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Mittwoch, 12. Februar 2020

Sandro Magister stellt eine wichtige Frage zu "Querida Amazonia"

und kann einiges zu den  bisher unbekannten Hintergründen des Tumultes um "Aus der Tiefe unserer Herzen"  und zur causa Gänswein erklären. ZU lesen ist das bei Settimo Cielo, L´Espresso 
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"FRANZISKUS´ SCHWEIGEN, RATZINGERS TRÄNEN UND SEINE NIE VERÖFFENTLICHTE ERKLÄRUNG" 

"Das, was an der postsynodalen Apostolischen Exhortation "Querida Amazonia", die heute am 12.2. 2020 am meisten überrascht, ist ihr völliges Schweigen zu der am meisten erwarteten und kontroversesten Frage: der Weihe verheirateter Männer.

Das Wort "Zölibat" kommt darin nicht einmal vor. Wohl wünscht Papst Franziskus daß das Amt so gestaltet wird, daß es dazu führte, daß die Eucharistie häufiger zelebriert werden kann- sogar in den am weitesten entfernten und verstecktesten Gemeinden. (N.96)
Aber er wiederholt (N.88) daß nur der geweihte Priester die Eucharistie feiern, Sünden vergeben und die Krankensalbung spenden kann (weil auch sie innig an das Vergeben der Sünden gebunden ist, N.129) Und er sagt nichts über die Weihe für "viri probati",

Keinerlei Neues, auch nicht bei Ämtern für Frauen " gäbe man ihnen die Möglichkeit zu den hl. Weihen" schriebt Franziskus " würde das zur Klerikalisierung der Frauen führen" und "unser Verständnis von Kirche auf funktionelle Strukturen reduzieren."

Die Frage, die sich der Lektüre von Querida Amazonia stellt, ist also zu wissen, in welchem Maß die Buch-Bombe des Papa emeritus und Kardinal Robert Sarahs zur Verteidigung des Zölibats die Exhortation beeinflussen konnte- insbesondere auf sein Schweigen zur Weihe für verheiratete Männer.

Zu diesem Zweck brauchen wir einige zusätzliche Informationen in Beziehung zu Artikeln, die wir früher veröffentlicht haben, um nachzuzeichnen, was sich im Verlauf der tumulthaften Tage nach der Veröffentlichung des Buches ereignet hat.

Die bereits bekannte Abfolge der Ereignisse ist bei Settimo Cielo in den  drei  "Post-scriptum" unter unserem Artikel vom 13. Januar wiedergegeben worden.

"Auch im Schock-Buch Ratzingers und Sarahs. Mit einem Bericht über ein neues Treffen der beiden"

Aber u.a. auch Settimo Cielo wurde von mehreren unabhängigen Quellen- über vier weitere Ereignisse von großer Bedeutung informiert.


Montag, 13. Januar 2020

Magister: Das Buch.....

Sandro Magister kommentiert und analysiert für Settimo Cielo das vom Papa emeritus und Kardinal Sarah gemeinsam verfaßte Buch "Aus der Tiefe unserer Herzen" , das morgen veröffentlicht wird. Aber seit gestern Abend schon seine Sprengkraft zeigt,,,,
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"EIN BUCH WIE EINE BOMBE. RATZINGER UND SARAH BITTEN FRANZISKUS,  NICHT DIE TÜR FÜR VERHEIRATETE PRIESTER ZU ÖFFNEN."

SarahSie haben sich getroffen. Sie haben sich geschrieben, Gerade als der Lärm einer seltsamen Mediensynode, die an die Stelle der echten Synode, der Amazonas-Synode  trat, durch die Welt polterte. 
Und sie beschlossen, das Schweigen zu brechen: „Es war unsere heilige Pflicht, an die Wahrheit des katholischen Priestertums zu erinnern. In diesen schwierigen Zeiten muss jeder Angst haben, dass Gott eines Tages diesen bitteren Vorwurf an ihn richten wird: "Du bist verflucht, der du nichts gesag hast." Das ist ein Rückgriff auf eine Schmährede der Hl. Caterina von Siena, der großen Geißlerin der Päpste. 
Papst Emeritus Benedikt XVI und der guineanische  Kardinal Robet Sarah haben ihr Buch kurz vor Weihnachten zur Druckerei gegeben, das in Frankreich Mitte Januar in der Edition Fayard unter dem Titel  "Aus der Tiefe unserer Herzen" erscheint .
Noch bevor Papst Franziskus die Schlußfolgerungen jener Amazonas-Synode gezogen hat, bei der es in Wirklichkeit mehr um Flüsse und Wälder ging und bei der eine wütende Diskussion um die Zukunft des katholischen Priestertums ging- ob verheiratet oder nicht und ob in Zukunft offen für das Frauenpriestertum.oder nicht.
Es wird in der Tat ein ernstes Problem für Franziskus sein, einen Weg zum verheirateten Priestertum und zum weiblichen Diakonat zu eröffnen, nachdem sein Vorgänger und ein Kardinal mit tiefgreifender Lehre und strahlender Heiligkeit des Lebens wie Sarah eine so klare und kraftvolle Position zur Stützung des priesterlichen Zölibats, eingenommen haben und mit diesen fast ultimativen Worten aus der Feder des einen und der vollen Zustimmung des anderen den regierenden Papst anreden:

Sonntag, 12. Januar 2020

Magister zur Vatican-Diplomatie im Mittleren Osten

Sandro Magister analysiert bei Settimo Cielo im Licht der jüngsten Ereignisse um den getöteten Terroristen Suleimani den Stand der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl und dem Iran. Bemerkenswert auch, daß es für so manchen Leser/Hörer der mainstream-Medien eines Vaticanisten bedarf, um über die Vorgeschichte und Hintergründe des Geschehens informiert zu werden. Hier geht´s zum Original:  klicken

"ABGEKÜHLTE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEM VATICAN UND DEM IRAN, SOGAR  SCHON VOR DER TÖTUNG SULEIMANIS" 

"Sechs Tage nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Suleimani in Bagdad gab es große Erwartungen, was Papst Franziskus in seiner traditionellen Ansprache zum Jahresanfang an das Diplomatische Corps sagen würde.

In dieser Hinsicht äußerte sich der Papst mit den Worten, die er zuvor beim Angelus am 5. Januar ausgesprochen hatte.

"Besonders beunruhigend sind die Signale, die aus dem gesamten Mittleren Osten kommen in der Folge der verstärkten Spannungen zwischen dem Iran und den USA - mit dem Risiko vor allem für den schrittweisen Wiederaufbau des Iraks ebenso aber auch den Grundstein für einen  größeren Konflikt legen könnte. den wir alle vermeiden wollen. Ich rufe daher erneut dazu auf, daß alle Beteiligten eine Eskalation des Konfliktes vermeiden und unter uneingeschränkter Achtung des Völkerrechts die Flamme des Dialogs und der Selbstbeherrschung am Leben erhalten.

Es ist anzumerken, daß es eine langjährige Beziehung zwischen dem Hl. Stuhl und dem Iran gibt, Seit 1954 bestehen diplomatische Beziehungen. Auch mit dem schiitischen Islam und seinen Ayatollahs gibt es eine gefestigtere Tradition des kulturellen Austauschs als mit dem sunnitischen Islam.
Auf geopolitischem Gebiet hat die vaticanische Diplomatie im Iran im Allgemeinen eher ein Stabilisierungs-  als einen Konfrontationsfaktor angesehen -auch für den Schutz der christlicher Minderheit im Iran und im benachbarten Syrien.
Während des noch andauernden Syrienkonfliktes war der Hl. Stuhl immer auf der Seite der Macht Bashar el Assads- die hauptsächlich von den al Quds-Milizen Suleimans gesichert wurde- gegenüber der Zivilbevölkerung nicht weniger unbarmherzig als gegenüber den Kämpfern.

Vor kurzem jedoch gab es im Vatican einige Zeichen für ein kritisches Abrücken vom der traditionellen Politik der "guten Nachbarschaft" mit der Islamischen Republik Iran.

Der Text, den "La Civiltà Cattolica" der Presse wenige Stunden vor der Tötung Suleimans geschickt hat, ist ein interessanter "Test" dafür, wie der Vatican jetzt auf die iranischen Hegemoniebestrebungen gegenüber dem Libanon, dem Irak und Syrien schaut.

Giovanni Sale, der in dem von Fr. A. Spadaro geführten Magazin - das mit Zustimmung des Papstes publiziert-, für die Muslimische Welt zuständig ist, hat den Volksaufständen, die seit etlichen Monaten in Libanon, Irak und Iran stattfinden 10 Seiten gewidmet.

Und was den Irak betrifft, schreibt Fr. Sale, daß die Hauptziele des Protests der Jugend eben "die Ayatollahs von Teheran sind, die sehr daran interessiert sind, die Region, die Schiitischer Halbmond genannt wird, strategisch zu kontrollieren."

Im Irak- erklärt der Jesuit- gibt es zur Zeit ein "inoffizielles Quotensystem" das "die Macht zwischen drei Wählergruppen -den Shiiten, Sunniten und den Kurden aufteilt." und dabei den Shiiten Vorrang gibt- mit Unterstützung des Irans- einschließlich militärischer Hilfe.


Dienstag, 31. Dezember 2019

Magister : Die Revolution von Papst Franziskus macht auch vor der Hl. Jungfrau Maria nicht Halt.

Auch Sandro Magister kommentiert die Predigt mit den Äußerungen zur Marien-Theologie, die Papst Franziskus am Fest der Allerheiligsten Mutter Jesu gehalten hat. Das tut er bei Settimo Cielo.
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"FRANZISKUS´ REVOLUTION SPART NICHT EINMAL UNSERE LIEBE FRAU AUS. HIER IST ZU LESEN, WAS ER AUS IHR MACHEN WÜRDE"

Am achten Tage nach Weihnachten, dem Tag an Jesus beschnitten wurde und den vom Engel genannten Namen erhielt, feiert die katholische Kirche das Fest Mariens, der allerheiligsten Gottesmutter.

Aber wer ist Maria im Glauben und in den Predigten von Papst Franziskus? Eine seiner jüngsten Predigten hat Verwunderung darüber, wie er das Bild der Mutter Jesu neu gezeichnet hat.

Pietro De Marco hat uns diese Analyse der Päpstlichen Predigt geschickt. Der Autor, ein früherer Professor für Soziologie und Religionssoziologie an der Universität von Florenz und an der Theologischen Fakultät Zentralitaliens, Philosoph und Historiker aus Erfahrung, ist  bei den Lesern von Settimo Cielo seit Jahren bekannt und geschätzt.

"NEIN; VERLIEREN WIR UNS NICHT IN ABSURDITÄTEN " MARIANISCHE DOGMEN NACH PAPST FRANZISKUS" 

von Pietro De Marco

In einer Zeitspanne von wenigen Tagen haben wir die Nachrichten erhalten, sowohl darüber, daß  der Kommentars  zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens für die Gläubigen der Diözese Mailand einem Baptistenehepaar  anvertraut wurde als auch vor allem, über Papst Franziskus´ erstaunliche Predigt während der Messe zur Vigil des Festes der Hl. Jungfrau von Guadalupe. 

Wenn Franziskus auch nicht den protestantischen Stil im Umgang mit mariologischen Themen annahm.wollte er dennoch in seinem Eifer sein persönliches restriktives Urteil über die Marien-Dogmen und im Negativen zum Titel der Miterlöserin, Objekt jahrhundertelanger theologischer Überlegungen öffentlich machen. "No nos perdamos en tonteras" - verlieren wir uns nicht in Absurditäten- sagte er zu den uralten Erkundungen Marianischer Theologie und Spiritualität. 


Sonntag, 22. Dezember 2019

S. Magister über ein Treffen des Pontifex mit den Kurienkardinälen, das geheim bleiben sollte

Sandro Magister berichtet bei Settimo Cielo über ein geheim gebliebenes Treffen der Kurienkardinäle mit dem Pontifex und eine Messe "wider Willen" in Santa Marta. Und er fügt seinem Artikel Ausschnitte aus der alljährlichen Weihnachts-Grußbotschaft des Papstes an die Kardinäle an.
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"DIE LETZTE REDE DES PAPSTES AN DIE KARDINÄLE  HAT EINEN VORLÄUFER. DIE SOLLTE GEHEIM BLEIBEN." 
Auch dieses Jahr hat Papst Franziskus in der Rede, die er alljährlich vor Weihnachten an die vaticanische Kurie richtet wieder gegen seine unglücklichen Zuhörer ausgeteilt.

Im vergangenen Jahr hatte er sich die "Judasse" vorgenommen; "der sich hinter guten Absichten versteckt, um ihre Brüder zu erstechen und Unkraut zu säen."

Vor zwei Jahren hatte er die "Verräter des Vertrauens" an den Pranger gestellt, die sich "durch Ehrgeiz oder Ruhm verderben ließen und sich, wenn sie sanft entfernt wurden, fälschlicherweise zu Märtyrer des Systems, des" nicht informierten Papstes ", der "alten Garde"  erklärten, anstatt das "mea culpa" zu rezitieren.

Worauf zielt der Papst in diesem Jahr? Weiter unten geben wir die schärfsten Passagen der Rede des Papstes an die römische Kurie vom Samstag, 21. 12. wieder.

Vorher jedoch müssen wir von einer anderen Begegnung berichten, die vor wenigen Tagen zwischen Franziskus und den Kardinälen stattfand, die schlecht begann und noch schlechter endete.

                                                   *     *     *     *

Über diese Begegnung gibt es bis jetzt keine Informationen aus irgendeiner vaticanischen Quelle. Und dennoch hat sie stattgefunden. In der Kapelle von Santa Marta, am Morgen des 13. Dezembers, dem 25. Jahrestag der Primizmesse Jorge Mario Bergoglios.

Es war Kardinal Sodano -in seiner Eigenschaft als Dekan des Kardinalskollegiums gewesen, der wenige Wochen zuvor dem  Papst vorgeschlagen hatte, diese Wiederkehr mit einer von ihm gemeinsam mit den in Rom ansässigen Kardinälen zu feiern.

Franziskus hatte das abgelehnt. Aber Sodano gab nicht nach und Dank der erneuten Intervention von Kardinal Giovanni Battista Re - dem stellvertretenden Dekan des Kardinalskollegiums- beim Papst, konnten zuletzt sein Widerstand überwunden werden.

Im Einladungsschreiben an die Kardinäle der Versammlung erwähnt Sodano die anfängliche Ablehnung des Papstes.

Was jedoch dessen Abneigung nur geringfügig gedämpft hat. Die Messe fand am 13. Dezember in absoluter Stille auf beiden Seiten statt. Der Papst hielt keine Predigt und sagte vor oder nach dem Ritus kein einziges Wort. Und Sodano konnte nicht einmal die guten Wünsche vorlesen,  die er nicht nur für die Anwesenden, sondern für das gesamte Kardinalskollegium vorbereitet hatte. Nach der Messe begrüßte Francis schnell die Kardinäle nacheinander und ging.

Am Nachmittag haben sowohl der Osservatore Romano als auch Vatican News die Grußbotschaft Kardinal Sodanos veröffentlicht. Aber ohne ein einziges Bild von der mit dem Papst zelebrierten Messe.

Das war die kategorische Anordnung des Pontifex: keine Nachricht, kein Foto.

Unnötig zu sagen, daß die in Santa Marta versammelten Kardinäle von der ostentativen Kälte des Papstes ihnen gegenüber sehr betroffen waren. Eine Kälte, deren Grund sie nicht verstanden haben.

Und jetzt kommen wir zur Vorweihnachts-Rede an die Kurie vom 21. Dezember.  Mit der besagten Vorgeschichte.


Dienstag, 17. Dezember 2019

Magister: Kirche, Glaube & Politik im aktuellen Pontifikat

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die starke Affinität des amtierenden Pontifex zur Politik und beruft sich dabei auf den Professor für Zeitgenössischen Geschichte, Robero Pertici.
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"ZWISCHEN NATIONALISMUS UND DEM RICHTIGEN BILD VON NATION. DER POLITISCHE FEHLSCHLAG VON PAPST FRANZISKUS"

Der Widerspruch ist vor den Augen aller sichtbar und kann politisch als Fehltritt bezeichnet werden. Papst Franziskus hämmert unerbittlich gegen Souveränismus und Nationalismus, und trotzdem wählen seine Gläubigen massenhaft souveräne und nationalistische Parteien- in Italien und in Europa.

In Italien ist zum Beispiel die Partei, die von praktizierenden Katholiken heute am meisten gewählt wird- die Lega Nord, deren Kopf Matteo Salvini (auf dem Foto) die  Gottesmutter verehrt und sich gleichzeitig für die Ablehnung von Einwanderern einsetzt.

In dem engen Kreis der Vertrauten von Jorge Mario Bergoglio gibt es einige, die ihn auf diesen Kontrast zwischen dem, was er predigt, und dem Verhalten der Gläubigen hingewiesen haben müssen. Davon zeugt der Artikel, den Andrea Riccardi, Professor für Kirchengeschichte und Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, am 11. Dezember im „Corriere della Sera“ veröffentlicht hat

"Der National-Katholizismus, eine Gefahr für die Kirche" 

Riccardi zitiert Franziskus nur nebenbei. Er vermeidet sorgfältig an dessen sensationellste Breitseite - in einem Interview vom 6. August zu erinnern, "Souveränismus ist eine Haltung der Isolation. Ich bin besorgt, weil es Reden gibt, die an die Hitlers von 1934 erinnern..."

Statt dessen beklagt der Professor "den Tod des Nachdenkens über dieses Phänomen in der Kirche" und meint damit "warum akzeptieren einige Katholiken die soziale Botschaft von Papst Franziskus nicht, während sie nach Bestätigung suchen und empfänglich sind für einen Katholizismus, der Identität stiftet."

Aber Riccardi ist er der Erste, der sich weigert, diese Frage zu analysieren,. Er beschränkt sich darauf, festzustellen, daß "die Bewegungen des Souveränismus,  Christliche Werte und Symbole achten" und daß deshalb "von der Kirche ein National-Katholizismus gefordert wird."
Eine Forderung, die seiner Meinung nach "katastrophal" ist, weil sie dem  katholischen Universalismus, dem Erbe der Päpste und des Konzils widerspricht, in dessen Schatten das vereinte Europa und viele Visionen und Aktionen gegenüber der Welt entstanden."


Donnerstag, 12. Dezember 2019

S. Magister : Wer ist "frontrunner" beim nächsten Konklave?

Sandro Magister stellt bei Settimo Cielo die Kardinäle vor, die derzeit als Kandidaten für das nächste Konklave betrachtet werden.
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"PROBE FÜR DAS KONKLAVE. DER NÄCHSTE PAPST WIRD VON SANT´  EGIDIO BENANNT WERDEN"
Zwei kürzliche Aktionen von Papst Franziskus haben die Aufmerksamkeit auf das Konklave gelenkt, das seinen Nachfolger wählen wird und auf die Namen der Kandidaten
Der erste Akt, der am 25. November vom Direktor der vatikanischen Pressestelle bekannt gegeben wurde, ist die Zustimmung des Papstes zum Rücktritt seines persönlichen Sekretärs, des Argentiniers Fabián Pedacchio Leániz, 55, der seit 2007 Mitarbeiter der Bischofskongregation ist.

Pedacchio, seit 2013 Franziskus´ persönlicher Sekretär, wird wieder hauptberuflich in der Kongregation tätig sein, in der er gerade wegen seiner Nähe zum Papst eine herausragende Rolle gespielt hat. Es ist absehbar, daß er dort in naher Zukunft auf eine höhere Ebene aufsteigen wird, verbunden mit der Ordination zum Bischof.

Dass ein Papst seinen persönlichen Sekretär präventiv vor Vergeltungsmaßnahmen in der Nachfolge schützen würde, ist ein Klassiker der vatikanischen Chroniken, an dem festzuhalten sich Jorge Mario Bergoglio ohne zu zögern, entschlossen hat.
Der zweite Akt, der am Sonntag, dem 8. Dezember, veröffentlicht wurde, ist die Berufung des philippinischen Kardinals Luis Antonio Gokim Tagle, 62, als neuer Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker - seit 2011 Erzbischof von Manila und seit 2015 Präsident von Caritas Internationalis.

Um an der Spitze von „Propaganda Fide“ Platz für ihn zu machen, zog Francis seinen Vorgänger, Kardinal Fernando Filoni brüsk aus seinem Amt zurück, trotz der Tatsache, dass er weder in Bezug auf sein Alter mit 73 oder auf die Dauer seiner Amtszeit, die 2021 enden sollte, seine Zeit überschritten hatte.

Zum Ausgleich hat der Papst Filoni die mehr ehrenvolle als wichtige Position eines Großmeisters der Ritter vom Heiligen Grab von Jerusalem übertragen. Die mangelnde Wertschätzung ist sowohl auf die Nähe des Kardinals zum neokatechumenalen Weg zurückzuführen, auf den der Papst sichtlich allergisch reagiert, als auch auf die Vorbehalte, die Filoni in zwei Interviews mit dem „L'Osservatore Romano“ und den Vatican-News gegen das am 22. September 2018 ratifizierte Geheimabkommen zwischen dem Hl. Stuhl und China zum Ausdruck brachte, das vom Papst stark befürwortet wird.


Dienstag, 10. Dezember 2019

Grußbotschaft des Papa emeritus an die Internationale Theologen-Kommission zu ihrem 50-jährigen Bestehen

Sandro Magister hat bei Settimo Cielo - mit einem kurzen Kommentar- die Grußbotschaft des Papa emeritus Benedikt XVI an die Internationale Theologen-Kommission veröffentlicht.
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"AUS RATZINGERS TAGEBUCH, TATEN UND UNTATEN DER INTERNATIONALEN THEOLOGENKOMMISSION" 

Ende November traf sich die Internationale Theologenkommission im Vatican, um ihr erstes halbes Jahrhundert zu feiern. Und Papst Franziskus - der sie in Audienz empfing, dankte ihnen dafür 2018 ein Dokument zu einem Thema verfaßt zu haben, das ihm sehr am Herzen liegt- zur Synodalität und er erklärte daß das für viele nicht die Art zu denken ist. also" sich an den Händen zu  halten und vorwärts zu gehen, Partys mit jungen Leuten zu veranstalten oder Meinungsumfragen darüber zu starten, was die Leute über das Frauenpriestertum denken,."

Wenige haben jedoch realisiert, daß die dreißig Theologen der Kommission auch die Botschaft eines anderen Papstes- heute emeritierten- Papstes, namens Joseph Ratzinger empfangen haben, auch er ein Theologe größten Kalibers, der bei ihrer Gründung 1969 Teil dieser Kommission war.

Die Botschaft, die von Benedikt XVI an die Internationale Theologenkommission adressiert ist, kann man in ganzer Länge  in italienischer Sprache auf der offiziellen website des Vaticans lesen:

Grußbotschaft des Papa emeritus...."
Für den Anfang drückt Ratzinger seine Wertschätzung der Autonomie aus, die die Theologen-Kommission von Anfang an gegenüber der Kongregation für die Glaubenslehre hatte. Natürlich ist der Präfekt der Kongregation auch der Präsident der Kommission, aber es ist wie im "Österreichisch-Ungarischen Reich", wo "der Kaiser von Österreich und der König von Ungarn dieselbe Person waren, während die beiden Länder autonom leben eines neben dem anderen. "


Samstag, 7. Dezember 2019

Kardinal Zen zieht zum Thema vaticanische China-Politik die Samthandschuhe aus....

Sandro Magister hat heute bei Settimo Cielo ein Interview veröffentlicht, das der emeritierte Bischof von Hong Kong, Kardinal Zen, Nicholas Haggerty für das online-Magazin "New Bloom" gegeben hat. Zen begründet darin ungeschminkt seine Ablehnung des vaticanisch-chinesischen Abkommens. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE KIRCHE IN CHINA AN DER SCHWELLE ZUM SCHISMA. KARDINAL ZEN WARNT."

"Am 3. Dezember hat "New Bloom" ein in Taiwan beheimatetes online-Magazin ein ausführliches Interview mit Kardinal Joseph Zen Zekiun, Bischof emeritus von Hong Kong veröffentlicht.

Das Interview fand in Hong Kong statt und trägt die Unterschrift von Nicholas Haggerty. Man kann es zur Gänze auf dieser Seite der New Bloom lesen:

Interview: Cardinal Joseph Zen

Der Kardinal läßt die Politik des HL. Stuhls gegenüber China währen der letzten drei Pontifikate detailliert Revue passieren. Und er weist mit dem Finger auf die Hauptverantwortlichen für die Kapitulation vor dem kommunistischen Regime durch das Geheimabkommen- formalisiert furch das Geheimabkommen vom 22. September 2018:  den indischen Kardinal Ivan Dias, vorletzter Präfekt von Propaganda Fide und vor allem den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, voriger mit dem China-Sossier betrauter Untersekretär.

Dann folgt der Teil des Interviews, der das Pontifikat von Franziskus betrifft.

Zen: " Franziskus hat nur wenige Respekt vor seinen Vorgängern. Er macht mit allem, was Johannes Paul II und Papst Benedikt gemacht haben, tabula rasa. Und um die Contenance zu wahren, sagt man natürlich die ganze Zeit "In Kontinuität mit ..." aber das ist eine Beleidigung. Eine Beleidigung. Es gibt keine Kontinuität.

2010 haben sich Parolin und Dias mit den Chinesen über ein Vorprojekt geeinigt. Dann haben alle angefangen zu rufen: "Oh jetzt gibt es eine Übereinkunft. Sie kommt , sie kommt". Und dann plötzlich nichts mehr.

Ich habe kein Beweise, aber ich glaube, daß es Papst Benedikt war, der nein sagte,. Er konnte dieses Abkommen nicht unterzeichnen. Und ich glaube, daß das aktuelle Abkommen, das jetzt unterzeichnet wurde, genau das selbe ist, das zu unterschreiben, Papst Benedikt sich weigerte.

Haggerty: Sie haben das Abkommen nicht gesehen, hat man es Ihnen nicht gezeigt?

Zen: Nein! Und ich frage Sie: ist das richtig? Ich bin einer der beiden lebenden chinesischen Kardinäle und ich durfte das Abkommen nicht sehen, obwohl ich mich dreimal an Rom gewandt habe.


Mittwoch, 4. Dezember 2019

Magister: Eine Rede über Papst Franziskus´ Mythos Volk, Fortsetzung....

Fortsetzung von hier und hier
Bei der Lektüre der Fortsetzung  muß man feststellen, daß es noch schlimmer werden kann, als man nach Teil 1 dachte.

POLITISCHE PROZESSE 

Mit dem populistischen Faden von Papst Franziskus´ Politik können auch die zwei seiner kürzlich gehaltenen Reden mit juristischem Charakter gewoben worden sein.
Die erste war an das Gipfeltreffen der lateinamerikanischen Magistrate am 5. Juni 2019 gerichtet, mit ausführlichen Bezügen zur zweiten der drei Reden an die "Volksbewegungen" - der in Bolivien gehaltenen, die komplett nicht von ihm selbst geschrieben worden war, wenn auch in voller Übereinstimmung, vielleicht von einem der anwesenden argentinischen Richter, Raúl Eugenio Zalfaroni, einer prominenten Persönlichkeit  und Mitglied des Inter-amerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte und Unterstützer der "kritischen kriminologischen Theorie", die die Entstehung von Verbrechen und die Natur der Justiz in den Struktur der sozialen Klassen und der Ungleichheit sucht.

"Es gibt im Hunger keine Demokratie, es gibt keinen Fortschritt mit Armnut, es gibt keine Gerechtigkeit mit Ungleichheit" so faßte Franziskus seine Vision zusammen- zu donnerndem Applaus.

Die zweite Rede ist vom vergangenen 15. November und wurde vom Papst an die Teilnehmer des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Strafrecht gerichtet.

In ihr beschuldigte der Papst die Kriminalwissenschaft es sich in "nur spekulativem Wissen" gemütlich zu machen und dabei die "Tatsachen der Realität zu übersehen" - damit meinte er diesen "vergöttlichten Markt" der im Namen der Profitmaximierung nur "Exklusion" produziert. Juristen sollten statt dessen "ihr Wissen nutzen, um der Makro-Kriminalität der Unternehmen", unter der der Papst die "strafende Irrationalität" versteht, die sich selbst in Massenverhaftungen manifestiert, in Überbelegung und Folter in den Gefängnissen, Willkür und Missbrauch durch die Sicherheitskräfte, Ausweitung des Kriminalitätsbereichs, Kriminalisierung sozialer Proteste, Missbrauch von präventiven Freiheitsstrafen.

Der Gedanke, daß diese "bestrafende Irrationalität" nicht für einen "vergöttlichten  Markt" typisch ist, sondern für Länder wie China, in denen der Markt unter der Aufsicht einer allgegenwärtigen und libertiziden politischen Diktatur steht, scheint Franziskus nicht einmal in den Sinn zu kommen.


Franziskus kam auf diese Rede zurück, um sie während der Pressekonferenz auf dem Rückflug von seiner Reise nach Japan zu zitieren. Dieselbe Pressekonferenz, bei der er - befragt über die den Vatikan erschütternden Finanzturbulenzen - erklärte, er habe die Initiativen der päpstlichen Magistratur und der Gendarmerie persönlich in Wort und Schrift befürwortet und autorisiert und damit die goldene Regel der Trennung von Legislative und Exekutive durchkreuzt.  

FÜR EINE"FRANZISKANISCHE"WIRTSCHAFT 
Zuletzt zwei Anhänge, die mit zwei Ereignissen verbunden sind, die Papst Franziskus für das Frühjahr 2020 plant. 

Das erste wird vom 26. -28. März tausende angehende Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt in Assisi versammeln,  zu einem "Festival der Wirtschaft der Jungen mit dem Papst. Einem Mittelweg zwischen Greta Thunberg und den Mächtigen der Erde" wie es vom Hauptorganisator Luigino Bruni,
angekündigt wurde, einem Mitglied der Focolare-Bewegung, Professor für Wirtschaftspolitik an der LUMSA und Berater des Dicasteriums für die Laien, Familien und das Leben. 

Im Einladungsbrief zu diesem Ereignis schlägt Franziskus nicht weniger vor. als einen "Pakt, um die gegenwärtige Wirtschaft zu ändern" und sie durch eine "Wirtschaft des Franziskus" zu ersetzen (soll heißen: des Hl. Franziskus von Assisi, aber mit bestehender Doppeldeutigkeit) 


Dienstag, 3. Dezember 2019

Magister: Eine Rede über Papst Franziskus´ Mythos Volk

Sandro Magister veröffentlicht heute bei Settimo Cielo den Text einer Rede über eines der Lieblingsthemen des Papstes das "pueblo" , die er vor einigen Tagen gehalten hat.
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  "EIN PAPST MIT DEM "MYTHOS" DES VOLKES"

[Den folgenden Text hat  Sandro Magister am 30. November und 1, Dezember bei einer Studienkonferenz in der Sala della Ragione auf die Initiative der Stiftung Magna Carta als Rede zum Thema "Über Cäsar und Gott. Kirche und Politik im Pontifikat von Johannes Paul II, Benedikt XVI und Franziskus". Er endet mit der Antwort Magisters am Ende der Diskussion.]

PAPST FRANZISKUS´ POLITISCHE VISION 
von Sandro Magister
Anagni, 30. November 2019

Die politische Vision von Papst Franziskus hat ihre Wurzeln vor allem in seiner Lebenserfahrung in Argentinien.
Vorzeitig zum Novizenmeister ernannt, akzeptierte der 34-jährige Bergoglio den Plan, Juan Domingo Perón an die Macht zurückzubringen vollständig für sich, Perón befand sich zu der Zeit im Exil in Madrid. Er wurde spiritueller Direktor der jungen Peronisten der Guardia de Hierro, die an der Salvador-Universität der Jesuiten zahlreich vertreten waren. Und diese Kampfbereitschaft behielt er nach seiner überraschenden Ernennung zum Provinzial der Jesuiten von Argentinien 1973 - im selben Jahr, in dem Perón ins Land zurückkehrte und seine Wiederwahl triumphal gewann.

Bergoglio gehörte zu  den Autoren des "Modelo nacional" , des politischen Testaments. das Perón nach seinem Tod hinterlassen wollte. Und aus alle dem resultierte die wütende Feindseligkeit der Hälfte der argentinischen Jesuiten, die weiter links standen als er, besonders nachdem er die Universität del Salvador übergab, die zum Verkauf stand, um die Finanzen der SJ zu stabilisieren- und zwar an niemand anderen als an seine Freunde der Guardia de Hierro.

Es war in jenen Jahren, in denen der zukünftige Papst den "Mythos" - sein Wort- vom Volk als Protagonist der Geschichte entwickelte. Ein Wort das für sich genommen unschuldig ist, ein Träger von Unschuld, ein Volk mit dem angeborenen Recht auf "Land, Wohnung, Arbeit" , das, wie er es sieht- sich mit dem Hl. Volk Gottes überschneidet.

Freitag, 29. November 2019

Magister: Das IDI bestätigt, 13 Millionen Dollar vom vaticanischen Staatssekretariat erhalten zu haben

Sandro Magister veröffentlicht bei Settimo Cielo den Brief des Präsidenten der Luigi Maria Monti-Stiftung mit einer Stellungnahme zu den Finanztransaktionen um das IDI, die im Mittelpunkt des aktuellen Finanzskandals im Vatican stehen. Demnach stammt das Geld, das zum Erwerb des Krankenhauses geflossen ist, ausschließlich aus der Päpstlichen Stiftung.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DAS IDI BESTÄTIGT 13 MILLIONEN DOLLAR VOM STAATSSEKRETARIAT  ERHALTEN ZU HABEN - ZURÜCKZAHLBAR."
Veröffentlicht wie empfangen.

Stiftung Luigi Maria Monti
Der Präsident
Rom 28. November 2019

Sehr geehrter Dr. Magister,

im Hinblick auf den Artikel "Krieg ums Geld im Vatican. Der Papst ist unter den Kombattanten" -datiert am 25.11. 2019 und im blog Settimo Cielo in L´Espresso veröffentlicht, muß ich wegen einer korrekten Information über die berichteten Ereignisse um das Istituto Dermopatico dell´Immacolata um die Veröffentlichung dieser Richtigstellung  und Klarstellung bitten.

Das Istituto Dermopatico dell´Ìmmacolata (IDI) ist ein hervorragendes Krankenhaus auf dem Gebiet der Dermatologie auf nationaler und europäischer Ebene, im Besitz der Luigi Maria Monti-Stiftung  mit Sitz in Rom.

Die Luigi-Maria-Monti-Stiftung ist eine Stiftung italienischen Rechts, eine juristische Person, eine gemeinnützige Organisatio, deren aktueller von der Kirchenleitung ernannte Präsident, der Unterzeichnete, der am 13. Juni 2017 vom Staatssekretär des Hl. Stuhls , Kardinal Pietro Parolin, ernannt wurde.

Die Luigi-Maria-Monti-Stiftung wurde 2015 vom Päpstlichen Delegierten der Kongregation der Söhne der Unbefleckten Empfängnis, Kardinal Giuseppe Versaldi gegründet, mit dem Ziel das IDI zu kaufen (und das angrenzende Firmengelände, das dazu gehörte), das von der Außerordentlichen Administration der italienischen Provinz der Söhne der Unbefleckten Empfängnis (die Administration ist eine Organisation, die nach der relativen Instabilität vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung mit der  Verwaltung und dem Verkauf des Gesundheitsfirmenkomplexes, dessen Besitzer die Italienische Provinz der Figli dell`Immacolata Concezione war, beauftragt worden war) verwaltet wird.


Dienstag, 26. November 2019

Magister über den aktuellen Finanzkrieg im Vatican

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die immer größeren Kreise, die der aktuelle Finanzskandal im Vatican zieht.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"KRIEG UMS GELD IM VATICAN. MIT DEM PAPST UNTER DEN KOMBATTANTEN." 
Während Papst Franziskus in Thailand und Japan ist, um Frieden zu predigen, findet im Vatican ein Kriege aller gegen alle statt- wegen der Geldfrage.

Vor seinem Abflug kündigte der Papst zwei Schlüsselernennungen an. Beide- die eine wie die andere - sind jedoch alles andere als friedenstiftend.

PELLS NACHFOLGER
Die erste Ernennung, die am 14. November veröffentlicht wurde, war die des neuen Präfekten des Wirtschaftssekretariates- in der Person des spanischen Jesuiten Juan Antonio Guerrero Alves - mit dem background eines Schatzmeisters der SJ.

Die Stellung eines Präfekten war tatsächlich vakant, seit Kardinal George Pell, der frühere Amtsinhaber, Rom in Richtung Australien verließ, überhäuft mit Anschuldigungen wg. sexuellen Mißbrauchs, wegen denen er jetzt im Gefängnis sitzt, wobei der Oberste Gerichtshof entschieden hat, den Fall wegen der zweifelhaften Zuverlässigkeit erneut zu untersuchen.

Man muß aber feststellen, daß die Macht des Wirtschaftssekretariates, die zur Zeit seiner Gründung 2014 sehr groß war, bereits von Papst Franziskus geschwächt worden war,-lange bevor Pell Rom verließ- zur großen Befriedigung vor allem des Staatssekretariates und der APSA, der Verwaltung des Patrimoniums des Hl. Stuhls, und des ein oder anderen, der bei seinen finanziellen Operationen keine Supervision oder externe Kontrolle erträgt.

Es ist deshalb nicht bekannt, welche Macht der neue Präfekt wirklich haben wird. Unter den glühendsten Unterstützern Jorge Mario Bergoglios gibt es Skepsis. Einer von ihnen, der Jesuit Thomas Reese, hat geschrieben, daß Guerrero, um Erfolg zu haben, vier Dinge brauchen wird, die der Papst ihm wohl nicht geben wird.

BRÜLHARTS RÜCKTRITT 

Die zweite am 18. November verkündete Schlüsselernennung ist die des neuen Präsidenten der AIF, Finanz-Informations-Agentur-  dem Institut das über die Korrektheit der vaticanischen Finanzoperationen wacht- im Hinblick auf die internationalen Normen und mit Kontakt zu den Sicherheits-Diensten zahlreicher anderen Staaten.


Sonntag, 24. November 2019

S. Magister: Papst Franziskus & der Hl. Paul VI

Sandro Magister zitiert in seinem heutigen Beitrag für Settimo Cielo Originalzitate  aus "Evangelii nuntiandi", der apostolischen Exhortation des Hl. Papstes Paul VI,  die er amtierende Pontifex zwar immer wieder zu Relektüre empfiehlt- wie auch jetzt wieder in Japan- stellt aber auch den Widerspruch zwischen den  Handlungen und Äußerungen zu Missions-Themen der beiden Päpste fest. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER PAPST, DEN BERGOGLIO SO LIEBT, IST AUCH SEIN GRÖSSTER KRITIKER"

Der Osservatore Romano gibt in seiner heutigen Ausgabe vom 24. 11. einige Sätze aus dem "off-the-record" Gespräch zwischen Franziskus und die japanischen Bischöfen wieder. Und er berichtet, daß der Papst am Ende der Begegnung die Bischöfe dazu eingeladen hat, noch einmal Nr. 80 der apostolischen Exhortation "Evangelii nuntiandi" des Hl. Pauls VI zu lesen, darüber was eine gute von einer schlechten Evangelisierung unterscheidet.

Das Wiederlesen der apostolischen Exhortation "Evangelii nuntiandi" von Paul VI wird von Jorge Mario Bergoglio sehr oft empfohlen,

Seltsamerweise- weil das in glattem Widerspruch zu dem steht, was der amtierende Papst zum Thema Mission tut und sagt.

Hier nun, was Paul VI in Nr. 80 seines Dokumentes schreibt:

"Der geistliche Eifer verlangt zunächst, daß wir alle Alibis beiseite zu schieben verstehen, welche 
sich der Evangelisierung in den Weg stellen möchten. Die vergänglichsten sind sicher diejenigen, 
für die man in dieser oder jener Aussage des Konzils eine Stütze zu finden vorgibt. 
So hört man allzuoft in den verschiedensten Formen sagen: Eine Wahrheit auferlegen, und sei es 
die des Evangeliums, einen Weg aufdrängen, sei es der zum Heile, ist nichts anderes als eine Vergewaltigung der religiösen Freiheit. Im übrigen, so fügt man hinzu, wozu überhaupt das Evangelium verkünden, wo doch die Menschen durch die Rechtschaffenheit des Herzens zum Heil gelangen können. Außerdem weiß man doch, daß die Welt und die Geschichte erfüllt sind von „semina Verbi“: wäre es da nicht eine Illusion zu behaupten, das Evangelium dorthin zu bringen, 
wo es schon immer in diesen Samenkörnern anwesend ist, die der Herr selbst dort gesät hat?

Wer sich einmal die Mühe macht, in den Konzilsdokumenten den Fragen auf den Grund zu gehen, welche diese „Alibis“ hier allzu oberflächlich verwerten, der findet dort eine völlig andere Sicht der Dinge.


Freitag, 22. November 2019

S.Magister: Pars pro toto? Zwei Umfrageergebnisse...

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die Ergebnisse zweier Umfragen zur Entwicklung der Zahlen der Katholiken und der Angehörigen anderer Konfessionen und zu ihren Überzeugungen.
Hier geht´s zum Original: klicken

"IMMER LEERERE KIRCHEN. ZWEI SCHOCKIERENDE UMFRAGEN IN DEN USA UND IN ITALIEN" 
In Japan, wo Papst Franziskus morgen landen wird, machen diejenigen, die in die Katholische Kirche getauft wurden 0,4% der Bevölkerung aus. Ohne jedes Anzeichen für eine zahlenmäßige Zunahme.

Aber auch in zwei westlichen Ländern mit solider Katholischer Präsenz zeigen die Statistiken abwärts. Diese beiden Länder sind die USA und Italien.

IN DEN USA 
In den USA gibt es eine bemerkenswerte Umfrage vom Washingtoner Pew Research Center, der am 13. November auch der Osservatore Romano einen Artikel gewidmet hat:

> In den USA geht der Niedergang des Christentums schnell zu<

Insgesamt ist der Anteil der Christen aller Konfessionen von 78% der Bevölkerung 2007 auf 65% 2019 zurück gegangen, während gleichzeitig  diejenigen, die sich als Atheisten, Agnostiker, Religionslose bezeichnen von 16% auf 26% zugenommen haben. 

Trennt man die Christen in Protestanten und Katholiken- sind die Ersteren von 51 auf43% abgenommen und die Katholiken von 24 auf 20%. 

Christen, die sagen, daß sie mindestens einmal im Monat zur Messe oder anderen Zeremonien in die Kirche gegangen sind, fielen von 54 auf 45%. Während jene, die sagen, die das vor einigen Jahren oder nie getan- außer zu Hochzeiten oder Beerdigungen- nahmen von 45 auf 54% zu. 

Der Niedergang der religiösen Praxis betrifft Männer und Frauen, schwarz oder weiß oder hispanisch, mit College-Abschluß  oder ungebildet. Was einen großen Unterschied macht ist vor allem das Alter und die politischen Vorlieben. Die "Millenials"- soll heißen, die in den 80-er und frühen 90-er Jahren Geborenen- zusammen mit denen, die die Demokratische Partei wählen, sind die Amerikaner, die die größte Abnahme der religiösen Praxis und die größte Zunahme der ..... aufweisen. 

Unter den Millenials sind heute 49% Christen und 40% Nones. Diejenigen , die zumindest einmal im Monat in die Kirche gehen, machen 35% aus, die die das nie tun 42%. 

Unter den amerkanischen Bürgern hispanischen Ursprungs machten die Katholiken vor 10 Jahren 57% aus. Heute sind des weniger als 47% , während die Nones in der Zwischenzeit aucf 23% anstiegen. 

Das Gebiet, in dem die Abnahme der Katholiken am ausgeprägtesten ist, ist der Nordosten, die während der vergangenen 10 Jahren von 36% auf 27% der Bevölkerung ausmachte.
Fast unverändert ist ihr Anteil dagegen im Süden. wo er vor 10 Jahren 17% betrug und heute 16% . 
Im Süden hat es allerdings einen größeren Rückgang bei den Protestanten gegeben, von 64% vor 110 Jahren auf heutige 53%. 

Bei den Protestanten zeigen nur die "Wiedergeborenen Evangelikalen" einen Anstieg, von 56% auf 59% in den letzten 10 Jahren. 

Bei den Wählern der Demokratischen Partei ist die auffälligste Veränderung die Zunahme der "Nones", die in den letzten 10 Jahren von 20% auf 34% anwuchsen. 

IN ITALIEN
Auch in Italien nimmt die Zahl der Katholiken ab. Das wird durch die jüngste periodische Untersuchung von IPSOS bewiesen, deren Präsident Nando Pagnoncelli in der jüngsten Ausgabe von "Vita e Pensiero", dem Magazin der Katholischen Universität in Mailand, darüber berichtet hat.

Verglichen mit den Zahlen vor 10 Jahren ist die Zahl der enagierten Katholiken, die mindestens einmal wöchentlich an religiösen Veranstaltungen und an Freiwilligenarbeit teilnehmen, sind um 2 Punkte auf heute 9% der Bevölkerung zurückgegangen.

Die Zahl der praktizierenden Katholiken, die  mindestens einmal wöchentlich an einer Kirchenveranstaltung -aber an keiner freiwilligen Arbeit teilnehmen- ist von 21% azuf 14% zurück gegangen.

Der Prozentsatz der lauwarmen Katholiken, die nur gelegentlich an religiösen Veranstaltungen teiönhemen ist von 39% auf 34% abgefallen.

Nicht praktizierende Katholiken bleiben bei rund 12%.

Während die Zahl derer,  die sich selbst als "Nichtgläubige" bezeichnen sich fast verdoppelt hat -von 17 auf 24% der Italiener, mit Spitzenwert bei den Jungen -46% bei den 18-24 Jährigen und 39% bei den 25-34 Jährigen- und bei den dynamischsten und gebildetsten Klassen- besonders im Norden.

Bei der Europawahl im Frühjahr 2019 bekam die Lega Nord die meisten Stimmen von praktizierenden Katholiken- sowohl 32,7% bei den engagierten als auch 38,4% bei den lauwarmen.

Gefolgt von der Demokratischen PArtei (PD) mit 26,9 % der praktizierenden und 20% bei den lauwarmen Katholiken und die 5-Sterne-Bewegung 14,3 % der Praktizierenden und 18,9% der Nichtgläubigen.

Zählt man die Stimmen zusammen, die die Lega Nord. Forza Italia zbnd Fratelli d´Italia von den Katholiken bekamen, führt Mitte-Rechts -bei den Praktizierenden mit 48,2% und bei den Lauen mit 55,9 %.

Die große Zustimmung der Katholiken für den Vorsitzenden der Lega Nord, Matteo Salvini, wird als vorwiegend an die Themen Migration und Sicherheit gebunden erklärt.
Pagnoncelli schreibt:

"So sehr die Kirche und der Papst sich auch ausdrücklich und leidenschaftlich für eine Willkommens-Politik ausgesprochen haben, herrscht -wenn auch gemäßitg- bei den praktizierenden Katholiken eine Haltung der Unterstützung einer restriktiuveren Politik vor. Zu Zeiten der von Salvini praktizierten strikten Schließung der Häfen, akzeptierte eine relative Mehrheit der prsktizierenden Katholiken von 44% die Praxis der strengen Blockade gegen jede Landung- eine Zustimmung, die bei praktizierenden Katholiken 51% erreichte."

Man muß feststellen, daß das Migrations-Phänomenvon einer sehr verzerrten Wahrnehmung beeinflußt wird. Es sollte genügen, zu bedenken, daß der Durchschnitts-Italiener glaubt, daß die Ausländer 30% der Einwohner ausmachen- wobei es in Wirklichkeit 10% sind, und daß es 20 % Muslime sind- gegenüber real 4%.

Auf alle Fälle wird die Ablehnung von Neuankömmlingen von guten und zivilen Beziehungen zu bereits in Italien anwesenden Ausländern begleitet. "Dies grundlegende Ambivalenz" kommentiert Pagnoncelli " wird sehr gut von den Müttern in einer Gemeinde in Norditslien repräsentiert, die typischerweise den Sonntagnachmittag damit verbringen. Kleidung für die Kinder armer ausländischer Familien zu nähen , aber sagen, daß sie die Haltung der strikten Schließung der Häfen befürworten und begeistert über Salvini sprechen. Oder durch die Lega Nord-Aktivisten, die große Mühen auf sich nahmen um für eine Nigerianerin, die kurz vor der Entbindung stand, Nachthemd und Bademantel zu finden."

So stimmen also in Italien die Ansichten des Papstes und der Katholiken -selbst bei den am treusten praktizierenden- nicht überein. Das ist ein Phänomen, das die gesamte westliche Welt betrifft, in der die individuelle Meinung immer mehr zählt. Sogar, wenn man dem zuhört, was die Kirche sagt, trifft man seine Entscheidung allein,. Pagnoncelli schließt:

"Glaube und Politik sind zwei Fragmente einer vielfältigen individuellen Identität, Fragmente, die ide immer weniger die Meinungen und Einstellungen der Gläubigen formen, die weit von einer einheitlichen und beständigen Selbsteinschätzung entfernt zu sein scheinen. Diese Passage und die Notwendigkeit auf sie einzugehen, ist auch für die Kirche zentral. Und die Katholiken sind Teil dieser sich verändernden Gesellschaft."

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister 

Mittwoch, 20. November 2019

Die Reden des Papstes: Eloquenz oder Unklarheit und Mehrdeutigkeit?

Sandro Magister gibt bei Settimo Cielo - mit einem kurzen, kritischen Kommentar die Eloge wieder, die die Jesuiten-Zeitung La Civiltà Cattolica über den Sprechstil vom Papst Franziskus veröffentlicht hat.Hier geht´s zum Original: klicken

"1+ . LA CIVILTÁ CATTOLICA ERKLÄRT FRANZISKUS ZUM MEISTER DER ELOQUENZ"   
Am 19. November bricht Papst Franziskus zu seiner 32. Auslandsreise auf- dieses mal nach Thailand und Japan. Und wie immer konzentriert sich die Aufmerksamkeit der ihn begleitenden 70 Journalisten schon auf die unvermeidliche Pressekonferenz beim Rückflug. 

Antworten an die Journalisten sind jetzt konstanter Bestandteil des "Lehramtes" von Jorge Mario Bergoglio. Das wird zusätzlich zu den "fliegenden Pressekonferenzen" inzwischen auch durch zahllose Interviews unter vier Augen verbreitet.

In der letzten Ausgabe von "La Civiltà Cattolica" hat der argentinische Jesuit Diego Fares diesen Schluss aus nichts anderem als dem jüngsten Franziskus-Interview im Buchformat entnommen, dessen Co-Autor er mit dem ebenfalls aus Argentinien stammenden Journalisten Herman Reyes Alcaide war- um die vom Papst angenommene Sprache als "neues Ereignis der Kommunikation" mit Bestnoten zu bewerten. 

Eine Sprache. die vorsätzlich "unvollständig" ist, schriebt Fares weil sie durch das "vervollständigt werden soll. was der andere sagt." Da kommen einem Bergoglios Gespräche mit Eugenio Scalfari, dem Gründer der Zeitung "Repubblica" und prominentem Vertreter des italienischen säkularen Intellektualismus in den Sinn- vollgepackt mit häretischen Postionen, die dem Papst zugeschrieben werden, von der Nichtexistenz der Hölle bis zur Nicht-Göttlichkeit Jesu- genau deshalb, weil sie "so ergänzt werden, daß der Leser sie versteht"-nach dem eigenen Zugeständnis des Interviewers. 

Aber hören wir -um zu verstehen- von La Civiltà Cattolica , wie Papst Franziskus selbst seine eigene Art zu sprechen erklärt, in der man ihn- so erklärt das Magazin-"wie einen Fisch im Wasser schwimmen lassen muß. 


Donnerstag, 14. November 2019

Sandro Magisters Nachlese zur Amazonas-Synode

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die zu Ende gegangene Amazonas-Synode, die Pachamama-Kontroverse und die Katechese, in der Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 6. November, die Inkulturation des christlichen Glaubens in die heidnische Kultur durch den Hl. Apostel Paulus als Vorbild des Umgangs mit den heidnischen Symbolen während der Amazonas-Synode bezeichnete. Er fügt seinem Kommentar einen Text des Patristikers Leonardo Lugaresi über das Vorgehen des Hl. Paulus in Athen hinzu.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PACHAMAMA UND DIE GÖTTER DER ALTEN GRIECHEN. DIE ATHENER LEKTION DES HL. PAULUS"  

Die Amazonas-Synode ist abgeheftet, aber der Skandal, der ihren Verlauf begleitete, ist weit davon entfernt, überwunden zu sein.

Es war Papst Franziskus selber, der dieses "Zeichen des Widerspruchs" erzeugt hat, als er zuerst am 4. Oktober in den Vaticanischen Gärten als er bei den Niederwerfungen vor den Verbeugungen vor unidentifizierten Objekten der Verehrung, einschließlich einer hölzernen Statuette einer nackten, schwangeren Frau, anwesend war, die am folgenden Tag in einer Prozession in den Petersdom getragen wurde, und dann am 25. Oktober in der Synoden-Aula, als er die Statuette als Pachamama identifizierte- eine Inka-Gottheit- und gleichzeitig "idolatrische Absichten" leugnete- bis zu dem Punkt, eine "Aufstellung während der Hl. Messe zum Abschlusss der Synode zu erwägen."

Zwischen diesen beiden Alten während der der drei Wochen dauernden Synode weigerten sich die obersten Informationsmitarbeiter des Vaticans konstant, auf die wiederholten Bitten der internationalen Presse um Klarstellung zu antworten, während in einer nahegelegenen Kirche diese Statuetten weiterhin verehrt wurden- außer an den Tagen, wo sie von einem jungen österreichischen, von anti-idolatrischen Eifer erfüllten Katholiken- entfernt und in den Tiber geworfen worden waren.

Nach der Synode ging die Kontroverse weiter- auch zwischen Bischöfen und Kardinälen, wobei einige von ihnen sehr kritisch waren und andere dagegen, wie der österreichiscbh-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, soweit gingen, die Hoffnung auszudrücken, daß Pachamama in die Katholische Liturgie aufgenommen werde.


Samstag, 2. November 2019

S. Magister zur Diskussion um den priesterlichen Zölibat und die Ordination von "viri probati"

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo den aktuellen Stand der Diskussion um den priesterlichen Zölibat und die Weihe von viri probati,
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"VERHEIRATETE PRIESTER? JA, ABER IN PERFEKTER ENTHALTSAMKEIT. DIE LEKTION AUS DEN ERSTEN JAHRHUNDERTEN DER KIRCHE"
Thomas Michelet, ein Dominikaner, lehrt Theologie in Rom an der Päpstlichen Universität des Heiligen Thomas von Aquin, „Angelicum“. Er hat nicht an der Amazonas-Synode teilgenommen aber deren Diskussionen, insbesondere über die Ordination von Verheirateten zum Priestertum, genau verfolgt.

Er erklärt sich weder dafür noch dagegen. Er bemerkt jedoch, daß bei fast allen Kirchenleuten, die sich über die Frage aufregen, offensichtlich das historische Gedächtnis fehlt.

Fast alle von ihnen vergessen - oder haben es nie gewusst -, daß während der vielen Jahre, in denen verheiratete Männer als Priester und Bischöfe ordiniert wurden, die heilige Ordination immer mit der Verpflichtung verbunden war, eine perfekte Enthaltsamkeit zwischen den Ehegatten zu gewährleisten. Und dieser "konsequente" Zölibat wurde nicht als eine rein disziplinarische Forderung angesehen, die die Kirche nach Belieben fallen lassen konnte. Er wurde bis in die apostolische Ära zurückverfolgt und war daher eine Norm, die der Kirche nicht zur Verfügung stand. Denn wenn sie damit tun konnte, was ihr gefiel, "wäre sie nicht länger die Kirche der Apostel."

Fr. Michelet nahm deshalb Stift und Papier und erklärt die Dinge in einem Kommentar, der am 29. Oktober in der französischen Version der katholischen Online-Tageszeitung „Aleteia“ veröffentlicht wurde:
> Ordonner des “viri probati”. Oú est la difficulté?
"Die Weihe für viri probati. Wo ist das Problem?"

Für Anfänger: Michelet erinnert daran. daß die Lateinische Katholische Kirche bis mindestens ins 12. Jahrhundert verheiratete Männer -reifen Alters- ordinierte. Aber zu einer Bedingung: daß sie sich zur Zeit ihrer Weihe verpflichten, "von da an mit ihrer Ehefrau wie Bruder und Schwester zusammen zu leben- in vollkommener Enthaltsamkeit."

Es war feste und allgemeine Überzeugung, daß diese Verpflichtung zur sexuellen Enthaltsamkeit auf die Ursprünge der Kirche zurückging. Das traf bereits auf Petrus zu, der verheiratet war und auf die anderen Apostel - und konnte auf keine Weise widerrufen werden. 


Donnerstag, 31. Oktober 2019

Magister zur kommenden postsynodalen Exhortation

Sandro Magister analysiert und kommentiert bei Settimo Cielo im Hinblick auf die kommende postsynodale Exhortation die Rede, die Papst Franziskus am Schlußtag der Synode gehalten hat.
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"VON WORTEN ZU TATEN. DIE SECHS PUNKTE FÜR DIE DIE POSTSYNODALE EXHORTATION SCHON GESCHRIEBEN IST."
Nachdem die Amazonas-Synode abgeheftet ist, richten sich die Erwartungen jetzt auf das, was Papst Franziskus auf Grund der ihm im Abschlußdokument überreichten Abstimmungsergebnisse entscheiden wird.

Urteilt man nach der improvisierten Rede in spanischer Sprache, die Jorge Mario Bergoglio bei den Sitzungen am Samstag-Nachmittag, 26. Oktober, gehalten hat, wird er für seine Entscheidungen nicht lange brauchen. Und im Kern sind sie schon geschrieben.

Um sie zu identifizieren, genügt es, diese Rede des Papstes im wörtlichen Transkript Schritt für Schritt durchzugehen.

                                                                *    *    *    *
Zuerst hat Franziskus klar gemacht, daß das Thema, das ihn zur nächsten Synode anregt, bereits vorliegt: die Synodalität.

„Eines der Themen, über das abgestimmt wurde und eine Mehrheit erhielt - drei Themen erhielten eine Mehrheit für die nächste Synode - ist das der Synodalität. Ich weiß noch nicht, ob es ausgewählt wird oder nicht, ich habe mich noch nicht entschieden, ich denke nach, aber ich kann mit Sicherheit sagen, daß wir einen langen Weg zurückgelegt haben und diesen Weg der Synodalität noch weiter gehen müssen. "

Zweitens hat der Papst angekündigt, daß das Dokument, in dem er festlegt, wie die Stimmen der Amazonas-Synode in die Praxis umgesetzt werden sollen, bald, wahrscheinlich noch vor Ende Dezember, vorliegen wird:

„Die postsynodale Exhortation, - es ist nicht obligatorisch, daß der Papst das so macht - daß das Wahrscheinlichste  ist, nein, entschuldigen Sie, das Einfachste wäre zu sagen: "Gut, das ist das Dokument, machen Sie es selbst. '
EIn Wort des Papstes, über das was er bei der Synode erlebt hat,  könnte jedoch etwas Gutes tun. Ich würde das gerne vor Ende des Jahres tun, damit nicht zu viel Zeit vergeht, alles hängt von der Zeit ab, die ich brauche, um nachzudenken."

Drittens. Zur „vexata quaestio“ des weiblichen Diakonats, die bereits von einer von ihm im Jahr 2016 eingesetzten Expertenkommission erörtert wurde, die jedoch keinerlei Einigung erzielte, sagte Franziskus, er werde die Kommission wiederbeleben,  mit neuen Mitgliedern, die er ernennen wird,  -unter dem Schirm der Glaubenskongregation.



Sonntag, 27. Oktober 2019

S. Magister zu den Ergebnissen der Amazonas-Synode

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo das im Abschlussbericht dokumentierte "outcome" der Amazonas-Synode- um seinen Lesern die Interpretation zu erleichtern, veröffentlicht er die Bewertung die der uruguayische Missionar Martin Lasarte für Asia News verfaß hat.
Hier geht´s zum Original: klicken

"VERHEIRATETE PRIESTER KOMMEN KNAPP DURCH. WEIBLICHE DIAKONE FALLEN DURCH. DIE KRITIK EINES SYNODEN-VATERS" 
Die Amazonas-Synode ist heute, am 26. Oktober mit einer Abstimmung zu allen Punkten des Abschlussdokumentes zuende gegangen. Aber dieses Dokument hat keinerlei normative Wirkung. Es wurde schlicht Papst Franziskus übergeben, damit der entscheiden kann, was zu tun ist und das dann in einer postsynodalen Exhortation schreib, die für Anfang des kommenden Jahres erwartet wird.

Weiter unten finden die Leser eine Auflistung der umstrittensten Punkte des Dokuments- mit den jeweiligen Ja- und Nein-Stimmen.

Als Leitfaden für ihre Interpretation ist es jedoch ratsam, zunächst die Einschätzung dieser Synode zu betrachten, die gestern in mehreren Sprachen - einschließlich Chinesisch - von „Asia News“, der Agentur des Päpstlichen Instituts für Auslandsvertretungen, veröffentlicht wurde.

Ihr Verfasser ist ein Missionar aus Uruguay, Martín Lasarte Topolanski, der von Papst Franziskus, zur Synode eingeladen wurde und den die Leser von Settimo Cielo bereits aus einem früheren Kommentar kennen und schätzen.

Er listet für diese Synode die sechs Dinge auf, die ihm gefallen und die neun, die ihm nicht gefallen haben.

Der vollständige Text dieser doppelten "Abstimmung" befindet sich auf "Asia News". Während hier nur eine verkürzte Zusammenfassung der Gegenstimmen wiedergegeben wird.