Sonntag, 31. Dezember 2023

Erzbischof Georg Gänswein zelebriert in Rom die Hl.Messe zum 1. Todestag von Papst Benedikt XVI

Nico Spuntoni berichtet in Il Giornale und La Nuova Bussola Quotidiana von der  Gedenkmesse zum 1. Todestag von Papst Benedikt XVI im Petersdom, die von Msgr. Erzbischof Georg Gänswein zelebriert wurde-und  über den Nachruf der italienischen Regierungs-Chefin, in dem das "Liebesverhältnis" der Italiener zu "ihrem Papa Benedetto" durchscheint. 
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"Ein leuchtendes Beispiel": - die Heilige Messe für Benedikt XVI. ein Jahr nach seinem Tod. Melonis Erinnerung: "Ein Riese" Benedetto XVI."


Es lebe Benedikt!
Im Petersdom fand die Feier zum Todestag Ratzingers unter dem Vorsitz des 
ehemaligen Sekretärs statt. Würdigende Worte von Präsidentin Meloni.
31. Dezember 2023, Nico Spuntoni, Il Giornale



Vor einem Jahr starb Benedikt XVI. um 9.34 Uhr im Kloster Mater Ecclesiae, in 
das er sich nach seinem Rücktritt als amtierender Pontifex zurückgezogen hatte. 
Heute Morgen um 8 Uhr wurde am Cathedra-Altar des Petersdoms die Messe ge-
feiert. Geleitet wurde die Feier von Monsignore Georg Gänswein, seinem langjäh-
rigen Sekretär in der deutschen Diözese Freiburg.

Viele Menschen für Ratzinger
Anlässlich des ersten Todestages des 264. Nachfolgers Petri ist Erzbischof Gäns-
wein heute Vormittag zur Feier nach Rom zurückgekehrt. Anwesend waren auch
drei Kardinäle: der ehemalige Präfekt der Kongregation für di
e Glaubenslehre Gerhard Ludwig Müller, der derzeitige Präfekt des Dikasteriums 
zur Förderung der Einheit der Christen Kurt Koch und der Kanoniker von St.Pe-
ter Fortunato Frezza. Die Plätze in der Basilika waren ausgebucht und die 
Gläubigen waren trotz der Zeit der Feier und trotz der Tatsache, dass das Jubi-
läum auf den letzten Tag des Jahres fällt, sehr gut besucht. Ein Zeichen dafür, 
wie sehr die Zuneigung der Bevölkerung zur Person Ratzinger im Laufe der 
Jahre eher zunehmen als abnehmen wird.

Tränen in der Predigt
In seiner Predigt erinnerte Erzbischof Gänswein daran, dass der erste Todestag 
von Benedikt XVI. genau auf den Tag fällt, an dem die Heilige Familie gefeiert 
wird. Der Erzbischof las einige Schriften Ratzingers zu diesem Thema vor. Der 
Prälat konnte seine Rührung nicht zurückhalten, wie er es schon in der 
Vergangenheit in der Öffentlichkeit getan hatte, wenn es darum ging, über den
deutschen Papst zu sprechen. Gänswein lud uns ein, "mit Benedikt XVI.
vereint zu bleiben, Gott aufrichtig dankbar für das Geschenk seines Lebens, 
den Reichtum seines Lehramtes, die Tiefe seiner Theologie und das 
leuchtende Beispiel dieses einfachen und demütigen Arbeiters im Weinberg des 
Herrn". Eine Anspielung also auf die ersten Worte, mit denen sich Ratzinger am 
Nachmittag des 19. April 2005 der Welt präsentierte, als er am Ende des 
Konklaves, das ihn zum Nachfolger von Johannes Pole II. gewählt hatte, aus der
Segensloggia blickte.

Der Exodus-Glaube von Papst Benedikt XVI

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae die Gedanken eines amerikanischen Autors zum ersten Todestag Papst Benedikts XVI. Hier geht s zum Original:  klicken

        Der Exodus-Glaube von Benedikt XVI. Eine Marienseele

 

Lieber StilumCuriale, ein amerikanischer Priester, der ein Freund unserer Website ist, möchte Sie ein Jahr nach seinem Tod auf dieses Gedenken an Benedikt XVI. und seine Lehre aufmerksam machen. Viel Spaß beim Lesen und Teilen.

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Der Exodus-Glaube  von Benedikt XVI.

Eine Marienseele

Vor etwa sechzig Jahren sah Joseph Ratzinger voraus, dass die Kirche einen Exodus machen musste, um dem Herrn zu begegnen. Das Thema des Exodus war in seiner Predigt immer präsent. Am 31. Dezember, wenn die Kirche den ersten Jahrestag von Benedikt XVI. auf einer Pilgerreise von einem Leben zum nächsten feiert, bieten seine prophetischen Worte Inspiration und Anleitung für unseren Glaubensweg in einer Zeit, in der es – gelinde gesagt – beunruhigend erscheinen mag, römisch-katholisch zu sein.

Als der junge Pater Ratzinger im Dezember 1964 in der Kathedrale von Műnster den Studenten eine Reihe von Reflexionen über den Advent predigte, zögerte er nicht, sie – und uns – herauszufordern, zu verstehen, dass die alte Art, die Dinge zu tun, für die Kirche nicht mehr funktioniert. Der einzelne Christ, aber auch die Kirche als Ganzes, so Ratzinger, könne sich der Welt nicht mehr so präsentieren, als hätten sie alle Antworten. Es gibt zu viele Widersprüche und Leiden in der modernen Welt, als dass irgendjemand behaupten könnte, der christliche Glaube könne die tiefsten Fragen des Menschen auf eine Weise beantworten, die vereinfacht gesagt "alles erklärt".

Vielmehr, so Ratzinger, predigt er in den buchstäblichen Trümmern des Dritten Reiches, erkennt der heutige Christ, wenn er ehrlich ist, dass der Erlösungszustand nicht einfach etwas ist, das in vergangenen Zeiten existiert hat. Vielmehr sei die Unerlöstheit "eine Tatsache in unserem Leben und in der Mitte der Kirche". Wir sind wie Hiob mit vielen Fragen und scheinbar sehr wenigen Antworten. "Gerade vor Gott können und müssen wir in aller Ehrlichkeit die volle Last unseres Lebens tragen . . . obwohl wir, wie Hiob, auf all dies keine Antwort haben, und das Einzige, was uns bleibt, ist, Gott selbst antworten zu lassen und Ihm zu sagen, wie wir hier in unserer Finsternis ohne Antworten sind."

Fr. Hunwicke spricht...

 bei liturgicalnotes u.a. über Oktavtage....  Hier geht s zum Original: klicken

                                                                 OCTAVES...

Unser Britisches Postamt hat seine eigene, absolut fantastische Vorstellung davon, wie man den Weihnachts-Geist am Leben halten kann.

Einfach: sie verzögern die Auslieferung eines entsprechenden Teils  der Weihnachtspost bis eine Woche nach Weihnachten...was wir Katholiken die Oktav nennen!!!

So wurden es mehrere Tage nach dem Grossen Tag, bis wir endlich unsere Karte von den Stronsay-Jungs  bekamen (auch wenn sie sie rechtzeitig abschickten) : 21 Unterschriften!! Kein Wunder....äh....

Und die wunderschöne Karte von Stuart und Jill Chessman, die letztes Jahr unsere Gastgeber in Connecticut waren.

Ihre Karte ließ mich an ihre Reisen in die Levante denken, bei denen sie die Hagia Sophia in Konstantinopel besuchten  und ihre Karte zeigte eine Abbildung der Theotokos und ihres Kindes. 

Und das ließ mich nachdenken.

Das Mosaik zeigt auf beiden Seiten ihr altbekanntes Monogramm :METER und THEOU

Jetzt also...sicher sollte die Identität dieser Figur jedem Gläubigen bekannt sein. Also...warum ist eine geschriebene Zuschreibung  nötig ?

Dann kam mir der Gedanke, dass dass dieser Brauch ursprünglich eine Verbindung zu den didaktischen Schritten hatte, die die Orthodoxen Ikonophilen nach Wiederherstellung der Orthodoxie unternahmen.  

Tweet zum Tage

 "Aus der heutigen Krise wird eine Kirche hervorgehen, die viel verloren hat. Sie wird die Strukturen, die sie in den Jahren der Blüte gebaut hat, nicht länger brauchen. Die Reduzierung der Zahl der Gläubigen wird dazu führen, daß sie wichtige Teile ihrer sozialen Privilegien verliert. Sie wird klein..."

Warum man die Rezeption von Humanae Vitae nicht mit der von Fiducia Supplicans vergleichen kann

Die Website Unam Sanctam veröffentlicht einen Kommentar zum Vergleich zwischen der Erklärung Fiducia Supplicans und der Enzyklika Humanae Vitae, den Kardinal Tucho Fernandez gezogen hat. Hier geht s zum Original:  klicken

"SCHLECHTE VERGLEICHE MIT HUMANAE VITAE"

Angesichts der Bewertungen der Bischöfe, die weltweit Fiducia Supplicans ablehnen, haben sich Papsterklärer  Humanae Vitae zugewandt, als Weg, die Kritik am Dokument abzuwehren. Die Hyperpapalistische website "Where Peter is" hat gesagt, daß die Kritiker von Fiducia Supplicans "daran erinnert werden müssen, wie Humanae Vitae angenommen wurde, bevor sie feststellen, daß die Reaktion auf ein Lehramts-Dokument einen "Fehlschlag" bedeutet." Denn da ist dieses kleine Juwel,- dem ein Text des selben Influencers über alle Ähnlichkeiten zwischen Fiducia Supplicans und 
Humanae Vitae.folgte.

Die Argumentationslinie scheint zu sein, daß es irrelevant ist, wie viele Bischöfe Fiducia Supplicans zurückweisen, weil Humanae Vitae ebenfalls auf breiter Basis abgelehnt wurde und wir dennoch das Dokument anrerkennen. Deshalb kann über Fiducia Supplicans nicht auf der Basis der weltweiten Ablehnung durch die Episkopate geurteilt werden.

Vier Gründe weshalb Fiducia Supplicans  nicht mit Humanae Vitae vergleichen werden sollte.

Diese Argumentationslinie ist aus verschiedenen Gründen falsch:
Erstens: wurde die Enzyklika Humanae Vitae von den Heterodoxen zurückgewiesen, während sie von den Orthodoxen begrüßt wurde. Fiducia Supplicans dagegen wird von den Orthodoxen abgelehnt, während das Dokument von den Heterodoxen begrüßt wird. Dieses kleine Detail ist nicht unbedeutend. 

Zweitens: die Bischöfe, die Humanae Vitae ablehnten, taten das, weil sie die Kirchen-Praxis bestätigte , während die Bischöfe, die Fiducia Supplicans  ablehnen, das tun, weil es von der Praxis der Kirche abzuweichen scheint.

Drittens: Humanae Vitae und Fiducia Supplicans sind zwei völlig unterschiedliche Arten von  Dokumenten. Humanae Vitae war eine päpstliche Enzyklika, die einige Theologen als unfehlbar betrachten, während Fiducia Supplicans eine Erklärung des Glaubens-Dikasteriums ist. Dieser Gegensatz wird grösser , wenn wir an die Erklärung von Papst Franziskus erinnern, daß er wünscht, daß das Glaubens-Dikasterium nicht als Körperschaft verstanden werden soll, deren Ziel es ist Rechtgläubigkeit zu garantieren, sondern "Denken und theologische Reflektion im Dialog zu fördern". Diese beiden Dokumente sind in Bezug auf ihr lehramtliches Gewicht ganz klar nicht gleichwertig.

Über das Absetzen eines Papstes

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae Joachim Heimerls Artikel zum Thema eines häretischen Papstes und der Möglichkeit, einen Papst abzusetzen.
Hier geht s zum Original:  klicken

"EINEN HÄRETISCHEN PAPST ABSETZEN  UNMÖGLICH,  ABER FÜR VIELE IST ER SCHON ABGESETZT." 

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, wir bieten Ihnen diesen Artikel an, den Joachim Heimerl für unsere Website geschrieben hat. Wir danken ihm herzlich für diese Ehre. Viel Spaß beim Lesen und Teilen.

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                   KANN FRANZISKUS ABGESETZT WERDEN ?

Von Joachim Heimerl

"Kann ein Papst abgesetzt werden?

Was uns heute unmöglich scheint, war in der Kirchengeschichte der Normalfall, wie ein berühmtes Beispiel von vielen zeigt: Kaiser Heinrich III. setzte auf der Synode von Sutri (1046) gleich drei rivalisierende Päpste ab und erhob mit Clemens II einen Deutschen auf den Papstthron. – Augenzeuge der Geschehnisse war übrigens ein gewisser Hildebrand, der einem der geschassten Päpste anhing und ihm bis ins Exil folgte. 

Als Gregor VII. bestieg er schließlich selbst den Apostolischen Stuhl: Gregor wiederum war ein Papst, der Ordnung schaffen wollte. Er wollte die Kirche reformieren und das Papsttum von der Macht der Kaiser befreien. Im "Dictatus papae“ (1075) stellte er deshalb fest, der Papst könne weder abgesetzt noch von irgendjemand gerichtet werden. Das zielte in erster Linie gegen den Kaiser und tatsächlich trug Gregor über ihn den Sieg davon: In Canossa (1077) setzte er sich gegen Heinrich IV durch.

Von da an schien die Stellung des Papstes unangefochten, wenigstens bis Heinrich V. Rom einnahm, Gregor absetze und ihn aus der Ewigen Stadt vertrieb. Die  Grundsätze des "Dictatus papae“  hatten sich als Wunschtraum herausgestellt. Der Papst, der meinte, er könne nie abgesetzt werden, starb als Ex-Papst in Salerno.

Und doch: Der Traum der Päpste, "weniger als Gott, aber mehr als der Mensch“ (Innozenz III.) zu sein, blieb seit Gregor die Erbsünde dieses hohen Amts und fügt ihm bis heute unermesslichen Schaden zu.

Damit sind wir bei Franziskus angelangt, den Marcantonio Colonna in diesem Sinne den "Diktatorpapst“ genannt hat. In der Geschichte der Päpste ist das ein absolutes Novum; könnte ein Papst etwas Schlimmeres als ein Diktator sein? Oder anders gefragt: Kann ein Diktator überhaupt Papst bleiben?

 Wie immer gehen die Meinungen hier auseinander.

Während die einen in der Tradition Gregors VII. betonen, ein Papst könne nie abgesetzt werden, gibt es auch Stimmen, die das anders sehen: Der Heilige Robert Bellarmin (gestorben 1621) vertrat die These, ein Papst, der Häresien verkündet, hätte sich selbst abgesetzt.

Zur Zeit Bellarmins war das undenkbar, dabei waren die Päpste der Renaissance meist keine Heiligen; Häretiker waren sie aber nicht. Bellarmins These blieb damit ein reines Gedankenspiel. Wenigstens bis heute.

Heute haben wir dagegen einen Papst, der offen die Unauflöslichkeit der Ehe relativiert („Amoris laetitia“) und die Anbetung heidnischer Götzen im Vatikan verteidigt, wie dies während der Amazoniensynode (2019) geschah.

Als ob das nicht schlimm genug wäre, hat Franziskus nun nachgelegt: Kurz vor Weihnachten erlaubte er die "Segnung“ homosexueller Paare.

Kardinal Müller hat diese "Segnungen“ als „Gotteslästerung“ bezeichnet und zweifellos sind sie das auch. Schließlich kann niemand über eine sündhafte Beziehung den Segen Gottes herabrufen. Da helfen auch die zahlreichen Tricks des Glaubenspräfekten Fernandez nichts, der mit Haarspaltereien und Wortverdrehungen das Ungeheuerliche verschleiern will.  – Wenn der vom Papst erlaubte „Segen“ Gotteslästerung ist, dann ist dieses Vorgehen die Taktik des Teufels!

Kann man einen Papst absetzen, der so Ungeheuerliches verkündet? Oder hat sich Franziskus im Sinne Bellarmins nun selbst abgesetzt? Doch auch wenn das so wäre: Wer sollte dies für die Christenheit feststellen? Und wer könnte es durchsetzen? Es gibt keine Kaiser mehr, die sich auf eine göttliche Autorität über die Kirche berufen könnten, wie das noch Heinrich III. tat. Insofern ist der "Diktatorpapst“ ein später Triumph Gregors VII.: Franziskus ist nicht absetzbar. Und doch: Er ist der umstrittenste Papst der Neuzeit, und der, der am meisten bekämpft wird: Für die Modernisten geht er nicht weit genug, für die Rechtgläubigen hat er die Grenzen seines Amtes längst überschritten. Sie alle vereint der Wunsch, dieses Pontifikat möge bald enden.

Außerdem wächst der Widerstand: Immer mehr Bischofskonferenzen widerstehen dem "Segensprojekt“ des Papstes. Der "Diktatorpapst“ ist damit krachend gescheitert. Und auch wenn wohl niemand Franziskus absetzen und einen Gegenpapst wählend wird – in den Herzen vieler ist er längst abgesetzt."

Quelle: J.Heimerl,  Stilum Curiae, M.Tosatti


Samstag, 30. Dezember 2023

Meister und Zeuge des Glaubens...

            "Pater Federico Lombardi: Benedikt  XVI: Meister und Zeuge des Glaubens" 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über ein Bild der Hl.Jungfrau und seine Geschichte, das immer noch im Besitz einer Kirche in Oxford ist. Hier geht s zum Original:  klicken

         "UNSERE LIEBE FRAU VON OXFORD"  (1)

Was für eine wunderbares Magazin, die "Freunde des Ordinariates" produzieren! Zugängliche und gelehrte Artikel über Themen des Ordinariates und oft über das, was ich als "die Vorgeschichte des Ordinariates" betrachte. Letzteres könnte faszinierende Informationen über Anglikaner früherer Generationen enthalten, die katholisch wurden; und die laufende Winter-2023-Ausgabe enthält ein schönes Stück von Nicolas (beachten Sie die korrekte Schreibweise dieses Namens) Ollivant über Hartwell de la Garde Grisell...Gründer der  Newman-Society dieser Universität, der ein persönlicher Freund Pius  IX wurde. Er hat eine Zeit lang in Nr.60 in der  High...gewohnt, die jetzt wohl -nehme ich an -. ein vergessenes Opfer der Strassenverbreiterungen. 

Grissell hat eine wunderbare Reliquien-Sammlung für seine Privat-Kapelle in der High angesammelt und für ihre Erhaltung nach seinem eigenen Tod gesorgt. Diese Sammlung enthielt  auch ein Gemälde Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit. 

Am 3.Januar 1869 erteilte Papst Pius IX diesem Bild Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit seinen Segen und einen Indult, damit es im Zentrum ihres Schreins  in Oxford stehen konnte.-Am 10.Juni des selben Jahres gewährte der Pontifex einen weiteren Indult. Waren Grissell und Pius IX beide Jakobiter?

Der Großteil von Grissells Reliquien wurde während der rücksichtslosen Gestapo-Besetzung Oxfords  der Katholischen Seelsorge verbrannt oder anderswie zerstört, aber glücklicherweise  ist das Bild geblieben... in einer feinen neuen Reliquien-Kapelle der St. Alyoggers-Kirche...aber ich will nichts mehr darüber schreiben, weil es für Sie das beste wäre.eine Ausgabe von "Freunde des Ordinariates" zu erwerben. Sie enthält ein Foto des Gemäldes von Grissell. (wirklich, warum nicht Mitglied dieser bewundernswerten Organisation werden )

Pius IX hat seine eigene Freundschaft mit Grissell dadurch unterstrichen, daß er ihn 1869  zum Ehrenkaplan des Römischen Pontifex machte. Das Bild Unserer Lieben Frau von Oxford überlebte die Jesuiten  Traurigerweise hat der Hl. Paul VI alle diese lieben alten "Teil-Indulte" -mit den an sie gebundenen Zeitperioden abgeschafft und das betraf auch die Kirche des Hl. Aloysius- so wie den Rest der leidenden Welt.   Aber die alten Oxforder Indulte, die jetzt wieder zugelassen worden sind...wenn auch in einem arrhythmischen modernen Stil: Salve Regina (in der alten Zeit  galt das für 100 Tage); die Lauretanische Litanei verdiente 300 Tage).

Auf den Samstag vor dem 4.Juli-Sonntag fällt die liturgische Gedenktag an Unsere Liebe Frau von Oxford - Huckepack auf  dem Festtag "Unsere Liebe Frau der Barmherzigkeit" nach dem Allgemeinen Missale  und einer eigenen Kollekte, die in einigen Ausgaben im Anhang pro aliquibus locis, aber ich kann in keinem alten britischen Diözesan-Kalender ein Beispiel dafür finden. Hier ist die Kollekte::

Deus, cuius misericordiae non est numerus: Zugeständnis nobis, sanctissima unigeniti tui Matre intercedente; ut hanc misericordiam largiter in terris, et gloriam consequi mereamur in caelis. Per. Ein bisschen seltsam, diese Feier in einer Zeit, in der die Universität größtenteils geschlossen ist ?

Quelle: liturgiclnotes, Fr. J. Hunwicke

 

31.12. Erinnerungen an Papst Benedikt XVI

Morgen jährt sich zum ersten mal der Todestag von Papst Benedikt XVI. Aus diesem Anlass hat sich die Ratzinger-Preisträgerin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in einem Interview mit KTV und Radio Vatican, das auch in "Die Tagespost" berichtet wird,  zur Bedeutung und zum Erbe des grossen Verstorbenen geäussert. Zum Artikel in der Tagespost geht es hier.

       
              

Der  Beitrag der Tagespost beginnt so:  ZITAT

"DURCH RATZINGER DEN HERZSCHLAG DES CHRISTENTUMS VERSTEHEN" 

...Joseph Ratzinger hat laut Gerl-Falkowitz durch seine Arbeit als Dogmatiker oft den Kern der Probleme getroffen. Mit Blick auf die „Verwirrung, in der wir letztlich auch im Blick auf die Kirche heute stehen“ sei sein Talent, Fragen einzuordnen und zu beantworten, eine „unglaubliche Fähigkeit“ gewesen.
Darauf sei auch zurückzuführen, warum der Name Ratzinger in den nicht-deutschsprachigen Ländern „selbstverständlich an der allervordersten Front, sowohl in den Bibliotheken als auch in den Doktorarbeiten“ sei, so die Religionsphilosophin. Laut Gerl-Falkovitz werde die Bedeutung des Papstes Benedikt wie auch die des Theologen Ratzingers  mit voranschreitender Zeit  stärker hervortreten: „Ich bin überzeugt, dass er genau in diesem Sinne bleiben wird: Dass er gelesen wird“. (...)

Quelle: H.-B.Gerl-Falkovitz, KTV, Radio Vatican, Die Tagespost 

Freitag, 29. Dezember 2023

Zum Treffen von Papst Franziskus mit Kardinal Burke

 Franca Giansoldati berichtet für den Messagero. Hier geht ´s  zum Original: klicken

"PAPST FRANZISKUS VON ANGESICHT ZU ANGESICHT MIT KARDINAL BURKE: DIE ERKLÄRUNGEN NACHDEM ER IHM GEHALT UND WOHNUNG IM VATICAN ENTZOGEN HAT" 

Im Fokus die theologischen Brüche des Pontifikate

"Es war der erste Termin, der auf der Tagesordnung stand. Der Tag von Papst Bergoglio begann mit einem komplexen und ziemlich offenen Gespräch mit dem, den er als seinen Gegner in der Kurie betrachtet, dem konservativen Kardinal Raymond Leo Burke, einem renommierten Kanonisten, dem ehemaligen Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur und ehemaligen "Kaplan" des Malteserordens. Burke hat dem Pontifikat in den letzten Jahren das Leben schwer gemacht und nie die Tatsache verheimlicht, daß bestimmte theologische Entscheidungen seiner Meinung nach im Widerspruch zu Tradition und Lehre standen. Schon bei den beiden Familiensynoden und dem Schreiben Amoris laetitia, dem Dokument, mit dem den Weg zur Kommunion für die Getrennten und Wiederverheirateten eröffnet wurde, hatte er ernsthafte Zweifel geäußert und Franziskus aufgefordert, Rechenschaft über die Folgen zu übernehmen, die dies mit sich bringen würde. In jüngster Zeit hat er auf andere Probleme mit der Segnung homosexueller Paare hingewiesen, die in einer Bestimmung des Dikasteriums für den Glauben enthalten sind, die alle früheren Bestimmungen aufhebt, die alle Formen der Segnung homosexueller Beziehungen verboten. 
Auch aus diesem Grund hat Franziskus ihn immer zu den rigoristischen Kardinälen gezählt, die eher dazu neigen, Normen, Kodizes und Traditionen zu verteidigen, als den Bedürfnissen der Gläubigen gerecht zu werden und den pastoralen Anforderungen einer sich wandelnden Welt zu entsprechen. Tatsache ist, daß sich allmählich eine Kluft zwischen dem Papst und dem amerikanischen Kardinal gebildet hat, der der Tea Party und dem republikanischen Stab, der mit der Pro-Life-Welt verbunden ist, sehr nahe steht. Burke, der nach der Anhörung von Il Messaggero telefonisch erreicht wurde, beschränkte sich auf die Wiederholung von: "Ich möchte das nicht kommentieren. Ich wünsche allen alles Gute."

Der jüngste Akt in dieser komplexen Beziehung geht auf den letzten Monat zurück, als  Papst 
Franziskus während eines interdikasteriellen Treffens den zuständigen Dikasterienleitern die 
Anweisung gab, administrativ vorzugehen und sowohl Burkes Wohnung als auch den "Piatto 
Cardinalizio" zu entziehen. Einige Kardinäle wiesen den Papst in den folgenden Tagen darauf 
hin, daß es sich um eine zu strenge Maßnahme handelte und daß Burke in einem Klima der 
Synodalität nichts anderes getan hatte, als legitime abweichende Meinungen zum Ausdruck zu
bringen. Es gab keine Verbrechen oder Vergehen, derer der amerikanische Kardinal angeklagt 
werden konnte, die diese Strafe rechtfertigen würden. Darüber hinaus wurde der Papst in der
Kurie darauf hingewiesen, daß die Folgen auch für den Peterspfennig schwerwiegend sein 
könnten, weil die Kollekte in den Vereinigten Staaten zu einem großen Teil gerade von der 
Großzügigkeit konservativer Wohltäter abhängt, die Burke nahestehen. 
Kurz gesagt, ein Chaos.

Fr. Hunwicke spricht-...

bei liturgicalnotes über die Bedeutung des 1. Januars im  Kirchenjahr. und bietet ausser den beiden traditionellen Festen-  "Beschneidung" oder "Theotokos"  eine dritte Alternative an- eine irische. Hier geht s zum Original:  klicken

                                       NEUJAHRSTAG 


Sollte der 1.Januar  "Beschneidung" oder "Theotokos" sein  Ich  werde das nicht noch einmal erklären, die traditionellen  Proprien für Unsere Liebe Frau sind die Proprien,  die "Beschneidung" genannt zu werden pflegten, deshalb ist das nur eine Frage der Benennung nicht der  Realitäten.

Ich werde Ihnen etwas viel Aufregenderes - eine dritte Alternative anbieten- die Heilige Scetha.

Wenn man sich am Sonntagmorgen während der Zeit des ersten Christlichen Jahrtausends einer größeren Irischen Kirche genähert hätte, ist die Wahrscheinlichkeit, daß man in der Nähe Singen gehört hätte. Singen, das sie als Litanei erkennen würden.  Und wenn das zu Ende geht, würden Sie während der letzten drei Anrufungen hören "Sancin a Scetha Ora Pro Nobis". Und wenn Sie- weil Sie ein neugieriger Mensch sind, nach weiteren Informationen über diese Dame suchen würden, könnte man Ihnen sagen, daß ihr Festtag der 1. Januar ist. Und Sie könnten sich daran erinnern, daß dieser Blog Sie darüber informiert hat, daß in der frühen Kirche jemanden in die Litanei einzufügen, gleichbedeutend mit dem, das wir Kanonisierung nennen, war. Der Abt hätte sogar, während er die Litanei intonierte...den Sängern eine Botschaft senden und sie instruiere können, NN oder MM in die Liste der Angerufenen einzufügen!

Da wären wahrscheinlich Mitglieder der Kongregation oder die Christliche Gemeinde gewesen, die sich an den Tag erinnerten, an dem die heilige Ordensfrau Scetha auf Die-Liste-Gesetzt-Wurde...d.h. kanonisiert.

Scetha hat einen weiteren Festtag- wie Sie herausfinden könnten- den 6.September ... G.F.Warner wird Sie informieren, daß dieser zweite Gedenktag an die Ankunft ihrer Überreste in Tallaght erinnert. Dr. MacCarthy berichtet uns, daß Scetha  eine Jungfrau war und daß ihr Schrein cirka Anno 622 errichtet wurde. Falls ich das falsch verstanden habe, hoffe ich, daß jemand mich davon unterrichtet. Ich denke, dass Fert(a) im frühen Irisch so etwas wie Grabstätte bedeutet. 

Zurück in die 80-er. Charles Doherty hat über den Reliquienkult während dieser Periode informiert, was ich jetzt hier plagiiere.  

Es war im 7.Jahrhundert in Britannien und Irland, daß der Reliquienkult sich wirklich zu entwickeln begann. Anno 664 gab es eine große Plage mit Krankheiten und am Ende des Jahrhunderts eine Hungersnot; zu Beginn des 8.Jahrhunderts eine Zunahme von Belastungen und Ordnungslosigkeit in der Gesellschaft.  Das finden wir in  der Vielzahl von Archivierungen bestätigt...und Reliquien bekamen vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Bedeutung. Das Überführen so vieler verschiedener Heiliger wurde  üblich,  besonders nach schlechtes Wetter, und  Krankheiten bei Mensch und Tier. Zeitgenössischen Quellen schreiben die Überführung von Reliquien der Zunahme des Bösen in der Gesellschaft zu. 

Ein Sammler von Reliquien war so eifrig,  dass er nicht in einer Kirche bleiben würde, die  sich weigerte, ihm einer ihrer Überreste zu geben (denken Sie daran, dass man eine Leiche zerteilen konnte);Tatsächlich konnte jemand, der im Ruf der Heiligkeit stand,  gefährdet sein, schon zu Lebzeiten einen Körperteil zu verlieren. Armagh traf genaue Vorschriften für das Sammeln von Reliquienn, die Kirche von Ard Patrick in Limerick war ein großartiger Sammelpunkt für die Tribute von Munster. Die Insignien eines Heiligen ... seine Glocken, Bücher und Bischofsstäbe ... wurden verwendet, um Tribut zu fordern. Die Tugenden jeder Reliquie wurden gepriesen und die Macht jeder Reliquie wurde beschrieben, indem man sich auf ein extravagantes Wunder nach dem anderen berief.
Ein bekannter Bericht über die Basilika (mit Reliquien ausgestattete Kirche) in Kildare beschreibt die beigesetzten Leichen von Bischof Conlaeth und von Huius virginis florentissimae Brigidae ... auf jeder Seite des Altars ... vario cultu et argenti et gemmarum et pretiosi lapidis atque coronis aureis et argenteis desuper pendentibus ...

Ich frage mich, wie üppig diese Jungs in Tallaght für die Hl. Scetha gesorgt haben, nachdem sie sie sich gesichert hatten,

In hoc anno novo dignare Scetha sancta orare pro nobis.

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke

Tweet zum Tage....

 Der konservative Kardinal Burke sagt nach dem seltenen Treffen mit dem Papst "ich lebe noch". 

Hl. Thomas Becket

Heute feiert die Kirche das Fest des Hl. Thomas Becket, der am 29. Dezember 1170  am Altar der Kathedrale von Canterbury ermordet wurde.                     

                                 HEILIGER THOMAS BECKET BITTE FÜR UNS!

"Wann ist Beständigkeit erforderlich, außer bei Verfolgung? Werden Freunde nicht dann bewiesen? Wenn sie immer nachgeben, wie können sie dann jemals Erfolg haben? Sie müssen irgendwann Stellung beziehen.“

Über die Kosten und Folgen von Fiducia supplicans für die Seelen...

Tommaso Scandroglio befasst sich in einem Leitartikel in La Nuova Bussola Quotidiana mit der Bedeutung der Erklärung Fiducia supplicans im Lehramt des aktuellen Pontifikates.
Hier geht s zum Original:  klicken

"GROSSER PREIS DER HETERODOXIE" 

VON ABU DHABI BIS TUCHO: BESTIMMTE "ÖFFNUNGEN" KOSTEN SEELEN

Nachdem man gesagt hat, daß eine Religion so gut ist wie die andere, wird nun impliziert, da ein Kurs so gut ist wie der andere, und die Menschen ihrem Schicksal überlässt. Mit immer schwerwiegenderen und sogar ewigen Folgen.

Die Erklärung Fiducia supplicans ist mit ziemlicher Sicherheit das schlechteste Dokument, vom Standpunkt des Glaubens und der Moral aus, das unter dem gegenwärtigen Pontifikat und damit unter allen früheren Pontifikaten erstellt wurde. Es handelt sich also um die schlimmste Aussage in der gesamten Geschichte der Kirche. Denn sie legitimiert ausdrücklich und formell homosexuelle Beziehungen – und damit Homosexualität – und damit außereheliche sexuelle Beziehungen – und damit Unzucht und Ehebruch, indem sie sich auf eine Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre beruft.

Ebenfalls um den ersten Platz wetteiferte das Abu Dhabi Dokument zur Menschlichen Brüderlichkeit für den Weltfrieden und das Zusammenleben vom 4. Februar 2019, das ebenfalls von Papst Franziskus unterzeichnet wurde. In dieser Erklärung, die auch vom Groß-Imam der Al-Azhar, Ahmad Al-Tayyeb, unterzeichnet wurde, ist zu lesen: "Pluralismus und Vielfalt der Religion, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache sind ein weiser göttlicher Wille, mit dem Gott die Menschen geschaffen hat." Lassen wir die Frage der sprachlichen Vielfalt beiseite (in 1. Mose 11,1-9, wo die Geschichte vom Turmbau zu Babel erzählt wird, ist es Gott, der die Menschen mit sprachlichem Pluralismus und damit mit Nicht- Kommunizierbarkeit bestraft, denn bis dahin war die Sprache aller Menschen eine einzige) und verweilen wir bei der Vielfalt der Religionen.

Dem Papst zufolge ist es Gottes Wille, dass es verschiedene Religionen gibt. Die Aussage ist widersprüchlich, und man muss kein Gläubiger sein, um sie zu verstehen. Nehmen wir nur ein Beispiel von den Millionen, die man anführen könnte: Laut der Erklärung will Gott, daß Jesus Gott für Christen und nur ein Prophet für Muslime ist. Aber genau hier liegt der Stein des Anstoßes: Entweder ist die eine Aussage wahr und die andere falsch, oder umgekehrt, weil beide Aussagen nicht wahr sein können. Aber in dem Dokument heißt es stattdessen, daß jede Religion wahr ist, weil sie von Gott kommt: Wenn wir das sagen, geraten wir in einen Widerspruch. Und Gott, weil Er vollkommen ist, kann nicht in Widerspruch geraten. Daher wird nicht nur geleugnet, daß die katholische Religion die einzige ist, die wahr ist, sondern es wird auch ein inkohärentes Argument formuliert.


Donnerstag, 28. Dezember 2023

Martin Mosebach zur Alten Messe, der Liturgie-Krise und Fiducia Supplicans

M. Caverzan hat den Schriftsteller Martin Mosebach für Messa in Latino zum Zustand der Kirche,  der Liturgie  zu "Fiducia supplicans" und der neu erschienenen Erweiterung seines Buches "Häresie   der Formlosigkeit..." befragt. Hier geht s zum Original:  klicken

"MOSEBACH: "ICH VERTEIDIGE DIE ALTE MESSE, DIE MODERNE RUINIERT DEN GLAUBEN."

Als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichten, Opernlibretti und Essays über Kunst und       Literatur, Reportagen und religiöse, historische und politische Themen, geboren in Frankfurt             am Main, wo er lebt und von wo aus er zu seinen Reisen aufbricht, von denen viele in sein        geliebtes Italien führen, ist Martin Mosebach einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller             der Gegenwart. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter 2013 den der 
Konrad-Adenauer-Stiftung, sowie den Essay über die 21 koptischen Märtyrer mit einem                Vorwort von Kardinal Robert Sarah, und veröffentlichte für Cantagalli di Siena, ebenfalls in                der Reihe "Spaemanniana" unter der Regie von Leonardo Allodi, L'eresia dell'forme – La              liturgia romana  e il suo "enemy", von dem gerade eine Neuauflage erschienen ist.

Warum haben Sie sich entschieden, Ihren Essay zur Verteidigung der Alten 
Messe zu erweitern?
"Der Kampf um die Rettung des alten römischen Ritus ist in eine neue Phase eingetreten.
Als das Buch 2001 zum ersten Mal in Deutschland erschien, gab es noch viele Gläubige,
die von Jugend an genaue Erinnerungen an den traditionellen Ritus hatten und dessen Ver-
lust mit tiefer Trauer aufnahmen. In der Zwischenzeit ist eine neue Generation herange-
wachsen, die sich der Tradition verschrieben hat, als Heilmittel gegen die Banalität, die
seit der Reform der Messe in die lateinische Kirche eingeführt wurde. Das war eher eine
Revolution als eine Reform."


Worin besteht die Häresie des Formlosen?
"In dem Irrtum, dass der Inhalt des Glaubens unverändert bleiben kann, wenn die Form 
seines Ausdrucks geändert wird. Es ist jetzt offensichtlich, dass der Glaube der Kirche 
durch die neue Form der Messe schwer beschädigt wurde."

Ist die Liturgie im Christentum ein Ritual, weil Christus der menschgewordene
Gott ist?
"
Die Kirche versteht die Liturgie nicht als Menschenwerk, sondern als Wirken Gottes,
der sich auf den Altären als Heilsopfer immer wieder neu verkörpert. Diese Realität kann
nur dann als glaubwürdig wahrgenommen werden, wenn die Subjektivität der Beteiligten
möglichst unsichtbar ist. Die Unterwerfung unter das Ritual macht jedem klar, daß man
durch sie keine Individuen machen, sondern sie zu Werkzeugen für das Wirken Gottes
machen will."

Was ist der Feind der römischen Liturgie?
"Die Vergötterung der Subjektivität. Die Umkehrung des Glaubens an den historischen
Christus in einen ahistorischen und undogmatischen Mythos. Der Widerwille gegen die
Schönheit, den Platon apeirokalia nennt, und die Liebe zur Deformation. Die Verleug-
nung der Tatsache, daß die Tradition keine Last für die Kirche ist, sondern ihr Wesen."

Was ist der Unterschied zwischen der "Reform", die am Ende des II. Vatikani-
schen Konzils eingeleitet wurde, und den Veränderungen, die sich im Laufe der 
Jahrhunderte in der Liturgie vollzogen haben?
"Natürlich hat es im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen in der Liturgie gegeben, 
es kann nicht anders sein. Schauen Sie sich nur den Unterschied zwischen einer romani-
schen Basilika, einer gotischen Kathedrale und einer Barockkirche an. Wichtiger ist jedoch, 
was immer gleich geblieben ist: die Ausrichtung des Zelebranten zusammen mit der 
Gemeinde auf den Herrn, der aus dem Osten zurückkehrt, die Sprache des Gottesdienstes 
und die Theologie des Opfers. Die Veränderungen, die organisch stattgefunden haben, 
haben in ihrer Entwicklung nichts verändert und sind anonym durchgeführt worden, ohne 
daß es einen klar definierbaren Urheber gegeben hätte, einen externen Reformer, der an 
einem bestimmten Punkt mit Autorität eingegriffen hat. Die Feier der Messe durch Papst 
Gregor den Großen bis 1968 hatte viel mehr gemeinsam als die Divergenz."

Jungfrau oder Mädchen?

Marco Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae einen Kommentar von Vincent Fedele über Schlaumeiereien "kritisch-historischer Theologen zur Übersetzung der Bezeichnung der Jungfrau Maria.  Hier geht s zum Original.:  klicken

"MARIA, MÄDCHEN ODER JUNGFRAU  O NEIN, LIEBER PFARRER, DAS IST NICHT DASSELBE..."

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, Vincent Fedele macht euch darauf aufmerksam, was er vor einigen Tagen in einer Predigt gehört hat. Viel Spaß beim Lesen und Teilen.

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 Mädchen oder Jungfrau?

Ich war selbst ein Kind, und es hat lange gedauert, bis ich da rausgekommen bin. Bis ich in letzter Zeit gemerkt habe, dass ich da nicht rauskomme. Dass niemand jemals, da herauskommt. Wir vergessen es vielleicht, aber wir kommen nie wirklich aus unserer Kindheit heraus.

Ich erinnere mich noch an die Gefühle beim Gedanken an die Jungfrau Maria, an das Kind, an die Grotte, an die Kälte, an den heiligen Josef, der in seinem totalen Schweigen schwerfällig war. Vor allem von jener "Jungfrau", die noch umständlicher, aber unentbehrlich für die Ankunft des Schöpfers der Welt ist.

Wenn ich Zweifel hatte, dachte ich, wenn es Gott gibt, was ich mit einem Gott gemacht habe, der daneben steht und zusieht, der die Welt erschaffen hat und sie nun der Gnade von Opportunisten, Kriegstreibern und Geschäftemachern überlässt, die drei Viertel der Welt in Armut zurücklassen, die sogar Kinder sterben lassen, die Völkermord zulassen.

Dann erinnerte ich mich an jenes Kind, das von jener besonderen Jungfrau geboren wurde, der gesagt worden war, sie solle sich freuen, weil sie voller Gnade ist. Es tröstete mich, daran zu denken, dass es gerade die Außergewöhnlichkeit jener Jungfrau war, die ein Kind empfängt, ohne den Menschen zu kennen, und des Sohnes Gottes selbst, der Mensch geworden ist, um bei uns zu sein. Leben und leiden Sie mit uns. Wir glauben nicht an einen fernen Gott, sondern an einen Gott, der an unserer Seite ist und mit uns lacht und weint, uns in unserem Unglück tröstet und uns in unseren Freuden unterstützt.

Alle Schriften hatten es vorausgesagt: Die Jungfrau wird schwanger werden ..........

Ich sehe jetzt die Jungen und weine um sie. Es gibt niemanden mehr, der sie mit unmöglichen Dingen begeistern könnte. Das Wunder eines Sterns, der die Weisen der Erde leitet und auf dem Dach einer Höhle ruht. Die Absurdität einer Jungfrau, die ein Kind empfängt. Die Transzendenz der Engel, die die Herrlichkeit Gottes im Himmel besingen. Es wird nicht verwendet. Heute dreht sich an Weihnachten alles um helle Lichter. Falsche Opulenz, um die weit verbreitete materielle Armut und die grauenhafte Trockenheit des Herzens zu verschleiern.