Mittwoch, 18. März 2026

Überraschende Wende im Becciu-Prozess

Nico Spuntoni kommentiert bei vaticannews die jüngste Wende im Vatican-Prozess um die Londoner Immobilie. Hier geht´s zum Original: klicken

"ÜBERRASCHUNGS-COUP:  DER BECCIU-PROZESS MUSS  WIEDERHOLT WERDEN"

Das Gerichtsverfahren, das dem sardischen Kardinal die Teilnahme am Konklave kostete, wird neu aufgerollt, nachdem der vatikanische Berufungsgerichtshof das erstinstanzliche Verfahren wegen Nichteinhaltung von Verfahrensvorschriften für nichtig erklärt hat. Die Verteidigung zeigte sich zufrieden,  die Anklagebehörde und insbesondere Alessandro Diddi erlitten jedoch einen Rückschlag.

Im Fall Becciu kam es zu einer dramatischen Wendung. Das Berufungsgericht des Vatikanstaates erklärte gestern das erstinstanzliche Urteil für „im Wesentlichen nichtig“ und ordnete eine Wiederaufnahme des Verfahrens sowie die Vorlage aller Dokumente und Akten der Voruntersuchung an. Dies war für alle überraschend, obwohl ein erneutes Lesen der Worte Leos XIV. bei der Einweihungszeremonie des vatikanischen Tribunals darauf hindeutete, dass sich im vatikanischen Justizsystem tatsächlich etwas veränderte. Prevost hatte erklärt, dass „die Einhaltung der Verfahrensgarantien, die Unparteilichkeit des Richters und die Wirksamkeit des Rechts auf Verteidigung (…) die Bedingungen darstellen, unter denen die Ausübung der richterlichen Funktion besondere Autorität erlangt und zur institutionellen Stabilität beiträgt.“

Genau die Nichteinhaltung der Verfahrenssicherungen und das Fehlen eines wirksamen Verteidigungsrechts veranlassten das Berufungsgericht unter Vorsitz von Monsignore Alejandro Arellano Cedillo, das erstinstanzliche Urteil, das den Kardinal wegen Betrugs und Veruntreuung zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt hatte, für nichtig zu erklären. Neun weitere Angeklagte wurden im Prozess wegen der Veruntreuung von Geldern des Staatssekretariats verurteilt, während sein ehemaliger Sekretär, Monsignore Mauro Carlino, freigesprochen wurde. Carlino muss nun als Einziger nicht vor den vatikanischen Gerichten erscheinen, die anderen müssen sich erneut vor dem Berufungsgericht verantworten. Das Gericht rügt das Amt der Staatsanwaltschaft, das alle Dokumente und Akten der Voruntersuchung bis Ende April ohne Kürzungen oder Auswahlen bei der Geschäftsstelle einreichen muss.  

Das Gericht befand die von der Verteidigung erhobene Einrede der Nichtigkeit für begründet und rügte, dass der Staatsanwalt nicht alle Dokumente und Akten des Verfahrens zugänglich gemacht habe. Die Verteidigung wendet sich auch gegen das Rescriptum ex audientia vom 2. Juli 2019, mit dem Papst Franziskus dem Staatsanwalt weitreichende Ermittlungsbefugnisse einräumte. Dieses Reskriptum sowie drei weitere, in den Folgemonaten erlassene Ad-hoc-Reskripte blieben bis zu ihrer Vorlage vor Gericht am 29. Juni 2021 geheim. Das Gericht entschied zugunsten der Verteidigung, dass die unterlassene Veröffentlichung die Rechtmäßigkeit einiger darauf basierender Ermittlungsdokumente beeinträchtigt habe, und ordnete daher eine Neuverhandlung an.

Ein Triumph für die Verteidigung, eine Niederlage für die Anklagebehörde.und insbesondere wegen des Verhaltens von Alessandro Diddi, einer Schlüsselfigur im erstinstanzlichen Verfahren. Das Gericht gab den beiden Einwänden statt, die den Kern der Argumentation von Geraldina Boni, Professorin für Kanonisches Recht, Kirchenrecht und Geschichte des Kanonischen Rechts an der Universität Bologna, bildeten. In ihrem gemeinsam mit Manuel Ganarin und Alberto Tomer verfassten Buch „  Der Becciu-Prozess“ analysierte  sie kritisch sowohl die unterlassene Einreichung zahlreicher Dokumente als auch die Vertraulichkeit der Reskripta und wertete dies als Verletzung des Rechts auf Verteidigung.

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich die Professorin nicht äußern, zeigte sich aber zufrieden mit dem, was sie als „Sieg der Gerechtigkeit“ betrachtet. Diese Zufriedenheit teilen auch Beccius Anwälte, Fabio Viglione und Maria Concetta Marzo, die in allen Belangen obsiegten und miterlebten, wie das Gericht die mehrfach vorgebrachten Einwände anerkannte, unter anderem bereits im erstinstanzlichen Verfahren.

Nun beschränkt sich das Berufungsgericht nicht mehr auf die Prüfung der Berufung der Verteidigung, sondern wird den Fall unter Bedingungen neu verhandeln, die sich nach der durch die Rescripta gekennzeichneten „außergewöhnlichen“ Phase objektiv wieder normalisiert haben . Die Anerkennung des Verstoßes gegen das Recht auf ein faires Verfahren durch das Berufungsgericht erinnert an den Leitartikel von Andrea Tornielli in den vatikanischen Medien vom 30. Oktober 2024, in dem er die Gründe für das erstinstanzliche Urteil verteidigte. Der Leiter der Redaktion des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls sprach von einem  fairen Verfahren und Transparenz .

Heute urteilte ein Gericht im Vatikan, dass der Prozess unfair und intransparent verlaufen sei, da das Reskript vom 2. Juli 2019 nicht veröffentlicht und nicht alle Dokumente den Angeklagten und ihren Verteidigern zugänglich gemacht worden seien. Wird Tornielli zu dem gestrigen Urteil einen neuen Leitartikel verfassen? "

Quelle: N. Spuntoni, LNBQ

Generalaudienz

 auf dem Peterplatz....

               

Wortlaut der Katechese

bei der heutigen Generalaudienz - veröffentlicht von vaticannews

"WORTLAUT: PAPST LEO BEI SEINER GENERAL-AUDIENZ" 

          Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

Heute möchte ich noch einmal auf das zweite Kapitel der Konzilskonstitution Lumen gentium (LG) eingehen, das der Kirche als Volk Gottes gewidmet ist.

Das „messianische Volk“ (LG, 9) erhält von Christus die Teilhabe am priesterlichen, prophetischen und königlichen Wirken, in dem sich sein Heilsauftrag verwirklicht. Die Konzilsväter lehren, dass der Herr Jesus durch den neuen und ewigen Bund ein Königreich von Priestern errichtet hat, indem er seine Jünger zu einem „königlichen Priestertum“ (1 Petr 2,9; vgl. 1 Petr 2,5; Offb 1,6) eingesetzt hat. Dieses allgemeine Priestertum der Gläubigen wird durch die Taufe geschenkt, die uns befähigt, Gott im Geist und in der Wahrheit zu verehren und „den von Gott durch die Kirche empfangenen Glauben vor den Menschen zu bekennen“ (LG, 11). Darüber hinaus werden alle Getauften durch das Sakrament der Firmung „vollkommener der Kirche verbunden und mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. So sind sie in strengerer Weise verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zugleich zu verbreiten und zu verteidigen“ (ebd.). Diese Weihe (consacrazione) liegt der gemeinsamen Sendung zugrunde, die die geweihten Amtsträger und die gläubigen Laien verbindet.

In diesem Zusammenhang bemerkte Papst Franziskus: „Auf das Volk Gottes zu blicken bedeutet, sich daran zu erinnern, dass wir alle als Laien in die Kirche eintreten. Das erste Sakrament, das unsere Identität für immer besiegelt und auf das wir immer stolz sein sollten, ist die Taufe. Durch sie und durch die Salbung des Heiligen Geistes werden [die Gläubigen] „zu einem geistigen Bau und einem heiligen Priestertum geweiht“ (LG, 10), so dass wir alle das heilige gläubige Volk Gottes bilden“ (Brief an den Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, 29. März 2016).

Die Ausübung des königlichen Priestertums erfolgt auf vielfältige Weise, die alle auf unsere Heiligung ausgerichtet sind, vor allem durch die Teilnahme am Opfer der Eucharistie. Durch Gebet, Askese und tätige Nächstenliebe bezeugen wir so ein durch die Gnade Gottes erneuertes Leben (vgl. LG, 10). Um es mit den Worten des Konzils zu sagen: „Das heilige und organisch verfaßte Wesen dieser priesterlichen Gemeinschaft vollzieht sich sowohl durch die Sakramente wie durch ein tugendhaftes Leben“ (LG, 11).

Die Konzilsväter lehren ferner, dass das heilige Volk Gottes auch an dem prophetischen Amt Christi teilhat (vgl. LG, 12). In diesem Zusammenhang wird das wichtige Thema des Glaubenssinns und der Übereinstimmung der Glaubenden eingeführt. Die Lehrkommission des Konzils präzisierte, dass dieser sensus fidei „wie eine Fähigkeit der ganzen Kirche ist, dank derer sie in ihrem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt, in Glaubensfragen zwischen Wahrem und Falschem unterscheidet und gleichzeitig tiefer in sie eindringt und sie vollständiger im Leben anwendet“ (vgl. Acta Synodalia, III/1, 199). Der Glaubenssinn gehört also den einzelnen Glaubenden nicht aus eigenem Recht, sondern als Glieder des Volkes Gottes in seiner Gesamtheit.

Lumen gentium konzentriert die Aufmerksamkeit auf diesen letzten Aspekt und setzt ihn in Beziehung zur Unfehlbarkeit der Kirche, der diejenige des Papstes innewohnt und der sie dient. „Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren. Und diese ihre besondere Eigenschaft macht sie durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes dann kund, wenn sie von den Bischöfen bis zu den letzten gläubigen Laien" ihre allgemeine Übereinstimmung in Sachen des Glaubens und der Sitten äußert“ (LG, 12). Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen, zu der natürlich auch die Hirten gehören, kann sich also im Glauben nicht irren: Das Organ dieser Eigenschaft, gegründet auf die Salbung durch den Heiligen Geist, ist der übernatürliche Glaubenssinn des ganzen Volkes Gottes, der sich in der Übereinstimmung der Glaubenden manifestiert. Aus dieser Einheit, die das kirchliche Lehramt bewahrt, folgt, dass jeder Getaufte ein aktives Subjekt der Evangelisierung ist, dazu berufen, ein kohärentes Zeugnis für Christus zu geben, entsprechend der prophetischen Gabe, die der Herr seiner ganzen Kirche schenkt.

Der Heilige Geist, der uns vom auferstandenen Jesus kommt, verteilt nämlich „unter den Gläubigen jeglichen Standes auch besondere Gnaden. Durch diese macht er sie geeignet und bereit, für die Erneuerung und den vollen Aufbau der Kirche verschiedene Werke und Dienste zu übernehmen“ (LG, 12). Ein besonderer Beweis für diese charismatische Lebendigkeit ist das geweihte Leben, das durch das Wirken der Gnade ständig keimt und blüht. Auch die kirchlichen Vereinigungen sind ein leuchtendes Beispiel für die Vielfalt und Fruchtbarkeit der geistlichen Früchte zum Aufbau des Volkes Gottes.

Meine Lieben, lassen wir in uns das Bewusstsein und die Dankbarkeit wieder aufleben, dass wir das Geschenk erhalten haben, Teil des Volkes Gottes zu sein; und auch die Verantwortung, die damit einhergeht."

Quelle: vaticannews

Dienstag, 17. März 2026

Das Heilige Grab - vor der Passionszeit

Vik van Brantegem kommentiert bei korazym.org angesichts der bevorstehenden Passions-und Osterzeit die aktuelle Lage an der Grabeskirche in Jerusalem.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"SALADIN, DER EROBERER JERUSALEMS IM JAHR 1187, HAT DAS HEILIGE GRAB NICHT BETRETEN: DER HEUTIGE BEWOHNER SCHLIESST DIE TÜR"

Marco Tosattis Kommentar zu Stilum Curiae : „Zum ersten Mal seit zwei Jahrtausenden ist die heiligste Stätte des Christentums unzugänglich. Die israelischen Besatzungsbehörden haben dies seit Beginn des Krieges zwischen Tel Aviv und Washington gegen den Iran angeordnet. Man sollte sich daran erinnern, dass Saladin nach der Eroberung Jerusalems 1187 die Grabeskirche vor allem aus religiösem Respekt und aus politischer Überzeugung, die Großmut demonstrieren sollte, nicht betrat. Saladin entschied sich bewusst dagegen, die heiligste Stätte des Christentums zu betreten, um sie nicht zu entweihen oder eine Geste zu machen, die als persönlicher Triumph und Respektlosigkeit gegenüber dem christlichen Glauben hätte interpretiert werden können.“

Heiliges Land. Verschlossene Türen, tote Augen.
Von Ibrahim Faltas,
Vatican News, 15. März 2026

Die große Doppeltür, die seit Jahrhunderten den Eingang zum Heiligen Grab schützt, war noch nie so lange geschlossen. Kriege, Gefahren, Spannungen und Pandemien haben den Zugang zum Heiligen Ort eingeschränkt, doch nie zuvor war sie so lange und ununterbrochen verschlossen. Diese Zeit fällt mit der intensiven Fastenzeit zusammen, einer Zeit der Besinnung und des Gebets, die uns auf unserem Weg durch diese Tür führt, selbst wenn nur eine davon geöffnet ist. Auf demselben Weg der Via Dolorosa, der Zeuge des Leidens unseres Herrn war, betreten wir den Ort des Opfers des Mannes, der seinen Tod in ewiges Heil verwandelte. Diese stets heiligen Türen sind seit dem 28. Februar geschlossen, und es ist uns noch immer nicht gestattet, sie für uralte Riten zu öffnen, die nicht bloß Tradition und Brauchtum sind.

Die Feierlichkeiten zum Osterfest sind ungewiss

„Zu Fuß ankommen“ ist ein ständiges Bedürfnis für alle, die die Schönheit des Heiligen Landes erleben, ein ständiges Bedürfnis für alle, die ihren Glauben in diesem gequälten Land leben. Wir können uns nicht vorstellen, nicht über das Leiden und Sterben Jesu zu meditieren, indem wir über die Steine ​​gehen, die von seiner rettenden Gegenwart zeugen. Ich bekräftige meine Bitte an die israelischen Behörden, zumindest die Karwoche innerhalb der Mauern von Golgatha und des Leeren Grabes begehen zu dürfen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um in der Mutterkirche aller Kirchen ein konkretes Zeichen des Glaubens zu setzen. Wir spüren noch immer die Kraft der Worte des heiligen Johannes Paul II., als er seinen Petrusdienst begann: „Fürchtet euch nicht! Öffnet, ja, reißt die Türen weit auf für Christus!“ Heute hallen diese Worte wider wie ein Aufruf zum Mut, unseren Glauben in Wahrheit zu leben. Es war uns nicht erlaubt, den zweiten, dritten und vierten Fastensonntag am Heiligen Grab zu begehen, nicht einmal hinter verschlossenen Türen, wie es während der Pandemie oder in anderen dunklen und schmerzhaften historischen Momenten möglich war.

Die Mauern einreißen, die uns daran hindern, unsere Nächsten zu lieben.

Das Klima des Terrors im Heiligen Land spiegelt sich in der ständigen Angst vor anderen wider. Der permanente Druck von Gefahr und Unsicherheit errichtet Mauern, die unsichtbar und ungreifbar sind, härter als Beton und unüberwindbar scheinen: Wir müssen uns vereinen, um sie zu öffnen, ja, um sie weit aufzureißen für die Liebe zu unseren leidenden Nachbarn. Der Himmel über dem Nahen Osten ist nach wie vor in Aufruhr: Raketen, Drohnen und gegenseitige Angriffe durchdringen Tag und Nacht die Wolken, bringen Tod und Zerstörung – unbekannte Menschen, Geschichte und Natur. Der Himmel verhüllt alles und jeden; die Werkzeuge des Todes haben weder Augen noch Herz, sie kümmern sich nicht um Nationalität und Religion, sie sehen nicht die zerbrechlichen Körper, die bereits gelitten und erduldet haben: Es ist eine Gewalt, die sich immer wieder erneuert, die uns immer wieder erschüttert.

Öffne die Türen und Augen des Herzens und des Verstandes

Beim Angelusgebet am vierten Fastensonntag rief der Heilige Vater eindringlich: „Feuer einstellen!“ Er sprach diese Worte mit Entschlossenheit, und ihr Klang spiegelte menschliches Leid und den Schmerz eines verzweifelten Vaters wider. Er forderte uns erneut auf, „unsere Augen zu öffnen“, „ein Christentum mit offenen Augen zu leben“. Zwei Päpste, der heilige Johannes Paul II. und Leo XIV., ermahnen uns zu Beständigkeit, Teilhabe und aktivem Handeln im Leben mit Christus und im Glauben, mit einem Vertrauen, das nicht blind ist, mit Hoffnung. Allein scheint es unmöglich, das Böse zu besiegen, denn es ist schwer, die Wurzeln der Gewalt auszurotten; es könnte möglich sein, wenn wir unsere Kräfte bündeln und uns gemeinsam dem scheinbar Unmöglichen und Schweren stellen. Jesus öffnete die Augen des Blindgeborenen, der Glauben hatte und auf Erlösung hoffte. Augen, die dem Guten verschlossen sind, Augen, die von Macht geblendet sind, können sich nicht öffnen, nicht das Leid und den Schmerz anderer sehen, nicht die Folgen eines Hasses aufhalten, der sich ausbreitet und tötet. Lasst uns denen helfen, die von Verzweiflung geblendet sind, den Mut zu finden, sich zu vereinen und die Wahrheit zu suchen. Dazu muss man Herz und Verstand öffnen. Es ist schwierig, aber möglich. Es erfordert Mut!

Quelle:  I. Faltas vaticannews, V.v.Brantegem , korazym.org

Montag, 16. März 2026

Papst Leo XIV: Ernennungen und erste Entscheidungen

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci Papst Leos  jüngste Entscheidungen. Hier geht´s zum Original:  klicken

                 "LEO XIV - DIE ERSTEN SCHRITTE"

Der Umzug Leos XIV in das Päpstliche Appartamento fällt mit einer wichtigen Ernennung zusammen.

Kardinal Konrad Krajewski wurde zum Erzbischof von Lodz ernannt. Dieser Schritt beendet seine mehr als 30-jährige Angehörigkeit zum Vatican Vor allem verläßt er die Leitung des Amtes der Apostolischen Almosinerie.

An seine Stelle  hat Leo XIV einen Augustiner, Bischof Luis Martin de San Martin berufen. dem jetzt den Titel eines Erzbischofs verliehen wird. Bisher war Marin des San Martin Unterseketär der Bischofssynode gewesen. Dre Papst verleiht ihm den Titel eines Erzbischofs - den Titel, der einem Almosenier zusteht,

Dieser Wechsel ist verschiedenen Gründen wichtig, weil jede einzelne eine Änderung der Zugehensweise markiert

Der erste Grund betrifft die Zusammensetzung des Teams des Papstes. Ein Augustiner wird zum Almosenier und Leiter des Dikasteriums der Nächstenliebe ernannt, wodurch die Augustiner in der Päpstlichen Familie gestärkt werden. Auch die Sakristei des Petersdoms und die Pfarrei Sant’Anna im Vatikan werden den Augustinern anvertraut. Leo XIV. ernennt einen weiteren Augustiner und erweckt so den Eindruck, eine eigene päpstliche Familie zu formen, die dieselbe Sprache und dasselbe Wissen teilt. In einem zukünftigen Übergang könnte der Papst das Amt des Almoseniers wieder zu einem persönlichen Amt anstatt zu einem Kurien-Dikasterium machen und damit zur alten Tradition der päpstlichen Nächstenliebe zurückkehren und sie von Bürokratie befreien.

Der Almosenier sitzt bei Staatsbesuchen links vom Papst, der Präfekt des Päpstlichen Haushalts rechts. Dieses Amt war unter Papst Franziskus vakant, könnte aber bald von Erzbischof Petar Rajić, dem Nuntius in Italien, besetzt werden.

Pastoralbesuch in einer Gemeinde

der Diözese des Bischofs von Rom: Papst Leo XIV in der Pfarrgemeinde Il Sacro Cuore di Gesu in
Ponte Mammolo- am 4. Sonntag der Fastenzeit - Laetare.     

            

Sonntag, 15. März 2026

Wortlaut der Predigt des Hl. Vaters

 Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Predigt, die Papst Leo XIV bei seinem Pastoralbesuch in der Kirche Sacro Cuore di Gesu im römischen Stadtteil Ponte Mammolo gehalten hat. 

                                                    "Liebe Brüder und Schwestern",

unsere Eucharistiefeier ist heute mehr denn je von Freude geprägt. Die Schönheit unserer Begegnung fügt sich nämlich in den Kontext des Sonntags ein, der den Namen ‚Laetare‘ trägt: ‚Freue dich‘, nach den Worten des Propheten Jesaja: ‚Freue dich, Jerusalem‘ (Introitus, vgl. Jes 66,10).

Das gibt uns zu denken. Weltweit leiden derzeit viele unserer Brüder und Schwestern unter gewaltsamen Konflikten, die durch den absurden Anspruch ausgelöst werden, Probleme und Meinungsverschiedenheiten durch Kriege lösen zu können, statt im Namen des Friedens unermüdlich den Dialog zu suchen. Manche versuchen sogar, den Namen Gottes in diese Entscheidungen, die Tod bringen, hineinzuziehen – doch Gott lässt sich nicht von der Finsternis vereinnahmen. Er kommt vielmehr immer, um der Menschheit Licht, Hoffnung und Frieden zu schenken. Und eben diesen Frieden müssen jene suchen, die ihn anrufen.

Das ist die Botschaft dieses Sonntags: Ganz gleich, in welchen Abgrund der Mensch wegen seiner Sünden auch fallen mag – Christus kommt, um ein helleres Licht zu bringen: Ein Licht, das den Menschen von der Blindheit des Bösen befreit, damit er ein neues Leben beginnen kann.

So kann man die Begegnung zwischen Jesus und dem Blindgeborenen (vgl. Joh 9,1–41) ja auch tatsächlich mit der Szene einer Geburt vergleichen: wie ein Kind, das das Licht der Welt erblickt, entdeckt der Geheilte eine neue Welt, in der er sich selbst, die anderen und das Leben mit den Augen Gottes sieht (vgl. 1Sam 16,9).

Mit den Augen Gottes sehen.. 
Fragen wir uns also: Worin besteht dieser Blick? Was offenbart er? Was bedeutet es, „mit den Augen Gottes zu sehen“?

Dem Evangelisten Johannes zufolge bedeutet es vor allem, die Vorurteile derer zu überwinden, die in einem leidenden Menschen einen Ausgestoßenen sehen, für den man nur Verachtung übrighat – oder ein Problem, dem man besser aus dem Weg geht, indem man sich in der Trutzburg eines egoistischen Individualismus verschanzt. Wie oft hört man Sätze wie: „Solange alles gut lief, waren die Freunde zahlreich; in der Stunde der Prüfung aber sind viele gegangen, einfach verschwunden!“ Jesus handelt nicht so: Er blickt den Blinden mit Liebe an, sieht in ihm kein minderwertiges Wesen, keine Last, sondern einen geliebten Menschen, der Hilfe braucht. Und so wird ihre Begegnung zu einer Gelegenheit, die in allen das Wirken Gottes offenbart.

In diesem ‚Zeichen‘, in diesem Wunder, offenbart Jesus seine göttliche Macht. Und der Mensch, der gleichsam die Gesten der Schöpfung noch einmal durchläuft – den Lehm, den Speichel –, zeigt wieder seine ganze Schönheit und Würde als Geschöpf, das nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurde. Indem der Blindgeborene sein Augenlicht zurückgewinnt, wird er zum Zeugen des Lichts.

Gewiss, das ist mit Mühe verbunden: Er muss sich an viele Dinge gewöhnen, die er bisher nicht kannte; er muss lernen, Farben und Formen zu unterscheiden, seine Beziehungen neu zu ordnen – und das ist nicht leicht. Im Gegenteil: die Feindseligkeit um ihn herum wächst, man provoziert ihn, und nicht einmal seine Eltern haben den Mut, ihn zu verteidigen (vgl. Joh 9,18–23). Absurderweise scheint es fast so, als wollten jene, die ihm nahestehen, das Geschehene ungeschehen machen. Und nicht nur das: Bei dem Verhör, dem der Blinde, der nun sehen kann, unterzogen wird, wird vor allem Jesus der Prozess gemacht – er wird beschuldigt, durch die Heilung des Blinden den Sabbat verletzt zu haben.

Die Blindheit, die uns unfähig macht, im Nächsten das Antlitz Gottes zu erkennen

Und so wird bei den Umstehenden eine andere, noch schwerwiegendere Blindheit offenbar: die Unfähigkeit, das Antlitz Gottes zu erkennen, das man direkt vor sich hat. Und so tauschen sie die Möglichkeit einer heilbringenden Begegnung gegen die sterile Sicherheit ein, die ihnen die sture Einhaltung einer Gesetzesvorschrift gibt. Doch Jesus lässt sich von dieser Verblendung nicht aufhalten. Stattdessen zeigt er, dass es keinen „Sabbat“ gibt, der einem Akt der Liebe im Weg stehen könnte. Der Sinn der Sabbatruhe für das Volk Israel – und für uns am Sonntag, dem Tag des Herrn – besteht schließlich gerade darin, das Geheimnis des Lebens als Geschenk zu feiern, angesichts dessen niemand den Hilferuf eines leidenden Bruders oder einer leidenden Schwester ignorieren kann.

Vielleicht sind auch wir in diesem Sinne manchmal blind, wenn wir die anderen und ihre Probleme nicht wahrnehmen. Jesus dagegen fordert uns auf, anders zu leben: so, wie es die erste christliche Gemeinde vorgelebt hat, in der die Brüder und Schwestern, beharrlich im Gebet, in Freude und Lauterkeit des Herzens alles teilten (vgl. Apg 2,42–47). Nicht, dass es an Bedrängnissen und Hindernissen gemangelt hätte, die gab es auch damals schon! Aber sie gaben nicht auf: gestärkt durch das Geschenk der Taufe waren sie allem zum Trotz immer bemüht, als neue Geschöpfe zu leben, in Gemeinschaft und Frieden mit allen, und getragen von einer Gemeinde, die ihnen Familie und Stütze war.

Liebe Freunde, das sind die Früchte, die wir als Kinder des Lichts hervorbringen sollen (vgl. 1Thess 5,4–5). Und eure Pfarrei erfüllt diese Sendung seit rund neunzig Jahren treu und mit besonderer Aufmerksamkeit für Situationen der Armut, der Ausgrenzung und der Not – mit konkreten Hilfen auch für die Insassen des Gefängnisses Rebibbia hier auf eurem Gebiet –, und vielen weiteren Zeichen der Sensibilität und Solidarität.

Die Solidarität mit den Schwächsten

Ich weiß, dass ihr vielen Brüdern und Schwestern aus anderen Ländern helft, hier Fuß zu fassen: die Sprache zu lernen, eine würdige Unterkunft zu finden und einer ehrlichen und sicheren Arbeit nachzugehen. Es mangelt nicht an Schwierigkeiten, die leider manchmal von jenen verschärft werden, die die Not der Schwächsten skrupellos für ihre eigenen Interessen ausnutzen. Ich weiß aber auch, wie sehr ihr euch alle bemüht, diesen Herausforderungen Herr zu werden: durch die Dienste der Caritas, die Familienhäuser zur Aufnahme von Frauen und Müttern in Not – und viele andere Initiativen. Und mir ist auch bekannt, wie aktiv und großzügig ihr euch für die Erziehung der Jugendlichen und Kinder einsetzt – durch das Oratorium und andere Bildungsangebote.

Der heilige Augustinus, der über das Antlitz Gottes nachdachte, dessen Spiegel wir in der Welt sein sollen, hat zu den Christen seiner Zeit gesagt: „Welche Gestalt hat die Liebe? Welche Form hat sie, welche Figur hat sie? Welche Füße, welche Hände? […] Sie hat Füße: denn sie führen dich zur Kirche; sie hat Hände: denn sie strecken sich erbarmend nach den Armen aus; sie hat Augen: denn sie erkennt damit den Notleidenden“ (In Epistolam Joannis ad Parthos, 7, 10). Und über die Nächstenliebe hat er gesagt: „Haltet sie fest! Umfasst sie! Köstlicher als sie ist nichts“ (ebd).

Liebe Freunde, das ist das Geschenk des Lichts, das euch anvertraut wurde, damit ihr es in euch und untereinander in seiner ganzen Sanftheit wachsen lasst und in der Welt verbreitet – durch Gebet, Empfang der Sakramente und Nächstenliebe. Geht diesen Weg mit demselben Einsatz weiter!

Das Heiligste Herz Jesu, dem eure Pfarrei geweiht ist, forme und bewahre diese schöne Gemeinde immer mehr, damit sie – der Gesinnung Christi folgend (vgl. Phil 2,5) –, mit Freude und Hingabe Zeugnis ablegt für den Schatz der Gnade, den ihr empfangen habt.


(vaticannews – übersetzung: silvia kritzenberger) 

Hl. Messe

mit Papst Leo XIV in der römischen Gemeinde Sacro Cuore di Gesu - in Ponte Mammolo
 
             

Wortlaut der Katechese beim heutigen Angleus

 vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters beim heutigen Angleus.Gebet.     Hier geht´s zum Original:  klicken

"WORTLAUT: PAPST LEO BEIM ANGELUS AM 15. MÄRZ 2026"                          

                        Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Die Evangeliumslesung zum vierten Fastensonntag erzählt von der Heilung eines von Geburt an Blinden (vgl. Joh 9,1–41). Durch die Symbolik dieser Begebenheit spricht der Evangelist Johannes zum Geheimnis des Heils: Während wir in Finsternis lebten und die Menschheit in Dunkelheit wandelte (vgl. Jes 9,2), sandte Gott seinen Sohn als Licht der Welt, um den Blinden die Augen zu öffnen und unser Leben zu erleuchten.


Die Propheten hatten verkündet, dass der Messias den Blinden die Augen öffnen würde (vgl. Jes 29,18; 35,5; Ps 146,8). Jesus selbst bestätigte die Echtheit seiner Mission, indem er zeigte, dass „Blinde sehen” (Mt 11,5), und er offenbarte sich mit den Worten: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Gewiss können wir alle von uns behaupten, „von Geburt an blind“ zu sein, denn aus eigener Kraft können wir das Geheimnis des Lebens in seiner ganzen Tiefe nicht erfassen. Deshalb wurde Gott in Jesus Mensch, damit der Lehm unserer Menschlichkeit, geformt vom Hauch seiner Gnade, ein neues Licht empfangen konnte, ein Licht, das uns hilft, uns selbst, andere und Gott in Wahrheit zu sehen.

Es ist bemerkenswert, dass sich über die Jahrhunderte die Ansicht verbreitet hat und bis heute fortbesteht, Glaube sei eine Art „Sprung ins Ungewisse“, ein Verzicht auf das Denken, sodass Glauben gleichbedeutend mit blindem Glauben wäre. Doch das Evangelium zeigt uns, dass uns durch die Begegnung mit Christus die Augen geöffnet werden. Die religiösen Autoritäten fragen den geheilten Blinden eindringlich: „ Wie sind deine Augen aufgetan worden? “ (Joh 9,10); und weiter: „Wie hat er deine Augen aufgetan?“ (V. 26).


                                           „Glaube ist kein blinder Akt“


Brüder und Schwestern, auch wir werden durch die Liebe Christi geheilt und sind berufen, unseren Glauben mit „offenen Augen“ zu leben. Glaube ist kein blinder Akt, kein Verzicht auf Vernunft und kein Rückzug in eine Art religiöser Gewissheit, die uns den Blick von der Welt abwenden lässt. Im Gegenteil, Glaube hilft uns, die Dinge „so zu sehen, wie Jesus sie selbst sieht, mit seinen eigenen Augen: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise“ (Lumen Fidei, 18). In diesem Sinne ist Glaube eine Einladung, „unsere Augen zu öffnen“, wie der Herr es tat, insbesondere gegenüber dem Leid anderer und den Nöten der Welt.


Gerade heute, angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens sowie der tragischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, ist es unerlässlich, dass unser Glaube wachsam, aufmerksam und prophetisch ist. Er soll uns die Augen für die Dunkelheit der Welt öffnen und anderen durch unser Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität das Licht des Evangeliums bringen.

Bitten wir die Jungfrau Maria, für uns Fürsprache einzulegen, damit das Licht Christi die Augen unserer Herzen öffne und uns befähige, mit Einfachheit und Mut Zeugnis für ihn abzulegen.


Quelle: vaticannews

Angelus

heute auf dem Petersplatz    

               

In Illo Tempore

Auch heute - am 4, Sonntag der Fastenzeit befaßt sich Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive mit der Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr.                        
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"IN ILLO TEMPORE: LAETARE, DER VIERTE SONNTAG IN DER FASTENZEIT"

Es liegt in der Natur des Menschen, daß unsere Sinne abstumpfen, wenn sie unaufhörlich von denselben Eindrücken überflutet werden. Unaufhörlicher Lärm wird nicht mehr wirklich wahrgenommen. Farben ohne Kontrast wirken flach. Bilder, insbesondere verstörende, können erst beunruhigen und dann betäuben. Deshalb hat Verzicht seinen Platz in einem gesunden Leben, und Vielfalt gehört zur heiligmachenden Weisheit der Kirche. Die Heilige Mutter Kirche, die die Menschheit kennt, weil sie der mystische Leib ist, durch den Christus die Menschheit heilt, weiß, daß es vor dem Festmahl Fasten, vor dem Überfluss Enthaltsamkeit und vor dem Gesang Stille geben muss. So kommt mitten in der Fastenzeit, wenn uns Buße durch Wiederholung und Verzicht bereits geformt hat, diese feste und gnädige Pause, der vierte Sonntag, der Laetare- Sonntag, ein Moment zum Durchatmen vor dem endgültigen Abstieg in die schwerere Phase, die zur Passion und zum Glanz von Ostern führt.

Der Tag verdankt seinen Namen dem ersten Wort des Introitus, „ Laetare, Ierusalem … Freue dich, Jerusalem“, aus Jesaja 66. Das Gebot ist liturgische Freude, eingebettet in die Prophetie, und Prophezeiung, eingebettet in das pilgernde Leben der Kirche. Jesaja spricht zu den Demütigen, die die Wege des Herrn annehmen, zu denen, die trauerten und nun getröstet werden, zu denen, die wie Kinder an der Brust der Mutter Jerusalem genährt werden. Das Bild ist mütterlich, kirchlich, eschatologisch. Jerusalem ist zugleich die historische Stadt, das Sinnbild der Kirche, das himmlische Vaterland und, wie Johannes Cassianus sagt, sogar die Seele selbst. In den Konferenzen schreibt er, daß Jerusalem „historisch als die Stadt der Juden, allegorisch als die Kirche Christi, anagogisch als jene himmlische Stadt Gottes, die die Mutter von uns allen ist, und tropologisch als die menschliche Seele“ ( Conlationes XIV, 8, 4) verstanden werden kann. Diese vierfache Lesart sammelt die Bedeutung, anstatt sie zu zerstreuen. An diesem Tag singt die Kirche zu Jerusalem, weil sie in Jerusalem steht, nach Jerusalem reist und zu Jerusalem wird.

In Rom findet die Kreuzwegandacht in der Basilika des Heiligen Kreuzes in Jerusalem statt, der ehrwürdigen Sessorianischen Basilika, die für die Römer eine sakramentale Entsprechung zur Heiligen Stadt selbst darstellte. Der selige Ildefonso Schuster bemerkt dazu: „Der Introitus für den vierten Fastensonntag, Laetare Jerusalem , enthält eine anmutige Anspielung auf die Kirche von Jerusalem, wie die Sessorianische Basilika genannt wurde, in der die Kreuzwegandacht stattfand.“ Er merkt außerdem an, dass die Basilika im Mittelalter „einfach Sancta Hierusalem “ hieß, ein Titel, der die vielen Bezüge Jerusalems in der Liturgie an diesem Tag erklärt.

Der heilige John Henry Newman beschrieb in Wilfrid Wards „ Leben des Kardinals Newman “ die römische Präsenz dieses Ortes treffend: „Diese Basilika trägt ihren Namen, weil die heilige Helena nicht nur das Wahre Kreuz dorthin brachte, sondern auch Erde vom Kalvarienberg, auf der die Kapelle oder der Altar erbaut ist.“ Die Übersetzung beschränkt sich im Wesentlichen auf den Satz selbst, denn er ist in klarem Englisch verfasst und zugleich tiefgründig: Rom nahm Jerusalem in sich auf, sodass man im Herzen Roms stehen und gleichsam den Boden von Kalvarienberg berühren kann. Newman fährt fort: „Wenn es also ein Zentrum der Kirche gibt, dann werden wir dort sein, wenn wir von Jerusalem auf Erden inmitten Roms weilen.“

Samstag, 14. März 2026

Umzug in die Terza Loggia

Nach langen Jahren des Leerstands ist das Päpstliche Appartamento seit heute wieder bewohnt. Heute nachmitag ist -wie u.a. vaticannews berichtet- Papst Leo in die päpstliche Wohnung im dritten Stock des Apostolischen Palastes eingezogen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"PAPST LEO XIV BEZIEHT SEINE WOHNUNG IM APOSTOLISCHEN PALAST"

beginnt der Bericht so- ZITAT

Papst Leo übersiedelt an diesem Samstagnachmittag in seine Wohnung im Apostolischen Palast. Er zieht mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten seiner Vorgänger ein. Das hat Matteo Bruni, Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, am Samstag bestätigt.

Seit seiner Wahl hatte der Papst im Palazzo del Santo Uffizio im Vatikan gewohnt, wo er auch als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe residiert hatte. Die nun renovierte päpstliche Wohnung befindet sich in der dritten Loggia des Apostolischen Palastes. Sie umfasst mehrere Räume, darunter das private Arbeitszimmer, von dem aus der Papst den Angelus mit den Gläubigen auf dem Petersplatz betet, die Bibliothek und eine kleine Kapelle. (...)

Quelle: vaticannews

Fundstück

Wie vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV gestern den Präsidenten des INtrnationalen Exorzistenverbandes und seinen Stellvertreter in Audienz empfangen. 
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Unter dem Titel: 

"PAPST HAT VERTRETER VOM WELTVERBAND DER EXORZISTEN EMPFANGEN"

beginnt der Bericht so - ZITAT

" Den Weltverband der Exorzisten gibt es seit 1994, im Jahr 2014 erkannte der Vatikan den Zusammenschluss offiziell an. Eigenen Angaben zufolge zählt der AIE rund 900 aktive Exorzisten und 130 Hilfsexorzisten. Gründer der „Associazione Internazionale Esorcisti“ war der 2016 verstorbene Priester Gabriele Amorth. Der tschechische Priester Orlita steht seit 2023 an der Spitze des Verbands. Sein Vize Bamonte bekleidete das Amt zuvor über zwei Amtszeiten." (...)

Quelle: vaticannews

Kreuzwegmeditation mit Erzbischof Gänswein

 

              

Freitag, 13. März 2026

Gebet des Leibes

Silvia Kritzenberger stellt anläßlich der Fastenzeit Miniaturen aus einem flandrischen Stundenbuch  aus dem 15. Jahrhundert vor, das in der Apostolischen Bibliothek bewahrt wird. 
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                                                 GEBET DES LEIBES

„Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.“ Inspiriert von diesen Worten Papst Leos XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort.

An eine Säule gebunden, die Füße mit einem Seil gefesselt, das von einem Mann gehalten wird. So wird der gegeißelte Christus in der kunstvollen Miniatur dargestellt, die im 15. Jahrhundert in Flandern entstand. Sie stammt aus dem Stundenbuch Ott. Lat 2919: dem Kodex, der in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek aufbewahrt wird und uns durch die Fastenzeit begleitet. Schöpfer dieser Szene ist der sogenannte „Meister von Guillebert de Metz“, der wegen seiner gekonnten Farbgebung und der Verwendung von Blattsilber auch als „Meister mit den Silberhimmeln“ bekannt ist.

                                 Der Leib voller Wunden


„Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln“, berichtet der Evangelist Johannes. Die Szene ist Teil jenes Kodex-Abschnitts, der dem Kreuzoffizium gewidmet ist. Sie zeigt ein Gebäude mit grünem Schachbrettmusterboden, das sich über mehrere Ebenen erstreckt, die im Hintergrund von einem Säulenbogen mit dahinter liegenden Fenstern unterteilt werden. Diese architektonischen Elemente strukturieren die Darstellung und lenken den Blick auf Christus, der im Zentrum zu sehen ist. Der Sohn Gottes ist nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet, der Leib mit blutenden Wunden übersät, die ihm von den fünf Peinigern zugefügt wurden, von denen er gegeißelt wird.

                                   Eine Einladung zum Gebet


Die Figuren sind von großer Ausdruckskraft. Wie auch in den anderen Miniaturen dieses Kodex füllen sie die Komposition und treten sogar über den rechteckigen Rahmen hinaus. So wird der Betrachter sozusagen in die Darstellung „hineingezogen“ und zu Meditation, Sammlung und Gebet angeregt. 

Gerahmt wird die dramatische Szene von pflanzlichen Ornamenten – mit Efeublättern, Blüten, Tieren und Fabelwesen."


Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews