Donnerstag, 11. August 2022

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute unter einem etwas merkwürdigen, lautmalerischen Titel über ein immer wiederkehrendes kicherndes Geräusch am Ende von small-talk-Sätzen.
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                                       uch uch uch

"Sie sind Martins Vater, oder? Eine Frau neben Ruth wandte sich ihm zuwandte und ihn freundlich fragend anschaute. 

"Für einen Moment starrte Routh sie in dummer Panik an. Dann nickte er krampfhaft. "Ja" sagte er "das ist richtig. Ich bin Martins Vater.",...

"Ich habe die Ähnlichkeit sofort gesehen. Darf ich mich vorstellen? Ich bin Elizabeths Mutter". Die Frau lachte charmant als ob diese Tatsache Ursache für großen Spaß biete...."

Operation Pax, J I M Stewart, 1951

Ich führe den Gedanken spekulativ fort...das formelhafte rhythmische konversationelle Lachen.... ist unter Frauen verbreiteter als unter Männern; und das ist ein Versuch eine Äußerung oder Beobachtung leichter zu mache, die sonst zu wichtig...zu ernst ...oder sogar zu geschwollen wäre. 

Ich höre besonders oft an der Bushaltestelle zwischen netten alten Damen Wortwechsel wie diese:

Sonniger Tag heute, nicht wahr -uch uch uch.

Und etwas wärmer als gestern, -uch uch uch.

Nicht wie letzte Woche -uch uch uch.

Denke das waren die Bauarbeiten an Folly Bridge -uch uch uch

Kai ta loipa (usw.)

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Volle Kommunion in Zeiten des Ökumenismus

Rorate Caaeli veröffentlicht einen Beitrag über das Thema "volle Kommunion", das  Paul Grondin  für "La Paix Litugique" geschrieben und Peter Kwasniewski ins Englische übersetzt hat. Der Leser kann nicht umhin, zu bemerken, daß der Autor in seiner Polemik ein Zerrbild der Psychoanalyse malt, das keinerlei Ähnlichkeit mit der Realität aufweist.
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"WAS BEDEUTET "VOLLE KOMMUNION"? VON KIRCHLICHEN BELEIDIGUNGEN UND VERLETZUNGEN" 

Dieser Artikel ist als Lettre 878 in La Paix Liturgique erschienen und wurde für Rorate Caeli übersetzt. 

Der Ökumenismus des II. Vatikanischen Konzils gründet auf der Feststellung, daß unsere getrennten Brüder und Schwestern "in unvollkommener Gemeinschaft“ mit der Kirche und mit Christus stehen (Unitatis redintegratio, Nr. 3). Das ist eine kolossale Neuheit, denn man ist oder ist nicht in Gemeinschaft mit Christus durch den Glauben, genauso wie man duch die Liebe in einem Zustand der Gnade ist oder nicht. Durch diese Ausflucht werden die Getrennten zu Halbkatholiken, was sehr schön für sie ist: 10%, 20%, 50%? Aber jetzt soll auch von denen, die an der traditionellen Liturgie hängen bleiben, gesagt werden, daß sie nicht "in voller Gemeinschaft" sind oder sein wollen, was geradezu beleidigend ist. Im folgenden Essay äußert sich Paul Grondin zu dieser Monstrosität.
 
*   *   *

Die sakramentale Kommunion, das Zeichen par excellence der Kommunion oder der Zugehörigkeit zur Kirche, ist etwas, das jeder Getaufte, der das Alter der Vernunft erreicht hat, kennt: es ist die Tatsache, den Leib Christi, der gekommen ist, um ihn zu ersetzen, fromm und erlaubt zu empfangen sich selbst für die Substanz der Hostie durch die Befugnisse des Priesters, der die Eucharistie zur Ehre Gottes und zum Heil der Gläubigen gefeiert hat.

Die Kommunion ist erlaubt, wenn sich der getaufte Katholik getreulich im Stand der Gnade fühlt. Wenn nicht, verlangt die Kirche die Beichte der Gläubigen, die durch die Wirkung dieses anderen Sakraments die heiligmachende Gnade wiedererlangen, die die Kommunion erlaubt und für die Seele der "Versöhnten“ gewinnbringend macht.

Konkret werden die Gläubigen die Kommunion empfangen oder nicht. Es ist sachlich und in logisch-mathematischer Sprache sogar binär. Bei der Messe, an der man teilnimmt, empfängt man entweder die Kommunion oder man empfängt die Kommunion nicht. Es ist ja oder nein. Es gibt keine dritte Möglichkeit. 

Es ist wahr, daß die Kirche versteht, daß eine geistliche Kommunion erreicht werden kann, wenn die Gläubigen aus guten Gründen auf die sakramentale Kommunion verzichten, d.h. solche, die die kirchliche Disziplin selbst festgelegt hat (wie das Fasten).

Mittwoch, 10. August 2022

Was den Dechanten, Stadtanzeigern und anderen Woelki-Jägern mal gesagt werden mußte, ein Fundstück

hat jetzt -nach den immer neuen Versuchen, eine weitere Kampagne gegen Kardinal Woelki zu starten,  Generalvikar Guido Assmann bei kathnet getan.  
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unter dem Titel 

"DAS IST DEFINITIV FALSCH- WIR HABEN NICHT NACH EINEM DREHBUCH DRITTER GEHANDELT"

beginnt der Beitrag so  - ZITAT

"Das Erzbistum Köln hat sich am Mittwoch am Abend zu einem neuerlichen Skandalisierungsversuch durch eine Kölner Zeitung, mit Beteiligung von drei Dechanten (Wuppertaler Stadtdechant Bruno Kurth, Kölner Stadtdechant Robert Kleine, Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken), Domradio & Co., zu Wort gemeldet. Es geht um eine angeblichen Skandal einer "Informationsstrategie" im Jahr 2020.

Generalvikar Guido Assmann hat sich heute an die Mitarbeitenden im Erzbistum Köln gewandt. Die Berichterstattung in den Medien über die "Informationsstrategie“ des Erzbistums im Zusammenhang mit dem ersten "Missbrauchsgutachten“ (WSW) und der Gutachterwechsel hat im Hause und in der Öffentlichkeit zu Irritationen geführt, Fragen aufgeworfen und auch zu falschen Schlussfolgerungen Anlass gegeben. Zunächst möchte ich aber meine Irritation des Umgangs miteinander benennen. Zu glauben, dass man nicht miteinander, sondern übereinander in den Medien reden muss, ist nicht zielführend und sehr unerfreulich." (...)

Quelle: Msgr. G. Assmann, kathnet

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über den aus päpstlicher Feder bevorstehenden Angriff auf Humanae Vitae und zieht zum Vergleich einen Roman von Evelyn Waugh heran.
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          "PF, EVELYN WAUGH UND HUMANAE VITAE"

Unheimlich ... wie sich meine Topographie mit der von Waugh überschneidet, wenn auch natürlich nicht gleichzeitig. Er war am College, an dem ich fast drei Jahrzehnte lang unterrichtete … er und ich waren am selben Undergraduate College … er hat in der Kirche geheiratet, die jetzt die Ordinariatskirche in London ist … er verabscheute die Zerstörung des authentischen römischen Ritus (obwohl er starb, bevor das schlimmste Verderben entwickelt wurde) ...

Während PF Berichten zufolge über dem Entwurf seines beabsichtigten Dokuments kauert, das Humanae vitae zerstören soll, erinnere ich mich an eine lustige Passage aus Waughs Roman "Black Mischief", geschrieben 1932, kurz nachdem er Katholik geworden war.

Es spielt auf einer imaginären Insel im Indischen Ozean namens Azania, die als  im Stil der 1930-er Jahre dauerhafte "Moderne" dargestellt wird.

"„… der Kaiser assimilierte die verschiedenen Bücher, die mit der letzten Post für ihn eingetroffen waren. Am schlimmsten war, daß die Prozession der Empfängnisverhütung insgesamt mehr Mühe bereitete, als sie trotz wiederholter Vorhaltungen wert war ...sie beschäftigte das Denken des Kaisers weiterhin -vor allen anderen Problemen. Er hatte den Platz der Anglikanischen Kathedrale bereits in Marie-Stopes-Platz umbenannt.

Der Himmel weiß, was passiert, wenn er jemals die Psychoanalyse entdeckt"  bemerkte Basil, der schon düster einen Boulevard -Kraft-Ebing, einen Allee-Ödipus und ein Festzug von Koprophagen vorhersah.

Ja...sogar diese unwahrscheinliche Sorge von PF.

"Black Mischief" wurde von einer Zeitschrift namens "The Tablet" bösartig angegriffen."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwiccke 

Synoden...

Francis X. Maier berichtet bei First Things über seine Erfahrungen bei mehreren Bischofs-Synoden in Rom. Hier geht´s zum Original:  klicken

                   "SYNODEN - DAMALS UND HEUTE" 

Am 29. Juli hat La Civiltà Cattolica ein Interview mit Papst Franziskus veröffentlicht,  das eine sorgfältige Lektüre verdient. Die Worte des Hl. Vaters, die ich mit besonderem Interesse zur Kenntnis genommen habe. betreffen Synodalität und Dialog:

2001 war ich einer der Relatoren bei der Bischofs-Synode... ich erinnere, daß die Meinungen gesammelt und ans Generalsekretariat geschickt wurden. Dann habe ich das Material gesammelt und zur Abstimmung vorbereitet. Der Generalsekretär der Synode kam zu mir, las das Material und ließ mich dieses oder jene Detail entfernen. Es gab Dinge, die für unpassend hielt und zensierte sie. Kurz gesagt - es gab eine Vorauswahl. Es gab wenig Verständnis für das, was eine Synode ist...

Fundamental scheint mir zu sen, zu wiederholen- wie ich es oft tue- daß die Synode weder ein politisches Treffen noch ein Komitee für parlamentarische Entscheidungen ist. Sie ist der Ausdruck der Kirche, deren Protagonist der Hl. Geist ist. Wenn der Hl. Geist nicht da ist- gibt es keine Synode. Es mag Demokratie, ein Parlament, eine Debatte geben, aber da ist keine "Synode". Wenn Sie das beste Buch über die Theologie des Synode lesen wollen, lesen Sie die Apostel-Geschichte. Da können Sie klar sehen. daß der Protagonist der Hl. Geist ist...."

Es ist vor allem wichtig, daß der Dialog ausgeweitet wird. Dialog ist bei den Medien-Mitarbeitern nie überflüssig aber sicher auch mit den Bischöfen. Austausch, Konfrontation und Dialog sind für die Kommunikation fundamental. 

Nun fügt es sich, daß ich in Rom bei drei unterschiedlichen Synoden zu einer Bischofs-Delegation gehörte. 2015 und 2018 habe ich auch dazu beigetragen fast einem Dutzend delegierten englisch-sprachigen Bischöfen von drei Kontinenten zu helfen. Ihre Erfahrungen  passen nicht ganz zu den hoffnungsvollen obigen Bemerkungen des Hl Vaters. Bedenken Sie die Worte des damaligen Erzbischofs von Philadelphia, Charles Chaput, der selbst im Permanenten Rat der Bischofs-Synode :

-" Die erste Synode, an der ich 1997 teilnahm, konzentrierte sich auf Amerika. Ich war einer der direkt von Papst Johannes Paul II. ernannten Delegierten. Es war eine großartige Erfahrung, meine erste wirkliche internationale Teilnahme im Dienst an der Weltkirche. Dort traf ich den damaligen Erzbischof Jorge Bergoglio aus Buenos Aires. Er war ein beeindruckender Mann und leistete gute Diskussionsbeiträge. Wir saßen nebeneinander, weil wir ungefähr zur gleichen Zeit zu Erzbischöfen ernannt worden waren. Die Synode veranlasste mich, eine viel engere Beziehung zu den Kirchen in Mexiko und Lateinamerika und den katholischen Latinos in den Vereinigten Staaten zu suchen.

Die anderen beiden Synoden – 2015 zur Familie und 2018 für Jugend und Glaube – waren ganz anders. Ich war Delegierter der katholischen Bischofskonferenz der USA und viel erfahrener, daher habe ich die politische Dynamik einer Synode wahrscheinlich deutlicher gespürt.

Ich war sehr enttäuscht von dem, was ich als Manipulation der Synoden und ihrer Tagesordnungen durch Elemente innerhalb und außerhalb der Kirche ansah. Anstatt Gelegenheiten für einen ehrlichen Meinungsaustausch zu bieten, waren beide Synoden von Bemühungen um eine Neuausrichtung der Kirchenführung geprägt. Synoden sollten Orte sein, an denen Menschen frei sprechen und anderen gerne zuhören. Aber beide waren Machtausübung und keine Bemühung, durch Zuhören und die Inspiration des Heiligen Geistes ehrlich zu einer gemeinsamen Position zu gelangen. Keine dieser Synoden ermutigte oder befriedigte mich. Tatsächlich war ich zutiefst empört über die politischen Manöver, die bei beiden stattfanden. Die über die Familie war eine sehr wichtige Synode mit einigen sehr scharfen Spannungen. Dem Thema Jugend fehlten einige wichtige Stimmen und anscheinend wurden viele Gelegenheiten verpasst, etwas Bedeutendes zu sagen oder sich mit den wirklichen Problemen der Kirche in unserer Zeit zu befassen.

Dienstag, 9. August 2022

Christliche Kunst

Ravenna:  Basilika San Vitale aus dem 6. Jahrhundert. Wichtiges Zeugnis früher Byzantinischer Kunst und Architektur. 

Basilica di San Vitale Late antique church in Ravenna, Italy. The 6th century church is an important surviving example of early Christian Byzantine art and architecture. pic.twitter.com/nrDRglq9Y4

— Ghost of Hellas (@romebyzantium) August 9, 2022

Zum Tod von Archie Battersbee

Wie "Die Tagespost" berichtet, fordern die Eltern des für hirntot erklärten Archie Battersbee - der nach einem erbitterten Rechtsstreit mit dem NHS und der Klinik nach Einstellen der lebenserhaltenen Maßnahmen starb - eine Untersuchung und eine Gesetzesänderung. Besonders aufsehenerregend bei dem Fall war u.a., daß die für die Hirntoddiagnose erforderlichen Untersuchungen nicht alle durchgeführt wurden.
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Unter dem Titel:

"TOD ARCHIES:  ELTERN FORDERN GESETZESÄNDERUNG" 

beginnt der Beitrag so -  ZITAT

"Der Fall des 12-jährigen Archie, der nach einem wochenlangen juristischen Tauziehen am Samstag in einem Londoner Krankenhaus gestorben ist, hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Archies Familie fordert nun eine Untersuchung des Falles und hofft, das Schicksal ihres Sohnes könne eine Gesetzesänderung bewirken. In einer Mitteilung der Familie, die von der BBC und anderen britischen Medien aufgegriffen wurde, heißt es: „Wir wollen, dass aus dieser Tragödie und der schrecklichen Erfahrung, die wir durch das System machen mussten, etwas Gutes entsteht."  (...)

Quelle: Die Tagespost 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute  über die Geschichte des Vatican-Staates in den Jahren um die Vereinigung Italiens und einige bedeutende Männer dieser Zeit.
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                  "ROMA LIBERANDA PAPA REX"  (2)

Vor einer kleinen Weile hat ein freundlicher kanadischer Wohltäter mir ein Buch geschenkt...klein, wie wir sagen, aber perfekt geformt...das mich dazu veranlaßte, über die weltliche Macht des Papsttums nachzudenken. Es war eine Neuauflage eines Buches von Dom Martial Besse (1861-1920) über Msgr. Louis -Francois-Desire-Edouard Pie, Kardinal-Bischof von Poitiers (1815-1880). (Le Cardinal Pie, Sa Vie, Son Action religieuse  et Sociale; Edition de Chire). Ich empfehle es jedem, der sich ein bißchen im Französischen durchschlagen kann und sich an den weisen Rat von C.S. Lewis erinnert, daß man nie ein neues Buch lesen sollte, bevor man drei alte gelesen hat. 

"Die weltliche Regierung des Vikars Jesu Christi ist in der Tat fast das einzige Refugium für orthodoxe Politik (la politique orthodoxe) . Welche ein Triumph für die Hölle, wenn die letzte Festung Christlicher Ordnung (droit chretien)gebrochen und umgestoßen würde." Pie sieht in derart sakrilegischen Unternehmungen wie dem  Ziel der Piemonteser und Garibaldianer Italien zu vereinen, eine "äußerste Anstrengung der Revolution und der Hölle, die Prinzipien von 1789 in ganz Italien  und sogar im Kirchenstaat einzuführen- mit dem Ziel, daß die Kirche nicht länger den Gedanken, die Möglichkeit haben soll. die Prinzipien der Christlichen Ordnung unter den Nationen wieder einzuführen. "

Ich nehme an, daß die meisten von uns die Gründung des Vatican-Staates als nützlichen Weg verteidigen würden, die Unabhängigkeit der Kirche vor jedem säkularen Staat zu bewahren. Das war im 2. Weltkrieg sicher nützlich.  Aber es ist mir nie in den Sinn gekommen, darin in einen tieferen Zweck zu sehen. Was - denke ich- bedeutet, daß ich weniger weise bin als viele dieser Gründer Europas -sowohl im Westen als auch im Osten , die ein wenig von der Bedeutung des Königtums Christi wußten. Ich nehme an, daß Kardinal Pie in Frankreich nicht ganz vergessen ist; vielleicht verdient er es, diesseits des Wassers besser gekannt zu werden. Vielleicht waren Fr. George Bampfield und seine Päpstlichen Zouaven nicht ganz so dumm.  

Nicht überraschend beklagte sich Victor Emmanuel bei Napoleon III, der einem seiner Minister die Beschwerde nach Poitiers weitergab und der sprach persönlich darüber mit dem zukünftigen Kardinal. Aber Pie konnte nicht zum Schweigen gebracht werden; Er sprach beim Begräbnis einiger Zouaven, die bei der Verteidigung der Rechte des Hl. Stuhle gestorben waren. Er erkannte in der Person des de jure Königs Henry V eine Bedeutung.

Der- wie einige sagen- seinen Thron hätte haben können. wenn er dazu bereit gewesen wäre, die revolutionäre Tricolore zu akzeptieren. Wäre das ein angemessenes Opfer gewesen?"

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Fundstück

Die website der "audiatur"-Redaktion berichtet über die zahlreichen neuen Ausgrabungsfunde der Israelischen Altertumsbehörde in Jerusalem. 
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unter dem Titel:

"FORSCHUNG SOLL AUFSCHLUSS GEBEN ÜBER DIE SCHLACHT UM DEN ZWEITEN TEMPEL"

"Ein computergestütztes Forschungsprojekt der israelischen Antikenbehörde soll neue Einsichten in den Angriff der Römer auf Jerusalem bringen, die im Jahr 70 nach Christus nach einer viermonatigen Belagerung der Stadt und intensiven Kämpfen zur Zerstörung des Zweiten Tempels führte.

Unter anderem zeige sich erstmals, an welchen Stellen die römische Armee wahrscheinlich in die Stadt eingedrungen sei, so die Behörde, die die Erkenntnisse am Sonntag vorstellte, dem neunten Tag des jüdischen Monats Av, an dem Juden beim Fast- und Trauertag Tischa beAv der Zerstörung der Tempel gedenken."  (...)

Quelle: audiatur

Montag, 8. August 2022

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über die Auswüchse anglikanischer Papst-Verehrung 

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                    "ROMA LIBERANDA PAPA REX"

Das 1848 gegründete College, an dem ich so lange gelehrt habe, wurde unerklärlicherweise in seinen Anfängen beschuldigt, papistisch zu sein; möglicherweise, weil der Gründer Nathaniel Woodard vor dem Empfang der Heiligen Kommunion auf der Beichte bestand. Um fair zu sein, es ist wahr, daß einige seiner jüngeren Mitarbeiter weggingen und Katholiken wurden ... besonders ein junger Mann namens George Bampfield. Und er war sehr papistisch.

Als Katholischer Priester gründete Fr. Bampfield eine Reihe Katholische Schulen in denen seine Betonung des Glaubens mit einer Betonung der tiefen persönlichen Zuneigung für den seligen Pio Nono vermischte. Als junger Priester war Bampfield in Rom gewesen, "um an der Quelle der Katholizität zu trinken" und "das Glück gehabt, zu Füßen von Pio Nono zu knien". Nachdem er seine Kirche in Barnet vergrößert hatte, eröffnete er sie am Tag des Jubiläums der Bischofsweihe des Souveränen Papstes wieder und erinnerte an den Anlass mit Glasmalereien. Seine Autobiographie [geschrieben in der dritten Person] berichtet, daß "nicht nur einmal, sondern während der gesamten Geschichte der Schulen, Zuneigung und Ehrfurcht für den Heiligen Vater kontinuierlich eingeprägt und praktiziert wurden. So gab es auch, als der Tod [von B. Pius IX.] bekannt gegeben wurde, ein feierliches Requiem in der Kirche, zu dem die Jungen in trauriger Prozession marschierten, angeführt von der Kapelle, die den Totenmarsch aus dem  Saul-Oratorium spielte. Selbst der Jüngste muss gefühlt haben, daß er einen Freund verloren hatte, und tatsächlich war dies der Wahrheit".

Einer des Preis-Gedichte eines Schülers trug den Titel "Der Gefangene im Vatican", und 1874 gab es einen wichtigen Tag, als die Fahnen, die von den Ladies Howard, Schwestern des Herzogs von Norfolk, hergestellt worden waren, dem päpstlichen Zouaven-Regiment von St. Andrews präsentiert wurden, damit bekannt würde, daß die Jungen dem Papst ergeben waren; daß sie jeden Sonntag mit einer Musikkapelle und flatternden Fahnen in die Kirche marschierten, daß ihre Trommel das päpstliche Wappen und das Regiments-Motto ´Roma liberanda, Papa Rex´ trug. 

Ich muß Ihnen nicht erzählen, daß Fr. Bampfield unter dem Einfluss von Fr, Faber gestanden hatte; und daß die Berichte über sein Tun dem fiebrigen Papalismus dieser Ära Leben verlieh. Wie schwierig ist es, das heute nachzuempfinden!. Zu denken, daß es Menschen gab, die herumgingen und verlangten daß weltliche Macht für das Papsttum als Glaubensdogma definiert werden solle. Gottseidank sind wir zu einem ausgeglichenerem Papalismus gelangt!

Aber ich frage mich, ob das die ganze Geschichte ist. Vielleicht gibt es eine nuanciertere Interpretation der Erzählung.
Bampfield war das Vorbild für Fr. Barham in Trollopes "The Way We Live Now".

Wird fortgesetzt....

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Papst Franziskus, die Kirchengeschichte und die Evolution des Kirchenrechts

In seiner heutigen Kolumne für Monday at the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die ungefilterten Aussagen von Papst Franziskus bei einem Gespräch mit den kanadischen Jesuiten u.a. über die Evolution des Kanonischen Rechts und die Versuch der atheistischen, säkularisierten Welt die Geschichte der Kirche umzuschreiben. 
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"PAPST FRANZISKUS,  WENN DIE KIRCHE SICH SELBST NICHT KENNT"

Papst Franziskus´ Gespräche mit den Jesuiten haben den Vorteiö freie Unterhaltungen zu sein, ohne Filter, bei denen sich oft die authentische Art seines Denkens zeigt. Die wie üblich in La Civiltà Cattolica veröffentlichte Unterhaltung mit den kanadischen Jesuiten war da keine Ausnahme. 

In dieser Konversation gibt es keine verblüffenden Enthüllungen. Da zeigt sich jedoch die Art wie Papst Franziskus denkt, was uns folgerichtig dazu veranlasst, im Licht dieser Äußerungen des Papstes während der Pressekonferenz auf dem Rückflug von Kanada noch einmal zu überdenken. 

Als der Papst mit den Jesuiten über die Evolution des Kanonischen Rechtes im Hinblick auf den Mißbrauch sprach, sagte er: "Das Gesetz kann nicht im Tiefkühlschrank aufbewahrt werden. Das Recht begleitet das Leben und das Leben geht weiter. Wie die Moral wird es besser. Früher war Sklaverei legal, Heute nicht mehr. Die Kirche heute sagt, daß sogar der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist, nicht nur ihr Einsatz. Das ist zuvor nicht gesagt worden. Der moralische Diskurs schreitet entlang der gleichen organischen Linie."

In den Worten des Papstes können wir eine besonders pragmatische Reduzierung der Lebensfragen sehen. Aber der Punkt ist ein anderer. Die praktische Reduzierung führt auch die dazu, die Kirche pragmatisch zu sehen und zu verstehen. Das Prinzip ist demnach, daß "Realitäten mehr sind als Ideen" wie der Papst in Evangelii Gaudium sagte. 

Wenn das aber der Fall gewesen wäre, hätte sich das Christentum nicht so weit ausbreiten können. Das Thema der Sklaverei ist dafür beispielhaft. 

Der Papst hat sich nicht auf die Akzeptanz der Sklaverei durch die Kirche bezogen. Erzbischof Victor Fernandez jedoch, sein theologischer Referenzpunkt, hat das während der Bischofs-Synode 2014 bei einer Pressekonferenz getan.

Idolatrie und Götzenverehrung damals und heute

Fr. J. Zuhlsdorf bei stellt bei  OnePeterFive angesichts einiger Vorkommnisse in Katholischen Kirchen- auch im Vatican- die Frage nach der heutigen Bewertung von Idolatrie.  
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"IST IDOLATRIE HEUTE WENIGER SCHWERWIEGEND ALS IN ZEITEN DES ALTEN TESTAMENTS?" 

Seien wir schnell. In der Lesung des Evangeliums für diesen 9. Sonntag nach Pfingsten hören wir, daß der Herr sich Jerusalem nähert. Woran Sie sich erinnern sollten  ist, daß er bei seinem triumphalen Palm-Sonntag Einzug auf einem Eselsfohlen saß- wie ein Davidischer Priester-König.

Die Menschen, die von seinen vielen Wundern und den  klaren Lehren des Herrn gehört hatten, über die Wiedererweckung des Lazarus, dachten, daß er der Messias sei, der das Königtums Davids wieder errichten, die Römer vertreiben und die Rückkehr der glorreichen Wolke der Gegenwart Gottes im Tempel bewirken werde. 

Nahe bei Jerusalem, auf dem Ölberg, oberhalb des Ortes, an dem er nach dem Letzten Abendmahl beten und leiden würde, gibt es einen Platz, an dem man über das Kidron-Tal blickt und Jerusalem vor einem liegt. Das ist der Platz, an dem Christus über die Stadt weinte, von einer "Heimsuchung" (Visitation) und ihrer Zerstörung durch die Römer sprach. Eine Heimsuchung- griechisch episkope, war die Ankunft eines großen Herrschers oder Heerführers, der Bilanz zieht und abrechnet. 

Die Kirche benutzt "Visitation" als Begriff um auf die Ernennung desjenigen hinzuweisen, der kommt, um eine Diözese, ein Seminar, eine religiöse Einrichtung etc. zu beurteilen. In dieses Tagen scheinen Visitationen häufig gegen traditionelle gruppen eingesetzt zu werden, die kurz danach übernommen oder aufgelöst werden. Das ist seltsam. Ich widerspreche. Eine " Heimsuchung" war oft eine beängstigende Vorstellung, keine tröstliche. Sie konnte Tod und Zerstörung bedeuten, und tat das im Alten Testament häufig, so wie das Jerusalem durch die Assyrer und die Babylonier geschah.

Christus hat für Jerusalem eine schreckliche Zukunft beschrieben, die Stadt, von der die Juden dachten, sie werde der Mittelpunkt der Welt werden, die die Propheten Gottes getötet hatte und bald Christus selbst. Im 1. Jahrhundert beschreibt der jüdische Historiker und General Josephus in seinem "Der Jüdische Krieg",  daß 1 Million Menschen in und um Jerusalem starben und daß die Römer um die 500 Menschen pro Tag um die Stadt herum kreuzigten. Der Tempel, der ein Mikrokosmos des ganzen Universums war wurde zerstört und so das Ende der Welt, wie sie sie kannten, herbeigeführt. 

Sonntag, 7. August 2022

Eisdiele in Santa Maria Maggiore oder die Händler im Tempel?

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae den Kommentar von Msgr. Ics zu einem Bericht über Eisverkauf in der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore, den der bei silerenonpossumus gefunden hat. Hier geht´s zum Original:   klicken

"MSGR. ICS - SANTA MARIA  MAGGIORE. EIN WEITERER GROSSER ERFOLG DES ARGENTINISCHEN EISVERKÄUFERS" 

Liebe Stilumcuriale, Msgr. Ics hat diesen Artikel bei Silere non possumus gelesen und selbst kommentiert. Gute Lektüre.

Msgr. Ics an Tosatti; 

                "EIN WEITERER GROSSER ERFOLG DES ARGENTINISCHEN EISMACHERS"

Ich habe endlich verstanden, warum Bergoglio sich weiterhin in Weiß kleidet. 
Wer trägt eigentlich Weiß? Die Päpste und die Eishersteller. Wird er, weil er  nicht Papst zu sein scheint oder sein will,  zufällig ein Eismacher sein? Bis gestern hat er es nicht gezeigt. Heute scheint er es jetzt tun zu wollen. Das erklärt alles, anders als Cioncs Erklärungen!

Ich füge einen Artikel von Silere non possumus bei, der das, was Bergoglio in der Basilika Santa Maria Maggiore geschafft hat, für gescheitert hält.

Dem stimme ich überhaupt nicht zu. Wenn es ein Misserfolg wäre, würde es einem negativen Ergebnis gleichkommen, einem Nichterfolg.

Stattdessen ist es das Gegenteil, es war ein weiterer Erfolg von Franziskus´ Protestantisierung und Demütigung unserer Heiligen Katholischen-Apostolischen Kirche, Demütigung einer ihrer drei Basiliken (ohne die Demütigung von Sankt Peter mitzuzählen).

Franziskus hat Santa Maria Maggiore unter einem wirtschaftlichen Vorwand dazu beauftragt. Aber er erteilte den Auftrag, weil es dort bekennende heilige Priester gab, die Benedikt nahe standen.

Warum es ein weiterer Erfolg für uns war? Aber das ist offensichtlich, der zitierte Artikel erklärt es perfekt (vielleicht ohne es verstanden zu haben).

Weil das Eröffnen von Eisdielen in einer Basilika gleichbedeutend mit einem Beispiel für die Protestantisierung ist. In der Tat, so wie es vor allem in den anglikanisch-reformierten Kirchen geschieht, zusätzlich zu vielen lutherischen, die zum Teil in Bars und Cafeterien umgewandelt wurden, so hat die von Bergoglio beauftragte Basilika eine Eisdiele in ihrem Innenhof eröffnet. 

Aber nicht, um Geld zu verdienen, wie der beigefügte Artikel andeutet, sondern um seinen Protestantisierungsprozess sogar in einer römischen Basilika zu zeigen.

Um eine der drei Basiliken zu entweihen. Ah! Ich vergaß. Die Eisdiele (unten sehen Sie den Papst, der ein Sahneeis genießt) ist auch eine Niederlassung eines Schweizer multinationalen (vermutlich calvinistischen) Eisvertriebsunternehmens.

"Die uralte Eisdiele am Corso"
Gibt es da auch argentinische Spezialitäten?"

Quelle: M. Tosatti, Msgr. Ics, Stilum Curiae

 

Fundstück

katholisch.de berichtet darüber, wie der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Laben, Erzbischof Vincenzo Paglia, auf die Sterbe"hilfe" reagiert hat, mit der in England der NHS den 12-jährigen Archie zum Tode verurteilt und getötet wurde. Eine inzwischen schon traditionelle Vorgehensweise in Groß Britannien. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel

"VATICAN - ETHIKER PAGLIA BETET FÜR VERSTORBENEN ARCHIE" 

beginnt der Artikel so  - ZITAT

"Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, betet für den am Samstag gestorbenen britischen Jungen Archie. "Wenn es ein Gericht ist, das über das Leben eines Menschen befindet, dann ist das eine Niederlage für die Menschlichkeit", erklärte der Erzbischof laut Vatican News (Sonntag). Er bete für Archie Battersbee und seine Familie, so Paglia."  (....)

Quelle: katholisch.de


Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute noch einmal über die eucharistische Gesellschaft und die Bestimmung des nicht-materialistischen Menschen. 
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"DIE EUCHARISTIE ALS GESELLSCHAFTLICHES PARADIGMA (2)" 

Dom Gregory fährt fort: "Aber die Eucharistie ist nicht nur ein symbolisches Mysterium, das die richtige Ordnung des irdischen Lebens darstellt,, obwohl es das zufällig auch und als Konsequenz ist. Es repräsentiert ein vollständig erlöstes menschliches Lebens.  Diese perfekte Gesellschaft ist kein Selbstzweck , sondern bewußt und ganz auf das einzige Ende gerichtet, das dem menschlichen Leben Sinn und Würde geben kann.- der ewige Gott und der liebenden und bewußte Gehorsam des Menschen gegenüber Seinem in der Zeit bekannten Willen. Da ist der der ewige und absolute Wert jedes Einzelnen, der indem er ihn auf direkteste Weise in alle irdischen Beziehungen mit dem ewigen und absoluten Sein Gottes gesetzt hat. Obwohl das so nur durch seine Teilnahme an der perfekten Gesellschaft bestätigt und eingerichtet ist. Da wird der einzige Sinn dieses Ziels verkündet, angenommen und angewandt-  die Erlösung des Menschen durch das persönliche Opfer Jesu Christi zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort der menschlichen Geschichte, uns in einer anderen Zeit durch die Kirche übermittelt, die Seine Füllung ist. Das ist die Eucharistie.

Dem unzufriedenen „Erwerbsmenschen“ und seinem nicht minder eifrigen Nachfolger, dem entmenschlichten "Massenmenschen“ unserer auf Zeit unsicher organisierten, ökonomisch ausgerichteten Gesellschaften, stellt das Christentum den Typus des "Eucharistischen Menschen“ entgegen – den Menschen, der mit dem Produkt seiner Arbeit für die Gaben Gottes dankt und sich täglich mit seinen Gefährten in der anbetenden Gesellschaft, die auf die Ewigkeit gegründet ist, freut. Das ist der Mensch, dem in der Nacht vor Golgatha verheißen wurde, daß er von nun an am Tisch Gottes essen und trinken und ein König sein sollte. Das ist nicht nur ein fröhlicheres und menschlicheres Ideal. Es ist die göttliche und einzig authentische Vorstellung vom Sinn allen menschlichen Lebens und es wird in der Eucharistie verwirklicht."

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

"Pro Choice" gegen Pro Life, ein Kampf mit harten Bandagen.

George Weigel analysiert und kommentiert für firstthings die Kampfansage von Senatorin Warren gegen die Zentren die Frauen bei Schwangerschaftskrisen und Krisis-Schwangerschaften helfen und so Abtreibungen verhindern helfen. In den USA wird mit erheblich härteren Bandagen um das Abtreibungsrecht und seine Konsequenzen gefochten als bei uns- weil aber dortige Entwicklungen- so gibt es beispielsweise Zentren für Krisenschwangerschaften mit umfangreichen Hilfsangeboten-  oftmals den unseren vorangehen, kann es nicht schaden einen Blick über den Großen Teich zu werfen.  
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           "ELIZABETH WARREN, WOKE UND TOTALITÄR"

Die betrifft-Zeile der e-mail war sagen wir mal verblüffend: "Crone stürzt sich mit den Krallen auf jüngere Frauen mit Babys".  Besagte raubtierhafte Dame war die Senatorin Elizabeth Warren. (Dem. Mass). 
Es war mein cyber-Informant, der mich auf diesen Tweet von Senatorin Warren aufmerksam machte.

"Da Roe nicht mehr da ist, ist es wichtiger denn je, hart gegen sogenannte ‚Krisenschwangerschafts-Zentren‘ vorzugehen, die Patienten irreführen und täuschen, die eine Abtreibungsbehandlung wünschen. Mein Gesetzentwurf mit @SenatorMenendez würde diese schädlichen Praktiken stoppen.“

Was würde die von Senatorin Warren angepriesene Gesetzesvorlage bewirken? Ein zu Recht wütender Leitartikel in der National Review hat die bösen Details bekannt gegeben:

"Nach Warrens Gesetzentwurf könnten Wohltätigkeitsorganisationen mit einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar oder "50 Prozent der Einnahmen der obersten Muttergesellschaft“ der Wohltätigkeits-organisation belegt werden, wenn sie gegen das "Verbot der Desinformation“ zum Gesetz in Bezug auf Abtreibung verstoßen. Aber die Gesetzgebung selbst definiert keine verbotene Information. Warrens Gesetzentwurf weist die Federal Trade Commission an, "Regeln zu verkünden, die es einer Person verbieten, mit irreführenden Aussagen im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Abtreibungsdiensten zu werben“. Warrens Gesetzentwurf würde die Federal Trade Commission somit in ein nationales Desinformationsgremium für Abtreibungen verwandeln.

Und wer würde "Desinformation“ definieren? Wahrscheinliche Kandidaten wären Liz Warrens Freunde bei NARAL Pro-Choice America, deren Studie über Krisenschwangerschaftszentren beklagte, daß "mehr als 67 Prozent“ der befragten Zentren "den Fötus absichtlich als ‚Baby‘ bezeichneten“.

Samstag, 6. August 2022

Christliche Kunst

 Mariae Heimsuchung - Rogier van der Weyden,  1445

Müssen jetzt die Laien das Lehramt verteidigen?

In einem Leitartikel für La Nuova Bussola Quotidiana setzt sich Stefano Fontana mit der aktuellen Lage in der Römisch Katholischen Kirche auseinander -einer Art Rollenumkehr, in der die Laien das Lehramt verteidigen.
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"BLEIBEN NUR NOCH DIE LAIEN,  UM DAS LEHRAMT ZU VERTEIDIGEN"

Weil die Hirten der öffentlichen Meinung nachzujagen scheinen, finden sich die Laien immer häufiger in der Rolle wieder, angesichts kontroverser Aussagen um Klärung zu bitten. Und es geht nicht um Einzelfälle, sondern um die Folge eines bewussten Rückzugs in den Geist der Welt, der eine schmerzhafte und schädliche Umkehrung zwischen der lehrenden Kirche und der lernenden Kirche hervorruft.

In der Kirche scheint sich die Situation umgekehrt zu haben. Dies wurde von Luisella Scrosati in ihrem Leitartikel am vergangenen Donnerstag erneut hervorgehoben. Einst waren die kirchlichen Führer diejenigen in der Kirche, die die Pflicht haben zu lehren, die kirchliche Basis zur Ordnung zu rufen, wenn sie sich  außerhalb des Überlieferten bewegte. Heute ist es jedoch die kirchliche Basis, Priester, aber vor allem Laien, die das Lehramt bittet, Rechenschaft über das abzulegen, was es sagt, es daran zu erinnern, daß es frühere Dokumente des Lehramtes gibt, die das Gegenteil sagen, daß es abgeschlossene theologische Fragen gibt, weil das Lehramt sich über sie bereits endgültig ausgesprochen hat, kurz gesagt... der es korrigiert. Wenn es einst der Papst oder der Bischof war, der eine abenteuerliche theologische Position korrigierte, so liegt es heute an den armen Laien, das Lehramt um einen eigenen Bericht zu bitten...

Als die Exhortation Amoris Laetitia veröffentlicht wurde, war es notwendig, einzugreifen – trotz der Tatsache, daß man nicht der Lehrenden Kirche, sondern der Lernenden Kirche angehört – darauf hinzuweisen, daß sie im Gegensatz zu Familiaris Consortio und Veritatis Splendor steht. Als Franziskus die Erklärung von Abu Dhabi unterzeichnete, war es notwendig, einzugreifen, um darauf hinzuweisen, daß sie im Gegensatz zu Dominus Jesus, der Erklärung über die heilsbringende Einzigartigkeit Jesu Christi, stand. Nun, wer in gehobener Position plant, Humanae Vitae zu überwinden, ist gezwungen darauf hinzuweisen, daß diese Lehre als endgültig zu betrachten ist, weil Paul VI. ihr seine ganze apostolische und lehramtliche Autorität ihr geweiht hat. 

Angesichts der Planung des Abschaffung der Feier der Messe nach dem Vetus ordo, die in  Traditionis custodes von Franziskus enthalten ist, ist man gezwungen, die Führer der Kirche daran zu erinnern, daß sie nie abgeschafft wurde und daher das Recht, sie zu feiern, nicht verletzt werden kann. Angesichts der ständigen Versuche, Diakoninnen zu ordinieren, ist man gezwungen, das derzeitige Lehramt darauf hinzuweisen, daß das frühere Lehramt – das auch ein Lehramt war – mit Johannes Paul II. die Frage für bereits entschieden erklärt hatte.  In La Nuova Bussola  musste Direktor Cascioli die vatikanischen Führer mehrmals daran erinnern, daß es eine Anweisung der Kongregation für die Glaubenslehre aus dem Jahr 2003 gibt, die die rechtliche Anerkennung homosexueller ziviler Partnerschaften verbietet.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute an Hand eines Zitates von Dom Gregory Dix über die Frage, ob die Eucharistie für das Leben der Gesellschaft beispielgebend sein kann. 
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"DIE EUCHARISTIE ALS GESELLSCHAFTLICHES PARADIGMA (!) "

In dieser Zeit des Zerfalls und versuchten Wiederaufbaus des Denkens über unsere säkulare Gesellschaft [1943] sind das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft und sein Bedürfnis nach und die Sicherung materieller Dinge die eindringlichen Probleme der Zeit. Es gibt ein christliches Lösungsmuster was für uns und durch uns in der Eucharistie zum Ausdruck kommt. Dort ist der einzelne Christ vollkommen in die Gesellschaft integriert, denn dort existiert der einzelne Christ nur insofern als christliches Individuum, als er seine eigene Funktion in der christlichen Gesellschaft voll ausübt. Dort wird seine völlige Abhängigkeit von materiellen Dingen auch für das "gute Leben“ in dieser Welt nicht geleugnet oder gar asketisch unterdrückt, sondern betont und befriedigt. Doch seine Bedürfnisse werden aus den Ressourcen der gesamten Gesellschaft befriedigt, nicht durch seine eigene selbstbezogene Versorgung ... Aber dort sind die Ressourcen der Gesellschaft nichts anderes als die Gesamtsubstanz, die von jedem ihrer Mitglieder für alle frei angeboten wird. Dort zeigt sich eine wahre Hierarchie von Funktionen innerhalb einer Gesellschaft, die organisch auf ein einziges Ziel ausgerichtet ist, zusammen mit einer vollständigen Gleichheit der Belohnung.

Diese Worte von Dom Gregory Dix mögen andere meiner Generation an den Weg erinnern, den Terry Eagleton und seine Mitarbeiter unter Titeln wie "Die Eucharistie als Paradigma einer sozialistischen Gesellschaft“ in den 1960er Jahren in der katholisch-marxistischen Zeitschrift Slant erforscht haben.

Dix jedoch begann seinen nächsten Absatz mit dem Wort ABER. Das werde ich morgen ausdrucken."

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J. Hunwicke

Die Päpstliche Lateinamerika-Politik oder die falschen Freunde

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die Lateinamerika-Politik des Papstes am Beispiel Kubas und Nicaraguas und kann  kein gutes Haar an ihr finden. 
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"CASTRO,  ORTEGA, BERGOGLIO. DIE SCHLECHTEN FREUNDSCHAFTEN DES PAPSTES"

China und Rußland sind heute Bestandteil fast aller Kommentare des Hl. Stuhls zur internationalen Politik- in beiden Fällen alles andere als brillant. 

Aber es gibt andere Länder in der Welt, in denen die Katholische Kirche nicht weniger dramatische Situationen wahrer Verfolgung erlebt. Und dennoch schweigt der Papst- wie im Fall von Nicaragua. Oder er übertreibt- im anderen Extrem- die beflissene Beredsamkeit wie im Fall von Kuba. 

Jorge Marion Bergoglio hat seine Bewunderung für das kubanische Regime nie verheimlicht. Im Foto (s. Original) kann man ihn in einer ehrerbietigen Pose mit Fidel Castro sehen, während seiner  40-minütigen Unterhaltung mit ihm, während seiner Havana-Reise 2015. 

Aber Papst Franziskus sagt, daß er auch mit seinem Bruder Raoul, seirt Jahrzehnten der starke Mann des Castro-Verfolgungs-Regime- "eine menschliche Beziehung" pflegt. Er hat dafür gesorgt, daß das in einem Interview mit dem mexikanischen TV-Sender Televisa am vergangenen 11. Juli bekannt gemacht wurde, genau ein Jahr nach der rücksichtslosen Unterdrückung des seit der letzten 30 Jahre größten Protestes der Bevölkerung gegen die Diktatur. 

In diesem Interview hat Franziskus´ Lob für das Castro-Regime "Kuba ist ein Symbol Kuba ist eine große Geschichte" es natürlich in die Schlagzeile von "Granma" der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas geschafft. Aber es hat auch den einstimmigen Protest der Vertreter der Opposition ausgelöst - großenteils Katholiken im Exil und in ihrem Heimatland, alle durch die Worte des Papstes tief verletzt.

2015 erzählte Papst Franziskus den Journalisten, daß er freundschaftlich mit Fidel Castro über seine jesuitische Vorschulerziehung und seine Freundschaft mit einigen Jesuiten gesprochen habe. Dadurch verlieh er der kritischen These von Professor Loris Zanatta von der Universität Bologna, Südamerika-Spezialist- die 2020 in seinem Buch "Jesuitischer Populismus, Peròn, Fidel, Bergoglio" veröffentlicht und vor einigen Tage in der Argentinischen Zeitung "La Nación"  in einem giftigen Kommentar wiederholt wurde.

Freitag, 5. August 2022

Christliche Kunst

 Judas empfängt den Lohn für seinen Verrat,  Giotto di Bondone, 1306

Der Verlust der Wahrheit

W. Joseph DeReuil hat bei firstthings einen Beitrag über die Privatisierung und den Verlust der Wahrheit durch Liberalismus und Relativismus veröffentlicht.  
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                "DIE PRIVATISIERUNG DER WAHRHEIT" 

In seinem Essay "The Privatization of the Good“ von 1989 schreibt Alasdair MacIntyre, daß das Versäumnis einer liberalen Gesellschaft, eine gemeinsame Vision des Guten zu unterstützen, dazu führt, daß jede gemeinsame moralische Basis in dieser Gesellschaft abgebaut wird. Die liberale Gesellschaft will ihre Bürger nicht am Guten orientieren; stattdessen versucht sie, Raum für Einzelpersonen zu schaffen, um ihre eigenen Visionen des Guten zu verfolgen. Aber kohärente moralische Ansprüche im Gesetz, argumentiert MacIntyre, erfordern ein umfassendes Moralsystem, das von der politischen Gemeinschaft unterstützt wird: "Insofern es diese liberale Sichtweise ist, die in der sozialen Praxis in modernen fortgeschrittenen Gesellschaften verkörpert wurde, wurde das Gute privatisiert.“ 

An der Universität passiert etwas Ähnliches. Im Zuge der Privatisierung des Guten in unserer Gesellschaft geht die liberale Bildung zurück. Die moderne liberale Bildung ist nicht mehr auf die moralische und intellektuelle Charakterbildung ausgerichtet, sondern auf den Erwerb bestimmter Fähigkeiten. Liberale Universitäten eröffnen unzählige neue spezialisierte Abteilungen und eliminieren Kernanforderungen und strenge Lehrpläne. Die Schulen lassen ihren Schülern weitgehend die "Freiheit“, sich auf ihre bevorzugten Studienrichtungen zu beschränken. Nicht jede Schule hat das voraussetzungsfreie "Open Curriculum“ der Brown University übernommen, aber der Trend geht dahin, den Schülern zu ermöglichen, immer mehr eigene Fächer auszuwählen. Wenn eine gemeinsame Vision von liberaler Bildung demontiert wird, wird die Wahrheit privatisiert. Diese weitreichende Wahlfreiheit – die Fähigkeit, die eigenen Ziele zu bestimmen – passt perfekt zu den Idealen des Liberalismus. Die Ablehnung umfassender Lehrpläne folgt der Aufgabe explizit normativer Gesetze und der öffentlichen Förderung traditioneller Moralvorstellungen.

Das traditionelle Telos der Gesellschaft ist das Gemeinwohl. Wie MacIntyre feststellt, geht in einer liberalen Gesellschaft jede transzendente Vorstellung vom Gemeinwohl verloren. Stattdessen verfolgen die Menschen ihre eigenes privates Wohlergehen, bis sie nicht einmal mehr mit einem gemeinsamen moralischen Vokabular sprechen. Genau wie die liberale Gesellschaft versucht die neue, abgegrenzte, spezialisierte Bildung nicht länger, die Schüler auf ihr traditionelles Telos (Ziel), die Wahrheit, auszurichten. Stattdessen gibt es dem Einzelnen Raum, seine eigene Vorstellung oder seinen eigenen Aspekt dessen zu verfolgen, was die Wahrheit ist, und sich auf die Förderung von "akademischer Exzellenz“ und "globaler Wettbewerbsfähigkeit“ zu konzentrieren. Jetzt kann jeder Schüler, wie au ch jeder Bürger, sein eigenes Telos wählen.

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über die Beziehung der Hl. Jungfrau Maria zur Eucharistie. 
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       "ABBÉ PERDRAU UND DIE HL. JUNGFRAU"

"Die Gedanken an Maria und die Eucharistie lassen sich leicht vereinen; sie sind- sozusagen- miteinander verbunden und austauschbare Begriffe. Maria ist es, die uns das Göttliche Kind von Bethlehem schenkt; und am Fuß des Kreuzes präsentiert sie uns den toten, in die Leinentücher gewickelten Körper Jesu; am Altar gibt sie ihn uns wieder im Eucharistischen Leinen. 
"Das ist nicht, was die Kirche über Gott denkt, wenn sie uns vor dem Gesegneten Sakrament das wunderschöne Ave Verum singen läßt:  Ave verum corpus Ave, verum corpus. Natum de Maria Virgine, So - wird in dem Augenblick. an dem Jesus aus seinem Tabernakel hervorkommt, in unseren Seelen die Erinnerung an Maria wieder belebt, Maria erscheint uns wie die Monstranz, in der der Erlöser leuchtet. De facto ist die Heilige Hostie ein Geschenk der Hl. Jungfrau. Der Hl. Augustinus sagt das mit vier, oft zitierten Worten : CARO IESU, CARO MARIAE...das Fleisch Jesu ist das Fleisch Mariens. Dieser Leib, dieses Blut Christi, das auf dem Altar unsere Nahrung, unser Trank wird, haben ihren Ursprung in Maria. Es ist Marias Substanz die zur Substanz Jesu wird. Maria ist eines der Hauptbestandteile des Hl. Sakramentes; sie trägt dazu als das Weizenkorn bei, das -wenn es es gesät wird- die Ähre hervorbringt, das die Ernte ist."

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Ein gelehrter Leser hat mich darauf hingewiesen, daß der Abbé einen frommen Bericht über die letzten Tage der Hl. Jungfrau in Ephesus geschrieben hat; und daß seine Schwester Pauline eine Nonne war, die ein Bild der Mater admirabilis gemalt hat, das von Papst Pius IX sehr bewundert wurde. Es stellt die Hl. Jungfrau ungewöhnlicherweise mit einem Spinnrocken dar."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Zum Frontverlauf im Liturgiekrieg, Fortsetzung...

 Fortsetzung von hier und hier 

"Diese Worte von Wilhelm Roepke in Kapitel 1 von A Humane Economy sind bemerkenswert zutreffend:

Es ist schon erschreckend zu sehen, wie Menschen und nicht zuletzt ihre Wortführer in der Öffentlichkeit angesichts der sozialen und kulturellen Krise unserer Zeit unsensibel und kriminell optimistisch bleiben. Wenn überhaupt, wird die Krise eher schlimmer als besser, und die Gefahr, sie zu übertreiben, scheint ungleich geringer als die, sie mit trügerischen, beruhigenden Worten herunterzuspielen … Wir bewegen uns also einmal mehr in einer schicksalhaften Spirale, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt jetzt möglich, am wenigsten durch den rücksichtslosen Optimismus derer, die sich weigern, sich den Fakten und Problemen der Krise zu stellen.

Diese Worte wurden 1958 niedergeschrieben. Obwohl Roepke über eine wirtschaftliche und kulturelle Krise schreibt, haben seine Worte eine viel größere Bedeutung für die liturgische und kulturelle Krise innerhalb der Kirche. Denken Sie an die Häufigkeit, mit der die Sprecher der Hierarchie Erklärungen herausgeben, um eine neue Dummheit zu „klären“, die von einem Fürsten der Kirche geäußert wurde. Oder früher. Heutzutage scheint es ihnen ziemlich egal zu sein.

                    Der Mann, der es wagte die Wahrheit auszusprechen

Ich kenne keinen einzigen gläubigen Katholiken, der nicht  über die Abdankung von Benedikt XVI.  am Boden zerstört ist, die den Weg für ein Jahrzehnt des Terrors geebnet hat. Dennoch lässt sich nicht leugnen, daß Joseph Ratzinger einen ungewöhnlich scharfsinnigen Einblick in die Prüfungen unserer Zeit hatte. Er scheute sich nicht, mutig und offen über die Krise der Kirche und insbesondere über ihre liturgischen Ursachen und Erscheinungsformen zu sprechen. Betrachten Sie die folgenden charakteristischen Aussagen, die er in gedruckter Form machte:

Ich bin davon überzeugt, dass die Krise der Kirche, die wir heute erleben, zu einem großen Teil auf den Zerfall der Liturgie zurückzuführen ist …

Die Liturgiereform hat sich in ihrer konkreten Ausführung immer weiter von diesem Ursprung [in den besten der liturgischen Bewegung] entfernt. Das Ergebnis war keine Neubelebung, sondern Verwüstung…. An die Stelle der entstandenen Liturgie hat man eine gemachte Liturgie gesetzt. Man hat den lebenswichtigen Prozess des Wachsens und Werdens verlassen, um eine Fabrikation zu ersetzen. Man wollte das, was die Jahrhunderte durchlebte, nicht mehr organisch entwickeln und reifen lassen, sondern ersetzte es in der Art der technischen Produktion durch eine Fabrikation, das banale Produkt des Augenblicks…

Wir haben eine Liturgie, die zu einer Show degeneriert ist, die mit momentanem Erfolg für die Gruppe der liturgischen Hersteller danach strebt, die Religion im Sog der Frivolitäten der Mode und der verführerischen moralischen Maximen interessant zu machen …

Ich bin allerdings der Meinung, dass der alte Ritus allen, die ihn wünschen, viel großzügiger gewährt werden sollte. Es ist unmöglich zu sehen, was daran gefährlich oder inakzeptabel sein könnte. Eine Gemeinde stellt ihr Wesen in Frage, wenn sie plötzlich erklärt, ihr bisher heiligstes und höchstes Gut sei strengstens verboten, und wenn sie die Sehnsucht danach geradezu unanständig erscheinen lässt. Kann man ihm in irgendetwas anderem noch vertrauen? Wird es nicht morgen wieder verbieten, was es heute vorschreibt?…

Die Hinwendung des Priesters zum Volk hat die Gemeinde zu einem in sich geschlossenen Kreis gemacht. In seiner äußeren Form öffnet es sich nicht mehr nach vorne und oben, sondern ist in sich eingeschlossen. Die gemeinsame Hinwendung nach Osten war kein „Fest zur Wand“; es bedeutete nicht, dass der Priester „dem Volk den Rücken zukehrte“: Der Priester selbst wurde nicht als so wichtig angesehen. Denn wie die Gemeinde in der Synagoge gemeinsam nach Jerusalem blickte, so blickte die Gemeinde in der christlichen Liturgie gemeinsam „auf den Herrn“ …

Das Beiseiteschieben des Altarkreuzes für den ungestörten Blick auf den Priester halte ich für eines der wirklich absurden Phänomene der letzten Jahrzehnte. Stört das Kreuz während der Messe? Ist der Priester wichtiger als Unser Herr?

Als Priester, Bischof, Kardinal und Papst hat Joseph Ratzinger nicht geglaubt, daß Vortäuschen oder Schweigen der richtige Ansatz war. Doch viele Geistliche und Laien haben sich jahrzehntelang zurückgelehnt und Däumchen gedreht, während die Kirche zerbröckelte, aus Angst, harte Wahrheiten auszusprechen. Während wir immer mit Demut, Nächstenliebe und Respekt vor legitimen Autoritäten sprechen müssen, kann es nie helfen, die wirklichen Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, vorsichtig anzugehen – angefangen mit dem absolut beispiellosen Bruch in der römischen Liturgie, der von Papst Paul VI. begangen wurde. Man kann die sakramentale Gültigkeit des eng ausgelegten Novus Ordo nicht bestreiten, aber man darf seine Treue zum II. Vatikanischen Konzil, seine Kontinuität mit der Tradition, die pastorale Weisheit seiner Verkündigung und seine langfristige Lebensfähigkeit ernsthaft in Frage stellen.

Das sind weit offene Fragen, die wir um das Wohl der Kirche willen  diskutieren können und müssen- ein Wohl, das ist nicht ausschließlich die Angelegenheit der Hierarchie umfasst sondern jeden Katholiken mit einbezieht. John Henry Newman argumentierte in seinem Brief an Pusey, daß ein katholischer Konvertit das Recht und die Pflicht hat, seine Meinung zu strittigen Angelegenheiten zu äußern, - eine Beobachtung, die für jeden aufrichtigen Katholiken gilt:

Er nimmt wahr, daß die kirchliche Autorität in Angelegenheiten, die gerade zur Debatte stehen, den Meinungsstand und die Richtung und den Verlauf der Kontroverse beobachtet und entsprechend entscheidet; so daß sein eigenes Urteil in bestimmten Fällen zurückzuhalten, bedeutet, gegenüber seinen Vorgesetzten illoyal zu sein.

Während niemand bereiter sein wird als ein Traditionalist, das Amt des Papstes zu verteidigen, wie es in Pastor Aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils definiert ist, wird er sich gleichzeitig entschieden gegen eine bestimmte Art von päpstlichen Übergriffen und den entsprechenden Hyperpapalismus stellen. Wie Ratzinger mit ungewöhnlicher Eindringlichkeit feststellte, ist der Papst ein Diener der Tradition und nicht einer, der so tun darf, als könne er mit einer Handbewegung alles ändern, was er will:

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist der Eindruck entstanden, daß der Papst in liturgischen Angelegenheiten wirklich alles tun könne, insbesondere wenn er im Auftrag eines ökumenischen Konzils handele. Schließlich verschwand die Vorstellung von der Gegebenheit der Liturgie aus dem öffentlichen Bewusstsein des Westens. mit der man nicht machen kann, was man will. Tatsächlich hatte das Erste Vatikanische Konzil den Papst keineswegs als absoluten Monarchen definiert. Im Gegenteil, es stellte ihn als den Garanten des Gehorsams gegenüber dem offenbarten Wort dar. Die Autorität des Papstes ist an die Tradition des Glaubens gebunden, das gilt auch für die Liturgie. Sie wird nicht von den Behörden "hergestellt“. Sogar der Papst kann nur ein demütiger Diener seiner rechtmäßigen Entwicklung und bleibenden Integrität und Identität sein…. Die Autorität des Papstes ist nicht unbegrenzt; sie steht im Dienst der Heiligen Tradition

         Früher Rückzug für den Novus ordo 

Der Papst hat die Autorität, bestimmte menschliche Elemente der Liturgie zu ändern, aber eine solche Ausübung der päpstlichen Autorität läuft Gefahr, viele Übel nach sich zu ziehen, wenn sie auf der Grundlage zweifelhafter moderner Philosophie oder modernistischer Theologie erfolgt. Ein Papst sollte wann immer möglich im Zweifelsfall entscheiden, aber es gibt mittlerweile zu viele Beweise, sowohl theoretisch als auch praktisch, für das Scheitern der liturgischen Reform und ihrer Umsetzung, um uns zu erlauben, Strauße zu sein, die ihren Kopf in den Sand frommer Plattitüden stecken. Kann irgendjemand den gelehrte Text von Dr. Lauren Pristas darüber lesen, wie die Orationen des neuen Messbuchs von einem ideologischen Komitee produziert wurden, das eifrig darauf aus war, seine Schere einzusetzen, was dazu führte, daß  nur 13 % der Orationen des tridentinischen Messbuchs wörtlich beibehalten wurden, und dann irgendetwas anderes als ein Gefühl großer Tragödie und sogar berechtigter Empörung empfinden? Das katholische Volk wurde seiner jahrhundertealten Tradition beraubt. Kein Wunder, dass sich die Kirche in einer Krise befindet.

Die gewöhnliche Form des Römischen Ritus, das Messbuch von Paul VI., ist irreparabel beschädigt. Aufgrund der falschen Prinzipien, explodierenden Mutmaßungen und der rationalistischen Methode hinter seiner Komposition war sie vom ersten Tag an falsch und bleibt falsch, egal wie gut sie gefeiert wird. Ihre Gebete und Rubriken verkörpern eine Hermeneutik des Bruchs, der nicht ohne eine vollständige Überarbeitung geheilt werden kann, die sie im Wesentlichen wieder mit der vorangegangenen liturgischen Tradition in Einklang bringen würde. Soweit es um schrittweise Reformen geht (wenn wir uns zum Beispiel ansehen, wie einige Oratorianer den neuen Ritus feiern), beinhaltete fast jeder erfolgreiche Schritt das Hinzufügen oder Ersetzen von etwas aus dem alten Messbuch oder das Entfernen von etwas Neuem. In vielerlei Hinsicht wird die gewöhnliche Form besser, indem sie zur außerordentlichen Form wird. Als solche muss nicht die Ordinarienform so sehr reformiert, sondern zurückgezogen werden, damit der echte Römische Ritus wieder seinen angemessenen Platz im Leben der katholischen Kirche einnehmen kann, wie er es Jahrhunderte zuvor getan hat.

Ein Zeichen dafür, daß dieses Urteil zutrifft, war die enorme, mehr als zehnjährige Saga um die Übersetzung des modernen Messbuchs von Paul VI. im Jahr 2011. Nachdem so viel Tinte vergossen wurde, nach so vielen Fassungen und Überarbeitungen, so erbitterter Partei-Polemik, so viel Vorfreude und so vielen Emotionen bleibt die Tatsache bestehen: diese neue Übersetzung ist nicht nur qualitativ uneinheitlich, an manchen Stellen fehlerhaft und ganz ohne traditionelle Sprache des Fürbitten (deign, vouchsafe, beseech); vor allem ist es einfach nur eine verbesserte Übersetzung von Gebeten, die selbst fehlerhaft sind und Diskontinuität darstellen. Im besten Fall ist eine Übersetzung nur so gut wie der Originaltext.

Bedenken Sie andererseits die Situation in jeder Pfarrei oder Kapelle, die die traditionelle lateinische Messe feiert. Die Gebete sind die klassischen Gebete, die die Gläubigen seit Jahrhunderten genährt haben und in einigen Fällen bis in die frühesten Jahrhunderte des Christentums zurückreichen. Viele Gläubige in den Kirchenbänken haben Messbücher mit sprechenden Übersetzungen der Gebete. Manchmal sind auch diese Übersetzungen nicht ganz korrekt, aber das macht nicht so viel aus, weil die Anbetung Gottes nicht durch eine Übersetzung erfolgt, sondern durch das durchaus zuverlässige Latein im Messbuch des Altars. Wie Papst Johannes XXIII. in der Apostolischen Konstitution Veterum Sapientia lehrte, ist es völlig angemessen, daß die Anbetung der Kirche in ihren westlichen Riten und Gebräuchen in einer Sprache durchgeführt werden sollte, die sich nicht mehr entwickelt, sondern einen Stillstand von Ausdruck und Bedeutung erreicht hat, eine Sprache, die nicht der Besitz irgendeiner Nation, sondern das gemeinsame Erbe aller ist. Wenn wir die Muttersprache der lateinischen Kirche verwenden und ihrer altehrwürdigen Tradition folgen, finden wir Frieden, Sicherheit, Stabilität; Es gibt keine jahrzehntelangen Kämpfe darüber, welches "Sprachregister“ verwendet werden sollte, keine Enttäuschungen über verpasste Gelegenheiten. Die Welt des klassischen römischen Ritus ist weit jenseits dieses bürokratischen Gerangels und heraklitischen Wandels. Die traditionelle lateinische Messe ist ernsthaft und zielstrebig in der Anbetung Gottes, und zwar ohne Abstriche, ohne Kompromisse und vor allem ohne Komitees.

Die Zukunft des römischen Ritus ist der alte römische Ritus in seiner langsam entwickelten Perfektion, nicht der moderne Ritus, der aus einem redaktionellen Hack-Job resultierte, der darauf abzielte, auf die Bedürfnisse dieses höchst unsicheren Ziels, des "modernen Menschen“, zu reagieren. Wahre und dauerhafte Wiederbelebung der Eucharistie wird mit der Abschaffung des Bugnini-Messbuchs als kolossalem Fehler, Neuheit und Abweichung zusammenfallen, das nicht einmal viele der schlichten Desiderata von Sacrosanctum Concilium erfolgreich verkörpert.

Denn das, was früher als "die ordentliche Form“ bekannt war, ist keineswegs eine Erneuerung des Ritus, der davor existierte, sondern eine radikale Abkehr davon – eine liturgische Erfindung in einem Ausmaß, das es in der Kirchengeschichte noch nie zuvor gegeben hat, das nie auch nur erträumt wurde – daraus folgt, daß der Novus Ordo zu Grabe getragen und das alte Messbuch weltweit wieder aufgenommen werden muss, mit der ihm gebührenden immensen Verehrung und mit einer angemessenen Vertrauenshaltung gegenüber der göttlichen Vorsehung, die diese Liturgie innerhalb der Kirche über einen Zeitraum von mehr als 1.600 Jahren in seiner lateinischen Form entwickelt hat.

                                 Eifernde Minderheiten formen das Ganze 

Damals, als Ratzingers Aufrichtigkeit im Vatikan geschätzt wurde, war es bemerkenswert zu sehen, wie bedeutende Geistliche und Theologen bereit waren, offen und ohne Umschweife zu sagen, daß die Liturgie, die früher als "außerordentliche Form“ bekannt war, aus einer tieferen eucharistischen und priesterlichen Spiritualität hervorgeht und sie effektiver aufbaut. Auf die Interviewfrage "Warum lohnt es sich, die [traditionelle] lateinische Messe zu fördern?“ antwortete Erzbischof Guido Pozzo von der Kommission Ecclesia Dei:

Weil der alte Ritus der Messe bestimmte Werte und bestimmte grundlegende Aspekte der Liturgie deutlich macht und hervorhebt, die es verdienen, beibehalten zu werden, und ich spreche nicht nur über den lateinischen oder gregorianischen Gesang, ich spreche über den Sinn des Geheimnisses, des Heiligen, den Sinn der Messe als Opfer, die reale und substantielle Gegenwart Christi in der Eucharistie und die Tatsache, daß es große Momente der inneren Sammlung, der inneren Teilnahme an der göttlichen Liturgie gibt. All dies sind grundlegende Elemente, die im antiken Ritus der Messe besonders hervorgehoben werden. 

Jetzt, wo sich mehrere tausend Priester und Hunderttausende Gläubige in fast hundert Ländern der Feier oder Mitarbeit des heiligen Messopfers im usus antiquior verschrieben haben, stellt sich nicht mehr die Frage: "Wird die alte Messe überleben?“ Selbst die demütigenden liturgischen Jim-Crow-Gesetze, die von Traditionis Custodes entfesselt wurden, haben nicht mehr getan, als diese eifrige Minderheit aufzurütteln und die Bösartigkeit und den Modernismus ihrer Verfolger in aller Öffentlichkeit zu enthüllen.

Einige Messe-Stätten werden eliminiert, aber wir können mit Zuversicht davon ausgehen, daß diejenigen, die diese Messe und die traditionelle Form des katholischen Lebens, die sie nährt, lieben, sie nicht aufgeben werden, nur weil ihr langjähriger oder günstigerer Ort vorübergehend unterdrückt wurde. Die Zahl der Gläubigen, die an der traditionellen Liturgie teilnehmen, wird weiter wachsen (schon weil die Untrennbarkeit von Ehe und Kindern für sie immer noch Realität ist), während die Zahl der Katholiken, die den Novus Ordo besuchen, bekanntermaßen in der gesamten westlichen Welt schrumpft , nachdem er während und nach Corona einen besonders großen Schlag erlitten hatte. In Bezug auf "kreative Minderheiten“ hat Fr. Zuhlsdorf kürzlich darauf hingewiesen: " 3,5 % einer Gruppe können die Gruppe zu Fall bringen, umdrehen oder übernehmen. Alinsky wusste, was Demographen wissen das. Mit3 % gewinnen Gruppen erheblichen Einfluss.“ Das heißt – wenn sie eifrig sind.

In einem Vortrag über das Ordensleben räumte Seine Eminenz Kardinal Franc Rodé ein, daß junge Männer, die sich heute zum Priestertum hingezogen fühlen, häufig von einer konservativen Neigung geprägt sind. Dies hat und wird viele von ihnen dazu bringen, den usus antiquior zu lernen und anzunehmen, auch wenn sie wissen, daß sie ihn eine Zeit lang im Geheimen feiern müssen. Kurz gesagt, wenn der katholische Glaube in irgendeiner Diözese des Westens überlebt, wird er überleben, indem er entweder die Tradition der Kirche annimmt oder im Schatten der Flügel dieser Tradition verweilt. Liberale Territorien trocknen aus; Der gemäßigte oder eklektische Ansatz hat sich als schwach und rückgratlos erwiesen, unfähig, effektiv auf den aggressiven und sogar dämonischen Säkularismus unserer Zeit zu reagieren.

Jede Umfrage, die durchgeführt wird, zeigt, daß immer weniger Katholiken die Lehre der Kirche zu irgendeinem Thema akzeptieren, das auch nur im entferntesten kontrovers ist, von der Wahrheit der Realpräsenz bis zu den Übeln der Empfängnisverhütung, Abtreibung und sodomitischen Liaisons. Eine Mehrheit der selbsternannten Katholiken scheint die homosexuelle "Ehe“ zu befürworten. Man könnte deprimierend über die völlige Katastrophe in der Katechese, den Niedergang und Untergang der meisten katholischen Schulen, die eigennützige Bürokratisierung von Kurien und Kanzleien, den miserablen Zustand der Kirchenmusik und der bildenden Kunst fortfahren– aber was wäre der Punkt? Jeder, der Augen zum Sehen und Ohren zum Hören hat, kann sagen, daß die Kirche, abgesehen von einem Überrest mehr oder weniger traditioneller Katholiken, von einer verzweifelten Krankheit heimgesucht wird und die Prognosen düster sind."

Quelle: P. Kwasniewski, OnePeterFive 

Donnerstag, 4. August 2022

Musik am Abend

J.S. Bach: Das Erste Brandenburgische Konzert BWV 1046,  in Originalbesetzung  

               

Noch ein Fundstück...

für alle, die es noch nicht gelesen haben:  Rudolph Gehríng berichtet für "Die Tagespost" 
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unter dem Titel:

"KARDINAL MÜLLER: "DER SYNODALE WEG WAR VON ANFANG AN SCHON AM ENDE" 

beginnt der Beitrag so  . ZITAT

"Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat scharfe Kritik am "Synodalen Weg" in Deutschland geübt. In einem Interview mit EWTN Vatican / CNA Deutsch erklärte der 74-jährige Kurienkardinal, der von seinen Initiatoren als "Reformprozess" deklarierte "Synodale Weg" sei "am Ende" und befinde sich auf einem "anti-katholischen Holzweg".

Wie CNA Deutsch berichtete, hatte der Heilige Stuhl am 21. Juni 2022 eine Erklärung veröffentlicht, in der festgehalten wird, daß der "Synodale Weg" in Deutschland "nicht befugt" sei, "die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten". Es sei "notwendig", dies zur "Wahrung der Freiheit des Volkes Gottes und der Ausübung des bischöflichen Amtes" klarzustellen."  (...)

Quelle : R. Gehring, Die Tagespost

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über Ehe, Liebe und Ewigkeit.
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                                      "EWIGE LIEBE"

Aus offensichtlichen ...und langweiligen...Gründen habe ich in meinen Anglikanischen Tagen wenige Ehen "gesegnet". 

Aber ein solches Ereignis habe ich geleitet....Nachdem ich mich selbst überzeugt hatte, daß das Paar bereits legal den Ehestatus erreicht hatte, habe ich ihnen erlaubt ihre eigenen "Versprechen"  für die folgende Segnung zu formulieren...und sie meiner Überprüfung und Zustimmung unterzogen. ((Diese Entwicklung schien ihnen sehr wichtig zu sein; ich glaube, sie sahen es als persönlich und individuell angenehm an ... im Gegensatz zu der offiziellen, formellen Vorgangsweise.)

Als ich ihren Entwurf sah, habe ich ihnen klar gemacht, daß es darin ein Element  gab, dem ich nicht zustimmen konnte, weil es der Ehe-Lehre der Kirche widersprach. 

Sie waren überrascht, als ich ihnen offenbarte, welchen Textteil ich als inakzeptabel ansah. 

Es war der Teil, in dem sie über ihre Liebe und ihre Ehe als "ewig" sprechen wollten. 

Ich habe ihnen erklärt, daß ihre Ehe nach der Lehre der Kirche endet, wenn einer von ihnen stirbt. (oder beide). 

Ein Thema zum Nachdenken...."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Fundstück

Die Redaktion der Tagespost berichtet über den Aufruf italienischer Laien an Bischof Georg Bätzing nicht zuzulassen, daß durch den "Synodalen Weg" die Einheit der Christen gefährdet wird und sich vorbehaltslos zu Jesus Christus zu bekennen.
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Unter dem Titel:  

 "MASSGEBEND IST DIE BITTE JESU, EINS ZU BLEIBEN."

beginnt der Beitrag so  - ZITAT

"Zeichen der Verunsicherung, die der Synodale Weg der Kirche in Deutschland auch im Ausland verursacht, ist ein Appell von italienischen Katholiken an Bischof Georg Bätzing, den jetzt die Zeitschrift „Tempi“ auf Italienisch veröffentlicht hat. Der Aufruf trägt das Datum vom 30. Juli dieses Jahres und wurde bisher von 162 Gläubigen – ausschließlich Laien aus dem norditalienischen Raum – unterzeichnet. Initiator des Appells ist ein Anwalt namens Giuseppe Zola aus Mailand."  (...)

Quelle: Die Tagespost

Zum Frontverlauf im Liturgiekrieg

Peter Kwasniewski kommentiert bei OnePeterFive den Stand der Dinge im -sagen wir ruhig- Liturgiekrieg Novus Ordo gegen Usus Antiquior.
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"DER WILLKOMMENE NIEDERGANG DES ERZWUNGENEN OPTIMISMUS" 

Der Zusammenbruch der Kirche im Westen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat zweifellos viele und komplexe Ursachen, aber ich bin überzeugt, dass die Hauptursache dafür die Tatsache ist, daß Kirchenmänner viel von der katholischen Tradition und Gesetzgebung verraten und göttliche Bestrafung verdient haben, als Folge – nennen wir es eine Zeit des disziplinarischen Leidens als Einladung zur Reue und Bekehrung.

Bischöfe, Priester und sogar Päpste haben der vorkonziliaren Liturgie und dem Lehramt sowie in vielen Punkten der eigentlichen Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils den Rücken gekehrt. Solche Handlungen und die von ihnen geschaffenen "Strukturen der Sünde“ dienen als massive Hindernisse für jede Erneuerung in der Kirche. Dieses Hindernis wird nicht von selbst verschwinden, sondern nur durch eine bewusste Ablehnung der Diskontinuität und einen mutigen Versuch, die verwüstete Stadt wieder aufzubauen.

Zum Beispiel sagt das Zweite Vatikanische Konzil im Einklang mit dem Lehramt davor, dass die Sprache der Liturgie Latein ist und bleiben wird, wenn auch mit einem gewissen Gebrauch der Umgangssprache, und dass der gregorianische Gesang den Hauptplatz als eigentliche Musik verdient zum Römischen Ritus. Man könnte als Beispiel einer anderen Art die Aufgabe der Anbetung ad orientem anführen, die der heilige Basilius der Große neben anderen Kirchenvätern als Teil der apostolischen Tradition bezeichnet – eine Ansicht, die weit davon entfernt ist, eine patristische Übertreibung zu sein, die in der beste Stipendium, wie das von Fr. Michael Lang und Fr. Stefan Heide.

                              Erzwungener Optimismus

Seit Jahrzehnten gibt es einen erzwungenen Optimismus, eine wirklich peinliche Fantasie, daß überall die Erneuerung blüht, die Kirche so viel besser dran ist, die Liturgie besser denn je ist und so weiter. Man sieht es in einigen der vom Vatikan herausgeforderten Komiteedokumenten, die darauf aus zu sein scheinen, alle Statistiken und Trends und die klaren Tatsachen des liturgischen Missbrauchs, der katastrophalen Katechese und des offenen Bruchs zu ignorieren oder herunterzuspielen. Man findet es in vielen Schriften von Johannes Paul II. – zum Beispiel in Ecclesia de Eucharistia, wo er schwärmt: „Sicherlich hat die vom Konzil eingeleitete Liturgiereform sehr zu einer bewussteren, aktiveren und fruchtbareren Teilnahme am Heiligen Opfer beigetragen Altar seitens der Gläubigen.“

Besonders markante Beispiele dieser Nostalgie für eine Utopie der 1970er Jahre finden sich in den Reden von Papst Franziskus, die bis zum Beginn seines Pontifikats zurückreichen. Beispielsweise behauptete er in einem ausgedehnten Interview im September 2013:

Das Zweite Vatikanische Konzil war eine Neuinterpretation des Evangeliums im Lichte der zeitgenössischen Kultur. Das Zweite Vatikanische Konzil hat eine Erneuerungsbewegung hervorgebracht, die einfach aus demselben Evangelium stammt. Seine Früchte sind enorm. Denken Sie nur an die Liturgie. Die Arbeit der Liturgiereform war ein Dienst an den Menschen als erneute Lektüre des Evangeliums aus einer konkreten historischen Situation heraus.