Wie vaticannews berichtet hat Papst Leo während des Rückfluges nach Rom über seine Afrikareise gesprochen. Hier geht´s zum original: klicken
"LEO XIV: ALS HIRTE KANN ICH NICHT FÜR KRIEG SEIN"
Papst Leo XIV. hat auf dem Rückflug von seiner Afrikareise über Krieg und Frieden, seine Rolle als Papst, die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und über Migration gesprochen. Zur formellen Segnung homosexueller Paare, die die katholische Kirche in Deutschland beschloss hat, sagte er, der Heilige Stuhl sei damit nicht einverstanden, bekräftigte aber zugleich wie Franziskus den Grundsatz der Aufnahme von „allen, allen, allen“.
Zu Beginn der fliegenden Pressekonferenz vor etwa 70 mitreisenden Medienschaffenden ordnete Leo XIV. den Charakter seiner Afrikareise ein. „Wenn ich eine Reise mache, spreche ich für mich selbst, aber heute als Papst, Bischof von Rom, ist es vor allem eine apostolische pastorale Reise, um das Volk Gottes zu finden, zu begleiten und kennenzulernen.“ Häufig richte sich das Interesse auf politische Aussagen, der Papst betont jedoch eine andere Priorität: „Die Reise ist vor allem als Ausdruck zu verstehen, das Evangelium zu verkünden, die Botschaft Jesu Christi zu verkünden.“
Diese Verkündigung führe ihn nah an die Menschen. „Das ist eine Weise, sich dem Volk zu nähern, in seiner Freude, in der Tiefe seines Glaubens, aber auch in seinem Leiden.“ Gespräche mit Staatschefs gehörten dazu, um Veränderungen anzustoßen. „Es ist wichtig, auch mit den Staatsoberhäuptern zu sprechen, um einen Mentalitätswandel zu fördern oder eine größere Offenheit für das Wohl des Volkes zu erreichen.“ Rückblickend zog der Papst ein positives Fazit: „Ich bin sehr zufrieden mit der gesamten Reise, aber das Leben, das Begleiten, das Gehen mit dem Volk von Äquatorialguinea war wirklich ein Segen.“
Kultur des Friedens statt Gewalt als erste Reaktion
Im Blick auf internationale Konflikte formulierte Leo XIV. eine klare Absage an Gewalt. „Ich möchte damit beginnen zu sagen, dass wir eine neue Haltung und eine Kultur des Friedens fördern müssen“, sagte er bei der Pressekonferenz. Häufig sei die erste Reaktion auf Krisen Gewalt - mit dramatischen Folgen: „Wir haben gesehen, dass viele Unschuldige gestorben sind.“
Der Papst verwies auf konkrete Schicksale. „Ich habe gerade den Brief einiger Familien von Kindern gesehen, die am ersten Tag des Angriffs gestorben sind.“ Diese Familien berichteten vom Verlust ihrer Kinder. Daraus leitet er eine grundsätzliche Perspektive ab: „Die Frage ist nicht, ob sich ein Regime ändert oder nicht, die Frage ist, wie wir die Werte fördern, an die wir glauben, ohne den Tod so vieler Unschuldiger.“
Zur Lage im Iran äußert sich Leo XIV. zurückhaltend, die Lage sei „offensichtlich sehr komplex.“ Die Verhandlungen verlaufen widersprüchlich. „An einem Tag sagt Iran ja und die Vereinigten Staaten sagen nein und umgekehrt, und wir wissen nicht, wohin es geht.“ Die Menschen im Land spürten die Folgen stark: „Es gibt eine ganze Bevölkerung im Iran von unschuldigen Menschen, die unter diesem Krieg leiden.“
Auf einer grundsätzlichen Ebene rief der Papst abermals zu Dialog und Einhaltung des Völkerrechts auf. Er forderte, „dass die Parteien alle Anstrengungen unternehmen, um den Frieden zu fördern, die Bedrohung durch den Krieg zu beseitigen und das internationale Recht zu respektieren.“ Besonders hob er den Schutz von Zivilisten hervor: „Es ist sehr wichtig, dass die Unschuldigen geschützt werden.“
„Als Kirche – ich sage es noch einmal – als Hirte kann ich nicht für den Krieg sein“
Er selbst trage das Foto eines muslimischen Kindes bei sich, erklärte Papst Leo; der Junge sei im Libanon bei seinem Besuch mit einem Schild dagestanden, auf dem „Willkommen Papst Leo“ stand. In der Zwischenzeit sei das Kind im Krieg gestorben. „Als Kirche – ich sage es noch einmal – als Hirte kann ich nicht für den Krieg sein“, erklärte Leo. „Und ich möchte alle ermutigen, sich dafür einzusetzen, Antworten zu suchen, die aus einer Kultur des Friedens kommen und nicht aus Hass und Spaltung."