Dienstag, 10. Mai 2022

Christliche Kunst

 ´Der Apostel Matthäus ,    Duccio Buoninsegna.  1311

Papst Franziskus & die Liturgie . Gleichgültigkeit oder Programm?

M. Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae die Überlegungen von Giovanni Formicula zur Einstellung von Papst Franziskus zur Liturgie und hat einiges zu entgegnen. 
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"FORMICULA. MACHEN WIR UNS NICHTS VOR, WAS DIE LITURGIE BETRIFFT, HAT DER PAPST SICH ENTSCHIEDEN. GEGEN DIE ALTE MESSE."

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, es scheint angebracht, Sie auf diesen Brief aufmerksam zu machen, den der Anwalt Giovanni Formicola an eine Gruppe von Freunden geschickt hat, mit denen wir uns über die gegenwärtige Situation der Kirche und der Welt austauschen. Viel Spaß beim Lesen.

"Der Wanderer" (Caminante) ist das Pseudonym eines argentinischen Professors von ausgezeichneter Ruf, der regelmäßig – in Italien vor allem dank "Duc in altum" von Aldo Maria Valli, der sie übersetzt und veröffentlicht – erhellende Überlegungen zum Zustand der Kirche, insbesondere im Hinblick auf ihre höchste Ebene, anstellt.

In jüngster Zeit hat er jedoch über die problematischen Meinungen des Herrschers zur Liturgie geschrieben und argumentiert, daß der sich nicht allzu sehr dafür interessiere, ja daß er sie aus der jesuitischen Tradition im Grunde für keine allzu wichtige Frage halte, daß er daher in Wirklichkeit kein militanter Progressiver in der Sache sei, so daß es sinnvoller wäre, mit ihm zu "sprechen", anstatt ihn zu kritisieren und mit ihm über die liturgische Frage zu polemisieren. Diese wesentliche Gleichgültigkeit zu nutzen, wie es die Piusbruderschaft getan hat, die in der Tat die ausdrückliche Befreiung von der im Wesentlichen interdiktiven Disziplin der gregorianischen Feier erhalten hat, die mit dem motu proprio Traditionis custodes (TC) eingeführt wurde und die eher die Frucht anderer Autoren wäre. Instinktiv wollte ich antworten und schrieb an Duc in altum, wo ich seine beiden Texte gelesen habe.  (https://www.aldomariavalli. de/2022/04/03/in-margine-a-due-celebrazioni-di-francesco/; https://www.aldomariavalli.it/ 2022/05/04/bergoglio-e-la-liturgia-piu-che-progressista-disinteressato/).

Ich habe ganz einfach beobachtet, daß

a) "Gleichgültigkeit", d.h. der Mangel an liturgischer Sensibilität, genau und just das ist, worin der radikale Progressivismus in dieser Angelegenheit besteht, der den gregorianischen Ritus und seine genauen ("starren") Rubriken ablehnt, die sich der Zeit und der Geschichte widersetzen, weil sie nicht modern sind, Kreativität, Phantasie und Protagonismus des "Präsidenten der Versammlung" nicht "befreien", den "Formalismus" erzwingen und die Substanz der angeblichen Beteiligung des Volkes aus den Augen verlieren. Vor allem widersetzen sie sich dem "Dialog" mit den "getrennten Brüdern" und mit der soziologischen Realität der Welt und ihrer Mentalität: das ist Jorge Mario Bergoglio;

b. die Befreiung der FSSP von der repressiven Disziplin der TC ist ein typisch jesuitischer Schritt, das heißt, listig (rectius, schelmisch): Auf der einen Seite erhöht sie die Anzahl seiner plauditores interecclesiali (oder fast), auch wenn sie aus seinem Sektor kommt (aber diejenigen sind, die sich im Hinblick auf die Zukunft sehr wohl hüten werden, zu kritisieren); Auf der anderen Seite sagt er: "DAS  gilt nur für sie, und BASTA!", was ihre Marginalität unterstreicht. Meiner Meinung nach ist es sicherlich nicht die Wirkung einer Form liturgischer Laxheit aus Gleichgültigkeit (und wegen der guten Manieren der FSSP), von der auch andere profitieren könnten.

Aber ich hätte es vorgezogen, das nicht zu sagen, weil ich nicht gerne mit den Guten streite – oder auch nur argumentiere. Gestern jedoch hat Jorge Mario Bergoglios Rede vor den Lehrern und Schülern des Päpstlichen Liturgieinstituts (https://www.vatican.va/ content/ francesco/ it/events/ event.dir.html/ content/vaticanevents/it/2022/5/7/pont-istituto-liturgico.html) den berühmten Stier bei den ebenso berühmten Hörnern gepackt und daher ist es sinnlos, sich der Stimme zu enthalten. Er denkt an "vorwärts gehen" und "rückwärts gehen", eine Figur des extremen Progressivismus, und vor allem spricht er vom "Geruch des Teufels" dort, wo der gregorianische Ritus gefeiert wird, den er für spaltend hält, gegen die Kirche und gegen das Konzil (immer DAS) gerichtet, wie er sagt. Abgesehen von der "Gleichgültigkeit": Er weiß sehr wohl, daß das Spiel mit der Liturgie zu  Hauptschlachtfeldern der Moderne gehört. Und er hat ohne Zweifel sein Spezialgebiet entschlossen gewählt."

Gesundheit für Sie
in J. et M.

M. Tosatti

Quelle: M.Tosatti, Stilum Curiae

Montag, 9. Mai 2022

Musik am Abend

 Frescobaldi   "Se l´aura spira..."

            

Papst Franziskus und die liturgische Tradition

Peter Kwasniewski hat einen Artikel von Clemens V. Oldendorf für kathnet verfaßten Kommentar zur Papstrede von 7. Mai übersetzt und bei Rorate Caeli veröffentlicht. 
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"PAPST FRANZISKUS BELEIDIGT DIE LITURGISCHE TRADITION UND LEBT VON IHR: ZUR REDE VOM 7. MAI" 

Am 7. Mai 2022 hat Papst Franziskus die Fakultät und Studenten des Römischen Sant´Anselmo Instituts der Benediktiner in Audienz empfangen. In seiner Rede warnte er vor "liturgischem Formalismus" der darin besteht "zu Formen und Formalität zurückzukehren". Der Hl. Vater sprach diese Haltung denen zu , die versuchen in die Vergangenheit zurückzukehren" und die er oft beschuldigt, das II.Vaticanische Konzil schlicht zu verleugnen. Wörtlich sagte der Papst: "Dort [in solchen Gemeinschaften] wird die Liturgie zu einer Vorstellung, einer Sache ohne Leben, ohne Freude:" Dementsprechend reduzieren sie die Liturgie auf ein nützliches Instrument um die "Tradition zu bewahren".

Das Statement erhält eine besonders schmerzliche Note vor dem Hintergrund, daß wenige Tage zuvor, am 4. Mai, eine Gruppe französischer Priestermütter, deren Söhne Gemeinden angehören, die die traditionelle Liturgie praktizieren und diese als Quelle ihres Glauben, ihrer Berufung und Spiritualität, erleben, zu Fuß nach einer Pilgerreise, die von Paris (!) ausging, nach Rom gekommen waren, um beim Papst eine größere Sensibilität und Verständnis für die Sorge aller Traditionsliebenden zu wecken. Die Pilgergruppe war vom Heiligen Vater auf dem Petersplatz namentlich empfangen worden, ohne jedoch auf das Motiv der Wallfahrt einzugehen, dem Papst zu vermitteln, daß das von ihm immer wieder gezeichnete Bild für die große Mehrheit der Traditionalisten nicht repräsentativ ist.

Richtigerweise sagte der Papst am vergangenen Samstag, daß "die Liturgie niemandem gehört“. Er vergaß zu erwähnen, daß dazu die Kirche und letztlich die Bischöfe und Päpste selbst gehören. Die Liturgie ist sowohl ein Geschenk an die Kirche als auch eine Vorschrift. Der Papst wiederholte seinen Refrain über die "selbstbezogene Mentalität“ traditionsliebender Katholiken, die ausdrücklich in Union und Einheit mit dem Stuhl Petri und den Ortsbischöfen sein wollen.

Es ist nur allzu offensichtlich, daß die eigene Engstirnigkeit von Papst Franziskus, die aus der Mentalität der unmittelbaren nachkonziliaren Zeit stammt, zu einem fast absoluten Unverständnis für die Beweggründe der an die Tradition gebundenen Gläubigen führt. Auch die punktuellen Zugeständnisse, mit denen Papst Franziskus die Priesterbruderschaft St. Petrus zumindest intern relativ weitgehend von den Bestimmungen seines Dekrets Traditionis Custodes ausgenommen hat, können darüber nicht hinwegtäuschen, und diese Bruderschaft selbst sollte sich deswegen keinen Illusionen hingeben.

Mit seinen immer wiederkehrenden Unterstellungen zu Lasten traditionsorientierter Gläubiger und Priester, die auf jede andere Gruppe in der Kirche angewandt sofort als böswillige Stichelei und Schikane wahrgenommen und bezeichnet würden, provoziert der Papst genau diese Missverständnisse und distanziert sich von der Weltkirche, die sein Konstrukt des typischen Traditionalisten ausmachen. Diese Strategie möchte man dem Heiligen Vater keinesfalls unterstellen, aber wenn sich herausstellen sollte, daß er das vorsätzlich tut, stünde sie in eklatantem und diametralem Widerspruch zu dem "petrinischen Dienst an der Einheit“, auf den sich Franziskus in Traditionis Custodes ausdrücklich bezogen hat."

Quelle: P.Kwasniewski, C.V. Oldendorf,, kathnet, Rorate Caeli

Fr. Hunwicke spricht...

liturgicalnotes an ihrem heutigen Geburtstag über Sophie Scholl und empfiehlt sie allen als Vorbild.         

                                    "SOPHIE SCHOLL"

Heute war der Geburtstag von Sophie Scholl, die unter dem Regime derDeutschen Nationalsozialisten wegen Hochverrats hingerichtet worden ist. Sie humpelte auf Krücken zur Goullotine, da man ihr während der Verhöre ein Bein gebrochen hatte.
Ich bete und bitte darum, daß jeder Leser dieses Blogs aus ganzem Herzen und mutig ein Hochverräter des Zeitgeistes unserer Epoche sein möge.
Wenn solche Hochverräter vor die allesamt so überaus vornehmen Richter gestellt werden, die sich in jeder Epoche für die finsteren Pläne des ewigen Zeitgeistes stark machen, hoffe und bete ich, daß sie ebenso tapfer sind wie Sophie vor Roland Freisler.
Ja, das ist wirklich ein Beispiel von Parrhesia

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Papst Franziskus und die Medien, Religion als Kultur...

In seiner heutigen Kolumne in Monday in the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die Medienpräsenz des amtierenden Papstes und die Gefahren die 

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"PAPST FRANZISKUS, DIE HERAUSFORDERUNG RELIGION NICHT AUF KULTUR ZU REDUZIEREN"

Papst Franziskus ist während der Osterzeit in zwei Sendungen des Italienischen Staatsfernsehen RAI erschienen. Die erste "A Sua Immagine" ist eine historische Sendung, die gemeinsaam mit der Italienischen Bischofskonferenz gemacht wird und zu dem auch Papst Franziskus´ sonntäglicher Angelus gehört. Die zweite "I volti dei Vangeli" (Die Gesichter der Evangelien) war stattdessen eine Produktion von RAI Cultura gemeinsam mit der Kommunikationsabteilung der RAI, zu der der Papst mit verschiedenen Kommentaren zu den Protagonisten der Evangelien beitrug. Es war ein Programm, das für Weihachten mit anderen Themen für einen katholischen Rundfunksender gestaltet und dann ams Nebenprodukt an die RAI zurück verkauft wurde.

Die allgegenwärtige Präsenz des Papstes in den Medien ist nicht überraschend. Mehr als jeder andere Papst gewährt Franziskus Interviews, zeigt sich im Fernsehen, bezieht politische Positionen (wie die zur NATO im letzten Interview mit Corriere della Sera) und verschafft sich Gehör.

Dennoch riskiert die Dauerpräsenz des Papstes birgt die  Gefahr die gegenteilige Wirkung zu haben, besonders die, daß die Gegenwart des Papstes in den Medien eine Art Routine wird, daß sein Bild vorherrschend wird und auch die Kirche selbst überschattet. In der Praxis wird die Person des Papstes eine kulturelle Tatsache, eine Stimme wie die vieler anderer Intellektueller und nicht im Informationsbereich

Die Frage muss gestellt werden, weil die Reduzierung der Auftritte des Papstes auf gewöhnliche Ereignisse Gefahr läuft, auf die gesamte Kirche und allgemein auf die Wahrnehmung der Religionen in der Gesellschaft nachzuwirken.

Die Zeichen dafür sind alle vorhanden. Die RAI, das italienische Staatsfernsehen, hat seit 2002 eine mit dem Titel "RAI Vaticano", die sich mit religiösen Informationen befaßt. Aber über die Jahre hat sie langsam ihre Charakteristik verloren und wurde auf ein einziges halbstündiges Programm reduziert, das einmal im Monat spät nachts gesendet wird. 

Seit 2021, nach der Neuorganisation des Sendernetzes wurden jedoch religiöse Nachrichten Teil des Verantwortungsbereichs der Kultur-und Bildungsabteilung. Deshalb wird Information über Religion praktisch ein rein kulturelles Phänomen, das nicht wert ist in seinen Äußerungen und in ihrer fundamentalen Rolle in der Gesellschaft tiefergehend untersucht zu werden.

Das scheint eine nebensächliche Frage zu sein, aber das ist es nicht. Weil es die Religion genau auf ein kutlurelles Phänomen reduziert, das, was in den vergangenen Jahren in Quebcc/ Kanada eine stille Revolution genannt wurde, die stattgefunden hat. Eine Revolution, die eine Welle der Säkularisierung in der Gesellschaft ausgelöst und die Religionen beiseite geschoben hat, um ihre  unbestreitbare spirituelle Bedeutung zu verleugnen. 

Das Beiboot nimmt sich eine Auszeit und...

geht für die kommenden 14 Tage ins Trockendock und wünscht allen Lesern so lange schöne Maitage!


            

Sonntag, 8. Mai 2022

Christliche Kunst

           Allen Müttern einen guten Muttertag! 

719 Sprachen....

Wie der Weltverband der Bibelgesellschaften und die Deutsche Bibelgesellschaft bekannt gegeben haben, liegt die Bibel inzwischen in 719 Sprachen vor. Das sind 15 mehr als noch 2020, zu den neuen Sprachen gehört auch das im Norden Spaniens gesprochene Asturisch. Für das Jahr 2038 ist das Ziel, die Bibel oder zumindest Teile der Bibel in weitere 1200 Sprachen zu übersetzen.    

Die Petrus-Perspektive

L. Scrosati zitiert in La Nuova Bussola Quotidiana  in einem weiteren Kommentar die Analyse des Neutestamentlers Richard Bauckham der Person und Rolle des Apostels Petrus im Markus-Evangelium. 
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"DAS MARKUS-EVANGELIUM - DIE PETRUS-PERSEPKTIVE"

Eine sorgfältige Analyse des Textes des Markusevangeliums lässt uns verstehen, warum dieses Evangelium die Umsetzung der Lehre des Petrus ist. Das literarische Konstrukt des Markus mit der  "vom Plural zum Singular"-Erzählung und der beispiellosen Häufigkeit des Namens Petrus.

Wir hatten Richard Bauckham, emeritierter Professor für Neues Testament an der Universität von St. Andrews in Schottland, wegen seiner sorgfältigen Analyse der in den Evangelien enthaltenen Personennamen (siehe hier) angesprochen, eine Analyse, die die Historizität dieser Schriften und die tatsächliche Übereinstimmung mit dem palästinensischen Kontext der Zeit Jesu von Nazareth bestätigt. Baukhams Monographie "Jesus und die Augenzeugen. Das Evangelium als Augenzeugenbericht" ist eigentlich eine Bergwerk von Anzeichen im Evangelium, die seine Natur als Augenzeugenzeugnis offenbaren.

Wir haben die letzten beiden Artikel (siehe hier und hier) der Datierung des Markusevangeliums und seiner Verbindung mit der Verkündigung des Petrus in der Stadt Rom gewidmet und externe Zeugnisse bevorzugt. Baukham konzentriert sich stattdessen auf eine Analyse des Textes und findet darin ziemlich deutliche Spuren der Petruspräsenz im zweiten Evangelium.

Zunächst einmal eine signifikante numerische Zahl. Der Name Simon oder Petrus ist nicht nur der erste, der in der Schrift des Markus erscheint (natürlich außer des Namens Jesu), im Bericht über die Berufung der ersten Jünger (vgl. 1,16-20), sondern er erscheint auch 23 Mal, häufiger als bei den beiden anderen Synoptikern. Tatsächlich kommt bei Markus der Name Simon Petrus alle 432 Wörter vor, während er bei Matthäus und Lukas alle 654 bzw. alle 670 Wörter vorkommt. Diese Tatsache an sich mag nicht so signifikant sein, aber sie muss zusammen mit zwei anderen spezifischen Merkmalen des kürzesten der Synoptiker betrachtet werden.

Aufbauend auf einer alten Studie von C. H. TurnerMarcan Usage: Notes Critical and Exegetical, on the Second Gospel (in "The Journal of Theological Studies" 26 [1925], 225-240), legt Baukham ein für Markus typisches literarisches Konstrukt unter die Lupe, das er als das "vom Plural-zu-Singular-Erzählmittel" tauft. Dies sind einundzwanzig Passagen, in denen auf ein Verb in der dritten Person Plural, ohne ein bestimmtes Subjekt, unmittelbar ein Verb im Singular oder ein Pronomen folgt, das sich nur auf Jesus bezieht. Ein paar Beispiele können Ihnen helfen, das zu verstehen. Die Episode der Besessenen von Gerasa wird wie folgt eingeleitet: "Inzwischen kamen sie an das andere Ufer des Sees, in der Region der Gerasener. Als er aus dem Boot stieg, kam ihm ein besessener Mann aus den Grabhöhlen entgegen ..." (5, 1-2). Ein anderes Beispiel: »Am nächsten Morgen, als sie Bethanien verließen, war er hungrig« (11,12). Man kann den plötzlichen Übergang aus dem Plural sehen, ohne einen genauen Bezug zu einem Thema, obwohl der Verweis auf den Plural, der sich  auf die Jünger, auf den Singular, der sich auf Jesus bezieht, klar ist.

Fr. Hunwicke spricht

bei liturgicalnotes heute über den 8.5. 1945 als "Sieg" - mit einem Fragezeichen 

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                                "SIEG IN EUROPA?" 

Einer unserer beliebtesten Novellisten, Evelyn Waugh, hat über 1945 als "die triste und saure Zeit des Sieges" geschrieben.

In seiner teilweise autobiographischen Weltkrieg II-Trilogie trägt der letzte Band den Titel "Bedingungslose Kapitulation". 

Warum? 

Waugh selbst (und sein Geschöpf Guy Crouchback) haben diesen Krieg zuerst als einen Kreuzzug betrachtet; gegen das mit dem stalinistischen Rußland verbündetet Rußland, wie konnte der Kampf gegen diese beiden etwas anderes sein als romantisch heroisch? Wir gegen die in allem ihrem Horror kombinierte Moderne Welt. 

In seinem seinem "Scott Kings Modernes Europa" von 1946 ist die Erfahrung eines blassen -überlebten Schulmeisters : "Als sich das Gesicht Europas vergröberte und der Krieg, wie er in den Gemeinschaftsraumzeitungen und im Gemeinschaftsraumradio erschien, seine heoische und ritterliche Verkleidung abwarf und zu einem schweißtreibenden Zerren -zwischen Teams von ununterscheidbaren Rüpeln wurde ...".

Waugh war kein Pazifist. Tatsächlich wurde der Grad seines persönlichen Mutes unter Beschuss manchmal von Kollegen, die ihn nicht teilten, als unangemessen angesehen. Nach dem Krieg verpflichteten ihn seine militärischen Pflichten dazu, sich an der entschieden nichtkatholischen Politik von Marschall Tito in Jugoslawien zu beteiligen, als sie katholische Geistliche verfolgte und Juden misshandelte. Seine eigen

Als ich sehr klein war, bekam ich irgendwie eine romantische Erzählung über den Finnischen Krieg mit der Sowjetunion in die Finger. Heldenhafte, mutige Finnen, auf Skiern geboren, kamen durch den lautlosen Schnee über den russischen Angreifer. Wie konnte man nicht von ihren Abenteuern bewegt sein? Wir ich danach hungerte, mehr über ihre Erfolge zu lesen....über ihren unvermeidlichen und verdienten Triumph, elegante Davids gegen einen so monströsen Goliath,,,

Das war einige Jahre bevor ich entdeckte, was wirklich passiert ist. 

Als wir uns mit Onkel Jo Stalin verbündet wiederfanden und wir (ich meine dieses ""Vereinigte Königreich") ..ja...wir dem tapferen kleinen Finnland den Krieg erklärten.

Ich denke, daß eine von Waughs besten schrägen und symbolistischen Schriften das Schwert von Stalingrad betrifft, ein Stück Metall, das George VI. Stalin zum Gedenken an seine militärischen Fähigkeiten schenkte und das wie eine heilige Reliquie in der Westminster Abbey ausgestellt wurde, bevor es seine Reise nach Osten antrat.

Das Wappen auf der Scheide stand auf dem Kopf."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke 

Samstag, 7. Mai 2022

Auch heute- aber vor 1464 Jahren

am 7. Mai 558 AD stürzte in Konstantinopel die Kuppel der Hagia Sophia ein. Kaiser Justinian I ordnete sofort den Wiederaufbau an. 

Heute vor 17 Jahren

am 7. Mai 2005  nahm Papst Benedikt XVI in einer Eucharistiefeier die römische Kathedra in der Papstkirche San Giovanni in Laterano in Besitz

c           

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über das anscheinend ewige Thema "verheiratete Priester" und landet am Ende mit einer harschen Bemerkung beim amtierenden Pontifex. 
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                          "VERHEIRATETE PRIESTER" 

Als ich....in jenen glücklichen, weit zurückliegenden Tagen... meine anglikanischen Sommer im Königreich des Westens, County Kerry, zu verbringen pflegte - als Kaplan in einigen Kirchen der Kirche von Irland.. haben nette römische Katholiken in Irland, ängstlich bemüht, freundlich zu klingen, oft versucht, ihre Vernunft zu beweisen, indem sie mir erzählten, warum sie dafür waren, in der Katholischen Kirche verheirateten Klerus zuzulassen. 

"Das wird die Probleme mit pädophilen Priestern lösen" versicherten sie zuversichtlich. Sie neigten dazu, überrascht zu sein, wenn ich erklärte, daß die Zulassung von verheiratetem Klerus dieses Ziel nicht erreicht. Ich konnte ihnen so viel über anglikanische Priester -und Bischöfe- berichten, die schwer daran gearbeitet haben, diese Annahme zu widerlegen. Die unabhängige Englische Untersuchung über sexuellen Mißbrauch hat kürzlich gnadenlos die Situation in einer repräsentativen anglikanischen Diözese beschrieben. Meine eigene anglikanische Amtszeit wurde durch die Nähe eines Bischofs überschattet, dessen sadistischer Mißbrauch Jugendlicher industrielle Maßstäbe annahm. 

Und ich könnte damit fortfahren, in Hülle und Fülle seltsame Geschichten über anglikanische Priester - und Bischöfe- zu erzählen, die wegen Ehebruch entlassen wurden. Und darauf hinzuweisen, daß auch Frauen von Klerikern ihre eigenen Skandale verursachen können, indem sie mit dem Kuraten oder dem Rektor oder dem Vorsitzenden- oder der Vorsitzenden- des Gemeinderates weglaufen.  Ein Priester, der als Alleinerzieher auf drei kleine Kinder aufpassen muß. nachdem seine "Missus" mit einem geschickten und freundlichen Organisten in die Koje geschlüpft ist, ist nicht in der besten Verfassung  um sich allein der Sorge um sein Volk zu widmen. 

"Und verheiratete Priester werden die Ehe...und Frauen...so viel besser verstehen" fügten die Iren fröhlich hinzu. Darin ist eine Menge Unsinn. Ein unverheirateter Priester hat die Erfahrung mit der Ehe gemacht, aus der er hervorgegangen ist, oder nicht? Und hat er keine Mutter, Schwester, Nichten? Und dennoch ... dieses Argument hat ein bißchen was.  Aber nicht notwendigerweise ganz das, was der Sprecher annehmen möchte. Nehmen Sie dieses Beispiel: "Herr Pfarrer, ich kann nicht regelmäßig in die Messe kommen; ich habe kleine Kinder". Ein Junggeselle, der das hört, ist vielleicht eingeschüchtert. Wenn er antwortet "Unsinn, ziehen Sie eine andere Karte" besteht die Gefahr, daß er eine Schimpfkanonade zu hören bekommt, daß er keine Erfahrung damit hat, die ganze Nacht mit einem kranken oder nörgelnden Kind wach zu bleiben und von urteilenden Gläubigen angestarrt zu werden, wenn die lieben Kleinen in der Kirche anfangen zu schreien. 

Wenn jedoch jemand diesen Unsinn bei mir versucht hat, konnte ich immer sagen "Ich erinnere mich daran, als meine Frau vier kleine Kinder hatte, das letzte in der Babytragetasche, daß ich nie auch nur einen Schrei von einem von ihnen während der Messe gehört habe. Und Sie haben Ihren Ehemann, der neben Ihnen sitzt und helfen kann, so daß Sie nicht- wie meine Frau- allein damit fertig werden müssen, während Ihr Mann "liturgisiert" und predigt. Und Sie haben nur zwei. Ich frage mich warum. [Nein, ich glaube nicht, daß ich diesen letzten Satz wirklich gesagt habe]

Aber merkwürdigerweise hat Papst Franziskus meine Ansicht zu dieser Sache mit den verheirateten Priestern leicht abgemildert. 

Wenn er eine Frau hätte, ihm gleichgestellt, die ihm frank und frei seine Fehler und Fehlurteile aufzeigen könnte und Unfairness, Inkonsequenz und Heuchelei... dieses wundervolle Amt, mit dem Frauen so reich beschenkt sind...wäre er dann so grausam, boshaft und voller Hass? 

Müssen wir diese Sache überdenken? Vielleicht indem wir den Apostolischen Stuhl geweihten Witwern anvertrauen? 

Henry Manning hätte Papst sein können!

Sie wissen, daß das Sinn macht."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

 

Die Verschwörungsvorwürfe gegen Kardinal Becciu wurden beim Vatican-Prozess widerlegt

Nico Spuntoni kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana den Stand der Dinge nach der jüngsten Anhörung beim Vaticanischen Prozess - bei dem das Narrativ von einer verschwörerischen Geldüberweisung vom Vatican nach Australien zum Schaden von Kardinal Pell widerlegt wurde. 
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"PAROLIN WIDERLEGT DIE ANTI-PELL-VORWÜRFE GEGEN BECCIU "

Beim Prozess um den Londoner Skandal gab es einen Theatercoup im Gericht. Kardinal Becciu enthüllte einen Brief des vaticanischen Staatssekretärs Parolin, der die Theorie der Formulierung falscher Zeugenaussagen zum Schaden von Kardinal Pell während des Mißbrauchs-Prozesses dementiert. Die 2.230.000 $ dienten der Bezahlung für die Internet-Domain .catholic. Das bestätigt die Indiskretionen von La Bussola. 

"Wir wissen, daß bis heute keiner erklärt hat, warum das Geld - 2.230.000 $ vom Vatican nach Australien überwiesen wurde." Diese Worte, die Kardinal Pell im Verlauf eines Interviews mit drei italienischen Tagesszeitungen, die ihm gegenüber zur Zeit der Untersuchung wegen sexuellen Mißbrauchs nicht milde gestimmt waren. formulierte,  hatten dazu beigetragen, den Verdacht an einer Beteiligung von Kardinal Angelo Becciu an der Erstellung falscher Zeugnisse zum Schaden des Kämpfers von Ballarat erneut zu verbreiten.

Eine Erklärung, für jene Überweisung nach Transozeanien, die plausibler ist, als die die La Nuova Bussola Quotidiana in einem Artikel am vergangenen 9. April gegeben hat und die von jenen italienischen Medien ignoriert wurde, die seit dem Oktober 2020 Parteigänger der Theorie eines internationalen Komplotts der Achse Rom-Melbourne waren.  Die Fakten besagten, daß jene Summe an das Unternehmen Neustar mit Sitz in Victoria ausbezahlt wurde. Von dem Augenblick an, daß die australische Bischofskonferenz eine der Bischofskonferenzen war, die an einem Projekt des Päpstlichen Rates für Soziale Kommunikation zur Registrierung der Domain .catholic in mehreren Sprachen  beteiligt war, und die sich besonders um eine Agentur kümmerte, die Beziehungen zu Neustar hatte, war nur wenig nötig, um die Punkte zusammen zu fügen und zu vermuten, daß die Bezahlung des Staatssekretariates speziell aus diesem Umfeld autorisiert wurde und nicht von den finsteren Machenschaften um einen unbequemen Purpurträger loszuwerden. 

Eine Rekonstruktion die am gestrigen Tag der Anhörung im Vaticanischen Prozess bestätigt wurde, der durch die Vernehmung des berühmtesten Angeklagten, Kardinal Becciu, gekennzeichnet war. Der ehemalige Substitut überreichte dem Präsidenten Giuseppe Pignatone nämlich ein vom Staatssekretär unterzeichnetes Schreiben vom 29. April, in dem Kardinal Pietro Parolin – wie Becciu im Saal erinnerte – versichert, daß "die Summe (…)  für die Zahlung der .catholic-Internetdomäne verwendet wurde"  und daß "diese Informationen der australischen Botschaft beim Heiligen Stuhl durch die Verbal-Note 2112/21 / RS vom 18. Februar 2021 angemessen mitgeteilt wurden."