Americo Mascarucci kommentiert bei Rorate Caeli die Auswirkungen der von der FSSPX für den 1. Juli geplanten Bischofsweihen und die mögliche Konsequenz der Exkommunikation.
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"UNEINIGKEIT IM BERGOGLIO-LAGER - KERN DER SACHE: DIE WEIHEN DER LEFEBVRIANER"
Im Lager Bergoglios herrscht angesichts der Priesterbruderschaft St. Pius X. und der von ihr für den 1. Juli angekündigten Bischofsweihen – und der damit verbundenen, vom Vatikan ausgehenden Exkommunikationsdrohung – Chaos.
Enzo Bianchi, ehemaliger Prior von Bose und eine der einflussreichsten Stimmen im progressiven Lager, hat zu Dialog und Lösungsfindung aufgerufen; dabei mahnte er die Bruderschaft, das Lehramt des Zweiten Vatikanischen Konzils anzuerkennen, forderte zugleich jedoch auch, die Traditionalisten und ihre Verbundenheit mit der alten Liturgie zu respektieren.
Beginn des Aufruhrs
Der Theologe Andrea Grillo vom Anselmianum zeigte sich verstimmt und warf Bianchi faktisch vor, das Konzil verraten zu haben. Grillos These lässt sich grob wie folgt zusammenfassen: Wenn die tridentinische Liturgie reformiert wurde, dann deshalb, weil der *Vetus Ordo* zugunsten des *Novus Ordo* abgelöst werden musste; folglich haben sich die Katholiken den Veränderungen anzupassen und dürfen nicht in der Vergangenheit verharren. Grillo kritisiert zudem Bianchis Appell an die Lefebvrianer mit der Begründung, dass es völlig sinnlos sei, diese zur Überprüfung ihrer Position aufzufordern – und die Konzilstexte womöglich lediglich als formalen Akt anzuerkennen, während man an der inhaltlichen Kritik festhält –, da sie doch sämtliche Konzilsdokumente verworfen und ihre gesamte Existenz eben auf dieser Ablehnung begründet hätten. Grillo fühlte sich darüber hinaus durch Bianchis Vorwurf gegen die „Hardliner“ getroffen – jene, die keinerlei Zugeständnisse an die Traditionalisten machen wollen und den *Vetus Ordo* am liebsten gänzlich verbieten würden. Der Theologe brüstet sich damit, unnachgiebig zu sein – genau wie Paul VI., Johannes Paul II. und Franziskus –, wobei er auffälligerweise jede Erwähnung Benedikts XVI. ausspart: des Verfassers von *Summorum Pontificum* – eines Dokuments, das Grillo stets kritisiert und dessen Aufhebung er seit Langem fordert.
Der Historiker Alberto Melloni, einer der führenden Vertreter der Hermeneutik der Diskontinuitäts des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Rahnerschen Lagers, verteidigt Bianchi. Melloni wirft Grillo vor, den Gegnern des Konzils in die Hände zu spielen, indem er um jeden Preis auf der Durchsetzung einer Art „konziliaren Syllabus“ beharrte und so zur Polarisierung des Konflikts um die Frage der alten Liturgie beitrug – die, wie er argumentiert, lediglich das geringere Problem darstellt im Vergleich zu den Positionen derjenigen, die das Konzil gänzlich ablehnen.
Kurz gesagt ist die „Bergoglio Front“ in der Kernfrage bezüglich des Verhältnisses zur Gesellschaft von Écône eindeutig gespalten, und etliche Aspekte verdienen eine genauere Betrachtung.
Bianchi, der *Summorum Pontificum* Benedikts XVI. – das den Gebrauch des alten Messbuchs liberalisierte – äußerst kritisch gegenüberstand, nimmt heute die Rolle des Gemäßigten ein; er ist, wie im Grunde jeder, davon überzeugt, dass der gesunde Menschenverstand einen Bruch und ein Schisma seitens der Anhänger Lefebvres verhindern kann – vorausgesetzt, die Unnachgiebigkeit auf beiden Seiten weicht dem Dialog. Bianchis Standpunkt besteht im Wesentlichen darin, dass die Gläubigen der „Lateinischen Messe“ nicht dämonisiert werden dürften, da die beiden Riten – der tridentinische und der konziliare – nicht im Widerspruch zueinander stünden; schließlich hätten die Katholiken – er selbst eingeschlossen – bis ins vergangene Jahrhundert hinein die Eucharistie genau in jener alten Form gefeiert.