-offiziell empfangen von Fürst Albert
Samstag, 28. März 2026
Freitag, 27. März 2026
Fastenpredigt
Alessandro di Bussolo und Stefan von Kempis berichten bei vaticannews über heutige Predigt, die der Fastenprediger des Päpstlichen Hauses Roberto Pasolini heute gehalten hat.
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"FASTENPREDIGT IM VATIKAN: DIE FREIHEIT DER KINDER GOTTES"
Nichts, nicht einmal Ablehnung, Krankheit oder Tod, können uns jemals von der Liebe Gottes trennen: Das betonte der Prediger des Päpstlichen Hauses, Roberto Pasolini, an diesem Freitag in seiner vierten und letzten Fastenmeditation im Vatikan.
Papst Leo XIV. und zahlreiche Vertreter der römischen Kurie lauschten aufmerksam, während der Kapuziner über „Die Freiheit der Kinder Gottes“ nachdachte. Ausgangspunkt für Pasolinis Predigt war das Leben seines Ordensgründers, des Hl. Franz von Assisi, an dessen Todestag vor 800 Jahren dieses Jahr erinnert wird.
„Der heilige Franziskus hat eine spirituelle Erfahrung von großer Intensität erlebt, die jedoch nicht weit von unserer Menschlichkeit entfernt war. Er wurde nicht heilig, weil er Außergewöhnliches vollbracht hat, sondern weil er gelernt hat, sich von Gott in der Konkretheit und Armut seines Daseins leiten zu lassen. Deshalb hat die spirituelle Tradition ihn als ‚alter Christus‘ bezeichnet, also als einen Menschen, der, indem er den Heiligen Geist bereitwillig aufnahm, dem menschgewordenen Sohn Gottes ähnlich wurde. Die Bekehrungen, Heilungen und Zeichen, die auf seiner Pilgerreise durch diese Welt geschahen, sind nichts anderes als das Spiegelbild eines vollständigen und wirksamen Eintauchens in die Gnade des neuen Lebens in Christus.“
Die Krise des Hl. Franziskus
Dabei sei aber auch dem heiligen Franz von Assisi in den letzten Jahren keineswegs die „große Versuchung“ einer Krise erspart geblieben. Pasolini skizzierte, was er damit meinte: Der Orden der Minderbrüder „war gewachsen und hatte sich verändert“, und Franziskus „fühlte sich beiseitegeschoben, fast nutzlos, ja sogar als ‚Idiot‘ betrachtet“. Doch ausgerechnet unter diesen Umständen habe der Heilige gegenüber Bruder Leo ausgeführt, dass „die authentische Freude sich daran zeigt, dass Ablehnung, Demütigung und Unverständnis uns den Frieden nicht nehmen können“. Die wahre Freude, kommentierte Pasolini, liege in der Art und Weise, „wie wir auf widrige Umstände reagieren, wenn wir abgelehnt und ausgeschlossen werden“.
„Glück bedeutet nicht, sich vor der Realität abzuschirmen, sondern zu lernen, sie auch dann anzunehmen, wenn sie wehtut“
„Glück bedeutet nicht, sich vor der Realität abzuschirmen, sondern zu lernen, sie auch dann anzunehmen, wenn sie wehtut – doch ohne sich davon überwältigen zu lassen. Genau dort wird das christliche Leben konkret, und wir lernen, eine Freude zu bewahren, die nicht davon abhängt, wie die Dinge laufen, sondern davon, wie wir uns entscheiden, sie zu leben.“
Die vollkommene Freude sei also keineswegs „die Abwesenheit von Verletzungen“, sondern „die Freiheit, sich nicht von ihnen definieren zu lassen“. Eine Freiheit, die den Schmerz nicht auslöscht, sondern dafür sorgt, dass er nicht das letzte Wort hat. Genau diese Sinnebene habe Jesus in seinen Seligpreisungen aufgezeigt. In dieser Hinsicht seien die Seligpreisungen kein Gesetz, sondern ein Versprechen: „kein Programm zur moralischen Vervollkommnung, sondern die Offenbarung eines Glücks, das bereits im Herzen der Wirklichkeit am Werk ist“.
Das Leben nicht aufschieben
„Die Seligpreisungen laden nicht dazu ein, vor der Realität zu fliehen oder das Glück in eine ferne Zukunft zu verschieben. Sie fordern uns auf, tiefer in dem zu leben, was wir erleben, auch wenn es sich als zerbrechlich und unvollendet erweist. Sie verkünden, dass der Weg zu einem erfüllten Leben durch unsere konkrete Erfahrung führt, durch das, was wir sind und was wir gerade durchleben. Sie zeichnen keinen heroischen Weg vor, sondern befähigen uns, dem, was uns zu leben gegeben ist, demütig zuzustimmen, auch wenn es Mühe, Einsamkeit und Verfolgung kostet… In der Akzeptanz der Realität öffnet sich eine neue Freiheit, die nicht mehr von äußeren Bedingungen abhängig ist.“
Das bedeute gleichzeitig, dass das Leben weder aufgeschoben noch idealisiert werden dürfe, sondern in seiner tragischen wie erhabenen Konkretheit angenommen werden müsse. In diesem Licht las Pasolini auch die Überlieferung, dass der hl. Franz von Assisi auf dem Berg La Verna die Stigmata empfing. „Gott braucht unseren Schmerz nicht, um befriedigt oder verherrlicht zu werden“, so Pasolini; wenn Gott einen Menschen im Tiefsten berühre, dann füge er ihm keinen zusätzlichen Schmerz hinzu, sondern verwandle und verkläre das, was bereits in seiner Geschichte vorhanden sei, und lasse es zu einem Zeichen der Liebe werden.
Stigmata als Zeichen einer inneren Verwandlung
„Die Leiden des Franziskus – das Scheitern seiner Pläne, das Unverständnis der Brüder, die Einsamkeit
dessen, der sich vorbehaltlos hingegeben hat – hören auf, eine Last zu sein, und werden zu einem Ort der Beziehung. Was ihn von den anderen zu trennen schien, verwandelt sich in das, was ihn mit Christus verbindet und ihn folglich mit den Brüdern aussöhnt.“
Die Stigmata seien somit „das sichtbare Zeichen einer inneren Verwandlung“: Franziskus steige von La Verna herab „mit gezeichnetem Körper und freiem Herzen“. Der Schmerz verschwinde nicht, aber er habe nicht mehr das letzte Wort. Und das sei auch für uns eine gute Nachricht: Das Leiden verschwinde nicht, „aber es hat nicht mehr die Macht, uns zu verschließen. Tief im Herzen entdecken wir einen Frieden, den uns nichts und niemand nehmen kann“.
Das freie Leben
Der Weg des Franz von Assisi, so schloss der Prediger, sei keine Ausnahme, die nur wenigen vorbehalten ist, „sondern die vollkommene Verwirklichung dessen, was das Evangelium jedem Getauften verspricht: ein freies Leben, fähig, bis zum Ende zu lieben und den Schmerz zu durchleben, ohne von ihm besiegt zu werden“.
„Wir dürfen das Evangelium nicht unseren Ängsten anpassen, es auf einen beruhigenden Vorschlag oder eine Reihe religiöser Praktiken reduzieren, die zwar den Schein wahren, aber seine wahre spirituelle Kraft aushöhlen. Ein billiges Christentum anzubieten, das einfacher, aber weniger anspruchsvoll ist, bedeutet, den Menschen das vorzuenthalten, was sie wirklich brauchen: einen Weg, der unsere Schritte ins ewige Leben führt.“
„Das Evangelium bietet keine Abkürzungen“
Das von Franziskus verkündete Evangelium, so der Kapuziner, biete keine Abkürzungen, sondern befähige uns zu einem Weg der Läuterung und der Bekehrung, der zur Freiheit der Kinder Gottes führe. Es sei die Aufgabe der Hirten der Kirche, „diese Wahrheit zu bewahren, ohne sie abzuschwächen, und Wege aufzuzeigen, die die Türen zur vollen Reife in Christus öffnen“.
Quelle:A.d.Bussolo, A.v.Kempis, vaticannews
Umstrittenes...ein Fundstück
wie vaticannews berichtet, plant die Erzbischöfin von Canterbury während ihres bevorstehenden Rom-Besuches Papst Leo XIV zu treffen. Hier geht´s zum Original: klicken
Unter dem Titel:
"PAPST WIRD ERZBISCHÖFIN VON CANTERBURY TREFFEN"
beginnt der Bericht so - ZITAT
"Während ihres Aufenthaltes in Rom vom 25. bis 28. April wird die neue Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, auch den Vatikan besuchen. Das gab das anglikanische Erzbistum in einem Statement auf seiner Webseite bekannt. Am Mittwoch war Mullally in ihr Amt eingeführt worden.
Zu diesem Anlass hatten Papst Leo und die Erzbischöfin von Canterbury – die erste Frau in diesem Amt - Briefe ausgetauscht, in denen sie ihr Engagement für die Einheit der Christen und den Dialog zwischen Anglikanern und der römisch-katholischen Kirche bekräftigen. Papst Leo XIV. hatte in seinem Schreiben sein Gebet dafür bekräftigt, dass sie „vom Heiligen Geist geleitet“ werde und „Inspiration aus dem Beispiel Marias, der Mutter Gottes“, schöpfen möge." (...)
Quelle: vaticannews
Donnerstag, 26. März 2026
Ernennung
Wie Mario Galgano für vaticannews berichtet, hat Papst Leo XIV heute den bisherigen Bischof von Hildesheim Heiner Wilmer zum Bischof von Münster ernannt. Hoffen wir, daß er ein würdiger Nachfolger des "Löwen von Münster" ist. Hier geht´s zum Original: klicken
"HEINER WILMER WURDE ZUM NEUEN BISCHOF VON MÜNSTER ERNANNT"
Papst Leo XIV. hat den bisherigen Bischof von Hildesheim und aktuellen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Die Personalentscheidung wurde an diesem Donnerstag im Vatikan offiziell bekannt gegeben. Wilmer tritt damit die Nachfolge im flächenmäßig bedeutenden Bistum in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen an.
Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen im Bistum Osnabrück geboren. Sein Studium der Philosophie und Theologie absolvierte er in Freiburg und Paris. Er trat der Kongregation der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) bei und empfing im Jahr 1987 die Priesterweihe.
Nach weiteren Studien der Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie der Geschichtswissenschaft in Freiburg promovierte Wilmer in Theologie an der Universität Freiburg. Sein beruflicher Weg führte ihn unter anderem als Lehrer an katholische Schulen in Deutschland und New York. 1998 übernahm er die Leitung des Gymnasiums Leoninum in Handrup.
Führungserfahrung in Orden und Episkopat
Innerhalb seines Ordens bekleidete Wilmer bedeutende Führungspositionen. Von 2007 bis 2015 war er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester; von 2015 bis 2018 war er Generaloberer seiner Kongregation in Rom.
Am 6. April 2018 ernannte der damalige Papst ihn zum Bischof von Hildesheim; die Bischofsweihe folgte am 1. September desselben Jahres. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz leitete Wilmer die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Seit Beginn des Jahres 2026 bekleidet er das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.
Wechsel an die Spitze des Bistums Münster
Mit der Ernennung durch den amtierenden Pontifex wechselt Wilmer nun in eines der mitgliederstärksten Bistümer Deutschlands. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund seiner langjährigen Erfahrung in der Bildungsarbeit sowie in der Leitung nationaler und internationaler kirchlicher Strukturen. Ein Termin für die feierliche Amtseinführung im St.-Paulus-Dom zu Münster steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.
DBK-Vize gratuliert
Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Michael Gerber, gratuliert dem neuen Münsteraner Bischof und schreibt in einem Brief: „Eine große Aufgabe liegt vor Dir und ich wünsche Dir die Kraft und den Beistand Gottes. Die Teams in Bonn und Münster werden dich tatkräftig unterstützen, damit Du Deine beiden neuen Ämter in guter Weise bewältigen kannst. Ausdrücklich schließe ich auch das Team in Hildesheim mit ein, das ich bei meinen Besuchen dort kennen- und schätzen lernen durfte und das Dich in dieser Phase des Übergangs begleiten wird.“
Es seien bewegte Zeiten für Gesellschaft und Kirche und nun auch für den neuen Bischof von Münster, so Bischof Gerber: „Flächenmäßig ausgedehnt, beherbergt das Bistum Münster nunmehr die größte Zahl von Katholikinnen und Katholiken in Deutschland. Ich bin davon überzeugt: Deine bisherigen Wegstationen haben Dir viel an Kenntnis und Erfahrung für diese neue Aufgabe mitgegeben. Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Zeit findest, mit möglichst vielen Menschen zusammenzutreffen und bald in Münster heimisch zu werden.“ Es sei zu erahnen, was die doppelte Aufgabe – ein Bistum neu kennenzulernen und Vorsitzender der Bischofskonferenz zu sein – bedeutet. „Aber ich bin mir sicher, dass Du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor Dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst. Dazu biete ich Dir selbstverständlich meine ganze Unterstützung an. Wer Deine Wortmeldungen und Deine Veröffentlichungen studiert, der stellt fest, dass Dich eine tiefe geistliche Grundhaltung prägt. Das ist ein großer Schatz und ich bin überzeugt: Dies wird Deinen Weg in und mit dem Bistum Münster und mit unserer Bischofskonferenz entscheidend prägen“, so Bischof Gerber. Er fügt in seinem Brief hinzu: „Mit den Menschen zwischen Harz und Nordsee verbinden Dich viele prägende gemeinsame Erfahrungen der vergangenen Jahre. Oft waren es herausfordernde Zeiten, wenn ich an die Bewältigung der Corona-Pandemie denke oder an die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch. Mit Umsicht und Weitsicht bist Du das angegangen und ich bin mir sicher, dass Du genau mit diesem Blick die Aufgaben angehen wirst.“
Quelle: M. Galgano, vaticannews
Fundstück: vor dem Besuch Papst Leos in Monaco
Jean Charles Putzolu und Mario Galgano beleuchten den bevorstehenden Besuch des Papstes im Fürstentum Monaco in einem lesenswerten Beitrag für vatticannews.
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Unter dem Titel:
"LEO XIV IN MONACO: HISTORISCHE ZÄSUR AUF DEM FELSEN"
beginnt der Bericht so- ZITAT
"Zum ersten Mal in der achthundertjährigen Geschichte der Beziehungen zwischen dem Papsttum und dem Fürstentum Monaco besucht ein amtierendes Kirchenoberhaupt den Kleinstaat. Unser Interview mit dem Historiker Thomas Fouilleron beleuchtet die tief verwurzelten ghibellinisch-guelfischen Ursprünge der Grimaldi-Dynastie, den völkerrechtlichen Status des Katholizismus als Staatsreligion und die Bedeutung des päpstlichen Besuchs für die Diplomatie beider Staaten." (...)
Quelle: J.C. Putzolu, M. Galgano, vaticannews
Mittwoch, 25. März 2026
Katechese
des Hl. Vaters bei der heutigen Generalaudienzveröffentlicht bei vaticannews. Hier geht´s zum Original: klicken
"DIE HIERARCHISCHE STRUKTUR DER KIRCHE IST KEIN MENSCHLICHES KONSTRUKT"
"Der hierarchische Aufbau der katholischen Kirche ist nichts Menschengemachtes, sondern kommt von Gott. Das hat Leo XIV an diesem Mittwoch betont.
In der Ansprache bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz beschäftigte sich der Papst mit der Frage, warum die Kirche so ist, wie sie ist. Ausgangspunkt für seine Gedanken war der Text „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65).
„Die katholische Kirche hat ihr Fundament in den Aposteln, die Christus als lebendige Säulen seines mystischen Leibes bestimmt hat, und sie besitzt eine hierarchische Dimension, die im Dienst der Einheit, der Mission und der Heiligung aller Glieder wirkt. Diese heilige Ordnung gründet sich dauerhaft auf die Apostel (vgl. Eph 2,20; Offb 21,14), da sie maßgebliche Zeugen der Auferstehung Jesu sind (vgl. Apg 1,22; 1 Kor 15,7) und vom Herrn selbst in die Welt gesandt wurden (vgl. Mk 16,15; Mt 28,19).“
Bis zur Wiederkunft Jesu
Mit der Absicht, die Heilslehre Jesu treu zu bewahren, hätten die Apostel ihren Dienst an Männer übertragen, die die Kirche nach ihrem Ableben „weiterhin heiligen, leiten und unterweisen“ sollten, so der Papst. Und dieser Prozess – Theologen nennen das „apostolische Sukzession“ – sei immer noch im Gang und gehe weiter bis zur Wiederkunft Jesu.
„Diese apostolische Sukzession, die auf dem Evangelium und der Tradition gründet, wird in Kapitel III von Lumen Gentium … vertieft. Das Konzil lehrt, dass die hierarchische Struktur kein menschliches Konstrukt ist, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient, sondern eine göttliche Einrichtung, die darauf abzielt, den Auftrag, den Christus den Aposteln gegeben hat, bis zum Ende der Zeiten fortzuführen.“
„Das dienende oder hierarchische Priestertum unterscheidet sich wesentlich und nicht nur dem Grad nach vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen“
Leo XIV. führte aus, dass es dem Konzil nicht darum gegangen sei, die institutionellen Elemente der Kirche darzustellen. Vielmehr habe es sich auf das „dienende oder hierarchische Priestertum“ konzentriert, das sich „wesentlich und nicht nur dem Grad nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheide. Über dieses gemeinsame Priestertum aller Getauften hatte der Papst bei seiner letzten Generalaudienz vor einer Woche gesprochen.
Das hierarchische und das allgemeine Priestertum seien – so zitierte Leo aus „Lumen Gentium“ – „miteinander verbunden, da beide, jedes auf seine Weise, am einzigen Priestertum Christi teilhaben“. „Das Konzil befasst sich also mit dem Dienst, der an Männer weitergegeben wird, die mit sacra potestas für den Dienst in der Kirche ausgestattet sind: Es geht insbesondere auf das Bischofsamt ein, dann auf das Priesteramt und auf den Diakonat als Stufen des einzigen Sakraments der Weihe.“
Dienst (und nicht Macht)
Mit dem Adjektiv „hierarchisch“ zeige das Konzil den „heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu“ auf. „Zunächst die Bischöfe und durch sie die Priester und Diakone haben Aufgaben (lateinisch: munera) erhalten, die sie in den Dienst ‚aller, die zum Volk Gottes gehören‘, führen… Lumen Gentium erinnert mehrfach und eindringlich an den kollegialen und gemeinschaftlichen Charakter dieser apostolischen Sendung…“
In dieser Optik sei das Amt, das in der Kirche den Geweihten anvertraut werde, ein Dienst. Unausgesprochen hieß das: Es geht beim Priester- und Bischofsamt, und bei der Hierarchie überhaupt, nicht um Macht."
Quelle: vaticannews
Dienstag, 24. März 2026
Fundstück : Arbeitspapier der SECAM: "Pastorale Herausforderung der Polygamie"
Wie vaticannews berichtet hat die Afrika-Studiengruppe der Synodalitäts-Synode eine Empfehlung zur Vorbereitung von Taufaspiranten, die in polygamer Ehe lebeN veröffentlicht.
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Unter dem Titel:
"POLYGAMIE: SYNODEN-STUDIENGRUPPE EMPFIEHLT MONOGAMIE VOR DER TAUFE"
beginnt des Bericht so - ZITAT
"Die Afrika-Studiengruppe der Synode empfiehlt eine geduldige Vorbereitung von taufwilligen Menschen in polygamer Ehe. Die Betroffenen müssten sich verbindlich auf Monogamie verpflichten, ehe sie das Sakrament der Taufe empfangen, heißt es im Schlussbericht der Kommission, die sich im Auftrag der Synode mit Vielehe beschäftigte.
Der Vatikan veröffentlichte das Papier „Die Pastorale Herausforderung der Polygamie“ an diesem Dienstag. Erarbeitet hat es die SECAM, der Zusammenschluss der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars. Ebenfalls am Dienstag publizierte das Generalsekretariat der Synode den Abschlussbericht der Studiengruppe Nr. 2 zum Thema „Den Schrei der Armen und der Erde hören“.
Im Zentrum der Überlegungen des Polygamie-Papiers steht die Verbindung zwischen Taufe und sakramentaler Ehe. Polygamisten, die sich „durch die Taufgnade mit Christus identifizieren wollen“, sollten sich „von bestimmten kulturellen Zwängen befreien“, die Botschaft des Evangeliums annehmen und sich „zur monogamen Ehe verpflichten“, bevor sie die Taufe empfangen." (...)
Quelle: vaticannews
Montag, 23. März 2026
Traditionsgemäß gestern im Petersdom: das Volto Santo - das "Schweißtuch der Veronica"
Gestern- am ersten Passions-Sonntag der Fastenzeit wurde im Petersdom den Gläubigen in einer feierllichen Zeremonie das sog. "Schweißtuch der Veronica", das "Vera Ikon"Gestern gezeigt. Greta Giglio und Mario Galgano berichten bei vatncannews, Hier geht´s zum Original: klicken
"SCHWEISSTUCH DER VERONICA IM PETERSDOM GEZEIGT"
Im Rahmen der traditionellen Stationsgottesdienste an den heiligen Stätten Roms versammelten sich am späten Nachmittag des fünften Fastensonntags zahlreiche Gläubige im Petersdom. Im Zentrum der Liturgie dieses Tages stand wieder die Ostension (feierliche Zeigung) des „Velo della Veronica“, einer Reliquie, die nach der Überlieferung das Antlitz Christi trägt.
Kardinal Mauro Gambetti, Generalvikar für die Vatikanstadt, bezeichnete die Reliquie während der Feier als eine Einladung, „den Blick nach Golgota zu richten, wo der gekreuzigte Christus seine Herrlichkeit offenbaren wird“.
Die Zeremonie der Ostension
Das Läuten der Glocken kündigte die Ankunft der Reliquie an. In der Basilika richteten sich die Blicke der Anwesenden auf die Statue der heiligen Veronika, von wo aus das „Heilige Antlitz“ präsentiert wurde. Die Stille während der Betrachtung korrespondierte mit der Darstellung des Leidens Jesu, das auf dem Tuch eingeprägt ist.
Kardinal Gambetti schlug in seiner Homilie am Kathedra-Altar eine Brücke zwischen dem Bildnis auf dem Schleier und dem aktuellen Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. Er thematisierte den Kontrast zwischen dem Leben, das Christus bringt, und der Realität des Todes. Die Verheißung Jesu kündige den „endgültigen Sieg über die Exile an, zu denen wir verurteilt sind: Verlassenheit, Sklaverei, Gebrechen, Verleumdung, Beleidigung, Verfolgung und Tod“.
Der Tod als „Schwester“
In Anlehnung an den heiligen Franz von Assisi sprach der Kardinal von einem Tod, der zur „Schwester“ werden könne. „Dies geschieht, wenn er die Türen zur Begegnung mit Jesus Christus öffnet, wie es bei Lazarus der Fall war“, so Gambetti. Er unterschied dabei zwischen dem physischen Sterben und der „Hinfälligkeit des Herzens“, welche das Leben einschnüre. Die „Mutter des Todes der Seele“ könne zur Schwester werden, wenn der Mensch aus der Tiefe bete.
Mitgefühl als Antwort auf Gewalt und Krieg
Der Schlüssel zur Wandlung vom Tod zum Leben liege in der göttlichen Liebe und dem daraus resultierenden Mitgefühl. Gambetti bezog die Frage Jesu am Grab des Lazarus – „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ – auf die Gegenwart. Dieselbe Frage stelle sich angesichts „unbegreiflicher Todesfälle und Situationen von Gewalt und Krieg, denen wir machtlos gegenüberstehen“.
Das Weinen Jesu vor dem Grab sei das Zeichen des göttlichen Mitgefühls. Der Kardinal betonte: „Der Mensch ist nicht für den Tod gemacht, nicht für die Isolation und egoistische Vergnügen, nicht für Ketten oder Traurigkeit. Der Mensch ist für das Leben gemacht, dafür, Gaben mit anderen zu teilen, in Beziehung zu stehen, frei und froh zu sein.“
Zum Abschluss der Feier rief der Kardinal dazu auf, dem Beispiel der Frau zu folgen, die Jesus das Gesicht trocknete, und sich von Maria bis unter das Kreuz begleiten zu lassen, um „in jeder Situation, in jedem Moment und in jeder Zeit die Freude der Auferstehung zu erfahren“.
Quelle: G. Giglio, M. Galgano, vaticannews
Das neue Pontifikat und der Revisionsprozess vor dem Vatikanischen Gericht
In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A Gagliarducci das Berufungsverfahren des Becciu-Prozesses in Beziehung zum Pontifikat Papst Leos XIV.
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"LEO XIV : AUF DEM WEG ZUR DEFINITION EINES PONTIFIKATES"
Kurz vor dem ersten Jahrestag seiner Wahl scheint Leo XIV. die Konturen und den Kern seines Pontifikats zu offenbaren.
Allein in der letzten Woche haben zwei Ereignisse spezifische Merkmale des Pontifikats von Leo XIV. verdeutlicht: das Urteil des Berufungsgerichts des Vatikans, das den sogenannten „Jahrhundertprozess“ entscheidend beeinflussen könnte, und die Einberufung der Präsidenten der Bischofskonferenzen der Welt zum Gedenken an den zehnten Jahrestag von Amoris Laetitia.
Diese beiden Ereignisse scheinen völlig unabhängig voneinander zu sein, und das sind sie auch.
Das erste – das Gerichtsurteil – ist nicht einmal eine Entscheidung von Leo XIV., sondern vielmehr eine Folge des Papstwechsels, da es nun keinen Papst mehr gibt, der in den Prozess eingreifen und dessen Ergebnis beeinflussen kann. Das zweite, eine direkte Entscheidung des Papstes, zeigt uns etwas sehr Wichtiges darüber, wie Leo die Nachfolge von Franziskus antreten will.
Beide Entwicklungen geben uns Aufschluss darüber, wer Papst Leo XIV. ist und wie er regiert.Die Entscheidung des vatikanischen Berufungsgerichts betrifft den sogenannten „Becciu-Prozess“ um die Verwaltung der Gelder des Staatssekretariats.Im Mittelpunkt des Prozesses stand unter anderem Kardinal Becciu und seine Entscheidung als Stellvertreter, einer Caritas-Kooperative in seiner Heimatdiözese Hilfe zukommen zu lassen, sowie seine Beziehung zur selbsternannten humanitären Helferin Cecilia Marogna im Zusammenhang mit der Freilassung mehrerer Geiseln. Kernpunkt des Falles war jedoch die Investition des Staatssekretariats in eine Luxusimmobilie in London, die nach mehreren Eigentümerwechseln zu einem enormen Verlust führte. Die darauffolgende Weigerung des Instituts für die Werke der Religion, dem Staatssekretariat einen finanziellen Vorschuss zu gewähren, führte schließlich zu einer formellen Beschwerde und einem Gerichtsverfahren.
Während der 86 Verhandlungstermine des erstinstanzlichen Verfahrens, das mit der Verurteilung von neun der zehn Angeklagten und einer Haftstrafe von insgesamt 38 Jahren sowie Geldstrafen in Höhe von rund 200 Millionen Euro endete, argumentierten die Angeklagten wiederholt, das Verfahren selbst sei durch mehrere Punkte „verzerrt“ worden.
Erstens waren die vom Anklagevertreter (dem vatikanischen Ankläger) zur Verfügung gestellten Dokumente mit zahlreichen Schwärzungen versehen, was die Einordnung in den Kontext erschwerte. Diese Schwärzungen wurden später im Zuge einer anderen, damit zusammenhängenden Untersuchung offengelegt, die auch eine Verbindung zwischen dem Promotor der Justiz und zwei Personen aufdeckte, die Einfluss auf Monsignore Alberto Perlasca ausübten. Dieser war zunächst Angeklagter, dann Hauptzeuge und wurde schließlich nur noch als mit den Fakten des Verfahrens vertraut angesehen.
Zweitens veröffentlichte Papst Franziskus während der Ermittlungen vier Reskripte, die die Gesetze kurzfristig änderten. Diese Reskripte waren vertraulich geblieben und wurden erst während des Prozesses offengelegt, was die Arbeit der Verteidigung zusätzlich erschwerte.
Alle diese Probleme traten bereits im erstinstanzlichen Verfahren auf, blieben aber folgenlos.
Sonntag, 22. März 2026
In Illo Tempore
Auch heute am ersten Passions-Sontag der Fastenzeit setzt Fr. John Zuhlsdorf bei OnePeterFive seine Katechese über die Bedeutung der Liturgie der Sonntage im Kirchenjahr fort.
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"IN ILLO TEMPORE: ERSTER PASSIONSSONNTAG"
Von den Sonntagen vor der Fastenzeit an hat uns die Heilige Mutter Kirche in ein liturgisches Sterben geführt. Zuerst verstummten Halleluja und Gloria. Veilchen erschienen sonntags als Vorboten des kommenden Fastens. Dann vertiefte die Fastenzeit selbst den Mangel Tag für Tag, abgesehen von den Hochfesten. Blumen verschwanden. Instrumentalmusik verstummte. Selbst der Laetare- Sonntag mit seinen rosafarbenen Gewändern und der kurzzeitigen Lockerung der Strenge war nur ein kurzer Wärmestrahl durch kaltes Wasser, ein flüchtiger Blick auf Ostern, bevor die Kirche wieder Luft holte und erneut in die Tiefe stürzte. Die Passionszeit leitet nun den endgültigen Abstieg ein.
Dieser Sonntag, der erste Sonntag nach Ostern, führt uns in die bewegte Zeit vor Ostern, bis zum ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings. Die römische Station ist der Petersdom auf dem Vatikanischen Hügel, geheiligt nicht nur durch das Grab des Apostelfürsten, sondern auch durch den alten Brauch der Priesterweihe nach der Vigil. Die Liturgie richtet ihren Blick ganz auf Christus. Gebete, Lesungen und feierliche Gesten der Kirche kreisen nun um den unschuldigen Christus, der verfolgt, bekämpft, widersprochen und schließlich dem Blick der Menschen entzogen wurde. In dieser Zeit gedenkt die Kirche nicht nur der Passion als einer fernen historischen Begebenheit. Sie formt uns sakramental nach ihr. Sie läutert uns durch Entbehrung, damit wir mit Christus durch den Tod zum Leben gelangen.
Der Kontext der Evangeliumslesung: Wir befinden uns noch immer in Johannes 8, im Tempelbezirk, in der Schatzkammer, in der feierlichen Atmosphäre von Sukkot, dem Laubhüttenfest. Erst kurz zuvor, am Ende dieser großen Festwoche, hatten die hoch aufragenden Leuchter des Tempels so hell erstrahlt, dass ihr Licht in der ganzen Stadt zu sehen war. Vor diesem Hintergrund erklärte Christus: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Während desselben Festes wurde Wasser und Wein ausgegossen, um Regen gebetet und nach göttlicher Erquickung gesehnt. Auch dort rief der Herr: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37). Das Johannesevangelium ist vom Licht durchdrungen, und die frühe Kirche verband Erleuchtung mit der Taufe. Es ist daher passend, dass zu Beginn der Passionszeit derjenige, der das Licht ist, sich auch verbirgt, denn göttliches Licht erlischt nicht, wenn es verhüllt ist. Es wird nur noch intensiver gesucht.
In dieser Zeit drängt der Herr seine Zuhörer mit der Frage: „Wer von euch kann mich von Sünde überzeugen?“ Er, den der Hebräerbrief als sündenlosen Hohepriester darstellt, steht vor Menschen, die selbst in der Sünde gefangen und über die Wahrheit erzürnt sind. Sie beschuldigen ihn, von einem Dämon besessen zu sein. Er antwortet mit majestätischer Ruhe und spricht dann das Wort, das die Szene entfacht: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Johannes 8,58), das heißt, die Behauptung göttlicher Identität selbst, im Griechischen ἐγώ εἰμι, „Ich bin“, und widerhallend in der Ehrfurcht gebietenden Majestät des göttlichen Namens. Sie verstehen, was er behauptet. Sie greifen zu Steinen. Dann folgt die Zeile, die die römische Liturgietradition mit Genie aufgriff und entfaltete: „ Iesus autem abscondit se … aber Jesus verbarg sich“ (Johannes 8,59).
Dieser kurze Vers prägt seit über einem Jahrtausend die Sitten der Kirche. Denn „ Iesus autem abscondit se “ (Jesus aber verbirgt sich), werden Kreuze und heilige Bilder seither verhüllt. Die Passionszeit bringt einen weiteren Entzug des Sehens mit sich. Was das Auge liebt, ist verborgen. Was das Herz liebt, muss im Glauben gesucht werden. Frühere Jahrhunderte kannten das Kreuz oft vor allem als Zeichen des Triumphs. Frühe Kreuze waren häufig ein „ crux gemmata“ , ein juwelenbesetztes Kreuz, strahlend vor Sieg. Die Meditation der Kirche über die Passion vertiefte sich, und so vertieften sich auch ihre Riten. Purpurne Schleier bedeckten Kruzifixe, Statuen und Pietà-Szenen. Der verborgene Christus des Evangeliums findet sein Echo im verborgenen Christus des Heiligtums. Die Heiligen sind mit ihm verborgen, wie die Glieder mit ihrem Haupt. Das Auge wird zum Hungern gebracht. Das Herz wird durch den Verlust bewegt.
Angelus
heute auf dem Petersplatz im Regen. Hier gehts´zum Original: klicken
WORTLAUT DER KATECHESE DES HL. VATERS BEIM ANGELUS AM 22. MÄRZ
Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!
An diesem fünften Fastensonntag wird in der Liturgie das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus verkündet (vgl. Joh 11,1-45).
Auf dem Weg durch die Fastenzeit ist dies ein Zeichen, das vom Sieg Christi über den Tod und vom Geschenk des ewigen Lebens spricht, das wir durch die Taufe empfangen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1265). Jesus sagt heute auch zu uns, wie zu Marta, der Schwester des Lazarus: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25-26).
„Die Liturgie lädt ein, uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen“
So lädt uns die Liturgie ein, in der unmittelbar bevorstehenden Karwoche die Ereignisse der Passion des Herrn – den Einzug in Jerusalem, das Letzte Abendmahl, den Prozess, die Kreuzigung, die Grablegung – in diesem Licht neu zu erleben, um ihren wahrhaftigen Sinn zu erfassen und uns für das Geschenk der Gnade zu öffnen, das sie in sich bergen.
Denn im auferstandenen Christus, dem Sieger über den Tod, der durch die Gnade der Taufe in uns lebt, finden diese Ereignisse ihre Erfüllung – zu unserem Heil und zur Fülle des Lebens.
Seine Gnade erleuchtet diese Welt, die ständig auf der Suche nach Neuem und nach Veränderung zu sein scheint, selbst wenn dies bedeutet, wichtige Dinge – Zeit, Energie, Werte, Zuneigung – zu opfern, als ob Ruhm, materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen unser Herz erfüllen oder uns unsterblich machen könnten. Dies ist ein Zeichen für das Verlangen nach Unendlichkeit, das jeder von uns in sich trägt, dessen Erfüllung jedoch nicht dem Vergänglichen anvertraut werden kann. Nichts Endliches kann unseren inneren Durst stillen, denn wir sind auf Gott hin geschaffen, und wir finden keinen Frieden, solange wir nicht in ihm ruhen (vgl. Confessiones, I, 1.1).
Gräber des Egoismus
Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus lädt uns also dazu ein, auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören und mit der Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen von Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen zu befreien, die uns wie Felsbrocken im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen. An diesen Orten gibt es kein Leben, sondern nur Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit.
Auch uns ruft Jesus zu: »Komm heraus!« (Joh 11,43) und spornt uns damit an, durch seine Gnade erneuert aus diesen engen Räumen herauszutreten, um im Licht der Liebe zu wandeln – als neue Frauen und Männer, die nach dem Vorbild seiner unendlichen Liebe fähig sind, ohne Berechnung und ohne Maß zu hoffen und zu lieben.
Die Jungfrau Maria möge uns helfen, diese heiligen Tage so zu leben: mit ihrem Glauben, mit ihrem Vertrauen, mit ihrer Treue, damit sich auch für uns jeden Tag die erleuchtende Erfahrung der Begegnung mit ihrem auferstandenen Sohn erneuert."
Quelle. vaticannews
Heute vor 80 Jahren, am 22. März 1946
ist der Bischof von Münster, Kardinal Graf von Galen unmittelbar nach einer Rückkehr aus Rom in Münster gestorben. Daß der als. "Löwe von Münster" bekannte Kirchenmann aus der sicheren Warte der späten Bundesrepublik vorwarfen, er habe nicht genug zum Schutz der Juden getan, spricht nur gegen die Urheber in den warmen Feuilletonstuben, über deren Mut im Angesicht einer Tyrannei nur deren Phantasien Auskunft geben. Vatican-news berichten. Hier geht´s zum Original: klicken
"SYMBOL DES WIDERSTANDS: VOR 80 JAHREN STARB KARDINAL VON GALEN"
Den Deutschen galt er als Symbolfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Auch für viele Ausländer war er einer der wenigen guten Deutschen der NS-Zeit.
Mit dem Ehrentitel „Löwe von Münster“ ging Kardinal Clemens August von Galen in die Geschichte ein. Vor 80 Jahren, am 22. März 1946, starb der Bischof von Münster - kurz nach der triumphalen Rückkehr von seiner Kardinalsernennung aus Rom.
Jubel und Tod lagen eng beieinander: Am 21. Februar 1946 hatte ihn Papst Pius XII. wegen seiner Haltung während der NS-Zeit zum Kardinal ernannt. Am 16. März kehrte Galen aus Rom zurück. 50.000 Menschen empfingen ihn in seiner Bischofsstadt. Vor der Trümmerlandschaft der Domruine zitierte der Kardinal das Christus-Wort „... und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“.
Verschleppte Blinddarmentzündung
Sechs Tage später erlag der 68-Jährige einer verschleppten Blinddarmentzündung. „Ein Streiter fürs Recht, ein Ritter zwischen Tod und Teufel, ist gestorben.“ So würdigte ihn damals „Die Zeit“. 2005 wurde er seliggesprochen. Erst kürzlich forderte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, eine baldige Heiligsprechung des Kardinals.
Sein Wahlspruch lautete „Nec laudibus nec timore“ (Weder durch Menschenlob noch Menschenfurcht). Allerdings: Am glänzenden Denkmal haben Historiker einige Kratzer ausgemacht: Kritisiert wird insbesondere seine bisweilen autoritäre, die Demokratie ablehnende Haltung und sein Antibolschewismus, der ihn 1941 trotz seiner Kritik am NS-Regime den Russlandfeldzug begrüßen ließ.
Konservativ-katholische Weltanschauung
Galen wurde 1878 als Sohn des Grafen und Reichstagsabgeordneten des Zentrums, Ferdinand von Galen, und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Reichsgräfin von Spee, auf Burg Dinklage im oldenburgischen Münsterland geboren. Fleiß, Traditionsbewusstsein, Obrigkeitshörigkeit und eine konservativ-katholische Weltanschauung - das waren die Werte, die dem elften von 13 Kindern mit in die Wiege gelegt wurden.
Galens Amtszeit als Bischof fiel beinahe mit der Dauer des Dritten Reiches zusammen. Am 23. Oktober 1933 wurde der 55-Jährige zum Bischof von Münster geweiht. Zuvor war er Pfarrer in Berlin gewesen, aber 1929 vom damaligen Münsteraner Bischof zurück nach Westfalen geholt worden. Dort sollte er als Pfarrer der Münsteraner Stadtkirche Sankt Lamberti den teilweise zur rechtskonservativen DNVP oder sogar zur NSDAP driftenden westfälischen Adel zurückholen.
Anfangs war der national-konservative und den demokratischen Parteien kritisch gegenüberstehene Galen den Nationalsozialisten als Bischof nicht unwillkommen. An seiner Weihe im Dom zu Münster nahmen SA-Formationen mit Hakenkreuzfahnen teil. Für Galen selbst stand die grundsätzliche Rechtmäßigkeit der NS-Regierung außer Zweifel. Doch schon 1934 wandte sich der hochgewachsene Geistliche gegen eine völkisch-rassistische Umdeutung des Christentums und brandmarkte die rassistische und an pseudogermanische Religionsvorstellungen anknüpfende Ideologie des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg.
Staatsfeind und Landesverräter
Spätestens im Sommer 1941 wurde der Bischof in den Augen Hitlers und seines Propagandaministers Joseph Goebbels zum „Staatsfeind“ und „Landesverräter“. In drei Predigten wandte er sich gegen Euthanasie, Nazi-Terror und Willkür. Als einer von wenigen Bischöfen rang er sich zu öffentlichem Protest durch; Abschriften seiner Predigten wurden über Deutschland hinaus und an allen Fronten verbreitet. „Der physischen Übermacht der Gestapo steht jeder deutsche Staatsbürger völlig schutzlos und wehrlos gegenüber“, hieß es darin.
Am 3. August 1941 prangerte von Galen den organisierten Mord an Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen an und trug damit wohl dazu bei, dass die Nazis das sogenannte Euthanasie-Programm zumindest vorübergehend stark einschränkten: „Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den ,unproduktiven‘ Menschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden.“ Hitler schäumte vor Wut. Doch die Abrechnung glaubte er auf die Zeit nach dem Krieg verschieben zu müssen. Das Rheinland und Westfalen seien für den Krieg abzuschreiben, wenn man aus dem Bischof einen Märtyrer mache.
Galen wurde von Historikern später auch vorgehalten, er habe in erster Linie für die Rechte der Kirche gekämpft und nichts für die bedrohten Juden getan. Ein Vorwurf allerdings, der außer Acht lässt, dass der Bischof auf bereits geplante öffentliche Proteste verzichtete, weil Juden selbst ihn darum baten. Sie fürchteten, dass die Nazis, wie in den Niederlanden geschehen, dann erst recht zuschlagen würden."
Quelle: vaticannews