Freitag, 30. Juli 2021

Maestro Porfiri schreibt eine Laudatio auf Antonio Vivaldi

Maestro Aurelio Porfiri hat anläßlich des 280. Todestages ( 28.7.1741) eine Würdigung des große Antonio Vivaldi verfaßt, die La Nuova Bussola Quotidiana veröffentlicht hat. 
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              "ANTONIO VIVALDI, 280 JAHRE SPÄTER" 

Es gibt wenige Musiker die posthum gegenwärtig so berühmt sind wie der Venezianer Antonio Vivaldi (1678-1741), der vor 280 Jahren am 28. Juli in Armut starb und in Wien, wo er sich damals befand, in einem Massengrab begraben wurde.

Im Original folgt hier ein Porträt des großen Venezianers 

Ich glaube, daß es nur wenig Musiker gibt, die nach ihrem Tod in der Gegenwart so berühmt sind, die der Venezianer Antonio Vivaldi (1676-1741) , der vor 280 Jahren am 28.Juli verarmt starb und in Wien, wo er sich damals aufhielt, in einem Massengrab begraben wurde, dann fast vergessen und im vorigen Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Er war ein großer Protagonist der Instrumentalmusik des Barock- deren Vorzüge und auch deren Exzesse er verkörperte.

Er wurde zum Priester geweiht, auch wenn er in dieser Hinsicht etwas merkwürdig war und die Bühnen der Opernhäuser seinen liturgischen und pastoralen Aufgaben vorzuziehen schien. Er empfing seine Priesterweihe 1730, scheint jedoch aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands fast sofort einen Dispens von seinen priesterlichen Pflichten erhalten zu haben und konnte sich so ganz seinem musikalischen Tun widmen (was den oben erwähnten Ruhm teilweise rechtfertigen würde). Er war auf verschiedenen Gebieten der Komposition, wie besonders der Oper, aktiv, hatte aber die größte Wirkung in der Instrumentalmusik, besonders mit seinen Konzerten für begabte Schülerinnen des Ospedale della Pietà in Venedig, in dem er viele Jahrzehnte tätig war und für das er einen Großteil seiner Musik komponierte. 

Sekundär neben seinen Instrumental-und Opernwerken gab es auch Werke auf dem Feld der Sakralmusik, die auch heute noch in den Konzertprogrammen diverser Musik-Institutionen rund um die Welt präsent sind. Wie z.B. der Psalm Beatus Vir,  RV507 (er hat mehrere Versionen dieses Psalms komponiert) für 2 Solisten, Doppelchor und Doppelorchester, eines seiner zu Recht berühmtesten Werke. Die Version von Psalm 111 des roten Priesters  (so wurde er wegen der Farbe seiner Haare auch genannt) ist ein Konzentrat von instrumentalem und vokalen Können -gemischt mit der rhythmischen Lebhaftigkeit des Barock. Der Psalm ist musikalisch im Wechsel geschlossener, mit konstanter Dynamik geschrieben, um mit fast einer halben Stunde Gesamtwerk Aufmerksamkeit zu erregen. Es kann nicht verwundern, daß ein einziger Psalm so lange dauern kann. weil in jener Zeit die Räume für die Liturgie sicher größer waren und Gott auch durch die von den begabtesten Musikern komponierte Musik die Ehre erwiesen wurde. Alles das haben wir leider in der gegenwärtigen Liturgie verloren, die sicher (und ingewisser Weise auch verständlich) den liturgischen Handlungen nicht so viel Zeit gewähren kann, aber ebenso sicher weiterhin musikalisch das Beste der musikalischen Produktion bieten sollte, und nicht das, was uns derzeit- mit Unterstützung eines Klerus, der sowohl musikalisch als auch liturgisch völlig unvorbereitet ist- geboten wird. 

Fundstück

Regina Einig hat für "Die Tagespost" den Chefredakteur von "La Nef" zum motu proprio Traditionis Custodes interviewt. 
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Unter dem Titel:

"CHRISTOPHE GEFFROY: STRENGE ASPEKTE VON "TRADITIONIS CUSTODES" REVIDIEREN" 

beginnt der Beitrag so- ZITAT

"Das Bild, das Papst Franziskus von Traditionalistenkreisen zeichnet, entspreche nicht der Wirklichkeit, meint Christophe Geffroy, Chefredakteur der französischen Zeitschrift „La Nef“, im Gespräch mit der Tagespost. Eine kleine traditionalistische Minderheit müsste sich aber kritisch selbst prüfen."

Quelle: R. Einig. Die Tagespost 

Donnerstag, 29. Juli 2021

Christliche Kunst

 Madonna des Rosengartens.  Sandro Botticelli, 1470

Fr. Hunwicke spricht...

spricht bei liturgicalnotes heute über den ewigen Gegensatz zwischen Altem und Neuen Ritus.
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         "WER WILL DEN NEUEN RITUS WIRKLICH?"

LITURGIE 

Die Kirche des Hl. Nicolas von Tolentino in der Diözese von Clifton hat es mit ihren LGBT-Messe vor einigen Wochen in die Nachrichten geschaffft. Als ich das Video anschaute, kam mir ein Gefühl wieder hoch, das ich schon einmal hatte. Wer will eigentlich die Ordentliche Form des Römischen Ritus? 

In großen und kleinen Dingen, ist die Liturgie von Tolentino ein Beispiel für die beunruhigende Tatsache...daß niemand sie will. Der Zelebrant trug keine Kasel, aber eine merkwürdig fahle Stola mit einer Quaste auf dem Rücken. Er hat nicht einmal eine Kniebeuge gemacht.o.K. Vielleicht ist er zu alt und schwach, um zu knien. Vielleicht ist seine Kirche zu arm, um sich eine Kasel leisten zu können. Aber er hat auch an einem Werktag in Credo eingefügt; ein Credo zudem, das keinerlei Ähnlichkeit mit irgendeinem Credo hat, das die Kirche je zugelassen hat. Der Zelebrant hat offenbar die Fraktion während der einleitenden Lesung vorgenommen, als ob diese Lesung eine Art Inszenierung des Letzten Abendmahls war.

Und ich habe nicht den ganzen Ritus angesehen; ich habe nur schnell durchgeblättert. Aber ich habe genug gesehen, um klar zu machen, daß der Tagesordnungspunkt "endlose Kreativität" war. 

Früher in der Geschichte unseres Ordinariates hat uns ein angesehener Dozent gesagt, daß "Ungehorsam“ ein Teil des "anglikanischen Erbes“ sei, das wir nicht mitbringen müssten. Der Punkt (mit seinem implizierten Tadel) war fair. Aber er passte schlecht zu den Erfahrungen, die viele ehemals anglikanische Geistliche gerade zu diesem Zeitpunkt machten.

Als sich der neu "umgestrichene" anglikanische Klerus in das katholische Gemeindeleben in der "Mainstream“-Katholischen Kirche ausbreitete, herrschte echtes Erstaunen über den Grad der liturgischen Unordnung und den wuchernden Ungehorsam, der in "Mainstream“-Kirchen so weit verbreitet war. Insbesondere die unaufhörliche Umformulierung von "autorisierten“ Texten. So bekam man ständig (auch sonntags) das pseudo-hippolytanische Eucharistische Hochgebet ... an sich schon schlimm genug ... in einer vom Pater "relevanter" gemachten Form. Klerikalismus in Hülle und Fülle! Und da war die schreckliche und heterodoxe Musik ... über die die Bischöfe der USA kürzlich einen sehr vielsagenden und intelligenten Brief geschrieben haben.

Es gibt tatsächlich einige Kirchen, in denen diese Verurteilung des Novus Ordo unfair wäre; aber das sind hauptsächlich Kirchen, in denen der Klerus es vorziehen würde, die Alte Messe zu feiern, aber aus pastoralen Gründen unfähig ist, das zu tun, Deshalb feiern sie den neuen Ritus mehr oder weniger im  Geist und der Spiritualität des alten.

Was den Kalender angeht, habe ich vor kurzem über einen schottischen Bischof geschrieben, für den eine Nachahmung säkularer Feierlichkeiten wirklich aufregend zu sein schien, die-wenn sie nicht synkretistisch sind- zumindest mehr auf einen didaktischen Synkretismus hindeuten, als auf die Wahrheit, die nur in Christus allein ist. 

Jede Neubewertung der liturgischen Situation in der lateinischen Kirche sollte mit der ehrlichen Annahme beginnen, daß niemand ... fast absolut niemand ... ob Traddy oder Trendy ... den Novus Ordo tatsächlich will ... weder seine Ordnung noch seinen Kalender .

Auf beiden Seiten wird er nicht gemocht oder wird als wenig relevant erachtet und weithin beiseite geschoben.

PF

Wieweit trifft das auch auf den aktuellen Römischen Pontifex zu? 

Bobby Mickens hat vor kurzem geschrieben. "....es ist nicht klar, was Franziskus zur Zeit wirklich will. Und nicht nur zu seinem Geburtstag, sondern bei vielen Dingen...Oh, er hat eine Menge geschrieben und gesagt. Sehr viel. Aber das bedeutet nicht, daß er immer offenbart, was er denkt. Und manchmal sagt er Dinge, die schwer mit Dingen in Übereinstimmung zu bringen sind, mit denen, die er früher gesagt und getan hat. In einem Wort- Jorge Maria Bergoglio ist so etwas wie ein Rätsel. Er protestiert stark gegen Klerikalismus, dennoch kann er so klerikal sein wie irgendeiner." 

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

Traditionis Custodes: Machen wir es wie unsere Vorfahren....

Peter Kwasniewski vergleicht in einem Text, den er für OnePeterFive verfaßt hat, die derzeigtige Lage -nach Veröffentlichung des motu proprio Traditionis Custodes mit der in den 60-er Jahren nach der Promulgierung der Apostolischen Konstitution "Missale Romanum" 1969 von Paul VI. entstandenen. 
Dazu die Anmerkung des Herausgebers: Dieses ist Teil 1 einer dreiteiligen Serie "In Zeiten von Bürgerkrieg ein traditionelles Leben führen" 

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"ES IST ZEIT UNSERE VORFAHREN NACHZUAHMEN: NIEMALS AUFGEBEN!"

Die vergangenen zwei Wochen waren für viele Katholiken hochgradig emotional. Wir waren ärgerlich und das zu Recht. Wir haben unablässig darüber gesprochen, was passiert ist und was in der Zukunft passieren könnte, darüber wie wir antworten könnten und über die Bedeutung des Ganzen.

Aber früher oder später läßt der anfängliche Schock nach und der Ärger schwindet und macht- in viel zu vielen Seelen- Platz für Trauer, Depression, Niedergeschlagenheit, Lethargie oder - am schlimmsten von allem- für den Wunsch aufzugeben. Weil das wirklich das Schlimmste ist, was ein traditions-liebender Katholik tun könnte- aufzuhören, zu beten, zu arbeiten und für einen traditionellen Katholizismus zu kämpfen und für seine krönenden Glorie- die Tridentinische Messe. 

In den soziale Medien kann man den Unterschied zwischen den Cholerikern und den Melancholikern erkennen, zwischen den unermüdlichen Angreifern und den ausgelaugten Kirchenbank-Sitzern. Die Choleriker werden fortfahren, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen, aber die Melancholiker könnten mit den Schultern zucken und sagen: "Naja, ich denke, jetzt wo Franziskus meinem Bischof die Macht gegeben hat, die Messe zu killen und mein Bischof hat sie gekillt, sollte ich anfangen in die beste Novus-Ordo-Messe gehen, die ich innerhalb eines Radius von einer halben Stunde finden kann, und mich mit der mittelmäßigen Musik und den vielen Laien-Helfern zufrieden geben. Es ist vorbei: die TLM ist tot. Unsere Bewegung ist versenkt worden und wir wollten weiterleben." 

Glauben Sie mir, ich verstehe die Gefühle von Frustration und Ermattung, den Wunsch aufzuhören zu  kämpfen, den Wunsch ein normales Leben zu leben (oder zumindest vorzugeben, daß man das nach dem motu proprio tun kann). Einige versuchen sogar, sich selbst zu überzeugen, daß sie sich mit ihrer Liebe zur großen katholischen Tradition zu lieben, daß sie mit ihr zu ihrem Wohl "zu verbunden" gewesen sein müssen und das das der Weg der Vorsehung sein müsse, sie zu reinigen. 

Schöne alte Bilder...

 A.C. Wimmer (den wir als Kommentator von CNA kennen) berichtet bei EWTN  über das Interview des Papa emeritus in Herder Korrespondenz zum Zustand der Kirche in Deutschland... illustriert wird sein Kommentar von Filmaufnahmen aus der Zeit des Ratzinger-Pontifikates. 

               

Fundstück

Franz Norbert Otterbek hat für kath.ne auf gewohnt ironische und lesenwerte Weise das Seine zum motu proprio Traditionis Custodes geschrieben. 
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Unter dem Titel

  "TREUE ZUM KONZIL- ODER- TREUE ZUM "BRUCH"?"

beginnt der Artikel so- ZITAT 

"Man sollte etablierte Sprachbilder nicht allzu zu sehr strapazieren, auch wenn sie zutreffen: Der Elefant im Porzellanladen schießt mit Kanonen auf Spatzen! Das "Motu proprio" wurde mit heißer Nadel gestrickt. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.

Der junge Jesuit J.M. Bergoglio hat wahrscheinlich nur wenig Griechisch gelernt. Hans-Georg Gadamer (1900-2002), der mit seinem Hauptwerk "Wahrheit und Methode" von 1960 als Begründer der modernen Hermeneutik gilt, bekundete einst: "Wer des Altgriechischen nicht mächtig ist, mit dem kann ich mich eigentlich gar nicht verständigen!" Könnte sich Bergoglio mit Gadamer verständigen? Altgriechisch ἑρμηνεύειν, hermēneúein heißt zu deutsch ‚erklären‘, ‚auslegen‘ oder ‚übersetzen‘. Es geht um eine Verstehenslehre. Verständigungsprobleme entstehen allerdings nicht nur dort, wo Sprachebenen auseinanderfallen. Oft fehlt schlicht der gute Wille." (...)

Quelle. F.N.Otterbek, Kathnet.

 

Mittwoch, 28. Juli 2021

Christliche Kunst

 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über den "Geist von Traditionis Custodes"..
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"JETZT KOMMT DER GEIST VON TRADITIONIS CUSTODES ÜBER UNS!!" 

Wie das II.Vaticanum hat TC jetzt (nach nur 12 Tagen!!) seinen eigenen gräßlichen Geist sprießen lassen, der sogar sogar TC selbst direkt widersprechen könnte, aber trotzdem gnadenlos erzwungen werden muß. 

Laut Father Z hat ein ameriknaischer Kleriker namens Gregory die Authentische Form der Messe in irgendeiner amerikanischen Kirche verboten....die KEINE "Pfarrkirche" ist.*

Einfach nur Tyrannei, oder? Sie müssen raten. was Hitler oder Stalin oder dieser Nordkoreanische Bursche wirklich wollen- und es dann erzwingen. Wenn Sie wissen, was für Sie gut ist. 

Das ist es, was Tyrannen und ihre Lakaien immer wirklich erwarten. Sie nehmen nicht einmal ihre eigenen erbärmlichen Inszenierungen ernst. Sie wollen nur, daß Sie katzbuckeln." 

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke 

*Kardinal Wilton Gregory für die Basilika des Nationalen Schreins der Unbefleckten Empfängnis ins Washington D.C.

Rückkehr einer Glocke in ihre Heimat...

wie domradio.de berichtet, daß eine Kirchenglocke, die zuletzt in St. Gertrud in Köln läutete- die im tschechischen Schillersdorf während der Nazi-Besatzung geschlagnahmt worden war, dann in Hamburg in einem "Glockenlager" landete und als Leihglocke nach Köln kam- jetzt an ihren Ursprungsort- Schillersdorf zurückgegeben wurde.
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Unter dem Titel:

"NACH LANGER REISE AM ZIEL"

beginnt der Beitrag so- ZITAT

 "Eine beeindruckende Tat der Versöhnung: 76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde jetzt eine Glocke, die von den Nationalsozialisten im heutigen Tschechien beschlagnahmt wurde, zurückgegeben.

DOMRADIO.DE: Was ist das denn für eine Glocke, um die es sich handelt?

Peter Otten (Pastoralreferent in den Gemeinden St. Agnes und St. Gertrud Köln): Die Glocke hatvermutlich sehr lange im tschechischen Schillersdorf geläutet. Es gibt eine Inschrift auf der Glocke in deutscher Sprache vom Ende des 18. Jahrhunderts, woraus hervorgeht, dass das wohl eine Replika ist von einer Glocke, die verloren gegangen oder zerstört worden ist. Dann ist sie in der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt worden, wie viele, viele andere Glocken, übrigens auch Glocken von St. Agnes. Und dann gab es in Hamburg ein großes Glockenlager, wo die Glocken alle zusammengetragen worden sind. Die Glocke hat "überlebt", ist also nicht eingeschmolzen worden...." (...)

Quelle: domradio.de 

Gotti Tedeschi: Erinnerungen an ein Treffen zum 10. Jahrestag von Summorum Pontificum

Marco Tosatti veröffentlicht anläßlich der Turbulenzen um TC bei Stilum Curiae Überlegungen und Erinnerungen von E.G.Tedeschi zu "Summorum Pontificum"
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"GOTTI TEDESCHI ERINNERT AN DEN GUTEN GRUND FÜR SUMMORUM PONTIFICUM"    

Liebe Stilumcuriale, Professor Ettore Gotti Tedeschi hat uns diese Überlegung / Erinnerung zum motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI geschickt. Wir danken von Herzen und wünschen Ihnen gute Lektüre.

§§§

Lieber Doktor Tosatti, wenn man das Interesse und die Aufmerksamkeit bedenkt, die das motu proprio Traditionis Custodes hervorgerufen hat. hoffe ich, daß Sie Ihren Lesern das Folgende in Erinnerung bringen oder wiedergeben: 

Vor ungefähr 4 Jahren, am 14. September 2014 -zum 10. Jahrestag des motu proprio Summorum Pontificum fand in Rom ein Konvent statt, der von der Partnerschaft der Priesterfreunde Summorum Pontificum der Vereinigung Giovani e Tradizione veranstaltet wurde. Ich wurde dort als Laien-Redner eingeladen, neben den größten Liturgikern und Theologen, zu denen auch Kardinal Caffarra hätte gehören sollen, den der Herr jedoch 7 Tage vorher zu sich gerufen hatte (am 6. September). 

Die Reden wurden in einem von Fede&Cultura herausgegebenen Büchlein mit dem Titel "Eine neue Jugend für die Kirche" gesammelt. 

Heute erinnere ich an einige, von mir ausgewählte, von den Rednern vorgetragenen Überlegungen.

-In seinem Vorwort erinnert Pater Cassian Folsom O.S.B. vom Kloster San Benedetto in Norcia an sein Fazit des Liturgiekonvents von 2001 in Anwesenheit von Kardinal Ratzinger.  Bei dieser Gelegenheit hatte er gesagte, daß "die einzigen Gründe den Gebrauch des Usus Antiquior zu verbieten, politische Motive sind" Ratzinger hatte ihn sanft korrigiert und gesagt: "pastorale, nicht politische". Tatsächlich, sagt Pater Cassian, war dann sein folgendes motu proprio  Summorum Pontificum pastoral, aber auch weitsichtig, was die positiven Früchte angeht, die es hervorgebracht hat...

-Pater Vincenzo Nuara, O.P. , Moderator der Gemeinschaft, begann damit, zu erklären, daß das motu proprio auf eine Versöhnung in der Kirche abziele, um am Ende die beiden Formen- die ordentliche und außerordentliche Form - zusammen leben zu lassen und erklärte dann, daß die erste Frucht von Summorum Pontificum die Teilnahme der Jungen war, und so dem spirituellen Leben vieler die Jugend zurückgab, und so ein Instrument der Evangelisierung wurde, weil von den vielen, die heute zum katholischen Glauben zurückkehren, fast alle durch die traditionelle Liturgie gegangen sind." (Interessante Überlegung, oder?) 

Der Papa emeritus weist -nicht nur der deutschen-Kirche den Weg aus der Verweltlichung

Luisella Scrosati analysiert in La Nuova Bussol Quotidiana das von Herder-Korrespondenz veröffentlichte Interview von Tobias Winstel mit dem Papa emeritus, das in deutschen Kirchenamtsstuben und bei Möchtegern-Theologen die üblichen altbekannten -immer sprungbereiten Abwehrreflexe ausgelöst hat. Seine Aussage, daß "nur Gott die Antwort ist" wird von Protagonisten der Amtskirche merkwürdigerweise als "bestenfalls naiv" beurteilt...
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"BENEDIKT XVI WEIST DER KIRCHE DEN WEG (NICHT NUR DER DEUTSCHEN)" 

In einem schriftlichen Interview mit der Zeitschrift Herder Korrespondenz weist Benedikt XVI auf die immer größere Distanz zwischen der authentischen kirchlichen Mission und der "Amtskirche" -bestehend aus Bürokratie  und Dokumenten ohne "Herz und Geist"- hin. Eine Situation, die nicht nur die Kirche in Deutschlald betrifft, sondern allgemeiner ist und "den Exodus aus der Welt des Glaubens" nährt. In Erinnerung an sein kostbares Jahr als Kaplan in Bogenhausen erinnert uns Ratzinger daran, daß nur Gott die Antwort auf den Totalitarismus der Vergangenheit und Gegenwart ist.  

Die Pfeile von Benedikt XVI gegen die Kirche in Deutschland in seinem jüngsten Interview für Herder Korrespondenz (8/2021) sind bereits überall abgeprallt. Die meisten ausgewählten Passagen vom Ende des Interviews, widmet der emeritierte Papst Benedikt XVI der Rekonstruktion seines Jahres als Kaplan in der Pfarrei Heiliges Blut in München-Bogenhausen  (1. August 1951 bis 1. Oktober 1952). 

In den letzten Takten zieht Ratzinger die Schlüsse, die er aus dieser 70 jährigen Erfahrung bis heute reifen lassen konnte. Als junger Priester- bei seinem ersten pastoralen Abenteuer- hat er bereits bemerkt, wie sich das Glaubensleben allmählich entleerte, aber Strukturen hinterließ, die immer unfähiger wurden, den Glauben zu nähren und zu erhalten. Ein Prozess, der weder langsam noch aufhaltbar war, der zur sogenannten Amtskirche führte, einer Kirche des Amtes, des Apparates, der Bürokratie, die wie eine seelenlose Fassade stehen blieb, nicht nur steril, sondern so unfähig, so daß sie die Keime des authentischen christlichen Lebens erstickte, die versuchten, zu leben und sich auszubreiten. Der Begriff Amtskirche wurde geprägt, um den Kontrast zwischen dem, was offiziell gefordert wird und dem was man persönlich glaubt, auszudrücken. Das Wort Amtskirche insinuiert einen inneren Gegensatz zwischen dem, was der Glaube de facto erfordert und bedeutet und seiner Entpersönlichung," 

Dieses Phänomen bezieht Ratzinger nicht nur auf die deutsche Kirche, sondern auf eine allgemeinere Lage, die sicher einen besonders bedeutsamen Ausdruck in einem "großen Teil der amtlichen Texte der Kirche in Deutschland" findet  Ratzinger / Benedikt XVÌ hat immer darauf bestanden, daß die wahre Reform der Kirche und ihre authentische Wiedergeburt von der Heiligkeit ihrer Mitglieder, der Kraft ihres Zeugnisses abhängt. Aber in diesem Interview bemerkt man eine besondere Betonung der immer radikaleren Spannung zwischen dem Amt und dem Geist. Spannung in den produzierten Dokumenten: "Solange in den institutionellen Texten der Kirche nur das Amt spricht, nicht aber Herz und Geist, wird der Exodus aus der Welt des Glaubens weitergehen." Spannungen an den entscheidenden Stellen: "In kirchlichen Einrichtungen – Krankenhäusern, Schulen, Caritas – sind viele Menschen in entscheidenden Positionen engagiert, die den inneren Auftrag der Kirche nicht unterstützen und daher oft das Zeugnis dieser Institution verschleiern“.

Fundstück

"Die Tagespost" veröffentlicht den Kommentar des Freiburger Liturgikers Helmut Hoping zum motu proprio Traditionis Custodis. 
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Unter dem Titel:

"LITURGIKER HOPING FÜR REVISION VON TRADITIONIS CUSTODES"

beginnt der Artikel so:

"Der Freiburger Liturgiker Helmut Hoping spricht sich für eine Revision des vor knapp zwei Wochen veröffentlichten Motu proprio „Traditionis custodes“ aus. Papst Franziskus hatte damit die von seinem Vorgänger Benedikt XVI. gewährten Freiheiten für die überlieferte römische Liturgie stark eingeschränkt. 

Hoping: Motu proprio unklar und widersprüchlic 

Hoping geht von einer begrenzten Durchsetzbarkeit der jüngsten päpstlichen Maßgaben für die „alte Messe“ aus. „Nicht wenige Bischöfe werden dem Papst nicht folgen, indem sie das Schreiben pragmatisch interpretieren und Dispensen von einigen seiner Vorschriften erteilen. Die Autorität des Papstes wird das nicht stärken. Eine Revision wäre aber schon allein deshalb nötig, weil das Motu proprio in sich unklar und widersprüchlich ist“, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung." (...)

Quelle: Die Tagespost

Dienstag, 27. Juli 2021

Christliche Kunst

 "Krönung der Jungfrau" 1435, Fra Angelico

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über die bei der Implementierugn des motu proprio Traditionis Custodes (TC) verweigerte vacatio legis.
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                              "VACATIO LEGIS" 

Wie die meisten, die Traditionis Custodes gelesen haben, war ich von dem Abschnitt direkt am Ende ziemlich fasziniert. 

Gesetzes-Erlasse jeglicher Art, ob weltlich oder religiös, sagen einem, wann das neue Gesetz in Kraft tritt. Summorum Pontificum zum Beispiel trat einige Monate nach seiner Veröffentlichung in Kraft. Aber TC sollte in Kraft treten, sobald es im Osservatore Romano (einer Zeitschrift, die durch einen merkwürdigen Zufall ... an diesem Tag ... hinter einer Paywall gelandet war) veröffentlicht worden war.

Also wurde TC am Freitag mit den Medien der Welt geteilt; der Osservatore Romano erscheint jeden Tag außer Montag. 

Warum diese präzedenzlose Eile? Hattte PF Angst, daß er sterben könnte? 

Wie krank war/ ist er? Die Tage, an denen Vatican-Bulletins über die Gesundheit eines Papsts verlogen zu leugnen pflegten, daß er die Krankheit hatte, von der die ganze Welt wußte, daß er sie hatte. Aber ...sagen sie die ganze Wahrheit? Können wir- angenommen. jedes Wort daß sie [die Bulletins] enthalten ist wahr,- sicher sein. daß da nicht irgendetwas ist, das der medizinische Bericht zu erwähnen, vergißt? Oder plant er den Rücktritt? Aber es scheint Pläne für ihn zu geben, im Herbst Glasgow zu besuchen, um dort auf der Bühne bei dem Öko-Ding herum zu tanzen (und die Slowakei und Ungarn). 

Ist das Fehlen der vacatio legis (Periode bevor ein Gesetz wirksam wird) ein bloßes Beispiel für Bergoglianische Wut? Er haßt uns und "unsere" Messe so sehr, daß er nicht länger warten konnte? Die Hauptopfer des Fehlens einer Zeit zur Durchführung sind die Bischöfe, die damit beauftragt sind, Arrangements zu treffen. Sagt PF: "Wenn sie ein großes praktisches Problem damit haben, ist das Ihr eigener Fehler, weil Sie diese rigiden Burschen in Ihrer Diözese beherbergen? Das würde zu einem früheren Pressebericht passen. daß PF den Bischöfem Macht zugestehen will, "aber nicht den konservativen Bischöfen:" 

Ich neige zur "Wut"-Hypothese. Aber ich denke, daß PF sich hier selbst in den Fuß geschossen haben könnte. Von einem Gesetzgeber eine vacatio legis zu verweigern ist so unvernünftig, daß das Bischöfen-weit über die Zahl der Bergoglio-Kritischen hinaus- aufgefallen ist. Und das Ergebnis war, daß viele Bischöfe "Haltungserklärungen“ abgegeben haben, während sie eine umfassendere Resolution versprochen haben, wenn sie Zeit zum Nachdenken und Konsultieren hatten. Mit anderen Worten, sie haben sich de facto die vacatio legis selbst zugesprochen, die PF ihnen verweigert hatte.