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Samstag, 27. Juni 2026

Konsistorium - die dritte Sitzung

Mario Galgano berichtet bei vaticannews über die dritte Sitzung des außerordentlichen Konsistoriums vom 26. und 27. Juni, die sich zentralen Herausforderungen der Gegenwart gewidmet waren.
Hier geht´s zum Original:  klicken

VATIKAN: DIE KARDINÄLE BERATEN ÜBER GESELLSCHAFTLICHE SPALTUNGEN UND KI

Nach einer von Kardinal Giovanni Battista Re zelebrierten Heiligen Messe versammelten sich die Mitglieder des Kardinalskollegiums in der Audienzhalle. Die Moderation der Sitzung lag in den Händen von Kardinal Polycarp Pengo Rugambwa aus Tansania, während Papst Leo XIV. das einleitende Adsumus-Gebet leitete. Im Namen des Papstes rief der Moderator die Kardinäle dazu auf, die päpstlichen Friedensappelle in ihren jeweiligen Heimatdiözesen und Regionen verstärkt zu unterstützen, um einen weltweiten, gemeinsamen Einsatz für den Frieden zu erwirken. Das thematische Fundament für die anschließenden Beratungen bildete das Einführungsreferat des südafrikanischen Kardinals Stephen Brislin unter dem Titel „Im Guten bauen: Die Baustellen unserer Zeit“.

Nach einer Phase des stillen Gebets und der Arbeit in Kleingruppen stellten insgesamt elf Arbeitskreise ihre Berichte im Plenum vor. Ein Schwerpunkt der Diskussionen lag auf den tiefen Brüchen innerhalb der heutigen Gesellschaften, die sich zwischen Völkern, Nationen und bis in die Familienstrukturen hinein abzeichnen. Die Berichte verdeutlichten, dass unter diesen Spannungen besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten, Jugendliche sowie ältere Menschen leiden. Als Ursachen wurden ein Mangel an Sinnerfahrung, Identitätsverlust und ein ausgeprägter Individualismus genannt, der Mitmenschen primär als Werkzeuge für den eigenen Erfolg betrachte.

Entwicklung der KI

In diesem Kontext befassten sich die Kardinäle mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI), die als anthropologische Herausforderung eingestuft wurde. Die Arbeitsgruppen betonten die Notwendigkeit, gemeinsame menschliche Werte zu definieren. Dabei wurde gefordert, Lebewesen nicht auf bloße Daten oder Statistiken zu reduzieren. Zudem gelte es, die conditio humana mit ihren natürlichen Grenzen anzuerkennen – Aspekte, die durch KI-Technologien tendenziell in den Hintergrund gedrängt würden –, und die Würde der menschlichen Arbeit zu schützen.

Ein weiterer zentraler Beratungspunkt war die Realisierung des Gemeinwohls, dessen Vermittlung in der gegenwärtigen Politik oft vernachlässigt werde. Die ungleiche Verteilung von Ressourcen und Eigentum erschwere den Zugang zu diesem Prinzip. Die Kardinäle hielten fest, dass das Bewusstsein für das Gemeinwohl im Glauben an Gott und in der Transzendenz des Menschen wurzle. Als Gegenmodell zum Individualismus wurde die Solidarität mit den Armen und der Aufbau unentgeltlicher Beziehungen auf allen Ebenen hervorgehoben. Hierbei komme der Politik eine wesentliche Funktion zu. Die kirchlichen Institutionen wurden aufgefordert, die Soziallehre der Kirche in der Ausbildung für den öffentlichen Dienst fest zu verankern, um gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken.

„Die Christen sollten sich als aktive Gestalter einer solidarischen Gesellschaft einbringen.“

Polarisierungsfreie Kirche

Die Arbeitsgruppen stimmten darin überein, dass das Evangelium und eine erneuerte, polarisierungsfreie Kirche die Instrumente zur Überwindung dieser Krisen seien. Die Christen sollten sich als aktive Gestalter einer solidarischen Gesellschaft einbringen. In diesem Zusammenhang wurde die Synodalität als Weg des Zuhörens, des Dialogs und der kirchlichen Verantwortung hervorgehoben. Zum Abschluss der Sitzung äußerten die Kardinäle in Redebeiträgen ihre Anerkennung für die jüngsten Auslandsreisen des Papstes und dessen Einsatz für den Frieden. Die Versammlung endete mit dem von Papst Leo XIV. geleiteten Angelus-Gebet."

Quelle: M.  Galgano. vaticannews

Eingestellt von Damasus um 17:28:00 Keine Kommentare:
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Das Konsistorium

Wie S. Kritzenberger für vaticannews berichtet, haben die im Konsistorium versammelten 170 Kardinäle am gestrigen Freitagabend über das Thema Krieg und Frieden diskutiert. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"KONSISTORIUM: DIE KARDINÄLE BERATEN ÜBER DEN "GERECHTEN KRIEG"

Das Konsistorium, das am Freitagmorgen begann und am Samstagabend endet, findet hinter verschlossenen Türen im Vatikan statt. Papst Leo XIV. ist die meiste Zeit dabei. Statements aus dem vatikanischen Presseamt geben einen eher allgemeinen Einblick in das Beratene.

Für den Freitagabend notiert das Vatikan-Protokoll eine „große Einigkeit“ unter den Kardinälen, dass es notwendig ist, sich für den Frieden und den Aufbau einer „Zivilisation der Liebe“ einzusetzen. Zahlreiche Gruppen betonten die Notwendigkeit, die Logik des „gerechten Krieges“ zu überwinden und stattdessen lieber vom Recht auf eine verhältnismäßige Verteidigung zu sprechen. Das Thema spielt auch in der ersten Enzyklika von Papst Leo, Magnifica humanitas, eine Rolle; sie wurde Ende Mai veröffentlicht. 

Das völlig vergessene Völkerrecht
Vor dem Gedankenaustausch der Kardinäle über Krieg und Frieden wurde aber auch der Opfer der verheerenden Erdbeben in Venezuela gedacht. Der oberste Glaubenshüter des Heiligen Stuhls, Kardinal Victor Manuel Fernández, hielt ein Impulsreferat. Darin beklagte er, dass bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, etwa in Gaza, auch Zivilisten über Gebühr in Mitleidenschaft gezogen würden. „Was ist noch übrig geblieben von den Kriterien, die die Kriege einzuschränken versuchten? Und denken wir auch an das völlig in Vergessenheit geratene humanitäre Völkerrecht. Wir befinden uns, wie die Enzyklika feststellt, in einem kulturellen Prozess der ‚Normalisierung des Krieges‘.“

Eine neue Sprache für die Kirche
Das gab den Ton vor für die Beratungen der Kardinäle. Dabei ging es laut Vatikan-Statement etwa „um die entmenschlichende Kraft der Kultur der Macht, um ihre Universalität, um die Versuchung, sich der Logik der Mächtigen anzupassen, Krieg und Polarisierung zu normalisieren, was zu einer Senkung der Toleranzschwelle gegenüber Gewalt und zu einer gefährlichen Vereinfachung bei der Suche nach Lösungen führt“. Demgegenüber müsse die Kirche eine Sprache finden, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und aus Zuhören, Vergebung, Versöhnung, restaurativer Gerechtigkeit und Gesten bestehe. Zugleich müsse die Kirche einig sein, um glaubwürdig nach außen für Frieden einzustehen.

In freien Redebeiträgen von Kardinälen ging es dann unter anderem um die Frage, wie das Kardinalskollegium Verantwortung für den Aufbau des Friedens übernehmen könne. Dabei wurde auf symbolische Gesten hingewiesen wie das von Johannes Paul II. 1986 in Assisi einberufene Gebetstreffen der Religionen für den Frieden. Am Ende der Sitzung, gegen 19:30 Uhr, leitete Papst Leo das Abschlussgebet."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews
Eingestellt von Damasus um 11:29:00 Keine Kommentare:
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Freitag, 26. Juni 2026

Etwas zum Schmunzeln...

 Römische Stimmung...

Roman vibes… 🇮🇹😅 pic.twitter.com/TGUPvBWIW0

— Mambo Italiano (@mamboitaliano
Eingestellt von Damasus um 17:48:00 Keine Kommentare:
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Die Predigt

Vaticannews veröffentlicht die Predigt, die Papst Leo XIV heute während der Messe zur Eröffnung des Außerordentlichen Konsistoriums gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken

DIE PREDIGT PAPST LEOS XIV BEI DER MESSE ZUM AUSSERORDENTLICHEN KONSISTORIUM IM WORTLAUT

Liebe Brüder,
wir haben uns um den Altar des Herrn versammelt, am Grab des heiligen Petrus, um das Konsistorium zu beginnen. Wir kommen aus allen Teilen der Welt, um diese Eucharistie zu feiern: Zusammen mit unserem Leben bringen wir daher die Gemeinschaften und Völker vor Gott, die wir in unseren Herzen tragen, ebenso wie die pastoralen Projekte und Erfahrungen, die erfreulichen und die beschwerlichen.

Diese Vielfalt an Gefühlen und Gedanken bündelt sich nun, denn sie findet jenen leuchtenden Mittelpunkt, der Christus ist. Er selbst wendet sich persönlich an uns und sagt: »Ich bin der wahre Weinstock« (Joh 15,1). Durch Jesus fließen die Gnade und die Wahrheit in unser Leben (vgl. Joh 1,17) und erneuern uns von innen heraus: Diese göttlichen Gaben sind auch die fruchtbare Lebensader des Konsistoriums, das wir heute beginnen. Das Evangelium selbst schafft die Voraussetzung dafür, dass es fruchtbar sein kann: »Bleibt in mir und ich bleibe in euch« (Joh 15,4). Zum einen mahnt uns der Meister auf diese Weise: »Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen« (V. 5). Zum anderen möchte er, dass seine Jünger »reichlich Frucht« bringen (V. 8). Ja, reichlich: Die Gnade Gottes bewirkt in denjenigen, die sie empfangen, kein kümmerliches Wachstum, sondern eine üppige Entfaltung. Das ewige Wort ist nämlich Mensch geworden, damit alle »das Leben haben und es in Fülle haben« (Joh 10,10). Ein solches im Glauben begonnenes Leben wird durch die Prüfung des Beschneidens sogar gestärkt, weil es durch die Fürsorge des Vaters gepflegt wird.

Während wir Gott also um Stärke und Weisheit bitten, ist es bedeutsam, dass unser Konsistorium am Vorabend des Hochfestes der heiligen Apostel Petrus und Paulus stattfindet. Lasst uns gemeinsam bei diesem Gedenken verweilen, das an die Säulen der katholischen und römischen Kirche erinnert, an die beiden Märtyrer-Missionare, deren Verkündigung und Leben ganz miteinander verschmolzen, so sehr, dass sie ein Teil der Heiligen Schrift geworden ist.

Wenn wir heute die Worte des heiligen Paulus an die Korinther hören, können wir den erfreulichen Einklang mit jenen des Evangeliums wahrnehmen. Die verschiedenen Charismen, die Dienste und die kirchlichen Aktivitäten sind nämlich wie die Reben des einen Weinstocks, also des einen Herrn (vgl. 1 Kor 12,4-6), der seiner Kirche den Heiligen Geist eingießt. Dieser organischen Einheit entspricht das Kriterium, das all diese kirchlichen Dienste gut und wertvoll werden lässt: das Kriterium des Gemeinwohls (vgl. V. 7).

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Das Außerordentliche Konsistorium


               
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Donnerstag, 25. Juni 2026

Geplante Restauration

Wie vaticannews berichtet, planen die Vaticanischen Museen die Restaurierung des Westflügels des Apostolischen Palastes mit den Raffael-Fresken.  Hier geht´s zum Original: klicken

unter dem Titel

"VATIKAN: RESTAURIERUNG DER RAFFAEL - LOGGIA"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"In den Vatikanischen Museen wurde das Projekt zur Restaurierung des Westflügels der Zweiten Loggia des Apostolischen Palasts vorgestellt. Über zwanzig Restauratoren arbeiten an 1.300 Quadratmetern verzierter Flächen.

Fünf Jahre Arbeit, über zwanzig beteiligte Restauratoren und rund 1.300 Quadratmeter verzierte Flächen, die wieder in ihrem ursprünglichen Glanz erstrahlen sollen. Das Restaurierungsprojekt für den Westflügel der Zweiten Loggia des Apostolischen Palasts, der berühmten Raffael-Loggia, das in den Vatikanischen Museen vorgestellt wurde. Eine Maßnahme, die eines der bedeutendsten Meisterwerke der Renaissance betrifft, das zwischen 1517 und 1519 vom „göttlichen Maler“ und seinen Schülern für Papst Leo X. geschaffen wurde." (...)

Quelle: vaticannews

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Die Benediktiner-Abtei Montecassino bereitet sich auf iht 1500-jähriges Jubiläum vor

Gudrun Sailer erinnert in einem Bericht für vaticannew darüber, daß die Benediktiner-Abtei in Nursia  2029 vor 1500 Jahren gegründet wurde und berichtet, wie sich die Abtei auf das Jubiläum vorbereitet.  Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

1500 JAHRE MONTECASSINO: BENEDIKTINER BEREITEN JUBILÄUM VOR

beginnt der Bericht so - ZITAT

"2029 jährt sich die Gründung der Abtei Montecassino durch den heiligen Benedikt von Nursia zum 1.500. Mal. Das Kloster in Süditalien gilt als Ursprung des Benediktinerordens und Wiege des abendländischen Mönchtums. Die Benediktiner haben die Vorbereitungen auf das Jubiläum bereits begonnen – es ist ein dreijähriges Programm.

Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto „Orte der Hoffnung seit 529“. Geplant sind nicht nur Gedenkveranstaltungen, sondern auch etliche Formate im digitalen Raum. Die Organisatoren möchten dabei die Geschichte des Benediktinertums aufarbeiten und zugleich nach seiner Bedeutung für die Zukunft fragen, weit über den Ordensbereich hinaus.

Abtprimas Jeremias Schröder erinnert im Gespräch mit uns an die Entstehungszeit von Montecassino. Benedikt von Nursia schuf das Kloster im Jahr 529, mitten in einer Umbruchzeit Europas. „Diese Gründung geschah mitten in einer sehr turbulenten und gewalttätigen Zeit, die wir beschönigend Völkerwanderung nennen, aber in der das Römische Reich zusammengebrochen ist, in der die germanischen Völker alles umgestürzt und neu geformt haben in Europa. Und in diese Zeit hinein entsteht in einem kleinen Ort in Süditalien eine Lebensform, die dieses Europa im christlichen Sinn dann ganz neu formen wird.“ (...)

Quelle: G. Sailer, vaticannews

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Zu den bevorstehenden Bischofsweihen der FSSPX

Roberto de Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana die augenblickliche Situation vor den bevorstehenden Bischofsweihen der FSSPX. Hier geht´s zum Original:  klciken

"IM HINBLICK AUF DIE BISCHOFSWEIHEN VOM 1. JULI 2026" 

Was sollen wir angesichts der von der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Écône für den 1. Juli angekündigten Bischofsweihen und der daraus resultierenden, vom Heiligen Stuhl bestätigten Exkommunikation denken und tun?

Zunächst muss bedacht werden, dass wir in diesem Fall vor einer schmerzhaften Prüfung stünden, nicht nur für die Welt der katholischen Tradition, zu der die Priesterbruderschaft St. Pius X. seit ihrer Gründung am 1. November 1970 durch Erzbischof Marcel Lefebvre gehört, sondern auch für Papst Leo XIV. Der Papst hat die innere Versöhnung innerhalb der Kirche zu einem der Hauptziele seines Pontifikats erklärt und sähe sich nun, nur gut ein Jahr nach seiner Wahl, mit einer neuen tiefen Spaltung im kirchlichen Gefüge konfrontiert, die die Gefahr birgt, seit Jahrzehnten bestehende, ungelöste Konflikte zu verschärfen.

Was die inhaltliche Auseinandersetzung betrifft, so drängt sich ein scheinbarer Widerspruch auf. Unter den vielen Gründen, die Erzbischof Lefebvre 1988 anführte und die heute von der Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgegriffen werden, um Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat zu rechtfertigen, ist das Argument der Notlage der Gläubigen angesichts der Schwere der kirchlichen Krise zugleich das schwächste und das stärkste.  

Der Notstand ist seinem Wesen nach ein Ausnahmezustand, der Abweichungen von der üblichen Anwendung bestimmter Normen zum Wohle eines höheren Gutes erlaubt, im Falle der Kirche nämlich des Seelenheils. Doch wer hat die Autorität, das Vorliegen eines solchen Zustands festzustellen und seinen Beginn und sein Ende zu bestimmen? Es ist klar, dass diese Beurteilung nicht dem Urteil der Priesterbruderschaft St. Pius X. allein überlassen werden kann. Andernfalls müsste man schlussfolgern, dass der Notstand endet, sobald die Bruderschaft ihn für beendet erklärt, und ihr damit eine Urteilsgewalt über den Heiligen Stuhl zuschreiben, die mit der hierarchischen und sichtbaren Verfassung der Kirche unvereinbar ist. Dies würde eine Situation schaffen, in der sich ein einzelnes Subjekt zum obersten Kriterium für die Bewertung der Handlungen der höchsten Autorität erhebt.

Würde der Grundsatz des Notstands als allgemeines Handlungskriterium anerkannt, könnte sich jeder Bischof, der die Kirche in einer schweren Krise sieht, berechtigt oder gar moralisch verpflichtet fühlen, ohne päpstliches Mandat weitere Bischöfe zu weihen, um die Kontinuität des Glaubens und der Sakramente zu gewährleisten. Die Folge wäre eine Vielzahl paralleler Jurisdiktionen und umherziehender Bischöfe in der ganzen Welt, was unweigerlich zu Zersplitterung, Unordnung und Verwirrung für eben jene Gläubigen führen würde, die sie zu schützen suchen.  

Die Existenz einer bischöflichen Linie, die auf Msgr. Richard Williamson zurückgeht – einen der vier Bischöfe, die 1988 von Erzbischof Lefebvre geweiht und später aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgeschlossen wurden –, verdeutlicht konkret, wie die Logik des Notstands, losgelöst von einem übergeordneten Autoritätsprinzip, das ihn definieren und regeln könnte, weitere Spaltungen hervorrufen kann. Dieses Phänomen zeigt, jenseits von Urteilen über die beteiligten Personen, das inhärente Risiko von Bischofsweihen auf, die auf subjektiven Einschätzungen des Notstands beruhen.  

Und doch scheint dieses theologisch und kirchenrechtlich so fragile Argument seelsorgerisch das stärkste zu sein. Erzbischof Lefebvre war kein spekulativer Theologe oder Kanonist, sondern Missionar und Seelsorger. In seinem Brief an die Priester vom 27. April 1987 schrieb er: „ Die Gläubigen, die noch katholisch sind, befinden sich vielerorts in einer verzweifelten geistlichen Lage. Diesen Hilferuf hört die Kirche; für diese Situationen gewährt sie durch das Stellvertretungsrecht die Jurisdiktion .“ Das entscheidende Kriterium war für ihn nicht die Bestätigung eines der Bruderschaft spezifischen Rechts, sondern das geistliche Bedürfnis der Gläubigen. Die Bischofsweihen von 1988 sollten eine Antwort auf diesen Hilferuf der Seelen sein.

Wir stehen somit vor einem Paradoxon. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. beruft sich auf den Ausnahmezustand und begründet ihre Entscheidung weitgehend mit dem Vorrang pastoraler Bedürfnisse vor rein juristischen und dogmatischen Erwägungen. Sie bekennt sich zum Primat der pastoralen Praxis, der ein zwingendes Gebot des Zweiten Vatikanischen Konzils darstellt. Das Dikasterium für die Glaubenslehre hingegen beruft sich zwar auf das Zweite Vatikanische Konzil, verkennt aber die Bedeutung pastoraler Argumente und verwendet Begriffe und Konzepte der vorkonziliaren Theologie gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. im Namen der Verbindlichkeit von Lehre und Recht.  

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Katechese

des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz--veröffentlicht von vaticannews.                             . Hier geht´s zum Original:  klicken

"GENERALAUDIENZ: DIE KATE CHESE IM WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern,

wir setzen unsere Katechesen über die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils fort, insbesondere über die Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ (SC) über die heilige Liturgie.

Wenn der heilige Augustinus den Neugetauften das Geheimnis des Leibes Christi erklären will, greift er die Stelle des heiligen Paulus auf, die wir eben gehört haben: „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm“ (1 Kor 12,27). Und er fügt hinzu: „Euer Geheimnis empfangt ihr. Zu dem, was ihr seid, antwortet ihr Amen. Diese Antwort ist eure Unterschrift. Du hörst: Leib Christi, und antwortest: Amen. Sei ein Glied am Leib Christi, damit dein Amen wahr sei!“ […] Seid das, was ihr seht, und empfangt das, was ihr seid“ (Predigt 272, PL 38, 1247).

Unmittelbar nach der Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu spricht die Konstitution über die Liturgie mit diesen augustinischen Akzenten von der Eucharistie. Für die Christen bedeutet die Teilnahme am Tisch des Herrn nämlich, „sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden und Gott danksagen“ (SC, 48). Indem wir ihn in seinem Wort und in der Eucharistie empfangen, werden wir zu dem, was wir empfangen. Wir werden zu dem Leib, dessen Haupt der auferstandene Christus ist, der zur Rechten des Vaters sitzt (vgl. Kol 1,18) und uns einen Platz im Himmel bereitet (vgl. Joh 14,3): Die Eucharistie ist somit das Sakrament des kommenden Reiches. Sie ist das Brot für den Weg, das uns zur himmlischen Heimat führt, bis zu jenem seligen Tag, an dem „Gott alles in allen sein wird“ (1 Kor 15,28).

Die liturgische Versammlung bringt das Opfer „nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm“ dar (SC, 48). In dieser Perspektive ist die Eucharistie die Gestalt des geistlichen Opfers der Christen (vgl. Hebr 13,16; Röm 12,1), da sie der Weg zur Vereinigung mit Gott und zur gegenseitigen Vereinigung ist. Durch die Teilnahme daran lernen sie, „sich gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darzubringen. So sollen sie durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schließlich Gott alles in allem sei“ (ebd.). So lehrt uns die Eucharistie, indem sie uns in Christus einverleibt, den Lebensstil des Herrn Jesus selbst anzunehmen, der durch die unentgeltliche Selbsthingabe gekennzeichnet ist. Diese Hingabe lässt uns daher in die Dynamik der Einheit eintreten, die ein wirksames Gegenmittel gegen die Spaltungskräfte darstellt, die unsere Welt, unsere Gemeinschaften, unsere Familien und unser Herz untergraben (vgl. SC, 47).

Meine Lieben, wenn wir an der Eucharistie teilnehmen, sind wir eingeladen, das Wort Gottes zu hören und uns am Tisch des Herrn zu stärken, wo er sich selbst dem Vater darbringt. Diese beiden Teile der Messe, die Wortgottesdienstliturgie und die Eucharistiefeier, „sind so eng miteinander verbunden, dass sie einen einzigen Kultakt ausmachen“ (SC, 56).

Was das Wort betrifft, so muss man bedenken, dass es nicht nur darum geht, intellektuelles Wissen über die Heilige Schrift zu erwerben, sondern das „lebendige und wirksame“ Wort (Hebr 4,12) zu empfangen, das Gott an alle und zugleich an jeden Einzelnen richtet – ein Wort, das uns zusammen mit dem eucharistischen Brot nährt und stärkt und uns vom Verfall der Sünde zum neuen Leben in Christus führt.

„Die Eucharistie öffnet uns für das Verständnis der Heiligen Schrift, ebenso wie die Heilige Schrift ihrerseits das eucharistische Geheimnis beleuchtet und erklärt“ (Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini, 55).

Das Zweite Vatikanische Ökumenische Konzil forderte, dass „die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden soll, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden“ (SC, 51). Die Liturgiereform hat diese Forderung in jenem Schatz umgesetzt, der das Lektionar ist, also das Buch, das alle biblischen Lesungen für die liturgischen Feiern sammelt. Diese Fülle wurde aus der reinsten Quelle der lebendigen Tradition geschöpft, die die „Treue zur Tradition“ mit der Offenheit für einen „berechtigten Fortschritt“ verbindet (SC, 23).

Der Anfang von Kapitel II der Konstitution über die Liturgie ist durchzogen von Verweisen auf den großen Strom der Tradition, der von den Kirchenvätern bis zu uns reicht. Ich zitiere: „Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er überliefert wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, um dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauern zu lassen und so der Kirche, seiner geliebten Braut, eine Gedächtnisfeier seines Todes und seiner Auferstehung anzuvertrauen: das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird“ (SC, 47).

Liebe Brüder und Schwestern, schöpfen wir im Glauben aus dieser Quelle des göttlichen Lebens und lassen wir uns von dem Geheimnis, das wir feiern, verwandeln."

Quelle: vaticannews

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Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

                
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Dienstag, 23. Juni 2026

Roma locuta - keine Laienpredigten

Wie CNA berichtet hat der Vatican das Gesuch der DBK regelmäßig Laien als Prediger während der Hl. Messe zuzulassen, abgelehnt.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"VATIKAN WEIST DAS GESUCH DER DEUTSCHEN BISCHÖFE ZUR ZULASSUNG DER LAIENPREDIGT ZURÜCK"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Der Vatikan hat ein auf den Synodalen Weg zurückgehendes Gesuch der deutschen Bischöfe abgelehnt, Laien zur regelmäßigen Predigt im Rahmen von Messfeiern zuzulassen. Das entsprechende auf den 17. Juni datierte vatikanische Schreiben wurde am Dienstag von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) veröffentlicht.

Kardinal Arthur Roche, der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hielt in dem fünfseitigen Brief fest, „dass die Reservierung der Homilie für den geweihten Amtsträger im Rahmen der Eucharistiefeier sich aus dem sakramentalen und liturgischen Charakter des Aktes selbst ergibt sowie aus der besonderen Verantwortung, die durch die Heilige Weihe für die Verkündigung des Wortes in der heiligen Liturgie übertragen wurde“. (...)

Quelle: CNA


 
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Zum bevorstehenden Konsistorium

Salvatore Cernuzio und Mario Galgano berichten bei vaticannews über das bevorstehende außerordentliche Konsistorium.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"KONSISTORIUM IM VATIKAN: DIE KARDINÄLE BERATEN ÜBER WELTLAGE UND SYNODALITÄT"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Am Wochenende des 26. und 27. Juni 2026 versammelt sich das Kardinalskollegium im Vatikan zu einem außerordentlichen Konsistorium. Es handelt sich um das zweite von Papst Leo XIV. einberufene Treffen dieser Art nach einer ersten Versammlung im vergangenen Januar. Ziel des Zusammentreffens im Vorfeld des Hochfests der Apostel Petrus und Paulus ist die Beratung und Vertiefung von Themen, welche die aktuelle Situation der Kirche und der Welt betreffen.

In einem Schreiben des Dekans des Kardinalskollegiums, Kardinal Giovanni Battista Re, wurden die Themenschwerpunkte vorab präzisiert. Dazu gehören die internationale Lage, der Einsatz für den Frieden unter Überwindung der Theorie des „gerechten Krieges“, die Enzyklika „Magnifica humanitas“ sowie die Umsetzung des synodalen Prozesses. " (...)

Quelle: S. Cernuzio, M. Galgano, vaticannews

Eingestellt von Damasus um 11:58:00 Keine Kommentare:
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Montag, 22. Juni 2026

Päpstlicher Besuch am Sitz des Welthungerhilfeprogramms in Rom

 

            ^ 
Eingestellt von Damasus um 22:30:00 Keine Kommentare:
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Heute gedenkt die Kirche

der Hl. Thomas Morus und John Fisher, zweier rumreicher Märtyrer, die Christus und Seiner Kirche auf Kosten ihres Lebens treu blieben. 

"Ich sterbe als guter Diener des Königs -zuerst aber Gottes."

Möge ihr Zeugnis uns stärken - mit Mut, Nächstenliebe und Ausdauer fest in der Wahrheit zu stehen.

Sancti Thomas More et Joannes Fisher, orate pro nobis!


'I die the King's good servant, and God's first'

Today the Church honours Sts Thomas More and John Fisher, two most glorious martyrs who remained faithful to Christ and His Church at the cost of their lives

May their witness strengthen us to stand firm in the truth with… pic.twitter.com/jNPFnWxNRJ

 
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Das Vermächtnis Kardinal Ruinis und das Pontifikat Leos XIV

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican  kommentiert A. Gagliarducci das Wirken des jüngst verstorbenen Kardinals Camillo Ruini während des letzten Konklaves und danach. 
Hier geht's zum Original:  klicken

"LEO XIV UND DAS VERMÄCHTNIS VON KARDINAL RUINI"

Im Alter von 94 Jahren, bereits an den Rollstuhl gefesselt und gesundheitlich angeschlagen, erlebte Kardinal Camillo Ruini das dritte Konklave seines Lebens als Kardinal, diesmal jedoch nicht mehr als wahlberechtigter Kardinal. 

Niemand hätte es ihm übel genommen, wenn er sich entschieden hätte, dieses Spiel auszulassen. 

Ruini hingegen sah es als seine Pflicht an, seine Anwesenheit, seine Stimme und seine gesamte verbleibende Energie den Generalkongregationen – den vorkonklavischen Versammlungen, an denen alle Kardinäle, auch die Nichtwähler, teilnahmen – zu widmen, weil er davon überzeugt war, dass sie alle vor einem grundlegenden Wandel für die Kirche stünden.

„Lieber umstritten als irrelevant“ war seine Maxime – „Besser umstritten als ignoriert zu werden“ – und er hatte immer noch etwas zu sagen, insbesondere als die Kirche das zerstörerische und beunruhigende Pontifikat von Franziskus hinter sich ließ und in eine neue Ära der Führung eintrat, die es brauchte, in den Worten von Kardinal Ruini selbst, eine gewisse Einheit in der Kirche wiederherzustellen und wieder zu den Gläubigen zu sprechen.

So war er, durch und durch.Kardinal Ruini starb am 16. Juni im Alter von 95 Jahren, mehr als ein Jahr nach der Wahl von Papst Leo XIV, der seine Hoffnung auf einen Papst, der Einheit, Ordnung und Ruhe bringen würde, zu erfüllen schien .

Wir wissen nicht, wer Leo XIV als Papst sein wird – unvoreingenommene Beobachter sind sich einig, dass sein Pontifikat noch in der Entwicklung ist und seine Ideen zur Staatsführung noch nicht bekannt sind – aber wir kennen das Erbe, das Ruini hinterlassen hat.

Ruini war eine Schlüsselfigur in einer komplexen und wichtigen Phase für die italienische Kirche. 1985, als junger Weihbischof aus Reggio Emilia, trat er dem Organisationskomitee des Loreto-Kirchlichen Kongresses bei, wo er gemeinsam mit Johannes Paul II , der ihn unterstützte, das Engagement für die katholische Präsenz in der Gesellschaft förderte.

Das „Apostolat der Präsenz“ der Kirche im italienischen sozialen, kulturellen und politischen Leben war unsicher, was – vielleicht paradoxerweise – auf das Aufkommen der Christdemokraten nach dem Krieg zurückzuführen war, einer politischen Partei, die sich bereits formell katholischer Belange annahm.

Johannes Paul II hingegen wünschte sich eine stärkere Einbindung der Kirche und fand in dem jungen Bischof aus der Emilia einen treuen Verbündeten. In Italien werden Sekretär und Präsident der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) vom Papst, dem Primas von Italien, ernannt.

Johannes Paul II wählte Ruini 1986 zum Generalsekretär des CEI , beförderte ihn 1991 zum Präsidenten, ernannte ihn außerdem zu seinem Vikar für das Bistum Rom und erhob ihn zum Kardinal.

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