Samstag, 15. August 2026

Angelus

 in Castel Gandolfo

                   

Die Katechese

Liebe Brüder und Schwestern,

heute feiern wir das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Dies ist ein Fest von großer Bedeutung, sowohl für die katholische Theologie als auch für die Volksfrömmigkeit; es handelt sich nämlich um einen in vielen Gemeinden sehr beliebten Feiertag, insbesondere dort, wo die Kathedrale oder die Pfarrkirche der Himmelfahrt Mariens geweiht ist. 

Um über dieses Geheimnis des Glaubens nachzudenken, können wir uns auf die beiden ikonografischen Modelle beziehen, anhand derer Künstler es im Laufe der Jahrhunderte dargestellt haben.

Das erste, das ältere, das fast ein Jahrtausend lang das einzige war, ist das der „Entschlafung“ der Muttergottes: Sie wird auf einem Katafalk liegend dargestellt, im Tod entschlafen; um sie herum stehen die Apostel, die sie tief bewegt im Gebet verehren; in der Mitte steht der auferstandene Jesus, der die Seele Mariens wie ein neugeborenes Kind in seinen Armen hält. Er ist gekommen, um sie zu holen und sie mit sich in die Herrlichkeit Gottes zu nehmen, „in den Himmel“, wie wir sinnbildlich sagen. Tatsächlich hat der Herr für seine Mutter das Wirklichkeit werden lassen, was er allen seinen Freunden versprochen hat: »Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin« (Joh 14,3). 

Dieses erste Modell betont die zentrale Wahrheit: Es ist der gestorbene und auferstandene Christus, der uns zu jenem Ziel führt, für das wir seit jeher bestimmt sind, nämlich zum ewigen Leben. Dies ist es, was unzählige Generationen von Gläubigen beim Gebet vor den Ikonen der Entschlafung betrachtet haben und was wir in Rom im großen Apsismosaik der Basilika Santa Maria Maggiore bewundern können. 

Die jüngere Ikonografie, die sich später im Westen entwickelte, zeigt uns die Jungfrau Maria hingegen in voller Größe, im Himmel, in Licht gehüllt und oft von Engeln und Heiligen umgeben. Hier steht der verherrlichte Leib der Muttergottes im Mittelpunkt, ganz im Einklang mit dem, was im Buch der Offenbarung des Johannes zu lesen ist: »Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt« (Offb 12,1).

Auf dem Platz in Castel Gandolfo
Auf dem Platz in Castel Gandolfo   (@Vatican Media)

Einige Künstler haben diese beiden Motive miteinander verbunden, indem sie oben die verherrlichte Jungfrau und unten ihr leeres Grab, oft voll bunter Blumen, darstellten sowie die Apostel, die ihre Blicke auf sie im Himmel richten.


Dieses zweite Modell betont die Wahrheit, dass Maria mit Leib und Seele, also mit ihrer ganzen Person, in den Himmel aufgenommen wurde. Jene Frau, die auf Erden dem fleischgewordenen Wort Leib und Blut geschenkt und ihm bis zur vollkommenen Einheit im Opfer der Liebe gefolgt ist, ist von ihm für immer in die Herrlichkeit aufgenommen worden


So ermöglicht uns auch diese Ikonographie, über unsere letzte Bestimmung nachzudenken. Die Fülle des Lebens, die wir heute voll Freude in Maria bewundern, erwartet auch uns am Ende der Zeiten, wenn, wie der heilige Paulus sagt, der auferstandene Christus »unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes« (Phil 3,21), indem er das Verwesliche mit Unverweslichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet (vgl. 1 Kor 15,54). Dann werden wir mit unserem durch die Liebe des Erlösers verwandelten Leib in Ewigkeit leben und teilhaben an jenem Fest ohne Ende.


Preisen wir den Herrn, der an seiner und unserer heiligsten Mutter Großes getan hat!"


Quelle: vaticannews

Die Predigt

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo XIV während der Hl. Messe  gehalten hat. Hier geht´s zum Original: klicken

"MARIAE HIMMELFAHRT: DIE PAPSTPREDIGT IM WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern,

auch dieses Jahr feiere ich mit großer Freude zusammen mit euch das Hochfest Mariä Himmelfahrt.

Das Lehramt der Kirche lehrt uns, dass »Maria, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde« (PIUS XII., Apostolische Konstitution Munificentissimus Deus, 1. November 1950) und zeigt uns in diesem Geheimnis die Vollendung der Gnadenfülle, die Gott ihr bei ihrer Unbefleckten Empfängnis geschenkt hat (vgl. ebd.).

Aus diesem Grund wird sie in vielen Kunstwerken am Ende ihres irdischen Lebens als wunderschöne junge Frau dargestellt, die sich physisch vom Boden empor in den Himmel erhebt. Diese Werke sind von der Szene inspiriert, die in dem Abschnitt der Offenbarung des Johannes beschrieben wird, den wir in der ersten Lesung gehört haben: »Eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen« (vgl. Offb 12,1), was bedeutet, dass sich im Herzen Mariens der Himmel und die Erde, die Zeit und die Ewigkeit begegnen.

Dieses Bild steht scheinbar im Widerspruch zu der Erfahrung, die wir in fortgeschrittenen Jahren machen. Mit zunehmendem Alter wird unser Körper nämlich nicht beweglicher, sondern schwerer; die Haut wird nicht frischer, sondern zeigt die Zeichen des Alters; das Haar gewinnt nicht an Farbe und Glanz, sondern wird grau und schließlich weiß. Was haben wir also mit der wundervollen jungen Frau gemeinsam, die auf den Altarbildern unserer Kirchen abgebildet ist?

Um dies zu verstehen, müssen wir die beiden Zeichen miteinander verbinden, die wir bereits angesprochen haben: den integren Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz. Es ist nämlich die Reinheit der Seele, die in Maria – wie auch in uns – durch die Gnade Gottes die ganze Person erleuchtet und verklärt und sie zur Herrlichkeit des Himmels führt.

Die Verherrlichung Mariens in Seele und Leib lehrt uns, dass unsere wahre Schönheit nicht darin besteht, die Zeichen der Vergänglichkeit zu verstecken, sondern darin, die Zeichen jener Liebe, die niemals endet, auch in unserem Fleisch sichtbar sein zu lassen (vgl. 1 Kor 13,8).

Dies lädt uns dazu ein, viele der ästhetischen Maßstäbe zu überdenken, die überwiegend hedonistischer und konsumorientierter Art sind, die uns die Welt auferlegt und die das Risiko mit sich bringen, uns in starke Abhängigkeiten zu verstricken, sodass wir wertvolle Energie für Dinge verschwenden, die nicht wirklich zählen und nicht für immer bleiben. Vielfach begegnet man Menschen, deren Gesicht von den Jahren und von Leid gezeichnet ist, und die dennoch in der Lage sind, Gelassenheit, Wohlwollen und Frieden auszustrahlen; ebenso können wir andere beobachten, die vielleicht äußerlich attraktiv sind, in ihrem Inneren jedoch hart und kalt. Und es ist leicht zu verstehen, wo wahre Schönheit ist und wo hingegen noch Umkehr, Vergebung und Heilung nötig sind.

Wenn wir die göttliche Schönheit, von der wir umgeben sind und für die wir geschaffen sind, wirklich entdecken, pflegen und um uns herum verbreiten wollen, dann müssen wir lernen, sie sowohl im niedlichen Gesicht eines Kindes als auch in den Falten eines alten Menschen, sowohl in der Lebhaftigkeit eines Jugendlichen als auch in der Gesetztheit eines Erwachsenen, sowohl in festlichem Schmuck als auch in der Arbeitskleidung und den Arbeitsgeräten zu erkennen. Wir müssen uns die einzigartigen Liebesgeschichten anhören, die uns eine jede dieser Wirklichkeiten erzählt, und dürfen in ihnen kleine Einblicke in den Himmel erkennen.

Die Liebe ist der schönste Schmuck des Menschen: die Liebe, die verklärt, verwandelt, veredelt, emporhebt; die uns unbeschwert, frei und Gott nahe sein lässt, auch inmitten der Wechselfälle des Lebens. Der heilige Paul VI. sagte in seinen Betrachtungen über das Geheimnis der Himmelfahrt Mariens, dass wir, um deren Bedeutung zu verstehen, »die Begriffe, die wir in unserer irdischen Sprache verwenden, superlativ und absolut denken müssen […], um uns das Ewige in kleinem Maßstab vorstellen zu können« (Homilie, 15. August 1969). Und im Hinblick auf diese Begegnung zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen in der Muttergottes schrieb Papst Franziskus: »Maria versteht es, mit ein paar ärmlichen Windeln und einer Fülle zärtlicher Liebe einen Tierstall in das Haus Jesu zu verwandeln« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 286).

Das Wunder, das Maria, das Mädchen aus Nazaret, in ihrem unschuldigen Herzen erlebt und das sie zur Herrlichkeit des Himmels geführt hat, besteht in der Begegnung von Gegensätzen, wie sie selbst in den inspirierten Worten des Magnificat bezeugt, das wir im Evangelium gehört haben (vgl. Lk 1,46–55). In diesem Lobgesang spricht die himmlische Mutter durch die demütigen Ausdrucksformen ihres Glaubens auf einfache Weise von großartigen Geheimnissen: Sie spricht von Gott, der in ihr Mensch wird, um die Menschen zu retten, vom Ewigen, der sich in ihr in der Zeit offenbart, um auch uns den Weg zur Ewigkeit zu öffnen, und sie zeigt uns zugleich in ihrer Haltung als „demütige Magd“ jenen „kleinen Maßstab“, in dem, wie der heilige Paul VI. sagte, auch wir dem Herrn begegnen können.

Die Erhabenheit des Geheimnisses, das wir feiern, müssen wir also nicht in der Ferne suchen. Wir können ihr dort begegnen, wo es wahre Liebe gibt: in den Augen eines Papas und einer Mama, die am Ende eines Arbeitstags nach Hause kommen, müde, aber glücklich, bei ihren Kindern zu sein; in den Gesichtern von Großvätern und Großmüttern, die trotz der Beschwerden des Alters neue, unerwartete Kräfte entfalten, wenn sie sich um ihre Enkelkinder kümmern; oder auch im Engagement junger Menschen, die sich bemühen, rein und ehrlich aufzuwachsen und bereit sind, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen statt „das zu tun, was alle tun“; zu guter Letzt in der Arbeit so vieler Männer und Frauen, die täglich mit Glauben und Hingabe dazu beitragen, ein Stück Himmel auf die Erde zu bringen und die Erde dem Himmel näherzubringen.

Meine Lieben, das wunderschöne Antlitz der in den Himmel aufgefahrenen Maria ist einzigartig, es übersteigt jede mögliche Darstellung, und doch ist es uns zugleich bekannt: Es ist das Antlitz jener Menschen, die uns nahestehen, auch in diesem Augenblick, der Brüder und Schwestern, mit denen wir im Glauben die tägliche Hingabe unseres Lebens teilen. Deshalb erkennt die Gemeinschaft der Gläubigen in der Apokalyptischen Frau sich selbst wieder, und das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt Maria als »Bild und Anfang der […] Kirche, […] als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes« (Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 68). In ihrem durch Gottes Gnade heiligen Menschsein ist auch unser Menschsein enthalten; auch wir sind darin eingeschlossen und dazu berufen, dieselbe Fülle des Lebens zu leben und an derselben Herrlichkeit teilzuhaben.

Der heilige Augustinus forderte die Christen seiner Zeit auf, die Auferstehung Christi zum Kompass und zum Bezugspunkt ihres Lebens zu machen. Er sagte: »Christus ist auferstanden, um nie mehr wieder zu sterben […]. Ändere deinen Kurs, folge dem Licht! Beginne, dich von derselben Stelle zu erheben, von der aus er auferstanden ist« (Enarratio in Psalmos 126, 7).

Nehmen wir seine Einladung an. Folgen wir dem Licht des Auferstandenen und ändern wir erforderlichenfalls unseren Kurs. Lasst uns dies heute insbesondere tun, indem wir auf Maria schauen, die Gott in Leib und Seele mit Herrlichkeit gekrönt hat und die er uns als Mutter, Führerin, Gefährtin und Beschützerin auf dem Weg zum Himmel geschenkt hat."

Quelle: S. Kritzenberger, vaticnnnews

Mariae Himmelfahrt

        Hl. Messe in Castel Gandolfo

              

Freitag, 14. August 2026

Papst Leo XIV: Stärkung der liturgischen Bildung der Gläubigen

Mario Galgano veröffentlicht bei vaticannews ein Schreiben Papst Leos XIV an den Präfekten des Liturgie-Dikasteriums Kardinal A. Roche zum Thema der Liturgischen Bildung der Gläubigen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST: LITURGISCHE BILDUNG ALLER GLÄUBIGEN SOLL GESTÄRKT WERDEN" 

Anlässlich einer Tagung in der US-amerikanischen Abtei Mount Angel hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Brief an den Präfekten des Gottesdienst-Dikasteriums gewandt. Im Zentrum des Schreibens steht die Vermittlung und Praxis des Gottesdienstes auf allen Ebenen der kirchlichen Gemeinschaft.

Unter Bezugnahme auf das Apostolische Schreiben „Desiderio desideravi“ verweist der Papst auf die Notwendigkeit einer dauerhaften Schulung von Klerikern und Laien. Bei dieser Form der Unterweisung handle es sich „nicht um eine Spezialisierung für einige wenige Experten, sondern um eine innere Haltung des gesamten Gottesvolkes“. Zugleich wird hervorgehoben, dass der Ausbildung der geweihten Amtsträger eine vorrangige Stellung zukomme, da sie die Gläubigen bei der Einführung in die kirchlichen Handlungen begleiten.

Als praktischer Ausgangspunkt für die liturgische Praxis wird die wöchentliche Sonntagsmesse im Rhythmus des Kirchenjahres genannt. Ziel sei die Förderung des Verstandes für die „ars celebrandi“, welche nicht allein durch den Zelebranten, sondern von der gesamten Versammlung getragen werde

                           Einhaltung genehmigter Texte und Bestimmungen 

Ein weiterer Aspekt der Ausführungen betrifft die Ausgestaltung der gottesdienstlichen Feiern. Das Schreiben betont die Notwendigkeit der Einhaltung der genehmigten Texte und Bestimmungen. Mit Verweis auf die KonstitutionSacrosanctum concilium wird festgehalten, dass die für die Vorbereitung Verantwortlichen den Riten der Päpste Paul VI. und Johannes Paul II. Respekt entgegenzubringen haben. Diese Haltung solle „aus einer inneren Haltung der Offenheit und des Vertrauens in Gott erwachsen“ und „Demut vor seiner Größe sowie aufrichtige Treue zur kirchlichen Gemeinschaft zum Ausdruck bringen“.

Hintergrund

Nach der Vollversammlung des Gottesdienst-Dikasteriums im Februar 2024 und im Nachgang zum Apostolischen Schreiben „Desiderio desideravi“ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2022 organisiert die vatikanische Behörde ein internationales Treffen. Vom 14. bis 19. August 2026 kommen dazu Kardinäle, Bischöfe und Laien unterschiedlicher Herkunft in der Benediktinerabtei Mount Angel im US-Bundesstaat Oregon zusammen. Ziel der Zusammenkunft sei die Ausarbeitung gemeinsamer, praktischer Vorschläge zur liturgischen Schulung, teilte das zuständige Dikasterium an diesem Freitag in einer Pressemitteilung mit. Der gewählte Ort soll dabei als gebetvoller Rahmen dienen, um die Beratung als geistliche Unterweisung im Sinne der Konzilskonstitution „Sacrosanctum concilium“ zu gestalten.

Wortlaut des Briefes (Arbeitsübersetzung)

An Seine Eminenz Kardinal Arthur Roche

Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Ich sende herzliche Grüße an Sie und an alle, die sich in der Abtei Mount Angel in Oregon versammelt haben, während Sie über das wichtige Thema der liturgischen Bildung des Volkes Gottes beraten.

In seinem Apostolischen Schreiben Desiderio desideravi, in dem die Schönheit der theologischen und geistlichen Tiefe der Liturgie beschrieben wird, betonte Papst Franziskus die Notwendigkeit einer aufmerksamen und fortwährenden Bildung von Klerus und Laien gleichermaßen, um das liturgische Leben der Universalkirche neu zu beleben (vgl. Nr. 38). Später erinnerte er uns daran, dass es bei dieser Art der Bildung „nicht um eine Spezialisierung für einige wenige Experten, sondern um eine innere Haltung des gesamten Gottesvolkes“ geht (Ansprache an die Teilnehmer an der Vollversammlung des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 8. Februar 2024). Ich möchte Sie daher ermutigen, konkrete Wege für die liturgische Bildung auf allen Ebenen im Leib Christi zu erkunden. Gleichzeitig dürfen wir „nicht aus[schließen], dass es eine Priorität hinsichtlich der Bildung derjenigen gibt, die durch das Weihesakrament berufen sind, Mystagogen zu sein, das heißt, dass sie die Gläubigen bei der Erkenntnis der heiligen Geheimnisse an die Hand nehmen und sie begleiten sollen“ (ebd.).

Die ersten praktischen Gelegenheiten zur liturgischen Bildung ergeben sich aus unserer regelmäßigen Praxis, uns jeden Sonntag zu versammeln, um die Eucharistie zu feiern. Diese Feiern sind im jährlichen Rhythmus des Kirchenjahres verankert, in dessen Mittelpunkt das Paschamysterium steht. Aus diesem Grund ist es wesentlich, dass sie auch zutiefst bildend wirken und ein immer tieferes Verständnis der ars celebrandi fördern, die nicht nur vom Zelebranten der Liturgie, sondern auch von der gesamten Versammlung zum Ausdruck gebracht wird (vgl. Desiderio Desideravi, Nr. 54). Auf diese Weise werden die Katholiken durch eine angemessene Bildung und eine ehrfürchtige Gottesverehrung sowohl zur Liturgie hin als auch von der Liturgie her gebildet (vgl. ebd., Nr. 34).

Darüber hinaus müssen wir, um eine würdige Feier der heiligen Geheimnisse zu fördern, die Notwendigkeit der Treue gegenüber den approbierten Texten und Vorschriften betonen. In den jüngst von mir gehaltenen Katechesen zur Konstitution über die Heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, habe ich darauf hingewiesen, dass alle, die berufen sind, die Feier der göttlichen Geheimnisse vorzubereiten – insbesondere die Priester –, den von den heiligen Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten Riten Achtung entgegenbringen müssen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass diese Achtung „aus einer inneren Haltung der Offenheit und des Vertrauens in Gott erwächst und Demut vor seiner Größe sowie aufrichtige Treue zur kirchlichen Gemeinschaft zum Ausdruck bringt“ (Katechese, 27. Mai 2026).

In diesem Sinn vertraue ich ihre Beratungen Maria, dem Sitz der Weisheit, an und erteile Ihnen und allen Anwesenden bei dieser Zusammenkunft gerne meinen Apostolischen Segen als Unterpfand der Weisheit und des Friedens im Herrn.

Aus dem Vatikan, am 29. Juni 2026

LEO PP. XIV 

Quelle: M. Galgano vaticannews

Mehr über die 800 Märtyrer von Otranto

CSI veröffentlicht ebenfalls einen ausführlichen Bericht über die 800 Märtyrer von Otranto.
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel: 

     "800 CHRISTEN HALTEN EIN WELTREICH AUF"

beginnt der Bericht so ZITAT

"Als die Türken die italienische Hafenstadt Otranto erobern, stellen sie die Einwohner vor die Wahl: Islam oder Tod. Doch mit dem Widerstand der Gläubigen haben sie nicht gerechnet: „Bereit, tausendfach für Christus zu sterben!“ So führt ein alter Schneider das Martyrium von 800 Christen an.

Am Anfang steht ein beschämender Frieden. Sechzehn Jahre lang hatte Venedig mit seinen christlichen Verbündeten einen verlustreichen Krieg gegen das Osmanische Reich geführt. Der Aufstand der Albaner unter ihrem charismatischen Anführer Skanderbeg; der Angriff des ungarischen Königs Matthias Corvinus in Ungarn; die verzweifelte venezianische Kampagne auf der Peloponnes; alles vergebens. Zuletzt landen die Türken gar in Italien selbst an. 1472 verwüsten muslimische Reiter das Friaul und stehen vor den Toren Udines. 1477 plündern sie erneut die Region und stoßen bis Pordenone vor – nur 80 Kilometer von Venedig selbst entfernt. Ein venezianischer Versuch, die Angreifer zu vertreiben, wird am Fluss Isonzo im selben Jahr durchkreuzt – die osmanische Kavallerie reibt dort ein christliches Heer auf." (...)

Quelle: CSI


 



 

Papst Leo XIV bringt die Freude nach Castel Gandolfo zurück

Daniele Piccini und Mario Galgano berichten bei vaticannews über die kommenden liturgischen Feiern mit Anwesenheit des Hl. Vaters in Castel Gandolfo und die Freude, die er nach der langen Abwesenheit im vorigen Pontifikat in das Städtchen am Albaner See zurückbringt.  
Hier geht´s zum Original: klicken

Der Pfarrer von Castel Gandolfo: „Der Papst bringt hier Freude“

Papst Leo XIV. verbringt seinen Sommeraufenthalt in Castel Gandolfo und prägt dort die zweiten Hälfte des Monats August mit zwei Gottesdiensten. Ortspfarrer Tadeusz Rozmus berichtet uns von umfangreichen Vorbereitungen hinsichtlich Sicherheit, Kirchengestaltung und Liturgie.

An diesem Samstag, dem 15. August, feiert das Oberhaupt der katholischen Kirche um 10:00 Uhr die Messe zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel in der Pfarrei St. Thomas von Villanova. Diese Tradition gehe auf Johannes XXIII. zurück, wie Pfarrer Tadeusz Rozmus hervorhebt. Während ein Teil der Gläubigen in der Kirche Platz findet, wird die übrige Gemeinde die Feier auf dem Vorplatz verfolgen, wo um 12:00 Uhr das Angelus-Gebet stattfindet, erläutert er:

„Hier in Castel Gandolfo sind die Einwohner daran gewöhnt, die Päpste in ihrer Mitte zu haben – in diesem Jahr ist es 400 Jahre her, dass die Päpste 1626 den Beschluss fassten, hierher nach Castel Gandolfo zu kommen. Die Einwohner von Castel Gandolfo sind also daran gewöhnt, und natürlich freuen sie sich darüber, denn die Anwesenheit des Papstes bringt Freude und Begeisterung mit sich. Die Möglichkeit, die Schweizer Garde zu sehen, wenn sie vor dem Apostolischen Palast steht – all das schafft eine wirklich sehr schöne Atmosphäre und sorgt auch für diese Begeisterung und dieses Gefühl des Miteinanders.“

Prozession mit dem Papst
Am Samstag, dem 29. August, folgt die Teilnahme Leos am lokalen Fest der Madonna del Lago. Nach dem Gottesdienst schließt sich eine Prozession an, die teilweise auf dem Albaner See verläuft. Leo XIV. wird dabei als erster Papst der Geschichte auf einem Boot an der Wasserprozession teilnehmen. Die dortige Kirche war 1977 von Paul VI. geweiht und 1979 von Johannes Paul II. besucht worden. Pfarrer Rozmus verweist auf das anhaltende Interesse der lokalen Bevölkerung sowie zahlreicher Touristen, die für die Feierlichkeiten aus Rom und ganz Italien anreisen:

„Die Anwesenheit des Papstes zieht viele Menschen an, darunter Touristen aus Rom, aber auch aus verschiedenen anderen Teilen Italiens. Ich erhalte als Pfarrer sehr, sehr viele E-Mails, in denen nach der Möglichkeit zur Teilnahme gefragt wird oder einfach nach Informationen darüber, wie die Feierlichkeiten ablaufen und wie man daran teilnehmen kann. Das zeigt bereits das große Interesse, das hinter dieser Veranstaltung, im Verbund mit der Anwesenheit des Papstes in Castel Gandolfo, steckt.“

Die Anwesenheit des Papstes fällt zudem zusammen mit dem 400-jährigen Jubiläum der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo, die 1626 von Urban VIII. begründet wurde. Dieses Ereignis wird von der örtlichen Pfarrei am ersten Septemberwochenende mit historischen Umzügen begangen. 

Quelle: D. Piccini, M. Galgano, vaticannews

Gedenken an die Märtyrer von Otranto

Heute gedenkt die Kirche der 800 Märtyrer von Otranto, die am 14. August 1480  unter den Händen der Osmanen und des Großwesirs Gedik Ahmed ihr Leben verloren. Marco Gallina berichtet: klicken

"IM GEDENKEN AN DIE MÄRTYRER VON OTRANTO

"Die letzten Überlebenden von Otranto werden am 14. August auf einen Hügel außerhalb der Stadt geführt. Die Ansage von Gedik Ahmed ist klar: Sie haben eine Chance, eine einzige Chance, zum Islam überzutreten – oder zu sterben. Wenn sie konvertieren, werden sie reich belohnt werden. Dass Gedik Ahmed so sehr auf die Islamisierung pocht, hat auch strategische und politische Gründe. Die Konversion von Otranto wäre ein Präzedenzfall: Zum ersten Mal würde eine italienische Stadt im neu eroberten osmanischen Territorium konvertieren. Die umliegenden Städte würden versucht sein, sich bereitwillig zu ergeben oder durch Konversion ihr Heil zu suchen. Um den Otrantinern den Übertritt noch schmackhafter zu machen, engagiert der Pascha einen abgefallenen Prediger, der den Überlebenden den Islam in schillernden Worten darstellt. Sie sollen das Christentum aufgeben zugunsten des neuen Glaubens. Doch einer der Überlebenden tritt vor. Es handelt sich um einen alten Schneider namens Antonio Primaldi. Er erhebt die Stimme und sagt, dass er bereit sei, tausendfach für Christus zu sterben. An seine Mitbürger gewandt erklärt er: „Meine Brüder, bis heute haben wir zur Verteidigung unseres Landes, zur Rettung unseres Lebens und für unsere Herren gekämpft; nun ist es an der Zeit, dass wir kämpfen, um unsere Seelen für unseren Herrn zu retten, damit wir – nachdem er für uns am Kreuz gestorben ist – auch für ihn sterben, standhaft und unerschütterlich im Glauben, und durch diesen irdischen Tod das ewige Leben und die Herrlichkeit der Märtyrer erlangen!“

Quelle: M. Gallina, italo.com

Donnerstag, 13. August 2026

Als aus den Ketten von Sklaven eine eiserne Chorschranke wurde...

Obwohl der Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto erst im Oktober ansteht, gibt es aktuell mehrere interessante Veröffentlichungen zum Thema.  

So z.B, diesen Bericht von Ana Poveda über das Kloster Real Monastero de Nuestra Señora de Guadelupe , wo befreite Galeerensklaven der Muslime ihre Ketten und Fußfesseln ablegten. So auch der große spanische Dichter Miguel Cervantes, der 1575 von berberischen Korsaren gefangen genommen, nach Algier verschleppt und von seiner Familie und von trinitarischen Mönchen für ein hohes Lösegeld freigekauft worden war.  worden war. Sein erster Weg in der Heimat führte ihn ins Heiligtum. Was später mit dem vielen Eisen geschah, das sich mit der Zeit ansammelte, kann man im folgenden Bericht lesen: ZITAT

"Stell dir den größten Schriftsteller unserer Sprache vor, wie er mit dem Gewicht der Eisen noch in der Erinnerung auf ein Kloster in der Extremadura zugeht. Nach fünf Jahren der Hölle und Gefangenschaft in Algier nahm das Schicksal von Miguel de Cervantes eine unerwartete Wendung, und seine erste Station war kein Palast, sondern ein Heiligtum.

Die Geschichte der Fußfesseln von Miguel de Cervantes im Real Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe verbindet den wichtigsten Schriftsteller der spanischen Sprache mit diesem emblemischen Heiligtum der Extremadura durch ein tiefes Symbol von Glaube, Leid und Freiheit. Nachdem er 1571 heldenhaft in der Schlacht von Lepanto gekämpft hatte – wo er die Verletzungen erlitt, die ihm den Beinamen „der Lahme von Lepanto“ einbrachten –, wurde Cervantes 1575 von berberischen Korsaren gefangen genommen und nach Algier gebracht. Dort verbrachte er fünf lange Jahre in Gefangenschaft, unter harten Bedingungen leidend, mit gescheiterten Fluchtversuchen und der ständigen Bedrohung durch Versklavung oder Tod. Erst 1580, nachdem seine Familie und trinitarische Mönche ein hohes Lösegeld aufgebracht hatten, erlangte er endlich seine Freiheit zurück. Zu jener Zeit war das Kloster Guadalupe eines der wichtigsten spirituellen Zentren der Halbinsel und beherbergte eine ganz besondere Tradition: Es gab einen Raum und eine fest verwurzelte Sitte, wonach befreite Gefangene in Wallfahrt kamen, um die Ketten und Fußfesseln abzulegen, die ihre Körper gefangen gehalten hatten. Es war ein Votivgeschenk der Dankbarkeit, eine materielle Form, um zu sagen, dass der Glaube und die Jungfrau ihre Fesseln zerbrochen hatten. In dieser Tradition pilgerte Cervantes um 1580 nach Guadalupe, nach seiner Rückkehr aus Algier, um die Fußfesseln und Ketten seiner Gefangenschaft zu Füßen der Jungfrau niederzulegen. Cervantes vergaß diesen Abschnitt nie und den spirituellen Trost, den er im Kloster der Extremadura fand. Tatsächlich hielt er daran fest in seinem letzten Roman, *Los trabajos de Persiles y Sigismunda*, wo er dem Heiligtum mit diesen berühmten Worten direkte Hommage erweist: „O Jungfrau von Guadalupe, Licht der Blinden, Stab der Lahmen, Hoffnung der Bedrängten, Freiheit der Gefangenen, Feile ihrer Eisen und Linderung ihrer Gefängnisse!“ Im Laufe der Jahrhunderte war die massive Anhäufung von Ketten, Fußfesseln und Eisen, die Tausende befreite Gefangene zurückließen, enorm. Um ihnen ein heiliges und nützliches Schicksal zu geben, wurden viele dieser historischen Fußfesseln – einschließlich derer, die Cervantes gebracht hatte – eingeschmolzen, um die Eisenstäbe der Basilika herzustellen. So wurde das Metall, das einst dazu diente, den Autor des *Quijote* und so viele andere Christen zu bedrücken und zu versklaven, in einem Kunstwerk der Schmiedekunst wiedergeboren, das heute schützt und Teil des lebendigen Gedächtnisses des Klosters Guadalupe ist."

Quelle: Ana Ma Poveda, Twitter

 

Mittwoch, 12. August 2026

Die Katechese

bei der heutigen päpstlichen Generalaudienz im Wortlaut - veröffentlicht von S. Kritzenberger bei vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken

Liebe Brüder und Schwestern,


das fünfte Kapitel der Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium (SC) ist dem liturgischen Jahr gewidmet. Mit diesem Thema wollen wir uns heute näher beschäftigen, um seine Bedeutung für das Leben jedes Gläubigen zu erschließen.


Zunächst einmal sei daran erinnert, dass sich die Bezeichnung des Kreislaufs der christlichen Festtage als „liturgisches Jahr“ im kirchlichen Sprachgebrauch vor allem durch das Wirken des Dieners Gottes, des Abtes Prosper Guéranger (1805–1875), verbreitet hat.


In seiner Enzyklika Mediator Dei betont Papst Pius XII., dass es sich dabei nicht um „eine frostige, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine bloße Erinnerung an Ereignisse aus früheren Zeiten“ handelt. Es ist vielmehr „Christus selbst, der in seiner Kirche weiterlebt und den Weg seines unermesslichen Erbarmens geht, den er in diesem sterblichen Leben… begonnen hat, damit die Menschen seine Geheimnisse erfassten und in ihnen sozusagen lebten, Geheimnisse, die dauernd gegenwärtig sind und wirken“ (III Divinum Officium et Annus Liturgicus, II Cyclus Mysteriorum). Das liturgische Jahr ist somit als die fortwährende Vergegenwärtigung des Heilswerkes zu verstehen, das Christus in der Geschichte vollbringt. Indem die Kirche diesen Kreislauf des Jahres durchläuft, bleibt sie mit dem Erlösungswerk des Herrn in Berührung, sodass alle Gläubigen mit seiner Gnade erfüllt werden (vgl. Sacrosanctum Concilium, 102). Die Begegnung mit Jesus Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist, ist das Ziel, das die Kirche stets verfolgt, indem sie die Feier des Osterereignisses in jedem Moment in den Mittelpunkt stellt.


Deshalb betrachten die Konzilsväter gerade den Sonntag als „Grundlage und Kern des ganzen liturgischen Jahres“, als den „Ur-Feiertag“ (vgl. SC 106). In verschiedenen modernen Sprachen wird er als „dies Domini“ – als „Tag des Herrn“ – bezeichnet. Auch in Sprachen, in denen sich die Bezeichnung „Tag der Sonne“ (Sunday, Sonntag) durchgesetzt hat, lässt sich eine Verbindung zu Christus erkennen: Er ist die wahre „Sonne der Gerechtigkeit“, die jeden Menschen erleuchtet!


Der heilige Johannes Paul II. lehrt in seinem Apostolischen Schreiben Dies Domini vom 31. Mai 1998, dass der Sonntag der Tag des Herrn, der Tag der Kirche, der Tag des Menschen und schließlich der „Tag der Tage“ ist: „Da der Sonntag das wöchentliche Ostern ist, wo der Tag in Erinnerung gerufen und vergegenwärtigt wird, an dem Christus von den Toten auferstanden ist, ist er auch der Tag, der die Bedeutung der Zeit offenbart. […] Aus der Auferstehung hervorgehend, zerteilt er die Zeiten des Menschen, die Monate, die Jahre, die Jahrhunderte, wie ein Richtungspfeil, der sie durchdringt und auf das Ziel der Wiederkunft Christi ausrichtet. Der Sonntag nimmt den Endtag vorweg, den Tag der Parusie“ (Nr. 75), an dem wir alle von den Toten auferstehen werden.


Um den Sonntag zu heiligen, ist die Feier der Eucharistie unerlässlich. Das Hören des Wortes Gottes und die Teilhabe am Leib Christi setzen nach den Worten der Konzilsväter das convenire in unum voraus (vgl. SC 106): die freudige Zusammenkunft der Gläubigen. In dieser Versammlung macht die christliche Gemeinschaft ihre Gemeinschaft mit dem Herrn sichtbar und bezeugt ihre Zugehörigkeit zu Christus und ihre Treue zur Kirche. Diese Versammlung kann weder durch eine bloß virtuelle Anwesenheit ersetzt werden noch erschöpft sie sich in einer rein passiven Zusammenkunft. Die liturgische Versammlung verwirklicht sich vielmehr in der tätigen Teilnahme der Brüder und Schwestern, die zusammengerufen sind, um „Gott zu preisen, (…) der uns zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten neu gezeugt hat“ (vgl. 1 Petr 1,3) (ebd.).


In diesem Zusammenhang fordere ich alle auf, die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, damit auch diejenigen an der heiligen Messe teilnehmen können, die sonntags nicht von der Arbeit freigestellt sind.



    Foto:Vatican Media

Meine Lieben, das liturgische Jahr, das durch die Sonntage gegliedert ist, hat eine interessante Geschichte, in der sich der Glaube und die Frömmigkeit der Kirche miteinander verflechten. Tatsächlich wurde bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. die wöchentliche Osterfeier durch das jährliche Osterfest ergänzt, das als „höchstes Fest“ (SC, 102) bezeichnet wird und sich über die „freudige Zeit“ von fünfzig Tagen erstreckt, die in Pfingsten gipfelt und durch die österliche Bußzeit vorbereitet wird (vgl. SC, 109). Die Entwicklung des Weihnachtsfestkreises, die später nach dem Vorbild des Osterfestkreises erfolgte, ermöglichte es, die Geheimnisse der Menschwerdung des Wortes Gottes, seiner Geburt und seiner Offenbarung in der Welt nachzuerleben. Die Kirche hat dann in diesen Jahreskreis die Verehrung der seligen Jungfrau Maria eingefügt, die „durch ein unzerreißbares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist“ (SC, 103), sowie die „Gedächtnistage der Märtyrer und der anderen Heiligen, die Gott im Himmel das vollkommene Lob singen und Fürsprache für uns einlegen“ (SC, 104).

Das liturgische Jahr vergegenwärtigt so in sakramentaler Weise die Pädagogik der Heilsgeschichte: Es führt die Gläubigen von der Erwartung des Messias zur Fülle des Pascha-Mysteriums und zur Vorwegnahme der künftigen Herrlichkeit. In ihm feiert die Kirche die heilbringende Aktualität des Mysteriums Christi und ermöglicht es den Gläubigen, immer tiefer daran teilzuhaben. Deshalb bildet das liturgische Jahr das inspirierende Prinzip und den wesentlichen Bezugsrahmen für jedes pastorale Handeln."


Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

Generalaudienz

 heute im Petersdom

               

Dienstag, 11. August 2026

Große Ereignisse....

Wie Mario Galgano für vaticannews berichtet, plant die jordanische Regierung eine Feier des 2000-jährigen Jahrestages der Taufe Christi im Jordan. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel: 

"JORDANIEN: FEIER ZUM MILLENIUM DER TAUFE CHRISTI FÜR 2030 GEPLANT" 

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Die jordanische Regierung hat offiziell die Vorbereitungen für das zweitausendjährige Jubiläum der Taufe Jesu Christi eingeleitet, das im Jahr 2030 gefeiert wird. Unter der Leitung von Premierminister Jafar Hassan trat ein eigens dafür eingerichtetes nationales Komitee zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Dem Gremium gehören verschiedene Minister, hochrangige Kirchenvertreter unterschiedlicher Konfessionen sowie Leiter relevanter staatlicher Institutionen an. Die Aufgabe des Komitees besteht in der Ausarbeitung eines Gesamtplans, der internationalen Abstimmung sowie der administrativen und logistischen Steuerung der Feierlichkeiten." (...)

Quelle: M. Galgano, vaticannews

Montag, 10. August 2026

Vivaldi "all in"....

" Juditha triumphans"  A. Vivaldi, RV 644

              

Historisches

 ...ein Tag im Leben von Papst Johannes XXIII

Papst Leo XIV vor den Herausforderungen der Frankreichreise

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci mit den  Herausforderungen der bevorstehenden Reise des Pontifex nach Frankreich. 
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"LEO XIV, DIE HERAUSFORDERUNG FÜR DAS HERZ DES CHRISTENTUMS"

Die wichtigste Neuigkeit dieser Woche war die – lange erwartete – Bestätigung der Reise von Papst Leo XIV. nach Argentinien, Uruguay und Peru im November durch den Vatikan. Bevor er seine dreitägige Südamerikareise antritt, wird der Papst jedoch nach Frankreich reisen.

Der Besuch der Fille Aînée de l'Église ist für den 25. bis 28. September geplant und wird von großer Bedeutung sein.

Es ist eine Reise ins Herz des säkularisierten Europas, wo unter anderem das Gesetz zur Sterbehilfe nur wenige Monate vor der Ankunft des Papstes verabschiedet wurde. Gleichzeitig ist es aber auch eine Reise in ein Land des alten Christentums, wo der katholische Glaube eine bemerkenswerte Wiederbelebung erlebt und niemand so recht versteht, warum.

Es ist eine Reise, die viel darüber enthüllen wird, wie Leo XIV. mit dem umzugehen gedenkt, was sich zu einem regelrechten Angriff auf das Herz des Christentums entwickelt.

Frankreich gehört zu den europäischen Ländern, in denen christenfeindliche Angriffe so weit verbreitet sind, dass es sogar eine eigene Beobachtungsstelle gibt, die diese Angriffe dokumentiert. Frankreich repräsentiert die neue existenzielle Peripherie Europas, ein Land, das sich selbst als „älteste Tochter“ der Kirche versteht, aber im Laufe der Jahrhunderte eine beispiellose Säkularisierungswelle erlebt hat, die durch das kulturelle Klima der Französischen Revolution natürlich begünstigt wurde.

Frankreich ist wahrscheinlich auch der Ort, von dem aus der Wiederaufbau einer christlichen Kultur beginnen wird – etwas, worauf Leo XIV. die Gläubigen seit Beginn seines Pontifikats vorbereitet hat.

Seine erste Reise führte ihn nach Monaco, einem der kleinsten Länder der Welt, um einer Nation mit alter christlicher Tradition seine Ehre zu erweisen, vor allem aber, um zu betonen, dass in der multilateralen Welt jede Nation zählt. Leo XIV. wollte der Welt verdeutlichen, dass es nicht darum gehe, auf die mächtigen Nationen zu hören, sondern auch von den Beiträgen kleinerer Nationen zu profitieren.

Dann gab es die Reise nach Spanien, wo 1,2 Millionen Menschen nach Madrid kamen, um den Papst zu sehen und zu hören, während im säkularisierten und kirchenfeindlichen Barcelona eine unglaubliche Menschenmenge den Atem anhielt angesichts der außergewöhnlichen und herzlichen Segnung des Turms Jesu in der Sagrada Família.

Sonntag, 9. August 2026

Angelus

Gebet und die Katechese des Hl. Vaters.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST BEIM ANGELUS: DIE KATECHESE IM WORTLAUT"

Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Das heutige Evangelium erzählt uns von Jesus, der am See Gennesaret mitten in einem Sturm zu seinen Jüngern kommt, indem er auf dem Wasser wandelt (vgl. Mt 14,22-33).

Nach dem Wunder der Brote und Fische (vgl. Mt 14,13–21) fordert der Meister seine Jünger auf, ins Boot zu steigen und in See zu stechen, während er sich allein auf den Berg zurückzieht, um zu beten. Weit vom Ufer entfernt sind sie jedoch dem Wind ausgeliefert und kommen nur mühsam voran. Nach einer Erfahrung des Erfolges, bei der sie Protagonisten eines wundersamen Zeichens gewesen waren, finden sie sich nun machtlos und verängstigt angesichts der Bedrohung durch die Wellen und den Gegenwind wieder.

Gegen Ende der Nacht kommt Jesus ihnen auf dem unruhigen Gewässer entgegen und erschrocken halten sie ihn für ein Gespenst (V. 26). Doch er sagt zu ihnen: »Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!« (V. 27). Die Gegenwart des Herrn verändert alles: Petrus schafft es sogar, einige Schritte über die Wellen auf ihn zuzugehen; dann erschrickt er, versinkt und Jesus rettet ihn. Als der Meister dann ins Boot steigt, legt sich der Sturm und da entspringt aus dem Herzen der Jünger spontan das Glaubensbekenntnis: »Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du« (V. 33).

Um dazu zu gelangen, war es für sie nicht genug, ein Wunder miterlebt oder vor den Menschen Erfolg gehabt zu haben: Sie mussten die Erfahrung ihrer eigenen Schwäche durchleben und darin die Gegenwart Gottes erkennen. Nur so konnten sie ihre Augen und ihr Herz wirklich für seine Nähe öffnen und auch mitten im Sturm wieder Frieden finden.

Eines Tages, einige Zeit später, wird Jesus zu ihnen sagen: »Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt […], selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: ‚Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‘ wird es geschehen« (Mt 21,21). Und genau das haben sie auf dem See erlebt: Der Friede Christi, der auf dem Berg gebetet hatte, hat sie inmitten der tobenden Wellen erreicht.

Dieses Wunder lehrt uns also etwas Wichtiges: vor allem, uns angesichts des Erfolgs nicht zu sehr zu überschätzen und niemals überheblich zu werden; und gleichzeitig, nicht zu verzweifeln, auch nicht in dunklen Momenten, in denen wir uns in Anbetracht der Probleme machtlos fühlen und es uns trotz unserer Bemühungen so vorkommt, als würden wir eher Rückschritte machen als voranzukommen. Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich und wenn wir ihn demütig in das Boot unseres Lebens aufnehmen – durch das Gebet, durch die Sakramente, durch das Hören auf sein Wort –, werden wir in ihm Frieden finden, werden wir Licht und Kraft für unseren Weg finden. Möge Maria uns helfen, so zu leben – in vertrauensvoller Hingabe an Gott –, sie, die ob ihres Glaubens seliggepriesen wurde (vgl. Lk 1,45)."

Quelle: vaticannews