A. Gagliarducci beschäftig sich in seine Wochenkolumne in
"Monday in the Vatican" mit dem diesjährigen Thema des Ratzinger-Schülerkreises und stellt es in einen Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen um den per Richterurteil angeordneten Tod des kleinen Alfie Evans.
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"PAPST FRANZISKUS, HIER IST DIE ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNG DER KIRCHE"
"Beim nächsten Treffen des
Ratzinger-Schülerkreises -Kreis der früheren Studenten Benedikts XVI - ist "
Kirche und Staat, Kirche und Gesellschaft" Thema. Dieses Thema betrifft die Zukunft der Kirche- das hat Alfie Evans´ Fall gezeigt.
Auf den ersten Blick scheinen die beiden Themen nicht zusammen zu hängen. Aber das tun sie.
Alfie Evans ist das kürzlich verstorbene 23-Monate alte britische Kleinkind mit einer undiagnostizierten zerebralen Krankheit, die als "Alfies Syndrom" bezeichnet wurde.
Alfies Beatmungsgerät, das ihn 15 Monate bei der Atmung unterstützte, wurde am 23. April abgeschaltet,
weil ein Richter entschied, daß die assistierende Beatmung weiterzuführen unnützer therapeutischer Starrsinn wäre.
Vor und nach dieser Entscheidung haben Alfies Eltern mehrere Appelle formuliert, sogar an Papst Franziskus, der Thomas Evans, Alfies Vater vor der Generalaudienz am 18. April empfangen hat.
In der apostolischen Exhortation "Gaudete et Exsultate" hat Papst Franziskus betont, daß Lebensthemen sehr wichtig sind, soziale Themen aber nicht weniger. Diese Worte erweckten -und erwecken immer noch- den Eindruck , daß Lebensthemen in Papst Franziskus´ Pontifikat eine untergeordnetere Stellung einnehmen. Dieser Verdacht war immer gegenwärtig.
Alfie Evans´ Fall hat de facto gezeigt, wie sehr Papst Franziskus an Lebensthemen glaubt. Der Papst hat zweimal öffentlich appelliert, den Blick aber weite rgerichtet und auch Eric Lamberts Fall erwähnt. Der untetscheidet sich von Alfies Fall.
Beide Fälle haben jedoch gemeinsam, daß sie Objekt juristischer Herausforderungen waren und
haben Richtern die Macht gegeben, über den Tod Alfies und Erics zu entscheiden.
Ohne näher auf die Fakten einzugehen und ohne für die eine oder andere Seite Stellung zu beziehen, ist klar, daß
es sich um ein juristisches Problem handelt. Bis zu welchem Grad kann der Staat für eine Person entscheiden. Und warum hat der Staat mehr zu sagen als die Familie.
Dieses Thema war nicht Teil
der Intervention der Kirche. In einem Tweet zur causa Alfie bat Papst Franziskus darum, daß "das Leiden der Eltern und ihr Wunsch nach neuen Behandlungsmöglichkeiten erhört werden möge."
Erzbischof Vincenzo Paglia -Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben- hat zwei Statements formuliert und am Ende um "ein Bündnis der Liebe zwischen allen Parteien" gebeten und zu einem Dialog zwischen Ärzten, Richtern und der Familie aufgerufen.