Donnerstag, 28. Mai 2015

Ettore Tedeschi schreibt einen offenen Brief an den Papst. Lesen!


La Nuova Bussola Quotidiana veröffentlicht heute den offenen Brief , den Ettore Gotti Tedeschi an den Papst geschrieben hat. Hier geht´s zum Original:    klicken

" LIEBER PAPST, KEINER KANN UNS MORAL LEHREN, DER DIE UMWELTKRISE 
PROVOZIERT HAT"

"Beatissimo Santo Padre,
Ich erlaube mir, mich direkt an Sie zu wenden, nachdem ich die Debatte und so viele Deklarationen, auch von Kirchenmännern, zu Themen von Umwelt -und Entwicklungspolitik gehört habe.

Ich glaube, daß es wichtig ist, jede Zweideutigkeit zu vermeiden und klar zu sagen, daß die wahre Verantwortung für das sozio-ökonomische Ungleichgewicht, das eine diffuse Armut produzierte, und für die beklagte Umweltkrise in den Thesen der sogenannten Neomalthusianer zu finden ist, die uns heute mit Vorschlägen und Richtlinien zu kommen scheinen, wie wir den Umwelt- und Wirtschaftsproblemen begegnen sollen. Dabei wissen wir, daß wenn eine Diagnose falsch oder verfäscht ist, das acuh für die Prognose zutrifft.

Die aktuelle ökonomische Krise und das ökologische Ungleichgewicht, das sich in den letzten Jahrzehnten herausgebildet hat, haben ihren Ursprung in der Applikation der neomalthusianischen Theorien (die anfänglich in den Jahren 1970-80) von mehreren amerikanischen Universitäten verbreitet wurden und den Zusammenbruch der Geburtenzahlen in der westlichen Welt inspiriert und forciert haben.
Aber wie kann das Brutto-Inlandsprodukt real und nachhaltig wachsen, wenn die Bevölkerung nicht wächst?

In Wirklichkeit (eine andere Illusion) kann einzig der Anstieg des individuellen Konsums bewerkstelligt werden.
Deshalb wurde, um die Risiken, die dem Zusammenbruch der Geburtenziffern folgten, zu korrigieren und zu kompensieren, das sogenannte "Konsummodell" angenommen.
In einer reifen Gesellschaft mit relativistischer (nihilistischer) Moral war es nicht schwer, dem westlichen Menschen zu vermitteln, dass die wahre und wichtigste Befriedigung die des Materialismus und Konsums ist. Aber um die Bedürfnisse des allgemeinen Konsums zu befriedigen, wurden auch die Voraussetzungen für die Armut und die Ausbeutung der Umwelt geschaffen. So kam es zur Deindustrialisierung der westlichen Länder, die zu teuer produzierten und zur Verlagerung: die Produktion wurde in Niedrigkostenländer transferiert, die noch keine Technologien des Umweltschutzes entwickelt hatten.

Um mehr konsumieren zu können, wurde auch vom Sparen auf Konsum umgeschaltet und dem Bankensystem ein Kreditwesen eingefügt, das den Familien den Selbstschutz nahm. Das Nullwachstum der Bevölkerung, von den Neomalthusianern erhofft (zwei Kinder pro Paar) hat dann zur Alterung der Bevölkerung geführt, mit der Folge, dass deren feste Kosten (Gesundheit und Renten) durch eine äquivalente Anhebung der Steuern kompensiert wurde, was zu einer Verringerung der Renditen, der Investitionen und zu einem Anwachsen der Schulden führte.
Um den konsequenten Zusammenbruch des ökonomischen Wachstums zu vermeiden, wurde das Konsumwachstum und das Anwachsen der Schulden immer mehr verstärkt. Aber dadurch wurde auch der Anstieg der verlagerten -für die Ausbeutung der Umwelt weniger aufmerksamen-Produktion verstärkt.

Der Beginn der ökonomischen Krise, der wachsenden Armut und des Umweltungleichgewichtes sind Konsequenzen dieser neomalthusianischen Doktrin.Wie könnte jetzt diese Doktrin die Probleme lösen, die sie geschaffen hat?
Das Risiko ist, dass sie nicht ein wahres Wirtschaftswachstum unterstützt: die Familie und eine verantwortungsvolle und bewußte Steigerung der Kinderzahl. So werden die Ressourcen  um die globalen Produktionsstrategien wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und in umweltfreundliche Technologien zu investieren, noch mehr fehlen. Immer mehr werden die Ressourcen um die Alten zu unterhalten, Arbeit für die Jungen zu schaffen und die Schwächsten zu schützen, fehlen.

Wie kann man aber denken, daß eine neomalthusianische und -Abtreibungskultur, die die Sakralität des menschlichen Lebens leugnet und den Menschen als intelligentes Tier betrachtet, Frucht der Evolution eines Bazillus´, aber Krebsgeschwür für die Natur, nur dazu ausgerichtet, zu konsumieren, - ein Projekt zum Schutz der Umwelt und des Menschen erarbeiten?
Wie kann man daran denken, sich auf Lösungen für die Umwelt zu beziehen, die von denen vorgeschlagen werden, die eine ökologisch-ökonomische Pseudo-Lösung der wahren Lösung der moralischen Bewußtwerdung des Menschen für eine spirituelle und intellektuelle Reifung vorziehen?

Das größte Risiko für uns ist, malthusianische-ambientalistische Lösungen zu tolerieren und dem Ambientalismus zur erlauben, sich als universale Religion der globalisierten Welt festzusetzen, in der verschiedene religiöse Kulturen koexistieren. Dieser malthusianische Ambientalismus bringt das Risiko mit sich, -mehr Armut  zu produzieren, ein größeres sozio-ökonomisches Ungleichgewicht zu schaffen und einen geringeren Schutz für die Umwelt zu bewirken.

Der Heilige Franziskus liebte die Geschöpfe und die Natur, diese Werke seines geliebten Schöpfers, bis zum von IHM vorgesehen Ende.
Deshalb setze ich mein Vertrauen in Sie, Beatissimo Padre,
mit kindlicher Verehrung
Ettore Gotti Tedeschi "

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Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, E. Tedeschi



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