Mittwoch, 25. März 2026

Katechese

des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienzveröffentlicht bei vaticannews.                                   Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE HIERARCHISCHE STRUKTUR DER KIRCHE IST KEIN MENSCHLICHES KONSTRUKT"

"Der hierarchische Aufbau der katholischen Kirche ist nichts Menschengemachtes, sondern kommt von Gott. Das hat Leo XIV an diesem Mittwoch betont.

In der Ansprache bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz beschäftigte sich der Papst mit der Frage, warum die Kirche so ist, wie sie ist. Ausgangspunkt für seine Gedanken war der Text „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65).

„Die katholische Kirche hat ihr Fundament in den Aposteln, die Christus als lebendige Säulen seines mystischen Leibes bestimmt hat, und sie besitzt eine hierarchische Dimension, die im Dienst der Einheit, der Mission und der Heiligung aller Glieder wirkt. Diese heilige Ordnung gründet sich dauerhaft auf die Apostel (vgl. Eph 2,20; Offb 21,14), da sie maßgebliche Zeugen der Auferstehung Jesu sind (vgl. Apg 1,22; 1 Kor 15,7) und vom Herrn selbst in die Welt gesandt wurden (vgl. Mk 16,15; Mt 28,19).“

Bis zur Wiederkunft Jesu

Mit der Absicht, die Heilslehre Jesu treu zu bewahren, hätten die Apostel ihren Dienst an Männer übertragen, die die Kirche nach ihrem Ableben „weiterhin heiligen, leiten und unterweisen“ sollten, so der Papst. Und dieser Prozess – Theologen nennen das „apostolische Sukzession“ – sei immer noch im Gang und gehe weiter bis zur Wiederkunft Jesu.

„Diese apostolische Sukzession, die auf dem Evangelium und der Tradition gründet, wird in Kapitel III von Lumen Gentium … vertieft. Das Konzil lehrt, dass die hierarchische Struktur kein menschliches Konstrukt ist, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient, sondern eine göttliche Einrichtung, die darauf abzielt, den Auftrag, den Christus den Aposteln gegeben hat, bis zum Ende der Zeiten fortzuführen.“

„Das dienende oder hierarchische Priestertum unterscheidet sich wesentlich und nicht nur dem Grad nach vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen“

Leo XIV. führte aus, dass es dem Konzil nicht darum gegangen sei, die institutionellen Elemente der Kirche darzustellen. Vielmehr habe es sich auf das „dienende oder hierarchische Priestertum“ konzentriert, das sich „wesentlich und nicht nur dem Grad nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheide. Über dieses gemeinsame Priestertum aller Getauften hatte der Papst bei seiner letzten Generalaudienz vor einer Woche gesprochen.

Das hierarchische und das allgemeine Priestertum seien – so zitierte Leo aus „Lumen Gentium“ – „miteinander verbunden, da beide, jedes auf seine Weise, am einzigen Priestertum Christi teilhaben“. „Das Konzil befasst sich also mit dem Dienst, der an Männer weitergegeben wird, die mit sacra potestas für den Dienst in der Kirche ausgestattet sind: Es geht insbesondere auf das Bischofsamt ein, dann auf das Priesteramt und auf den Diakonat als Stufen des einzigen Sakraments der Weihe.“

Dienst (und nicht Macht)

Mit dem Adjektiv „hierarchisch“ zeige das Konzil den „heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu“ auf. „Zunächst die Bischöfe und durch sie die Priester und Diakone haben Aufgaben (lateinisch: munera) erhalten, die sie in den Dienst ‚aller, die zum Volk Gottes gehören‘, führen… Lumen Gentium erinnert mehrfach und eindringlich an den kollegialen und gemeinschaftlichen Charakter dieser apostolischen Sendung…“

In dieser Optik sei das Amt, das in der Kirche den Geweihten anvertraut werde, ein Dienst. Unausgesprochen hieß das: Es geht beim Priester- und Bischofsamt, und bei der Hierarchie überhaupt, nicht um Macht."

Quelle: vaticannews

Generalaudienz

 auf dem Petersplatz

                    

Dienstag, 24. März 2026

Fundstück : Arbeitspapier der SECAM: "Pastorale Herausforderung der Polygamie"

Wie vaticannews berichtet hat die Afrika-Studiengruppe der Synodalitäts-Synode eine Empfehlung zur Vorbereitung von Taufaspiranten, die in polygamer Ehe lebeN veröffentlicht.  
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Unter dem Titel: 

"POLYGAMIE: SYNODEN-STUDIENGRUPPE EMPFIEHLT MONOGAMIE VOR DER TAUFE"

beginnt des Bericht so - ZITAT

"Die Afrika-Studiengruppe der Synode empfiehlt eine geduldige Vorbereitung von taufwilligen Menschen in polygamer Ehe. Die Betroffenen müssten sich verbindlich auf Monogamie verpflichten, ehe sie das Sakrament der Taufe empfangen, heißt es im Schlussbericht der Kommission, die sich im Auftrag der Synode mit Vielehe beschäftigte.

Der Vatikan veröffentlichte das Papier „Die Pastorale Herausforderung der Polygamie“ an diesem Dienstag. Erarbeitet hat es die SECAM, der Zusammenschluss der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars. Ebenfalls am Dienstag publizierte das Generalsekretariat der Synode den Abschlussbericht der Studiengruppe Nr. 2 zum Thema „Den Schrei der Armen und der Erde hören“. 

Im Zentrum der Überlegungen des Polygamie-Papiers steht die Verbindung zwischen Taufe und sakramentaler Ehe. Polygamisten, die sich „durch die Taufgnade mit Christus identifizieren wollen“, sollten sich „von bestimmten kulturellen Zwängen befreien“, die Botschaft des Evangeliums annehmen und sich „zur monogamen Ehe verpflichten“, bevor sie die Taufe empfangen." (...)


Quelle: vaticannews


Montag, 23. März 2026

Traditionsgemäß gestern im Petersdom: das Volto Santo - das "Schweißtuch der Veronica"

Gestern- am ersten Passions-Sonntag der Fastenzeit wurde im Petersdom den Gläubigen in einer feierllichen Zeremonie das sog. "Schweißtuch der Veronica", das "Vera Ikon"Gestern gezeigt. Greta Giglio und Mario Galgano berichten bei vatncannews,  Hier geht´s zum Original:  klicken

"SCHWEISSTUCH DER VERONICA IM PETERSDOM GEZEIGT"

Im Rahmen der traditionellen Stationsgottesdienste an den heiligen Stätten Roms versammelten sich am späten Nachmittag des fünften Fastensonntags zahlreiche Gläubige im Petersdom. Im Zentrum der Liturgie dieses Tages stand wieder die Ostension (feierliche Zeigung) des „Velo della Veronica“, einer Reliquie, die nach der Überlieferung das Antlitz Christi trägt.

Kardinal Mauro Gambetti, Generalvikar für die Vatikanstadt, bezeichnete die Reliquie während der Feier als eine Einladung, „den Blick nach Golgota zu richten, wo der gekreuzigte Christus seine Herrlichkeit offenbaren wird“.

Die Zeremonie der Ostension


Das Läuten der Glocken kündigte die Ankunft der Reliquie an. In der Basilika richteten sich die Blicke der Anwesenden auf die Statue der heiligen Veronika, von wo aus das „Heilige Antlitz“ präsentiert wurde. Die Stille während der Betrachtung korrespondierte mit der Darstellung des Leidens Jesu, das auf dem Tuch eingeprägt ist.


Kardinal Gambetti schlug in seiner Homilie am Kathedra-Altar eine Brücke zwischen dem Bildnis auf dem Schleier und dem aktuellen Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. Er thematisierte den Kontrast zwischen dem Leben, das Christus bringt, und der Realität des Todes. Die Verheißung Jesu kündige den „endgültigen Sieg über die Exile an, zu denen wir verurteilt sind: Verlassenheit, Sklaverei, Gebrechen, Verleumdung, Beleidigung, Verfolgung und Tod“.

Der Tod als „Schwester“

In Anlehnung an den heiligen Franz von Assisi sprach der Kardinal von einem Tod, der zur „Schwester“ werden könne. „Dies geschieht, wenn er die Türen zur Begegnung mit Jesus Christus öffnet, wie es bei Lazarus der Fall war“, so Gambetti. Er unterschied dabei zwischen dem physischen Sterben und der „Hinfälligkeit des Herzens“, welche das Leben einschnüre. Die „Mutter des Todes der Seele“ könne zur Schwester werden, wenn der Mensch aus der Tiefe bete.


Mitgefühl als Antwort auf Gewalt und Krieg


Der Schlüssel zur Wandlung vom Tod zum Leben liege in der göttlichen Liebe und dem daraus resultierenden Mitgefühl. Gambetti bezog die Frage Jesu am Grab des Lazarus – „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ – auf die Gegenwart. Dieselbe Frage stelle sich angesichts „unbegreiflicher Todesfälle und Situationen von Gewalt und Krieg, denen wir machtlos gegenüberstehen“.


Das Weinen Jesu vor dem Grab sei das Zeichen des göttlichen Mitgefühls. Der Kardinal betonte: „Der Mensch ist nicht für den Tod gemacht, nicht für die Isolation und egoistische Vergnügen, nicht für Ketten oder Traurigkeit. Der Mensch ist für das Leben gemacht, dafür, Gaben mit anderen zu teilen, in Beziehung zu stehen, frei und froh zu sein.“


Zum Abschluss der Feier rief der Kardinal dazu auf, dem Beispiel der Frau zu folgen, die Jesus das Gesicht trocknete, und sich von Maria bis unter das Kreuz begleiten zu lassen, um „in jeder Situation, in jedem Moment und in jeder Zeit die Freude der Auferstehung zu erfahren“.


Quelle: G. Giglio, M. Galgano, vaticannews

Das neue Pontifikat und der Revisionsprozess vor dem Vatikanischen Gericht

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A Gagliarducci das Berufungsverfahren des Becciu-Prozesses in Beziehung zum Pontifikat Papst Leos XIV. 
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"LEO XIV :  AUF DEM WEG ZUR DEFINITION EINES PONTIFIKATES"

Kurz vor dem ersten Jahrestag seiner Wahl scheint Leo XIV. die Konturen und den Kern seines Pontifikats zu offenbaren.

Allein in der letzten Woche haben zwei Ereignisse spezifische Merkmale des Pontifikats von Leo XIV. verdeutlicht: das Urteil des Berufungsgerichts des Vatikans, das den sogenannten „Jahrhundertprozess“ entscheidend beeinflussen könnte, und die Einberufung der Präsidenten der Bischofskonferenzen der Welt zum Gedenken an den zehnten Jahrestag von Amoris Laetitia.

Diese beiden Ereignisse scheinen völlig unabhängig voneinander zu sein, und das sind sie auch.

Das erste – das Gerichtsurteil – ist nicht einmal eine Entscheidung von Leo XIV., sondern vielmehr eine Folge des Papstwechsels, da es nun keinen Papst mehr gibt, der in den Prozess eingreifen und dessen Ergebnis beeinflussen kann. Das zweite, eine direkte Entscheidung des Papstes, zeigt uns etwas sehr Wichtiges darüber, wie Leo die Nachfolge von Franziskus antreten will.

Beide Entwicklungen geben uns Aufschluss darüber, wer Papst Leo XIV. ist und wie er regiert.Die Entscheidung des vatikanischen Berufungsgerichts betrifft den sogenannten „Becciu-Prozess“ um die Verwaltung der Gelder des Staatssekretariats.

Im Mittelpunkt des Prozesses stand unter anderem Kardinal Becciu und seine Entscheidung als Stellvertreter, einer Caritas-Kooperative in seiner Heimatdiözese Hilfe zukommen zu lassen, sowie seine Beziehung zur selbsternannten humanitären Helferin Cecilia Marogna im Zusammenhang mit der Freilassung mehrerer Geiseln. Kernpunkt des Falles war jedoch die Investition des Staatssekretariats in eine Luxusimmobilie in London, die nach mehreren Eigentümerwechseln zu einem enormen Verlust führte. Die darauffolgende Weigerung des Instituts für die Werke der Religion, dem Staatssekretariat einen finanziellen Vorschuss zu gewähren, führte schließlich zu einer formellen Beschwerde und einem Gerichtsverfahren.

Während der 86 Verhandlungstermine des erstinstanzlichen Verfahrens, das mit der Verurteilung von neun der zehn Angeklagten und einer Haftstrafe von insgesamt 38 Jahren sowie Geldstrafen in Höhe von rund 200 Millionen Euro endete, argumentierten die Angeklagten wiederholt, das Verfahren selbst sei durch mehrere Punkte „verzerrt“ worden.

Erstens waren die vom Anklagevertreter (dem vatikanischen Ankläger) zur Verfügung gestellten Dokumente mit zahlreichen Schwärzungen versehen, was die Einordnung in den Kontext erschwerte. Diese Schwärzungen wurden später im Zuge einer anderen, damit zusammenhängenden Untersuchung offengelegt, die auch eine Verbindung zwischen dem Promotor der Justiz und zwei Personen aufdeckte, die Einfluss auf Monsignore Alberto Perlasca ausübten. Dieser war zunächst Angeklagter, dann Hauptzeuge und wurde schließlich nur noch als mit den Fakten des Verfahrens vertraut angesehen.

Zweitens veröffentlichte Papst Franziskus während der Ermittlungen vier Reskripte, die die Gesetze kurzfristig änderten. Diese Reskripte waren vertraulich geblieben und wurden erst während des Prozesses offengelegt, was die Arbeit der Verteidigung zusätzlich erschwerte.

Alle diese Probleme traten bereits im erstinstanzlichen Verfahren auf, blieben aber folgenlos.

Sonntag, 22. März 2026

In Illo Tempore

 Auch heute am ersten Passions-Sontag der Fastenzeit setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie der Sonntage im Kirchenjahr fort. 

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   "IN ILLO TEMPORE:  ERSTER PASSIONSSONNTAG"

Von den Sonntagen vor der Fastenzeit an hat uns die Heilige Mutter Kirche in ein liturgisches Sterben geführt. Zuerst verstummten Halleluja und Gloria. Veilchen erschienen sonntags als Vorboten des kommenden Fastens. Dann vertiefte die Fastenzeit selbst den Mangel Tag für Tag, abgesehen von den Hochfesten. Blumen verschwanden. Instrumentalmusik verstummte. Selbst der Laetare- Sonntag mit seinen rosafarbenen Gewändern und der kurzzeitigen Lockerung der Strenge war nur ein kurzer Wärmestrahl durch kaltes Wasser, ein flüchtiger Blick auf Ostern, bevor die Kirche wieder Luft holte und erneut in die Tiefe stürzte. Die Passionszeit leitet nun den endgültigen Abstieg ein.

Dieser Sonntag, der erste Sonntag nach Ostern, führt uns in die bewegte Zeit vor Ostern, bis zum ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings. Die römische Station ist der Petersdom auf dem Vatikanischen Hügel, geheiligt nicht nur durch das Grab des Apostelfürsten, sondern auch durch den alten Brauch der Priesterweihe nach der Vigil. Die Liturgie richtet ihren Blick ganz auf Christus. Gebete, Lesungen und feierliche Gesten der Kirche kreisen nun um den unschuldigen Christus, der verfolgt, bekämpft, widersprochen und schließlich dem Blick der Menschen entzogen wurde. In dieser Zeit gedenkt die Kirche nicht nur der Passion als einer fernen historischen Begebenheit. Sie formt uns sakramental nach ihr. Sie läutert uns durch Entbehrung, damit wir mit Christus durch den Tod zum Leben gelangen.

Der Kontext der Evangeliumslesung: Wir befinden uns noch immer in Johannes 8, im Tempelbezirk, in der Schatzkammer, in der feierlichen Atmosphäre von Sukkot, dem Laubhüttenfest. Erst kurz zuvor, am Ende dieser großen Festwoche, hatten die hoch aufragenden Leuchter des Tempels so hell erstrahlt, dass ihr Licht in der ganzen Stadt zu sehen war. Vor diesem Hintergrund erklärte Christus: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Während desselben Festes wurde Wasser und Wein ausgegossen, um Regen gebetet und nach göttlicher Erquickung gesehnt. Auch dort rief der Herr: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37). Das Johannesevangelium ist vom Licht durchdrungen, und die frühe Kirche verband Erleuchtung mit der Taufe. Es ist daher passend, dass zu Beginn der Passionszeit derjenige, der das Licht ist, sich auch verbirgt, denn göttliches Licht erlischt nicht, wenn es verhüllt ist. Es wird nur noch intensiver gesucht.

In dieser Zeit drängt der Herr seine Zuhörer mit der Frage: „Wer von euch kann mich von Sünde überzeugen?“ Er, den der Hebräerbrief als sündenlosen Hohepriester darstellt, steht vor Menschen, die selbst in der Sünde gefangen und über die Wahrheit erzürnt sind. Sie beschuldigen ihn, von einem Dämon besessen zu sein. Er antwortet mit majestätischer Ruhe und spricht dann das Wort, das die Szene entfacht: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Johannes 8,58), das heißt, die Behauptung göttlicher Identität selbst, im Griechischen ἐγώ εἰμι, „Ich bin“, und widerhallend in der Ehrfurcht gebietenden Majestät des göttlichen Namens. Sie verstehen, was er behauptet. Sie greifen zu Steinen. Dann folgt die Zeile, die die römische Liturgietradition mit Genie aufgriff und entfaltete: „ Iesus autem abscondit se … aber Jesus verbarg sich“ (Johannes 8,59).

Dieser kurze Vers prägt seit über einem Jahrtausend die Sitten der Kirche. Denn „ Iesus autem abscondit se “ (Jesus aber verbirgt sich), werden Kreuze und heilige Bilder seither verhüllt. Die Passionszeit bringt einen weiteren Entzug des Sehens mit sich. Was das Auge liebt, ist verborgen. Was das Herz liebt, muss im Glauben gesucht werden. Frühere Jahrhunderte kannten das Kreuz oft vor allem als Zeichen des Triumphs. Frühe Kreuze waren häufig ein „ crux gemmata“ , ein juwelenbesetztes Kreuz, strahlend vor Sieg. Die Meditation der Kirche über die Passion vertiefte sich, und so vertieften sich auch ihre Riten. Purpurne Schleier bedeckten Kruzifixe, Statuen und Pietà-Szenen. Der verborgene Christus des Evangeliums findet sein Echo im verborgenen Christus des Heiligtums. Die Heiligen sind mit ihm verborgen, wie die Glieder mit ihrem Haupt. Das Auge wird zum Hungern gebracht. Das Herz wird durch den Verlust bewegt.

Angelus

heute auf dem Petersplatz im Regen.  Hier gehts´zum Original:  klicken

WORTLAUT DER KATECHESE DES HL. VATERS BEIM ANGELUS AM 22. MÄRZ

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

An diesem fünften Fastensonntag wird in der Liturgie das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus verkündet (vgl. Joh 11,1-45).

Auf dem Weg durch die Fastenzeit ist dies ein Zeichen, das vom Sieg Christi über den Tod und vom Geschenk des ewigen Lebens spricht, das wir durch die Taufe empfangen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1265). Jesus sagt heute auch zu uns, wie zu Marta, der Schwester des Lazarus: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25-26).

„Die Liturgie lädt ein, uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen“

So lädt uns die Liturgie ein, in der unmittelbar bevorstehenden Karwoche die Ereignisse der Passion des Herrn – den Einzug in Jerusalem, das Letzte Abendmahl, den Prozess, die Kreuzigung, die Grablegung – in diesem Licht neu zu erleben, um ihren wahrhaftigen Sinn zu erfassen und uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen, das sie in sich bergen.

Denn im auferstandenen Christus, dem Sieger über den Tod, der durch die Gnade der Taufe in uns lebt, finden diese Ereignisse ihre Erfüllung – zu unserem Heil und zur Fülle des Lebens.

Seine Gnade erleuchtet diese Welt, die ständig auf der Suche nach Neuem und nach Veränderung zu sein scheint, selbst wenn dies bedeutet, wichtige Dinge – Zeit, Energie, Werte, Zuneigung – zu opfern, als ob Ruhm, materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen unser Herz erfüllen oder uns unsterblich machen könnten. Dies ist ein Zeichen für das Verlangen nach Unendlichkeit, das jeder von uns in sich trägt, dessen Erfüllung jedoch nicht dem Vergänglichen anvertraut werden kann. Nichts Endliches kann unseren inneren Durst stillen, denn wir sind auf Gott hin geschaffen, und wir finden keinen Frieden, solange wir nicht in ihm ruhen (vgl. Confessiones, I, 1.1).

Gräber des Egoismus 

Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus lädt uns also dazu ein, auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören und mit der Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen von Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen zu befreien, die uns wie Felsbrocken im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen. An diesen Orten gibt es kein Leben, sondern nur Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit.

Auch uns ruft Jesus zu: »Komm heraus!« (Joh 11,43) und spornt uns damit an, durch seine Gnade erneuert aus diesen engen Räumen herauszutreten, um im Licht der Liebe zu wandeln – als neue Frauen und Männer, die nach dem Vorbild seiner unendlichen Liebe fähig sind, ohne Berechnung und ohne Maß zu hoffen und zu lieben.

Die Jungfrau Maria möge uns helfen, diese heiligen Tage so zu leben: mit ihrem Glauben, mit ihrem Vertrauen, mit ihrer Treue, damit sich auch für uns jeden Tag die erleuchtende Erfahrung der Begegnung mit ihrem auferstandenen Sohn erneuert."

Quelle. vaticannews

        

Heute vor 80 Jahren, am 22. März 1946

ist der Bischof von Münster, Kardinal Graf von Galen unmittelbar nach einer Rückkehr aus Rom in Münster gestorben. Daß der als. "Löwe von Münster" bekannte Kirchenmann aus der sicheren Warte der späten Bundesrepublik vorwarfen, er habe nicht genug zum Schutz der Juden getan, spricht nur gegen die Urheber in den warmen Feuilletonstuben, über deren Mut im Angesicht einer Tyrannei nur deren Phantasien Auskunft geben. Vatican-news berichten.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"SYMBOL DES WIDERSTANDS: VOR 80  JAHREN STARB KARDINAL VON GALEN" 

Den Deutschen galt er als Symbolfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Auch für viele Ausländer war er einer der wenigen guten Deutschen der NS-Zeit.

Mit dem Ehrentitel „Löwe von Münster“ ging Kardinal Clemens August von Galen in die Geschichte ein. Vor 80 Jahren, am 22. März 1946, starb der Bischof von Münster - kurz nach der triumphalen Rückkehr von seiner Kardinalsernennung aus Rom.

Jubel und Tod lagen eng beieinander: Am 21. Februar 1946 hatte ihn Papst Pius XII. wegen seiner Haltung während der NS-Zeit zum Kardinal ernannt. Am 16. März kehrte Galen aus Rom zurück. 50.000 Menschen empfingen ihn in seiner Bischofsstadt. Vor der Trümmerlandschaft der Domruine zitierte der Kardinal das Christus-Wort „... und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“.

Verschleppte Blinddarmentzündung


Sechs Tage später erlag der 68-Jährige einer verschleppten Blinddarmentzündung. „Ein Streiter fürs Recht, ein Ritter zwischen Tod und Teufel, ist gestorben.“ So würdigte ihn damals „Die Zeit“. 2005 wurde er seliggesprochen. Erst kürzlich forderte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, eine baldige Heiligsprechung des Kardinals.

Sein Wahlspruch lautete „Nec laudibus nec timore“ (Weder durch Menschenlob noch Menschenfurcht). Allerdings: Am glänzenden Denkmal haben Historiker einige Kratzer ausgemacht: Kritisiert wird insbesondere seine bisweilen autoritäre, die Demokratie ablehnende Haltung und sein Antibolschewismus, der ihn 1941 trotz seiner Kritik am NS-Regime den Russlandfeldzug begrüßen ließ.

Konservativ-katholische Weltanschauung


Galen wurde 1878 als Sohn des Grafen und Reichstagsabgeordneten des Zentrums, Ferdinand von Galen, und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Reichsgräfin von Spee, auf Burg Dinklage im oldenburgischen Münsterland geboren. Fleiß, Traditionsbewusstsein, Obrigkeitshörigkeit und eine konservativ-katholische Weltanschauung - das waren die Werte, die dem elften von 13 Kindern mit in die Wiege gelegt wurden. 

Galens Amtszeit als Bischof fiel beinahe mit der Dauer des Dritten Reiches zusammen. Am 23. Oktober 1933 wurde der 55-Jährige zum Bischof von Münster geweiht. Zuvor war er Pfarrer in Berlin gewesen, aber 1929 vom damaligen Münsteraner Bischof zurück nach Westfalen geholt worden. Dort sollte er als Pfarrer der Münsteraner Stadtkirche Sankt Lamberti den teilweise zur rechtskonservativen DNVP oder sogar zur NSDAP driftenden westfälischen Adel zurückholen.

Anfangs war der national-konservative und den demokratischen Parteien kritisch gegenüberstehene Galen den Nationalsozialisten als Bischof nicht unwillkommen. An seiner Weihe im Dom zu Münster nahmen SA-Formationen mit Hakenkreuzfahnen teil. Für Galen selbst stand die grundsätzliche Rechtmäßigkeit der NS-Regierung außer Zweifel. Doch schon 1934 wandte sich der hochgewachsene Geistliche gegen eine völkisch-rassistische Umdeutung des Christentums und brandmarkte die rassistische und an pseudogermanische Religionsvorstellungen anknüpfende Ideologie des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg.

Staatsfeind und Landesverräter

Spätestens im Sommer 1941 wurde der Bischof in den Augen Hitlers und seines Propagandaministers Joseph Goebbels zum „Staatsfeind“ und „Landesverräter“. In drei Predigten wandte er sich gegen Euthanasie, Nazi-Terror und Willkür. Als einer von wenigen Bischöfen rang er sich zu öffentlichem Protest durch; Abschriften seiner Predigten wurden über Deutschland hinaus und an allen Fronten verbreitet. „Der physischen Übermacht der Gestapo steht jeder deutsche Staatsbürger völlig schutzlos und wehrlos gegenüber“, hieß es darin. 

Am 3. August 1941 prangerte von Galen den organisierten Mord an Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen an und trug damit wohl dazu bei, dass die Nazis das sogenannte Euthanasie-Programm zumindest vorübergehend stark einschränkten: „Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den ,unproduktiven‘ Menschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden.“ Hitler schäumte vor Wut. Doch die Abrechnung glaubte er auf die Zeit nach dem Krieg verschieben zu müssen. Das Rheinland und Westfalen seien für den Krieg abzuschreiben, wenn man aus dem Bischof einen Märtyrer mache. 

Galen wurde von Historikern später auch vorgehalten, er habe in erster Linie für die Rechte der Kirche gekämpft und nichts für die bedrohten Juden getan. Ein Vorwurf allerdings, der außer Acht lässt, dass der Bischof auf bereits geplante öffentliche Proteste verzichtete, weil Juden selbst ihn darum baten. Sie fürchteten, dass die Nazis, wie in den Niederlanden geschehen, dann erst recht zuschlagen würden."

Quelle: vaticannews

Samstag, 21. März 2026

J.S. Bach am Samstag Abend

 Sinfonia in D-Dur,  BWV 249a, 

                   

Die dritte Fastenpredigt

Benedetta Capelli und Stefan von Kempis berichten für vaticannews über die dritte Fstenpredigt, die der päpstliche Hausprediger Roberto Pasolini gestern gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

DRITTE FASTENPREDIGT IM VATIKAN: THEMA DIE EVANGELISIERUNG

Ist Mission noch zeitgemäß, und wenn ja – wie sollte sie durchgeführt werden? Mit diesem Thema beschäftigte sich an diesem Freitag eine Fastenpredigt im Vatikan.

Dabei lauschten Papst Leo  – ein früherer Missionar in Peru – und zahlreiche Vertreter der römischen Kurie dem päpstlichen Hausprediger, dem Kapuziner Roberto Pasolini. Es war seine dritte Fastenpredigt in der laufenden Fastenzeit, und als Schauplatz diente die Audienzhalle im Vatikan.

Pasolini ging von der geistlichen Erfahrung seines Ordensgründers aus, des hl. Franz von Assisi, und destillierte daraus einen vielschichtigen Weg der Evangelisierung: Sich selbst in Demut einbringen. Gleichzeitig bereit sein, sich auf die Sensibilität der anderen einzulassen. Keine Antworten geben, sondern Fragen aufwerfen und einen Dialog in Gang bringen. Und immer bereit sein, in einer „Dynamik der Liebe“ sich auch vom Gegenüber bereichern zu lassen. Auf keinen Fall dürfe die Verkündigung des Evangeliums „aus einer Position der Überlegenheit oder der Kontrolle“ heraus erfolgen, denn dies würde sie verraten.

„Unsere Glaubwürdigkeit entspringt nicht unserer Rolle, sondern einem Leben, das bereit ist, sich auf diese Dynamik der Liebe einzulassen. Das ist es, was Franziskus intuitiv erkannt hat, als er seine Brüder ‚Minoriten‘ nannte: Er gab ihnen keinen Titel, sondern wies ihnen eine konkrete Art und Weise zu, in der Welt zu stehen. Gerade diese Kleinheit, diese gelebte Demut, macht die Verkündigung des Evangeliums fruchtbar.“

                „Das Evangelium nimmt im Leben Gestalt an“

Ausgangspunkt jeder Mission sei „der Wunsch, die Erfahrung des Evangeliums mit anderen zu teilen“. Allerdings könne man nicht gut „von dem sprechen, was noch keine Wurzeln im eigenen Leben geschlagen hat“. Darum muss jeder, der das Evangelium weitertragen will, zunächst an sich selbst arbeiten.

„Christus ist keine Information, die weitergegeben werden muss, sondern ein Geheimnis, das im Menschlichen wohnt und darum bittet, erkannt zu werden, damit es im Leben zum Vorschein kommen kann. Das Evangelium wird nicht wie eine einfache Nachricht vermittelt; es schenkt sich wie ein Leben, das langsam Gestalt annimmt.“

                                                                  Wie eine Geburt

Als Beispiel dafür, wie die Gegenwart Gottes im Herzen des Menschen aufkeimt, bemühte Pasolini die Geburt eines Kindes. „Zuerst nimmt Christus Raum in uns ein, in der Stille, im Gebet, in den täglichen Entscheidungen. Und erst danach kann er nach außen hin sichtbar werden, in der Art und Weise, wie wir mit anderen umgehen.“ Nicht wir selbst seien der Mittelpunkt der Verkündigung, sondern Gott, der durch uns transparent und zugänglich sein wolle für andere. Wichtig sei es in dieser Hinsicht, sein Gegenüber in seiner Menschlichkeit ernstzunehmen und zu schätzen.

„Evangelisieren bedeutet in dieser Perspektive, den anderen – auch ohne etwas zu sagen – zu vermitteln, dass es schön ist, dass sie existieren, dass ihr Leben Wert hat. Nicht, um sie einfach in dem zu bestätigen, was sie sind, sondern um sie dabei zu begleiten, nach und nach die Wahrheit und die Schönheit zu erkennen, die sie in sich tragen, ohne es eilig zu haben, sie auf unsere Vorstellungen hinzuführen.“

                                                         Bloß nicht abstrakt werden

Der Kapuziner hatte noch eine ganze Reihe weiterer Tipps in Sachen Evangelisierung parat: Die Gegenwart Gottes im anderen erkennen, vor allem, und sich ihm mit Respekt nähern. Das seien die wesentlichen Voraussetzungen für einen Dialog. Außerdem: Zuhören – und auf keinen Fall irgendwelche abstrakten Theorien äußern.

„Wenn Worte aus einer realen Erfahrung entstehen, erreichen sie die anderen. Wenn sie hingegen abstrakt und unpersönlich bleiben, überzeugen sie niemanden. Nicht einmal uns, die wir sie aussprechen. Das Evangelium zu verkünden bedeutet, sich dem Leben der anderen mit Respekt zu nähern und anzuerkennen, dass in der Komplexität ihres Lebens bereits eine Suche nach Sinn, nach dem Guten, nach der Wahrheit vorhanden ist. 

                                        Die Verschiedenheit bewahren

Der hl. Franziskus sei am Rand des fünften Kreuzzugs dem ägyptischen Sultan Al-Malik al-Kamil einfach und schutzlos gegenübergetreten. Auf den ersten Blick sei dabei wenig passiert: Der Sultan bekehrte sich nicht, und Franziskus finde nicht das Martyrium, das er gesucht habe. Und dennoch sei diese Begegnung ein Moment des Dialogs und des Wachstums gewesen, aus dem sich noch heute lernen lasse. Franz von Assisi habe nicht versucht, dem Sultan seine eigene Vorstellung aufzuzwingen, sondern er habe sich dem anderen so gestellt, wie er war. Das Wunder bestehe darin, dass zwei Männer mitten im Krieg die Menschlichkeit des anderen entdeckt und sich in Frieden getrennt hätten.

„Das Evangelium verkündet man nicht, um zu siegen, sondern um jemandem zu begegnen. Der andere ist kein Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern eine Schwelle, vor der man innehält und darauf wartet, aufgenommen zu werden. Evangelisieren bedeutet nicht, die Distanz um jeden Preis zu verkürzen, sondern sie zu durchqueren, ohne sie auszulöschen, und den Unterschied als den Raum zu bewahren, in dem Gott weiterhin im Herzen eines jeden wirkt.“

Quelle: B. Capelli, S.v. Kempis, vaticannews

Freitag, 20. März 2026

Audienz

Papst Leo XIV hat heute das Spanische Königspaar in Audienz empfangen

              

Donnerstag, 19. März 2026

Wie Benedetto XVI nach Pordenone kam....ein Fundstück

Stefan Kempis berichtet bei vaticannews über eine Ausstellung in Friaul-Jurisch-Venetien, die Benedikt XVI gewidmet ist, Hier geht´s zum Original  klicken

unter dem Titel:

"WIE BENEDIKT XVI DOCH NOCH NACH PORDENONE KAM"

beginnt der Bericht so- ZITAT

"Es ist so etwas wie eine postume Papstreise: Das Städtchen Pordenone in der nordöstlichen Ecke Italiens lädt derzeit zu einer Begegnung mit Benedikt XVI. ein.. 
Und das, obwohl der deutsche Papst (2005-13 sind seine Regierungsdaten, gestorben ist er Ende 2022) zu Lebzeiten nie in Pordenone war. Nur das 55 km entfernte Aquileia und das 60 km entfernte Venedig hat er 2011 als Papst besucht. Doch davon ließ sich Sandro Sandrin aus Pordenone nicht beirren: Der rührige Kultur- und Eventmanager hatte die Idee zur europaweit ersten Ausstellung über Benedikt. Und er hat den Papst nach Pordenone geholt, ein 52.000-Einwohner-Städtchen in Friaul-Julisch Venetien."
(...)

Quelle: S.v. Kempis, vaticannews

Heiliger Josef bitte für uns!

Stefan von Kempis befaßt sich bei vaticannews heute mit dem Heiligen Josef, dessen Hochfest die Kirche heute feiert. Hier geht´s zum Original:   klicken

"DIE KIRCHE FEIERT DEN GROSSEN SCHWEIGSAMEN" 

Im ganzen Neuen Testament wird kein einziges Wort von ihm überliefert – dabei war er der Bräutigam der Jungfrau Maria und der Nährvater Jesu Christi. An diesem 19. März feiert die Kirche das Hochfest des hl. Josef.

Im Vatikan ist der 19. März ein Feiertag, außerdem in Liechtenstein, Kolumbien und einigen schweizerischen Kantonen. Pius IX. erhob den hl. Josef zum Schutzpatron der Weltkirche. Seit Pius XII. ist auch der 1. Mai ein Festtag des hl. Josef, um auf diese Weise dem „Tag der Arbeit“ eine christliche Note zu verpassen.

Josef stammte nach Angaben der Evangelien aus dem Geschlecht des Königs David und wirkte als Architekt und Baumeister im galiläischen Nazaret. Er zog nach Darstellung des Lukasevangeliums zusammen mit Maria wegen einer Volkszählung nach Betlehem, wo Jesus geboren wurde, und floh anschließend mit ihr und dem Neugeborenen nach Ägypten; von dort kehrte die ganze Familie nach Nazaret zurück. Das letzte Mal wird Josef in der Heiligen Schrift erwähnt, als Maria und er den zwölfjährigen Jesus im Tempel wiederfinden. Über sein weiteres Leben und seinen Tod finden sich in der Bibel keine Angaben. In der westlichen Kirche wird ein Fest des hl. Josef erst um das Jahr 850 erwähnt – und zwar in einem Text von der Insel Reichenau.

„Ein Mensch des suchenden Herzens“

In der Neuzeit hatten viele Päpste eine besondere Verbindung zum hl. Josef. Benedikt XVI. (2005-13) hieß mit bürgerlichem Namen Josef Ratzinger, der hl. Josef war also sein Namenspatron. Für den deutschen Papst war Josef „ein Mensch des suchenden Herzens“. „Vor allem verband der hl. Josef dadurch, dass er dem Stamm Juda angehörte, Jesus mit der Nachkommenschaft Davids, so dass sich die Verheißungen über den Messias verwirklichten und der Sohn der Jungfrau Maria sich tatsächlich »Sohn Davids« nennen kann.“ (Angelus, 19.3.06) Josef war also für den Theologenpapst das missing link, der Garant der Abkommenschaft Jesu von David: ein wichtiges Element für seinen Charakter als Messias.

Eine spezielle Beziehung zum hl. Josef hatte auch Papst Franziskus (2013-25), der an einem 19. März auf dem Petersplatz in sein Amt eingeführt wurde. „In den Evangelien“, so sagte Franziskus in seiner Predigt, „erscheint Josef als ein starker, mutiger, arbeitsamer Mann, aber in seinem Innern zeigt sich eine große Zärtlichkeit, die nicht etwa die Tugend des Schwachen ist, nein, im Gegenteil: Sie deutet auf eine Seelenstärke hin und auf die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit, zu Mitleid, zu wahrer Öffnung für den anderen, zu Liebe.“ (Predigt, 19.3.2013)

„Ein Mensch der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart“

2020 veröffentlichte Franziskus ein ausführliches Schreiben zum hl. Josef. Darin heißt es: „Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe‘ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen.“ (Patris Corde, 8.12.2020)

Was den neuen Papst Leo XIV. betrifft, hat er bei einem Angelusgebet im vergangenen Dezember die Haltung des hl. Josef gewürdigt, der eine „äußerst sensible menschliche Person“ gewesen sei – „schwach und fehlbar wie wir“, aber zugleich „mutig und stark im Glauben“. „Frömmigkeit und Liebe, Barmherzigkeit und Hingabe: Das sind die Tugenden des Mannes aus Nazaret... Es sind wichtige Haltungen, die das Herz zur Begegnung mit Christus und mit den Brüdern und Schwestern erziehen…“ 

Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

Soll sich die Geschichte wiederholen?

Roberto de Mattei hat bei Corrispondenza Romana angesichts einiger Vorkommnisse im aktuellen Krieg im Mittleren Osten eine sehr lesenswerte Lektion zur Geschichte der Insel Zypern veröffentlicht, die nicht nur für Italiener interessant ist, auch wenn der Held dieser Erzählung der Venezianer Marcantonio Bragadino ist. Und am Ende stellt de Mattei eine sehr wichtige Frage.                                  Hier geht´s zum Original:  klicken

           "ZYPERN, GRENZEN DER ERINNERUNG"

Italien befindet sich nicht im Krieg und wird nicht in ihn eintreten “, erklärte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am 11. März vor dem Parlament. „ Italien beteiligt sich nicht am Krieg und wird sich auch in Zukunft nicht daran beteiligen “, bekräftigte Präsident Sergio Mattarella am 13. März in seiner Rede vor dem Obersten Verteidigungsrat im Quirinalspalast.

Man könnte natürlich hinzufügen, dass Italien niemandem formell den Krieg erklärt hat und auch zukünftig nicht erklären wird. Doch der Krieg hat Europa bereits erreicht, als in den ersten Märzwochen wiederholt Raketen und Drohnen die Insel Zypern, einen Mitgliedstaat der Europäischen Union, der auch Italien angehört, trafen. Zwar gibt es britische Militärbasen auf Zypern, doch die Bombardierungen Zyperns haben eine Bedeutung, die weit über die geopolitische Dimension hinausgeht. Zypern ist Teil der Geografie der großen Ausbreitung des Islam im Mittelmeerraum und heute mehr als nur eine Grenze der Europäischen Union. Es ist eine Grenze der Erinnerung.

 Von 1571 bis 1878 gehörte die Insel zum Osmanischen Reich und stand somit drei Jahrhunderte unter islamischer Herrschaft. Zuvor, von 1192 bis 1489, war sie die letzte Bastion der Kreuzfahrer im Mittelmeer. Das Kreuzfahrerkönigreich Zypern wurde 1191 von Richard Löwenherz während des Dritten Kreuzzugs gegründet und anschließend drei Jahrhunderte lang von der Dynastie der Lusignans regiert. Burgen wie jene, die die Berge im Norden der Insel beherrschen, und die großen gotischen Kathedralen von Famagusta zeugten von der christlichen Präsenz im Herzen des Mittelmeers. 1489 trat Katharina von Korinth, die letzte Herrscherin der Insel, sie an die Republik Venedig ab. Für die Muslime hatte die Eroberung Zyperns sowohl strategische als auch symbolische Bedeutung, da sie den letzten vom Islam beherrschten Außenposten des Christentums im Mittelmeer darstellte.

 In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erreichte der Islam dank Suleiman I., genannt „der Prächtige“, den Höhepunkt seiner Ausbreitung vom Roten Meer bis Gibraltar, von Bagdad bis vor die Tore Wiens. 

1566 folgte Suleimans Sohn Suleiman II. auf den Thron, der den 1540 mit Venedig geschlossenen Frieden brach und vermeintliche Ansprüche auf die Insel Zypern geltend machte. Am 28. März 1570 entsandte Suleiman einen Gesandten nach Venedig, um ein Ultimatum zu überbringen: Zypern abzutreten oder Krieg zu erleiden. Das Gespräch zwischen dem Gesandten und dem 78-jährigen Dogen Pietro Loredan dauerte nur wenige Minuten. „ Die Republik wird sich verteidigen, im Vertrauen auf Gottes Hilfe und die Stärke ihrer Waffen “, erklärte der Doge. Venedig rüstete sich zum Krieg gegen die Türken. Papst Pius V. freute sich: Dies bot ihm eine großartige Gelegenheit, seine Vision zu verwirklichen: ein Bündnis christlicher Fürsten gegen den uralten Feind des katholischen Glaubens.

Am 8. März 1570 schrieb der Papst einen bewegenden Brief an König Philipp II. von Spanien: „ Sind wir also nur dazu bestimmt, in dieser Welt Zuschauer einer solch blutigen Tragödie zu sein? Das Reich der Türken hat sich durch unsere Feigheit so sehr ausgedehnt, dass wir ihrer Usurpation nicht mehr entgegentreten können, es sei denn, die christlichen Fürsten unternehmen erhebliche Anstrengungen, vereinen sich gegen den gemeinsamen Feind und stellen sich ihm mit mächtigen Heeren zu Land und zu Wasser entgegen .“ 

Mittwoch, 18. März 2026

Überraschende Wende im Becciu-Prozess

Nico Spuntoni kommentiert bei vaticannews die jüngste Wende im Vatican-Prozess um die Londoner Immobilie. Hier geht´s zum Original: klicken

"ÜBERRASCHUNGS-COUP:  DER BECCIU-PROZESS MUSS  WIEDERHOLT WERDEN"

Das Gerichtsverfahren, das dem sardischen Kardinal die Teilnahme am Konklave kostete, wird neu aufgerollt, nachdem der vatikanische Berufungsgerichtshof das erstinstanzliche Verfahren wegen Nichteinhaltung von Verfahrensvorschriften für nichtig erklärt hat. Die Verteidigung zeigte sich zufrieden,  die Anklagebehörde und insbesondere Alessandro Diddi erlitten jedoch einen Rückschlag.

Im Fall Becciu kam es zu einer dramatischen Wendung. Das Berufungsgericht des Vatikanstaates erklärte gestern das erstinstanzliche Urteil für „im Wesentlichen nichtig“ und ordnete eine Wiederaufnahme des Verfahrens sowie die Vorlage aller Dokumente und Akten der Voruntersuchung an. Dies war für alle überraschend, obwohl ein erneutes Lesen der Worte Leos XIV. bei der Einweihungszeremonie des vatikanischen Tribunals darauf hindeutete, dass sich im vatikanischen Justizsystem tatsächlich etwas veränderte. Prevost hatte erklärt, dass „die Einhaltung der Verfahrensgarantien, die Unparteilichkeit des Richters und die Wirksamkeit des Rechts auf Verteidigung (…) die Bedingungen darstellen, unter denen die Ausübung der richterlichen Funktion besondere Autorität erlangt und zur institutionellen Stabilität beiträgt.“

Genau die Nichteinhaltung der Verfahrenssicherungen und das Fehlen eines wirksamen Verteidigungsrechts veranlassten das Berufungsgericht unter Vorsitz von Monsignore Alejandro Arellano Cedillo, das erstinstanzliche Urteil, das den Kardinal wegen Betrugs und Veruntreuung zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt hatte, für nichtig zu erklären. Neun weitere Angeklagte wurden im Prozess wegen der Veruntreuung von Geldern des Staatssekretariats verurteilt, während sein ehemaliger Sekretär, Monsignore Mauro Carlino, freigesprochen wurde. Carlino muss nun als Einziger nicht vor den vatikanischen Gerichten erscheinen, die anderen müssen sich erneut vor dem Berufungsgericht verantworten. Das Gericht rügt das Amt der Staatsanwaltschaft, das alle Dokumente und Akten der Voruntersuchung bis Ende April ohne Kürzungen oder Auswahlen bei der Geschäftsstelle einreichen muss.  

Das Gericht befand die von der Verteidigung erhobene Einrede der Nichtigkeit für begründet und rügte, dass der Staatsanwalt nicht alle Dokumente und Akten des Verfahrens zugänglich gemacht habe. Die Verteidigung wendet sich auch gegen das Rescriptum ex audientia vom 2. Juli 2019, mit dem Papst Franziskus dem Staatsanwalt weitreichende Ermittlungsbefugnisse einräumte. Dieses Reskriptum sowie drei weitere, in den Folgemonaten erlassene Ad-hoc-Reskripte blieben bis zu ihrer Vorlage vor Gericht am 29. Juni 2021 geheim. Das Gericht entschied zugunsten der Verteidigung, dass die unterlassene Veröffentlichung die Rechtmäßigkeit einiger darauf basierender Ermittlungsdokumente beeinträchtigt habe, und ordnete daher eine Neuverhandlung an.

Ein Triumph für die Verteidigung, eine Niederlage für die Anklagebehörde.und insbesondere wegen des Verhaltens von Alessandro Diddi, einer Schlüsselfigur im erstinstanzlichen Verfahren. Das Gericht gab den beiden Einwänden statt, die den Kern der Argumentation von Geraldina Boni, Professorin für Kanonisches Recht, Kirchenrecht und Geschichte des Kanonischen Rechts an der Universität Bologna, bildeten. In ihrem gemeinsam mit Manuel Ganarin und Alberto Tomer verfassten Buch „  Der Becciu-Prozess“ analysierte  sie kritisch sowohl die unterlassene Einreichung zahlreicher Dokumente als auch die Vertraulichkeit der Reskripta und wertete dies als Verletzung des Rechts auf Verteidigung.

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich die Professorin nicht äußern, zeigte sich aber zufrieden mit dem, was sie als „Sieg der Gerechtigkeit“ betrachtet. Diese Zufriedenheit teilen auch Beccius Anwälte, Fabio Viglione und Maria Concetta Marzo, die in allen Belangen obsiegten und miterlebten, wie das Gericht die mehrfach vorgebrachten Einwände anerkannte, unter anderem bereits im erstinstanzlichen Verfahren.

Nun beschränkt sich das Berufungsgericht nicht mehr auf die Prüfung der Berufung der Verteidigung, sondern wird den Fall unter Bedingungen neu verhandeln, die sich nach der durch die Rescripta gekennzeichneten „außergewöhnlichen“ Phase objektiv wieder normalisiert haben . Die Anerkennung des Verstoßes gegen das Recht auf ein faires Verfahren durch das Berufungsgericht erinnert an den Leitartikel von Andrea Tornielli in den vatikanischen Medien vom 30. Oktober 2024, in dem er die Gründe für das erstinstanzliche Urteil verteidigte. Der Leiter der Redaktion des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls sprach von einem  fairen Verfahren und Transparenz .

Heute urteilte ein Gericht im Vatikan, dass der Prozess unfair und intransparent verlaufen sei, da das Reskript vom 2. Juli 2019 nicht veröffentlicht und nicht alle Dokumente den Angeklagten und ihren Verteidigern zugänglich gemacht worden seien. Wird Tornielli zu dem gestrigen Urteil einen neuen Leitartikel verfassen? "

Quelle: N. Spuntoni, LNBQ