Sonntag, 30. November 2014

Eine Verbeugung reicht nicht...

Heute kommentiert Sandro Magister den Besuch des Papstes beim Ökumenischen Patriarchen  von Konstantinopel, Bartholomäus im Phanar     klicken

 Il papa e il patriarca. Un inchino non basta a fare unità
"Der Papst und der Patriarch. Eine Verbeugung genügt nicht, um die Einheit herzustellen." 


Der neueste und originellste Moment der Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel war sicher nicht die Verbeugung von Papst Franziksus vor Bartholomäus, mit der Bitte für ihn zu beten.

Für Jorge Mario Bergoglio ist das eine übliche Geste. Das macht er bei allen. Er hat er mehr als einmal mit der Menge gemacht, am Ende seines ersten Erscheinens aös Papstauf dem Petersplatz. Er hat es am vergangenen 1. Juni im mit Tausenden von Katholiken und Protestanten gefüllten Olympiastadion in Rom getan. Er hat es 2006 im Luna-Park von Buenos Aires getan, wo er sich auf der Tribüne hinkniete, um den Segen eines Pfingstkirchlers zu empfangen.

Der springende Punkt war eher der Augenblick der Begegnung von Petrus und Andreas-wie die beiden sich gern symbolisch gegenseitig nennen, es war ein Austausch von Versprechungen der Einheit zwischen den Kirchen am Ende der "Göttlichen Liturgie" -die in der St. Georgskirche im Phanar am Festtag des Hl. Apostels Andreas zelebriert wurde.

Patriarch Bartholomäus hat dem Oberhaupt der Römischen Kirche zuerkannt, "auf eine fortgesetzte Annäherung hoffen zu lassen, zwischen unseren beiden großen antiken Kirchen, auf den soliden Fundamenten unserer gemeinsamen Tradition, die für den Körper der Kirche immer einen Primat der Liebe, der Ehre und des Dienstes-im Rahmen der Synodalität -anerkannt hat, damit sie mit einem Mund und einem Herzen den Dreieinigen Gott bekenne und ihre Liebe in der Welt verbreite."

1, Advent. He´s on his way.

                                           Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
                                           es kommt der Herr der Herrlichkeit,
                                           ein König aller Königreich,
                                           ein Heiland aller Welt zugleich,
                                           der Heil und Leben mit sich bringt,
                                           derhalben jauchzt, mit Freuden singt.
                                           Gelobet sei mein Gott,
                                           mein Schöpfer reich an Rat.


                                     

Weil es immer wieder wunderschön ist:

Gesegneten 1. Advent!


Freitag, 28. November 2014

"Ich könnte ihn beim Wickel packen" oder die postsynodalen Befindlichkeiten deutscher Kardinäle."

Matthias Matussek hat einigen deutschen Kardinälen seine Aufwartung gemacht, z.B. Kardinal Cordes, der ihn zum Kaffeetrinken ins Sant´ Uffizio einlud und Kardinal Brandmüller, und mit ihnen über das ein oder andere Kirchen-Thema geplaudert. Natürlich kam die Sprache auch auf die Oktober-Synode
Da kamen dann auch merkwürdige Vorkommnisse um die Synode herum zur Sprache, wie z.B. daß ein Buch, das konservative Kardinäle an die Synodalen verschicken wollten, in der Vatican-Post konfisziert wurde.
Titel seines Artikels vom 23.11. in der WamS :  "Kampf um Rom"
Hier einige Ausschnitte  und hier geht´s zum Text:    klicken

"Kardinal Brandmüller über den Kollegen Kasper: "Ich bin ihm im Konsistorium fast an den Wickel gegangen."

Matussek weiter:
"Die Synode hat ihn mitgenommen. Man stelle sich vor, wie der 83 Jährige Kirchenhistoriker den 85-jährigen Kurienkardinal beim Wickel packt. Beide sind so um die 1,60. In diesen Tagen der Synode wurde eine lebenslange Feindschaft begründet. Theologisch.

Es ist vormittags. ein samtblauer, warmer Herbsthimmel über Rom und der kleine Kardinal bebt. Es war sein an die Synodalen gerichtetes Buch, das nicht durch die Vatican-Poststelle kam. Der Inhalt: ein konservativer Leitfaden zur Scheidungsdiskussion. Walter Brandmüller schaut nun traurig, winkt in sein Studierzimmer. Erstmal einen Kaffee.

                                   

Weihnachtskripperl basteln - Fangt scho mal an

Es stimmt zwar ned alles, was die Kathi sagt, denn wenn die Krippe fertig ist, kommt das Kind noch nicht rein ... das kommt erst am Heiligen Abend in die Krippe. Und es geht mit den Tieren los ... dann die Hirten, dann Josef und Maria ... und die Heiligen 3 Könige erst wenn das Kind in der Krippe liegt.



Aber der Aufbau wird sowieso einige Zeit in Anspruch nehmen und das Steinesammeln dauert wohl am längsten.

Der hier hat schon im Oktober angefangen ... Wer das nachmachen will, sollte sich also sputen:


Magister: "Vaticanische Weltpolitik. Wenn Petrus der UNO seine Schlüssel übergibt"

Zur Pressekonferenz auf dem Rückflug von Straßburg und den von Papst Franziskus zum Terrorismus und seiner Bekämpfung abgegebenen statements, hat Sandro Magister sich auf seinem blog " il settimo cielo" Gedanken gemacht.   Hier geht´s  zum Original:  :klicken

        "Die Vaticanischen Weltpolitik. Wenn Petrus der UNO seine Schlüssel übergibt."

von Sandro Magister
"Am 25. November, auf dem Rückflug von Straßburg, hat sich Papst Franziskus -von Journalisten befragt- wieder dazu geäußert, wie man dem von der ISIS entfesselten Aggressionskrieg begegnen könne.

"Es ist wahr. Es gibt die Bedrohung durch diese Terroristen. Aber es gibt auch eine andere Bedrohung, das ist der Staatsterrorismus, wenn die Dinge sich aufschaukeln und jeder Staat glaubt, auf eigene Faust das Recht zu haben, die Terroristen zu massakrieren, und mit den Terroristen fallen so viele, die unschuldig sind. Das ist Anarchie auf hohem Niveau und sehr gefährlich. Gegen den Terrorismus muß man kämpfen, aber ich wiederhole das, was ich bei meiner vorigen Reise gesagt habe, wenn man den ungerechten Angreifer aufhalten will, muß man das mit internationaler Zustimmung tun.

Bei seiner "vorigen Reise", auf dem Rückflug von Korea hatte der Papst gesagt:
"Wo es eine ungerecht Aggression gibt, kann man nur sagen, daß es legitim ist, diesen A
ggressor aufzuhalten. Ich unterstreiche das Wort aufhalten. Ich sage nicht bombardieren, Krieg machen: ihn aufhalten!
Die Mittel, mit denen ich ihn aufhalten kann, müssen bewertet werden.
Den ungerechten Aggressor aufzuhalten, ist legitim. Aber wir müssen uns auch erinnern. Wie oft haben sich mit dieser Entschuldigung, einen ungerechten Aggressor aufzuhalten, Mächte der Völker bemächtigt und einen wahren Eroberungskrieg geführt. Eine einzelne Nation darf nicht beurteilen, wie man einen ungerechten Aggressor aufhält.

"Nach dem 2. Weltkrieg ist die Idee der Vereinten Nationen entstanden: da muß man diskutieren, da muß man sagen "Ist das ein ungerechter Aggressor? Sieht so aus. Was tun wir, um ihn aufzuhalten? Nur das- nicht mehr."
Im Hinblick auf die früheren Positionen der vaticanischen Weltpolitik finden sich in dieser Antwort des Papstes zwei neue Elemente.

Donnerstag, 27. November 2014

Der Franziskus-Effekt, wie Francesco Colafemmina ihn sieht.

Francesco Colafemmina, Philologe und Schriftsteller aus Apulien, blogger von "Fides et Forma", ( wo er seiner Leidenschaft für die sakrale Kunst Ausdruck verleiht) äußerte sich in einem Interview zum "Franziskus-Effekt" :  hier geht´s zum Original    klicken
   
Frage: 
"Sprechen wir über den Bergoglio-Effekt : seine Worte, seine Handlungen (auch wenn viele davon einer augenblicklichen Situation entspringen) stellen einen lebenden Widerspruch zur klar formulierten Katholischen Verkündigung dar, sie rufen häufig den Eindruck von Mehrdeutigkeit und Verwirrung hervor, als erlebe man das klassische "einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück". Resultat: eine Kirche, die Beute von Verwirrung und Desorientierung ist, mit dem  Effekt, alles, was in den letzten Jahrhunderten aufgebaut wurde, zu zerstören. Wie denken Sie darüber?"

Antwort Colafemmina:
"Ich glaube ganz einfach, dass das Pontifikat Bergoglios mit einem sehr klar erkennbaren Projekt zusammentrifft: die Kirche in die Realität der sogenannten neuen Weltordnung zu führen.
Ich will nicht einer Paranoia folgend- behaupten, daß es irgendeine Art von Komplott gäbe, als vielmehr eine politische oder geopolitische Notwendigkeit. Wir leben in einer Welt, die immer mehr von Finanzeliten und technischem Know-how dominiert wird, die die klassische Kultur abgeschafft hat, die sich nicht mehr auf die kulturellen Wurzeln Europas stützt, sondern auf das Diktat einer amorphen kulturellen und moralischen Indifferenz. 
Die Kirche hat zwei Möglichkeiten: entweder aus der dominierenden Kultur verjagt zu enden, oder zu versuchen, zu überleben. Und um das zu tun, müßte sie in einer Art Mimikry die gleichen Charakteristika annehmen:  die Widersprüchlichkeit, Vorläufigkeit, Entropie, gerade die Letztere (die Entropie) ist nach der Überzeugung des großen Soziologen Zygmunt Baumann der Schlüssel zur Kultur der Finanzeliten. Die Entropie, das Chaos, die Unvorhersehbarkeit sind das Geschäft der Finanzhändler. Deshalb geht der Diskurs innerhalb der Kirche um sehr viel mehr als um den alten Zwist zwischen Traditionalisten und Progressisten. 

Glauben Sie, daß die Katholische Kirche mit all ihrem Eigentum, ihre Botschaften in der Welt, der Diffusion der eigenen Diener in die ganze Welt von den Mächtigen dieser Welt unterschätzt werden könnte? Sicher nicht. Die Kirche wird weiter verfolgt, wenn sie fortfährt, Ethik und Logik der "alten Weltordnung" vorzugeben, aber sie erhält nur dann Beifall, wenn sie sich auf die Hegelsche Logik stützt, wenn sie sich selbst in Frage stellt, indem sie den Abgrund ihrer Geschichte öffnet : über die objektive und unveränderliche Wahrheit, die Natur von Gut und Böse.

Bergoglio ist nichts weiter als der Repräsentant einer großen Gruppe von Kardinälen, Bischöfen, und vor allem Diplomaten, die am Ende des Pontifikates von Johannes Paul II verstanden haben, daß die Kirche um zu überleben, keine andere Option habe, als einen "dezenten Kompromiss" mit der Welt zu finden- zu welchem Preis auch immer-, nach der kontroversen.aber prophetischen Definition des Jesuiten Malachi Martin."




Sandro Magister sichtet Lob und Kritik, Teil 2

2. Der Soziologe
Luca Diotallevi unterrichtet Soziologie an der Römischen Universität III. Aber er war auch jahrelang der beratende Soziologe der Italienischen Bischofskonferenz. Er war 2006 in Verona Sprecher der nationalen Kirchenkonferenz mit Papst Benedikt XVI und Kardinal Camillo Ruini und er ist Vizepräsident des Organisationskomitees der "Sozialen Wochen" für Italienische Katholiken.
Am vergangenen 12. November hielt er vor der Generalversammlung der CEI, bei ihrem Treffen in Assisi, einen Vortrag zum Thema: "Die aktuelle Transformation im Katholischen Klerus. Ein soziologischer Beitrag zur Situation in Italien."
Im Schlussteil seiner Präsentation lenkte Professor Diotallevi die Aufmerksamkeit der Bischöfe auf die Veränderung im Katholizismus, die nicht nur in Italien stattfindet- hin zur Form einer "Religion mit geringer Intensität."

Das ist eine Religion, "die an Sichtbarkeit gewinnt, aber an Bedeutung verliert."

Unter den Bischöfen waren einige, die hierin einen deutlichen Bezug zum "Erfolg" Papst Franziskus´ sahen.

In eben dieser Versammlung verwarfen die Bischöfe bei der Wahl der 3 Vizepräsidenten "schallend" den vom Papst gewünschten Kandidaten, den Theologen und Erzbischof Bruno Forte, den vom Papst persönlich ernannten Spezialsekretär der Familien-Synode. Forte kratzte 60 Stimmen zusammen-gegen die 140, mit denen der Bischof von Fiesole, Mario Meini, gewählt wurde.

Hier folgen Passagen aus dem Vortrag Diotavellis.

Mittwoch, 26. November 2014

Sandro Magister sichtet Lob und Kritik

naja, eher Kritik... hier geht´s zum Original   klicken

Die Linsen des Kardinals, des Soziologen und der Journalisten- alle auf Franziskus ausgerichtet. Um zu verstehen, wer er ist und wohin er will. In der Kirche -auf allen Ebenen- Kritik am Papst, die nicht länger zum Schweigen gebracht wird. Sie wird offen geäußert. Unter den Kardinälen am ausdrücklichsten von Kardinal Francis George.

Die stürmische Familien-Synode im Oktober, die Ernennung des neuen Erzbischofs von Chicago, die Demontage Kardinal Raymond Burkes waren ein Wendepunkt im Pontifikat von Papst Franziskus.
Die Unruhe, die Zweifel, die kritischen Urteile kommen immer mehr ans Tageslicht und werden ausdrücklicher und begründeter.
Auf allen Ebenen des Gottesvolkes. Unter Kardinälen, Religionssoziologen, auf den Vatican spezialisierten Journalisten.
3 Zeugnisse des neuen Klimas:

1. Der Kardinal 
Francis George ist nicht irgendein Kardinal, bis vor wenigen Wochen Erzbischof von Chicago und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz von 2007- 2010, ist er derjenige, der den neuen Kurs der Katholischen Kirche Amerikas während des Pontifikates Benedikts XVI-in perfekter Harmonie mit ihm- einleitete.


Indem er als seinen Nachfolger in Chicago einen Bischof mit entgegengesetztem Profil, Blase Cupich, einsetzte, hat Papst Franziskus ein unmißverständliches Signal gesandt, daß er mit dem Standpunkt der US-Bischofskonferenz nicht einverstanden ist. 
Diese hat im Gegenzug bekräftigt, daß sie nicht die Absicht habe, vom Kurs, den sie eingeschlagen hat, abzuweichen.
In der Tat hat die Bischofskonferenz, als sie ihre 4 Repräsentanten für die zweite Runde der Familien-Synode benannte-ihre Stimmen außer auf  Joseph Kurtz und Daniel DiNardo, Präsident und Vizepräsident der Bischofskonferenz, auf Charles Chaput, Erzbischof von Philadelphia und José Gomez, Erzbischof von Los Angeles, beides Repräsentanten des Ratzinger-Kurses, konzentriert.

Kasper, der Mann für alle Fälle?

Nein, es handelt sich nicht um den Programmzettel der "Stuttgarter Puppenkiste" und neue Abenteuer ihres Helden Kaschperle...

Im Nachgang des in Italien zum Bestseller avancierten " Non e Francisco" von A. Socci, in dem auf einige Regelwidrigkeiten bei einem der Wahlgänge im Konklave, aus dem der Kardinal aus Buenos Aires als Papst hervorging, hingewiesen wird, hat sich nun auch ein englischer Autor in einem Buch Gedanken zu diesem Thema gemacht.
Austen Ivereigh  schrieb: "The great reformer. Francis and the making of a radical Pope."

Der, wie Damian Thompson schreibt " Exzellente Kirchenredakteur" der englischen Tageszeitung "The Telegraph", John Bingham, veröffentlichte die Story und landete damit einen Coup.

Ivereigh beschreibt in seinem Buch, wie eine Gruppe "reformistischer Kardinäle" ("Lobby") -von denen einige bereits beim Konklave von 2005 versucht hatten, den Argentinier auf die Cathedra Petri zu bugsieren, im Vorfeld und während des 2013- Konklaves-zwar diskret aber sehr organisiert und zielgerichtet auf die Wahl Bergoglios hin gearbeitet haben.
Federführend sei dabei der aus Altersgründen nicht mehr wahlberechtigte Kardinal Murphy-O´Connor, der emeritierte Erzbischof von Westminster, gewesen, zusammen mit Kardinal Walter Kasper, der innerhalb des Konklaves eine Schlüsselrolle bei dieser Lobbyarbeit spielte.
Ivereigh beschreibt dann ihr weiteres Vorgehen. Kardinal Bergoglio habe ihnen versichert, im Falle eines Falles die Wahl anzunehmen ("in diesem Augenblick der Krise der Kirche, kann ein Purpurträger sich nicht weigern") was sie in ihren Plänen bestärkte.
Kardinal O´Connor hat in einem, von seinem Sekretär geschriebenen Brief an den Telegraph dementiert und-wie Thompson bemerkt, sich darin, was das timing der Lobby-Arbeit angeht, sehr vage und verschwommen ausgedrückt.

Dialog? Oder doch eher Monolog?

Die Dialogpartner von der ISIS haben ihre Gesprächsbereitschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Damit die Welt nicht vergißt, daß es sich bei den Söldnern des IS um wahre Barbaren handelt, haben sie eines der uralten Klöster in Mossul gesprengt. Dialog mit Dynamit.  So ist das, wenn man keine Argumente für das Erstrebenswerte an der Religion des Friedens hat. Warum nur hat man den Eindruck , daß die ISIS-Mörderhorden die Zivilisation gerade dort, wo sie ihren Ursprung nahm-ungeschehen machen, sie ausradieren wollen?

                  vorher:

                  Eingebetteter Bild-Link
                  Fotos stammen aus einem Tweet von A.Gisotti -Dank dafür!


                 nachher

                 Eingebetteter Bild-Link



Wie wäre es mit einem Rhetorikkurs? Und vielleicht der Einübung von Fähigkeiten, die der Mensch (Homo Sapiens Sapiens) seit den Zeiten des Homo Erectus erworben hat?
Man wird ja noch träumen dürfen........

                                                       Christus nobiscum state



Dienstag, 25. November 2014

Heute vor 33 Jahren


Zum 33. Jahrestag der Berufung Kardinal Ratzingers
Nach den Turbulenzen der Synode und der zeitlich überraschenden Veröffentlichung des neuesten Bandes der opera omnia des Emeritus, passt es gut, daran zu erinnern, was heute vor 33 Jahren geschah.
Am 25. November 1981 ernannte Papst Johannes Paul II, der Gutes erkennen konnte, wenn er es sah, Joseph Kardinal Ratzinger, Erzbischof von München und Freising, zum Präfekten der Glaubenskongregation, zum Präsidenten der Bibelkommission und zum Präsidenten der Internationalen Theologenkommission.

Premiere in Straßburg

Wie Jean-Marie Guénois, der Korrespondent des Figaro aus Straßburg twitterte,  gab es beim heutigen Papstbesuch in Straßburg eine Premiere, etwas, was nie zu vor, bei keinem der Vorgänger-Päpste so geschehen ist.
Der Pontifex, oberster Hirte der katholischen Christenheit besucht einen Ort, hat aber keine Zeit für ein Treffen mit den Gläubigen oder den Besuch im Münster, dem Haus Gottes ( cirka 2,9 km vom Parlamentsgebäude entfernt).
Schon morgens hatte Guénois staunend festgestellt, daß die Straßen vom Flughafen zum Europaparlament fast menschenleer waren, so gut wie keiner gekommen war, um den Papst zu begrüßen. Die Elsässer, so berichtete er, seien sehr enttäuscht, dass Papst Franziskus für sie und das Münster, das 2015 sein 1000-jähriges Gründungsjubiläum feiert,  keine Zeit hatte.

"Jamais vu : personne ou presque dans les rues de Strabourg pour accueillir le pape Francois entre l'aéroport et le parlement..."

"Nie gesehen: kein Mensch oder fast keiner auf den Straßen in Straßburg um Papst Franziskus zwischen Flughafen und Parlament  zu empfangen,"


Das blieb dann auch so.
Hier die beiden letzten Tweets:

"Strasbourg vide ... Le pape n'a pas voulu voir les Alsaciens. Les Alsaciens n'ont pas voulu voir le Pape. Visite aussi courte que... triste"

Montag, 24. November 2014

Antonio Socci: der deutsche Episkopat und seine Entscheidungen zur Kirchensteuer...

Die tönende Verurteilung (Schande!) angeblichen Sakramentenverkaufs durch nicht näher genannte Pfarrer in nicht näher genannten Kirchen: Päpstliche Nebenkriegsschauplätze, die als Ausflucht dienen könnten, z.B. nicht über die von ISIS ermordeten, vertrieben, verfolgten Christen und den Islamismus sprechen zu müssen?
Antonio Socci jedenfalls überschreibt seinen Artikel in seinem blog "Lo Straniero" so:
( hier geht´s zum Original:   klicken)

" Lieber Papst Franziskus, treten Sie den beunruhigenden Entscheidungen der deutschen Bischöfe entgegen (wie es Ratzinger tat), anstatt unsere Pfarrer zu denunzieren. Sie (die Entscheidungen) sind die wahre Schande!"

"Die heutige Verdammung des "Skandals des Handels im Tempel" durch Papst Bergoglio hat  Aufsehen erregt.
"Ich denke an den Skandal, den sie (die Priester) bei den zu uns gehörenden Leuten machen können" unterstreicht Papst Franziskus " mit unseren nichtpriesterlichen Gewohnheiten im Tempel:  wie oft sehen wir, wenn wir eine Kirche betreten, auch heute noch eine Preisliste "für die Taufe, den Segen, Messeintentionen."
"Und das Volk regt sich auf."

Ich weiß nicht, wie es in Argentinien ist, aber in Italien habe ich ganz klar nie eine Preisliste in einer Kirche gesehen.
Gerade erst heute nachmittag hat Kardinal Bagnasco erklärt, daß man die Sakramente nicht kaufen kann, daß es in italienischen Kirchen keine Tarife gibt, daß die freiwilligen Spenden der Gläubigen dazu dienen, die Kirche materiell zu unterstützen. Wie es richtig ist und sein soll.
Sicher, die Anklage des Papstes betont eine echte Frage (die Unentgeltlichkeit der Gnade und der Sakramente) aber bei diesen Worten besteht die Gefahr, daß sie wie eine Verleumdung der armen Pfarrer klingen.....
Ich würde dem Papst eher raten, sich mit einem sehr viel beunruhigenderen Fall einer schlechten Beziehung zwischen Sakramenten und Bezahlung -der die deutsche Kirche betrifft-zu beschäftigen.

Ein neuer Präfekt

Wie das Presseamt des Hl. Stuhls bekannt gab, ist Kardinal Robert Sarah- bis jetzt Präsident des päpstlichen Rates Cor Unum- von Papst Franziskus zum Präfekten der Liturgiekongregation ernannt worden. Dieses Amt war vakant geworden, weil Kardinal Canizares nach Spanien zurück beordert wurde.

Der 69 jährige, in Guinea in einer katholischen Familie geborene Robert Sarah, wurde 1969 für die Diözese Conakry zum Priester geweiht, studierte an der Gregoriana in Rom Theologie und im Franziscanum in Jerusalem die Heilige Schrift. 1979 ernannte der Hl. Johannes Paul II den erst 34-Jährigen zum Erzbischof von Conakry. Er wurde von Kardinal Benelli, dem Erzbischof von Florenz, damals Nuntius im Senegal, geweiht. 1995 wurde er zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz Guineas gewählt.

Im Oktober 2001 wurde Erzbischof Sarah nach Rom gerufen: Papst Wojtyla ernannte ihn zum Sekretär von Propaganda Fide, neun Jahre später, im Oktober 2010, vertraute ihm Benedikt XVI die Präsidentschaft von Cor Unum an und verlieh ihm 2 Monate später den Kardinalspurpur. Sarah ist der erste Kardinal aus Guinea-Bissao.

                     

Mit seiner heutigen Ernennung wird wieder ein Afrikaner Leiter dieses Dikasteriums. Von 2002 bis 2008 war Kardinal Arinze aus Nigeria Präfekt der Liturgiekongregation gewesen, von 1984-1998 Kardinal Bernadin Gantin aus dem Benin.

"Für mich ist das eine unverdiente Güte des Herrn" sagte Sarah damals beim Konsistorium, und es ist der Ruf, Gott noch mehr zu lieben und für ihn, das Evangelium , für die Rettung der Welt zu sterben." Ich möchte dem Hl. Vater danken, dass er entschieden hat, mir diese Ehre zuteil werden zu lassen. aber ich verstehe diesen Ruf auch als von Gott kommend: zu einem priesterlicheren, christlicheren Leben. Ich denke, daß die Welt heute "Männer Gottes" braucht, Männer die ihr Leben so leben, als sei Gott körperlich in der Welt abwesend."

Sonntag, 23. November 2014

Neu entdeckte Tugenden ?


Ein bekannter & weiser Geistlicher schreibt unter dem "nom de plume" don Pio Pace diesen Artikel, den weiterzugeben und zu lesen, sich lohnt.
Wir haben ihn bei rorate caeli gefunden.  klicken  Dank dafür!

"Gehorsam" ? "Respekt"?  Wir dulden keine Lektionen von denen, die Benedikt XVI moralisch ermordeten.



"Seit einiger Zeit wettern Modernisten, Liberale, oder selbsternannte "Moderate" und sogar "leicht konservative"  Zeitungen gegen den "erbarmungslosen Krieg", den Orthodoxe Katholiken gegen Papst Franziskus und seine Richtung führen.
Da sind wir mitten in der Parabel vom Splitter und dem Balken. Haben sie nicht pausenlos Johannes Paul II und seinen Versuch einer kleinen "Restauration" kritisiert, diese guten Seelen, die jetzt Lektionen erteilen wollen? Haben sie nicht Benedikt XVI bis zu einen Grad zerstört, den man nur moralischen Mord nennen kann? 
Benedikt XVI, über den die Liberalen einen Tag nach seiner Wahl unter sich sagten: "Das wird nicht mehr als ein paar Jahre dauern" Benedikt XVI, dessen Feinden Erzbischof Piero Marini offen den Schlachtruf vorgab: "Resistere! Resistere! Resistere!"
Sie möchten uns also Lektionen erteilen, sie, die durch ununterbrochene und brutale Angriffe auf Benedikt XVI  in Katholischen- oder Mainstreammedien, durch Dokumentenverrat, finanziellen Druck, wegen dem, was er tat und dem, was er nicht tat, was er sagte oder was er nicht sagte, zwangen, seinen Rücktritt einzureichen."

Predigt Benedikts XVI am Christkönigsfest 2010 - anläßlich des Konsistoriums

Konsistorium November 2010  :  Predigt Benedikts XVI     klicken
Der ein oder andere Purpurträger scheint diese Worte leider vergessen zu haben. So könnte sich beispielsweise Kardinal W. Kasper daran erinnern, daß er zuallererst ein Diener Gottes ist und nicht durchsetzungswilliger Verkünder eigener Lehren oder Oberzensor über göttliche Gebote.

                         

ein Ausschnitt:

 :   "Zunächst »rief Jesus sie zu sich«: Durch die Geste der ursprünglichen Berufung lädt er sie ein, zu dieser zurückzukehren. Diese Bezugnahme auf das grundlegende Moment der Berufung der Zwölf, darauf, daß Jesus sie »bei sich haben« will, um sie dann auszusenden, ist sehr bedeutsam. Es ruft ganz klar in Erinnerung, daß jeder kirchliche Dienst stets eine Antwort auf den Ruf Gottes ist und niemals die Frucht eigener Pläne und Ambitionen. Vielmehr geht es darum, den eigenen Willen dem des Vaters im Himmel anzupassen, wie Christus im Garten Getsemani (vgl. Lk22,42). In der Kirche ist niemand ein Herrscher, sondern alle sind berufen, alle sind gesandt, alle werden von der göttlichen Gnade erreicht und geleitet. Und das ist auch unsere Sicherheit! Nur wenn wir wieder auf das Wort Jesu hören, der uns bittet: »Komm her, folge mir nach«, nur wenn wir zur ursprünglichen Berufung zurückkehren, können wir unsere Gegenwart und unsere Sendung in der Kirche als echte Jünger verstehen.
Die Bitte von Jakobus und Johannes und die Empörung der »zehn anderen« Apostel werfen eine zentrale Frage auf, auf die Jesus antworten will: Wer ist groß, wer ist der »Erste« für Gott? Der Blick richtet sich zunächst auf das Verhalten, das »die, die als Herrscher gelten« Gefahr laufen anzunehmen: daß sie »ihre Völker unterdrücken« und »ihre Macht über die Menschen mißbrauchen«. Jesus zeigt den Jüngern eine ganz andere Lebensweise auf: »Bei euch aber soll es nicht so sein«. Seine Gemeinschaft folgt einer anderen Regel, einer anderen Logik, einem anderen Modell: »Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein«. Das Kriterium für Größe und Vorrangstellung, das Gott entspricht, ist nicht die Herrschaft, sondern der Dienst; die Diakonie ist das grundlegende Gesetz des Jüngers und der christlichen Gemeinschaft; es läßt uns etwas von der »Herrschaft Gottes« erahnen.


Samstag, 22. November 2014

Tweet zum Tage:

In memoriam JFK

Heute vor 51 Jahren wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet.



Wir haben sie nicht vergessen: die Christen im Mittleren Osten.

Wir haben sie nicht vergessen!
"Unter den Christen, die auf der Flucht vor dem Kalifat sind:  "Für unseren Glauben in Stücke gerissen."
Was die von den Djihadisten verfolgten Familien erzählen ( und was unsere sonst so schnell empörten Medienschaffenden nicht im Geringsten interessiert oder auch nur stört) und es wird höchste Zeit jetzt Klartext zu reden und zu schreiben, was wir hiermit tun:
"Sie haben meinem Vater die Nase abgeschnitten und die Knochen gebrochen." Vorsicht also für Zartbesaitete!
Fausto Biloslavo berichtet  für Il Giornale:  hier geht´s zum Original  klicken

"UNTER DEN VOR DEM KALIFAT FLIEHENDEN CHRISTEN: " IN STÜCKE GERISSEN FÜR UNSEREN GLAUBEN."
"Meinen Vater haben sie zweimal aufgefordert, zum Islam zu konvertieren und er hat sich geweigert. Wir sind seit jeher Christen. Dann haben sie ihm die Nase und die Zunge abgeschnitten" beschreibt Almas Elias Polos, ein schwarzgekleideter Jugendlicher aus Karakosh, der aus der vom Kalifat besetzten Stadt im Nord-Irak geflohen ist, die Verfolgung. "Dann haben sie angefangen, ihm die Arme und Beine zu brechen", erzählt Almas weiter, "sie haben ihn dann erst einmal liegen gelassen, er hat noch einen Tag  in einer Agonie unbeschreiblicher Schmerzen gelebt, dann haben sie 7 Projektile auf ihn abgefeuert und ihn so getötet."
Er hieß Elias und war 52 Jahre alt. Sei Martyrium dauerte von 6.-8. August, als die Djihadistenhorden über die Ebene von Ninive ausschwärmten.

In Bagdad leben 500 evakuierte christliche Familien, die in den Kirchen und Klöstern, die alle aus Angst vor Attentaten von Zementbarrieren umgeben sind und von bewaffneten Garden bewacht werden,  Aufnahme gefunden haben.
Diejenigen, die die Serie von blitzartigen Überfällen erinnern, die die Ankunft der Truppen des Kalifats ankündigten, werden den Terror nie vergessen. "Es sieht so aus , als schließe sich die Angst im Herzen ein. Wir haben alles zurückgelassen, um zu entkommen. Wären wir geblieben, wären wir jetzt tot," ist der aus Mossul geflohene Raja überzeugt.

Das Morden und Zerstören im Namen der Religion des Friedens geht weiter:


Im News-Letter  "Tempi" erinnert Leone Grotti an das verhängnisvolle Treiben der Mordbanden der Boko Haram in Nigeria, das für unsere MSM den Neuigkeitswert und damit den Nachrichtenwert verloren hat     klicken   Und wir sehen, der Krieg  im Namen der Religion des Friedens geht auch dort weiter.
Vergessen wir unsere vom Krummschwert bedrohten afrikanischen Brüder und Schwestern  nicht!

                                                       Christus nobiscum state


        "Nigeria: Das Boko-Haram-Kalifat breitet sich nach Norden aus."

ALLEIN IN EINER DIÖZESE: 2500 KATHOLIKEN GETÖTET, 100.000 VERTRIEBEN, MEHR ALS 50 PFARREIEN ZERSTÖRT .
"Vor einigen Tagen versammelten sich im Norden Nigerias mehr als 2000 vertriebene Christen, um gegen die Regierung in Jos, Hauptstadt der Region Plateau, zu demonstrieren. Vor "der Kirche der Brüder" versammelt-beschuldigten sie die Regierung, nichts gegen das Vorrücken der Boko Haram zu unternehmen, die den Norden des Landes verwüsten.

11000 GETÖTETE CHRISTEN : Daniel Kadzai, Präsident der Jugendorganisation der Christlíchen Vereinigungen in Nigeria stellte fest: "Wir haben das Vertrauen in die föderale Regierung verloren." Nach Berichten der Tageszeitung Daily Post " haben wir Informationen, daß Boko Haram bereits 11213 Christen ermordete und diese Information schließt noch nicht die Attacken in Mubi, Maiha, Kong und Gombi ein."

POGROM : Am heutigen Tag sind es 1,56 Millionen Menschen, die von den Terroristen vertrieben wurden. "Wir sind von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen worden"- fährt Kadzai fort- "weil sie sich weigern, sich mit dem Christenpogrom auseinanderzusetzen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich auf den Irak, Gaza und Afghanistan, als ob die Toten Nigerias keine Menschen wären."

Freitag, 21. November 2014

Sozialismus und Ökumene:

... dann sind auch in München bald die Kirchen leer.

Ja es gab mal Zeiten, da wurde in Bayern das Wort Gottes in den Kirchen verkündet. Die ungeschminkte Wahrheit mag so manchem nicht geschmeckt haben. Aber in diesen Zeiten waren die Kirchen voll. Die Menschen gingen nämlich genau wegen des Wortes Gottes in die Kirche - und weil sie vorab schon mal einen Blick in den Himmel erhaschen wollten.

Heute hat man alles weichgespült - das Wort Gottes ist dem heutigen Menschen nicht mehr zuzumuten, deshalb lässt man den lieben netten Onkel sprechen, der allen alles durchgehen lässt und der selbst nicht mehr weiß, warum er den Menschen die 10 Gebote gegeben hat. Die Regeln Gottes sind es nämlich, die die Kirche in diesen Zeiten so unbeliebt machen - besonders in der säkularen Welt, wo aber heutzutage "die Musik" spielt. Das sollte einem Kirchenmann eigentlich egal sein, denn er hat sich ja für ein Reich entschieden, das nicht von dieser Welt ist.
Doch "Wichtig sein", das wollen heute auch die Kirchenführer. Deshalb verkünden sie heute nicht mehr das Wort Gottes, sondern wollen lieber in der Politik mitmischen - und die Kirche auch zu einem Verein machen, der das tut, was der Politik gefällt. Wie sonst ist zu erklären, dass der Erzbischof von  München die Einführung einer "Planwirtschaft light" fordert - und das, nachdem er doch am 9. November noch so begeistert darüber war, dass die Mauer gefallen ist.

Sandro Magister "Der Krieg der Religionen geht weiter, aber der Papst schweigt oder stammelt."

Jetzt nimmt auch der Doyen der italienischen Vaticanisti, Sandro Magister vom L´Espresso  kein Blatt mehr vor den Mund, wenn er über den regierenden Pontifex berichtet. Er gehörte nicht zur Ablehnungsfront der ersten Tage und Wochen, wie z.B. Gnocchi & Palmaro oder A.Socci. Bei ihm ging die Beurteilungsfindung langsamer vor sich, aber jetzt hat er die Samthandschuhe ausgezogen und an den Nagel der Redaktion gehängt. Hier sein neuester Artikel: hier geht´s zum Original:   klicken

"Der Krieg der Religionen geht weiter, aber der Papst schweigt oder stammelt"

Den Offensiven des radikalen Islams begegnet Papst Franziskus mit der Idee : "wir müssen den Konflikt besänftigen". Und vergeßt Regensburg. Mit ernsten Schäden auch für die Reformströmungen des Islam.
In wenigen Tagen wird Papst Franziskus in die Türkei reisen, gerade mitten in den stückweisen globalen Krieg, den er die Welt überrennen sieht.

Das islamischen Kalifat hat die Gebiete zwischen Syrien und Irak bis zur türkischen Grenze erobert, die alten Grenzen pulverisiert, es ist globaler Natur.
"Der Triumphmarsch der Mudjahedin wird bis Rom gehen" verkündete der Kalif Abu Bakr al Bagdhdadi Mitte November.

Es (das Kalifat) hat Ergebenheitserklärungen von Islamischen Gruppen in Ägypten, Saudi Arabien, Yemen, Algerien und Libyen-gegenüber den italienischen Küsten-, bekommen. In Nigeria und dem nahen Kamerun haben die Boko Haram das Kalifat bis zur Subsahara ausgedehnt. Neue Anhänger strömen aus Europa und Nordamerika herbei.
Die schwarze Fahne der neu geschaffenen islamischen Staates zeigt eine kufische Aufschrift: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."

Christen gehören zu den vielen Opfern dieses puritanistischen Islam, der sich selbst die einzig wahre Form nennt und eine Wüste auch aus dem machen will, was es den größten Verrat am originären Islam nennt: die Schiitische Häresie mit ihrem Epizentrum im Iran und den säkularen Modernismus der Türkei des Kemal Atatürk, in dessen Mausoleum Papst Franziskus seine Reise beginnen wird.

Father Z. bringt den Hl. Augustinus ins Spiel


"Wherein Benedict XVI is now channeling his inner Augustine"


Father John Zuhlsdorf findet, daß die Revision eigener früher Texte das gute Recht eines jeden alten Theologen ist und verweist auf den Hl. Augustinus als Vorbild dafür.
Hier geht´s zum Original:           klicken       

                                                   Sandro Botticelli: Hl. Augustinus in betrachtendem Gebet
                                                   Bild wikicommons

"Wohin Benedikt XVI jetzt seinen inneren Augustinus lenkt."
Sie wissen vermutlich, daß Benedikts XVI theologisches Lebenswerk herausgegeben und in mehreren Bänden veröffentlicht wird. Ignatius Press hält die Englischen Rechte, der Band "Theologie der Liturgie" ist jetzt verfügbar.

In Deutschland ist ein weiterer Band erschienen.
In diesem Band schreibt er in einem neuen Vorwort, daß er einen Aufsatz von 1972 , in dem er die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene behandelt hatte, überdacht und verändert hat. Er hatte damals die Tür für eine solche Möglichkeit nicht verschlossen. Jetzt denkt er, daß er damals irrte.

Das ist heute ein heißes Thema - natürlich.

Und so wird der frühere Papst- wie merkwürdig es ist, das zu schreiben- in die Debatte über die Kommunion für die Wiederverheirateten hineingezogen.
Es ist wichtig, bevor die Leute von links und rechts mit ihren speichelbefleckten Verrücktheiten anfangen, sich daran zu erinnern, ist daß "seine Meinung zu ändern"- genau das ist, was "Theologen tun, wenn sie auf ihr Lebenswerk zurückblicken."


Donnerstag, 20. November 2014

Cui bono? Zufall oder Plan?

Riccardo Cascioli setzt sich bei La Nuova Bussola Quotidiana mit dem in deutschen Landen ( wo sonst? möchte man fragen) entfachten Mikrohype um die Textänderung in einem theologischen Text des damaligen Professors Ratzinger auseinander, der dieser Tage im Rahmen der Gesamtausgabe aller Ratzinger-Schriften veröffentlicht wurde.   klicken
Aber auch in Italien gibt es Interessierte, die dem Ganzen ihre ganz eigene Richtung geben wollen.


 "Die wiederverheirateten Geschiedenen, niemand sollte versuchen, Benedetto hineinzuziehen."

"Zufall oder gezielt gewollt? Schwer zu beantworten, aber die Veröffentlichung eines Bandes, der alle Schriften Kardinal Ratzingers-Papst Benedettos vereint-erscheint wie eine glasklare Antwort auf die Versuche ihn für die Kasper"Partei" zu rekrutieren, die die Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion anstrebt.
Passiert ist Folgendes: als "junger" Theologe hat Professor Ratzinger 1972 einen Artikel geschrieben, in dem er- auch wenn er bekräftigt die Unauflöslichkeit der Ehe nicht zur Diskussion zu stellen-, sich der Möglichkeit öffnet, sie dann zur Kommunion zuzulassen, wenn sie " in einer zweiten Ehe leben, die bewiesen hat, moralisch und ethisch "auf der Höhe" zu sein, die "in Glauben und Treue gelebt wird" mit "moralischen Verpflichtungen gegenüber Kindern und Ehepartner" .
Diese Passagen wurden auch von Kardinal Kasper bei der Vorbereitung zur Synode zur Unterstützung seiner Postion zitiert.
Aber nun die Überraschung: im gerade erschienenen Band der gesammelten Schriften Ratzingers ist dieser Artikel vom Autor dahingehend revidiert worden, daß er zu einer anderen Schlussfolgerung kommt- wie die deutsche Tageszeitung "Süddeutsche" berichtet- und nun vielmehr dazu einlädt, verstärkt über die Annullierungsprozesse nachzudenken.

Für die deutsche Zeitung handelt es sich dabei um eine Antwort Benedikts XVI an Kardinal Kasper, um sich nicht instrumentalisieren zu lassen aber auch eine Wortmeldung- wenn auch eine indirekte-zur Debatte, die die Kirche erhitzt, obwohl er bei seinem Rücktritt versprochen habe, zu schweigen.
Darüber hinaus habe er sich bereits kürzlich mit einer Botschaft an die Päpstliche Urbania-Universiät und die Teilnehmer der Pilgerfahrt "Summorum Pontificum" zu Wort gemeldet, mit sehr gewichtigen Worten, sei es zur Bedeutung der Mission sei es zur Teilnahme an der Messe nach dem Usus Antiquior. Es handele sich also um Äußerungen, deren Bedeutung sicher mit Aufmerksamkeit gewichtet würde.

Aber zurück zu den fraglichen Behauptungen. Die Revidierung des Artikels von 1972 hat mehr Beweiskraft für ein Manöver der Unterstützer einer Änderung der Ehedoktrin ( als pastoraler Weg maskiert), das zu zeigen versucht, daß auch Papst Benedikt die von Kasper & co beschworenen Öffnungen gewollt hätte.


Barmherzigkeit! Kardinal Kasper übernehmen Sie!

Fast wie im Mittelalter: und das mitten in Deutschland.


Wo laufen sie denn? Wo sind sie hin, die Barmherzigkeitsprediger der letzten Tage? Haben die das etwa noch nicht gehört oder waren die Medien noch nicht laut genug?

Ungeheuerliche Sachen tragen sich zu - und das beim Bundesverfassungsgericht.

Das Thema ist kurz erklärt: Da hat ein Chefarzt eines katholischen Krankenhauses mal wieder nicht wahrgenommen, dass er für ein katholisches Krankenhaus arbeitet. Viele Angestellte in diesen Krankenhäusern bestätigen ja gerne, dass sie das dortige Arbeitsklima als angenehmer empfinden. Da arbeitet man natürlich gerne - und denkt weniger darüber nach, dass man sich dann eben auch mit den Regeln der Kirche einverstanden erklären muss.
So ging es wohl auch dem Chefarzt. Alles war gut. Bis er seine zweite Frau geheiratet hat. Macht doch heute fast jeder, dachte er sich wohl. Als die Kirche ihm dann wegen eines Verstoßes gegen das sechste Gebot kündigte, klagte der Arzt. Er bekam Recht - in allen Instanzen. Doch diesmal lief es anders. Die Kirche hat sich wohl nicht von den Klagen irritieren lassen und es auf ein Grundsatzurteil vor dem BVG ankommen lassen. Und bekam recht. Denn noch ist es in unserem Grundgesetz festgeschrieben:  "...das Bundesverfassungsgericht hat die kirchlichen Sonderbestimmungen beim Arbeitsrecht bestätigt. Danach ist es den Kirchen weiter möglich, ihren Mitarbeitern aus sittlich-moralischen Gründen zu kündigen." 

Tweet zum Tage

67 Jahre verheiratet:


Congratulations, Your Majesty



Mittwoch, 19. November 2014

Mit freundlichen Grüßen an Kardinal Kasper aus Accra/ Ghana

In Accra ist nach mehrtägiger Gebetsvorbereitung die diesjährige Vollversammlung der Katholischen Bischöfe Ghanas zum Thema: "Herausforderungen in der Familienpastoral im Rahmen der Evangelisierung " -explizit mit Blick auf die Synode in Rom-zuende gegangen. Die Bischöfe haben ein Abschlusspapier veröffentlicht, in dem sie ihren Standpunkt zum Thema Ehe und Familie festgelegt und klar zum Ausdruck gebracht haben. Das kann man hier lesen:  klicken

Vielleicht findet ja der em. Kurienkardinal mit seiner aparten Einschätzung des afrikanischen Episkopates doch ein bißchen Zeit, um den Text zu lesen. Wenn nicht, würde wohl auch dieser Ausschnitt genügen:

"Die immerwährende und unveränderliche Lehre zur Familie basiert auf der Natur des Menschen aber besonders auf der Schrift und namentlich auf der heiligen Überlieferung, daß Gott die Ehe zwischen Mann und Frau stiftete, als er "sie als Mann und Frau schuf und sie segnete". Gott plante auch, daß die Ehe offen für das Leben sei: "Er segnete sie und sagte: seid fruchtbar und vermehrt euch" ( Gen. 1, 27-28)
Außerdem legte Gott fest, daß die Ehe unauflöslich sein solle- wie Jesus bekräftigte " Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen." (Matt.19,6)"

und das noch

"Die Philosophie des Relativismus und die Familie"
Wir erleben das Entstehen einer neuen Realität, die den Menschen als freies Individuum mit dem Recht, alles, was immer ihm/ihr gefällt, zu tun, definiert.Unglücklicherweise ist diese Realität auch in das traditionelle Christliche Konzept der Familie vorgedrungen, und redefiniert die Ehe als eine freie Verbindung zwischen 2 beliebigen Personen, die sich zueinander hingezogen fühlen, ob sie gleichen Geschlechts sind oder nicht. Diese "neue Realität" rät den Menschen, ihren sexuellen Gefühlen auf jede erdenkliche Weise freien Ausdruck zu verleihen. Einige Leute unterdrücken die Worte "Ehemann und Ehefrau" , "Vater" und "Mutter" zugunsten solcher Ausdrücke wie Partner, Gefährte etc. 

Die angestrebte Neudefinierung dieser Wort verzerrt und überschattet die wahre Bedeutung der Ehe." (.....)Quelle: rorate caeli,   Catholic Bishops Issue 2014 Communique in Accra

Einfach cool, diese Amerikaner!

Mehr als 1 m Schnee innerhalb von Stunden




Ein echter Horrorfilm und nix für schwache Nerven...

Tagebuch: Der 19. November 1980

war ebenfalls ein Buß- und Bettag und genau so grau, kalt und regnerisch wie heute.
Ich kann mich noch gut erinnern. Damals war der Buß- und Bettag in ganz Deutschland ein Feiertag, nur in Bayern nicht.
Wir mussten also ins Büro, während unsere Firmenzentrale außerhalb Bayerns Feiertag hatte.
Deshalb hatten wir auch viel Zeit, an diesem besonderen 19. November an einem ganz besonderen Ereignis teilzunehmen:

Bild: Screenshot aus der Münchner Stadtchronik via
Muenchener Stadtportal
Auf der anderen Straßenseite wurde ein Großereignis gefeiert - Johannes Paul II besuchte erstmals Deutschland und an diesem Buß- und Bettag feierte er eine heilige Messe auf der Theresienwiese. Mehr als 500.000 Menschen machten sich auf den Weg. Und es war massig voll fast überall in der Innenstadt.

Unser Mädelsteam (alle Protestanten), hatte natürlich gar keine richtige Ahnung, was da so gefeiert wurde. Wir wussten alle nichts über "katholisch". Zwar war der Kardinal Ratzinger eine echte Respektsperson in München, man kannte ihn also - auch wenn man von der Kirche sonst nichts wusste. Trotzdem war es ein Großereignis, von dem niemand unberührt blieb, und Johannes Paul II war ja eine echte Sensation. Zum Glück hatten wir einen Fernseher im Büro stehen (der BR übertrug live) und so konnten wir uns das, was auf der anderen Straßenseite passierte, gemütlich ins "Wohnzimmer" holen. Ausgestattet mit Gebäck, Kaffee und Sekt versprach es ein netter Nachmittag zu werden.

Und - nach nunmehr 34 Jahren ist mir immer noch alles in Erinnerung, sowohl unser gemütliches Beisammensein als auch das, was sich damals auf der Theresienwiese abspielte.
Hier gibt es ein schönes Bildarchiv von der Messe: klicken - von der Ankunft in München: klicken und der Begegnung mit Künstlern: klicken
Schön zu sehen, wie relaxt es damals zuging. Johannes Paul II und Kardinal Ratzinger kamen mit dem Zug (!!! - kein Medienhype darüber!!!) in München an. Es gab keine Absperrungen, keine Polizeikontrollen (ich konnte problemlos mit dem Auto ins Büro fahren, obwohl Tausende unterwegs waren), jeder der wollte, kam auf's Messegelände (ohne Eintrittskarte)... aber das war auch alles vor dem Attentat.

Dienstag, 18. November 2014

Die große Teilung

Die große Teilung
Hauptsache es wird nicht das große Schisma   
rorate caeli hat einen polnischen Bericht klicken übersetzt:  klicken  und online gestellt, den wir mit Dank zitieren

"Der Präsident der Polnischen Bischofskonferenz: "Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene- greift die Unauflöslichkeit der Ehe an."

"Interessanterweise wiederholt der Erzbischof von Posen, Gadecki, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, dessen Präsenz und Bestimmtheit bei der Oktobersynode so wichtig waren, die selben Worte, die Kardinal George im Interview mit John Allen verwendete:
"die Differenzen innerhalb der Kirche werden jetzt so groß, die Teilung so tief, wir sprechen nicht mehr über liberal oder konservativ, aber darüber was wahr und was unwahr ist  und über die, die dem Lehramt treu oder untreu sind."

                             

In der Kirche wird diese Linie der Großen Teilung zwischen der Treue zu Unserem Herrn Jesus Christus. und seiner unveränderlichen Lehre, oder Untreue- also Verfälschung des Glaubens gezogen.
Als er mit den Journalisten sprach, erklärte der Erzbischof auch, wie das Presseamt des Hl. Stuhls versucht hat, die täglichen Pressekonferenzen während der Synode zu manipulieren.

Erzbischof Gadecki:  "Der Episkopat wird im Geiste der Familiensynode  eine Reihe von Initiativen ergreifen."

14.11.2014
"Das Problem, Menschen, die geschieden sind und in neuen Beziehungen leben, die Hl. Kommunion zu geben, kann nicht auf theologischem Gebiet  gelöst werden"- erklärte Erzbischof Gadecki während seines heutigen Treffens mit Journalisten im Sekretariat der Polnischen Bischofskonferenz.
Als ihr Vorsitzender infomierte er die Journalisten, daß die Polnische Bischöfe, die sich im November in der Abgeschiedenheit von Jasna Gora treffen, der Botschaft der III. außerordentlichen Versammlung der Bischofssynode zur Familie folgend, die im Oktober in Rom stattfand, eine Reihe von Initiativen starten werden.
Die Synode sei nur ein Beratungsgremium für den Papst , sagte er über die Kompetenz der Institution Synode sprach, die Entscheidungen aber würden durch den Hl. Vater selbst getroffen, nachdem er sich die Meinungsgäußerungen in der Synode angehört hat.
Diese Meinungen haben keinen bindenden Charakter für den Papst. Die Synode formuliert bestimmte Gedanken als Vorschläge für den Hl. Vater, dennoch bindet der Abschlusstext ihn nicht.
Die Abstimmungen während der Synode sind keine Entscheidungen mit Bedeutung für die Doktrin, sondern werden nur durchgeführt, um den Bischöfen eine tiefere, vollere gemeinsame Sichtweise zu ermöglichen," erklärte der Erzbischof von Posen.


Rührend!

Es ist fast rührend, zu sehen, wie sich die deutschen Printmedien abmühen, die Herausgabe der Werke Joseph Ratzingers zu einem Skandälchen - oder je nach Diktion - einer hochpolitischen Angelegenheit  hoch zu manipulieren. Da erinnern sich die alten, müden Recken der Kirchenfeinderedaktionen noch einmal an vergangene Zeiten, war da nicht mal der deutsche Episkopat, der so avantgardistisch und mit 68er-Ideen gegen das Lehramt aufbegehrte, immer von der bösen Inquisition zurückgepfiffen und an der Menschheitsbeglückung gehindert wurde?
Das müßte man doch noch einmal wiederholen können?
Schließlich hat einer der ganz alten Garde, Kardinal Walter Kasper, der Afrikakenner, doch der Synode eine so wundervolle Vorlage gegeben, da muss man auch als Heide in einem deutschen Blatt der gängigen ideologischen Prägung seinen Beitrag leisten!  Gedacht - getan. Die Tastaturen wurden in Anschlag gebracht, die Texte abgefeuert, merkwürdigerweise sind es immer die dezidiert heidnischen Blätter, die sich berufen fühlen, sich in innere Kirchenangelegenheiten oder Theologische Diskussionen zu mischen, und dann?
Nix - trotz aller Bemühungen: außer deutschen Spesen nix gewesen.
Interessant wäre natürlich noch die Beantwortung der Frage, wer hat die Herren Heiden, die weder an den Werken Ratzingers interessiert sind, noch sie je gelesen oder verstanden haben, von der Textüberarbeitung, die ihnen den Schaum vor den Mund treibt, informiert?

Augenbalsam und Augenhonig

Mit großem Aufwand wurde ein 3D-Film über die Vatikanischen Museum erstellt - den man ab jetzt in vielen Kinos in Großbritannien und Irland anschauen kann, hoffentlich bald auch bei uns:

Hier ist ein kurzer Einblick - Unser Highlight des Tages

Montag, 17. November 2014

Wer mit 17 kein Sozi ist, hat kein Herz - wer mit 40 immer noch einer ist, keinen Verstand.

Ja, ich weiß, der Spruch ist soooo alt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er wahr ist.

Wir kennen sie ja alle, diese vor sich hinpubertierenden Alt-68er, die uns täglich Beweise für die Richtigkeit dieser Aussage liefern.  Heutiges Beispiel: Matthias Drobinski, seines Zeichens SZ-Redakteur (er würde ja nicht eingestellt, wenn er kein Linker wäre), zuständig u.a. für die katholische Kirche.
Und wenn so älter gewordene Linke sich dann so umschauen in der Welt, können sie es gar nicht fassen, dass tatsächlich auch Menschen gibt, die einen Verstand haben und diesen auch benutzen.
Deshalb konnte ein Artikel wie dieser auch nur von einem SZ-Redakteur kommen.
Sozis schließen halt von sich auf andere und dann passiert das schon mal, dass man über das eigene kleine Denken nicht hinauskommt.
Deshalb ist es für Herrn Drobinski wahrscheinlich auch gar nicht vorstellbar, dass ein Mann wie Papst Benedikt im Laufe seines Lebens neue Erkenntnisse gewinnt und deshalb dazu steht, dass er seine Sicht auf die Dinge eben geändert hat.

Zu schade aber auch, dass der Strohhalm, an den sich die Kasper-Fraktion (inkl. der sie unterstützenden Medien) geklammert hat, jetzt einfach weg ist. Als Josef Ratzinger diesen Text 1972 schrieb, konnte er wahrscheinlich auch nicht ahnen, dass es einmal eine Zeit geben würde, in der die Ehescheidung fast so normal ist wie die Eheschließung.

Benedikt XVI hat einfach von seinem Recht an der eigenen Arbeit Gebrauch gemacht und den Text an sein heutiges Denken angepasst. Wir können das gut verstehen, dass er den Gebots-Abschaffern nicht auch noch Munition liefern will.

Danke!!! Danke!!! Danke!!!

GOLD !!  für Papsttreue!!!!



Wir sind ja immer noch hin und weg, gerade weil das in diesen Zeiten ja ein gewaltiger Kraftakt ist.
Und deshalb freuen wir uns immer noch genau so:



Wir versprechen: Wir bleiben im Training. Wenn wir fertig sind mit dem Feiern  besonders was die aktuellen Nachrichten und heißen Gerüchte aus Rom und den italienischen Medien betrifft.
Und die Ideen werden uns nicht ausgehen. Versprochen.


Antonio Socci denkt über das aktuelle Pontifikat nach

Antonio Socci, der "angry young? man" unter den Vaticanisti und Autor des in Mantua auf dem Index stehenden Buches "Non è Francesco", hat sich in einem Artikel im Libero der italienischen Alt-Atheisten angenommen, die plötzlich ihre glühende Liebe zum Pontifex und dem Kirchenstaat entdeckt haben. Die Diagnose, die er ihnen stellt , trifft auch für deren Gesinnungsbrüder &-schwestern bei uns und andernorts zu. Hier geht´s zum Original  klicken  
Vorsicht: harter Tobak!

"Haben Scalfari, Panella und Bertinotti sich bekehrt-oder ist es das Gegenteil?"
Zusammen mit Fausto Bertinotti sind Eugenio Scalfari und Marco Panella die glühendsten  Fans von Papst Bergoglio ("viva il Papa", "wir Radikalen lieben Sie sehr" "ich möchte Bürger des Vaticans werden")

Eine erstaunliche Konversion zum "Opium für´s Volk" , der Religion, als letztem Ausweg im Alter, weil- man weiß ja nie- sich dort vielleicht als Überraschung Gott finden läßt?

Nein. Es ist nicht die Spur einer Rückkehr in die Katholische Kirche, auch nicht eine Lebensänderung. In dieser Liebe auf den ersten Blick, die den Vorsitzenden der wiedergegründeten Kommunistischen Partei, und die beiden Symbole des Antiklerikalismus, des Laizismus und der Entchristlichung Italiens übermannt hat.

Also. Es ist das genaue Gegenteil. Es ist- von ihrer Seite- das Gefühl eines unerhörten, bisher in der radikalen und laizistischen Kultur nie vorgekommenen Triumphes- nach dem über die Italienische Gesellschaft nun auch über die Kirche.

Von der Seite Bertinottis ist es der Enthusiasmus für einen Papst , der sich als neuer, nichtglobaler Revolutionsführer der Welt gibt.

Aber ist es wirklich so?  Ist es nicht eher so, daß Scalfari und Panella einfach dankbar sind, für die Telefonate und Gespräche, wenn man ihr immer glühendes Ego betrachtet?
Und hätte Bertinotti nicht Bergoglios Einladung zum "Kampf" an Leoncavallo und co. erwidert?

Ich erinnere daran, daß auch schon vorher Intellektuelle, Journalisten oder Politiker durch Päpste "vom Blitz getroffen wurden". Besonders durch den charismatischen Johannes Paul II und den weisen Benedikt XVI.

In diesen Fällen aber handelte es sich um wirkliche Rückkehr zum Katholischen Glauben oder um eine kulturelle Konversion, die sie dazu brachte, sich allmählich wieder der kulturellen und ethischen Lehre der Kirche zu nähern.

Dagegen - erklärt Sandro Magister- hat die Popularität von Papst Franziskus "keine Wellen von Konversionen ausgelöst. Im Gegenteil, auch bei ihm gibt es eine gewisse Selbstgefälligkeit in der dem Christentum fernen oder feindlichen Kultur."

In welchem Sinn? "Darin,- zu sehen, daß das Oberhaupt der Kirche sich ihren Positionen zuwendet, sie zu verstehen und zu akzeptieren scheint."

Deshalb ist das Jauchzen der diversen Scalfari, Panella und Bertinotti nicht das jener, die den Glauben wiedergefunden haben, sondern das, endlich den Vatican "erobert zu haben."

Sonntag, 16. November 2014

Die italienischen Momente: Canaletto in München

Einfach mal für zwischendurch: Augenhonig!

Traditionalisten, Elefanten, Flaubert, Proust und die Progressisten. Fortsetzung


...derjenige, der ihn tadelt, Brot in Stein zu verwandeln, sein Herz zu verhärten, ihn Intellektualist und Legalist nennt, hat wenig Erfahrung und verwechselt ihn schuldhaft mit einer Karikatur. Der Visionär, der Vorschriften auf seine Anhänger wirft, als seien sie Steine, hat gar nichts damit zu tun, die Tradition zu bewahren, weil die ganz andere Ursprünge hat."

"Katholische Progressisten sind der Beweis dafür. Frei und ungehindert, wie sie schon 1980 waren, war, als sie sich scheiden lassen wollten, der dramatischste Moment für sie , wenn sie es dem Pater sagen mußten. Ihr starker und unbeugsamer Pater aber war ( Serviten-Priester) David M.Turoldo, der New-Age-Prophet und Prophet der neuen Kirche, der,  indem er die Scheidung unterstützte, den Schlüssel fand, seine Religion der Welt zu predigen.
Moral und Mitleid ohne Wahrheit werden immer zu Moralismus und Gewalt.

Nichts könnte davon weiter entfernt sein, als Pater Bournisien ( heutzutage zu einem alten Traditionalisten reduziert) der Madame Bovary die Sakramente ans Totenbett bringt.

"Der Priester-" erzählt G. Flaubert, "stand auf, um das Kruzifix zu holen, Sie reckte ihren durstigen Hals und presste ihre Lippen mit dem Rest an Kraft, der ihr geblieben war auf den Körper des Mensch-Gottes, und hinterließ den größten Liebeskuss, den sie je gegeben hatte. Und der Priester rezitierte das Miserere und das Indulgentiam, tauchte den Daumen seiner rechten Hand in das Öl und begann sie zu salben, zuerst die Augen, die um alle irdischen Güter gefleht hatten, dann Nasenlöcher, die lauwarme Brisen und amouröse Düfte begehrten, den Mund, der für die Falschheit offen gewesen war und stolz gestöhnt und Lustschreie ausgestoßen hatte, dann die Hände, die das Entzücken süßer Berührungen gekannt hatten und zuletzt die Fußsohlen, die so schnell gelaufen waren,  um die Sehnsüchte zu befriedigen und jetzt nie wieder gehen würden. Der Priester trocknete seine Finger, warf das ölgetränkte Baumwolltuch ins Feuer und kam zurück um sich neben die sterbende Frau zu setzen, um ihr zu sagen, daß sie jetzt ihr Leiden mit dem Leiden Jesu vereinen und sich Seiner göttlichen Gande unterwerfen solle."

Diese Passage über die Zeichen, so himmlisch und greifbar "ad oculos, ad aures, ad nares ad os comperssis labius, ad manus, ad pedes"- wären auch dann wirksam, wenn der Mensch kein Herz hätte, weil sie aus dem Herzen Gottes entspringen. Und es ist tragisch, daß sie als Beweis für die Hartherzigkeit dessen, der versucht, die Zeichen lebendig zu halten, eingesetzt werden, fast so, als ob die Zustimmung zu weltlichem Ersatz in den Augen des Herrn mehr wert wäre.
Es gibt nichts auf der Welt, das mehr wert ist als Form und Sinn eines Sakramentes, das heiligt und dem Leben und dem Tod des Menschen Freude bringt.
"Jetzt war Emma nicht länger so blass und auf ihrem Gesicht lag ein Ausdruck von Heiterkeit, fast so, als habe das Sakrament sie geheilt."

Samstag, 15. November 2014

Kasper & co: mit Rahner zur Kapitulation vor der Welt

"Die Theologie Rahners bedeutet die Kapitulation vor der Welt"
So überschreibt Stefano Fontana in La Bussola Quotidiana  seine Gedanken zur Synode   klicken

"Eine der interessantesten Fragen in diesem Klima einer Dauersynode ist, ob Karl Rahners Theologie schon den totalen Sieg innerhalb der katholischen Theologie errungen hat.
Keiner kann bezüglich des enormen Einflusses des berühmten deutschen Theologen auf die postkonziliare Theologie Zweifel haben.
Es gab eine bekannte Umfrage unter den Studenten der Lateranense-sofort nach dem Konzil.
Auf die Frage : "Wer ist der wichtigste katholische Theologe aller Zeiten?" antworteten die Studenten nicht etwa der Hl. Augustinus oder Thomas von Aquin sondern Karl Rahner.

Was hat Rahner heute mit der aktuellen Dauersynode zu tun?
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß viele Positionen, die sich da hervorwagen, sich in diesen synodalen Zeit im Grunde wieder aus seinen theologischen Thesen zusammensetzen, die erst jetzt völlig konkretisiert zu werden scheinen.
Das Motiv ist- rahnerisch gesprochen- verständlich: die Säkularisation hat sich in der Welt verstärkt, es ist die Welt "in der man Gott nicht findet",  angesichts derer Rahner seine anziehende Theologie entwickelt hatte, wie sich erst heute unmißverständlich zeigt. Erst heute ist also die Zeit Rahners gekommen. Er hatte alles das, was heute passiert, vorhergesehen.

Es würde genügen, sich nur auf die Frage der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen zu konzentrieren.
Nach Rahner besteht die Gnade in der Selbstoffenbarung Gottes gegenüber dem Menschen. Die hat ihren Höhepunkt in Jesus Christus, begann aber schon früher, seit der Schöpfung und ist der Evolution des Geistes gefolgt, bis-am Ende- zur Fleischwerdung des Wortes. Diese Selbstoffenbarung Gottes bedeutet nicht, daß Gott etwas über sich gesagt hätte. Sie besteht aus der Tatsache, daß Gott unsere essentielle Existenzgrundlage ist, der Horizont, der all unseren Fragen und Erkenntnissen Sinn gibt, und den man nicht kennen kann, weil er sonst eine Sache unter anderen und nicht mehr der Horizont wäre.

Freitag, 14. November 2014

Familienfoto

                 

                        
                                Foto : Benoit-et-moi.  Merci beaucoup!

Das Sant´ Uffizio hat gesprochen. Roma locuta.

Causa finita? Auf die schriftliche Frage, die ein französischer Priester der Glaubenskongregation stellte, erhielt er diese Antwort:    klicken

[Responsum] 
Auf die Frage eines französischen Priesters "Kann ein Beichtvater einem Beichtenden die Absolution erteilen, der nachdem er kirchlich geheiratet hatte, nach der Scheidung eine zweite Ehe eingegangen ist?
Die Kongregation für die Doktrin und den Glauben antwortete am 22. Oktober 2014.

"Wir können die wiederverheirateten Geschiedenen nicht a priori vom Prozess der Buße ausschließen, der zur sakramentale Versöhnung mit Gott führen würde und damit zur Eucharistie. Papst Johannes Paul II hatte in der Apostolischen Exhortation "Familiaris Consortio (n.84) " so eine Möglichkeit in den Blick genommen und ihre Voraussetzungen spezifiziert: "Die Versöhnung durch das Sakrament der Buße, die den Weg zur Eucharistie öffnen würde, kann nur denen gewährt werden, die bereuen, das Zeichen des feierlichen Bundes und die Treue zu Christus gebrochen zu haben und ernsthaft bereit sind, ein Leben zu führen, das nicht länger im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht.  Das bedeutet in der Praxis, daß, wenn es ernsthafte Gründe- wie z.B. die Erziehung von Kindern- gibt, deretwegen ein Mann und eine Frau die Verpflichtung zur Trennung nicht erfüllen können, sie die Pflicht haben, in völliger Enthaltsamkeit zu leben, das heißt, durch Abstinzenz von Akten, die verheirateten Paaren vorbehalten sind (s.auch Benedikt XVI "Sacramentum Caritatis", n.29)
Auf dem einzuschlagenden Weg des Bußprozesses, müssen folgende Elemente bedacht werden:                                                                                                                          
  1. Die Gültigkeit der kirchlichen Eheschließung zu prüfen, und dabei immer zu vermeiden, den Eindruck einer "katholischen Scheidung" zu vermitteln.                                                           
  2. Schauen, ob sich die Person- mit Hilfe der Gnade- von ihrem neuen Partner trennen und sich mit dem verlassenen versöhnen kann.                                                                                       
  3. Die wiederverheirateten Geschiedenen, die sich aus ernsthaften Gründen ( z.B. Kinder) nicht trennen können, einzuladen, wie Bruder und Schwester zu leben.


Auf alle Fälle kann die Absolution nicht erteilt werden, wenn die Bedingung der wahre Reue-das ist " die Sorge des Gemüts und Abscheu vor der begangenen Sünde, mit dem Ziel in Zukunft nicht mehr zu sündigen" (Konzil von Trient, Doktrin des Bußesakramentes, c.4) nicht erfüllt ist. In diesem Sinne kann einem wiederverheirateter Geschiedener nicht wirksam díe Absolution erteilt werden, wenn er nicht den festen Vorsatz hat, "in Zukunft nicht mehr zu sündigen" und deshalb alles in seiner Macht stehende dafür tut, sich der den Eheleuten vorbehaltenen Akte zu enthalten."

Luis F. Ladaria, SJ
Titular Archbishop of Thibica,
Secretary
Quelle: rorate caeli,