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Donnerstag, 11. Juli 2019

Kardinal Sarah zum Tod von Vincent Lambert

Vincent Lambert ist heute Nacht gestorben, nachdem ihm Nahrung und Flüssgkeit entzogen wurden- weil ein Gericht in Frankreich ihn zum Sterben verurteilte. Kardinal R. Sarah twittert dazu:

"An diesem traurigen Tag bete ich für die ewige Ruhe für die Seele von Vincent Lambert,  gestorben als Märtyrer, Opfer des schrecklichen Wahnsinns der Menschen unserer Zeit. Ich bete für seine Familie und besonders für seine so mutigen, so würdigen Eltern. Haben wir keine Angst- Gott wacht."

Mittwoch, 10. Juli 2019

Marco Tosatti kommentiert das Schweigen der Kirche zur causa Vincent Lambert

Marco Tosatti veröffentlicht heute bei Stilum Curiae einen treffenden Kommentar, den ihm sein alter ego- mit dem Pseudonym Super-Ex zur causa Vincent Lambert geschickt hat.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"VINCENT LAMBERT AM KREUZ. UND DIE KIRCHE SCHWEIGT ODER IST MIT ANDEREM BESCHÄFTIGT"

"Liebe Stilumcurialisten,
Super-Ex hat uns einen sehr schönen und treffenden Kommentar zu dem, was in Frankreich passiert geschickt, wo ein Elternpaar der Tötung ihres Sohnes durch Verhungern-und Verdursten-lassen zusehen muß, die von Außenstehenden beschlossen worden ist. Jeder von uns, von Euch,  könnte Vincent Lambert sein; könnte Vincent Lambert sein, wenn dieser todbringende Impuls nicht gestoppt wird. Und in der Synagoge- im metaphorischen und evangelischen Sinn verstanden- sind die Juden ... die hohe religiöse Hierarchie...nicht interessiert-..

Schauen wir mit den Augen des Glaubens auf den Tod von Vincent Lambert, einen unschuldig Gekreuzigten, um ihn herum die beiden Eltern, die leiden wie Maria am Fuße des Berges Golgatha. Stark wie sie (diese beiden sind zu katholisch haben die französischen Freimaurer und Laizisten gesagt) . Und Vincent , der schuldig erklärt wurde und sterben muß. An Hunger und Durst.

Noch einmal- man müßte ausrufen, daß das Böse gewonnen und das Gute verloren hat!

Auch Alfie und Charlie, unschuldige Christen, sind vom perfiden Herodes, vom Hannas und Kaiphas der Macht  eliminiert worden! 

Und dennoch - wenn wir genauer hinschauen, sehen wir, daß Gott in seiner geheimnisvollen Weisheit "gut" gewählt hat. Diese drei "Verurteilten" hatten außergewöhnliche Eltern, von einer Menschlichkeit und einem Glauben, die heute selten sind wie Gold.


Dienstag, 21. Mai 2019

Der Erzbischof von Paris ergreift das Wort in der causa Vincent Lambert

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat zu der heute begonnenen Tötung von Monsieur Vincent Lambert ein Kommuniqué verfaßt, das auf der website der Katholischen Kirche "Eglise Catholique A Paris " veröffentlicht wurde. Hier geht´s zum Original:  klicken

"Wenn ich mir heute erlaube, das Wort zu dem zu ergreifen, was gerade M. Vincent Lambert passiert, dann weil sein so besonderer Fall, ein Symbol für die Gesellschaft ist, in der wir leben wollen.

Zu allererst drängt mein priesterliches Herz mich dazu, für ihn zu beten, der solchem Druck ausgesetzt ist und dessen Leben von Entscheidungen abhängen kann, die ihm entgehen. Vor einigen Jahren hat er auf erstaunliche Weise schon einmal die Unterbrechung der Nahrungs-und Flüssigkeitszufuhr überlebt. Dieser 42-jährige Mann, der bei einem Verkehrsunfall schwer hirnverletzt wurde, ist zur Zeit schwer behindert, querschnittsgelähmt und liegt in einem Bett auf der Intensivstation in Reims.
Sein Fall ist dem von Michael Schumacher sehr ähnlich, hirnverletzt mit schweren zerebralen Schäden und - er auch- in einem Zustand minimaler Hirnaktivität. Trotz der Berühmtheit des Formel-1-Meisters haben sich die Medien sich nicht seines Falles angenommen und er kann sich der sehr aufmerksamen speziellen Versorgung im privaten Umfeld erfreuen. In diesem speziellen Fall von Vincent Lambert muß man feststellen, daß Monsieur Vincent Lambert die Augen offen hat, allein atmet, sich in einem stabilen Zustand befindet, ganz sicher nicht an seinem Lebensende.

Er braucht die pflegerische Hilfe eine Krankenschwester, die die Versorgung, die Umlagerung und Kinesiotherapie sicherstellt. Er wird durch eine Magensonde oder eine Gastrostomie ernährt. Die Entscheidung. diese Basisversorgung bei einen behinderten Patienten zu unterbrechen, widerspricht dem Léonetti-Gesetz.
Es wird nicht behauptet, daß er unerträgliche Schmerzen erleidet, die eine tiefe Sedierung erfordern, außer- offensichtlich - bei Einstellung der Flüssigkeitszufuhr durch die Ärzte, die den grausamen Schmerz an Durst zu sterben mit sich bringt.
Es handelt sich nicht um "therapeutischen Übereifer", weil es nicht um die Behandlung einer unheilbaren Krankheit geht. sondern einfach um körperliche Basis-Pflege und Ernährung, die man auch alten, abhängigen Menschen, Halbseitengelähmten und Babys schuldet, die noch nicht selbständig sind.

Breaking....

Das Pariser Appellationsgericht hat heute Abend entschieden, daß Vincent Lambert leben darf.

Sonntag, 12. August 2018

Antonio Socci: das Grabtuch & die Medien

Antonio Socci kommentiert bei LoStraniero die neuen oder nicht so neuen Erkenntnisse über das Turiner Grabtuch und die diesbezüglichen Reaktionen der Medien. Niemand ist überrascht, daß die Pilgerfahrt Jugendlicher nach Turin zum Grabtuch medial unbeachtet blieb.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DIE LETZTEN AUFSEHEN-ERREGENDEN ENTDECKUNGEN, DIE UNS SAGEN, WER DER MANN DES GRABTUCHES IST. ABER DIE MEDIEN WOLLEN ES NICHT WISSEN."

Von der schönen "Sacra di San Michele" nach Turin, um das Hl. Grabtuch zu verehren. Ungefähr 2500 junge Leute haben sich vom 8. -10. August zu einer Pilgerfahrt eingefunden, um dann vor dem Tuch zu beten, das den Körper Christi umhüllte, nachdem er vom Kreuz abgenommen worden war.

Aber das ist keine Nachricht, die auf den Titelseiten der Zeitungen erscheint  (oft nicht einmal auf den letzten)- nicht einmal diese -wirklich vielen- wissenschaftlichen Studien, die die Echtheit des geheimnisvollen Leinentuchs bestätigen.

Im Gegenteil- im vergangenen Monat hat eine Untersuchung gegen das Grabtuch großes Echo in den Medien gefunden. Und so haben die Zeitungen sie wiedergegeben.
La Repubblica: "Grabtuch, ein Teil der Blutflecken ist falsch"
Untertitel: "Das sind die Ergebnisse einer von Forensikern durchgeführten Untersuchung, um zu verifizieren, ob die Blutspurenauf dem Gewebe mit der Lage des Körpers kompatibel ist."

Der Corriere della sera: "Untersuchung des Grabtuches: "Mindestens die Hälfte der Blutflecken sind falsch" . Untertitel: "Nur einige passen zur Lage eines gekreuzigten Menschen: das soll eine Experiment mit neuen Techniken beweisen."

Das Aufsehen der Medien ist unerklärlich, sei es wegen der Brüchigkeit der angebotenen Thesen, sei es, weil -wie diese Autoren schreiben- die Studie nicht neu ist, sondern von 2014 stammt.

Der Wisssenschaftler Pierluigi Baima Bollone, Ehrenpräsident des Internationalen Zentrums für Sindonologie in Turin und Autor vieler Publikationen hat die Sache mit einem einfachen Urteil erledigt: "Das ist eine Arbeit, die soviel Zeit braucht, wie man ihr zubilligt."


Neues vom Grabtuch

A. Zambrano berichtet über ein Interview, das LaNuovaBussolaQuotidiana anläßlich einer Sonderausstellung des Turiner Grabtuchs für junge Leute mit dem Wissenschaftler der ENEA (Nationalen Agentur für neue Technlogien, Energie und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung).
Paolo di Lazzaro geführt hat.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"DAS BLUT AUF DEM GRABTUCH SPRICHT VON EINEM GEFOLTERTEN, ABER DER KÖRPER FORDERT UNSERE INTELLIGENZ HERAUS"

Der Artikel berichtet über ein eindrucksvolle Ausstellung in Turin, die jungen Leuten vorbehalten war und das Interview, das La Nuova Bussola Quotidiana mit dem Wissenschaftler Paolo Lazzaro, Autor der jüngsten Studie über das Grabtuch, geführt hat. In seiner Untersuchung hat Lazzaro gezeigt, daß das Blut auf dem Tuch von einem Gefolterten stammt.
"Niemandem ist es bisher gelungen" sagt di Lazzaro" alle mikroskopischen Merkmale des Grabtuchs zu reproduzieren, das eine Herausforderung für unsere Intelligenz bleibt."
Wegen der fehlerhaften Radiocarbondatierung halte es die große Mehrheit der wissenschaftlichen Welt für uninteressant, das Grabtuch zu untersuchen."

Der Bericht fährt dann fort:
"Es war eine herausragende Nacht, die 2500 Jugendliche aus Piemont und Valle d´Aosta  gestern erlebt haben: eine außerordentliche Ausstellunh des Hl. Grabtuches nur für sie- begleitet vom pontifikalen Kustos, Cesare Torino Nosiglia, Erzbischof von Turin."

Bei dieser Gelegenheit erklärte Nosiglia, daß man das Tuch in der Kapelle unter Tribuna Reale im Dom von Turin im Gegensatz zu früheren Ausstellungen erstmals aus großer Nähe betrachten konnte -und von oben. "Man sieht das Antlitz des Herrn, die Seitenwunde, die Hände und Füße".

LNBQ fährt dann fort:
"Diese Ausstellung kommt wenige Tage nach der Veröffentlichung einer Studie des Teams von Professor di Lazzaro, Vizedirektor des Interntionalen Zentrums für Sindonologie, an der auch Daniele Murra und Paola Iacomussi vom Internationalen Institut  für Meteorologische Forschung des Nationalen Forschungsrates und der Arzt Antonio Di Lascio beteiligt waren."

Dienstag, 22. Mai 2018

Die causa Alfie ist noch nicht für alle beendet....

Der un- und fragwürdige Umgang mit dem kleinen Alfie Evans geht seitens der britischen Administration auch nach seinem Tod weiter.
Aldo Maria Valli hat sich auf seinem blog mit diesem Umgang beschäftigt und zitiert u.a. ein Interview, das blogger John Allman mit dem Coroner, der einen "natürlichen Tod" des der Euthanasie zum Opfer gefallenen Alfies bescheinigte, zu führen versucht hat.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"ÜBER ALFIES TOD, DIE VERSCHWÖRUNG DES SCHWEIGENS" 
"Keine Autopsie, post-mortem keine toxikologischen Tests, nichts. Von Blogger John Allman, Spezialist für Untersuchungen über verdächtige Todesfälle interviewt, hat der "Coroner"von Liverpool geantwortet, daß Alfies Tod auf "natürliche Urachen" zurückzuführen sei und daß es also keinen Grund gäbe, mit Untersuhungen und einer Autopsie der Leiche des Kindes weiterzumachen, das gestern beerdigt wurde.

Als typische Figur in angelsächsischen Ländern ist der Coroner mehr als nur ein Gerichtsmediziner. Er hat einen ziemlich großen Ermessensspielraum, er kann beschließen, Untersuchungen über eine Sache durchzuführen und wie diese gemacht werden soll. Außerdem verfügt er über öffentliche Mittel, um diese Untersuchungen durchzuführen. Aber im Fall von Alfie Evans hat Coroner André Rebello festgestellt, daß "Alfie Evans aus natürlichen Gründen gestorben ist und daß es keinerlei Anlass für einen Gerichtsmediziner gibt, nach dem Coroner-und Rechts-Akt 2009 oder sonst einem Gesetz zu ermitteln.

Die Antwort kann in einem e-mail-Briefwechsel gelesen werden, den Allmann auf seinem blog veröffentlicht hat und seitens des Coroners einen hartnäckigen Willen beweist, die Geschichte so schnell wie möglich-ohne weitere Vertiefung- abzuschließen.

"Nach Alfies Tod" schreibt Allmann in der ersten mail -"habe ich vergeblich nach Informationen zu seinem Fall gesucht, über eine postmortale Untersuchung, eine toxilkologische Untersuchung und die Befragung durch den Coroner. Deshalb habe ich beschlossen, direkt an die Quelle zu gehen. Über das, was ich erfahren habe, war ich schockiert."

Wenn auch höflich in der Form -antwortet der Coroner Allman im Grunde, er solle sich nicht einmischen: er fragt ihn tatsächlich zuerst, warum er sich für den Fall interessiert, dann sagt er "weil Alfie Evans eines natürlichen Todes gestorben ist." gab es keinen Anlass eine Untersuchung einzuleiten."


Mittwoch, 2. Mai 2018

M. Tosatti: Das weltliche Problem, das dem Todesurteil gegen Alfie Evans zugrunde liegt. Fortsetzung



Fortsetzung:  (von hier)

Hier geht´s zum Original:  klicken

"Hier nun dagegen was Antonio Marziale, Präsident der Beobachtungseinrichtung für die Rechte Minderjähriger schreibt: 
"Artikel 6, Absatz 1 und 2, der Uno-Konvention für die Rechte der Kinder beinhaltet, daß "die Staaten anerkennen, daß jedes Kind ein inhärentes Recht auf Leben hat und auf jede mögliche Maßnahme, die sein Überleben und seine Entwicklung sicherstellt."

"Die Behandlung die Alfie Evans erfahren hat, zeigt, daß England sich außerhalb dieser Konvention gestellt hat" erklärt der Soziologe Antonio Marziale weiter.
"Gemäß der Anordnung von Artikel 24 der Konvention "erkennen die Staaten das Recht des Minderjährigen an, sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen und von den Möglichkeiten der Medizin und der Rehabilitation zu profitieren. Sie verpflichten sich, zu garantieren, daß keinem Kind das Recht zum Zugang zu diesen Diensten vnerweigert wird."

"Daß Alfies Beatmungsgerät abgeschaltet wurde, ohne den Eltern das Recht zuzuerkennen, medizinische Hilfe, die von Italien angeboten wurde, anzunehmen, zeigt, daß England abweicht"- schließt Marziale-"und deshalb ist es wünschenswert, daß die UNO das Vereinigte Königreich von der Liste der Unterzeichner streicht."

Wir möchten, daß die karrieremachenden Medien-Kleriker das lesen und bedenken. So wie man vielleicht die Tatsache in Frage stellen müßte, daß der "Economist" die Unterstützung des Papstes für Alfie und seine Famlie kritisiert und sich dabei ihrer Argumentation bedient- nämlich der Lüge des "therapeutischen Übereifers" . Den hat es nocht gegeben.

Vielleicht sollten sie auch über diesen Artikel des "Spectators" nachdenken, von dem wir nur den Anfrang übersetzen:

"Der Skandal um Alfie Evans ist in einem Krankenhaus des NHS passiert, das eine lange Geschichte klinischer Verfehlungen hat darunter den größten Skandal des NHS.
Der größte Teil der Medien haben Alfies Fall charakteristischer Unehrlichkeit behandelt, als eine Tragödie, die begann bevor das Kind ins Alder Hey Krankenhaus gebracht wurde.
Aber nach den im Gericht gehörten Zeugnissen der Ärzte des NHS, die Alfie aufnahmen, war die erste Diagnose die einer eher durcschnittlichen Gesundheiszustandes " Virus-Bronchiolotis mit einem möglicherweise langanhaltenden Fieberkramof"
Die nicht diagnostizierte zerebrale Krankheit, von der man sagt, sie habe Alfie getötet, erscheint nicht- jedenfalls nicht bevor in dieses gefährliche Krankenhaus aufgenommen wurde." 

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti

Dienstag, 1. Mai 2018

Sandro Magister: Fragen, die Alfie uns vom Himmel aus stellt.


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"WARUM ALFIE UNS NOCH VOM HIMMEL AUS FRAGT" 
Erhalten und veröffentlicht. Der Autor Francesco Arzillo ist Verwaltungsrichter in Rom und gelehrter Philosoph und Jurist.

                                    Alfie


"Lieber Magister,

Das Geschehen um Alfie Evans hat zu sehr überlegten Reflektionen verschiedener Art geführt: moralischen, juristischen, politischen und medizinischen.
Ich wiederhole nicht, was bereits geschrieben wurde.

Ich werde aber noch einmal auf die Absurdität eines Systems hinweisen, das es zuläßt, Eltern- auch wenn sie nicht der Vernachlässigung oder eines für das Leben oder die Gesundheit des Kindes abträglichen Verhaltens beschuldigt werden können- die Entscheidungsbefugnis zu nehmen: in einem administrativ- juristischen Akt, die den Staat berechtigen, als Garant für die Rechte des Minderjährigen zu agieren- "vor allem" für das Recht auf Leben und Gesundheit- im Namen der allgemeinen politischen Gemeinschaft und auf der Grundlage eines Subsidiaritätsprinzips.

Es ist daher notwendig, ein Faktum zur Kenntnis zu nehmen: im Zeitalter der Globalisierung lebt der Staat und gedeiht und neigt dazu, Träger des kulturellen Neototalitarismus zu werden, des "Einheitsdenkens" und ihnen die Sanktionen der Gewalt zu verleihen (ich sage nicht im Namen des Rechts- wenn dieser Begriff, der immer auch Gerechtigkeit umfaßt- noch Sinn haben soll).

Und so kann man trotz der theoretischen Öffnung der Grenzen immer noch einem Elternpaar verbieten, in ein anderes Land zu fahren, um ihr Kind dort behandeln zu lassen, ohne daß die größten europäischen politischen und juristischen Institutionen einen Finger bewegen.

Was aber ist dieses Einheitsdenken? 

Das Rechtsystem lebt nicht in einem Vakuum und muß "Ausschlußkriterien" haben. Von Fall zu Fall zu entscheiden kann nicht- und ist es in Wirklichkeit auch nicht- ein blindes Vorgehen sein.


Der neue Frontverlauf zwischen Kirche, Staat und Gesellschaft

A. Gagliarducci beschäftig sich in seine Wochenkolumne in "Monday in the Vatican" mit dem diesjährigen Thema des Ratzinger-Schülerkreises und stellt es in einen Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen um den per Richterurteil angeordneten Tod des kleinen Alfie Evans.
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"PAPST FRANZISKUS, HIER IST DIE ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNG DER KIRCHE"

"Beim nächsten Treffen des Ratzinger-Schülerkreises -Kreis der früheren Studenten Benedikts XVI - ist "Kirche und Staat, Kirche und Gesellschaft" Thema. Dieses Thema betrifft die Zukunft der Kirche- das hat Alfie Evans´ Fall gezeigt.

Auf den ersten Blick scheinen die beiden Themen nicht zusammen zu  hängen. Aber das tun sie.
Alfie Evans ist das kürzlich verstorbene 23-Monate alte britische Kleinkind mit einer undiagnostizierten zerebralen Krankheit, die als "Alfies Syndrom" bezeichnet wurde.
Alfies Beatmungsgerät, das ihn 15 Monate bei der Atmung unterstützte, wurde am 23. April abgeschaltet, weil ein Richter entschied, daß die assistierende Beatmung weiterzuführen unnützer therapeutischer Starrsinn wäre.

Vor und nach dieser Entscheidung haben Alfies Eltern mehrere Appelle formuliert, sogar an Papst Franziskus, der Thomas Evans, Alfies Vater vor der Generalaudienz am 18. April empfangen hat.

In der apostolischen Exhortation "Gaudete et Exsultate" hat Papst Franziskus betont, daß Lebensthemen sehr wichtig sind, soziale Themen aber nicht weniger. Diese Worte erweckten -und erwecken immer noch- den Eindruck , daß Lebensthemen in Papst Franziskus´ Pontifikat eine untergeordnetere Stellung einnehmen. Dieser Verdacht war immer gegenwärtig.

Alfie Evans´ Fall hat de facto gezeigt, wie sehr Papst Franziskus an Lebensthemen glaubt. Der Papst hat zweimal öffentlich appelliert, den Blick aber  weite rgerichtet und auch Eric Lamberts Fall erwähnt. Der untetscheidet sich von Alfies Fall.
Beide Fälle haben jedoch gemeinsam, daß sie Objekt juristischer Herausforderungen waren und haben Richtern die Macht gegeben, über den Tod Alfies und Erics zu entscheiden.

Ohne näher auf die Fakten einzugehen und ohne für die eine oder andere Seite Stellung zu beziehen, ist klar, daß es sich um ein juristisches Problem handelt. Bis zu welchem Grad kann der Staat für eine Person entscheiden. Und warum hat der Staat mehr zu sagen als die Familie.

Dieses Thema war nicht Teil der Intervention der Kirche. In einem Tweet zur causa Alfie bat Papst Franziskus darum, daß "das Leiden der Eltern und ihr Wunsch nach neuen Behandlungsmöglichkeiten erhört werden möge."
Erzbischof Vincenzo Paglia -Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben- hat zwei Statements formuliert und am Ende um "ein Bündnis der Liebe zwischen allen Parteien" gebeten und zu einem Dialog zwischen Ärzten, Richtern und der Familie aufgerufen.


M. Tosatti: Das weltliche Problem, das dem Todesurteil gegen Alfie Evans zugrunde liegt.

Marco Tosatti hat bei Stilum Curiae noch einmal zur causa Alfie Evans das Wort ergriffen.
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"ALFIE- KEIN PROBLEM DES GAUBENS UND DER PRIESTER SONDERN EIN GANZ WELTLICHES."

"Liebe Stilumcurialisten, sprechen wir noch einmal von Alfie Evans- Wir beginnen damit, Ihnen Dank der Zustimmung Edward Pentins und des National Catholic Registers einen kurzen Video-Kommentar von Msgr. Negri zu zeigen. Und das Foto des Spruchbandes, das im Stadion in Turin beim Spiel Lazio-Turin auftauchte- vorbereitet von blauweißen Fans- in einem Augenblick der Einigkeit gegenüber einem Geschehen, das die Herzen vieler berührt hat.

Um das Foto der Tifosi und das Video sehen zu können klicken Sie bitte auf den link


Der Kampf um Alfie war ein säkularer und wird ein säkularer bleiben. Der Kampf jedem, wie verrückt er auch sein mag, die Möglichkeit einer zweiten Chance zu geben und es nicht einer Bürokratie- so kompetent sie auch sein mag- (der Nazi-Staat war sehr kompetent, ich möchte da an einige Medien-Priester erinnern,  und jener sowjetische- war er nicht kompetent?) und basierend auf Wissenschaft- überlassen, zu entscheiden, ob du dazu bestimmt bist, zu sterben. 
Die Bürokratie und die Ärzte können sagen: wir haben unsere Möglichkeiten erschöpft. Sie können nicht sagen: " wir wissen nicht, was wir tun sollen, aber wir behalten dich hier, bis du stirbst. 
Der Kampf, jedem, so verrückt er auch sein mag, die Chance zu geben, eine andere Chance zu haben, und nicht eine Bürokratie, so kompetent (es war sehr kompetent, der Nazi-Staatsapparat, ich möchte einen Medienpriester erinnern, und der So. wjet ist das nicht?) Und basierend auf Wissenschaft, um zu entscheiden, ob Sie immer noch zum Sterben bestimmt sind. Die Bürokratie, die Ärzte, kann Ihnen sagen: Wir haben unsere Ressourcen erschöpft. Sie können es dir nicht sagen: Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen, aber wir halten dich hier, bis du stirbst. So oft, wenn du woanders hingehst, führst du sie ... Hier, das ist der Kampf; das ist weltlich, aber das ist - wie es in früheren Jahren war - das einer weniger anfälligen Kirche zu den Wünschen wahrer Mächtiger....
Hier ist der Kampf, der säkulare, aber der der Kampf einer Kirche ist- und auch sein muß, wo er in den letzten Jahren vernachlässigt wurde, einer Kirche, die weniger anfällig ist für die Wünsche der wahrhaft Mächtigen.

Montag, 30. April 2018

"Sie haben genug"

Father Dwight Longenecker äußert sich auf seinem blog "patheos" noch einmal zur causa Alfie.
Hier geht´s zum Original: klicken

                   "WAS ALFIE EVANS FREIGESETZT HAT" 

"Jetzt, wo der der kleine Alfie Evans bei den Engeln ist, lohnt es sich noch einmal darauf zu schauen, was wirklich passiert ist.

Wir haben etwas Außerordentliches entstehen sehen. Es nannte sich "Alfies Armee". Um das Krankenhaus versammelte sich eine Menge, die gegen die Autoritäten wütete, Rund um die Welt sammelten sich kleine Gruppen zu Gebet und Protest. Die sozialen Netzwerke wurden entflammt, als einfache Leute ihre Stimme fanden und ihre Frustration, Angst und ihren Ärger ausdrückten.

Im Durcheinander eines Krieges werden Fehler gemacht. Die aktuellen medizinischen Fakten waren zweifellos sehr kompliziert und die ethischen Themen nicht geradlinig.
Ja - ein sterbender Patient braucht Wasser, Nahrung und Schmerzmittel, aber es gibt einen Punkt, an dem der Körper eines Menschen sich verschließt und Nahrung nicht mehr verarbeiten kann. Müssen die zwangsweise ernährt werden, auch wenn das nichts bewirkt? Natürlich nicht. Die Natur kann ihren Lauf nehmen.

Zweifellos wurde Alfies Armee von einer Reihe anderer ineinandergreifender und störender Programme mitgerissen. Sentimentalität spielte eine Rolle. Hier war ein niedlicher kleiner Junge, der um sein Leben kämpfte. Alle Bären-Mamas der Welt vereinigt euch!
PS: Ich spotte nicht darüber. (Ich denke, es war eine edle und schöne Sache, Frauen aufstehen zu sehen, um ein Baby zu beschützen.)

Dann gab es die englische Klassenkampfdimension. Tom und Kate Evans erschienen als Paar aus der Arbeiterklasse - verwickelt in einen Kampf mit der regierenden Elite Britanniens - dem medizinischen Stab, der Krankenhausleitung, dem Rechtssystem und natürlich den Politikern und endlich der königlichen Familie.
Die Tatsache, daß ein gewisser William und eine gewisse Kate stolz ihr gesundes Baby präsentierten war wie zusätzliches Salz in den Wunden. Wäre ein hirngeschädigter königlicher Prinz auf die selbe herzlose Weise behandelt worden?

Werfen wir jetzt die religiöse Dimension in die Waagschale. Der tapfere Vater reiste nach Rom, um Papst Franziskus zu treffen, der ihn mitfühlend empfing. Inzwischen stellte sich sein eigener Erzbischof von Liverpool an die Seite des "großen bösen Wolfes"-Establishments des Vereinigten Königreichs.
Das Drama steigerte sich von Tag zu Tag. 


Sonntag, 29. April 2018

Marco Tosatti: "Verschont uns mit eurer Heuchelei! "

Marco Tosatti teilt und bei Stilum Curiae seine Gedanken zu Alfie Evans´ Tod im Alder Hey Hospital mit und veröffentlicht ein Comuniqué, das die pro-Life-Organisation "Steadfast Onlus", die die Eltern Evans tatkräftig unterstützt hat, aus diesem Amlass veröffentlicht hat.
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"ALFIE. BITTE ERSPAREN SIE UNS DIE HEUCHELEI. DENKEN WIR WEITER..."

"Am Ende haben sie es getan. Alfie Evans ist gestorben, vier Tage nachdem sie ihm die Atemhilfe entzogen haben und nachdem ihm zuerst Nahrung und Wasser verweigert und dann doch zugestanden wurde- in einem Hin und Her, das nur dann unverständlich ist, wenn man nicht versteht, daß das wirkliche Ziel des Alder Hey Krankenhauses und des bürokratischen, religiösen und juristischen Systems eines Landes, das einmal ein freies und würdiges war, war, ihn sterben zu lassen.
Schnell und bevor andere Ärzte, andere Experten ihn untersuchen konnten.

Natürlich folgten dann die Kondolenzbezeugungen des Alder Hey Hospitals und die üblichen Worte von Erzbischof McMahon.
Die Mechanismen der salbungsvollen Heuchelei versagen unter diesen Umständen nie.
Wir hoffen, daß eine unabhängige Autopsie am Körper des Kindes durchgeführt wird, auch um die Zweifel an der Therapie, der er unterzogen wurde, auszuräumen, die schon in den sozialen Netzwerken kursieren und während wir sehen, daß es Dinge gibt, die die Italienische Regierung interessieren ("wir werden bei der Römischen Staatsanwaltschaft einen Antrag stellen, damit definitiv festgestellt wird, wer für den Tod des italienischen Staatsbürgers Alfie Evans verantwortlich ist" hat in einer Bekanntmachung Senator Simone Pillon erklärt) - veröffentlichen wir ein Comuniqué von "Steadfast Onlus", dem wir uns anschliessen, weil wir nicht verbergen können, daß es weitere Alfies geben wird; und daß eines Tages auch wir oder jemand, den wir lieben, ein "unnützer Alfie" sein könnte.


Samstag, 28. April 2018

R.I.P. ALFIE

Um 2:30 heute Nacht ist Alfie Evans im Alter von 23 Monaten gestorben.
Möge der kleine Kämpfer in Frieden ruhen !


Marco Tosatti hat bei Stilum Curiae zunächst kommentarlos den Tweet veröffentlicht, mit dem Vater Thomas Evans der Tod seines Kindes bekannt gegeben hat.
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"Mein Gladiator hat sein Schild niedergelegt und um 2:30 seine Flügel angelegt.
Absolut untröstlich. ICH LIEBE DICH MEIN JUNGE. Thomas Evans und Kate James"

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti

Freitag, 27. April 2018

Worum es in der causa Alfie wirklich geht....

Es geht um das langsame Durchsetzen eines breiteren Euthanasieprogramms, das durch eine Ausnahme, die jetzt spektakulär wäre, be-oder verhindert würde und um Kostenersparnis durch die Tötung nicht nur terminal Kranker und Behinderter.
Father D. Longenecker hat auf seinem blog einen sehr aufschlußreichen Artikel dazu verfaßt.
Titel: "Alfie und der Erzbischof" 
Darin setzt er sich mit der Reaktion der Katholischen Hierarchie Englands auf Alfies Überlebenskampf und mit den Ursachen für den eisernen Willen der britischen Staatsmacht- repräsentiert durch die "medico-juristische" Allianz- das Kind vom Leben zum Tode zu befördern, auseinander.

Hier geht´s zum Origina: klicken

"Angesichts einer sich ausbreitenden Zwangseuthanasie , die- wie er schreibt- schon seit Langem -unter so finsteren Euphemismen wie "Liverpool Care Pathway"*  hervor kriecht. ....

"Das ist das wahre Thema und deshalb gibt die Regierung nicht nach. Wenn Alfies Eltern den "Care Pathway" verlassen dürfen, kann das jeder Patient oder seine Familie auch und dann wird der stille,  verstohlene Fortschritt des Britischen Euthanasieprogramms behindert und am Ende geht es -wie immer- ums Geld."

Quelle: Fr. Dwight Longenecker


* Ein Euthanasie-Protokoll, das ausdrücklich von "sterbenden Patienten" spricht, was ja auf Alfie erwiesenermaßen nicht zutrifft, aber dennoch auf ihn angewandt werden sollte. 

Dienstag, 24. April 2018

Alfie: up-date

Mehr als 9 Stunden nachdem das Beatmungsgerät auf Anordnung von Nützlichkeits-Richter A. Hayden abgestellt wurde, lebt Alfie Evans und atmet selbständig.
Nachdem die Klinik in den ersten 6 Stunden eine Sauerstoffgabe verweigerte, danach Nahrung und Wasser, hat sie der Sauerstoffgabe dann zugestimmt. Nach langen Verhandlungen von Vater Tom Evans mit dem Arzt darf Alfie jetzt auch Wasser (!) bekommen.
Die Kinderklinik Alder Hey hatte für 7:00 Ortzeit eine Erklärung angekündigt, die bis jetzt auf sich warten läßt.
Das gesamte Geschehen läßt u.a. zumindest Zweifel an der bisherigen Diagnose und Therapie aufkommen.
Beten wir weiter darum, daß Alfie begnadigt werden möge und vielleicht sogar nach Italien ausreisen darf.