in Äquatorialafrika
Dienstag, 21. April 2026
Heute , am 21. April 2026
feiert Rom Geburtstag: den 2273. Tanti auguri Roma!
Rom, glückliche Stadt, unbesiegbar und ewig!
“Roma, città fortunata, invincibile e eterna.”
— VentagliDiParole (@VentagliP)
Tito Livio#Apertura2026 dei #VentagliDiParole 21/4 nel giorno della fondazione di Roma, avvenuta, secondo Marco Terrenzio Varrone, il 21 aprile del 753 a.C. a opera di Romolo pic.twitter.com/sHunuZIbLz
Montag, 20. April 2026
Offener Brief an einen Kardinal
George Weigel hat einen Offenen Brief an Kardinal Jean-Claude Hollerich zu dessen umstrittenen Theen zur Frauenordination verfaßt und bei First Things veröffentlicht. Hier geht´s zum Original: klicken
"Eure Eminenz:
In einem kürzlich auf einer großen deutschen katholischen Website veröffentlichten Artikel deuteten Sie an, dass die Frage, ob die Kirche Frauen ordinieren darf, noch nicht endgültig geklärt sei: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Kirche langfristig bestehen kann, wenn die Hälfte der Gläubigen leidet, weil sie keinen Zugang zum geistlichen Dienst hat.“ Abgesehen von der Frage, was und wie dieses Leid durch die altehrwürdige Praxis der Kirche, nur Männer zum Priesteramt zu berufen, verursacht wird, wirft Ihre Formulierung Fragen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf.
Wollen Sie etwa andeuten, dass das katholische Verständnis der Priesterweihe seit zwei Jahrtausenden grundsätzlich fehlerhaft ist? Wie ließe sich eine solche Vorstellung mit dem Versprechen des Herrn vereinbaren, seine Kirche durch die ständige Ausgießung des Heiligen Geistes in der Wahrheit zu bewahren (Joh 15,16; 16,13)? Die Frage, wer zur Priesterweihe zugelassen werden kann, wurde nie als nebensächliche Angelegenheit der kirchlichen Disziplin verstanden; sie betrifft vielmehr das Wesen des geweihten Amtes selbst, das ein konstitutiver Bestandteil der Struktur der Kirche ist – und die Kirche ist Christi Schöpfung, nicht unsere. Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden? Oder hat Christus sich bei der Gestaltung der Kirche und ihres geweihten Amtes, wie sie seit zwei Jahrtausenden bestehen, geirrt?
Was Ihre Unfähigkeit betrifft, sich eine Zukunft der Kirche ohne Frauenweihe vorzustellen: Deutet das nicht auf ein recht klerikalistisches Verständnis des Reiches Gottes hin, das wir heute erleben (Markus 1,15)? Wenn das Reich Gottes während der Zeit des Herrn unter uns in die Geschichte einbrach und dieses Einbrechen mit seiner Verheißung des ewigen Lebens die Realität ist, in der wir heute leben (so oft wir es auch vergessen mögen), wie kann dann „die Hälfte des Volkes Gottes“ von der Fülle des Lebens im Heiligen Geist ausgeschlossen sein? Und was sagt Ihre Zukunftsangst über Ihr Verständnis des Einbrechens des Reiches Gottes in der Vergangenheit aus? War die Gottesmutter etwa vom Leben in der Fülle des Reiches Gottes ausgeschlossen, das ihr Sohn verkündete, weil er sie nicht zur Priesterweihe berief? Waren Katharina von Siena, Teresa von Ávila und Edith Stein allesamt Schutzheilige Europas? War Ihre Mutter es? Meine?
Und dann ist da die Gegenwart. Die katholische Kirche nimmt die göttliche Offenbarung ernst. Das bedeutet, dass Gottes Schöpfung des Menschen als Mann und Frau – als gleichberechtigte, unverwechselbare und einander ergänzende Menschen – nicht einfach ein Werk des Schöpfers durch die Mechanismen der Evolutionsbiologie war. Genesis 1,27 – „Als Mann und Frau schuf er sie“ – ist keine bloße Beschreibung; sie offenbart tiefe Wahrheiten, die dem Menschsein innewohnen. Deshalb kann und will die katholische Kirche die spätmoderne und postmoderne Vorstellung einer geschlechtsneutralen Menschheit, in der Mann und Frau auf unterschiedliche Geschlechtsmerkmale reduziert werden, nicht akzeptieren.
Im fünften Kapitel des Briefes an die Epheser beschreibt der heilige Paulus die Beziehung des Herrn zu seiner Kirche als bräutlich: „Der Herr liebt die Kirche, wie ein Mann seine Frau liebt.“ Der geweihte Priester, wie ihn die katholische Kirche versteht, verkörpert diese bräutliche Beziehung Christi zur Kirche. Priester sind nicht bloß Mitglieder einer klerikalen Kaste, die zur Ausübung bestimmter kirchlicher Funktionen befugt sind. Vielmehr ist der geweihte Priester ein Abbild Christi, des Hohenpriesters, des Bräutigams der Kirche.
Für Kulturen, die auf Geschlechterrollen setzen, ist diese Vorstellung schwer zu begreifen. Dasselbe gilt für Kulturen, die sich vorstellen, dass zwei Männer oder zwei Frauen einander „heiraten“ können. Doch die Kirche ist nicht verpflichtet, sich den Verwirrungen irgendeiner Kultur zu beugen. Und sie kann diesen Verwirrungen gewiss nicht ihre Überzeugung opfern, dass Gott wichtige Wahrheiten über unser Menschsein offenbart hat, als der Heilige Geist den Verfasser von Genesis 1,27 inspirierte und als derselbe Geist den heiligen Paulus zum Schreiben des Epheserbriefs 5 inspirierte.
Der heilige Paulus beschrieb diese eheliche Beziehung Christi zur Kirche, die für das Verständnis der katholischen Kirche hinsichtlich der Berufung zum Priestertum von entscheidender Bedeutung ist, als ein „großes Geheimnis“ – eine tiefe Glaubenswahrheit, die sich nur in Liebe erfassen lässt, so sorgfältig wir uns auch bemühen, sie intellektuell zu verstehen. Erlauben Sie mir den Vorschlag, Eminenz, dass die Hirten der Kirche weitere Verwirrung (und jegliches Leid, das durch diese Verwirrung entsteht) vermeiden sollten, indem sie Gottes Volk helfen, die Geheimnisse des Glaubens in Liebe anzunehmen, anstatt zu behaupten, dass das, was durch göttliche Offenbarung und die maßgebliche Lehre der Kirche (im Apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis von 1994 ) geklärt wurde, in Wirklichkeit nicht endgültig geklärt sei.
In der Gemeinschaft des österlichen Glaubens verbunden –
George Weigel
Quelle: G.Weigel, First things
Weiterflug nach Saurimo /Angola
und Besuch in einem Altenheim.
Sonntag, 19. April 2026
Rosenkranzgebet II
Silvia Kritzenberger berichtet für vaticannews - hier geht´s zum Original: klicken
PAPST IN ANGOLA: "DIE LIEBE MUSS TRIUMPHIEREN, NICHT DER KRIEG"
Mit einem Rosenkranzgebet im Marienwallfahrtsort „Mamā Muxima“ hat Papst Leo den achten Tag seiner 11-tägigen Apostolischen Reise auf den afrikanischen Kontinent ausklingen lassen. In seiner Ansprache vor mehr als 30.000 Anwesenden rief das katholische Kirchenoberhaupt zum Bau einer „besseren Welt auf, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt.“
„Mamā Muxima“ ist einer der meistfrequentierten christlichen Pilgerorte südlich der Sahara; ein Papst war allerdings bisher noch nie hierhergekommen. Kein Wunder also, dass der Gast aus Rom vor der Wallfahrtskirche von einer begeisterten Menschenmenge und fröhlichen Gesängen empfangen wurde. Das Heiligtum Mamā Muxima – was in der im Norden Angolas am häufigsten gesprochenen Sprache Kimbundu „Mutter des Herzens“ bedeutet – wurde im 17. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut. Fast 300 Jahre lang war dieser Ort ein Treffpunkt für Sklaven, die an die Küste gebracht wurden, um ihre Reise ohne Wiederkehr auf den amerikanischen Kontinent anzutreten. Heute finden hier jedes Jahr von August bis September nationale Wallfahrten statt, an denen Tausende von Menschen teilnehmen.
Vertreter der örtlichen Jugend und Mitglieder der Legion Mariens rezitierten in verschiedenen Sprachen die fünf Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes. Zwischendurch wurde Maria immer wieder um Fürsprache für die Menschen dieses geplagten Landes gebeten: junge Studenten, Arbeitslose und Gefangene, „die Kinder Angolas, deren Rechte oft missachtet werden, damit auch sie, wie das Jesuskind, in Gnade und Heiligkeit wachsen“, Familien und Ordensleute. Und es wurde auch darum gebetet, dass „die Muttergottes von Muxima Papst Leo XIV. ihre mütterliche Gegenwart spüren lasse, ihn in das unermessliche Licht Gottes einhülle und ihn in ihrem Unbefleckten Herzen bewahre.
Mamā Muxima: Mutter des Herzens
„Wir befinden uns in einem Heiligtum, in dem seit Jahrhunderten so viele Männer und Frauen gebetet haben, in freudigen Momenten, aber auch in traurigen und sehr schmerzlichen Zeiten der Geschichte dieses Landes,“ stellte Papst Leo in seiner Ansprache am Ende des Rosenkranzgebets fest. „Hier setzt sich Mamā Muxima seit langem im Verborgenen dafür ein, das Herz der Kirche lebendig und pulsierend zu erhalten, ein Herz, das aus Herzen besteht: aus euren Herzen und denen so vieler Menschen, die lieben, beten, feiern, weinen.“
Den Nächsten lieben mit einem mütterlichen Herzen
Maria, die „Mutter des Herzens“, höre also allen zu, nehme alle auf und bete für alle. Die Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse lasse uns in einer Liebe wachsen, die der Liebe Marias gleiche, betonte der Papst. Und das nehme auch uns in die Pflicht, jeden Menschen mit mütterlichem Herzen zu lieben und uns für das Wohl der anderen einzusetzen, vor allem der Ärmsten.
„Eine Mutter liebt ihre Kinder, auch wenn sie sich voneinander unterscheiden, alle gleichermaßen und von ganzem Herzen,“ so Papst Leo. „Auch wir wollen vor der Mutter unseres Herzens versprechen, dasselbe zu tun, indem wir uns unermüdlich dafür einsetzen, dass es niemandem an Liebe mangelt und damit auch nicht an dem, was notwendig ist, um in Würde zu leben und glücklich zu sein: damit die Hungrigen zu essen haben, damit alle Kranken die notwendige Pflege erhalten, damit den Kindern eine angemessene Bildung garantiert wird, damit die Älteren ihre Jahre in Ruhe genießen können. An all diese Dinge denkt eine Mutter. An all diese Dinge denkt Maria, und sie lädt auch uns ein, mit ihr für andere zu sorgen.“
Der Auftrag an die jungen Menschen: Aufbau einer Welt, in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen inspirieren
Die Muttergottes bitte uns also, „wie sie Gerechtigkeit und Frieden zu stiften.“ Und dieser Auftrag richte sich besonders an die jungen Menschen.
„Auch euch vertraut die Mutter des Himmels nämlich ein großes Projekt an: das einer besseren, gastfreundlichen Welt, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt, und in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen, Strukturen und Programme zum Wohl aller immer mehr inspirieren und prägen.“
„Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg!“
Frieden ist also kein fernes Ideal. Er wächst überall dort, wo Menschen lieben, handeln, Verantwortung füreinander übernehmen.
Foto: Vatican Media
„Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg! Das lehrt uns das Herz Mariens, das Herz der Mutter aller. Machen wir uns also von diesem Heiligtum aus auf den Weg, als „Engel-Boten“ des Lebens, um allen die Liebkosung Mariens und den Segen Gottes zu bringen,“ so der abschließende Appell von Papst Leo beim Rosenkranzgebet in Angola."
Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews
Heute vor 21 Jahren...
am 19. April 2005 ging Kardinal Joseph Ratzinger als Papst Benedik XVI aus dem Konklave hervor.
Wortlaut der Predigt
veröffentlicht von vaticannews: klicken
" Liebe Brüder und Schwestern",
"mit dankbarem Herzen feiere ich die Eucharistie in eurer Mitte. Ich danke Gott für dieses Geschenk und euch für den festlichen Empfang!
An diesem dritten Sonntag der Osterzeit hat der Herr durch das Evangelium von den Jüngern von Emmaus zu uns gesprochen (vgl. Lk 24,13–35). Lassen wir uns von diesem Wort des Lebens erleuchten.
Zwei Jünger des Herrn brechen mit verwundeten und traurigen Herzen von Jerusalem auf, um in ihr Dorf Emmaus zurückzukehren. Sie haben den Tod jenes Jesus gesehen, auf den sie vertraut hatten und dem sie gefolgt waren, und nun kehren sie enttäuscht und niedergeschlagen in ihre Häuser zurück. Unterwegs »unterhielten sie sich miteinander über alles, was geschehen war« (V. 14). Sie haben das Bedürfnis darüber zu sprechen, sich noch einmal zu erzählen, was sie gesehen haben, das Erlebte zu teilen – freilich auf die Gefahr hin, im Schmerz gefangen zu bleiben und sich der Hoffnung zu verschließen.
„Dieses wunderschöne und doch so verwundete Land, das nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit hungert und dürstet“
Brüder und Schwestern, in dieser einleitenden Begebenheit aus dem Evangelium sehe ich die Geschichte Angolas widergespiegelt, dieses wunderschönen und doch so verwundeten Landes, das nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit hungert und dürstet. Tatsächlich erinnert das Gespräch der beiden Jünger auf dem Weg, die mit Betrübnis an das denken, was ihrem Meister widerfahren ist, an das Leid, das euer Land gezeichnet hat: einen langen Bürgerkrieg mit seinen Nachwirkungen in Form von Zwietracht und Spaltung, Verschwendung von Ressourcen und Armut.
Wenn man lange Zeit in eine Geschichte eingetaucht ist, die so sehr von Schmerz geprägt ist, läuft man Gefahr, das Gleiche zu erleben wie die beiden Jünger von Emmaus: die Hoffnung zu verlieren und von Entmutigung gelähmt zu bleiben. Sie gehen zwar weiter, doch sind sie noch immer in den Ereignissen von vor drei Tagen gefangen, als sie Jesus sterben sahen; sie unterhalten sich miteinander, doch ohne auf einen Ausweg zu hoffen; sie sprechen noch immer von dem, was geschehen ist, mit der Mühe derer, die weder wissen, wie sie neu beginnen sollen, noch ob dies überhaupt möglich ist.
„Die Bruchstücke der Geschichte wieder zusammenfügen und über den Schmerz hinausschauen“
Meine Lieben, die Frohe Botschaft des Herrn ist auch heute für uns genau diese: Er lebt, er ist auferstanden und geht an unserer Seite, während wir den Weg des Leidens und der Bitterkeit beschreiten; dabei öffnet er uns die Augen, damit wir sein Wirken erkennen können, und schenkt uns die Gnade, neu anzufangen und wieder an der Zukunft zu arbeiten.
Der Herr gesellt sich zu den beiden enttäuschten und kaum hoffenden Jüngern und hilft ihnen als ihr Wegbegleiter, die Bruchstücke dieser Geschichte wieder zusammenzufügen, über den Schmerz hinauszuschauen und zu entdecken, dass sie auf ihrem Weg nicht allein sind und dass eine Zukunft auf sie wartet, in der der Gott der Liebe noch immer wohnt. Und als er bei ihnen am Abend verweilt, sich zu Tisch setzt und das Brot bricht, »da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn« (V. 31).
So ist auch für uns, für euch, liebe angolanische Brüder und Schwestern, der Weg zum Neuanfang vorgezeichnet: einerseits die Gewissheit, dass der Herr uns begleitet und Erbarmen mit uns hat, andererseits der Einsatz, den er von uns verlangt.
„Magische und abergläubische Elemente sind dem geistlichen Weg nicht förderlich“
Die Gemeinschaft mit dem Herrn erfahren wir vor allem in der Beziehung zu ihm, im Gebet, im Hören auf sein Wort, das unser Herz wie das der beiden Jünger entflammt, und vor allem in der Feier der Eucharistie. Hier begegnen wir Gott. Deshalb gilt es stets, jene Formen traditioneller Religiosität wachsam im Auge zu behalten, die zwar zweifellos zu den Wurzeln eurer Kultur gehören, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die dem geistlichen Weg nicht förderlich sind. Bleibt den Lehren der Kirche treu, vertraut euren Hirten und richtet euren Blick fest auf Jesus, der sich insbesondere im Wort und in der Eucharistie offenbart. In beidem erfahren wir, dass der auferstandene Herr an unserer Seite wandelt, und vereint mit ihm überwinden auch wir den Tod, der uns bedrängt, und leben als Auferstandene.
In illo tempore
Fr. John Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken
"IN ILLO TEMPORE: SONNTAG DES GUTEN HIRTEN- ZWEITER SONNTAG NACH OSTERN"
Der zweite Sonntag nach Ostern im traditionellen römischen Ritus wird Sonntag des Guten Hirten genannt. Dieser Beiname ist wohlverdient. Das Evangelium präsentiert Christi Rede in Johannes 10, der erste Petrusbrief enthält die Geschichte vom leidenden Knecht Jesajas, und die römische Station war in der Antike der Petersdom auf dem Vatikanischen Hügel, am Grab des ersten und wichtigsten Schafhirten . Die Messe ist von einem einzigen Bild durchdrungen, das jedoch vielschichtiger und tiefgründiger ist, als es sentimentale Frömmigkeit gewöhnlich zulässt. Christus ist der Gute Hirte. Er kennt seine Schafe. Er ruft sie. Er sucht sie. Er sammelt sie. Er gibt sein Leben für sie. Er ist auch, in den eindringlichen Worten des Petrus, der Hirte und Bischof eurer Seelen.
Der Titel aus 1 Petrus 2,25 verdient Beachtung. Petrus schreibt an Christen, die in Kleinasien verfolgt werden und dem Feuer ausgesetzt sind. Er stellt ihnen das Leiden Christi nicht bloß als fernes Objekt der Bewunderung vor Augen, sondern als Vorbild, dem sie selbst nacheifern.
„Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat und euch ein Beispiel hinterlassen hat, damit ihr seinen Spuren folgt“ (V. 21).
Die christliche Berufung hat je nach Lebensstand viele Formen, doch allen zugrunde liegt ein einziger, universeller Ruf: dem Herrn auch im Leiden zu folgen. Dies ist kein zufälliges Anhängsel der Jüngerschaft, keine unglückliche Begleiterscheinung der Religion. Petrus sagt: „Dazu seid ihr berufen.“ Der Jünger folgt dem Meister, wohin der Meister auch geht, so wie Schafe dem Hirten folgen.
Petri Bezugnahme auf Jesaja 53 vertieft diesen Gedanken. Christi Leiden ist unschuldiges Leiden. „Er hat keine Sünde getan, kein Betrug war auf seinen Lippen“ (V. 22). Der leidende Knecht „tat seinen Mund nicht auf“; „kein Betrug war in seinem Mund“; „durch seine Wunden sind wir geheilt“. Petrus zieht diese Parallelen zur Passion Christi und überträgt sie dann auf das Leben der Christen. Leiden an sich ist der Menschheit gemein. Petrus spricht vom Leiden als Christ, vom Leiden in Gemeinschaft mit Christus, vom Leiden, das mit Unschuld, Geduld und Nächstenliebe ertragen werden kann. Es gibt Leiden, das entsteht, weil Menschen Böses tun und dafür bestraft werden. Petrus hat kein Interesse daran, dies zu verherrlichen. An anderer Stelle sagt er: „Keiner von euch soll als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder Unruhestifter leiden“ (1 Petrus 4,15). Doch: „Wenn jemand als Christ leidet, soll er sich nicht schämen, sondern Gott unter diesem Namen verherrlichen.“ Diese Unterscheidung ist wichtig. Christliches Leiden ist nicht bloßer Schmerz. Es ist Leiden, das in Christi gehorsames Opfer einbezogen ist.
Deshalb gehören das Bild des Hirten und das Kreuz zusammen. Im Evangelium sagt der Herr: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.“ Er sagt dies zu Menschen, die die Heilige Schrift kannten. Sie kannten Psalm 23 (in der Vulgata Psalm 22): „Der Herr ist mein Hirte.“ Sie kannten Hesekiel 34 mit seiner scharfen Anklage gegen falsche Hirten, die sich selbst ernährten und die Herde zerstreuten. Sie wussten, dass Gott verheißen hatte, selbst zu kommen, seine Schafe selbst zu suchen, sie selbst zu erretten und zugleich „meinen Knecht David“ über sie zu setzen. Wenn Christus also sagt: „Ich bin der gute Hirte“, beansprucht er mehr als nur seelsorgerische Fürsorge. Er stellt sich in die Reihe der göttlichen Verheißungen. Der kommende Hirte sollte nicht einfach ein weiterer religiöser Führer unter vielen sein. Er sollte der davidische Hirte sein und, in der vollen Kraft Hesekiels, Gott mit seinem Volk.
Der Kontrast zum Mietling verdeutlicht alles. Der Mietling flieht, weil die Schafe ihm nicht wirklich gehören. Er hat keine innere Bindung zu ihnen. Er kalkuliert Risiken. Er stellt sich selbst über die Herde. Christus hingegen sagt: „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne“ (Johannes 10,14-15). Das ist eine gewaltige Steigerung des Begriffs „erkennen“. Es ist nicht bloße Erkenntnis, nicht nur die oberflächliche Kenntnis eines Hirten. Der Sohn kennt den Vater in der ewigen Vertrautheit von Liebe und Selbsthingabe. Christus stellt die Herde in den Glanz dieser Beziehung. Die Herde kennt ihn, weil die Gnade ein echtes Band geschaffen hat. Die Schafe hören seine Stimme, folgen ihm und werden in dieser Nachfolge zur Einheit geführt. „Es wird eine Herde und ein Hirte sein“ (Johannes 10,16).