up-date: mittlerweile versucht das Staatssekretariat durch sein Sprachrohr A. Tornielli in La Stampa, Kardinal Burke als Lügner hinzustellen und ihm zugleich den Schwarzen Peter für die Auslösung dieser Krise zuzuschieben. Man fragt sich, wo in diesem Pontifikat die Grenzen beim Zweck, der die Mittel heiligt, gezogen wird.
Fortsetzung....
M.M:
"Also dafür das im Leben der Kirche und auf höchster Ebene ansteckend wird, was Sie gerade gesagt haben, Eminenz, bete ich. Aber wissen Sie, Sie haben eine Menge Unterstützung, Tatsächlich haben eine Anzahl hochgestellter Hirten und Akademiker und Professoren Ihnen ihre Unterstützung ausgesprochen, sowohl hier als auch in Europa, vor einigen Wochen einen Unterstützungsbrief unterschrieben, in dem sie darauf hinweisen, daß als Resultat der weit verbreiteten Verwirrung und der Uneinigkeit, die der Promulgierung von AL folgten, die universale Kirche jetzt in einen sehr kritischen Moment eintritt, der -nach ihrer Aussage eine alarmierende Ähnlichkeit mit der großen Arianischen Krise im 4. Jahrhundert. Ich bin auch neugierig, zu erfahren, ob Sie mit ihnen übereinstimmen? Glauben Sie, daß das hier das Potential hat zu etwas ähnlichem wie die Arianische Krise zu eskalieren?"
Kardinal Burke:
"Ja, das tut es und zwar in dem Sinn, solange wie sich die Verwirrung über eine fundamentale Glaubenswahrheit immer mehr ausbreitet. Jetzt .im Fall der Arianischen Krise- hatte die mit den beiden Naturen in einer Person Unseres Herrn Jesus Christus zu tun.
Aber hier haben wir es mit einer sehr fundamentalen Wahrheit zu tun, wirklich zwei fundamentalen Wahrheiten:
die Wahrheit über die Hl. Ehe und die Wahrheit über die Hl. Eucharistie.
Und wenn diese Konfusion nicht aufhört, werden wir eine Situation haben, daß es in der Kirche große Gruppen gibt, die den Katholischen Glauben nicht glauben - wie z.B. es dem Hl. Ambrosius geschah, als er Bischof von Mailand wurde.
Wissen Sie, das ist eine ernste Sache und ich denke nicht, daß sie extrem sind, wenn sie diese Beobachtung (Vergleich mit der Arianischen Krise) machen. Ich denke überhaupt nicht, daß sie extrem sind."
M.M:
"Bischof Athanasius Schneider, der in diesem Punkt eine Art Flügelmann Ihrer Sache zu sein scheint, unterstützt Sie -Gott sei Dank- mit seinem Unterstützerbrief für die vier Kardinäle spricht er von etwas, das er "intolerante Reaktionen auf ihre dubia " nennt und weist darauf hin, daß die vier Kardinäle als "hirnlos, naiv, schismatisch, häretisch und sogar mit den Arianischen Ketzern" vergleichbar, beschimpft wurden.
Das muß offensichtlich für Sie persönlich sehr schmerzhaft sein, Eminenz.
Aber was ist in der Kirche schief gegangen, wenn eine einfache Bitte um Klarstellung einer moralischen Frage und der Lehre bei Teilen der Hierarchie eine derartigen Reaktion hervorruft. Was ist da schief gegangen?
Kardinal Burke:
"Ich sage, was ich denke, was schief gegangen ist, sehr weltlich ist, eine sehr moderne Art zu denken ist, die ins Leben der Kirche eingetreten ist.
Die Kirche ist in politische Parteien gespalten usw. statt in Einheit mit allen Katholiken und in Einheit in Christus zu sein. Und dieser weltliche Weg zu denken, erlaubt den Menschen, sich auf diese Art eines maßlosen und lächerlichen Angangs ad hominem einzulassen. Und was ich in diesen ungezügelten Reaktionen noch sehe, ist ein Zeichen, daß die Leute, die tatsächlich nicht auf die dubia antworten wollen, feststellen, daß sie nicht auf festem Boden stehen. Sie können die dubia nicht richtig beantworten und so versuchen sie, die Person zu diskreditieren, die die Frage gestellt hat. Das ist eine alte menschliche Reaktion, aber es ist modern, es ist säkular. Es hat keinen Platz in der Kirche."
M.M:
"Was kommt jetzt als nächstes, Eminenz? Wenn Papst Franziskus Ihre dubia nicht beantwortet, was ist der nächste Schritt? Sie haben von der Möglichkeit einer formalen Korrektur gesprochen. Aber wie genau sieht die aus?"
Kardinal Burke:
"Die sieht nicht viel anderes aus als die dubia. Mit anderen Worten, die Wahrheit, die durch AL in Frage gestellt zu werden scheint, würde einfach neben das gestellt werden, was die Kirche immer gelehrt und praktiziert hat und was in der offiziellen Lehre der Kirche verkündet wurde. Und so würden diese Irrtümer korrigiert werden. Ergibt das für Sie einen Sinn?"
M.M:
"Ja, absolut. Das hier ist ein bißchen o.T., was ich voriges Jahr in Rom war, habe ich das festgestellt.
Ich bemerkte dieses konstante Thema- die Idee der "Begleitung", die Begleitung der Kirche, als ob die Hl. Mutter Kirche in der Vergangenheit nicht gewußt habe, wie sie einen Sünder begleiten solle. Das hat mich verwirrt, aber es schien noch weiter zu gehen. Kardinal Peter Turkson z.B. versicherte uns im Vaticanischen Pressebüro, daß bei der nächsten Synode diese "Kirche der Begleitung" sog. gleichgeschlechtlichen Verbindungen angesprochen würde? Ist es möglich, daß wir nächstes Jahr um diese Zeit dubia über ein postsynodale Exhortation diskutieren müssen, die dem HS-Lebensstil zustimmt?"
Kardinal Burke:
"Dieser Eindruck von Begleitung hat sicher keine klassische theologische oder doktrinale Bedeutung. Und sie rechtfertigt nicht, die moralische Wahrheit in Frage zu stellen, besonders was Handlungen angeht, die immer und überall schlecht sind. Und wenn Begleitung so verstanden wird- haben Sie völlig recht - könnte sie uns zu allen möglichen schädlichen und verwirrenden Diskussionen bringen.
Aber ich denke, daß dieses falsche Verständnis von Begleitung, wie es sich in der Diskussion der Situation derer, die in irregulären ehelichen Verbindungen leben, manifestiert hat, uns entweder dazu bringt, zu erklären, was Begleitung bedeutet oder den Gebrauch dieser Kategorie aufzugeben.
Das geht auf die Beziehung zwischen Glaube und Kultur zurück. Mit anderen Worten, daß er versucht die Kultur zu imitieren. Wenn jetzt die Kultur perfekt christlich wäre, wäre das immer noch nicht richtig, aber der Glaube würde nicht beschädigt werden. Aber wir leben in einer Kultur die gegen das Leben, gegen die Familie und gegen die Religion ist. Den Eindruck zu erwecken, daß die Kirche eine solche Kultur annimmt- ist verrückt."