Mittwoch, 28. Oktober 2026

Ausstellung in den Vaticanischen Museen

 - 100 Jahre Papamobile

              

Die Katechese

bei der heutigen Generalaudienz - im Wortlaut veröffentlicht von  vaticannews

                                       Brüder und Schwestern,

guten Morgen und herzlich willkommen!

Das Zweite Vatikanische Konzil konnte nicht umhin, über die Kultur und ihre Beziehung zum christlichen Glauben zu sprechen. Dies tut es im zweiten Kapitel des zweiten Teils der Konstitution „Gaudium et spes“ (GS).

Die katholische Kirche war stets darum bemüht, die Verkündigung des Evangeliums mit der Gründung von Schulen aller Art zu verbinden, die darauf abzielen, die menschliche, kulturelle und spirituelle Bildung von Männern und Frauen auf allen fünf Kontinenten zu fördern. Die mittelalterlichen Universitäten sind, wie wir wissen, aus dem Herzen der Kirche hervorgegangen und haben entscheidend zur Entwicklung der westlichen Zivilisation beigetragen. Gleichzeitig wirft der Fortschritt der Kultur und des Wissens immer neue und tiefgreifendere Fragen auf und regt die Gläubigen dazu an, Rechenschaft abzulegen über ihren Glauben (vgl. 1Petr 3,15–17). Schließlich tragen die verschiedenen Ausdrucksformen der Kultur als Ausdruck der spirituellen Dimension des Menschen dazu bei, den Geist für die ewigen Fragen nach dem Sinn der Welt und des menschlichen Daseins zu öffnen und bereiten so darauf vor, das Evangelium Jesu Christi anzunehmen.

Die Beziehung zwischen Glaube und Kultur findet ihre wichtigste Grundlage in der Menschwerdung: Wenn das göttliche Wort Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat (vgl. Joh 1,14), dann ist auch der Glaube eine inkarnierte Wirklichkeit, die mit der Kultur, in die er eingebettet ist, verflochten ist. Er ist auch dazu berufen, zur Kultur zu werden, das heißt, den Menschen in seinem Lebensumfeld zu erreichen, das aus menschlichen Worten, Traditionen, religiösem Sinn, Kunst und Poesie, Denken und Wissenschaft besteht. Wie der heilige Johannes Paul II. gerne zu sagen pflegte: „Ein Glaube, der nicht zu Kultur wird, ist ein Glaube, der nicht vollständig angenommen, nicht gänzlich durchdacht und nicht treu gelebt wird“ (HL. JOHANNES PAUL II., Ansprache an die Teilnehmer der Tagung der kirchlichen Bewegung für kulturelles Engagement, 16. Januar 1982).

Der Glaube kann in jeder Kultur Gestalt annehmen, da er sich nicht spezifisch mit einer bestimmten Kultur identifiziert. Er ist in ihnen gegenwärtig und prägt sie von innen heraus nach der „Gestalt“ Jesu Christi, das heißt durch Nächstenliebe, Dienst und das kindliche Bekenntnis zur Vaterschaft Gottes. So nimmt die Kirche das Gute, Schöne und Wahre aus den verschiedenen Kulturen auf, um die Botschaft des Evangeliums zu verkörpern und weiterzugeben. „Zugleich ist die Kirche wohl zu allen Völkern, welcher Zeit und welchen Landes auch immer, gesandt, jedoch an keine Rasse oder Nation, an keine besondere Art der Sitte - an keinen alten oder neuen Brauch -  ausschließlich und unlösbar gebunden. Sie lässt zwar den Zusammenhang mit ihrer eigenen geschichtlichen Herkunft nicht abreißen, ist sich aber zugleich der Universalität ihrer Sendung bewusst und vermag so mit den verschiedenen Kulturformen eine Einheit einzugehen, zur Bereicherung sowohl der Kirche wie der verschiedenen Kulturen“ (GS 58).

Die Kirche fördert die Kultur, weil sie ein Gut an sich ist und dem Menschen sowie der Verwirklichung seiner Berufung auf Erden dient. Aus diesem Grund fordert die Konstitution „Gaudium et spes“ die internationale Gemeinschaft dazu auf, allen Menschen den Zugang zu grundlegenden kulturellen Dienstleistungen zu ermöglichen und dabei Analphabetismus und Bildungsmangel zu überwinden. Allen, die in der Lage sind, ein Hochschulstudium aufzunehmen – so bekräftigt das Konzil mutig –, muss es ermöglicht werden, dies auch tatsächlich zu tun. Außerdem ist es „Sache aller (..), die je eigene und notwendige Teilnahme der Frau am kulturellen Leben anzuerkennen und zu fördern“ (GS 60).

Darüber hinaus betont „Gaudium et spes“ die Notwendigkeit, den Unterricht auf eine gewisse Einheit des Wissens auszurichten, auch wenn die veränderten Lebensbedingungen dies erschweren mögen (vgl. GS, 61). Die Christen sind die Ersten, die sich dafür einsetzen müssen, diese Einheit des Wissens zu verwirklichen, vor allem in sich selbst. Auch wenn sie durch die Offenbarung Antworten auf die großen Fragen des Daseins erhalten haben, entbindet dies sie jedoch nicht von einer geduldigen intellektuellen und kulturellen Bildung; vielmehr müssen ihre menschlichen und wissenschaftlichen Kenntnisse Hand in Hand mit den Inhalten ihres Glaubens gehen, die mit zunehmendem Alter und entsprechend dem Bildungsstand ständig vertieft werden müssen. Einen besonderen Appell richtet das Konzil an die Theologen: „Die Vertreter der theologischen Disziplinen an den Seminarien und Universitäten sollen mit hervorragenden Vertretern anderer Wissenschaften in gemeinsamer Bemühung und Planung zusammenzuarbeiten suchen. Die theologische Forschung soll sich zugleich um eine tiefe Erkenntnis der geoffenbarten Wahrheit bemühen und die Verbindung mit der eigenen Zeit nicht vernachlässigen, um den in so verschiedenen Wissenszweigen gebildeten Menschen zu einem umfassenderen Glaubensverständnis verhelfen zu können“(GS 62).

Brüder und Schwestern, die Konstitution „Gaudium et spes“ empfiehlt uns, den Glauben nicht in einem Geist der Gegenüberstellung oder Feindseligkeit gegenüber der Welt, der Kultur und ihren menschlichen Ausdrucksformen zu leben, sondern ermahnt uns vielmehr wie folgt: „Die Gläubigen sollen also in engster Verbindung mit den anderen Menschen ihrer Zeit leben und sich bemühen, ihre Denk- und Urteilsweisen, die in der Geisteskultur zur Erscheinung kommen, vollkommen zu verstehen“ (GS 62). Das Erreichen einer reifen und verantwortungsvollen Einheit zwischen Glaube und Kultur ist in der Tat eine notwendige Voraussetzung für das Festhalten an der christlichen Berufung, aber auch eine unverzichtbare Voraussetzung, um der Welt den Glauben zu bezeugen und ihn anderen glaubwürdig zu vermitteln."

Quelle: vaticannews

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

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Dienstag, 27. Oktober 2026

Friedensbotschaft

 

                

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Friedensbotschaft des Hl. Vaters  - klicken

WORTLAUT DER VIDEOBOTSCHAFT DES PAPSTES AN DAS FRIEDENSTREFFEN VON ASSISI

 Liebe Brüder und Schwestern!

Ihr befindet euch in Assisi, vierzig Jahre nach dem Friedensgebetstag vom 27. Oktober 1986. Dieses Ereignis ging auf die Initiative des heiligen Johannes Paul II. zurück, der bei dieser Gelegenheit die innere Verbindung zwischen einer echten religiösen Haltung und einem lebendigen Sinn für Frieden hervorhob.

Besonders herzlich grüße ich die Patriarchen und religiösen Oberhäupter, von denen viele im Laufe der Jahre aktiv an den verschiedenen Gebets- und Dialogtagen teilgenommen haben. Von Herzen grüße ich Bischof Felice Accrocca, den Hirten der Kirche von Assisi, die franziskanischen Familien und alle, die hier zusammengekommen sind. Ich hätte mir gewünscht, an diesem wichtigen Jahrestag bei euch am Grab des heiligen Franziskus zu sein, um euch persönlich zu sehen und gemeinsam ein schönes Zeugnis dafür zu geben, dass ein Leben als Brüder und Schwestern bereits möglich ist!

„Es tröstet mich, dass in diesen Jahren ein langer und treuer Weg zurückgelegt wurde, der viele Früchte getragen hat“

Vor diesem Hintergrund erleben wir eine »besorgniserregende Rehabilitierung des Krieges als Instrument der internationalen Politik« (ebd., 190). Damit wird die Erinnerung an das 20. Jahrhundert und das sinnlose Gemetzel von Millionen Menschenleben verraten. Erneut erscheint – wie es im Katechismus der Katholischen Kirche heißt – »die Anhäufung von Waffen […] vielen als ein paradoxerweise geeignetes Vorgehen,  mögliche Gegner vom Krieg abzuhalten. Sie sehen darin das wirksamste Mittel, um den Frieden zwischen den Nationen zu sichern« (Nr. 2315). Gerade in diesen Zeiten einer Kultur der Macht ist es notwendig, den Geist von Assisi weiter wachsen zu lassen: Dieser lehnt die religiöse Legitimierung des Krieges ab, er ist ein Geist der Vermittlung und des Dialogs, der kontemplativen Erfahrung und des kreativen Handelns für eine Zukunft in Frieden. Ja, denn der Frieden muss wieder zum gemeinsamen Ideal der Völker werden, zum Leitstern, der alle unsere Entscheidungen leitet, zum Maßstab, der Ungerechtigkeit entlarvt, zum gemeinsamen Horizont aller Völker.


Wir müssen überall den Frieden wiederherstellen, statt weitere Kriege vorzubereiten! Krieg darf niemals im Namen Ich danke dem Dikasterium für den interreligiösen Dialog und der Gemeinschaft Sant’Egidio dafür, dass sie diesen von meinen Vorgängern eingeschlagenen Weg engagiert weiterverfolgt haben. Es tröstet mich, dass in diesen Jahren ein langer und treuer Weg zurückgelegt wurde, der viele Früchte getragen hat. Papst Franziskus sagte über diesen unvergesslichen Tag im Oktober 1986: »Das konnte und durfte kein vereinzeltes Ereignis bleiben. Ihr seid diesen Weg weitergegangen und habt dessen Impulse noch stärker werden lassen.« 


Tatsächlich  rief der heilige Johannes Paul II. nach jenem ersten historischen Treffen dazu auf, „den Geist von Assisi weiterhin zu leben“. Damals war es die Zeit des „Kalten Krieges“, ein Szenario, das sich stark von dem heutigen unterschied. Nach 1989 vertraten nicht wenige die Ansicht, dass die Globalisierung der Welt einen stabilen Frieden sichern würde. Leider hat man sich, wie ich in Magnifica humanitas geschrieben habe, »fast blind darauf verlassen, dass die Märkte Wohlstand, Demokratie und Stabilität schaffen können, während die Globalisierung in Wirklichkeit nicht automatisch Einheit und Frieden hervorgebracht, sondern fundamentalistische, identitäre und nationalistische Reaktionen ausgelöst hat« (Enzyklika Magnifica humanitas, 201).


Religiöse Ehrentitel für Papst Leo XIV und König Charles III

Wie Walter Sanchez Silva für ewtn berichtet, haben Papst Leo XIV und der englische König Charles III einander religiöse Ehrentitel verliehen. Hier geht´s zum Original: klicken

Unter dem Titel:

"ZUM ERSTEN MAL SEIT 500 JAHREN VERLEIHEN DER PAPST UND DER ENGLISCHE KÖNIG EINANDER RELIGIÖSE EHRENTITEL"

beginnt der Bericht so - ZITAT:   

„Mit der gnädigen Zustimmung Seiner Majestät des Königs freuen sich der Dekan und die Kanoniker von Windsor bekanntzugeben, dass Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. zum päpstlichen Mitbruder des Kollegs St. Georg in der St. George's Chapel in Windsor ernannt wurde“, heißt es in dem am 23. Oktober veröffentlichten Text .

Die Ankündigung unterstreicht, dass beide führenden Persönlichkeiten die Verbindungen zwischen den christlichen Traditionen in einem globalen Kontext, der von Polarisierung und Konflikten geprägt ist, hervorheben wollten.

„Im Bewusstsein des Wertes der christlichen Einheit in einer zunehmend polarisierten und turbulenten Welt haben sich der König und der Papst in christlicher Brüderlichkeit zusammengeschlossen und erhalten zum ersten Mal seit einem halben Jahrtausend religiöse Titel, die das Gemeinsame und nicht das Trennende zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Kirche ." (...)

Quelle: W. Sanchez Silva, ewtn

Montag, 26. Oktober 2026

Fundstück

Vaticannews veröffentlicht eine Meldung des Vaticanischen Presseamtes zur geplanten Südamerika-Reise im Zusammenhang mit der fortschreitenden Genesung des Hl. Vaters.
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"LEO XIV: "ICH FREUE MICH AUF DIE RÜCKKEHR NACH LATEINAMERIKA" 

beginnt die Meldung so- Zitat

"Zwei Wochen nach seiner Operation hat das Presseamt des Heiligen Stuhls an diesem Montagnachmittag bestätigt, dass der Genesungsprozess von Papst Leo XIV. positiv verläuft. Der geplanten Papstreise nach Lateinamerika im November stehe nichts im Wege.

„Wie bereits berichtet, verlief die Operation erfolgreich und ohne Komplikationen“, so das Presseamt in einer Erklärung. „Die anschließenden medizinischen Untersuchungen haben bestätigt, dass die Erkrankung lokal begrenzt war und keine weiteren onkologischen Behandlungen erforderlich sind.“ Dem Papst war kürzlich in der Gemelli-Klinik ein Lungenlappen entfernt worden, an dem ein Tumor festgestellt worden war." (...)

Quelle: vaticannews

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican stellt A. Gagliarducci Gedanken über den Fortgang des Pontifikats an.  Hier geht´s zum Original: klicken

                      "LEO XIV: ALLES WIE ES WAR?"

Die Nachricht, dass Leo XIV. keine weitere Behandlung seines Adenokarzinoms benötigen wird, erreichte die Journalisten am späten Abend des 20. Oktober und bestätigte damit alle Erwartungen.

Nach der Entfernung eines Lungen-Unterflügels ist Leo XIV. bereit, wieder in die Öffentlichkeit zu treten und hat seine regulären Aktivitäten, einschließlich privater und öffentlicher Audienzen , bereits wieder aufgenommen. Er freut sich voller Zuversicht auf seine Reise nach Argentinien, Peru und Uruguay.

Wenn alles weiterhin gut läuft, und es gibt allen Grund zu der Annahme, dass dies der Fall sein wird, war die Lungenoperation gesundheitlich gesehen nur eine kurze Unterbrechung, während sich das Papsttum nun auf seine schwierigste Phase vorbereitet.

Wie es in schwierigen Zeiten immer der Fall ist, mehren sich Gerüchte und Klatsch.

Bis Februar muss der Papst neue Präfekten für die Dikasterien für Laien, Familie und Leben, Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Förderung der christlichen Einheit, Gottesdienst und Klerus ernennen.

(Beim Klerus ist die Dringlichkeit etwas geringer, da Kardinal You, der ihm vorsteht, im November 75 Jahre alt wird und seine Amtszeit verlängert werden könnte.)

Die Kardinäle, die die anderen Dikasterien leiten, haben das Rentenalter längst überschritten: Farrell ist 79, Semeraro 78, Koch 76, Roche 76. Der kurzfristige Wechsel an der Spitze der wichtigsten Abteilungen stellt einen bedeutenden Generationswechsel dar, und seine Wahl der Nachfolger wird viel Aufschluss geben.

Es gibt mehrere Aspekte zu berücksichtigen.

Erstens ist ein „liturgischer Frieden“ notwendig. Kardinal Roche war der aktivste Verfechter der Traditionis-Bewahrer , jenes Motu proprio aus der Franziskus-Ära, das die liberalen Reformen Benedikts XVI. aufhob, welche die weitverbreitete Verwendung der vorkonziliaren Bücher für die Feier der Messe und anderer Sakramente und Riten ermöglicht hatten. Auch heute, am Ende seiner Amtszeit, verteidigt Roche die Traditionis-Bewahrer unermüdlich und setzt deren Bestimmungen durch, wobei er mitunter harte Worte gegen diejenigen wählt, die den traditionellen Ritus bevorzugen.

Roches Stellvertreter im Dikasterium für die Kirche (DDW) war Erzbischof Vittorio Francesco Viola, der ebenfalls als Gegner der Tradition galt, obwohl er in Wirklichkeit ein Zelebrant mit einer strengen, wenn auch neokonziliaren Zeremonienweise war. Viola wurde nun zum Erzpriester des Petersdoms ernannt und ist, zumindest vorläufig, im Dikasterium für die Kirche durch den Untersekretär des Dikasteriums ersetzt worden, während Roche in den Ruhestand tritt.

Leos Wahl eines Mannes zum Leiter des Ritendikasteriums wird viel darüber aussagen, wie er die liturgische Frage angehen will.

Sonntag, 25. Oktober 2026

Angelus

 auf dem Petersplatz

            

vaticanews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache des Hl. Vaters beim Angelus

"WORTLAUT DER KATECHESE DES HL. VATERS BEIM ANGELUS-GEBET"

            Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!

Im Evangelium von heute (vgl. Mt 22,34-40) führt uns der Herr erneut zur Mitte unseres Glaubens. Ein Gesetzeslehrer fragt Jesus, um ihn auf die Probe zu stellen: »Welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?« (V. 36). Der Meister antwortet mit einem Zitat aus dem Buch Deuteronomium: »Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft« (V. 37; vgl. Dtn 6,5). Christus stellt die Dimension der Liebe in den Mittelpunkt der Beziehung zu Gott. Es reicht nämlich nicht aus, zu wissen, dass Gott existiert, dass er der Einzige ist oder dass er der Allmächtige ist; der Herr erwartet von uns eine persönliche Beziehung: Der einzige wahre Gott möchte unser Gott werden.

„Christus stellt die Dimension der Liebe in den Mittelpunkt der Beziehung zu Gott. Es reicht nämlich nicht aus, zu wissen, dass Gott existiert, dass er der Einzige ist oder dass er der Allmächtige ist; der Herr erwartet von uns eine persönliche Beziehung: Der einzige wahre Gott möchte unser Gott werden“

In der Begegnung mit ihm ist das Gebot der Liebe weder eine Verpflichtung noch ein Zwang. Man kann nämlich nicht „auf Befehl“ lieben. Die Liebe zu Gott ist das der menschlichen Sehnsucht eigene Bedürfnis, das seine Erfüllung in der Gemeinschaft mit ihm findet. Deshalb ist unsere Liebe nur dann echt, wenn sie Antwort auf seine Liebe ist, die uns immer vorausgeht. Daraus ergibt sich das Bedürfnis nach einer Gesamtheit, die den ganzen Menschen umfasst: Herz, Seele und Verstand.

„Man kann nämlich nicht „auf Befehl“ lieben. Die Liebe zu Gott ist das der menschlichen Sehnsucht eigene Bedürfnis, das seine Erfüllung in der Gemeinschaft mit ihm findet. Deshalb ist unsere Liebe nur dann echt, wenn sie Antwort auf seine Liebe ist, die uns immer vorausgeht“                                                                                                                                 

Dem ersten Gebot fügt der Herr ein zweites hinzu: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (Mt 22,39). Diese Lebensregel entspringt derselben Quelle; deshalb, so sagt Jesus, gleicht sie dem ersten Gebot. Aus der innigen Gottesbeziehung heraus werden wir fähig, uns selbst und unseren Nächsten mit dem Blick Christi zu betrachten, aus seiner Perspektive. Auf diese Weise wird der Egoismus überwunden und die Selbstliebe wird zur Nächstenliebe: Unser Leben wendet sich den anderen zu und wird zu einem Geschenk für die Menschen in unserer Nähe.


„Aus der innigen Gottesbeziehung heraus werden wir fähig, uns selbst und unseren Nächsten mit dem Blick Christi zu betrachten, aus seiner Perspektive. Auf diese Weise wird der Egoismus überwunden und die Selbstliebe wird zur Nächstenliebe“


Die heilige Theresia vom Kinde Jesu hat dies gut verstanden: »Nur die Liebe«, so schrieb sie, »treibt die Glieder der Kirche zum Handeln an; wäre diese Liebe erloschen, würde sie das Evangelium nicht mehr verkünden« (vgl. Gesammelte Werke, Manuskript B, 3v°, Rom 1997, 223). Ohne sie würde unser Glaube nämlich seines Inhalts beraubt, unsere guten Werke würden sich auf Moralismus reduzieren, unsere Hoffnung wäre vergeblich.

Meine Lieben, wir können Gott nicht wirklich lieben, ohne dass diese Liebe in die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern überfließt. Und wir können unseren Nächsten nur dann wirklich lieben, wenn wir uns als Kinder desselben Vaters verstehen, der uns in seinem Sohn Jesus zuerst geliebt hat.

„Wir können Gott nicht wirklich lieben, ohne dass diese Liebe in die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern überfließt. Und wir können unseren Nächsten nur dann wirklich lieben, wenn wir uns als Kinder desselben Vaters verstehen, der uns in seinem Sohn Jesus zuerst geliebt hat“ 

Bitten wir den Herrn um die Gnade eines neuen Herzens, das fähig ist, dieses bedeutende Gebot anzunehmen und zu leben. Die Jungfrau Maria, in deren unbeflecktem Herzen nichts als Liebe ist, möge für uns Fürsprache einlegen."

Quelle: 
vaticannews

In Illo Tempore

Auch heute setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht's zum Original:  klicken

                "IN JENER ZEIT:  CHRISTUS KÖNIG"

Als Benedikt XV. 1922 unerwartet an einer Lungenentzündung starb, wurde Achille Ratti, Kardinalerzbischof von Mailand, zum Bischof von Rom gewählt. Seine Wahl erfolgte im vierzehnten Wahlgang. Man erzählt sich, dass Ratti auf die Frage, ob er die Wahl annehme, mehrere Minuten lang schwieg. Ein Kardinal soll daraufhin scherzhaft bemerkt haben, man habe ihn „durch die vierzehn Stationen des Kreuzwegs geführt und ihn dann auf Golgatha zurückgelassen“. Er nahm den Namen Pius XI. und den Wahlspruch „ Pax Christi in regno Christi “ an – „Der Friede Christi im Reich Christi“. Dieser Wahlspruch gab den Ton für sein Programm in einer unruhigen Welt an.

Die europäischen Königshäuser fielen einer nach dem anderen. Der säkulare, atheistische Materialismus erstarkte. Nach dem blutigen Ersten Weltkrieg blickte Papst Pius XI. auf ein globales Chaos. Industrialisierung, Imperialismus und verstrickte politische Allianzen hatten durch Grabenkrieg, moderne Artillerie und Giftgas ein Gemetzel von beispiellosem Ausmaß verursacht. Millionen waren tot oder verstümmelt. Dann kam die Spanische Grippe und forderte Millionen weitere Opfer. Der aufgeklärte, moderne Mensch, befreit von den Fesseln der alten Religion, bewies bemerkenswerten Einfallsreichtum bei der Entwicklung neuer Tötungsmethoden. 

Ratti hatte während des Polnisch-Sowjetischen Krieges als päpstlicher Vertreter in Polen gedient und war auch dann auf seinem Posten geblieben, als andere Diplomaten flohen. Er verstand die Bolschewiki und hatte die Folgen ihrer revolutionären Ideologie aus erster Hand miterlebt.

In seiner ersten Enzyklika „ Ubi arcano“ (1922) beklagte Pius XI., dass der Erste Weltkrieg keinen Frieden gebracht habe und neue Kriege drohten. Er verurteilte die Umwandlung von Kirchen in säkulare Einrichtungen und bezeichnete die Begierde als Wurzel gesellschaftlicher Übel. Nur unter der Königsherrschaft Christi, so sagte er, könne es wahren Frieden geben. Drei Jahre später, in „ Quas primas“ (11. Dezember 1925), führte Pius das Christkönigsfest ein und legte dessen Feier auf den letzten Sonntag im Oktober fest, jenen Monat, den die Kommunisten ihrer „permanenten Revolution“ widmeten, nämlich der Verfolgung ihrer Ziele ohne Kompromisse mit der Opposition. Dieser Begriff der „permanenten Revolution“, der heute wieder unheilvoll in Mode kommt, stammt von Karl Marx aus dem Jahr 1844 und wurde in seinem Werk „ Die Heilige Familie“ geprägt . Der Teufel verrät einem immer, was er tut. 

Man fragt sich, was Papa Ratti wohl zu unseren scheinbar endlosen kirchlichen Prozessen der Neugestaltung, Umstrukturierung und des ständigen gemeinsamen Weges sagen würde, mit ihren Anhörungen und Schlussfolgerungen, die irgendwie immer wieder weitere Anhörungen erfordern. „Dauerhafter Prozess“ hat etwas kompromisslos Revolutionäres an sich.

In jedem Fall legte Pius XI. mit der Ansetzung des Christkönigsfestes auf den letzten Sonntag im Oktober den Festtag unmittelbar vor Allerheiligen, Allerseelen und den November, in dem die Kirche unsere Aufmerksamkeit auf die Vier Letzten Dinge lenkt: Tod, Gericht, Himmel und Hölle. Der November fällt mit dem Advent und der damit verbundenen Erwartung der glorreichen Wiederkunft des Herrn zusammen. Christi universelle Herrschaft, der Triumph seiner Heiligen, die Läuterung der Verstorbenen und das Gericht, das jede Seele erwartet, werden durch das Fest in eine enge liturgische Harmonie gebracht. Die Kirche schenkt uns in der Zeit der Buße eine kurze Phase der Besinnung, um unsere Prioritäten neu zu ordnen, bevor wir uns wieder der Bußzeit zuwenden. 

Samstag, 24. Oktober 2026

Historisches

Viola Olschewski veröffentlicht bei vaticannews einen Bericht über die Geschichte des Passettos, Fluchtweg der Päpste vom Vatican in die Engelsburg. Hier geht´s zum Original:  klicke

Unter dem Titel:

"WAS  BLEIBT? DER FLUCHTWEG DER PÄPSTE ÜBER DEN DÄCHERN ROMS" 

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Zwischen dem Vatikan und der Engelsburg verläuft ein rund 800 Meter langer Verbindungsgang, der über Jahrhunderte hinweg Schutz und Sicherheit bieten sollte. Der Passetto di Borgo erinnert an Zeiten, in denen selbst Päpste vor Gewalt und politischen Konflikten fliehen mussten. Besonders der Sacco di Roma von 1527 hat sich tief in die Geschichte dieses Ortes eingeschrieben.

Wer vom Petersplatz in Richtung Engelsburg spaziert, kommt an einer hohen, unscheinbaren Mauer vorbei. Sie zieht sich durch das römische Viertel Borgo, unterbrochen von Türmen, Durchgängen und alten Mauerabschnitten. Was heute zum vertrauten Stadtbild gehört, erfüllte einst eine lebenswichtige Aufgabe: Hinter den Mauern verbirgt sich der Passetto di Borgo, ein befestigter Verbindungsgang zwischen dem Apostolischen Palast und der Engelsburg." (/...)

Quelle: V. Olschewski, vaticannews

Treffen des Nachfolgers Petri mit dem Nachfolger des Apostels Andreas

Wie vaticannews berichtet hat der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I Papst Leo XIV im Vatican besucht.  Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST LEO XIV TRIFFT PATRIARCH BARTHOLOMÄUS

Papst Leo XIV. hat den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., diesen Samstag im Vatikan in Audienz empfangen. Das gab der Vatikan anschließend bekannt. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Konstantinopel ist zu einem mehrtägigen Besuch nach Italien gereist, wo ihm am Freitag die Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin verliehen wurde. Am 27. Oktober will der Patriarch zudem am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen.

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel erhielt am Freitag (23. Oktober) an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin in Rom, dem sogenannten Angelicum, die Ehrendoktorwürde. Die Laudatio hielt Kardinal Kurt Koch, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Er würdigte insbesondere die Verdienste des Patriarchen um die Ökumene und den Dialog zwischen den christlichen Kirchen.

                       Der Patriarch ruft zu Einheit und Dialog auf

In seiner Dankesrede betonte Bartholomaios die Verantwortung der Kirchen für die Einheit in einer zunehmend von Konflikten und gesellschaftlichen Spaltungen geprägten Welt. Die Zukunft der Orthodoxie und des Christentums insgesamt hänge wesentlich davon ab, die Kultur der Konziliarität wiederzuentdecken, die bereits die frühe Kirche geprägt habe.
Der Patriarch plädierte für „Demut vor Triumphgehabe, Begegnung vor Isolation, Dialog vor Spaltung und Gemeinschaft vor Nationalismus“.
Auch das Verhältnis zwischen Primat und Synodalität sprach Bartholomaios an. Beide Prinzipien seien untrennbar miteinander verbunden und könnten nicht unabhängig voneinander bestehen. Damit griff er eine zentrale Frage des theologischen Dialogs zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche auf.
In diesem Zusammenhang begrüßte der Patriarch erneut den synodalen Prozess der katholischen Kirche, den Papst Franziskus angestoßen hatte und den Papst Leo XIV. fortsetzt.

                            Würdigung des Panorthodoxen Konzils

Bartholomaios verteidigte zudem die Einberufung des Panorthodoxen Konzils, das vor zehn Jahren auf Kreta stattgefunden hatte. Gegenüber Kritik aus den eigenen orthodoxen Reihen bezeichnete er das Konzil und seine Beschlüsse als wichtigen Meilenstein für die Orthodoxie.
Der Besuch des Patriarchen in Italien steht auch im Zeichen des interreligiösen Dialogs. Am Dienstag (27. Oktober) will Bartholomaios am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen, das von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert wird.


Quelle: vaticannews 

Rede an die Jesus-Jugend

Vaticannews veröffentlicht die Rede, die Papst Leo an die Teilnehmer der Internationalen Treffens Jesus Youth gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel; 

"LEO XIV AN DIE JESUS YOUTH: "TRAGT DEN GLAUBEN IN NEUE LÄNDER"

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"Papst Leo XIV. hat die internationale katholische Bewegung Jesus Youth dazu ermutigt, ihren missionarischen Eifer zu bewahren und ihre Präsenz in weiteren Ländern auszubauen. Bei einer Audienz am Samstag, 24. Oktober, im Vatikan würdigte er die Entwicklung der vor 40 Jahren im indischen Bundesstaat Kerala entstandenen Bewegung. Zugleich rief er dazu auf, die Einheit trotz unterschiedlicher sozialer Hintergründe, Kulturen und Sprachen zu bewahren.

„Verliert nicht euren apostolischen Eifer, sondern fördert ihn und tragt ihn in neue Länder“, sagte der Papst. Voraussetzung dafür sei, den Blick stets auf Jesus Christus zu richten. Die Bewegung sei vor 40 Jahren aus der persönlichen Begegnung junger Menschen mit Jesus und aus dem Umfeld der charismatischen Erneuerung zunächst in Kerala entstanden, erinnerte der Papst. Aus Gebetsgruppen hätten sich Gemeinschaften entwickelt, die ihren Glauben gemeinsam leben und ihren missionarischen Impuls in der Kirche entfalten wollten." (...)

Quelle: vaticannews

 

Audienz

für die Teilnehmer der Internationalen Konferenz 2026 der Jesus.Jugend

              

Freitag, 23. Oktober 2026

Fundstück

Wie KNA und andere Agenturen berichten, hat König Charles III den Hl. Vater zum Ehrenmitglied der Leitung der St. George´s Chapel in Windsor ernannt.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"PAPST WIRD EHRENMITGLIED DER HAUSKIRCHE VON KÖNIG CHARLES III"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Königliche Geste nach fünf Jahrhunderten Kirchenspaltung: Das katholische Kirchenoberhaupt Leo XIV. ist jetzt „Päpstlicher Mitbruder“ des Leitungsorgans der St. George's Chapel in Windsor, der Kirche der britischen Monarchen. Wie das Königshaus am Freitag mitteilte, nahm Leo XIV. die Einladung von König Charles III. als Oberhaupt der anglikanischen Church of England an.

Die Leitung von St. George's Chapel sprach von einem Zeichen spiritueller Verbundenheit. Es würdige die Fortschritte der ökumenischen Beziehungen zwischen der römischen Kirche, der Kirche von England und der Anglikanischen Gemeinschaft. Der Akt spiegele zudem „die tiefe gegenseitige Wertschätzung zwischen Seiner Heiligkeit und Seiner Majestät sowie ihren gemeinsamen Wunsch nach christlicher Einheit“. (...)

Quelle: KNA, vaticannews 

Absage

Wie vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV seine geplante Teilnahme am Friedenstreffen in Assisi auf Anraten seiner Ärzte abgesagt.  Hier geht´s zum Original:  klicken 

"PAPST LEO XIV SAGT SEINE TEILNAHME AM FRIEDENSTREFFEN IN ASSISI AB"

"Papst Leo XIV. wird am kommenden Dienstag (27. Oktober) nicht wie geplant am Friedenstreffen in Assisi teilnehmen. Obwohl eine Röntgenuntersuchung den ausgezeichneten Genesungsverlauf nach seiner Lungenoperation bestätigt hat, rieten die behandelnden Ärzte vorsorglich von der geplanten Hubschrauberreise ab. Der Papst wird den Teilnehmern eine Botschaft übermitteln.

Papst Leo XIV. kann am kommenden Dienstag nicht an der Begegnung „Entwaffneter und entwaffnender Friede“ in Assisi teilnehmen. Um seine Genesung nach der Lungenoperation vom 13. Oktober nicht zu gefährden, muss er auf die geplante Reise verzichten. Das teilte der Vatikanische Pressesaal an diesem Freitag mit." (...) 

Quelle: vaticannews