdessen das Kleine Brevier zu übernehmen.

Das Vorwort der Englischen Ausgabe macht klar, daß dieses Buch dem Römischen Missale folgt und Mgr. Knox´ Bibelübersetzung benutzt, sowie die Übersetzung der Gebetstexte von O´Connell und Finberg.

Also: die englische Katholische Kirche war gut ausgerüstet für eine liturgische Evolution , in der die Tradition respektiert und sanft behandelt werden konnte; und eine hausgemache Gelehrtheit von der Feder an und im Stil von Msgr. Knox hätten dominiert.

Ich betrachte das als zu großem Bedauern verpaßte Gelegenheit. Die Richtlinien, die stattdessen folgten, hinterließen uns in der aktuellen katastrophalen Situation. Die 1940-er waren ein besseres Jahrzehnt als die 1960-er! Stimmte die zufällige Vorliebe des Vaticans mit der Welt in weltweiten Sprachgruppen zu interagieren wirklich mit dem Prinzip der Subsidiarität überein?"

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke 

Fundstück

kathnet veröffentlicht die Meldung, die das Magazin focus heute als Facsimile eines Briefes des verstorbenen Benedikts XVI an Peter Seewald (dessen neues Buch "Benedikts Vermächtnis"  kurz vor der Veröffentlichung der Veröffentlichung steht) veröffentlicht hat.
Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"HAUPTURSACHE FÜR DEN RÜCKTRITT BENEDIKTS WAR SEINE SCHLAFLOSIGKEIT" 

beginnt der Beitrag so - ZITAT    

"Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet über einen letzten Brief von Papst em. Benedikt XVI. an seinen Biographen Peter Seewald. Angestoßen wurde die Focus-Berichterstattung durch das Buch von Peter Seewald, "Benedikts Vermächtnis“, dessen Erscheinen im Hamburger Verlag Hoffmann und Campe unmittelbar bevorsteht. In dem Brief Benedikts, den der „Focus“ (mit Ausnahme eines kleinen geschwärzten Absatzes) in voller Länge als Fotodokument veröffentlicht und den Seewald als authentisch bestätigt hat, schrieb Benedikt neu Wochen vor seinen Tod, dass ihn seit dem Weltjugendtag in Köln (2005) „die Schlaflosigkeit“ „ununterbrochen begleitete“.  (...)

Quelle: kathnet, P. Seewald, Hoffmann & Campe, Focus

Fides et Ratio

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae die Überlegungen zur die Enzyklika Fides et  Ratio, den Alberto Strumia für Il Pensiero Cattolico verfaßt hat. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, wir schenken euch diese Überlegungen von Pater Alberto Strumia über die Beziehung zwischen Glaube und Vernunft, die in Il Pensiero Cattolico veröffentlicht wurden und dem wir für ihre Großzügigkeit danken. Viel Spaß beim Lesen und Teilen.                            

§§§

" DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN GLAUBE UND VERNUNFT IN FIDES ET RATIO." 
Alberto Strumia

a) Die Befreiung der Religion vom Mythos und ihre philosophische Grundlage

Vor allem hebt die Enzyklika hervor, wie es im Laufe der Geschichte des Denkens, noch vor der christlichen Offenbarung, notwendig war, einen grundlegenden Schritt zu tun, um eben diese demonstrative Rationalität aufzubauen: Es ist der Übergang vom Mythos zur Philosophie.

"Eine der größten Anstrengungen, die die Philosophen des klassischen Denkens unternahmen, bestand in der Tat darin, die Vorstellung, die die Menschen von Gott hatten, von mythologischen Formen zu reinigen. Wie wir wissen, war sogar die griechische Religion, nicht anders als die meisten kosmischen Religionen, polytheistisch und ging so weit, Dinge und Phänomene der Natur zu vergöttern. Es war die Aufgabe der Väter der Philosophie, die Verbindung zwischen Vernunft und Religion herauszuarbeiten. Indem sie ihren Blick auf universelle Prinzipien weiteten, begnügten sie sich nicht mehr mit alten Mythen, sondern wollten  ihrem Glauben an die Göttlichkeit eine rationale Grundlage geben. So wurde ein Weg eingeschlagen, der, die besonderen alten Traditionen hinter sich lassend, in eine Entwicklung eintrat, die den Forderungen der universalen Vernunft entsprach. Das Ziel, auf das diese Entwicklung hinarbeitete, war das kritische Bewusstsein dessen, was geglaubt wurde. Die erste, die von einem solchen Weg profitierte, war die Konzeption der Göttlichkeit. Aberglaube wurde als solcher erkannt, und Religion wurde zumindest teilweise durch rationale Analyse gereinigt. Auf dieser Grundlage haben die Kirchenväter einen fruchtbaren Dialog mit den antiken Philosophen begonnen und den Weg zur Verkündigung und zum Verständnis des Gottes Jesu Christi geebnet« (Nr. 36).

b) Die Konstruktion des theoretischen Raums, um über das Christentum nachzudenken

An den Ursprüngen des Christentums angekommen, hat der Glaube versucht, seine theoretische Glaubwürdigkeit vor allem durch die Werkzeuge der demonstrativen Logik und Philosophie zu etablieren.

Die erste Arbeit, die dann durchgeführt werden sollte, um die Glaubwürdigkeit des Glaubens zu gewährleisten, betraf die Notwendigkeit, die logische, widersprüchliche Natur des Inhalts der Offenbarung, ihre Nicht-Irrationalität und sogar ihre volle Rationalität aufzuzeigen. Und das ist seit dem zweiten christlichen Jahrhundert eine der grundlegenden Aufgaben der Apologeten. Der Inhalt der Offenbarung kann die Fähigkeit der Vernunft, ihn allein zu erreichen, übertreffen – und in einigen ihrer Inhalte sogar übertreffen, aber er kann nicht beschuldigt werden, gegen die Regeln der Logik zu verstoßen und daher lächerlich gemacht und diskreditiert zu werden.

Eine zweite, dauerhaftere und anspruchsvollere Aufgabe erforderte die lange Mühe der Neuausarbeitung derselben philosophischen Kategorien, um ihre Fähigkeit zu erweitern, den begrifflichen Reichtum der Offenbarung ohne übermäßige Einschränkungen zu akzeptieren, der über das hinausgeht, was der Philosoph allein ausführen konnte.

Vor 233 Jahren

am 26. Januar 1790 wurde am Wiener Burgtheater Mozarts wunderbare Oper Cosi fan Tutte uraufgeführt. 


Donnerstag, 26. Januar 2023

Fr. Hunwicke spricht...

Bei liturgicalnotes heute über die ausgefallene Revolution der Anglikaner als Reaktion auf eine neue Bibelübersetzung in den 1940-er Jahren. 
Hier geht´s zum Original: klicken

 "DIE LITURGISCHE REVOLUTION DIE ES NICHT GAB"  

1948 erhielt das in einer von Msgr. R.A. Knox, Master of Arts und (später) Apostolischer Protonotar ein Westminster Imprimatur "zum privaten Gebrauch" ; 1945 war das Neue Testament  aus der selben Hand veröffentlicht worden. Diese Ereignisse hätten sich als Startschuss einer erheblichen liturgischen und kulturellen Revolution herausstellen können. 

Gemeinden damals-  Anglikanische, (die meisten) Protestantische und Katholische... waren im Griff der  Annahme daß innerhalb der Kirchenmauern Tudor-Englisch notwendig wäre. Die King-James-Bibel war nach Meinung der Anglikaner und Protestanten immer noch DIE Bibel; für Katholiken diente die von ihren äußerst unterhaltsamen Unverständlichkeiten gereinigte Douay-Reims Übersetzung den Frommen. Jede Revision - wenn auch nur um König James (oder Douay Reims) auf die Linie mit den textkritischen Sicherheiten  von Westcott´n Hort (textus brevior potiar) zu bringen, würde eine kraftvolle Rechtfertigung brauchen, bevor sie die Vorurteile von drei kulturellen Jahrhunderten durchbrechen konnten. King James...mit der Hilfe von Thoms Cranmer...galt immer noch. Wenn das auch nicht ganz in Ordnung war. 

Das Problem für Katholiken war weniger akut, weil das freundliche (oder die glücklicherweise Unhörbarkeit) der Tradition schützte die Laien vor der irritierenden Wandlungsfähigkeit und den Aggressionen des Klerikalismus (und "Der Garten der Seele"  verstärkte die Vorliebe der Laien für eine archaische Sprache). Der Hl. John Henry Newman spottete über die sprachlichen Attacken der Recusant-Gemeinde mit protestantischem Hohn: Als Charles Reding von seinem zukünftigen Schwager davon abgehalten wird, sich in Richtung Rom zu trennen, muss er sich dem Argument stellen, daß katholische Geistliche "Menschen mit unhöflichem Verstand“ seien und "vulgäre Manieren“; "Schau dir ihre Andachtsbücher an ... sie können kein Englisch schreiben." Reding lächelte Carlton an und schüttelte langsam den Kopf hin und her, während er sagte: "Sie schreiben Englisch, nehme ich an, so klassisch wie St. John Griechisch schreibt." Hier, so teilt uns der kanonisierte Autor mit, verstummte das Gespräch, und für eine Weile war nichts zu hören als das Köcheln des Kessels. 

Glaubst du, wir bekommen hier einen Bruchteil der Schlagfertigkeit des Oriel-Gemeinschaftsraums? Hätte Whately als explosive Reaktion auf einen solchen jesuitischen Angriff auf die johanneische Parataxe ins Feuer gespuckt? Ich bin nicht überrascht, daß nicht alle englischen Katholischen Bischöfe gleichermaßen begeistert von der Bibel von Knox waren. Angesichts der radikal revolutionären Qualität seines englischen Stils ist es überraschend, daß er von ihnen eine solche Akzeptanz oder Toleranz erhielt, wie er es tat. Es ist nicht schwer zu verstehen, wie sich die Bischöfe fühlten. Wie sollte man in der Tat auf diesen klugen Bekehrten reagieren?"

Wird fortgesetzt

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Ökumene: Der Erzbischof von Canterbury würdigt in einer Homage den verstorbenen Papst Benedikt XVI

In einer ökumenischen Vesper zum feierlichen Gedenken an den verstorbenen Papst Benedikt XVI haben am 24. Januar in der Londoner Westminster Cathedral Vertreter der christlichen Konfessionen aus ganz England teilgenommen. Die website der Englischen und Walisischen Bischofskonferenz "The Catholic Church" berichtet. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER FRÜHERE ERZBISCHOF VON CANTERBURY PREIST BENEDIKT FÜR SEINE "GABE DES LEHRENS" 

 Am gestrigen Abend des 24. Januar hat der frühere Erzbischof von Canterbury Dr. Rowan Williams bei einer ökumenischen Vesper in Westminster Cathedral, an der Vertreter verschiedener Konfessionen teilnahmen, darunter der aktuelle Erzbischof von Canterbury Justin Welby und Delegierte anderer Glaubensgruppen das Leben Papst Benedikts XVI in einer bewegenden Ansprache gefeiert. Kardinal Vincent Nichols leitete den Gottesdienst, an dem auch eine Reihe  katholischer Bischöfe aus England Wales und London sowie der Erzbischof von York teilnahmen.  

Erzbischof Williams sagte: "Papst Benedikt hat uns viel über Respekt gelehrt. Die großen Gesten des Respekts, den er anderen Christlichen Vereinigungen zollte, die großen Gesten tiefen Respekts gegenüber anderen religiösen Familien werden unvergessen bleiben."

Ebenso lobte er Papst Benedikts Unwillen irgendeine Theologie zu akzeptieren, in deren Mittelpunkt irgendetwas anderes steht, als das Geschenkt Gottes in Christus.

MITSCHRIFT

"Liebt einander so wie Brüder sich lieben sollten und habt tiefen Respekt füreinander"

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. 

Brüder und Schwestern im Leib Christi zu sein bedeutet zu erkennen, daß unsere Verbindungen Verbindungen der Liebe sind. Daß die größte der Gaben, die wir miteinander austauschen müssen, die Liebe ist. Daß wir in dem Körper zusammen leben müssen, damit unsere Liebe Leben schenkt. Wenn wir einander Leben schenken wollen, müssen wir das kennen und darüber sprechen können, was uns Einheit gibt.

Das bedeutet eine Einheit, die nicht einfach eine Reihe von Kompromissen ist, nicht einfach eine Reihe schmerzhafter, aber äußerst erfolgreicher Verhandlungen, sondern ein tiefes und dankbares Gefühl, daß wir Leben von unserem Nächsten erhalten. In erster Linie von unseren Nächsten im Leib Christi, aber auch von unseren Nächsten, die zur Menschheitsfamilie gehören – alle willkommen in der Einheit im Anblick und in der Liebe des allmächtigen Gottes.

Mittwoch, 25. Januar 2023

Christliche Kunst

 Der Heilige Michael besiegt den Drachen    Raphael, 1518

"Was er euch sagt, das tut!"

Thorsten Paprotny kommentiert bei cathwalk den -speziell nach dem jüngsten Urteil von Papst Franziskus - etwas ins Stolpern geratetenen "Synodalen Weg", dem der Pontifex die Synodalität klar abspricht. Hier geht´s zum Original:  klicken

unter dem Titel: 

"REZENSION: "WAS ER EUCH SAGT, DAS TUT!" KRITISCHE BELEUCHTUNG DES SYNODALEN WEGES"

beginnt der Artikel so- ZITAT

"An Kuriositäten mangelt es auf dem sog. „Synodalen Weg“ nicht. Bischof Dr. Georg Bätzing – etwa möchte in der Kirche „mehr Demokratie wagen“. Ganz demokratisch endete die „Synodale Vollversammlung“ am 2. Oktober 2021. Diese konnte noch ihre Beschlussunfähigkeit feststellen und musste dann abgebrochen werden. Zu viele Mitglieder waren längst abgereist. Ein weiterer Höhepunkt war sicher, daß eine knappe Mehrheit der Delegierten tags zuvor befunden hatte, dass über die Abschaffung des sakramentalen Priesteramtes vertieft nachgedacht und debattiert werden müsste. Zeitgleich wurde die Zulassung von Frauen für das Priesteramt gewünscht."  (...)

Quelle: T. Paprotny, the cathwalk

Heute vor 63 Jahren...

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curia die Gedanken, die sich Aurelio Porfiri anläßlich des heutigen Datums gemacht hat, an dem Papst Johannes XXIII das II.Vaticanische Konzil einberief.  
Hier geht´s zum Original:  klicken

"25. JANUAR 1959: KONZIL. WAS WÜRDE JOHANNES XXIII HEUTE SAGEN?"

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, Meister Aurelio Porfiri bietet Ihnen  diese Überlegungen zu einem Datum, dem 25. Januar 1959, das die Geschichte der Kirche dramatisch beeinflusst hat. Viel Spaß beim Lesen und Meditieren.

§§§

 

EIN DATUM ZUM NACHDENKEN

Der 25. Januar ist ein Datum, über das sicherlich nachgedacht werden muss. Tatsächlich berief Johannes XXIII. im Kapitelsaal der Basilika San Paolo fuori le mura an diesem Tag im Jahr 1959 das Zweite Vatikanische Konzil  ein. 

Es wird gesagt, daß die Prälaten, die sich dort versammelt hatten, um den Worten des Papstes zuzuhören, in einem erstaunten Schweigen verharrten.

Sicherlich gab dies denjenigen Hoffnung, die eine gesunde Reform in der Kirche anstrebten, jene Reform in Kontinuität, die leider nicht verwirklicht wurde.

Es wird gesagt, daß Johannes XXIII. die Intuition hatte, das Konzil einzuberufen, als wäre es eine Erleuchtung. In der Tat, hatte er seit einiger Zeit nach dem, was sein Sekretär Loris Capovilla sagte, darüber nachgedacht. Wir dürfen nicht den Fehler begehen, die Kirche vor dem Konzil als das irdische Paradies zu betrachten.

In der Zwischenzeit war es eine Kirche, die aus dem modernistischen Sturm kam, der sich gut tarnen konnte und sich in verschiedene Bereiche des kirchlichen Lebens eingeschlichen hatte, vom sozialen bis zum liturgischen.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heue über Pater Aidan Nichols, die Ökumene und ihre Zukunft angesichts der Krise des aktuellen Pontifikates. Hier geht´s zum Original:  klicken

             "FR. AIDAN NICHOLS UND DIE ÖKUMENISCHE ZUKUNFT" 

Fr. Aidan Nichols ist zweifelsohne der bemerkenswerteste lebende Theologe der anglophonen Katholischen Welt. Für die Mitglieder der Ordinariate ist er der große Freund, der -als wir noch Anglikaner waren und er noch ein Dominikaner- uns geholfen und während der Jahre, in denen wir die Ordinariate planten und dann errichteten-geleitet hat. Und er ist ein profilierter theologischer Autor wie Joseph Ratzinger (über dessen Theologie er - lange vor der Wahl Benedikts XVI- einen immer noch wegweisenden Führer geschrieben hat.)

Fr. Aidan hat einmal eine charakteristische Rede über die Krise gehalten, die durch Amoris Laetitia  ausgelöst wurde. Der Catholic Herald hat am 18. August 2017 einen Bericht veröffentlicht, den es - nur ein Google entfernt- immer noch gibt. Ich dränge jeden, die zu lesen und sehr ernst zu nehmen. 

Ich möchte zwei Kommentare in eigener Sache abgeben. 

1. Fr. Aidan hielt seine Rede bei einem Treffen der englischen St. Alban-und-Sergius-Gesellschaft, einer größtenteils anglikanisch-orthodoxen Gesellschaft. War das eine gute Idee? Unsere schmutzige katholische Wäsche vor Nicht-Katholiken zu waschen?? 

Detur Responsum

Sandro Magister gibt seine Quellen bekannt.

Sandro Magister gibt bei Settimo Cielo seine Quellen für sieben von ihm zunächst bei www.chiesa und dann bei Settimo Cielo veröffentlichte Geheim-Dokumente aus den vergangenen 20 Jahren bekannt, wobei eine Vorabveröffentlichung ihm einen vorübergehenden Entzug der Akkreditierung im Vaticanischen Pressebüro einbrachte.   Hier geht´s zum Original:   klicken

"DIE GLORREICHEN SIEBEN. DIE WAHRE GESCHICHTE DER GEHEIMEN DOKUMENTE, DIE VON SETTIMO CIELO VERÖFFENTLICHT WURDEN" 

Bei der Wiederveröffentlichung der Nachricht, daß Kardinal George Pell der wahre Autor des von "Demos" unterzeichneten Memorandums war, das im vergangenen Frühjahr unter den Kardinälen zirkulierte und von Settimo Cielo veröffentlicht wurde, haben einige Zeitungen mit mir, Sandro Magister, "eine lange Geschichte vertraulicher Dokumente, die aus dem Vatikan kamen" und von mir veröffentlicht wurden.

Tatsächlich gibt es in den letzten zwanzig Jahren mindestens sieben Dokumente von einiger Bedeutung, bei denen ich das Geheimnis gelüftet habe. Nur zwei von ihnen "erhielten wir vom Vatikan". Und auf jeden Fall ohne etwas mit den gestohlenen Papieren einer ganz anderen Art zu tun zu haben, die den "Vatileaks"-Prozessen Substanz verliehen haben.

Ich glaube daher, dass es die Leser faszinieren kann zu wissen, welches diese sieben Dokumente waren und vor allem, auf welchen Wegen sie bei Settimo Cielo und zuvor in meinem anderen Blog namens "www.chiesa" angekommen sind.

DAS ERSTE der sieben war die Notiz, die Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, 2004 an die Bischöfe der Vereinigten Staaten zur Frage der eucharistischen Kommunion für katholische "Pro-Choice"-Politiker sandte.
Die Leitung der US-Bischofskonferenz, in der Kardinal Theodor McCarrick ein starkes Gewicht ausübte, mochte diese Notiz überhaupt nicht und hielt sie unter Verschluss, aber ein amerikanischer Bischof unter den ganz wenigen, die sie in der Hand hatten, schickte sie mir. Ich veröffentlichte sie, und später erfuhr ich, dass Ratzinger sehr glücklich darüber war.

DAS ZWEITE war ein Dokument, das 2008 auf Kreta von einer gemeinsamen katholisch-orthodoxen Kommission ausgearbeitet wurde und eine Bestandsaufnahme der möglichen Annäherungen zwischen der Kirche von Rom und den Ostkirchen in Bezug auf den Primat des Papstes vornahm. Das Dokument war vertraulich, wurde mir aber im Januar 2010 Patriarchen von Konstantinopel geschickt und ich habe es am 25, des Monats veröffentlicht, am Schlußtag der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Kardinal Kasper, zu der Zeit Präsident des Päpstlichen Rates für die Ökumene, hatte den Verdacht, daß ich das Dokument illegalerweise aus den Vaticanischen Büros bezogen hätte. Aber so war es nicht. 

Der Dialog zwischen den beiden Parteien scheiterte dann, vor allem wegen der Nichtverfügbarkeit des Moskauer Patriarchats, das neben dem von Rom, dem von Konstantinopel unter den orthodoxen Kirchen, einen weiteren historischen Primat nicht ertragen konnte. Aber dieses Dokument bleibt wichtig, weil es den fortgeschrittensten Punkt der Übereinstimmung markiert, die bisher zwischen Katholizismus und Orthodoxie in der höchst umstrittenen Frage des päpstlichen Primats erreicht wurde.

Dienstag, 24. Januar 2023

Kardinal Sarah schlägt einen Weg aus der Glaubenskrise vor...

Ricardo Cascioli bespricht bei La Nuova Bussola Quotidiana das neue Buch Kardinal Robert Sarahs zum Thema der aktuellen Probleme der Kirche, speziell zum Thema Eucharistie, das am 27. Januar von Cantagalli veröffentlicht wird.  
Hier geht´s zum Original:  klicken

"SARAH: "NIEMAND KANN UNS VERBIETEN, DIE EUCHARISTIE ZU FEIERN?" 

In seinem neuen Buch "Katechismus des geistlichen Lebens"  (Cantagalli)  zeigt Kardinal Robert Sarah einen Weg der Bekehrung durch die Sakramente auf, um eine starke Beziehung zu Gott aufzubauen und der Kirche in Glaubenskrise zu dienen: indem wir die Eucharistie in den Mittelpunkt stellen, ohne die wir nicht leben können.

Wenn die Kirche schon jahrelang in Verwirrung, um nicht zu sagen Abfall vom Glauben gelebt hat, so haben wir in den letzten Monaten eine Beschleunigung erlebt, die bei den einfachen Gläubigen Orientierungslosigkeit und Bitterkeit hervorrufen muss. Es wird viel über die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch gesprochen, dann erleben wir hilflos eine Mega-Operation auf höchster Ebene der Kirche zum Schutz von Pater Marko Rupnik, Jesuit und Künstler, der bereits des Missbrauchs für schuldig befunden wurde und dessen Exkommunikation auf mysteriöse Weise in Rekordzeit aufgehoben wurde. Inzwischen stehen wir vor der konkreten Möglichkeit, dass ein Bischof, der häretische Thesen vertritt, sogar zum Hüter der katholischen Orthodoxie wird: Es ist der Deutsche Heiner Wilmer, der im Dezember dazu bestimmt schien, die Kongregation für die Glaubenslehre zu leiten, die durch die Intervention von etwa zwanzig Kardinälen beim Papst "gebremst" wurde, die aber heute wieder möglich erscheint. Und wieder das traurige Schauspiel, das aus dem Prozess im Vatikan wg. der Geschichte des Londoner Palazzos im Zentrum sehr zweifelhafter Finanzoperationen hervorging, in der das Bild des regierenden Papstes selbst deutlich verbeult herauskommt.

Und das sind nur einige Beispiele für das, was gerade passiert - dazu könnte man die Schande des deutschen "Synodalen Weges" hinzufügen, den Krieg gegen die Liturgie, die zur Tradition der Kirche gehört, eine mehr als zweideutige Vorbereitung der Synode über die Synodalität, die Enthüllungen und Denunziationen, die in den Zeugnissen dieser Wochen von Monsignore Gänswein, von den Kardinälen Müller und Pell enthalten sind - und die die Idee einer Kirche vermitteln, die in ein Schlachtfeld verwandelt wurde.

Fundstück

domradio  zitiert das Interview, das der emeritierte Bonner Kirchenrechtsprofessor  N. Lüdecke KNA  zur Reaktion der DBK auf die Briefe zu den Plänen der Synodalen Weggemeinschaft gegeben hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

unter dem Titel:

                   "OHNE DEN PAPST GEHT GAR NICHTS" 

beginnt der Beitrag so: ZITAT

KNA:  "Der Brief aus dem vatikanischen Staatssekretariat erteilt Rom der Errichtung eines Synodalen Rates eine Absage. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz will aber am Gremium festhalten. Was sagt das Kirchenrecht dazu?"

Prof. em. Norbert Lüdecke (Emeritierter Bonner Kirchenrechtler): "Meines Erachtens geht es hier um das wenig überraschende Aus für das, was mit dem Synodalen Rat und dem Synodalen Ausschuss geplant ist." (...)

Quelle: domradio.de, KNA, Prof. N. Lüdecke