Donnerstag, 3. September 2026

Papst Leo & die Seminaristen

Wie Gudrun Sailer für vaticannews berichtet hat Papst Leo XIV heute Seminaristen und Ausbilder aus Süditalien empfangen. Hier geht´s zum Original: klicken

"PAPST LEO: DIE PRIESTERAUSBILDUNG DAUERT ZU RECHT LANGE"

Leo XIV. will keine verkürzten Wege bei der Ausbildung katholischer Priester. Die Zeit im Priesterseminar sei „kein Luxus“, sondern wesentlich für die Sendung der angehenden Geistlichen. Vor Seminaristen an diesem Mittwoch im Vatikan verdeutlichte Leo auch, dass niemand in der Kirche sich selbst berufe, und dass ein jeder Priester „zu allen gesandt“ ist, um die frohe Botschaft zu verkünden.

Bei der Berufung zum priesterlichen Dienst gebe es weder einen Wettbewerb noch eine Rangliste, sagte der Papst; es sei allein Gott, der entscheide. „Und es steht auch nicht geschrieben, dass er die Besten erwählt hat: Er erwählte diejenigen, die er wollte.“ Gerade in einer Zeit, in der ein jeder stark nach Selbstverwirklichung strebe, wolle er betonen, „dass keiner von uns hier ist, weil wir es verdient hätten, sondern allein durch die freie Wahl Gottes des Vaters – ein Zeichen und Versprechen einer unverdienten Liebe, die uns stets voraus ist und niemals enttäuscht.“

Leo mahnte die Priesteramtskandidaten und die Seminarleiter aus dem süditalienischen Apulien zu einer unverkürzten Ausbildung. Diese brauche ihre Zeit, auch wenn dieses Ansinnen dem Zeitgeist entgegensteht, so der Papst: „In einer Welt, die in Eile ist und jede längere Pause mit Argwohn betrachtet, mag man meinen, es sei ein Luxus oder eine überholte Institution, doch das ist nicht der Fall.“ Gerade heute brauche es „einen Ort und eine Lebensphase, in der wir lernen, zu sein, zu unterscheiden und uns ohne Abkürzungen formen zu lassen.“

                              „Der Berg ist keine Schutzhütte“

Leo verglich die Ausbildung und die Sendung katholischer Priester mit einer Bergtour, bei der es zunächst unter Mühen und Unsicherheiten nach oben geht und danach wieder zurück in die Ebene. Dabei führte er den Seminaristen vor Augen, dass niemand im priesterlichen Dienst alleine unterwegs ist: „Jesus beruft nicht nur einen Mann auf den Berg, sondern zwölf, mit den unterschiedlichsten und in unseren Augen manchmal ungewöhnlichsten Persönlichkeiten. Der Herr versammelt sie, lässt sie beieinander sein, damit sie erfahren, dass die Kirche gemeinsam gelebt wird: Sie ist nicht das Eigentum eines Einzelnen, und wir alle sind berufen, sie als ein Leib zu lieben und ihr zu dienen.“


Der Papst warnte die Seminaristen und ihre Ausbildner aber auch vor einem abgehobenen Elfenbeinturm-Denken. Nach dem mühsamen Aufstieg komme der notwendige Abstieg, „denn der Berg ist keine Schutzhütte“, so Leo. „Jesus führt die Zwölf nicht hinauf, um sie zu beschützen, sondern damit sie, nachdem sie Gott erfahren haben, ausgesandt werden, diese neue Lebenskraft in die Welt zu tragen.“

                                    „Der Priester ist zu allen gesandt“


Diese Aussendung der Priester wiederum gelte allen Menschen. Leo sagte den süditalienischen Seminaristen, sie seien gesandt „zu den Familien, die ums Überleben kämpfen, zu den jungen Menschen, die mit zwanzig Jahren ihre Koffer packen, um Arbeit zu suchen, zu den einsamen Alten, zu den Ausgegrenzten, zu denen, die den Sinn des Lebens verloren haben. Der Priester ist zu allen gesandt, damit er allen die Schönheit des Glaubens an Jesus Christus, die frohe Botschaft unserer Erlösung, verkündet.“


Am Ende der Audienz dankte der Papst im Namen der Kirche den Seminaristen für ihr „Ja“. Es sei nicht immer einfach, „und die Kirche weiß das sehr wohl“, erklärte Leo. Auch den Familien der angehenden Priester sprach Leo seinen Dank aus.

                                             Hintergrund


Das katholisch geprägte Italien registriert wie andere westliche Länder einen starken Rückgang bei den Priestern. Die Zahl der Weihen ist innerhalb von zehn Jahren um rund ein Viertel gesunken: von 436 im Jahr 2013 auf 323 im Jahr 2023."


Quelle: G. Sailer, EWTN


EIne Welle ungewöhnlicher Großzügigkeit vor dem Papstbesuch in Frankreich

Solène Tadié berichtet bei EWTN über die Spenden und den Kartenverkauf, die dem Papstbesuch in Frankreich vorausgehen.  Hier geht´s zum Original:  klicken

"EINE UNGEWÖHNLICHE WELLE DER GROSSZÜGIGKEIT GEHT DEM BESUCH VON PAPST LEO XIV IN FRANKREICH VORAUS."

Der unerwartete Erfolg der Spendenkampagne für die Papstreise im September reicht weit über die üblichen Geldgeber der Kirche hinaus – eine „Aufregung“, so der Organisator, die etwas über die aktuelle Stimmung in Frankreich in Bezug auf den Glauben aussagt.

Frankreich erlebt im Vorfeld des Besuchs von Papst Leo XIV. vom 25. bis 28. September eine beispiellose Begeisterung. Es ist die erste offizielle Papstreise in das Land seit 2008 und die erste dieser Größenordnung – mit Stationen an bedeutenden Sehenswürdigkeiten in und um Paris sowie in Lourdes.  

Die Tickets für die Jugend-Vigil am 25. September im Stade de France, dem Nationalstadion Frankreichs, waren innerhalb einer Stunde ausverkauft. Mehr als 400.000 Menschen haben sich bereits für die Messe am 26. September auf der Place de la Concorde in Paris angemeldet. Und bis zu 500.000 Menschen werden auf den Champs-Élysées erwartet, um einen Blick auf Papst Leo zu erhaschen. Das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes musste die Anmeldung einen ganzen Monat früher schließen, da die maximale Teilnehmerzahl von 150.000 erreicht war. Die Hotels in den Städten entlang der Papstroute sind seit über einem Monat ausgebucht – ein Hinweis auf die große Begeisterung der Bevölkerung, die ihn erwartet, in bemerkenswertes Zeichen für die Begeisterung rund um den Papstbesuch ist die dadurch ausgelöste finanzielle Großzügigkeit. Jeden Tag gingen diesen Sommer etwa 100 Schecks und 100 Überweisungen beim Erzbistum Paris ein, um den Aufenthalt von Papst Leo XIV. in der Hauptstadt zu finanzieren. Dieser Spendenstrom – der Ende August Berichten zufolge rund 2 Millionen Euro erreicht hatte – riss auch während der französischen Sommerferienzeit, in der Spenden üblicherweise zurückgehen, nicht ab.

Für Sylvie Bretones, die die Spendenkampagne seit ihrem Start am 10. Juli leitet, ist nicht nur die Höhe der Spenden von größter Bedeutung, sondern auch die Art der Spender. Das Erzbistum verzeichnete eine Welle von Spendern, die man bisher nicht kannte. „Trotz des Sommers kamen die Leute“, sagte Bretones gegenüber dem Register und bezeichnete dieses „Phänomen“ als „wirklich bemerkenswert“. 

Eine ungewöhnliche Großzügigkeit 

Die Häufigkeit der Spenden, insbesondere in einer Zeit, in der finanzielle Zuwendungen tendenziell zurückgehen, ist umso bemerkenswerter, als es in Frankreich keine vergleichbare Tradition basisdemokratischer Spendenaktionen wie in den USA gibt. Groß angelegte, einmalige Spendenaufrufe an die breite Öffentlichkeit sind selten und auch selten so erfolgreich. Vor diesem Hintergrund sticht eine durchschnittliche Spende von 200 Euro – etwa 215 US-Dollar – hervor, da sie doppelt so hoch ist wie der nationale Durchschnitt für eine einmalige Spende in Frankreich, der laut France Générosités im Jahr 2024 bei rund 100 Euro liegen wird. Auch Spenden von 10.000 Euro und mehr seien eingegangen, sagte Bretones, was eine „außergewöhnliche Großzügigkeit“ widerspiegele. 

Gemäß dem französischen Gesetz von 1905 zur Trennung von Kirche und Staat – dem Fundament des strengen Laizismus des Landes, das es der Regierung verbietet, religiöse Aktivitäten zu finanzieren oder zu organisieren – beschränkt sich die Rolle der Regierung beim Papstbesuch auf die Sicherheitsvorkehrungen. Die Kosten für alles Weitere werden mittlerweile auf bis zu 20 Millionen Euro geschätzt und gehen an das Erzbistum Paris und das Bistum Lourdes und Metz. „Niemand ist verpflichtet zu spenden“, sagte Bretones und beschrieb eine Mobilisierung, bei der „einige finanziell beitragen, andere sich ehrenamtlich engagieren und wieder andere beten“.

Ein Großteil des Geldes stammt nach wie vor von den registrierten Spendern des jährlichen Spendenaufrufs der Erzdiözese – den regelmäßigen Messbesuchern, die sich bereits registriert haben, um die Finanzen der Pfarrei Jahr für Jahr zu unterstützen. Die Kampagne für den Papstbesuch war jedoch von Anfang an darauf ausgerichtet, über diesen Kreis hinauszugehen. Ein eigens dafür gegründetes Komitee warb um größere Spenden von Menschen, die nicht unbedingt praktizierender Katholiken sind. „Unter unseren Spendern sind Menschen, die nach Sinn und Spiritualität suchen, die zwar katholisch geprägt sind, aber nicht öffentlich als praktizierende Katholiken bekannt sind“, sagte Bretones. 

Das größere Bild hinter den Spenden 

Nach dem Papstbesuch plant Bretones, die Profile dieser neuen Spender genauer zu untersuchen, um die Gründe für dieses erneute Interesse an der Kirche zu verstehen, das sie als „Aufbruch“ bezeichnet. „Ich möchte herausfinden, ob es sich dabei um Menschen handelt, die zum Glauben zurückkehren, nachdem sie sich als Teenager abgewandt hatten und später – durch die Härten des Lebens oder durch ihre eigenen Kinder – wieder den Weg zurückgefunden haben.“ Das, fügte sie hinzu, werde der Kirche helfen, die Stimmung der französischen Bevölkerung besser zu erfassen. 

Bretones zufolge hängt das Ausmaß dieser Begeisterung ebenso sehr mit den Aussagen des Papstes zusammen wie mit der Neuheit seines bevorstehenden Frankreichbesuchs. „Jeder Papst hinterlässt seine Spuren“, sagte sie und verwies auf die jüngste Enzyklika „  Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV  . zur künstlichen Intelligenz, die sich zu einem der meistverkauften Bücher des Sommers in französischen Buchhandlungen – und nicht nur in katholischen – entwickelt hat. „Die Rolle eines Papstes besteht auch darin, uns herauszufordern“, sagte sie. „Er fordert uns in Bezug auf KI heraus, die ersten Worte seines Pontifikats zum Thema Frieden waren sehr eindringlich, und ebenso seine Worte zu Fragen am Lebensende.“ Der Papst ist in diesem Sinne „jemand, der den Glauben an die Menschen weitergibt, denen er begegnet.“

Der Papst findet Anklang beim französischen Volk, wie das  erneute Interesse  an der Kirche beweist, das die französischen  Diözesen ernst nehmen .  

Am 24. September, dem Abend vor Leos Ankunft, werden sich beispielsweise zahlreiche französische katholische Influencer, darunter der Dominikanerbruder Paul-Adrien, der traditionalistische Influencer Pater Matthieu Raffray und die Macher des beliebten YouTube-Kanals „Two Disciples“, in der Kirche La Madeleine zu einer gemeinsamen Gebetswache versammeln – ein ungewöhnlicher Ausdruck der Einigkeit unter Online-Persönlichkeiten, die normalerweise getrennte Anhängerschaften pflegen. 

Die Vigil im Stade de France am ersten Abend des Papstbesuchs von Leo soll auch bei einem jungen Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die großen Heiligen der französischen Geschichte. Die Musik verbindet gregorianischen Choral mit zeitgenössischem  Lobpreislied  (Pop Louange) unter der Leitung von Alexis Duffaure, dem Chorleiter der Kathedrale von Bordeaux. Er hat wochenlang mit 2.500 Chorsängern, einem Sinfonieorchester und einem Orchester für zeitgenössische Musik geprobt. 

„Die Menschen verstehen, was es bedeutet, wenn ein Papst ein Land besucht“, sagte Bretones. „Es prägt eine Generation.“ 


Quelle: S.Tadié, EWTN

Ein besonderes Konzert im Vatican

fand- wie Gudrun Sailer für vaticannews berichtet,  gestern während der Generalaudienz auf dem Petersplatz statt. Das Salzburger Jugendorchester und die 10-jährige ShuXuan Jin.spielten Werke von Mozart und dabei sowie bei späteren Aufnahmen bei Radio Vatica kam Mozarts Konzertvioline zum Einsatz. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DAS SALZBURGER JUGENDORCHESTER SPIELTE MIT MOZRATGEIGEN IM VATIKAN"

Mozarts „Kleine Nachtmusik“ klang über den Petersplatz und verzauberte die Gäste bei der Generalaudienz. Es kam zu einer Begegnung mit Papst Leo XIV. Später am Tag zeichnete das Salzburger Jugendorchester „Bella Musica“ im historischen Aufnahmesaal von Radio Vatikan in den Gärten ein Konzert mit den beiden originalen Mozartgeigen auf, die nach Rom mitgereist waren.

Es war ein verrückt intensiver und zugleich selten beglückender Tag für die jungen Musiker und Musikerinnen. Die Vatikan-Etappe im Zug ihrer Italientournee auf den Spuren Wolfgang Amadeus Mozarts hatte sich recht kurzfristig ergeben. Und dann dieses spontane Geschenk: Am Ende der Generalaudienz nahm Papst Leo XIV. selbst eine der beiden originalen Mozart-Geigen in die Hände – die Dalla-Costa-Geige, Mozarts Konzertvioline aus seiner Wiener Zeit. Die Stiftung Mozarteum, der sie gehört, hatte sie gemeinsam mit Mozarts Kindergeige nach Rom gebracht.

                                                                     Foto:  ANSA

„Es ist ja so eine Art Heimkehr Wolfgang Amadé Mozarts nach Rom nach über 250 Jahren“

Linus Klumpner, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum: „Das war eine spontane Reaktion. Viele fühlen sich nicht wohl, wenn sie so ein Instrument in die Hand nehmen, das ja sehr, sehr fragil ist. Aber der Papst war da ganz offen, hat die Geige sofort genommen. Es ist natürlich für uns auch eine große Ehre, diesen historischen Brückenschlag zu haben. Denn es ist ja so eine Art Heimkehr Wolfgang Amadé Mozarts nach Rom nach über 250 Jahren.“ Tatsächlich spielte der 14jährige Mozart 1770, auf seiner ersten Italienreise mit Vater Leopold, dem beeindruckten Papst Clemens XIV. vor.

Begonnen hatte der außergewöhnliche Tag für das Ensemble Bella Musica des Pre-College der Universität Mozarteum in Salzburg nach einer extrem kurzen Nacht: Wegen einer Autobahnsperre waren die jungen Musiker und Musikerinnen, alle unter 23 Jahre alt, vom vorherigen Tournee-Stopp in Arezzo erst um halb drei Uhr nachts in Rom angekommen. Wenige Stunden später spielte das Jugendorchester auf dem Petersplatz beim Einzug des Papstes Mozarts „Kleine Nachtmusik“. Das ist Einsatz. Aber einer, der eben auch belohnt wird, wie Klumpner anmerkt: „Für uns war das besonders und herausragend, weil gerade Papst Leo XIV. eine Persönlichkeit ist, die sehr viel Wert darauf legt, die Jugend einzubinden. Sehr bewegend für uns.“

Am Nachmittag dann die Konzertaufzeichnung von Radio Vatikan. Eigens organisierte Shuttle-Busse brachten das Ensemble und eine Handvoll mitgereister Sponsoren, unter anderem von Rotary, den grünen Vatikan-Hügel hinauf. Dort liegt in einem historischen Gebäude mit Turm, in dem früher die päpstliche Sternwarte residierte, der Saal, den der 1929 gegründete Sender Radio Vatikan für seine Konzertaufnahmen nutzt. Ebenfalls anwesend war an diesem Mittwoch durch glückliche Umstände und in privater Form auch der Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, ein ausgebildeter Organist.

Geprobt wurde in sommerlicher Alltagskluft, danach: alle umziehen, denn Profis präsentieren sich selbst bei Konzertaufnahmen in Konzertkleidung. Unter dem sicheren Dirigat von Stefan David Hummel, dem künstlerischen Leiter des Ensembles Bella Musica, erklang ein exquisites Programm hauptsächlich von Mozart, das von der „Così fan tutte“-Ouvertüre über die Jupitersymphonie bis zum „Ave Verum“ reichte.

Mittwoch, 2. September 2026

J.S. Bach "Badinerie"

 mal etwas anders

              

Fundstück

Thorsten Paprotny kommentiert bei kathnet die Weigerung  des deutschen Synodalen Weges dem Papst den geschuldeten und gelobten Gehorsam zu erweisen und so die Einheit der Kirche zu gefährden-.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"DIE KONZILSWIDRIGE DEUTSCHE SYNODAL-KONFERENZ"

beginnt der Kommentar so - ZITAT

„Der kirchliche Gehorsam bindet mich an den Papst, diesen Gehorsam schulde ich auch meinem Diözesanbischof, der in Einheit mit Rom steht, niemals aber Meinungen und Weisungen irgendeines deutschkatholischen Gremiums.“  

Dass die Prüfung der Satzung der sogenannten Synodalkonferenz, mit dem die Mehrheit der amtierenden Bischöfe und die laikalen Funktionäre den deutschen Synodalen Weg verstetigen wollte, länger dauert als von vielen Zeitgenossen erwartet, stimmt durchaus zuversichtlich, zeigt aber erneut auch den regionalen Hochmut der etablierten deutschen Amtsträger und Kirchenkritiker. Es ist eine Art von römischer Milde, dass die Prüfung dieser kuriosen Satzung so lange dauert. 

Man muss sich dazu nur die Satzung der Synodalkonferenz ins Gedächtnis rufen. (....)

Quelle: T. Paprotny, kathnet 

Die Katechese

Silvia Kritzenberger veröffentlicht bei vaticannews den Wortlaut der Katechese des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienz, die sich ab heute um die Pastoralkonstitution Gaudium et spes beschäftigt.
Hier geht´s zum Original:  klicken

Liebe Brüder und Schwestern, 
guten Tag und herzlich willkommen!

Mit der heutigen Begegnung beginnen wir, über die Pastoralkonstitution Gaudium et spes nachzudenken. Mit ihr wollte das Zweite Vatikanische Konzil ein grundlegendes Thema vertiefen: das Verhältnis der Kirche zur Welt von heute.

Schon in seiner Eröffnungsansprache am 11. Oktober 1962 war es dem heiligen Johannes XXIII. ein Anliegen, den sogenannten „Unglückspropheten“ zu widersprechen, „die – obgleich von großem Eifer für die Religion erfüllt – dennoch zu sagen pflegen, dass unsere Zeit im Vergleich zu den vergangenen Jahrhunderten in jeder Hinsicht schlechter geworden sei; ja, sie verhalten sich sogar so, als könnten sie nichts aus der Geschichte lernen“ (Ansprache Gaudet Mater Ecclesia, 11. Oktober 1962, 4.2).

„Unglückspropheten“ widersprechen - geheimnisvolle Pläne der göttlichen Vorsehung erkennen“

Daraus ergab sich folgende, den Konzilsvätern anvertraute Aufgabe: „In der gegenwärtigen Situation, in der die Menschheit offenbar in eine neue Ordnung der Dinge eintritt, gilt es vielmehr, die geheimnisvollen Pläne der göttlichen Vorsehung zu erkennen. Sie erfüllen sich im Laufe der Zeit durch das Wirken der Menschen, oft über deren Erwartungen hinaus, und ordnen in ihrer Weisheit alles – auch die widrigen menschlichen Umstände – zum Wohl der Kirche“ (Gaudet Mater Ecclesia, 4.4). 

Drei Jahre später machte die Promulgation von Gaudium et spes deutlich, dass diese Unterscheidung zum Wesen der Kirche gehört und die pastorale Ausrichtung ein wesentlicher Bestandteil von ihr ist. Daher die Bezeichnung „Pastoralkonstitution“. Dabei handelt es sich keineswegs um naiven Optimismus, sondern um eine erneuerte Treue gegenüber dem Geheimnis Christi. Durch seine Menschwerdung hat sich Christus dafür entschieden, unser Leben zu teilen: Er ist „in allem den Brüdern gleich geworden“ (Hebr 2,17; vgl. 4,15) und hat die Folgen der Sünde auf sich genommen, indem er „sich als Lösegeld hingegeben hat für alle“ (1Tim 2,6). Diese Teilhabe an unserem Menschsein ist der Weg, den Christus der Kirche aufträgt. Deshalb beginnt die Konzilskonstitution Gaudium et spes auch mit der Erklärung, dass die Kirche die „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ als ihre eigenen empfindet (GS 1).

„Die Kirche empfindet „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ als ihre eigene“

Teilhabe


Es ist eine Teilhabe, die uns dazu aufruft, angesichts der Ereignisse, die sich vor unseren Augen abspielen, der Geschichte und des Lebens der Menschen, nicht passiv und gleichgültig zu sein – vor allem angesichts des raschen und tiefgreifenden Wandels, den wir heute erleben. Wir dürfen keine gleichgültigen Zuschauer bleiben. Vielmehr gilt es, mit dem Herzen zuzuhören, sich herausfordern zu lassen und sich einzubringen. Mit Christus, und gestützt von der Kraft seines Geistes, sind die Gläubigen gerufen, die Nöte ihrer Brüder und Schwestern mitzutragen, besonders die Not derer, die unter Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Gewalt leiden. Denn nur durch Anteilnahme und tatkräftiges Engagement können wir angemessene Antworten finden – stets getragen von der Gewissheit, dass „die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ ( Röm 8,18).


„Nicht passiv und gleichgültig sein“


In diesem Sinne eröffnet die Nähe zur Menschheit einen tieferen Zugang zum Verständnis der Ereignisse, ja auch der Offenbarung selbst. Aus dieser Perspektive erinnert uns Gaudium et spes an die bleibende „Pflicht der Kirche, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (GS 4). Diese Konzilskonstitution hat die Kirche daher zu einem fortwährenden Bemühen um Umkehr aufgerufen, um Zeugnis dafür abzulegen, dass sie von „keinem irdischen Ehrgeiz“ getrieben wird, sondern „nur dieses eine Ziel verfolgt: unter der Führung des Geistes, des Trösters, das Werk Christi selbst weiterzuführen, der in die Welt kam, um der Wahrheit Zeugnis zu geben, zu retten und nicht zu richten, zu dienen, nicht sich dienen zu lassen“ (GS 3).


Dabei geht es nämlich nicht um eine rein moralische Haltung. Papst Franziskus hat uns daran erinnert, dass für die Kirche „die Option für die Armen in erster Linie eine theologische Kategorie und erst an zweiter Stelle eine kulturelle, soziologische, politische oder philosophische Frage ist […]. Wir sind gerufen, Christus in ihnen zu entdecken, uns zu Wortführern ihrer Interessen zu machen, aber auch ihre Freunde zu sein, sie anzuhören, sie zu verstehen und die geheimnisvolle Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will“ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 198).


„Die christliche Teilhabe verpflichtet uns, die Wirklichkeit anzunehmen und zugleich die Widersprüche offenzulegen, von denen das persönliche und gesellschaftliche Leben der heutigen Welt geprägt ist“


Die christliche Teilhabe verpflichtet uns, die Wirklichkeit anzunehmen und zugleich die Widersprüche offenzulegen, von denen das persönliche und gesellschaftliche Leben der heutigen Welt geprägt ist: zum Beispiel einen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt, der immer neue Möglichkeiten bietet, jedoch nur einigen wenigen, und den der Mensch nicht immer „in seinen Dienst“ zu stellen vermag; oder ein klareres Verständnis der „Gesetze des gesellschaftlichen Lebens“, das jedoch mit Unsicherheiten „hinsichtlich der Richtung, die man ihm geben soll“, einhergeht; oder auch eine größere Verfügbarkeit von „Reichtum, Möglichkeiten und wirtschaftlicher Macht“, die jedoch leider heute wie zur Zeit des Konzils dazu führt, dass „noch immer ein ungeheurer Teil der Bewohner unserer Erde Hunger und Not leidet“ (GS 4); oder ein gemeinsames Bewusstsein, dass die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht – und die Unfähigkeit, auf egoistischen Konsum zu verzichten und die Illusion aufzugeben, Krieg sei ein wirksamer Weg, Frieden zu schaffen.


„Gemeinsames Bewusstsein, dass die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht – und die Unfähigkeit, auf egoistischen Konsum zu verzichten und die Illusion aufzugeben, Krieg sei ein wirksamer Weg, Frieden zu schaffen“


In einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist, aus denen beunruhigende Ungleichgewichte entstehen, ist die Kirche gerufen, dem Menschen zu dienen, indem sie auf die tiefsten Fragen seines Herzens und auf die Sehnsüchte hört, die ihn bewegen, und in Christus den „Schlüssel, den Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte“ erkennt (GS 10). Deshalb muss sich in der Kirche auf jeder Ebene und zu jeder Zeit die barmherzige Kenosis Christi verwirklichen. Er „hielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich und nahm die Gestalt eines Sklaven an, […] und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,6–8).


Liebe Brüder und Schwestern, mögen Freude und Hoffnung – Gaudium et spes – die Kennzeichen einer Kirche sein, die das Evangelium verkündet und bezeugt und den Frauen und Männern unserer Zeit nahe ist.


„In einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist, aus denen beunruhigende Ungleichgewichte entstehen, ist die Kirche gerufen, dem Menschen zu dienen, indem sie auf die tiefsten Fragen seines Herzens und auf die Sehnsüchte hört“


Quelle: S. Kritzenberger, vaticannews

 

Generalaudienz

auf dem Petersplatz        
       
               

Dienstag, 1. September 2026

Die Predigt

vaticannews veröffentlicht den Text der Predigt, die der Hl. Vater heute Abend im Borgo Laudato Si´ anläßlich des Weltgebettages für die Bewahrung der Schöpfung gehalten hat.
Hier geht´s zum Original:  klicken

                                              "Liebe Brüder und Schwestern,"

in den Lesungen, die für die heutige Liturgie, den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, ausgewählt worden sind, werden wir zweimal eingeladen, über die Werke des Herrn nachzudenken – etwas, das uns inmitten dieser wunderschönen Gärten sicherlich nicht schwerfällt.

Das Buch der Weisheit fordert uns dazu auf, die Schönheit und die Gewaltigkeit der Schöpfung zu betrachten, um ihren Schöpfer würdigen zu können (vgl. Weish 13,1-9). Es ist oberflächlich, sich mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel zu begnügen, ohne dabei zum Schöpfer all dieser Wunder zurückzugehen.

„Man darf sich nicht mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des stürmischen Wassers oder der Sterne am Himmel begnügen“

Der Psalm 19 spornt uns dazu an, den Blick zu erheben, um den Himmel zu betrachten, der von der Herrlichkeit Gottes erzählt, und das Firmament, das das Werk seiner Hände verkündet. Die ganze Schöpfung spricht zu uns von der Erhabenheit des Schöpfers, sofern unser Blick und unser Herz für dieses große Geheimnis offen sind.


Auch der Text des Matthäusevangeliums (vgl. Mt 6,24-34) lädt uns zur Betrachtung der Schöpfung ein und unterstreicht dabei die besondere Liebe des Herrn zum Menschen. Wenn wir voller Staunen die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld bewundern, die in den Augen des Schöpfers so wertvoll sind, dann verstehen wir, wie groß die Liebe Gottes zu uns ist. Wenn es der Herr nämlich nicht versäumt, Pflanzen und Tieren üppige Schönheit zu verleihen und für alles Nötige zu sorgen, um wie viel mehr wird er dann auf die Bedürfnisse seiner geliebten Söhne und Töchter achten!


„Lasst uns heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen“


Während wir heute Abend der Einladung folgen, innezuhalten und vor den Werken Gottes nachzudenken, beginnen wir die „Schöpfungszeit“, einen fünfwöchigen Zeitraum, der dem Gebet und dem Engagement für die Bewahrung unseres „gemeinsamen Hauses“ gewidmet ist. Lasst uns daher heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen, um die große Harmonie zu genießen, deren Teil wir sind. Stellen wir für all die Geräusche menschlicher Werke die „Stummschaltung“ ein, um der wohlklingenden Stimme der Schöpfung zu lauschen, durch die Gott, der Schöpfer aller Dinge, zu uns spricht. 

Diese kontemplative Übung, die die Begegnung mit dem Herrn begünstigt, ist ein erster Schritt hin zu »einer echten ökologischen Umkehr, wo die Auswirkungen unserer Begegnung mit Jesus Christus in unserer Beziehung zur uns umgebenden Welt deutlich sichtbar werden« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).

Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf“ 

Aus der Betrachtung der Schöpfung und aus der Begegnung mit dem Schöpfer entsteht das Bewusstsein für unseren besonderen Platz innerhalb des wunderbaren Plans Gottes und für unsere persönliche und gemeinschaftliche Verantwortung für die Bewahrung der ursprünglichen Harmonie. So entsteht aus dem Bewusstsein unserer Unzulänglichkeiten und Fehler ein neues Engagement, um die Beziehungen unter den Geschöpfen nach dem Willen ihres Schöpfers wiederherzustellen. 

Deshalb wiederholt die Botschaft zum heutigen Tag »de[n] prophetische[n] Aufruf, „Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden“ (Jes 2,4), […], Leid in Leben zu verwandeln«. Es ist noch nicht zu spät, und die Schöpfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf: »Was zur Zerstörung genutzt wurde, kann nun für das Leben eingesetzt werden, zur Sorge für die Armen, zur Ernährung der Hungernden und zur Bewahrung der Schöpfung« (Botschaft zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung).

Der Zeitraum, den wir heute eröffnen, endet am kommenden 4. Oktober, dem Tag, an dem wir den 800. Jahrestag des Transitus des heiligen Franz von Assisi begehen werden. Papst Franziskus hat sich insbesondere von ihm inspirieren lassen, als er seine Enzyklika Laudato si’ verfasste und als er dieses Dorf ins Leben rief, in dem wir uns nun befinden.

                 „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen“

Verbinden wir uns also im Geiste mit dem „Poverello“ von Assisi und machen wir uns seinen Lobgesang zu eigen:


»Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser. […].
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer, […].
Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt.«

Lasst uns zusammen mit dem heiligen Franz von Assisi unser Engagement erneuern, jene universale Geschwisterlichkeit zu leben und zu fördern, die mit der Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren, untrennbar verbunden ist."

Quelle: vaticannews

Hl. Messe im Borgo Laudato Si´

              

Erinnerungen ....

 an einen großen Kardinal: 

              

Montag, 31. August 2026

Audienzen

Wie vaticannews berichtet, wurde der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf heute von Papst Leo XIV im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo empfangen. Hier geht´s zum Original;  klicken

"BEIM PAPST IN CASTEL GANDOLFO:  DER MAINZER BISCHOF KOHLGRAF"

Papst Leo XIV. hat diesen Montag (31. August) den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in Audienz im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo empfangen. Kohlgraf wurde vom Mainzer Weihbischof Pater Joshy George Pottackal O. Carm. begleitet. Das gab der Vatikan am Mittag, wie üblich ohne Angabe zu Inhalten des Treffens, bekannt.

Der aus Südindien stammende Pater Joshy Pottackal hatte im März 2026 die Bischofsweihe empfangen. Er ist damit der erste katholische Bischof in Deutschland mit außereuropäischen Wurzeln. Ich bin Papst Leo XIV. dankbar für diesen Schritt hier in Deutschland, im Bistum Mainz. Glaube verbindet über alle Grenzen hinweg, die Menschen ziehen können“, sagte Bischof Kohlgraf damals in seiner Predigt.

Kohlgraf wurde am 27. August 2017 zum Bischof von Mainz geweiht. Er ist seit 2019 Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi. in der deutschen Bischofskonferenz ist Bischof Kohlgraf Vorsitzender der Pastoralkommission und der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist zudem Mitglied der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Papst Leo XIV. empfing diesen Montag in Castel Gandolfo zudem Mitglieder einer von ihm eingerichteten Pater Pio-Krankenhauskommission in Audienz, die sich um die Wiederbelebung des Gesundheitszentrums „Casa Sollievo della Sofferenza" in Apulien kümmern soll. Auch über diese Audienz informierte das Mittags-Bulletin aus dem Vatikan-Presseamt wie üblich, ohne Angaben zu Inhalten des Treffens. 

Pater Pio-Krankenhauskommission unterrichtete Papst über Stand der Dinge

Vatican News erfuhr, dass Leo XIV. sich bei dem Treffen über den Stand der Arbeiten der Kommission unterrichten ließ, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Stiftung des Gesundheitszentrums sowie auf den Lösungsansätzen lag, um die Wiederbelebung des Krankenhauses „Casa Sollievo della Sofferenza“ in San Giovanni Rotondo zu gewährleisten.

Die Kommission erläuterte die wichtigsten Prioritäten ihrer aktuellen Tätigkeit: etwa die Stabilisierung der Beziehungen zum Personal, Stärkung der Zusammenarbeit mit den italienischen öffentlichen Institutionen und die Beschaffung erforderlicher Ressourcen. Diese Aktivitäten fügen sich in das Mandat ein, das der Kommission durch die Gründungsurkunde übertragen wurde und darauf abzielt, Nachhaltigkeit zu garantieren und den Wiederbelebungsplan umzusetzen, wobei die Kontinuität des Krankenhausbetriebs und das Charisma des Gründers gewahrt bleiben sollen.

Papst Leo nahm die bisher von der Kommission geleistete Arbeit aufmerksam zur Kenntnis und bekräftigte seinen Willen, den eingeschlagenen Weg genau zu verfolgen."

Quelle: vaticannews

Päpstliche Diplomatie...

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican befaßt sich A. Gagliarducci  mit der Diplomatie des Hl. Stuhles, wie sie sich unter Papst Leo darstellt. Hier geht´s zum Original:  klicken

                 "LEO XIV : DIE NEUE DIPLOMATIE" 

Der Besuch von Erzbischof Paul Richard Gallagher in Moskau markierte einen entscheidenden Paradigmenwechsel in der Diplomatie des Heiligen Stuhls hinsichtlich der Lage in der Ukraine. Was hinter verschlossenen Türen während des bilateralen Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow besprochen wurde, können wir nicht wissen.

Die Eröffnungsreden sowohl des Heiligen Stuhls als auch der russischen Delegation vor dem Treffen sowie die anschließende Pressekonferenz  wurden vom russischen Außenministerium per Video übertragen, und daraus lassen sich viele wichtige Erkenntnisse gewinnen. 

Erzbischof Gallagher ist vatikanischer Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, ein Amt, das dem eines Außenministers im Heiligen Stuhl vergleichbar ist . Er besuchte Moskau bereits 2021, doch diese zweite Reise, fünf Jahre später, hat eine größere Bedeutung

Erstens, weil es inmitten der großangelegten Aggression Russlands gegen die Ukraine geschieht, die 2022 begann und noch immer andauert. Zweitens, weil die russisch-vatikanischen Beziehungen unter Papst Franziskus zwar ausgezeichnet waren, der Moskaus Ansichten großes Gewicht beimaß, gleichzeitig aber durch die Art und Weise belastet wurden, wie Papst Franziskus selbst öffentlich gemacht hatte, dass er Patriarch Kyrill von Moskau aufgefordert hatte, kein „Staatskleriker“ zu sein. Und schließlich, weil sie mit einem neuen Pontifikat einhergingen.

Leo XIV. hat die diplomatische Linie des Heiligen Stuhls nicht geändert.  Diese blieb unverändert: Der Heilige Stuhl fördert den Frieden, der Heilige Stuhl fördert den Dialog und der Heilige Stuhl bricht die diplomatischen Beziehungen niemals ab, selbst in schwierigen Situationen.

Leo XIV. verfolgte jedoch einen anderen, eher „diplomatischen“ Ansatz, wenn man ihn denn so nennen kann.

Papst Franziskus stützte sich stark auf seine persönlichen Eindrücke und sein Charisma. Leo XIV. hingegen verfolgte einen konventionelleren, institutionellen Ansatz, mit großem Augenmerk auf Details und der Überzeugung, dass Frieden ohne Klarheit nicht zu erreichen ist.

Seit seiner ersten Ansprache an das diplomatische Korps am 16. Mai 2025 hat Leo XIV. betont, dass die Kirche die Wahrheit verkünden muss, selbst wenn sie für die Welt unverständlich ist . Bei der Rosenkranzandacht und der Friedensvigil am 11. April 2026 ging Leo XIV. noch einen Schritt weiter und   hob hervor, dass die Kirche oft Gefahr läuft, verachtet zu werden .

Dieser Ansatz stellt die Linse dar, durch die Gallaghers Mission nach Moskau interpretiert werden kann.

Gallagher reiste nicht nur mit dem Auftrag nach Moskau, um um jeden Preis einen Dialog zu führen . Er hatte den Auftrag, die Position des Heiligen Stuhls zu klären, den Dialog so weit wie möglich zu etablieren und in jedem Fall nichts zu verheimlichen, ja sogar einige der schwierigen Situationen anzusprechen, mit denen die katholische Kirche in Russland konfrontiert ist.

Gallaghers Reise nach Russland stellt somit einen echten Paradigmenwechsel dar.

Sonntag, 30. August 2026

Angelus: die Ansprache

vaticannews veröffentlicht den Wortlaut der Ansprache, die der Hl. Vater beim heutigen Angelus gehalten hat. Hier geht´s zum Original:  klicken

   "Liebe Brüder und Schwestern, guten Morgen und einen schönen Sonntag!"

"Das heutige Evangelium berichtet uns, wie Jesus seinen Jüngern das Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung offenbart, die bevorstehen: Der Messias, so sagt er, »müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden« (Mt 16,21).

Was er ihnen sagt, ist sehr weit von den Erwartungen entfernt, die wir an einen siegreichen und mächtigen Messias haben, mit dessen Hilfe die Feinde besiegt und mit Füßen getreten werden können (vgl. Ps 108,14). Während der Zeit, die sie mit ihm verbracht hatten, hatten sie bereits Gelegenheit gehabt, über viele seiner Taten und Worte zu staunen. Diese letzte Botschaft geht jedoch wirklich über alle Erwartungen hinaus. Besonders Petrus bringt sein Missfallen zum Ausdruck und weist Jesus zurecht, indem er zu ihm sagt: »Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!« (V. 22).

„Es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen“

Kurz zuvor hatte er in ihm »den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes« (V. 16) erkannt. Jetzt aber macht er ihm Vorwürfe, überrascht und vielleicht enttäuscht von dem, was er hört – ganz im Gegensatz zu dem wunderbaren Glaubensbekenntnis, das er kurz zuvor abgelegt hatte. Petrus scheint ihm zu sagen: „Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, aber so rettet man die Welt nicht.“ Sein Verhalten entspringt seinem Eifer und ist sicherlich von aufrichtiger Liebe beseelt, doch es gibt uns dennoch Anlass zum Nachdenken.

Denn es ist auch für uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen, insbesondere wenn sie von unseren eigenen sehr weit entfernt sind. Dann geraten wir in die Versuchung, entgegen jeder Logik des Glaubens zu denken, dass es der Herr sei, der sich irrt, oder schlimmer noch, dass er uns nicht zuhört oder sich nicht für uns interessiert. Im Hinblick auf diese Unklarheit lehrt uns Petrus, trotz seiner Impulsivität, zwei wichtige Dinge.

                      „Den Dialog mit dem Herrn nie unterbrechen“

Das Erste ist, den Dialog mit dem Herrn nie zu unterbrechen, selbst in derartigen Augenblicken, sondern ihm auch unsere Schwierigkeiten mitzuteilen, das zu verstehen, was er von uns möchte. 

Das Zweite ist hingegen, dass wir Gottes Wirken nie beurteilen, sondern im Gebet mit Demut auf das hören, was er uns durch sein Handeln offenbart, auch wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht.

Und auch darin zeigt sich die Größe des Ersten unter den Aposteln. 

Jesus antwortet ihm: »Tritt hinter mich, du Satan!« (V. 23) und er erklärt ihm und den anderen Jüngern, dass sie sich selbst verleugnen, ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen müssen, um in seine Fußstapfen treten zu können (vgl. V. 24). Petrus wird dies tun: Nachdem er ihm zugehört hat, wird er diese Herausforderung annehmen und den Worten des Christus treu bleiben, den er als seinen Erlöser erkannt hat – sein ganzes Leben lang, bis zum Martyrium. 

„Dem Herrn demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist“  

Bitten wir den Herrn also darum, dass auch wir in unserem Glaubensleben und in unserem Gebet dieselbe Aufrichtigkeit wie Petrus haben, indem wir ihm demütig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist, und dass wir zugleich dieselbe Verfügbarkeit wie Petrus hegen, indem wir das annehmen, was der Herr von uns verlangt, auch wenn es über unsere Erwartungen hinausgeht. 

Möge uns Maria dabei helfen, die den Plänen Gottes bis unter das Kreuz ihres Sohnes Jesus gehorsam war."

Quelle: vaticannews

Festmesse in Notre Dame

   zum Gedenken an die Befreiung von Paris im August 1944

              

In illo tempore

Fr. J. Zuhlsdorf setzt bei OnePeterFive seine Katechese zur Bedeutung der Liturgie für die Sonntage im Kirchenjahr fort. Hier geht´s zum Original: klicken

     "IN JENER ZEIT: 14. SONNTAG NACH PFINGSTEN"

„Jeder gute Baum bringt gute Früchte, aber ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte… An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,17.20). 

Die biblische Leuchte unseres Herrn erhellt den Brief zum vierzehnten Sonntag nach Pfingsten, Galater 5,16–24, in dem Paulus die Werke des Fleisches der Frucht des Geistes gegenüberstellt. Das Bild des Baumes lenkt unseren Blick nach innen. Welche Frucht hängt an den Zweigen meines Lebens? Welche Ernte reift in meinen Worten, Gewohnheiten, Vergnügungen, meinem Groll, meinem Umgang mit Besitz, meinem Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen und meiner Reaktion auf Versuchungen?

Paulus schrieb seinen recht zornigen Brief an die Galater, weil falsche Lehrer die Christen in Kleinasien davon überzeugten, dass die Einhaltung des mosaischen Gesetzes, insbesondere die Beschneidung, für das Heil notwendig sei. Er beginnt das fünfte Kapitel mit einem Posaunenstoß: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen!“ (V. 1). Das Joch symbolisierte Arbeit, Unterwerfung und Niederlage. Ochsen wurden zum Pflügen vorgespannt. Sklaven trugen Joche. Besiegte Feinde Roms mussten als Zeichen der Unterwerfung unter einem Joch hindurchgehen. 

Das mosaische Gesetz diente als Richtschnur und Wegweiser. Da Israel den Bund mit Gott wiederholt brach, vervielfachte Gott die Anzahl der Gebote. Die rabbinische Tradition zählt 613 Gebote, 365 negative und 248 positive. Ihr Gewicht sollte Israel die Notwendigkeit göttlicher Erlösung eindringlich vor Augen führen. Ein Joch belastet das Tier, lenkt es aber auch in die Furche. Das Gesetz hielt das auserwählte Volk zurück, disziplinierte es und weckte in ihm die Sehnsucht nach dem Messias.

Christus erfüllte das Gesetz und befreite sein Volk von dessen überholten zeremoniellen Vorschriften. 

Christliche Freiheit schenkt jedoch die Freiheit, Gott zu lieben und ihm zu dienen, nicht aber die Erlaubnis zu sündigen. Das moralische Fundament bleibt bestehen. „Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (V. 14). Die Liebe zu Gott fasst die erste Tafel des Dekalogs zusammen. Die Nächstenliebe umfasst die zweite. Die Freiheit der Kinder Gottes besteht darin, die Gnade zu besitzen, nach dieser Liebe zu leben.

Daher gebietet Paulus: „Wandelt im Geist und erfüllt nicht die Begierden des Fleisches“ (V. 16). Zwei Reiche ringen im Herzen des Menschen miteinander: das Reich der Gnade, gegründet vom Heiligen Geist, und das Reich des von der Sünde verwundeten, ungeordneten Fleisches. Ihre Gräben hinterlassen tiefe Spuren im Inneren. Die Taufe hat uns wiedergeboren, doch die Begierde bleibt bestehen. Die Gnade heilt, erhebt und stärkt unsere Natur, während unsere niederen Triebe weiterhin rebellieren. Christliches Leben bedeutet daher Kampf, Wachsamkeit, Abtötung, Bekenntnis und das wiederholte Flehen um göttliche Hilfe. 

Paulus beschreibt den Konflikt anschaulich:

„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, und der Geist begehrt gegen das Fleisch; diese widerstreben einander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt“ (V. 17).

Das griechische Partikel ἵνα, hína , kann Zweck oder Folge bezeichnen. Hier hindert uns der Gegensatz von Fleisch und Geist folglich daran, das zu erreichen, was unser erneuerter Sinn begehrt. Paulus geht in Römer ausführlicher auf diese schmerzhafte Erfahrung ein.

„Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich… Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Römer 7,19.24-25).