der Kunst, Wirtschaft und des Sports in der Movistar-Arena in Madrid
Sonntag, 7. Juni 2026
In illo tempore
Auch heute setzt OnePeterFive mit Lesungen aus dem römischen Offizium in der Fassung des Konzils von Trient seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort.
Anmerkung der Redaktion: Die folgenden Lesungen und Responsorien stammen aus dem römischen Offizium in der Fassung nach dem Konzil von Trient 1570.
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SONNTAG IN DER OKTAV VON FRONLEICHNAM
II. Nokturn
V. Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen. Der allmächtige Vater sei uns gnädig und barmherzig. Amen.
Lesung 4
aus den Predigten des heiligen Johannes Chrysostomus, Patriarch von Konstantinopel.
60. Predigt an das Volk von Antiochia.
Sein Wort spricht: „Dies ist mein Leib.“ Dies bekennen und glauben wir und sehen wir mit geistigen Augen. Christus hat uns sich nicht in einer Gestalt hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen oder schmecken könnten, und doch hat er sich uns in Dingen hinterlassen, die wir sehen, hören, berühren, riechen und schmecken können und die alle Menschen verstehen können. So ist es auch mit der Taufe durch Wasser, die die Menschen äußerlich wahrnehmen: Ihnen wird eine Gabe zuteil, die sie nur innerlich erfassen können, nämlich die Wiedergeburt. Hätten wir keine Körper, würden uns diese Dinge ohne äußere und sichtbare Zeichen zuteil. Da wir aber aus Seele und Leib bestehen, werden unserer Seele Gaben zuteil, die sie erfassen kann, in äußeren Zeichen, die unser Leib wahrnehmen kann. Wie viele sagen: „Ich möchte doch sein Angesicht, sein Antlitz, seine Kleider, ja, seine Schuhe sehen!“ Siehe, du siehst und berührst ihn, ja, du nährst dich von ihm. Und du möchtest seine Kleider sehen? Siehe, er hat dir nicht nur gegeben, sie zu sehen, sondern dich davon zu nähren, sie zu berühren und sie in dich aufzunehmen.
V. Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.
R. Während sie aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern und sprach:
„Nehmt, esst, das ist mein Leib.“
V. Die Männer meines Zeltes sprachen: „O dass wir von seinem Fleisch hätten, wir können nicht satt werden!“
R. Nimm, iss, das ist mein Körper
V. Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen. Christus schenke all seinem Volk, dass es ewig vor ihm lebe. Amen.
Lesung 5:
An diesem Tisch des Herrn soll sich niemand mit Ängstlichkeit oder Gleichgültigkeit nähern. Alle sollen feurig, alle heiß, alle begeistert sein. Den Juden wurde bezüglich des Passahlamms geboten: „So sollt ihr es essen: mit umgürteten Lenden, Schuhen an den Füßen und dem Stab in der Hand, und ihr sollt es in Eile essen; es ist das Passah des Herrn.“ (Exodus 12,11)
Aber du musst wachsamer sein als sie. Sie wollten gerade von Ägypten nach Palästina reisen und gaben sich deshalb als Reisende aus, doch die Reise, die vor dir liegt, führt von der Erde zum Himmel. Darum ziemt es sich für dich, in allem auf der Hut zu sein, denn die Strafe für den, der unwürdig isst oder trinkt, ist keine leichte (1 Kor 11,27). Bedenke, wie empört du dich über den Verräter und die Kreuziger des Herrn bist, und achte darauf, dass auch du nicht „schuldig am Leib und Blut des Herrn“ wirst. Sie aber töteten seinen heiligsten Leib, doch du, nach allem, was er für dich getan hat, nimmst ihn in deine befleckte Seele auf. Aus Liebe genügte es ihm nicht, Mensch zu werden, geschlagen und gekreuzigt zu werden. Er hat sich auch mit uns vermischt, indem er uns zu seinem Leib gemacht hat, und das nicht allein durch den Glauben, sondern wahrhaftig und in Wahrheit.
V. Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.
R. Jesus nahm nach dem Abendmahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
* Tut dies zu meinem Gedächtnis.
V. Meine Seele gedenkt ihrer stets und ist in mir demütig.
R. Tut dies zu meinem Gedächtnis.
V. Herr, gewähre uns deinen Segen.
Segen. Möge das göttliche Feuer des Geistes in unseren Herzen entzündet werden und leuchten. Amen.
Samstag, 6. Juni 2026
Die Rede des Papstes
Veröffentlicht bei vaticannews: klicken
WORTLAUT DER REDE
"Majestäten, Königliche Hoheiten, verehrte Autoritäten und Mitglieder des Diplomatischen Korps, meine Damen und Herren,
ich danke dem Herrn für diese Begegnung und bedanke mich für die Einladung zu dieser Apostolischen Reise nach Spanien: einer Reise in mehreren Etappen, von denen jede einen Aspekt des Facettenreichtums eines großen Landes zeigen wird, das seit fast zwei Jahrtausenden das Wort des Evangeliums angenommen hat. Die Tradition hat die erste Evangelisierung der Iberischen Halbinsel stets mit der Verkündigung des Apostels Jakobus des Älteren in Verbindung gebracht. Diese Verbindung ist von beachtlicher theologischer Bedeutung, denn sie drückt das Bewusstsein der Ortskirche aus, in Kontinuität mit der vom Pfingstereignis ausgehenden apostolischen Sendung zu stehen. Die uralte Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und diesem Land beschreibt die vielgestaltige Identität eures Volkes zwar nicht vollständig, hat aber andererseits dessen Kultur tief geprägt und stellt eine Quelle der Hoffnung und Orientierung inmitten der Herausforderungen dar, denen wir uns heute als Menschheitsfamilie gemeinsam stellen müssen. Ich denke an die Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit, die in jeder Stadt und jedem Dorf eine wahre Dramaturgie der Erlösung im Rhythmus des Jahres und in den verschiedenen Lebenskontexten darstellen. Zusammen mit dem künstlerischen und musikalischen Erbe, mit den zahlreichen Bruderschaften und karitativen Vereinigungen zeugen sie von der fruchtbaren Begegnung zwischen Jesus Christus und eurem Volk. Es ist ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und dies auch zeigt!
„Ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und das auch zeigt“
Ich bin zu euch gekommen, um die Gläubigen in ihrer Treue zum Evangelium zu bestärken, zu ermutigen und zu inspirieren und um eine tiefere Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kräften dieser Nation zu fördern. Denn eure eigene Geschichte zeigt, dass nicht die Kultur der Konfrontation, sondern die der Begegnung Stabilität und Wohlstand schafft. Genau betrachtet findet die Botschaft des Friedens, die in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klingt, Anklang bei jenen, die sich nicht in vorgefertigte Ideologien verschließen, sondern offen für die Wahrheit sind. Wie uns Papst Franziskus gelehrt hat, besteht in der Tat »eine bipolare Spannung zwischen der Idee und der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist etwas, das einfach existiert, die Idee wird erarbeitet. Zwischen den beiden muss ein ständiger Dialog hergestellt und so vermieden werden, dass die Idee sich schließlich von der Wirklichkeit löst. Es ist gefährlich, im Reich allein des Wortes, des Bildes, des Sophismus zu leben« (Evangelii gaudium, 231). So kommt er zu dem Schluss: »Die Wirklichkeit steht über der Idee« (ebd.). Die Wahrheit ist immer größer als wir selbst, und deshalb überrascht sie uns und bewegt sie uns zu Prozessen der Läuterung und Versöhnung, auf denen der Dialog mit den anderen – und mit dem Anderen mit großem A – grundlegend wird.
„Unsere Zeit schreit in ihrem Innersten nach Frieden“
In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Gestalten dieses Landes verweisen, die seit fünf Jahrhunderten das Leben der Kirche und die spirituelle Suche vieler Menschen bereichern, auch über ihre sichtbaren Grenzen hinaus. Es handelt sich um Johannes vom Kreuz und Teresa von Ávila, die aufgrund ihrer Leidenschaft für das göttliche Geheimnis zu Freunden wurden. Ihre Mystik ist eine Mystik mit offenen Augen, das heißt, sie steht der Geschichte nicht fern, sondern führt im Gegenteil zu den Wurzeln der Fragen, zum Kern der Wirklichkeit. Insbesondere das Thema der Nacht, das dem heiligen Johannes vom Kreuz – den wir in diesem Jahr besonders feiern – so am Herzen lag, hilft uns dabei, die Veränderungen zu deuten und die Spannungen zu ertragen, die unsere Zeit so sehr verdunkeln. In seiner Sehnsucht nach dem Licht lernte er paradoxerweise, die Dunkelheit zu schätzen – »die selige Nacht« (Die dunkle Nacht, 3) – als jene Zeit, in der sich die Seele von dem befreit, was sie zu kennen und zu besitzen glaubt. Auch heute noch ist es das Unbekannte, das uns am meisten Angst macht, das bei vielen die Vernunft verdunkelt und die Gefühle aufwühlt. Angesichts dessen überwiegt oft das Gefühl, sich nicht mehr zurechtzufinden, die Orientierungslosigkeit. Deshalb braucht es auch im öffentlichen Leben Männer und Frauen, die in der Dunkelheit das Licht erahnen; im Ende einen möglichen Anfang, gleichsam das Hereinbrechen einer Wahrheit als Licht, das noch blendet, uns aber – wenn wir vertrauen und Frieden finden – behutsam an sich heranführt: »Oh Nacht, die mich lenkte! O Nacht, holder als das Frührot! O Nacht, die den Geliebten mit der Geliebten vereinte, die Geliebte in den Geliebten wandelte« (ebd., 5).
Erste Reden...
Stefan von Kempis berichtet bei vaticannews : klicken
"PAPST IN SPANIEN: NEIN ZUR POLARISIERUNG, JA ZUM FRIEDEN"
Leo XIV. hat Politik und Gesellschaft in Spanien dazu aufgerufen, der „Kultur der Konfrontation“ eine Absage zu erteilen. Zugleich lobte er den Einsatz Spaniens für Frieden und Völkerrecht.
Samstagmittag im „Palacio Real“, dem Königspalast von Madrid: Kurz nach seiner Ankunft in Spanien, das er bis zum 12. Juni bereisen will, trifft der Papst auf die politische und gesellschaftliche Elite des Landes sowie auf Diplomaten. In seiner ersten großen Rede im Beisein von König Felipe VI. und dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez erinnert der Gast aus Rom zunächst an „die uralte Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und diesem Land“. Und er lobt seine Gastgeber: „Es ist ein Volk voller Leidenschaft, das das Leben liebt und dies auch zeigt!“
Für „Prozesse der Läuterung und Versöhnung“
Doch schon im zweiten Absatz seiner Rede wirbt Leo „um eine tiefere Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kräften“ in Spanien, spricht von nötigen „Prozessen der Läuterung und Versöhnung“, vom Imperativ des Dialogs. Er beklagt die Orientierungslosigkeit vieler Menschen angesichts der Umbrüche unserer Epoche und stellt fest: „Unsere Zeit, die scheinbar von schrecklichen Ungleichgewichten und Konflikten erschüttert wird, schreit in ihrem Innersten nach Frieden...“
„Heute scheint die Versuchung, durch das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen, eher zu wachsen als abzunehmen; die Menschenwürde wird weiterhin verletzt. Deshalb brauchen wir Kultur, Innerlichkeit, eine freie und qualitativ hochwertige Bildung, wir brauchen Transzendenz. … Die katholische Kirche steht im Dienst dieses Verlangens des menschlichen Herzens. Nicht aufdringlich, sondern indem sie das Evangelium bezeugt...“
„Wir müssen jenen identitären Ansätzen entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern“
Papst Leo ruft die Spanier dazu auf, „die spaltenden und polarisierenden“ Debatten, die ihr öffentliches Leben kennzeichnen, zu überwinden und sich speziell in den sozialen Medien vor „Vorurteilen“ und „tödlichen Impulsen“ zu hüten. Es gelte etwa beim Blick auf die spanische Geschichte, „von fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität zu gelangen“ „Vorurteilen“ und „tödlichen Impulsen“ zu hüten. Es gelte etwa beim Blick auf die spanische Geschichte, „von fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität zu gelangen“.
„Ich sehe hier eine besondere Berufung für Europa, bei der Spanien eine grundlegende und wichtige Rolle spielt", erklärte der Papst. Mit Blick auf die Versuchung rechtsextremer Politik, die in Gestalt der Partei Vox auch in Spanien seit etlichen Jahren im Aufwind ist, fügte er hinzu: „Die Vielschichtigkeit schätzen und ergründen, lernen, sie nicht zu leugnen und sie als Segen anzunehmen, jenen identitären Ansätzen entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern: Darin besteht die Aufgabe derer, die eine große Geschichte hinter sich haben.“
Sicherheit kommt nicht von Waffen und Mauern
Der Gast aus Rom fordert mehr Investitionen in Schulen, Hochschulen und Forschung, in lokale Gemeinschaften und zur Stärkung der Zivilgesellschaft. „Sicherheit, von der wir uns allzu oft einbilden, sie käme von Waffen und Mauern, entsteht vielmehr dadurch, dass wir lernen, gemeinsam mit anderen voranzugehen, gemeinsam zu wachsen, Seite an Seite. Eure eigene Geschichte bezeugt dies. Die Präsenz des Islam auf der Iberischen Halbinsel beispielsweise war eine langjährige politische, kulturelle und religiöse Gegebenheit. In dieser Zeit gab es nicht nur Konfrontation, sondern man versuchte auch, einen Raum für Begegnung, Gespräch und Dialog zwischen Christen, Muslimen und Juden über Sinn und Wahrheit zu schaffen.“
Leo erinnert in seiner Rede an einige große Gestalten Spaniens: die Heiligen Johannes vom Kreuz, Teresa von Ávila und Ignatius von Loyola, aber auch an die mittelalterlichen Philosophen Averroes (1126–1198), der Muslim, und Maimonides (1138–1204), der Jude war. Am Ende seines Auftritts fasst der Papst seine Erwartungen an Spanien noch einmal bündig zusammen.
Papst erwähnt Philosophen aus dem islamischen Spanien des Mittelalters
„Majestäten, Königliche Hoheiten, meine Damen und Herren, ich danke Ihrem Land für seine Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus, die sich in einem aktiven Engagement für den Frieden und die Solidarität unter den Völkern niederschlägt. Gleichzeitig ermutige ich Sie, auch in Ihrem Land den Dialog und die soziale Freundschaft zu pflegen, die Perspektiven der Armen und der Jugendlichen bei der Gestaltung der Zukunft zu berücksichtigen, die Forderungen nach Autonomie und Einheit in Einklang zu bringen und den Prozess der europäischen Einigung voranzutreiben – nicht im Gegensatz zu anderen Mächten, sondern als ein Geschenk für die ganze Menschheitsfamilie. Gott segne Spanien!“
König spricht Thema Missbrauch an
Freitag, 5. Juni 2026
Madrid erwartet die Ankunft von Papst Leo XIV
Kielce Gussic berichtet für vaticannews über Madrid, die erste Station der morgen beginnenden Spanienreise Papst Leos XIV. Hier geht´s zum Original: klicken
"MADRID ERWARTET DIE ANKUNFT PAPST LEOS UND EINE WIEDERBELEBUNG DES GLAUBENS"
15 Jahre nach Papst Benedikts XVI Weltjugendtag in Madrid, reist Papst Leo XIV in eben diese Stadt, in der die Menschen auf Ermutigung und Wiederbelebung des GLaubens des Landes hoffen.
Morgen wird die Stadt Madrid - die erste Station seiner Apostolischen Reise nach Spanien, Papst Leo XIV begrüßen. In der Hauptstadt laufen letzte Vorbereitungen, Straßen werden blockiert, Blumenarrangements verkünden "Leo XIV" und die Fahnen des Vaticans säumen die Hauptstrassen der Stadt.
Weniger als 24 Stunden vor der Landung der päpstlichen Maschine sprach Professor Yago De la Cierva, der Gesamtkoordinator des Papstbesuchs in Spanien, mit vatican news darüber, warum diese apostolische Reise ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Madrid und ganz Spanien darstellt.
Diese Hoffnung ist zweifacher Natur. Zum einen wird erwartet, dass die Anwesenheit des Papstes „das geistliche Leben der Christen und praktizierenden Katholiken stärken“ wird. Zum anderen soll der Papstbesuch ein Aufruf an all jene sein, die sich vielleicht vom Glauben entfernt haben oder nie eine religiöse Unterweisung erhalten haben: Sie sollen zur Kirche zurückkehren und erfahren, dass sie Frieden und Glück finden können, denn Gottes Wille ist es, dass sie glücklich sind.
Eine Wiederbelebung des Glaubens
Einst ein überwiegend katholisches Land, ist die Zahl der Gläubigen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Während sich etwa 52 % der Spanier als Katholiken bezeichnen, sind nur rund 15 % praktizierende Gläubige. Prof. de la Cierva weist jedoch darauf hin, dass sich dieser Rückgang nicht auf Spanien beschränkt. „Ich glaube, der Glaube ist in Europa auf dem Rückzug“, merkt er an. „In Spanien begann dieser Rückgang zwar später, verläuft aber schneller – womöglich aus anderen Gründen.“
So ist beispielsweise die Zahl der getauften Kinder auf unter 50 % gesunken, und weniger als 20 % der Paare schließen die Ehe in der Kirche. Der Gesamtkoordinator warnt jedoch davor, sich allein auf die Statistiken zu konzentrieren.
„Angesichts dieser Zahlen könnte der Eindruck entstehen, alles sei düster und trostlos – doch das ist keineswegs der Fall“, betont Prof. de la Cierva. „Es gibt zahlreiche neue Institutionen, Gruppen und Bewegungen, die sehr aktiv sind, und auch viele Pfarreien zeigen großes Engagement.“
Dies zeige sich besonders in der Hauptstadt, erklärt er. In Madrid errichtet die Diözese derzeit zwölf neue Kirchen. Zudem blüht das christliche Leben in der Stadt auf; Prof. de la Cierva sieht darin einen der Gründe, warum der Papst Madrid als erste Station seines Besuchs ausgewählt hat. „Madrid nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist eine der Regionen mit einem hohen Anteil praktizierender Katholiken … und das christliche Leben dort ist überaus lebendig.“
Papst Leo vor deutschen Studenten: "Ich bin ein Ausländer"
Papst Leo XIV beweist auch auf Deutsch seinen Humor!
Von Mitgliedern der deutschen katholischen Studentenvereinigungen, die sich in der Audienzhalle Paul VI. versammelt hatten, wurde Leo XIV. mit großer Begeisterung empfangen. Er überraschte die Anwesenden, indem er seine Rede spontan begann.
Anne Preckel berichtet für Vaticannews: klicken
"LEO LEGT DEUTSCHEN STUDENTENBEWEGUNGEN DEN CHRISTLICHEN HUMANISMUS ANS HERZ"
"Für katholische Werte in der Gesellschaft und das menschliche Gemeinwohl einzutreten – dazu hat Leo XIV. an diesem Freitag Mitglieder katholischer Studentenbewegungen aus Deutschland aufgerufen. Dabei gehe es nicht darum, ein Parteidenken zu vertreten, verdeutlichte der Papst. In seiner Rede zitierte er unter anderem Papst Benedikt, der selbst Mitglied einer katholischen Studentenverbindung war. Sich selbst nannte Papst Leo, scherzhaft, einen Ausländer.
Ein paar deutsche Wörter waren an diesem Freitag aus dem Munde des US-amerikanischen Papstes zu hören. Leo XIV., der laut Angaben seines Bruders derzeit seine Deutschkenntnisse ausbaut, empfing im Vatikan Mitglieder verschiedener katholischer Studentenbewegungen aus Deutschland und begrüßte sie mit einem „Herzlich willkommen!
„Man sagt mir, die Deutschen seien sehr pünktlich! - Ich bin ein Ausländer...", so Leo XIV. scherzhaft, der sich für sein Zuspätkommen entschuldigte.
In seiner auf Englisch gehaltenen Rede erinnerte Leo XIV. an die Bedeutung des christlichen Humanismus und den Einsatz für Gerechtigkeit und Gemeinwohl. Dabei verwies er auf die Grundsätze der katholischen Studentenverbindungen, die ein Bekenntnis zum Glauben enthalten: religio, scientia, amicitia und patria - übersetzt: Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat.
Ein christlicher Lebensstil wirkt in der Gesellschaft
In Zeiten des „Despotismus und der Ideologien“ sei der christliche Glaube keine „Fassade“, sondern „Lebensstil“ gewesen, nahm der Papst auf die bewegte deutsche und europäische Geschichte Bezug. In der Gegenwart gelte es, „Verheißungen und Täuschungen der heutigen Zeit“ zu erkennen und eine gerechte und friedliche Gesellschaft aufzubauen, unterstrich er. Dazu könnten Vernunft wie auch der Glaube dienen, griff Leo XIV. ein Lieblingsthema des deutschen Papstes Benedikt XVI. auf.
„Genau wie der Gebrauch der Vernunft klärt auch das Licht des Glaubens die Verheißungen und Täuschungen der heutigen Zeit auf und fordert jeden Einzelnen heraus, sein Bestes zu geben, um zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beizutragen.“
Dass christliche Überzeugungen über die Studentenbewegungen in Wissenschaft, Politik, Berufswelt und Gesellschaft ausstrahlten, „kommt nicht nur eurem Land zugute, sondern ganz Europa, in dessen Mitte Deutschland liegt“, zeigte sich der US-amerikanische Papst überzeugt.
„In seiner hintergehbar männlichen oder weiblichen Gestalt ist der Mensch in der Tat stets relational und begrenzt.“
Mit Blick auf die Herausforderungen der technologischen Revolution betonte der Papst - wie auch in seiner jüngsten Enzyklika „Magnifica humanitas“ - die Zentralität des Menschen. Er rief die Studierenden dazu auf, „der Erforschung und Förderung unseres gemeinsamen Menschseins“ besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „In seiner unhintergehbar männlichen oder weiblichen Gestalt ist der Mensch in der Tat stets relational und begrenzt und deshalb dazu gerufen, sich selbst zur Aufgabe zu werden und den anderen zu einem Geschenk.“
Die Kirche vertritt keine Partei
„Weil ihr alle Christus, dem einzigen Herrn und Meister des Lebens, nachfolgt, vertretet ihr die katholischen Werte in der Gesellschaft nicht als Parteigänger, sondern als Verfechter des Gemeinwohls der Menschheit.“
Christen träten für menschliches Gemeinwohl ein – jenseits von Parteidenken, Moden und Individualismus – , erinnert Leo XIV. weiter, und er rief zu einer „Evangelisierung der Kultur“ auf.
„Da ihr alle Christus, dem einzigen Herrn und Meister des Lebens, nachfolgt, vertretet ihr die katholischen Werte in der Gesellschaft nicht als Parteigänger, sondern als Verfechter des Gemeinwohls der Menschheit. In Deutschland, in Italien und auf der ganzen Welt stärkt derselbe katholische Glaube unsere Zusammenarbeit, ohne Kompromisse mit dem Zeitgeist einzugehen und ohne individualistische Vorlieben über die gemeinsame Tradition der Kirche zu stellen.“
Christlicher Humanismus statt Karrierismus
Papst Leo nahm auf das Motto der Studentenverbindungen Bezug: „In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas“ – übersetzt etwa „Im Notwendigen Einmütigkeit, im Zweifel Freiheit, in allem aber Nächstenliebe“. Die Mitglieder rief er zum engagierten Studium auf, ohne dem Karrierismus zu verfallen.
„Dadurch dass wir unser Bestes geben, werden wir zu Verantwortungsträgern in der Gesellschaft, ohne uns zu Karrieren verführen zu lassen, in denen es vor allem ums Geld geht. Erkennen wir vielmehr, dass Kultur das Gut der Menschheit ist: Die Wahrheit macht uns frei, während die Unwahrheit Namen und Dinge verfälscht.“
In diesem Zusammenhang unterschied Leo zwischen „Beruf“ und „Berufung“ und flocht erneut deut
„Angesichts dessen, was den Menschen entmenschlicht – insbesondere die Kleinen, Armen oder Kranken –, bitte ich euch, Zeugen des christlichen Humanismus zu sein“
Wesentlich sei Sorge vor allem um die Schwächsten, betonte der Papst weiter: „Angesichts dessen, was den Menschen entmenschlicht – insbesondere die Kleinen, Armen oder Kranken –, bitte ich euch, Zeugen des christlichen Humanismus zu sein.“
Benedikts Bundestagsrede vertiefen. Beim christlichen Humanismus gehe es um eine kohärente und integrale Ökologie des Menschen, führte Leo weiter aus. Und er lud dazu ein, die Rede des deutschen Papstes Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag (Ansprache vom 22.9.2011) hierzu zu vertiefen. Auch Papst Franziskus‘ Enzyklika „Laudato sì“ von 2015 (vgl. 10-11, 62) schlage eine ganzheitliche Vision des Menschen und seiner Umwelt vor, erinnert Papst Leo.
„Auf die Fürsprache des heiligen Bonifatius, des Apostels Deutschlands, möget ihr Zeugen dieser Weisheit des Evangeliums in der deutschen und europäischen Gesellschaft sein“, legte er seinen Gästen ans Herz. „Mit Wertschätzung für eure Verbindungen erteile ich euch und euren Angehörigen gern meinen Apostolischen Segen", so Leo, der sich mit einem „Danke sehr!“ auf Deutsch verabschiedete.
Mehr als 120 Studentenverbindungen
Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen besteht nach eigenen Angaben aus mehr als 120 Verbindungen bundesweit. Mitgliedsverbände gibt es aber auch in der Schweiz, Italien und Polen. Neben etwa 4.000 Studenten sind in den Verbindungen auch viele Berufstätige aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik organisiert. Erkennungsmerkmal sind Stoffbänder in verschiedenen Farbkombinationen, die die Mitglieder quer über den Oberkörper tragen. Darin unterscheidet er sich auch vom deutlich kleineren Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine, dem nur nichtfarbentragende Verbindungen angehören.
Die Studentenbewegungen versammeln sich in diesen Tagen erstmals außerhalb von Deutschland zu einer sogenannten Cartellversammlung. Dabei handelt es sich um das höchste beschlussfassende Organ des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Bei der Papstaudienz waren auch zahlreiche Ehefrauen, Partnerinnen und weitere Familienangehörige der Verbandsmitglieder mit dabei.
Quelle: A. Preckel, vatucannews
Magnifica Humanitas und das Sprachgewirr
Stefano Fontana kommentiert und interpretiert in La NUova Bussola Quotidiana die vielen gegensätzlichen Reaktionen auf Papst Leos erste Enzyklika "Magnifica Humanitas"
Hier geht´s zum Original: klicken
"MAGNIFICA HUMANITAS: TAUSEND INTERPRETATIONEN UND EINE SPRACHBARRIERE"
Leos XIV Enzyklika „ Magnifica humanitas “ wurde unterschiedlich aufgenommen. Einige Beispiele: Bischof Joseph Strickland interpretierte sie sehr negativ. Der Kommentator Larry Chapp hingegen sprach im Catholic World Report von einem „Schlag in die Magengrube, scharfsinnig und prophetisch“. The Catholic Thing nahm eine gemäßigte Haltung ein. Leonardo Boff begrüßte sie in Religion Digital wegen ihres „neuen, zeitgemäßen Argumentationsstils“ . Manche warfen ihr übertriebenen Humanismus vor, andere lobten sie für die Wiederaufnahme der Diskussion über Christus. Einige äußerten Kritik an einzelnen Punkten; so stellten beispielsweise Gerald Murray und Michael Haynes die Revision der katholischen Lehre vom gerechten Krieg in Frage. Tommaso Scandroglio begrüßte in der Nuova Bussola die Rückkehr der Metaphysik in die Diskussion um die Menschenwürde, während Roberto de Mattei das Fehlen einer metaphysischen Perspektive auf die Menschenwürde selbst beklagte. Der traditionalistische Blog OnePeterFive argumentierte sogar, dass die Rückkehr der thomistischen Architektur in der Enzyklika zu begrüßen sei.
Um die Gründe für diese unterschiedlichen Einschätzungen zu verstehen, ist es hilfreich, die Frage der Sprache zu untersuchen. Die Enzyklika beginnt mit dem Verweis auf den Turmbau zu Babel, und wir müssen anerkennen, dass auch innerhalb der Kirche ein gewisses „Sprachgewirr“ existiert. Dies ist gewiss kein neues Problem; wir setzen uns seit mindestens sechzig Jahren damit auseinander. Die Ursachen sind vielfältig, und offensichtlich ist auch die Sprache Leos XIII. davon betroffen. Das Sprachproblem hielt mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil offiziell Einzug in die Kirche. Die Hinwendung zu einer existentiellen, erfahrungsbezogenen und narrativen Sprache anstelle einer metaphysischen und definitorischen Sprache rührt vom bedeutenden Einfluss der existentialistischen Philosophie auf die katholische Theologie her. Die katholische Theologie akzeptierte auch unhinterfragt die sogenannte „linguistische Wende“ in der modernen Philosophie, vor allem die Werke Wittgensteins und Heideggers. Unter dem Pontifikat von Franziskus haben wir eine bedeutende Wiederbelebung dieser sprachlichen Verlagerung von der Natur zur Geschichte erlebt, während das Lehramt nun bestrebt ist, Zweifel zu säen, Gewissheiten in Frage zu stellen und Fragen aufzuwerfen, anstatt Antworten zu geben.
Das Thema Sprache ist daher sehr umfassend, aber wir können die Diskussion auf eine kurze Untersuchung der Magnifica humanitas beschränken und fragen, ob es darin Ausdrücke gibt, die zu anderen Urteilen geführt haben könnten.
Zunächst einmal muss man bedenken, dass bestimmte Ausdrücke heute ganz andere Bedeutungen haben. Johannes Paul II. und Leo XIV. ordnen die Soziallehre der Kirche beide der „Moraltheologie“ zu, obwohl der eine sie als „Lehrkorpus“ und der andere als „gemeinschaftliche Unterscheidung“ bezeichnet. Die Moraltheologie hat sich jedoch seit Veritatis Splendor deutlich gewandelt , sodass die Bedeutung dieser Einteilung unklar ist. Auf welche Moraltheologie beziehen wir uns?
Das „ alte“ Johannes-Paul-II.-Institut oder das „ neue “ ? Inwieweit hat das neue Konzept der „Unterscheidung“ Leos XIV. Definition der kirchlichen Soziallehre beeinflusst ? Inwieweit wurde der neue Ausdruck „gemeinschaftliche Unterscheidung“ durch diesen Wandel geprägt? Tragen die Begriffe „Natur“ und „natürlich“ die Bedeutung des heiligen Thomas von Aquin oder Heideggers?
Vor der Spanienreise
Vaticanist Stefan von Kempis veröffentlicht bei vaticannews eine Vorausschau auf die bevorstehende Spanienreise von Papst Leo XIV.. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"DAS ERWARTET SICH DER VATICAN VON LEOS SPANIEN-REISE"
beginnt der Beitrag so- ZITAT
"2.500 Kilometer, 22 Ansprachen beziehungsweise Predigten, drei größere Etappen – das ist das Profil der Visite. Leo wird Madrid, Barcelona und die Kanarischen Inseln besuchen. „Man muss wohl kaum erwähnen, dass die Erwartungen groß sind“, erläutert Vatikansprecher Matteo Bruni im Pressesaal des Heiligen Stuhls.
„Der Papst besucht ein Land von alter christlicher Tradition, das im Mittelalter ein Labor des Dialogs zwischen ganz unterschiedlichen Welten war. Hier trafen, in der Schule von Salamanca, scholastische Theologie und internationales Recht aufeinander, wovon das Nachdenken über die Rechte und die Würde jeder menschlichen Person ihren Ausgang nahm. Ein Land großer Heiliger zudem, wie des Hl. Johannes vom Kreuz und der Hl.Teresa von Avila.“(...)
Quelle: S.v.Kempis, vaticannews
Und hier gibt es noch einen Bericht über die Vorfreude auf den päpstlichen Spamiembesuch klicken