Sonntag, 3. Mai 2026

In illo tempore...

Auch heute setzt Fr. J. Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original:  klicken

"IN JENER ZEIT: DER VIERTE SONNTAG NACH OSTERN"

Der vierte Sonntag nach Ostern steht im Zeichen der Vorbereitung auf Christi Himmelfahrt. Wir befinden uns nun in der zweiten Phase der Osterzeit. Die erste Phase richtete unseren Blick zurück auf das leere Grab und führte uns in die Sakramente der Taufe und der Eucharistie ein. Nun richten die Messformeln ihren Blick nach oben und nach vorn, auf Christi Himmelfahrt, die Herabkunft des Heiligen Geistes, die Geburt der Kirche in apostolischer Kraft und das Sakrament der Firmung. Die Heilige Mutter Kirche führt uns erneut in den Abendmahlssaal, in jene ergreifende Intimität des Letzten Abendmahls, wo der Herr seine Apostel auf Geheimnisse vorbereitet, die sie ohne den kommenden Paraklitus noch nicht ertragen können.

Christi Himmelfahrt wird mitunter vernachlässigt, was bedauerlich ist. Man könnte wohlwollend argumentieren, dass die Verlegung Christi Himmelfahrt vom Donnerstag auf den Sonntag dazu diente, das Fest zu betonen und es für die unter der Woche arbeitende Gemeinde zugänglicher zu machen. In solchen Angelegenheiten wird üblicherweise die pastorale Absicht angeführt. Doch wenn Bischöfe die Verpflichtungen unter der Woche aufheben und wichtige Wendepunkte des Kirchenjahres wie Epiphanias und Christi Himmelfahrt verlegen, wird mit ziemlicher Sicherheit eine unbeabsichtigte Lehre vermittelt. Die Gläubigen lernen, dass unsere Feste verhandelbar sind, dass der Heilsplan nicht mit dem Plan des Mammons kollidieren muss, dass zeitliche Opfer optional sind, wenn die Religion unbequem wird. Glücklicherweise besteht im Vetus Ordo weiterhin die Möglichkeit, Christi Himmelfahrt am Donnerstag zu begehen und ihn zusätzlich als externes Fest am Sonntag zu feiern

Am vergangenen, diesem und dem kommenden Sonntag, den drei Sonntagen vor Christi Himmelfahrt, stammen die Lesungen aus dem Johannesevangelium, Kapitel 16. Christus bereitet die Seinen auf einen tiefgreifenden Wandel vor. Er wird gehen, und Trauer wird ihre Herzen erfüllen. Doch sein Weggang ist zu ihrem Besten, denn mit seinem Abschied wird der Paraklitus kommen. Der Herr sagt ihnen, dass ihre Trauer verwandelt werden wird, so wie die Angst einer Frau bei der Geburt der Freude über die Geburt ihres Kindes weicht. Dieses Bild ist treffend: Wenn der Heilige Geist herabkommt, wird die Kirche in sichtbarer Kraft geboren, vom Geist erfüllt, der mystische Leib Christi, belebt für seine apostolische Sendung.

Im Evangelium dieses Sonntags, Johannes 16,5–14, spricht der Herr über verborgene Dinge. Es sind Geheimnisse. Er spricht vom Tod, vom Gericht, von der Sünde, von der Gerechtigkeit, vom Herrscher dieser Welt und vom Heiligen Geist, der die Apostel in alle Wahrheit führen wird. Die Jünger hören zu, begreifen es aber noch nicht. Deshalb brauchen sie den Geist der Wahrheit, der es der Kirche ermöglicht, in das einzudringen, was ihr aus eigener Kraft verschlossen bliebe.

Die lateinische Vulgata nennt ihn „Paraklitus“, abgeleitet vom griechischen parakletos , zusammengesetzt aus para („neben“) und kaleo („rufen“). Er ist der Beistand, der Fürsprecher, derjenige, der berufen ist, beizustehen, Fürbitte einzulegen und zu verteidigen. In Matthäus 2,18 und 5,4 finden wir passive Formen desselben Verbs, παρακαλῶ , im Kontext von Trauer und Trost. Dort bedeutet es „getröstet werden“. Dies ist von Bedeutung, da auch in Johannes 16 die Trauer im Vordergrund steht. Christus geht fort, und ihre Herzen sind voller Kummer. Das hebräische Äquivalent für parakletos , menahhem , bedeutet „Tröster“. Die RSV und die KJV geben jeweils „Beistand“ an. Beide Übersetzungen sind korrekt, da parakletos ein vielschichtiger Titel ist.

„Tröster“ ist besonders treffend, wenn wir bedenken, dass das englische Wort „comfort“ vom lateinischen „ fortis “ (stark) abstammt . Trösten bedeutet stärken. Ein wahrer Ratgeber stärkt. Ein Fürsprecher stärkt. Ein Verteidiger stärkt die Sache und den Betroffenen. Der Geist der Wahrheit ist der Stärkende, der Befestigende. In diesem Licht verstehen wir, warum das Evangelium in diese Zeit der Osterzeit gehört und warum das Sakrament der Firmung in den Vordergrund rückt. Christus fährt auf. Der Heilige Geist kommt herab. Die Verängstigten werden gestärkt. Die Getauften sind für den Kampf gerüstet.

Samstag, 2. Mai 2026

Die Predigt

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Predigt, die der Hl. Vater heute während der Hl. Messe und BischofsweiheN in der San Giovanni in Laterano gehalten hat.  Klicken

"WORTLAUT DER PREDIGT, DIE PAPST LEO BEI DER MESSE AM 2. MAI GEHALTEN HAT"

                              Liebe Brüder und Schwestern,

wenn wir uns an Christus binden, werden wir zu einem stabilen und einladenden Haus: Das ist die Freude, die wir vor allem in der Osterzeit erfahren, und ganz besonders heute, da wir die Weihe von vier neuen Weihbischöfen der Diözese Rom feiern.

Diese Kirche hat dank ihrer besonderen Verbindung zu Christus, dem Auferstandenen und Lebendigen, der das Fundament des geistlichen Gebäudes aus lebendigen Steinen bildet, nämlich dem heiligen Volk Gottes, eine einzigartige Berufung zur Universalität und zur Nächstenliebe. Sich Christus zu nähern bedeutet somit, einander näherzukommen und gemeinsam in der Einheit zu wachsen: Das ist das Geheimnis, das uns erfasst und auch die Stadt von innen heraus verwandelt. Im Dienst an dieser Dynamik, die von den Aposteln Petrus und Paulus nach Rom gebracht wurde, werden unsere Brüder Andrea, Stefano, Marco und Alessandro zum Bischofsamt geweiht. Es ist ein Fest des Volkes, denn sie kommen aus diesem Volk und aus dem Presbyterium, das sich liebevoll um sie kümmert.

                                                  „Ein Fest des Volkes“

Unsere Diözesangemeinde versammelt sich heute im Gebet um den Heiligen Geist, der die neuen Bischöfe salben möge, damit sie sich ganz dem Dienst am Evangelium Christi weihen. Er ist der verworfene Stein, der, „von Gott auserwählt“, zum „Eckstein“ geworden ist (1 Petr 2,4.7; vgl. Ps 118,22).

Den ersten Christen muss diese Metapher, die ihnen aus einem Psalm so vertraut war, besonders aufschlussreich erschienen sein. Der Messias Jesus war nicht nur deshalb verworfen worden, weil er nicht als Sohn Gottes anerkannt wurde, sondern vor allem, weil er die Gestalt eines Geschöpfes angenommen hatte, die als Gottes unwürdig angesehen wurde. Getreu diesem Weg barmherziger Liebe suchte er die verstoßenen Schafe auf, setzte sich mit ihnen an den Tisch und entwaffnete die Hände und Herzen derer, die sie steinigen wollten. Auf diese Weise, wie es das in dieser Liturgie verkündete Evangelium sagt, hat der Sohn das Antlitz des Vaters gezeigt: In ihm vollenden sich seine Werke. „Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist??“ (Joh 14,8-9).

Kirche, die du in Rom lebst, der verworfene Stein ist das Herz der messianischen Verkündigung gegenüber jenen, die die Gesellschaft verworfen hat und weiterhin verwirft. Er ist das Herz unserer Verkündigung, unserer Mission. Wir haben gesehen, wie der Heilige die Unreinen berührte, wie der Gerechte den Sündern vergab, wie das Leben die Kranken heilte, wie der Meister die schmutzigen und müden Füße seiner Jünger wusch.

In dieser Stadt, der Hauptstadt des großen Reiches, wurde der verworfene Stein zum Banner einer neuen Hoffnung, nämlich der Hoffnung auf das Reich Gottes, wie es die Seligpreisungen in Aussicht stellen und das Magnifikat besingt. Indem die Logik der Herrschaft umgekehrt wird – jene derer, die den sinnlosen Ehrgeiz verfolgen, die Architektur der Erde zu bestimmen –, geschieht es in Christus, dass die Ausgestoßenen ihre Würde wiederfinden und sich für das Reich Gottes auserwählt fühlen. „Wenn es nicht so wäre“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „hätte ich euch dann gesagt: 'Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?' Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ (Joh 14,2-3).

„Jesus ist als unbewaffneter und entwaffnender Prophet unter uns gewandelt“

Liebe Schwestern und Brüder, genau deshalb wird man bis heute zu Steinen, die von den Menschen verworfen und von Gott erwählt sind: wenn man sich mit seinem Leben und seinen Worten den Plänen widersetzt, die die Schwachen unterdrücken, die Würde jedes Menschen missachten, die Konflikte ausnutzen, um die Stärksten auszuwählen, während sie diejenigen vernachlässigen, die zurückbleiben, die es nicht schaffen, und diejenigen, die unterliegen, als Abfall der Geschichte betrachten. Jesus ist als unbewaffneter und entwaffnender Prophet unter uns gewandelt, und als er verworfen wurde, hat er seinen Stil nicht geändert.

Hl. Messe & Bischofsweihen in Rom

Papst Leo XIV hat heute in der Lateranbasilika die Hl. Messe gefeiert und vier Bischöfe geweiht.

               

Freitag, 1. Mai 2026

Zum Marienmonat Mai

Birgit Pottler kommentiert bei vaticannews die Bedeutung des Marienmonats Mai und seine Bedeutung für die Marienfrömmigkeit. Hier geht´s zum Original:  klicken

"ZUM MARIENMONAT MAI: WAS SAGT LEO XIV ÜBER DIE MARIENFRÖMMIGKEIT?"

"Der Marienmonat Mai ist kein Selbstzweck, sondern ein Dienst am Evangelium. „Die Liebe zu Maria von Nazaret macht uns mit ihr zu Jüngern Jesu“, betonte Papst Leo XIV. zum Beispiel bei den Heilig-Jahr-Feiern zur marianischen Spiritualität. Ein Blick auf Mai-Traditionen und Worte des Papstes.

Der Monat Mai ist traditionell der Gottesmutter Maria gewidmet. Maiandachten und Maialtare sind Ausdruck der besonderen katholischen Marienfrömmigkeit. Die Symbolik ergibt sich aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur. Dieser besondere Monat sollte der »schönsten aller Frauen«, nämlich Maria, der Mutter Gottes, geweiht sein. An manchen Stellen nennt die katholische Spiritualität Maria auch die erste Blüte der Erlösung, quasi den „Frühling des Heils“.

Papst Leo XIV.: Volksfrömmigkeit richtig verstehen

Marienverehrung ist kein Selbstzweck, betont Leo XIV., der zugleich in seinen Ansprachen und Predigten am Ende die Menschen der Fürsprache Mariens anvertraut. Marienverehrung macht zu Jüngern und ist im Dienst am Evangelium. Bei den Heilig-Jahr-Feiern zur marianischen Spiritualität ordnete der Papst die Volksfrömmigkeit ein:

„Brüder und Schwestern, die marianische Spiritualität steht im Dienst am Evangelium: Sie offenbart dessen Einfachheit. Die Liebe zu Maria von Nazaret macht uns mit ihr zu Jüngern Jesu, sie lehrt uns, zu ihm zurückzukehren, über die Ereignisse des Lebens, in denen der Auferstandene uns noch immer besucht und ruft, nachzudenken und sie zu deuten.“

Die erste Maiandacht, ein Wortgottesdienst zu Ehren Marias, soll laut Aufzeichnungen im Jahr 1784 gefeiert worden sein – in der oberitalienischen Stadt Ferrara beim dortigen Kamillianerorden. Von Italien ausgehend verbreitete sich diese Form der Marienverehrung im 19. Jahrhundert und setzte sich schließlich weltweit in der katholischen Kirche durch.

„Die Zärtlichkeit Gottes, ihre Mütterlichkeit, wird gegenwärtig“

Echte Marienfrömmigkeit bringe die Zärtlichkeit Gottes in die Kirche, so Leo XIV.:

„Der Weg Marias führt hinter Jesus her, und der Weg Jesu führt zu jedem Menschen, insbesondere zu den Armen, den Verletzten, den Sündern. Deshalb macht die authentische marianische Spiritualität in der Kirche die Zärtlichkeit Gottes, ihre Mütterlichkeit gegenwärtig.“

Die erste Maiandacht im deutschsprachigen Raum soll 1841 im Kloster der „Guten Hirtinnen“ bei München stattgefunden haben. Aus dieser Zeit stammen auch viele der bekannten Marienlieder. Sie besingen „Maria Maienkönigin“ und die „schönste Himmelsblüte“. Seinen Ursprung hat der Lobpreis Marias aber bereits im neutestamentlichen Lobgesang der Mutter Jesu, dem Magnifikat.

Auftrag für eine gerechte Welt

Marienfrömmigkeit ist für Leo XIV. damit auch ein Auftrag: „Die marianische Spiritualität lässt uns in die Geschichte eintauchen, über der sich der Himmel geöffnet hat, sie hilft uns, die Hochmütigen zu sehen, die im Herzen zerstreut wurden, die Mächtigen vom Thron gestürzt, die Reichen, die leer ausgehen. Sie verpflichtet uns, die Hungernden mit Gaben zu beschenken, die Niedrigen zu erheben, an die Barmherzigkeit Gottes zu denken und auf die machtvollen Taten seines Arms zu vertrauen (vgl. Lk 1,51–54).“

Ein Auftrag für jeden und jeden Tag:

„Sein Reich kommt nämlich, indem es uns miteinbezieht, genauso wie er Maria um ihr ‚Ja‘ gebeten hat, das einmal ausgesprochen, aber Tag für Tag erneuert wird.“

Leo XIV. hat sein Pontifikat, aber auch seinen Lebensweg zuvor, der Fürsprache Mariens anvertraut. Wenige Tage nach seiner Wahl zum Papst besuchte er am 10. Mai 2025 den Marienwallfahrtsort der „Mutter Gottes vom Guten Rat“ in Genazzano, südöstlich von Rom.

Maria als Wegbegleiterin und Ratgeberin

Die „Gottes vom Guten Rat“ sei eine „Begleiterin voll Licht und Weisheit“. Ihren Wallfahrtsort zu besuchen, war ihm besonders wichtig, schrieb er ins Gebets- und Unterschriftenbuch der Kirche: „… zum Heiligtum der Mutter Gottes vom Guten Rat, die mich mein ganzes Leben lang mit ihrer mütterlichen Gegenwart, mit ihrer Weisheit und mit dem Beispiel ihrer Liebe zum Sohn begleitet hat, der immer das Zentrum meines Glaubens ist: Weg, Wahrheit und Leben. Danke, Mutter, für deine Hilfe – begleite mich in dieser neuen Aufgabe.“

Der Tag der Wahl von Robert Prevost zu Papst Leo XIV. fiel auf den 8. Mai 2025 – „der Tag des Bittgebets an die Muttergottes von Pompeji“, erinnerte er auf der Mittelloggia des Petersdoms vor seinem ersten Segen Urbi et Orbi“. „Unsere Mutter Maria möchte immer mit uns gehen, uns nahe sein und uns mit ihrer Fürsprache und ihrer Liebe unterstützen.“


Zum Jahrestag seiner Wahl wird Leo XIV. den Wallfahrtsort zur Muttergottes von Pompeji in der Nähe von Neapel besuchen."


Quelle: B. Pottler, vaticannews

Donnerstag, 30. April 2026

Kölner Delegation in Rom -ein Fundstück

vaticannews berichtet über die Audienz der Kölner Delegation bei Papst Leo XIV. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel: 

KÖLNER WELTKIRCHE-DELEGATION: BEEINDRUCKT VON DEN PERSÖNLICHEN WORTEN VON LEO XIV

beginnt der Beitrag so - ZITAT

"20 Teilnehmer umfasste die Delegation aus dem Erzbistum Köln, die dieser Tage in Rom unterwegs ist. Thomas Frings ist für den Kontakt mit dem Judentum und Abrahamitische Religionen zuständig, Hannah Aksungur Sachbearbeiterin für Lateinamerika und Westafrika. Wir fragten sie, wie sie die Papstaudienz erlebt haben."  (...)

Quelle: vaticannews

Friede auch innerhalb der Kirche....

Sandro Magister kommentiert bei Diakonos, Settimo Cielo die Äußerungen des Hl. Vaters zu den Plänen des Münchener Erzbischofs, Kardinal Marx bzgl. der Segnung homosexueller Partnerschaften. Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO WILL AUCH INNERHALB DER KIRCHE FRIEDEN SCHAFFEN: DER FALL DEUTSCHLAND"

Papst Leo erwähnte es während seiner jüngsten Afrikareise nicht, aber er wusste sehr wohl, was die afrikanischen Bischöfe über die Segnung homosexueller Partnerschaften dachten: Die große Mehrheit war sowohl gegen die Erklärung „Fiducia supplicans“ des Dikasteriums für die Glaubenslehre vom 18. Dezember 2023, die erstmals einen solchen Segen autorisierte, als auch gegen die nachfolgenden Erläuterungen von Kardinalpräfekt Victor Manuel Fernández, der die Auswirkungen abzumildern suchte, indem er erklärte, dass es sich nicht um einen Segen für Paare, sondern für Einzelpersonen handele und dieser in jedem Fall flüchtig sein müsse und nicht länger als 10 bis 15 Sekunden dauern dürfe.

Kamerun, eines der vier vom Papst besuchten Länder, war das Epizentrum dieser kontinentalen Opposition. Der gelehrte guineische Kardinal Robert Sarah reiste im April 2024 dorthin, um den versammelten Bischöfen Richtlinien vorzugeben. Dies steht im völligen Gegensatz zu den Entwicklungen in anderen Bereichen des Katholizismus, insbesondere in Deutschland, wo die Segnung homosexueller Partnerschaften ein Eckpfeiler der von der großen Mehrheit der Bischöfe unter Führung von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, angestrebten Kirchenreform ist.

Und tatsächlich, kaum war der Papst wieder auf dem Rückweg von Afrika nach Rom, fragte ein deutscher Journalist den Papst bei der obligatorischen Pressekonferenz in luftiger Höhe am Ende jeder Reise nach der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare:

„Heiliger Vater, wie beurteilen Sie die Entscheidung von Kardinal Marx, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in Ihrer Diözese zu genehmigen, und wie gedenken Sie angesichts der unterschiedlichen kulturellen und theologischen Perspektiven, insbesondere in Afrika, die Einheit der Weltkirche in dieser Frage zu wahren?“

Darauf antwortete Leo:

„Zunächst einmal halte ich es für sehr wichtig zu verstehen, dass die Einheit oder Spaltung der Kirche nicht von sexuellen Fragen abhängen sollte. Wir neigen dazu zu denken, dass, wenn die Kirche von Moral spricht, die Sexualität das einzige moralische Thema ist. In Wirklichkeit gibt es meiner Meinung nach viel größere und wichtigere Fragen, wie Gerechtigkeit, Gleichheit, die Freiheit von Mann und Frau und Religionsfreiheit, die alle Vorrang vor dieser speziellen Frage haben. Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen. Der Heilige Stuhl hat klargestellt, dass wir der formellen Segnung von Paaren, in diesem Fall gleichgeschlechtlichen Paaren, wie Sie es gewünscht haben, oder Paaren in irregulären Lebensgemeinschaften, nicht zustimmen, außer in dem Umfang, den Papst Franziskus ausdrücklich erlaubt hat, indem er erklärte, dass alle Menschen den Segen empfangen. Wenn ein Priester am Ende der Messe den Segen spendet, wenn der Papst am Ende einer großen Feier wie der heutigen den Segen spendet, dann ist dies ein Segen für alle Menschen. Franziskus’ bekannter Ausspruch ‚Alle, alle, alle‘ ist Ausdruck der …“ Die Kirche vertritt die Überzeugung, dass alle willkommen sind, alle eingeladen sind, Jesus nachzufolgen und alle eingeladen sind, in ihrem Leben nach Umkehr zu streben. Ich denke, dass dieses Thema über die heutige Zeit hinaus mehr Spaltung als Einheit bewirken kann und dass wir Wege suchen sollten, unsere Einheit auf Jesus Christus und seine Lehre zu gründen.

Leos Antwort verdeutlicht seinen Plan, die Kirche auch in einer so kontroversen Frage zur Einheit zu führen

Leo weiß, dass selbst unter den progressiven deutschen Bischöfen keine Einigkeit darüber herrscht, wie das Dokument „Der Segen stärkt die Liebe“ umzusetzen ist, mit dem die Bischofskonferenz die liturgische Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften beschlossen hat. Neben Kardinal Marx haben bisher nur 14 der 27 Diözesen es angenommen und umgesetzt, obwohl sie wissen, dass sie damit über die Grenzen der „Fiducia supplicans“ hinausgehen und dass einige ihrer Geistlichen dagegen sind.

Mittwoch, 29. April 2026

Die Katechese

 bei der heutigen Generalaudienz- veröffentlicht von vaticannews 

"WORTLAUT DER KATECHESE: PAPST LEO ZIEHT BEI DER GENERLAUDIENZ  EINE BILANZ SEINER AFRIKAREISE"

Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und herzlich willkommen!

Heute möchte ich über die Apostolische Reise sprechen, die ich vom 13. bis 23. April unternommen habe und bei der ich vier afrikanische Länder besucht habe: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea.

Seit Beginn meines Pontifikats habe ich über eine Reise nach Afrika nachgedacht. Ich danke dem Herrn, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, diese Reise als Hirte zu unternehmen, um das Volk Gottes zu treffen und zu ermutigen; und dass ich diese Reise als Botschaft des Friedens in einer historischen Zeit erleben durfte, die von Kriegen und schweren und häufigen Verstößen gegen das Völkerrecht geprägt ist. Mein herzlichster Dank gilt den Bischöfen und den zivilen Behörden, die mich empfangen haben, sowie allen, die an der Organisation mitgewirkt haben.

„Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ist der hl. Augustinus ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit“

Algerien

Die Vorsehung wollte es so, dass die erste Etappe gerade das Land war, in dem sich die Stätten des heiligen Augustinus befinden, nämlich Algerien. So fand ich mich einerseits wieder an den Wurzeln meiner spirituellen Identität und andererseits fand ich mich dabei, sehr wichtige Brücken für die Welt und die Kirche von heute zu schlagen und zu festigen: Die Brücke zur fruchtbaren Epoche der Kirchenväter; die Brücke zur islamischen Welt; die Brücke zum afrikanischen Kontinent.

In Algerien wurde ich nicht nur respektvoll, sondern auch herzlich empfangen, und wir konnten hautnah erleben und der Welt zeigen, dass es möglich ist, als Brüder und Schwestern zusammenzuleben, auch wenn wir unterschiedlichen Religionen angehören, wenn wir uns als Kinder desselben barmherzigen Vaters erkennen.

Darüber hinaus war es eine günstige Gelegenheit, in die Schule des heiligen Augustinus zu gehen: Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ist er ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit. Ein Zeugnis, das heute für Christen und für jeden Menschen wichtiger denn je ist.

In den drei Ländern, die ich anschließend besucht habe, ist die Bevölkerung hingegen überwiegend christlich, und so tauchte ich in eine Atmosphäre des Glaubensfestes und der herzlichen Gastfreundschaft ein, die auch durch die typischen Eigenschaften der Afrikaner begünstigt wurde. Wie meine Vorgänger habe auch ich ein wenig von dem erlebt, was Jesus mit den Menschenmengen in Galiläa widerfuhr: Er sah, dass sie nach Gerechtigkeit dürsteten und hungerten, und verkündete ihnen: „Selig sind die Armen, selig sind die Sanftmütigen, selig sind die Friedensstifter…“ und erkannte ihren Glauben an und sagte: „Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt“ (vgl. Mt 5,1-16).

„Ich bete dafür, dass der Geist der Einheit, der sich während meines Besuchs gezeigt hat, lebendig bleibt“

Generalaudienz

 

                  

Dienstag, 28. April 2026

Nostalgie...


              

Die "Erzbischöfin" von Canterbury & die Pseudosegnungen

Luisella Scrosati kommentiert für LaNuovaBussolaQuotidiana den Besuch der anglikanischen Bischöfin von Canterbury im Vatican. und ist sichtlich "not amused". 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"MULLALLY IM VATICAN: DIE PSEUDOSEGNUNG, DIE HÄTTE VERMIEDEN WERDEN MÜSSEN"

Bei der Begrüßung des anglikanischen Primas erwähnte Leo XIV. die „neuen Probleme“, die zwischen Rom und Canterbury entstanden seien, von denen eines direkt vor ihm liege: die selbsternannte Erzbischöfin, die gerade erst von der Pseudosegnung nur einen Steinwurf vom Grab des Petrus entfernt zurückgekehrt war, während der sich ein Bischof bekreuzigte, was der sakramentalen Wahrheit widerspricht.

Sarah Mullally, die am 25. März zur Erzbischöfin von Canterbury und Primas der Anglikanischen Kirche ernannt und offiziell in ihr Amt eingeführt wurde, beendet heute, Dienstag, den 28. April, ihre Reise nach Rom. Der Höhepunkt der Pilgerreise war gestern ihr Treffen mit Leo XIV., gefolgt von einem gemeinsamen Gebet in der Kapelle Urbans VIII.

Der Papst, der des sechzigsten Jahrestages der Gemeinsamen Erklärung von Paul VI. und Michael Ramsey gedachte, welche den ökumenischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Anglikanischen Gemeinschaft einleitete, rief dazu auf, „in unseren Gebeten und Bemühungen beharrlich zu sein, jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen, das die Verkündigung des Evangeliums behindert“. Leo XIV. verschwieg jedoch nicht die Schwierigkeit und Komplexität dieses Dialogs: „Obwohl bei historisch strittigen Fragen große Fortschritte erzielt wurden, sind in den letzten Jahrzehnten neue Probleme aufgetreten, die den Weg zur vollen Kirchengemeinschaft schwieriger erkennbar machen. Ich weiß, dass die Anglikanische Gemeinschaft derzeit mit vielen dieser Probleme konfrontiert ist.“

Es ist nicht schwer zu argumentieren, dass eines dieser „neuen Probleme“, die in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind und auch die Anglikanische Gemeinschaft selbst spalten, dem Papst persönlich begegnet ist. Es geht nicht um Frau Mullallys moralische Qualitäten, sondern um die objektive Tatsache, dass ihre Ernennung einen der bedeutendsten Bruchpunkte in der jüngeren Geschichte des ökumenischen Dialogs zwischen der katholischen Kirche und den Anglikanern bedauerlicherweise verfestigt: die Möglichkeit, Frauen die heiligen Weihen zum Diakonat, Presbyterat und Bischofsamt zu spenden.

Die erste Öffnung der Anglikanischen Kirche für die Priesterweihe von Frauen erfolgte mit der Synode von 1987, deren Entscheidung 1992 bestätigt wurde. Doch erst 2008 wurde grünes Licht für die Bischofsweihe von Frauen gegeben, was in weniger als zwanzig Jahren dazu führte, dass die Anglikanische Kirche zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Primas hat. Und ironischerweise, oder, wenn Sie so wollen, durch einen Trick der Vorsehung, sah sich die „Erzbischöfin“ mit einem Papst konfrontiert, der denselben Namen trägt wie derjenige, der 1896 im apostolischen Schreiben Apostolicæ curæ die anglikanischen Ordinationen endgültig für null und nichtig erklärt hatte.

Es scheint jedoch, dass der Vatikan die Tragweite dieser Erklärung und auch die ebenso eindeutige Lehre Johannes Pauls II. zur Unmöglichkeit der Priesterweihe von Frauen nicht vollständig erfasst hat. Das Foto der „Erzbischöfin“, die am Grab des Apostels Petrus segnet, begleitet von Msgr. Flavio Pace, Sekretär des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen seit 2024, der den Kopf neigt und das Kreuzzeichen macht, sorgt für viel Gesprächsstoff. Und das zu Recht.

Es muss ein Kommunikationsproblem im Vatikan geben, nicht nur bei der Segnung selbst. Und zwar ein ziemlich ernstes. Das Dikasterium für die Glaubenslehre hatte mit der Erklärung „Fiducia supplicans“ behauptet, das segnen zu dürfen, was nicht gesegnet werden kann (d. h. gleichgeschlechtliche Paare); nun erlaubt das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen, diejenigen zu segnen, die nicht segnen können. Leo XIV. hatte gerade noch Zeit gehabt, die Notwendigkeit der Weihe des Objekts des Segens wieder in Kraft zu setzen und klarzustellen, dass homosexuelle Paare nicht gesegnet werden können, sondern nur Einzelpersonen. Daraufhin wurde im Vatikan umgehend eine weitere Anordnung erlassen, diesmal bezüglich der Frage, wer den Segen spenden kann.

Natürlich kann auch ein Laie jemanden oder etwas segnen, indem er Gottes Segen erbittet, etwa wenn Eltern ihren Kindern vor dem Schlafengehen oder vor dem Verlassen des Hauses ein Kreuzzeichen geben. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass Frau Mullally die Mutter von Monsignore Pace ist, und es ist offensichtlich, dass die Segensgeste des „Erzbischofs“ eindeutig priesterlich wirkt: Das Bild spricht Bände. Dass sich ein Bischof verbeugt, um Frau Mullallys Segen zu empfangen, stiftet, gelinde gesagt, Verwirrung hinsichtlich Sakramentalien und Weihe, denn für einen gläubigen Katholiken ist diese Geste eindeutig ein priesterlicher Segen. Frau Mullally ist jedoch weder Priesterin noch Bischöfin, und zwar aus zwei äußerst wichtigen Gründen: weil die Weihe einer Frau ungültig ist und weil anglikanische Weihen nichtig sind. Es geht hier nicht um gegenseitigen Respekt oder liturgische Gastfreundschaft, sondern um die Achtung und Bewahrung der Wahrheit des sakramentalen Zeichens. Welche Botschaft wird vermittelt, wenn einer „Bischöfin“ erlaubt wird, im Herzen der katholischen Kirche zu segnen, und wenn sich ein katholischer Bischof vor diesem Segen verneigt?

Die Antwort ist nicht schwer; schwer hingegen ist es, den guten Willen derer zu ergründen, die diese Farce inszeniert haben. Es ist auch schwer zu glauben, dass der Sekretär des Dikasteriums, das sich auf das Dekret „Unitatis Redintegratio“ des Zweiten Vatikanischen Konzils beruft, dessen Schluss nicht gelesen hat: „Dieses heilige Konzil ermahnt die Gläubigen, sich jeglicher Leichtfertigkeit und jeglichen unbesonnenen Eifers zu enthalten, der dem wahren Fortschritt der Einheit schaden könnte. Ihr ökumenisches Handeln kann nur zutiefst und aufrichtig katholisch sein, das heißt, der Wahrheit, die wir von den Aposteln und den Kirchenvätern empfangen haben, treu und im Einklang mit dem Glauben, den die katholische Kirche seit jeher bekannt hat.

Quelle: L. Scrosati, LNBQ

Päpstlicher Besuch

Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews über den gestrigen Besuch des  Hl. Vaters in der Päpstlichen Diplomaten-Akademie.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST LEO WÜRDIGT SEINE DIPLOMATEN-AKADEMIE" 

Papst Leo XIV. hat am Montagabend die Päpstliche Diplomatenakademie besucht. Anlass war das 325-jährige Bestehen der vatikanischen Kaderschmiede.

      
                                   Foto: vatican media

In seiner Ansprache erinnerte der Papst daran, dass eine ganze Reihe seiner Vorgänger – zuletzt Giovanni Battista Montini alias Paul VI. (1963-78) – an der ältesten Diplomatenakademie der Welt die Schulbank gedrückt haben. In dem Bau in der Nähe des römischen Pantheons werden Priester auf eine Arbeit im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls vorbereitet. Die stolze Geschichte der Einrichtung brachte Leo mit der „Katholizität der Kirche“ in Verbindung. Im Lauf der Jahrhunderte habe „eine ununterbrochene Kette von Priestern aus verschiedenen Teilen der Welt nach Kräften zum Aufbau einer Einheit in Christus beigetragen“.

Päpstliche Diplomaten sollten nach dem Dafürhalten des Papstes vor allem „im Dienst an Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit“ stehen. „Auch wenn die Hoffnungen auf Dialog und Versöhnung zu schwinden scheinen und der Friede (…) auf eine harte Prüfung gestellt wird (…), besteht eure Mission darin, Brücken und Kanäle zu sein, durch die die Gnade, die vom Himmel kommt, sich auf Erden einen Weg bahnen kann.“

Brücken und Kanäle sein

Auch als Diplomaten seien sie in erster Linie Seelsorger, mahnte Leo. Und ihr Einsatz gelte nicht nur dem Wohl der Katholiken, sondern „der ganzen Menschheitsfamilie“.

„Dies erfordert von Ihnen, sich für alle Formen der Gerechtigkeit einzusetzen, die dazu beitragen, das jedem Menschen eingeprägte Ebenbild Gottes zu erkennen, wiederherzustellen und zu schützen. Im Kampf für die Menschenrechte – insbesondere für das Recht auf Religionsfreiheit und Leben – appelliere ich daher an Sie, weiterhin den Weg zu weisen – nicht durch Opposition und Forderungen, sondern durch den Schutz der Menschenwürde, die Entwicklung von Völkern und Gemeinschaften und die Förderung internationaler Zusammenarbeit. Nur so können wir einen echten Weg des Friedens beschreiten.“

Die Welt sei gegenwärtig von Spannungen durchzogen, und angesichts der vielen aufbrechenden Konflike könne der Einsatz für Dialog und Versöhnung „unzureichend, ja sogar unnütz“ erscheinen.

„Das darf uns nicht entmutigen! Lasst uns weiterhin voller Zuversicht und ohne Furcht auf Christi Friedensgabe vertrauen. Und seien Sie gewiss, dass Ihr selbstloser Dienst zu jeder Zeit und an jedem Ort stets dazu dienen wird, die Würde jedes Menschen, der nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen ist, zu fördern und zu schützen und das Gemeinwohl voranzubringen.“

Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews

Montag, 27. April 2026

Papst Leo segnet den Grundstein

 für das neue Herz-Zentrum der Gemelli-Klinik

               

Fundstück

Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel 

"PAPST AN ERZBISCHÖFIN MULLABY: GEMEINSAM AUF FRIEDEN HINWIRKEN"

beginnt der Bericht so - ZITAT

"Papst Leo wünscht sich einen starken, gemeinsamen Friedenseinsatz von Christen in der Welt. Dafür müssten sie ihre Spaltungen überwinden, sagte er am Montag vor der neuen Erzbischöfin von Canterbury, die er im Vatikan empfing.

Es war die erste Begegnung zwischen Sarah Mullally, Primas der anglikanischen Staatskirche von England, und Papst Leo im Vatikan. „Friede sei mit Ihnen!“, hieß Leo die Delegation im Vatikan willkommen."  (...)

Quelle: vaticannews

Papst Leö - ein neuer Ansatz

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci Papst Leos  jüngste Entscheidungen und Aussagen: Hier geht´s zum Original:  klicken

"LEO XIV: ENDE DES PRAGMATISCHEN ANSATZES"

Die Pressekonferenz im Flugzeug auf der Rückreise aus Afrika hat das erste Anzeichen für den bemerkenswerten Bruch Leos XIV. mit dem Pontifikat von Papst Franziskus geliefert.

Als er konkret auf die Entscheidung von Kardinal Reinhard Marx, dem emeritierten Erzbischof von München, angesprochen wurde, gleichgeschlechtliche Paare formell zu segnen, erklärte Leo XIV., der Heilige Stuhl habe die deutschen Bischöfe bereits darüber in Kenntnis gesetzt, daß er mit „der formellen Segnung von Paaren – in diesem Fall gleichgeschlechtlicher Paare, wie gefordert, oder von Paaren in irregulären Situationen – über das hinaus, was Papst Franziskus ausdrücklich gestattet hat“, nicht einverstanden sei; dieser habe nämlich erklärt, daß alle Personen den Segen empfangen sollten.

Leo ging noch einen Schritt weiter.

„Wenn ein Priester am Ende der Messe den Segen spendet“, sagte er, „wenn der Papst am Ende einer großen Feier – wie jener, die wir heute erlebt haben – den Segen erteilt, dann sind dies Segnungen für alle Menschen.“

Er merkte zudem an, wie „Franziskus’ berühmter Ausspruch ‚alle, alle, alle‘ (*todos, todos, todos*) die Überzeugung der Kirche zum Ausdruck bringt, dass jeder willkommen ist, jeder eingeladen ist – eingeladen, Jesus nachzufolgen, und eingeladen, in seinem eigenen Leben nach Umkehr zu streben.“

„Heute darüber hinauszugehen“, so Leo, „könnte eher zu Uneinigkeit als zu Einheit führen; wir sollten vielmehr danach trachten, unsere Einheit auf Jesus Christus und auf das zu gründen, was Jesus Christus lehrt.“

Zu Beginn seiner Stellungnahme betonte Leo XIV. zudem, dass die Moral der Kirche nicht allein sexuelle Fragen betreffe, sondern ebenso Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden. Dies ist nicht das erste Mal, dass er sich in diesem Sinne äußert – und es ist auch nicht überraschend.

In diesem Zusammenhang verdient es Erwähnung, dass das *Kompendium der Soziallehre der Kirche* selbst eine Vielzahl von Themen umfasst und diese um ein zentrales Leitmotiv gruppiert: die Eucharistie.

Eben deshalb kommt der Eucharistie – und gleichermaßen der Liturgie – ein solches Gewicht zu; und jedes Mal, wenn dieses Gewicht relativiert wird, erfährt auch die Soziallehre der Kirche eine Relativierung.

Die Art und Weise, wie Leo XIV. die Frage der Segnungen behandelte, markierte eine notwendige Diskontinuität.

Die Segnung irregulärer Paare war in der Instruktion *Fiducia Supplicans* dargelegt worden – einem jener wenigen vatikanischen Dokumente, die ganze Bischofskonferenzen dazu veranlassten, öffentlich auf Distanz zu gehen.

Daraufhin veröffentlichte das Dikasterium für die Glaubenslehre eine Durchführungsnote, die – wie der Papst anmerkte – lediglich zu noch größerer Uneinigkeit führte. Sie ging sogar so weit, festzulegen, wie lange die Segnung dauern und wie sie vollzogen werden solle. Ein extremes Beispiel für Kasuistik und Pragmatismus, das zudem Papst Franziskus’ Aufruf zuwiderlief, eben jene Kasuistik zu vermeiden.

Es handelte sich im Grunde um ein überflüssiges Dokument, da es in eine Praxis eingriff, die bereits etabliert war. Kein Priester hatte jemals eine einfache Segnung – also ein Kreuzzeichen auf der Stirn – verweigert, wenn er darum gebeten wurde.

*Fiducia Supplicans* brachte zudem einen weiteren negativen Aspekt mit sich: Seelsorger – gestützt auf das Dokument und ausgestattet mit jahrelanger Erfahrung in der LGBT-Seelsorge – luden gleichgeschlechtliche Paare ein und ließen sich gemeinsam mit ihnen fotografieren, während sie diese privat segneten. Dies war eine Geste, die zwar keine Eheschließung darstellte, symbolisch jedoch eine Verbindung zu billigen schien, bei der es sich eben nicht um eine Ehe handelte.

Die Politik der Barmherzigkeit lieferte somit Stoff für ideologische Auseinandersetzungen – insbesondere zu einer Zeit, als die Kirche in Deutschland durch jene progressiven Tendenzen erschüttert wurde, die genau darauf abzielten, ihre Struktur zu untergraben.

Der deutsche „Synodale Weg“ ist eine Strukturkrise, die in der Vorstellung wurzelt, dass die Krise der Kirche in Deutschland – bestätigt durch die Krise des Missbrauchs und der Vertuschung – auf überholte Systeme zurückzuführen sei, die abgebaut werden müssten; selbst dann, wenn dies bedeute, jahrhundertealte Praktiken wie den Zölibat oder gar den Begriff der Familie selbst über Bord zu werfen.

Es ist das Prinzip der Anpassung an die Welt, um mit der Zeit Schritt zu halten – ein Ansatz, der auch auf der Synode der Weltkirche übernommen wurde, als einige Synodale sogar versuchten, den Begriff „Weltkirche“ zu umgehen, da sie befürchteten, das Wort „Welt“ könnte Assoziationen zu einem Großkonzern wecken.

Das Problem dabei ist: Begriffe sollten sich nicht ändern, bloß weil sie missverstanden werden; vielmehr müssen sie erklärt werden, damit sie besser verstanden werden können. Letztlich ist eine Welt, die sich anpasst, eine Welt, die das Lehren aufgibt.

Doch wenn niemand mehr da ist, der lehrt, dann gibt es auch keine Einheit mehr. Und genau hier trifft Leo XIV. den Nagel auf den Kopf. All das eifrige Bemühen, einen neuen, praktischen und alternativen Weg zu schaffen – im Einklang mit der Zeit und selbst jenseits der kirchlichen Lehre –, hat zu Uneinigkeit geführt. Diese Uneinigkeit zeigt sich auf allen Ebenen.

Blickt man beispielsweise auf das traditionalistische Lager, so weiß man, dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. (SSPX) – die sogenannten Lefebvrianer – beschlossen hat, am kommenden 2. Juli neue Bischöfe zu weihen. Sie verfügen über kein päpstliches Mandat; dies hätte zur Folge, dass die Bischöfe zwar legitim wären (da sie von legitim geweihten Bischöfen geweiht wurden), jedoch nicht rechtmäßig (da ihre Weihe ohne päpstliche Zustimmung erfolgte). Für derartige Handlungen ist die Exkommunikation vorgesehen – und damit ein kleines Schisma.

Der Heilige Stuhl hat offensichtlich versucht, dieses Szenario abzuwenden; so lud das Dikasterium für die Glaubenslehre die SSPX zu einem Dialog in das ehemalige Heilige Offizium ein. Dieser Dialog verlief jedoch im Sande. Interessanterweise kehrte die SSPX jedoch die Argumentation um und forderte, dass ihr jene Barmherzigkeit zuteilwerden solle, deren Anwendung sie zuvor in anderen Zusammenhängen eingefordert hatte. Im Grunde bat sie um eine Aussetzung des Gesetzes im Namen der Pastoral – einer Pastoral, die in diesem speziellen Fall vielleicht treffender als „Pastoralismus“ zu bezeichnen wäre.

Leo XIV. hat sich niemals ausdrücklich vom Pontifikat Papst Franziskus’ distanziert. Er erkennt seinen missionarischen Eifer an und möchte seinen guten Glauben sowie seinen Wunsch zu evangelisieren hervorheben. Doch mit seinen Worten im Flugzeug machte Leo XIV. auch deutlich, dass es bestimmte Wege gibt, dies anzugehen – und andere, die dafür nicht geeignet sind.

Wege, die Spaltung erzeugen oder verschärfen, sind nicht der richtige Weg.

Leo XIV. hat sich niemals ausdrücklich vom Pontifikat von Papst Franziskus distanziert. Er erkennt dessen missionarischen Eifer an und möchte dessen guten Glauben sowie dessen Wunsch nach Evangelisierung hervorheben. Doch mit seinen Äußerungen im Flugzeug machte Leo XIV. zugleich deutlich, dass es bestimmte Wege gibt, ein solches Vorhaben anzugehen – und andere, die dafür ungeeignet sind.

Es lässt sich derzeit nicht absehen, ob dies das Ende des Synodalen Wegs der Kirche in Deutschland bedeutet. Papst Franziskus hat sich wiederholt zu dieser Thematik geäußert; dabei betonte er, dass es in Deutschland bereits eine Evangelische Kirche gebe, und wies auf einen Prozess der „Protestantisierung“ innerhalb der deutschen Kirche hin, der nicht hingenommen werden könne. Gleichwohl ließ Papst Franziskus der Kirche in Deutschland auch Raum für eigenes Handeln – und zwar durch seine pastoralen Maßnahmen und Entscheidungen, die in ihrem Bestreben, sich allen zu öffnen, zugleich Möglichkeiten für den Dialog schufen.

Leo XIV. hingegen etablierte ein klares Prinzip, indem er die Lehre wieder in den Mittelpunkt rückt..

Wenn die deutsche Kirche unter Papst Franziskus noch gewissermaßen „spielen“ konnte, so scheint dies unter Leo XIV. schwieriger zu sein. Es handelt sich um einen anderen Ansatz, der zwar die Notwendigkeit, alle Menschen zu erreichen, nicht bestreitet, aber nicht zulassen will, dass diese Notwendigkeit zum Anlass für die Zerstörung des Glaubens wird.

Das ist kein neuer Ansatz, er unterscheidet sich jedoch von dem, woran wir uns in den vergangenen zwölf Jahren gewöhnt haben; und es bleibt abzuwarten, ob er eine Krise der Ablehnung auslösen wird."

Quelle: A. Gagliarducci, Monday-at-the-VaticanPapst Leo 

Sonntag, 26. April 2026

Beim Angelus

hat Papst Leo XIV- wie vaticannews berichtet- heute folgende Ansprache gehalten.

       Brüder und Schwestern, guten Tag und einen schönen Sonntag!

Während wir unseren Weg durch die Osterzeit fortsetzen, überliefert uns das Evangelium heute die Worte Jesu, der sich selbst mit einem Hirten und anschließend mit der Tür zum Schafstall vergleicht (vgl. Joh 10,1–10).

Jesus stellt den Hirten und den Dieb einander gegenüber. Er sagt nämlich: »Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber« (V. 1). Und etwas später sagt er noch deutlicher: »Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben« (V. 10). Der Unterschied ist klar: Der Hirte hat eine besondere Bindung zu seinen Schafen und kann daher durch die Tür des Schafstalls eintreten; wenn jemand hingegen über den Zaun klettern muss, dann ist er sicher ein Dieb, der die Schafe stehlen will.

         „Wer sich Jesus anvertraut, hat nichts zu befürchten:“

Jesus sagt uns, dass er durch eine Freundschaftsbeziehung mit uns verbunden ist: Er kennt uns, ruft uns beim Namen und leitet uns; er sucht uns, wie ein Hirte seine Schafe, wenn wir uns verirren und er verbindet unsere Wunden, wenn wir verletzt sind (vgl. Ez 34,16). Jesus kommt nicht wie ein Dieb, um uns unser Leben und unsere Freiheit zu rauben, sondern um uns auf die rechten Wege zu führen. Er kommt nicht, um unser Gewissen zu vereinnahmen oder zu täuschen, sondern um es mit dem Licht seiner Weisheit zu erleuchten. Er kommt nicht, um unsere irdischen Freuden zu trüben, sondern um sie für ein erfüllteres und dauerhaftes Glück zu öffnen. Wer sich ihm anvertraut, hat nichts zu befürchten: Er tötet unser Leben nicht ab, sondern kommt, um es uns in Fülle zu schenken (vgl. V. 10).


 „Welches sind die „Diebe“, die versucht haben, in unsere      Umfriedung einzudringen?“


Brüder und Schwestern, wir sind aufgerufen, uns zu besinnen und vor allem auf die Umfriedung unseres Herzens und unseres Lebens zu achten, denn wer dort Einlass findet, kann die Freude vervielfachen oder sie uns – wie ein Dieb – rauben. Die „Diebe“ können viele Gesichter haben: Es sind jene, die ungeachtet des äußeren Anscheins unsere Freiheit ersticken oder unsere Würde nicht achten; es sind Überzeugungen und Vorurteile, die uns daran hindern, einen heiteren Blick auf andere und auf das Leben zu werfen; es sind falsche Vorstellungen, die uns dazu verleiten können, schlechte Entscheidungen zu treffen; es sind oberflächliche oder von Konsumdenken geprägte Lebensweisen, die uns innerlich aushöhlen und uns dazu treiben, nur noch außerhalb unserer selbst zu leben. Und vergessen wir auch jene „Diebe“ nicht, die durch die Plünderung der Ressourcen der Erde, durch das Führen blutiger Kriege oder durch das Nähren des Bösen in jeglicher Form nichts anderes tun, als uns allen die Möglichkeit einer Zukunft in Frieden und Unbeschwertheit zu rauben.


Wir können uns fragen: Von wem wollen wir uns in unserem Leben leiten lassen? Welches sind die „Diebe“, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen? Ist es ihnen gelungen, oder konnten wir sie zurückdrängen?


Das heutige Evangelium lädt uns ein, auf den Herrn zu vertrauen: Er kommt nicht, um uns etwas zu rauben, er ist vielmehr der gute Hirte, der das Leben mehrt und es uns in Fülle schenkt. Möge uns die Jungfrau Maria stets auf unserem Weg begleiten und für uns und die ganze Welt Fürsprache halten."


Quelle: vaticannews