Gestern- am ersten Passions-Sonntag der Fastenzeit wurde im Petersdom den Gläubigen in einer feierllichen Zeremonie das sog. "Schweißtuch der Veronica", das "Vera Ikon"Gestern gezeigt. Greta Giglio und Mario Galgano berichten bei vatncannews, Hier geht´s zum Original: klicken
"SCHWEISSTUCH DER VERONICA IM PETERSDOM GEZEIGT"
Im Rahmen der traditionellen Stationsgottesdienste an den heiligen Stätten Roms versammelten sich am späten Nachmittag des fünften Fastensonntags zahlreiche Gläubige im Petersdom. Im Zentrum der Liturgie dieses Tages stand wieder die Ostension (feierliche Zeigung) des „Velo della Veronica“, einer Reliquie, die nach der Überlieferung das Antlitz Christi trägt.
Kardinal Mauro Gambetti, Generalvikar für die Vatikanstadt, bezeichnete die Reliquie während der Feier als eine Einladung, „den Blick nach Golgota zu richten, wo der gekreuzigte Christus seine Herrlichkeit offenbaren wird“.
Die Zeremonie der Ostension
Das Läuten der Glocken kündigte die Ankunft der Reliquie an. In der Basilika richteten sich die Blicke der Anwesenden auf die Statue der heiligen Veronika, von wo aus das „Heilige Antlitz“ präsentiert wurde. Die Stille während der Betrachtung korrespondierte mit der Darstellung des Leidens Jesu, das auf dem Tuch eingeprägt ist.
Kardinal Gambetti schlug in seiner Homilie am Kathedra-Altar eine Brücke zwischen dem Bildnis auf dem Schleier und dem aktuellen Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. Er thematisierte den Kontrast zwischen dem Leben, das Christus bringt, und der Realität des Todes. Die Verheißung Jesu kündige den „endgültigen Sieg über die Exile an, zu denen wir verurteilt sind: Verlassenheit, Sklaverei, Gebrechen, Verleumdung, Beleidigung, Verfolgung und Tod“.
Der Tod als „Schwester“
In Anlehnung an den heiligen Franz von Assisi sprach der Kardinal von einem Tod, der zur „Schwester“ werden könne. „Dies geschieht, wenn er die Türen zur Begegnung mit Jesus Christus öffnet, wie es bei Lazarus der Fall war“, so Gambetti. Er unterschied dabei zwischen dem physischen Sterben und der „Hinfälligkeit des Herzens“, welche das Leben einschnüre. Die „Mutter des Todes der Seele“ könne zur Schwester werden, wenn der Mensch aus der Tiefe bete.
Mitgefühl als Antwort auf Gewalt und Krieg
Der Schlüssel zur Wandlung vom Tod zum Leben liege in der göttlichen Liebe und dem daraus resultierenden Mitgefühl. Gambetti bezog die Frage Jesu am Grab des Lazarus – „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ – auf die Gegenwart. Dieselbe Frage stelle sich angesichts „unbegreiflicher Todesfälle und Situationen von Gewalt und Krieg, denen wir machtlos gegenüberstehen“.
Das Weinen Jesu vor dem Grab sei das Zeichen des göttlichen Mitgefühls. Der Kardinal betonte: „Der Mensch ist nicht für den Tod gemacht, nicht für die Isolation und egoistische Vergnügen, nicht für Ketten oder Traurigkeit. Der Mensch ist für das Leben gemacht, dafür, Gaben mit anderen zu teilen, in Beziehung zu stehen, frei und froh zu sein.“
Zum Abschluss der Feier rief der Kardinal dazu auf, dem Beispiel der Frau zu folgen, die Jesus das Gesicht trocknete, und sich von Maria bis unter das Kreuz begleiten zu lassen, um „in jeder Situation, in jedem Moment und in jeder Zeit die Freude der Auferstehung zu erfahren“.
Quelle: G. Giglio, M. Galgano, vaticannews