Dienstag, 31. Oktober 2017

Nur mal so nebenbei

Eine Legende über Luther, die sicher als falsch erwiesen ist, ist die Behauptung, er habe als Erster die Bibel ins Deutsche übersetzt. Schon vor ihm gab es 13 Bibelübersetzungen in verschiedene Landessprachen, so u.a. auch ins mittelalterliche Deutsch.

An die Waffen!

Das Video ging zwar gestern schon um die Welt ... aber es passt doch so gut zum heutigen Tag:

In der Brüsseler Kathedrale fand gestern ein ökumenischer Gottesdienst zum "Reformationsgedenken" statt und ein protestantischer Pfarrer hat wohl dort auch die Predigt gehalten.
Da wollten diese jungen Gläubigen Katholiken ein Zeichen für ihren Glauben setzen und taten, das, was man in einer katholischen Kathedrale tun sollte: Rosenkranz beten!

Das konnte der Hausherr der Brüsseler Kathedrale wohl nicht ertragen. Deshalb ließ er die Beter von der Polizei aus der Kathedrale tragen.



Wir sehen - unsere stärkste Waffe wirkt! Jetzt fürchten sich sogar schon katholische Bischöfe vor ihr .... und lassen die Beter von bewaffneten Polizisten aus der Kirche führen.

Was der Papst dazu sagt? Das übliche: Lautes Schweigen.
Dabei war er es doch, der die Jugend der Welt aufgefordert hatte, "Lärm zu machen" ... aber mit solcher Art Lärm hatte er wohl nicht gerechnet ....

Father Blake fragt

anläßlich des 500. Jahretages der Reformation, ob die Protestanten "gewonnen haben" und das tut er auf seinem marymagdalenblog.
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  "HABEN DIE PROTESTANTEN GEWONNEN?"

"In der Washington Post gibt es einen provokativen kleinen Artikel von einem Lutheraner, der in verschiedenen Katholischen Institutionen arbeitet. Titel: "Die Reformation ist vorbei. Die Protestanten haben gewonnen. Warum sind wir also immer noch da?"
Stimmt das?

Ein lutheranischer Akademiker bewegt sich wahrscheinlich nur in ziemlich begrenzten Kreisen, wahrscheinlich sollte man fragen, wo die Protestanten gewonnen haben? Diese Frage allerdings provoziert weitere Fragen.
So wie: wo finden wir Katholizismus?
Ist er in den Dokumenten , oder der Theologie der Kardinäle Cupich oder Marx, oder in einer ökumenischen Versammlung, oder ist er in der Gemeinde bei der Wochentagsmesse, oder der Rosenkranzprozession durch London letzte Woche oder ist er bei den Millionen, die sich selbst als "frühere Katholiken" oder "von katholischer Herkunft " bezeichen und die der Kirche und ihrer Lehre den Rücken gekehrt haben.

Wer besitzt oder kontrolliert die Kirche? Gehört sie dem Papst und einer kleien Gruppe lautstark twitternder Bischöge, medien-versierten akademischen Theologen und anderen Klerikern und Journalisten oder ist es anders?

Ich bin kein Kirchenhistoriker, aber mir fällt auf. daß Luther der erste "Theologe" im modernen Sinn war, wir hatten Männer wie den Aquinaten und Bonaventura, aber die waren ganz anders, die haben versucht, Sinn in einen bereits existierenden Glauben zu bringen und ihn zu erklären.
In gewissem Sinn hat ihre Lehre Jahrhunderte überdauert, bis sie wirklich von der Kirche aufgenommen wurde, ein Beispiel ist Thomas von Aquins Gebrauch von "Transubstantiation" -erst das Konzil von Trient nahm es als philosophische Erklärung der Realpräsenz auf, selbst jetzt können wir fragen, ob wir an eine Trennung zwischen "Substanz" und "Zufällen" unterscheiden müsen, um ein guter Katholik zu sein, oder ob wir es als Analogie nehmen können, die erklärt, warum wir uns vor dem Allerheiligsten Sakrament niederwerfen und es als unseren größten Schatz betrachten und unseren Kontaktpunkt mit Gott selbst?

Man könnte argumentieren, daß es nie irgendeinen katholischen Theologen gegeben habe, sogar Newman (und Ratzinger in seinen besten Zeiten) waren eher Historiker der Theologie als Theologen eigenen Rechts, sie haben- wie gute Prediger-versucht, ihren Zeitgenossen einen bereits bestehenden Glauben (aller -überall- zu allen Zeiten) zu erklären. Wenn man diesem Verständnis dessen, was ein Theologe ist, folgt, dann haben alle katholischen "Theologen" nichts hinzu gefügt, sondern nur versucht. den Schatz aus der Vergangenheit in den Kontext der Gegenwart zu bringen.

Das ist nicht, was Luther und seine Zeitgenossen taten, sie haben etwas Neuer erfunden, etwas Persönliches. Sobald der Protestantismus erschien, war er in sich selbst gespalten. Luther hat einen anderen Zugang als Zwingli oder Bucer oder Calvin, die in der Tat wilde Streitigkeiten hatten und sich gegenseitig umbrachten.

Luther selbst sagte, daß es vor der Reformation einen Papst gab, der auf sieben Hügeln saß und jetzt aber auf jedem Misthaufen in Deutschland sein eigener Papst sitze.
Die Schaffung neuer "Kirchen" um bestimmte Theologen herum, bedeutete, daß die Fürsten eingreifen mußten, um des Friedens und der Ordnung willen, so daß Religion nicht etwas wurde, das irgendwie zu den Menschen gehörte und sie miteinander verband, sondern etwas, das ihnen von oben vom Fürsten aufgezwungen und reguliert wurde.
Ich denke daran. daß bis vor kurzem beispielsweise in England Atheisten, Nicht-Christen sogar Katholische Ober-und Unterhausmitglieder tatsächlich auf die Lehre der Kirche von England schwören mußten und ein nicht-anglikanischer, oftmals ungläubiger Premierminister im Namen der Königin ihre Bischöfe ernannten.
So kontrollierten nach der Reformation die Regierungen, was die Leute glaubten, es wurde etwas, das aufgezwungen  oder ewtas, das nach unten gegeben wurde -im Gegensatz zu etwas, das "weitergegeben wird".

Das Konzil von Trient - als Reaktion auf den Protestantismus erstellte mehr oder weniger zum ersten mal eine Serie von detaillierten Doktrinen zum glorreichen Gemisch des mittelalterlichen Katholizismus.
Frühere Konzile hatten hauptsächlich den Gläubigen gesagt, was sie vermeiden sollten.
Und selbst dann ist der Katholizismus erst seit dem II.Vaticanum, etwas geworden, was von oben aufgezwungen wird, besonders in der Liturgie, "der Papst" oder "das Konzil will es" wurde die Standardphrase des postkonziliären Katholizismus, der-über  Traditionen und Gefühle der einfachen Gläubigen triumphierend- besonders in der liturgischen Rerfomation des II. Vaticanums-mit solcher zerstörerischen Gewalt aufgezwungen wurde, während andere Teile von VII still zurückgewiesen wurden.
Zum ersten mal wurde der Wille des Pasptes als größer angesehen, als der historische Wille der übrigen Kirche und es scheint die Haltung zu seine, die ihren Zenit im aktuellen Pontifikat erreicht.

Authentischer Katholizismus dreht sich um die Bewegung des Geistes in den Herzen der Gläubigen, ausgedrückt in Devotion und Verehrung. Je mehr er formalisiert und von dem entfernt wird, was man auf Großmutters Knien gelernt hat, wenn er Thema von Dokumenten, oder Individuen, sogar Päpsten und Bischöfen wird, desto protestantischer wird er und ich würde sagen, desto leerer werden die Kirchen.


Quelle: marymagdalenblog, Fr. R. Blake

Montag, 30. Oktober 2017

Sound an alarm!

angesichts des Luther-&-Reformationshypes, der morgen seinen Höhepunkt wird- und uns, wie man schon sehen kann, mit superweichgespülten Luthersurrogaten übeschwemmen wird, wo selbst altgestandene Katholiken von Heiligsprechungen und Ernennungen zum Kirchenlehrer des Bibelmanipulators phantasieren, müssen wir alarmiert sein.....

        


Sound an alarm! Your silver trumpets sound, And call the brave, and only brave, around. Who listeth, follow: to the field again! Justice with courage is a thousand men. Sound an alarm. . . da capo

Feiern wir 500 Jahre Gegenreformation!




twitter-Geschichten ....

Manchmal muss man sich nur durch seine twitter-TL klicken und schon hat man Stoff für eine eine Geschichte à la die Bravo Fotolovestory.... Wie wird sie wohl ausgehen?










Sandro Magister kommentiert das Loblied des offiziellen Vaticans zum Reformationsjubiläum

und zitiert dazu bei Settimo Cielo einen alten Text von Papst Franziskus zu Luther und aus einem Artikel von Marco Vannini, der vom Osservatore Romano aus Zensurgründen nicht veröffentlicht wurde
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"KEINE BÖSEN WORTE ÜBER LUTHER. UND DER PAPST ZENSIERT SICH SELBST"

"Am 31. Oktober jährt sich der symbolische Beginn der Protestantische Reformation präzise zum 500. mal. Und von Seiten der höchsten Offiziellen der Katholischen Kirche waren die Feierlichkeiten bisher ein Einbahnstraßen-Chor zum Lobpreis Martin Luthers. "Medizin für die Kirche" sagte Papst Franziskus über ihn, als er genau vor einem Jahr in Schweden die Bilanz seiner Reise zog.

Aber der "Osservatore Romano" oder " La Civiltá Cattolica" haben vermieden, das zu veröffentlichen, was Jorge Mario Bergoglio bevor er Papst wurde, über Luther und Calvin sagte.

Nur einer seiner Texte von vor 30 Jahren über die Protestantische Reformation ist aufbewahrt worden. Aber der wurde 2014 mit einem Vorwort des Jesuiten Antonio Spadaro, Direktor von "La Civiltá Cattolica" und einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus - ohne die leiseste Erklärung - für die darin enthaltenen vernichtenden antiprotestantischen Beleidigungen, veröffentlicht.*

Als der Text wieder ans Licht kam, hat der bekannte Protestantische Theologe Paolo Ricca, ein Waldenser, in einem Leitartikel des Magazins "Riforma" sein Befremden ausgedrückt.

"Ich frage mich, wie es möglich ist, bis heute oder auch bis vor 30 Jahren ein so deformiertes, verzerrtes, fehlerhaftes und substantiell falsches Bild der Protestantischen Reformation zu haben.
Das ist eine Ansicht, die es unmöglich macht, einen Dialog zu beginnen oder auch nur einen Streit, sie weicht so weit von der Realität ab."

Das ging so weit, zu bezweifeln, ob man das Reformationsjubiläum überhaupt mit dem aktuellen Papst zusammen feiern könne.

"Eines ist sicher: auf der Basis einer solchen Sichtweise erscheint eine ökumenische Feier des 500. Jahrestages der Reformation 2017 buchstäblich unmöglich."


Über die Kurienreform

Andrea Gagliarducci kommentiert bei Monday in the Vatican die Personalpolitik des amtierenden Pontifex. Hier geht´s zum Original:  klicken

            "PAPST FRANZISKUS: ÜBERGANGSZEIT"
Eine Privataudienz, die kürzlich Msgr. Guido Marini gewährt wurde, seit 2007 Päpstlicher Zeremoniar, könnte den Augenblick des Übergangs im Pontifikat von Papst Franziskus darstellen  könnte.
Während dieses Jahres endete die Fünfjahresfrist nach den letzten Ernennungen von Papst Benedikt XVI. Auch sind viele Schlüsselämter in Vaticanischen Dikasterien vakant. Die nächsten Ernennungen durch Papst Franziskus werden also zeigen, wie er plant, seine Kurie und seine Regierung zu gestalten.

Bis jetzt galt das Prinzip der "Reform im Gehen". Das ist das Prinzip einer Reform, die ohne Veränderung oder Ersetzen der alten Dokumente durchgeführt wird, die Ämter und Funktionen geregelt haben, sondern bei der einfach die älteren Ämter durch neue ersetzet werden.

Mit Worten der Kurienreform: die alte Apostolische Konstitution "Pastor Bonus" gilt noch, obwohl dauernd gerüchteweise über den Entwurf einer neuen Konstitution zirkuliert. Soweit es um die Zusammensetzung der Kurie selbst geht, hat Papst Franziskus kein richtiges Belohnungs-system errichtet.
Über wenige hochrangige Ernennungen hinaus- wie die von Kardinal Beniamino Stella zum Präfekten der Kleruskongregation- hat der Papst die Kurie so gelassen, wie sie vor ihm war.

Selbst Kardinal Pietro Parolin wurde erst nach einigen Monaten des Pontifikates zum Staatssekretär ernannt, sogar obwohl Parolins Vorgänger Kardinal Tarcisio Bertone das Pensionsalter überschritten hatte.

Aus diversen Gründen haben sich viele Dinge dec ursptünglichen Reformplans geändert. Der Plan einer Regierung die aus vier verschiedenen Sekretariaten besteht, von denen die ersten beiden Sektionen des Staatssekretariates gebildet werden sollten- wurde verlassen, während zur selben Zeit das Staatssekretariat mehr ins Zentrum rückte.
So ist es beispielsweise das Staatssekretariat, das bestätigte, daß "Pastor Bonus" noch solange in Kraft ist. bis eine neue Apostolische Konstitution promulgiert wird. Einige der Schlüsselentscheidungen dieses Pontifikates kamen übrigens aus dem Staatssekretariat und diese Entscheidungen könnten auch den Versuch einer Reform darstellen oder den Versuch, die Reform durch Papst Franziskus zu verbessern.


Sonntag, 29. Oktober 2017

Über die Verwechslung von Glaube und Kultur

Ich finde ja schon einige Jahrzehnten, dass genau hier ein großer, fataler Irrtum liegt, in der Verwechslung von Glaube und Kultur.
Nicht dass ich das, was man so gemeinhin unter christlich abendländischer Kultur versteht, absolut unmöglich fände, oder gar das, was in den 2000 Jahren christlicher Kultur an Moral und Sozialverhalten sich als gut herauskristallisiert hat, für ganz, ganz schlecht halten würde, oder so.
Nee das nicht, aber das ist nicht das, worum es primär beim Christentum geht.

Da sind z.B. die Leute entsetzt über irgendwelche Politikentscheidungen, die ihrer Ansicht nach unchristlich sind und ich frage dann immer erstaunt, wie sie denn drauf kämen, dass in einer unchristlichen Gesellschaft christliche Vorstellungen die Leitlinien abgeben würden.

Es ist wie es ist und wenn man ein wenig herumliest, so wird das seit den 20ern des letzen Jahrhunderts thematisiert, der Niedergang des rein sich auf die Kultur und die Moral stützenden Christentums und wenn man es noch genauer will, so  ist das schon im 19 Jahrhundert das Thema bei Kierkegaard, Nietzsche und Novalis.
Es scheint sich nur noch nicht herumgesprochen zu haben, bei denen die in der Kirche was zu sagen haben.

Das Konzert zum Sonntag

Solange es in Europa noch solchen musikalischen Nachwuchs gibt wie Pijus Paskevicius aus Litauen, muß uns um die Musiktradition nicht bange sein, auch wenn in den westlichen Ländern des alten Kontinents eher über die Genderproblematik nachgedacht wird.
Hier spielt Pijus in Vilnius als 10-Jähriger unter der Stabführunrg von David Geringas  Albinonis Oboenkonzert in d-moll, Opus 9

      


 und ein Jahr später, mit 11 Jahren spielt Pijus das Vivaldi- Oboen-Konzert in a-moll RV 461

      

Fundstück - Wie man sich als Katholik unbeliebt macht ...

... oder "das Christentum hechelt nicht nach Applaus.

Es gibt ja in den deutschen MSM wirklich selten einen Grund, sich über einen Artikel zu freuen, der sich mit der Kirche befasst.
Die Diskrepanz zwischen dem "Mainstream" und den Wahrheiten unseres Glaubens ist einfach zu groß. Da muss es uns nicht wundern, dass der Wettstreit um die Gunst der Medien auch in unserer Kirche ausgebrochen ist. Schließlich will man ja "wichtig sein" oder "politisch mitmischen". Wir kennen sie die Aussagen unserer Kirchenführer - gerade heute wieder im größten deutschen Massenblatt zu lesen und so banal, dass man's hier weder verlinken noch wiedergeben muss. Für's Jubeln in diesen Dingen ist dann auch eher katholischde zuständig.

Doch die Frankfurter sind dieses Wochenende für eine Überraschung gut. War das Blatt doch in den vergangenen Dekaden eher das Jubelblatt für den Lehmann-Katholizismus, traut man sich jetzt offenbar, sich doch einmal mit dem wirklichen Glauben auseinanderzusetzen.
Das an diesem Wochenende veröffentlichte Interview mit Kardinal Brandmüller ist ein wirkliches Highlight und bringt die Glaubenswahrheiten auf den Punkt. Herumlavieren oder Wahrheit verschleiern ist nicht sein Ding. Das überlässt er den "üblichen Wichtigen". Es ist wirklich ein Genuss, solche Antworten zu Lesen:
"Ja, aber entschuldigen Sie bitte! Das Christentum, namentlich in seiner katholischen Ausprägung, ist ein Ärgernis für die Welt. Und Christus war und bleibt eine Herausforderung für die Welt. Christentum und Kirche sind nicht auf der hechelnden Jagd nach Plausibilität und Applaus. Das geht nicht."

Das ganze Interview ist eine Offenbarung und zeigt die Wahrheit, Schönheit und Freiheit unseres Glaubens auf. Deshalb: eine ganz dringende Leseempfehlung!

Auch an den Oberwichtigsten Deutschen Kirchenführer - vielleicht als Lektüre für den "Reformationstag"?. Aber vielleicht sitzt der an diesem Tag schon wieder Hand-in-Hand mit den evangelischen Bischöfen und Bischöfinnen in irgendeiner Feierrunde ... und es gibt wieder Schokoladenluther mit Liebestrank.


Das Leiden Benedikts XVI

Aldo Maria Valli hat das Foto, das der Passauer Bischof Oster nach seinem Besuch beim Papa emeritus getwittert hat, zum Anlass genommen auf seinem blog über das Leiden Benedikts XVI und dessen  Defintion des Leidens nachzudenken. Dabei zitiert er längerer Passagen aus der Enzyklika "Spe Salvi" und aus einer Rede Benedikts XVI in einem Pflegeheim in Turin zu diesem Thema sagte,
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                                "DAS LEIDEN BENEDIKTS XVI"

"Das Bild Benedikts XVI mit einer Schwellung unter dem rechten Auge ruft unendliche Zärtlichkeit hervor. Das vor einigen Tagen auf facebook von Bischof Stefan Oster von Passau, der den Papa emeritus vor einigen Tagen besucht hat, veröffentlichte Foto zeigt uns Joseph Ratzinger in der ganzen Gebrechlichkeit der aktuellen Situation. Benedetto, der im vergangenen April das 90. Lebensjahr vollendet hat, erscheint abgemagert, aber das was am meisten berührt, ist sein Ausdruck.
Vielleicht täusche ich mich, aber sein Blick erscheint mir ein wenig verloren und verrät eine Art Beschämung, typisch bei Alten in einer gewissen Lebenssituation.

Wir wissen, daß Papa Ratzinger seit Jahren mit dem linken Auge wegen einer Maculapathie sehr wenig sieht und daß er ein Hörgerät tragen muß. Das alles macht die Begegnungen sicher nicht leichter. Aber im früheren Vatican-Kloster, das seine Wohnung geworden ist, empfängt er gern die Besuche der Freunde und -mit der Einfachheit, die ihm eigen ist, hat er sich nicht geweigert, sich nach dem kleinen Unfall fotografieren zu lassen, und so ein Bild von sich anzubieten, das sofort allen denen lieb geworden ist, die an ihn denken und für ihn beten.

In diesen letzten Fotografien von Benedikt XVI ist sehr viel Wahrheit. Und Papst Ratzinger so zu sehen, geschwächt und unverteidigt, eingehüllt in eine zu groß gewordene Soutane, lassen uns im Geiste zu den Worten zurückkehren, die er in der Enzyklika "Spe salvi" über die christliche Hoffnung dem Leiden gewidmet hat: "Wir können versuchen, das Leiden zu begrenzen, dagegen zu kämpfen, aber wir können es nicht abschaffen." (Nr.37)

Dann erklärte er: "Gerade da, wo die Menschen in ihrem Versuch jedes Leiden zu vermeiden, versuchen, sich allem zu entziehen, was Leiden bedeuten könnte, da wo sie sich die Mühe und den Schmerz der Wahrheit, der Liebe, des Guten ersparen wollen, rutschen sie in ein leeres Leben, in dem vielleicht das Leiden nicht mehr existiert, aber ....Es ist nicht das Ausweichen vor dem Leiden, die Flucht vor dem Schmerz, die den Menschen heilen, sondern die Fähigkeit, die Mühsal zu ertragen und an ihr zu reifen, Sinn zu finden in der Einheit mit Christus, der mit unendlicher Liebe gelitten hat. (Nr.37)


Unser tweet zum Tage: Catcontent mit Emeritus




Das ist doch einfach nur zum Freuen. Beten für ihn um Gesundheit und Kraft und Gottes reichen Segen!

Father Hunwicke spricht....

über das statement von Papst Franziskus zur Todesstrafe.
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                     "IST DAS LEHRAMT IN DER KRISE?" 

Dash hier ist ein alter post; ich habe nur die Passage über Humanae Vitae ausgelassen (abgehackt)

                                                     TODESSTRAFE

"Die traditionelle  Lehre der Kirche schließt nicht den Rückgriff auf die Todesstrafe aus, wenn die er einzig wirkungsvolle Weg ist, um Menschenleben vor einem ungerechten Angreifer zu schützen.

Die Lehre entwickelt sich, schreitet voran, ist nuanciert. Aber es muß immer "eodem sensu eademque sentantia" sein.

Deshalb fuhr das Lehramt unter dem Hl. Johannes Paul II -indem es die traditionelle Lehre wiederholte- fort, uns zu lehren (CCC 2267, das Evangelium Vitae 6 zitiert) daß in unserer Zeit -angesichts der Mittel, die dem Staat zur Verfügung stehen, solche Gelegenheiten  selten sind, vielleicht sogar inexistent.

Wie kann irgendjemand einen Fehler in diesem vorsichtigen Urteil finden? Ich ganz sicher nicht.
Alle Macht dem Großen und Heiligen Pontifex.

Vor kurzem wurde uns gesagt, daß die Todesstrafe "unzulässig ist, egal wie schwer das  begangene Verbrechen ist" und eine "Verletzung der Unverletzlichkeit des Lebens und der Würde der menschlichen Person"; daß "Du sollst nicht töten" "absolute Gültigkeit hat und für beide gilt, den Unschuldigen und den Schuldigen." und daß "sogar ein Krimineller das unverletzliche Recht auf Leben hat" "
Man merke: "Absolut" und "Unverletzlich" 

Ich kann nicht sehen, wie das alles eodem sensu mit der traditionellen Lehre ist. Ich kann nicht sehen, daß es eine Entwicklung eadem sententia nach CCC 2267 ist. Es ist ein neues theologoumenon*, das de facto der Tradition widerspricht.


Samstag, 28. Oktober 2017

Und die Säuberung geht weiter.....

Die Säuberungswelle im Vatican geht weiter. Jetzt hat es den Islam-Spezialisten Samir K.Samir getroffen, der Islamologe des Papa emeritus war, und der es gewagt hatte, die Einstellung des amtierenden Pontifex zu bemängeln und zu kritisieren. Jetzt ist der bekannte ägyptische Theologe und bisherige Dozent am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom überraschend und ganz kurzfristig aber dauerhaft nach Ägypten versetzt worden.

Breaking...Katholische Laien gründen eine neue Akademie, Leiter wird Professor Josef Seifert

LifeSiteNews berichtet. Hier geht´s zum Original: klicken

Katholische Akademiker haben sich zusammengetan, um eine neue von Laien geleitete Akademie für as Leben zu gründen, nachdem Papst Franziskus die Original-Akademie für das Leben ausgehöhlt hat, Abtreibungsunterstützer ernannt und als neue Aufgaben Einwanderung und Umwelt hinzugefügr hat.
Johannes Paul II Akademie für das menschliche Leben und die Familie (JAHLF) genannt, wird die neue Akademie den selben Zielen dienen wie die vom Hl. Johannes Paul II 1994 gegründete Päpstliche Akademie für das Leben. Diese Ziele bestehen aus den "Interdisplizinären Studien und Verteidigung des menschlichen Lebens in all seinen Stadien" und "Studien zur Ehe und der menschlichen Familie."
Das Institut ist darauf ausgerichtet, eine Laien-NGO zu sein, die von zivilen und religiösen Organisationen unabhängig zu bleiben. Die Akademie plant der Kirche Studien zu den "wichtigsten anthropologischen und ethischen Wahrheiten zum menschlichen Leben, zu Tod und zur Familie anzubieten.

Die Nachricht über die Akademie wurde heute auf einer Konferenz angekündigt, die an den kommenden 50. Jahrestag von Humanae Vitae, Lehre der Kirche zur Unmoral des Gebrauchs von Kontrazeptiva, erinnert.Zu den Teilnehmern gehörten u.a. auch Kardinal Brandmüller und Professor Roberto De Mattei (der in einer Rede sagte, daß "Papolatrie nicht zum Katholischen Glauben gehört)

Dr. Josef Seifert, der erste Präsident der Akademie, hat in einer Rede die Gründe der Neugründung der Akademie dargestellt. Seifert ist ein österreichischer Katholischer Philosoph und enger Freund  des verstorbenen Hl. Papstes Johannes Paul II. Er wurde vor kurzem von einem Ortsbischof aus einer Katholischen Universität in Spanien entlassen worden, nachdem er eine Kritik an der Exhortation von Papst Franziskus zu Ehe und Familie veröffentlicht hatte.


Marco Tosatti läßt die vergangene Woche in Rom Revue passieren und er ist "not amused"

Bei Stilum Curiae setzt er sich mit dem Umgang der Kurie und des Pontifex mit den Kritikern theologischer Ungereimtheiten und Unklarheiten (um das Beste zu sagen) in päpstlichen Dokumenten und Statements auseinander und spricht zunehmend - nicht ohne Bitterkeit- Klartext.
Hier geht´s zm Original: klicken

"KLERIKALES BESTIARIUM. DIE AUSBEUTE DER WOCHE UND AUSSERDEM NACHRICHTEN ÜBER DIE INTERNE VERFOLGUNG."
"Am Ende der Woche bleiben im Netz von Stilum Curiae immer einige einzigartige kirchliche Lebensformen hängen.
Die Spitzenposition können wir vielleicht dem Generalsekretär der CEI Galantino zuerkennen, der es geschafft hat, sich -direkt oder indirekt- von zwei Kardinälen auf die Finger klopfen zu lassen.
Der erste war Kardinal Müller, der wenige Tage nach dem outing des Hl. Geistes als Urheber der Reformation einige Bemerkungen (und es gäbe da noch mehr) über die zerstörerischen Auswirkungen dessen, was keine Reform war, sondern eine Revolution durch die Aufgabe einiger Schlüsselpunte des Glaubens und des Katholischen Lebens hatte. Darunter die Realpräsenz in der Hostie.....Dann hat auch Kardinal Sarah ein kleines anderes Pünktchen über den päpstlichen und galantinianischen "Hypermigrantismus" angemerkt, indem er an die läppische Wahrheit erinnerte, daß es in unserem Land viele spirituelle (und nicht...) Interessen gibt, die helfen zu vergessen, daß es legitim ist, zwischen Flüchtlingen und Einwanderern anderer Art zu unterscheiden. (Discernimento? Discernimento!)  (Wie Msgr. Maggiolini in Erinnerung rief, gibt ews kein Recht auf Invasion.)

Dann sind da die Dubia. "Jetzt können Sie fragen" so heißt- da stehen große Komiker vor uns- das letzte Buch über den Papst, Autor ist Antonio Spadaro. Alle Fragen, die Sie wollen, rät er mir, sofern die Antworten mich nicht in Verlegenheit bringen. "Aber ich akzeptiere keine Fragen mit falschen Zweifeln" hat der Direktor der Civiltà Cattolica bei Twitter geschrieben, der wie wir wissen, ein unbeschwertes Verhältnis zu Twitter hat.

Siehe hier (ital.) Quintessenz ein Tweet -angeblich aus der "Feder" des Pontifex:
"Die vier Kardinäle...klingt wie der Name eine Rock-and-Rollband aus den 60-er Jahren, die abgedroschene Lieder singen..."

Einige heilige Männer der Kirche sind tot, vielleicht auch wegen der Trauer, die sie über den Zustand der Konfusion in der Kirche empfanden, ohne eine Antwort auf ihre Zweifel, die für sie sehr realistisch waren, zu bekommen. Nur sie? Das scheint nicht so.
Weil es gerade vor ein paar Tagen einen Kardinal- Francis Arinze- gab, der mit allem Respekt bei Gloria TV sagte, daß "die Koomunion für die wiederverheirateten Geschiedenen eine Ablehnung des Göttlichen Gesetzes ist". Falscher Zweifel oder falsche Sicherheit?
Zur Hölle mit dem schwierigen Satz.

Schließlich kann ich nicht umhin- auch wenn er einige Monate alt ist- den Kommentar zu zitieren, den mit eine Freundin geschickt hat. Es ist der Kommentar eines frenetischen und sehr Laien-Liturgikers, der sehr in Mode ist-Andrea Grillo- der, wie sie mir sagen- damit beschäftigt ist, eine ökumenische Messe zu kreiieren.
Hier der Kommentar: "Transsubstantiation  ist kein Dogma und hat als Erklärung ihre Begrenzungen. Z.B. widerspricht sie der Metaphysik"
Ich würde gern verstehen: alle die, die in den letzten 2000 Jahrengedacht haben, daß in der Hostie und im Wein Leib und Blut Jesu in der Substanz präsent sind- und das immer noch glauben- der freundlichsten Meinung nach Opfer eines falschen Glaubens geworden ( um nicht von den eucharistischen Wundern zu spechen) ?
Wir erwarten ungeduldig zu sehen, wohin die Arbeit an der ökumenischen Messe führen wird, um dann zu gehen und uns die Schlange bei der nächsten Orthodoxen Kirche zu stellen.

Das alles wäre auch unterhaltsam und folkloristisch, wenn die Fraktion, die in den Hl. Palazzi an der Macht ist, nicht -wie man in sehr sehr einfachen Worten sagt- böse wäre. Und wenn sie nicht auf stalinismus-freundliche Art ihre Enttäuschung gegenüber denen ausdrücken würde, die es wagen, eine andere Meinungen als die des "Piccolo Padre" auszudrücken.
Ich rate Ihnen, einen interessanten -und dramatischen- Artikel von Infovaticana (der auch für die Nichtspanisch-Sprachigen sehr klar und verständlich ist *), um die gegenwärtige Verfolgung in der Kirche zu verstehen. 
Gerade erst gestern habe ich u.a. erfahren, daß drei Italienische Bischöfe bereits festgelegte Konferenzen abgesagt haben,  an denen ein wichtiger und geschätzter Protagonist teilnehmen sollte, durch und durch katholisch, aber als zu kritisch beurteilt gegenüber einigen Aspekten der Wirklichkeit in der Kirche, wie wir sie gerade erleben.
Das ist die Ikone des Dialogs in Zeiten von Papst Bergoglio und das Abbild der höfisch.klerikalen Unterwürfigkeit."


Fundstück

Erzbischof Georg Gänswein beantwortet anläßlich der Vorstellung der neuen Weihnachts-CD des Chores Capella Sistina "Veni Domine- Advent und Weihnachten in der Sixtinischen Kapelle"  Fragen der Journalisten.
Gefunden bei BenoîtXVI-et-moi (merci beaucoup!)
Hier geht´s zum Fundstück:   klicken

     "BENEDIKT, EIN GROSSER WOHLTÄTER DER SAKRALEN MUSIK"


    

 

"MSGR: GÄNSWEIN: "DIE MUSIK IST EINE SPRACHE DER SCHÖNHEIT DES GLAUBENS"

Frage:
"Diese CD zeigt die Schönheit der sakralen Musik, meine Frage an Sie, Exzellenz,: es gibt keinen größeren Wohltäter dieser sakralen Musik als Papst Benedikt, der der Capella Sistina eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat. Meine Frage ist ob Papst Benedikt die sakrale Musik noch liebt, ob er noch Klavier spielt, und insgesamt wie es ihm geht."

Msgr. Gänswein:
"Sagen wir, daß Sie schließlich zu Ihrer Frage gekommen sind (Lachen) . Die "fake-news"  (zur Gesundheit Benettos) sind alle dementiert worden. Also beginne ich mit dem Ende. Ihrer wichtigsten Frage....Für 90 Jahre  geht es ihm gut. Die Worte, die mir in den Mund gelegt worden sind, muß man löschen. Was die Musik angeht, schenkt Maestro Palombella (Massimo  Palombella , 1967 geborener Priester, derzeitiger Direktor des Chors der Sixtinischen Kapelle) Papst Benedikt alle CDs, die die Deutsche Grammophon herausgibt und er hört sie wirklich nicht nur einmal. Zweite Frage: ob er die sakrale Musik wertschätzt: ganz offensichtlich.  Dritte Frage: das mit dem Klavier hat sich geändert. Er hört gern Klaviermusik. Er hört mehr zu, als daß er spielt."

Frage
"Auch ich habe eine Frage an Sie Exzellenz. Eine andere Frage und ob es Ihnen möglich ist, deutsch zu antworten, weil sie für einen deutschen Radiosender ist....."

Msgr. G.
"Ich höre die Frage?"

Frage:
"Ich möchte wissen, welche Bedeutung sowohl für Sie als auch für Benedikt die Musik in der Weihnachtszeit hat...."

Msgr. G.
"Soll ich deutsch oder italienisch antworten? ....also italienisch. Die Musik ist nicht nur während der genannten starken Zeiten der Liturgie wichtig, sondern während des ganzen Jahres. 
Sicher -während der "starken Zeiten" der Liturgie bekommt die Musik....wie soll ich sagen.... eine tiefere Bedeutung. Die Musik ist die Sprache der Schönheit des Glaubens. Da wo es Schönheit gibt, ist am Ende immer auch Glaube. Da wo Glaube ist...drückt sich der Glaube auch in der Schönheit aus, das ist die musikalische Schönheit und hier haben wir verschiedene Möglichkeiten, in die Welt der musikalischen Schönheit einzutreten. Nicht aus ästhetischen Gründen sondern für die Endgültigkeit des Glaubens, die den Glauben stärkt, die den Glauben schafft, die auch der Seele den Frieden gibt."

Quelle: BenoîtXVI-et-moi, Msgr. G.Gänswein

Freitag, 27. Oktober 2017

Father Hunwicke spricht....

und kommentiert  bei liturgicalnotes das, was Kardinal Müller über Luther, die "Reformation" und das Reformationsgedenken gesagt hat.
Hier geht´s zum Original:   klicken

              "MÜLLER FASST AUF SEINEM EIGENEN WEG TRITT"
"Sie glauben, daß der Papst unfehlbar ist, wenn er privat spricht, aber wenn die Päpste in der Geschichte den Katholischen Glauben vorangebracht haben, sagen sie daß das fehlbar iat."

Lifesite News hat eine elegante englische Übersegtzung einesschönen Artikel von Gehard Kardinal Müller. Der oben zitierte Satz umfaßt das Hauptproblem der Bergoglianitas....und das ist Papolatrie, korrupter Hyperüberultrapapalismus, es ist das frohlockend Insistieren auf einer Ruptur in der heiligen Kontinuität der Kirche.

Müllers Artikel handelt von Luther und der Reformation. Sie sollten ihn nicht verpassen. Sie werden in diesem "Luther-Jahr" nichts Besseres lesen. Und es ist besonders passend-weil wir uns dem nähren, was manche,  erschreckenderweise, Reformationstag nennen.

Luther war schlecht, Sein Erbe ist sogar noch schlechter. Und es hat die tägliche Lehre von PF korrumpiert, hauptsächlich weil er es nicht versteht.
[....]
 Quelle: Father J.Hunwicke, litrugicalnotes

Hier geht es zu einer Übersetzung des Müller-Kommentars zu Luther & der Reformation  klicken


Marco Tosatti zur Warschauer Rede Kardinal Sarahs über die "stille Apostasie"

Marco Tosatti zitiert und kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die Rede über Europa und seine christlichen Wurzeln, die Kardinal Sarah in Warschau gehalten hat. LESEN!
Hier geht´s zum Original: klicken 

 "SARAH VERURTEILT DIE "STILLE APOSTASIE" EUROPAS"

"Kardinal Robert Sarah hat in den vergangenen Tagen am Internationale Kongress teilgenommen, der von der Europa Christi-Bewegung in der nach Kardinal Stefan Wyszinski  benannten Universität in Warschau organisiert wurde, und an dem sich Exponenten aus Politik, Kultur und Kirche beteiligt haben.
Der Purpurträger hat in seiner Rede- ausgehend von ihrem Titel "Eine niegekannte Krise der Zivilisation" diagnostiziert und festgestellt, daß das Europa, das auf dem christlichen Glauben aufgebaut wurde, sich heute in einer Periode stiller Apostasie befindet.

Der Kardinal aus Guinea hat das Problem der Migranten und Flüchtlinge behandelt und hat bekräftigt, daß jede Nation zwischen einem Flüchtling aus politischen oder religiösen Gründen, die ihn zwingen ihre Heimat zu verlassen, und Wirtschaftsmigranten unterscheiden muß, die ihren Wohnort wechseln wollen, ohne sich an die neue Kultur anzupassen, in der sie sich wiederfinden.
"Die Ideologie des liberalen Individualismus fördert eine Mischung, die darauf abzielt, die natürlichen Grenzen der Heimatläder und der Kulturen zu schleifen und führt zu einer postnationalen und eindimensionalen Welt, in der die einzige Sache, die zählt, Produktion und Konsum sind.
Aber diese Entwicklungsrichtung ist inakzeptabel."

Der Purpurträger hat Polen gelobt: "Heute zeigt Polen den Weg, wenn es den Forderungen die von außen von der liberalen Globalisierung gestellt werden, den automatischen Gehorsam verweigert."
Sarah hat bekräftigt, daß es wahr ist,  daß "jeder Immigrant ein menschliches Wesen ist und respektiert wird, aber man darf die integrale Beziehung zwischen Rechten und Pflichten nicht vergessen.
Also kann ein Immigrant, der aus einer anderen Kultur oder anderen religiösen Umgebung kommt, nicht die Relativierung des Gemeinwohls der Nation erwarten, in die er sich begibt."
Der Kardinal hat daran erinnert, daß "alle das Recht haben, im eigenen Heimatland zu bleiben"
Die europäischen Staaten sind zum großen Teil für die Destabilisierung des Mittleren Orients verantwortlich" Das hat die Menschen dazu gezwungen, zu fliehen. Sie alle in Europa aufzunehmen ist keine Lösung für die Probleme dieser vom Krieg zerrissenen Gebiete.


Sandro Magister: Die Ohrfeige des Papstes für Kardinal Sarah - oder welchen Umbau der Kirche plant der Pontifex?

Auch Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo den Maßregelungsbrief des Papstes an Kardinal Sarah und die dahinter stehende Agenda des Pontifikates.
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  "FRANZISKUS´ OHRFEIGE FÜR KARDINAL SARAH. HINTER DEN KULISSEN."
"Der Brief, mit dem Franziskus vor kurzem Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation, widersprach und ihn demütigte, ist der letzte Beweis dafür, wie dieser Papst sein Lehramt ausübt.

Wenn Franziskus Neuerungen einführen will. tut er das nie mit klaren und exakten Worten. Er zieht es vor, Diskussionen zu eröffnen, um "Prozesse" anzustoßen, während denen die Erneuerungen schrittweise bestätigt werden.

Das krasseste Beipiel ist "Amoris Laetitia" deren sich widersprechenden Interpretationen und Anwendungen tatsächlich gegeben sind, während sich ganze Bischofskonferenzen auf der einen oder anderen Seite gegenüber stehen.

Und wenn er um Klarstellung gebeten wird, verweigert er die. Wie im Falle der fünf Dubia, die ihm von vier Kardinälen übermittelt wurden, die nicht mal einer Antwort gewürdigt wurden.

Aber wenn ein Kardinal wie Sarah, eine Autorität durch Rolle und Verantwortung, eingreift, um einem päpstlichen Motu Proprio zur Liturgie die einzige Interpretation zu geben, die er als richtig ansieht und die deshalb von der Kongregation, deren Präfekt er ist, implementiert werden muß, schweigt Franziskus nicht, sondern reagiert mit Schärfe - zur Verteidigung jener Passagen des Motu Proprio, die in der Tat alles andere als klar sind- und die die Liberlaisierungen enthalten, die er so liebt.

Das ist genau das, was in den letzten Tagen passiert ist.


In der Definition der Rolle der Liturgiekongregation was die Anpassungen und Übersetzungen der liturgischen Texte durch die nationalen Bischofskonferenzen, die der Approbation durch den hl.Stuhl unterliegen. unterscheidet das motu proprio zwischen "recognitio" und "confirmatio"- zwischen Überprüfung und Bestätigung.

Aber die Unterscheidung wird auf keine Weise klar erklärt. Und tatsächlich nahmen beide Seiten unter den Experten sofort Form an.

Da sind die, die behaupten, daß die "recognitio" -also die Überprüfung durch Rom nur die Adaptationen betrifft, während der Hl. Stuhl für die Übersetzungen einfach nur eine "confirmatio" -eine Bestätigung geben muß.

Und dann sind da die, die statt dessen behaupten, daß Rom auch bei den Übersetzungen eine sorgfältige Überprüfung durchführen muß, bevor sie ihnen zustimmt.

Das ist de facto, das wass vorher gemacht wurde und das ist, weshalb verschiedene neue Übersetzungen der Missales ein schwierige Leben hatten-wie die der USA, Groß-Britanniens und Irlands- oder immer noch auf eine Zuustimmung aus Rom warten, wie die von Frankreich, Italien und Deutschland.

Besonders die neue Übersetzung des Missales ins Deutsche war Ziele voon Kritikebn, auch von Benedikt XVI selbst, der 2012 einen Brief an seine Landsleute im Bischofsamt schrieb, um sie zu überzeugen, sie mit größerer Treue zu den Worten Jesu beim letzten Abendmahl im Augenblick der Konsekration zu überetzen.

"Vatican Tagebuch / "Für viele" oder "für alle"? Die richtige Antwort ist die erste"

Kehrt man zum Motu Proprio" Magnum Principium" zurück,muß man feststellen, daß es, als es verfaßt wurde, vor Kardinal Sarah, dem Präfekten des Dicasteriums, dessen Mittelbau seit langem gegen ihn anrudert.


Gehorsam oder Gewissen?

Father Blake denkt auf seinem st.marymagdalenblog über die Rolle des Gewissens in der post-Amoris-Laetitia-Ära nach.
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             "PRIESTER, DIE ZUERST AUF DAS GEWISSEN TRINKEN"
"Ich habe immer gedacht, daß das Gewissen für Katholiken wichtig ist: Newman sagte einmal den berühmt gewordenen Satz: "daß er auf den Papst trinken würde, aber zuerst auf das Gewissen", der Aquinate sagte, daß wir dem Gewissen folgen müssen, sogar wenn es uns aus der Kirche herausführt.

Papst Franziskus, oder zumindest die Bergoglianer, scheinen zu sagen, daß die wiederverheirateten Geschiedenen die Hl. Kommunion empfangen dürfen, wenn sie das mit gutem Gewissen tun. Das Problem ist, was passiert, wenn der Priester, von dem erwartet wird, ihnen die Kommunion zu spenden, fühlt, daß er das nicht mit gutem Gewissen tun kann?

Ich habe einen eher unvollständigen Bericht von einem jungen Priester, kein Unterzeichner der Correctio, in dieser Lage. Nach der Diskussion mit seinem Bischof wurde er von seinem Gewissen nicht ganz aus der Kirche, aber in eine andere Diözese geführt. Es könnte sein, daß dieser Priester taktlos oder barsch war, bei dem, was und wie er es sagte, ich weiß es nicht.

Ich bekomme das Gefühl, daß dieses ein Phänomen ist, das in der Kirche zunehmen wird. In den sozialen Medien und klerikalen chatrooms scheinen diese Priester, deren Gewissen ihnen sagt, daß das Evangelium und die Kirche die frühere pastorale Praxis vorziehen, sich wegen ihrer Möglichkeiten, in ihren Diözesen weiterzumachen, sehr unwohl fühlen. Es scheint, daß an manchen Orten Laien und Bischöfe frei ihrem Gewissen folgen können, aber Priester nicht.

Die Folge für Priester, die darauf bestehen, ihrem Gewissen zu folgen, ist, daß sie eine Diözese finden müssen, wo der Bischof solche Priester mit einem solchen Gewissen zuläßt oder toleriert.

In der Vergangenheit führte das Gewissen Priester in die Arena, zum Galgen oder ins Konzentrationslager und ein Bischof und die, die mit ihrer Ausbildung befaßten, waren besorgt, das Gewissen zu schärfen, nicht es einzuebnen.
Und ein e-Freund Priester sagte vor kurzem: "sie wollen uns außerhalb der Kirche haben" - das ist vermutlich eine Überreaktion, aber es gibt offenbar Diözesen, wie in Malta, wo die Türen der Seminare offen stehen - wohl ebenso wie die Tore der Diözesen, wo andere Bischöfe kritischen Katholiken sagten, sie sollten fernbleiben und wo die Folgen für Priester, deren Gewissen empfindlich ist, beängstigend sind.

So beginnt wahrscheinlich ein Schisma. "Alten" Gläubigen wird einfach gesagt, sie sollten weggehen oder sie seien unwillkommen. Das Problem ist, daß die "alten" Gläubigen so oft die jungen sind, nicht die Männer und Frauen der 1970-er. Auch nur einen ihrer jüngeren Priester zu verlieren, ist für eine Diözese in Europa oder in den USA eine ziemliche Katastrophe."

Quelle: marymagdalenblog, Fr.R. Blake

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Fundstück - Besuch aus der Heimat

Wir bedanken uns bei unserer Leserin Schwester M. Anke Junker, die uns gerade eine große Freude gemacht hat.
Das geben wir natürlich gerne weiter:

Auf der Webseite des Bistums Passau berichtet Bischof Stefan Oster über seinen Besuch bei Benedikt XVI. Er besuchte ihn, zusammen mit Peter Seewald, um ihm ein Buch zu überreichen, das das Bistum Passau zusammen mit Peter Seewald herausgegeben hat.
Hier geht's zur Seite des Bistums ... die nicht nur den kurzen Beitrag des Bischofs enthält, sondern auch ein paar sehr schöne Bilder. Es lohnt sich, hinzuschauen.

... und die Bilder haben inzwischen auch schon ihren Weg in die italienische twitter-Welt gefunden. Deshalb unser Tweet zum Tage:

Kann Scalfari den Papst dazu überreden, Blaise Pascal selig zu sprechen?

Darüber denkt Sandro Magister bei Settimo Cielo nach und läßt den großen französischen Philosophen und Mathematiker zum Thema Jesuiten & Kasuistik selbst zu Wort kommen,
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"DER WENDEPUNKT FÜR EINEN JESUITEN-PAPST: PASCAL DEN ERZFEIND, SELIG SPRECHEN"

"Im Vorwort für ein Buch, das acht seiner Interviews präsentiert und gerade in den Buchläden erhältlich ist, hat Franziskus den Schleier von einigen ziemlich interessanten Dingen gelüftet.

An einem bestimmte Punkt schreibt der Papst:
"Manchmal habe ich in meinen Interviews selbst bei denen, die sagen, sie seien sehr weit vom Glauben entfernt- große Intelligenz und Bildung festgestellt. Und manchmal sogar- in bestimmten Fällen- die Fähigkeit, sich selbst durch die "Berührung" Pascals berühren zu lassen. das bewegt mich und ich schätze das sehr.

Das erste ist in Wirklichkeit eher eine Bestätigung als eine Offenbarung- Es ist die liebevolle Wertschätzung für Eugenio Scalfari, Gründer der "Repubblicca". Er ist in der Tat der Interviewer, der sehr weit vom Gauben entfernt ist- auf den sich Franziskus bezieht.

Die beiden Männer treffen sich zweimal jährlich in Santa Marta und es ist fast immer der Papst, der seinen Freund einlädt. Die Unterhaltung findet statt, ohne daß Scalfari irgendetwas davon aufnimmt. Und in den folgenden Tagen veröffentlicht er einen Bericht und hält sich dabei an die folgenden Kriterien-wie er einmal vor der ausländischen Presse in Rom erklärte, als er die Worte wiedergab, die er am Ende ihres ersten Gesprächs dem Papst gesagt hatte:

    "Ich werde einen Bericht vom Dialog so rekonstruieren, daß alle ihn verstehen können. Einige
    Dinge, die Sie zu mir zu gesagt haben, werde ich nicht wiedergeben. Und einige der Dinge, die ich
    Ihnen zuschreibe, haben Sie nicht gesagt, aber ich werde sie so darstellen, daß der Leser verstehen
    kann, wer Sie sind."

Folge dieser Freiheit bei der Transskription ist, daß Scalfari Franziskus nicht wenige
"Revolutionen" selbstsicher zugeschrieben hat, wie die letzte -die Abschaffung von Hölle,
Fegefeuer und Himmel, Ohne daß der Papst je gefühlt hätte, es sei seine Pflicht irgendetwar zu
korrigieren oder zu dementieren.

Das Zweite von dem Franziskus den Schleier gelüftet hat, betrifft den Französischen Mathematiker,
Philosophen und Mann des Glaubens aus dem 17. Jahrhundert - Blaise Pascal.
Der Papst schreibt, daß ihm gefällt, wie Scalfari sich von der "Berührung" Pascals hat berühren
lassen".

Tatsächlich hat Scalfari während ihres letzten Gesprächs im vergangenen Sommer den Papst gebeten, Pascal selig zu sprechen und außerdem die Exkommunikation des anderen großen Philosophen des 17. Jahrhunderts, Baruch Spinozas, aufzuheben und leidenschaftlich für diese Bitte argumentiert.

Während Franziskus die Spinoza-Idee fallen gelassen hat, stimmte er bei Pascal zu- wie Scalfari berichtet, mit diesen Worten:

    "Lieber Freund, in diesem Fall haben Sie völlig Recht.: ich denke auch, daß er die Seligsprechung
    verdient. Ich plane, herauszufinden, was da getan werden muß und die Mitglieder der Vatican-
    Ämter, die für diese Fragen zuständig sind, nach ihrer Meinung fragen - zusammen mit meiner
    persönlichen und positiven Überzeugung."

Ob diesen Worten Taten folgen werden, wird man sehen. Aber es würde schon Aufsehen erregen, wenn der, der Pascal, der dieses Meisterwerk gegen die Jesuiten "Les Provinciales" geschrieben hat, selig spricht, kein anderer sein sollte als der erste Jesuiten-Papst in der Geschichte.

"Les Provenciales" sind tatsächlich Briefe, die Pascal an einen Freund schrieb, um ihm über die Unterhaltungen mit Jesuiten-Patres zu berichten, deren Kasuistik und Laschheit in Moraltheologie er
unter vernichtendes Feuer nahm.

Hier folgt eine Passage aus dem sechsten, am 10. April 1656 datierten Brief.
Er ist Jahrhunderte alt aber immer noch aktuell.

"Menschen die vorher gesündigt haben, sündigen jetzt nicht mehr"
von Blaise Pascal

"Wie nützlich diese Möglichkeiten sind! Ich wußte nicht, warum Sie soviel Mühe darauf verwendet haben, um festzustellen, daß ein einzelner Doktor- wenn auch ein ernsthafter- eine Meinung glaubhaft machen kann, und auch, daß das Gegenteil wahr sein kann, und daß man deshalb entscheiden kann, was das pro und was das contra ist, wie es einem gefällt, auch noch wenn man nicht glaubt, daß es wahr ist und das mit soviel Sicherheit des Gewissens, daß ein Beichtvater, der sich weigert, dem Glauben dieser Kasuistiker die Absolution zu erteilen, im Stand der Verdammung wäre: wie soll man verstehen, daß ein einzelner Kasuistiker nach Belieben neue Moralregeln aufstellen kann und alles abschaffen kann, was nach seiner Phantasie das Moralverhalten betrifft?

Man muß dem, was Sie sagen, sagte mir der Pater, eine kleine Änderung hinzufügen. Merken Sie sich das gut. Dieses ist unsere Methode, in der Sie den Fortschritt einer neuen Meinung sehen werden, von ihrem Anfang bis zu ihrer Reife. 
Zunächst präsentiert der ernsthafte Doktor, der sie erfunden hat, sie der Welt und streut sie wie Samen aus, damit sie Wurzeln bildet. Noch ist sie schwach in diesem Zustand, aber die Zeit muß sie Stück für Stück reifen lassen. Und deshalb sagt Diana,die mehrere eingeführt hat, an einer Stelle: "Ich unterstütze diese Meinung, aber weil sie neu ist, lasse ich ihr Zeit zu reifen "relinquo tempori maturandum". In wenigen Jahren- sieht man deshalb, wie sie unmerklich stärker wird; und nach einer erheblichen Zeit erweist sie sich als durch die schweigende Approbation durch die Kirche autorisiert- nach dieser großen Maxime von Père Bauny: "wenn eine Ansicht von einigen Kasuistikern vorgeschlagen wird und die Kirche ihr kaum widerspricht, ist das ein Zeugnis dafür, daß sie ihr zustimmt."

Und mein Vater- schrie ich- wird die Kirche in dieser Beziehung allen Mißbräuchen, die sie erleidet, allen Irrtümern in den Bücher, die sie kaum zensiert, zustimmen?

Streiten Sie gegen Père Bauny -sagte er mit. Ich erzähle Ihnen eine Geschichte und Sie fordern mich heraus. Man darf nie eine Tatsache bestreiten. Ich sagte Ihnen also, daß wenn die Zeit eine Meinung so hat reifen lassen, dann ist sie ganz und gar wahrscheinlich und sicher. Und daher kommt es, daß der gelehrte Caramuel in dem Brief, in dem er Diana seine Fundamentaltheologie schickt, sagt, daß dieser große Diana mehrere Meinungen wahrscheinlich gemacht hat, die es vorher nicht waren- quae antea non erant: und das man deshalb nicht mehr sündigt, wenn man ihnen folgt, während man vorher sündigte: iam non peccant licet ante peccaverint."

In Wahrheit, mein Vater, sagte ich ihm, kann man gut von Ihren Doktoren profitieren.Was!
Von zwei Personen, die die selben Dinge tun, sündigt der, der ihre Doktrin nicht kennt, und der, der sie kennt, sündigt nicht! Sie ist also sowohl Instruktion als auch Rechtfertigung? 
Das Gesetz Gottes machte die Frevler- sagt der Hl. Paulus; dieses hier macht, daß es fast nur Unschuldige gibt. Ich flehe Sie an, mein Vater, mich gut zu belehren; ich werde nicht gehen, bevor Sie mir nicht die Hauptmaximen erklärt haben, die Ihre Kasuistiker festgelegt haben.

"Leider ! sagt mir der Pater, es wäre unser Hauptziel gewesen, keine neuen Maximen zu etablieren außer denen des Evangeliums in ihrer ganzen Ernsthaftigkeit; und man sieht das zur Genüge  an den Regeln für unsere Sitten, daß wenn wir einige Lockerungen bei den anderen erleiden, das eher durch Herablassung als durch einen Plan geschieht.  Wir werden dazu gezwungen. Die Menschen sind heute so korrumpiert, daß wenn wir sie nicht dazu bringen können, zu uns zu kommen, wir zu ihnen gehen müssen, sonst würden sie uns verlassen, und sie würden Schlimmeres tun, sie würden sich ganz und gar aufgeben.
Und um sie zurückzuhalten, haben wir Kasuistiker die Laster überdacht, denen man unter allen Bedingungen am ehesten zuneigt, um dann weiche Maximen zu etablieren, ohne die Wahrheit zu verlassen, so daß es schwierig würde, mit ihnen nicht zufrieden zu sein.;
weil das Hauptziel unserer Gesellschaft das Wohl der Religion ist und niemanden zurückzuweisen, wer es auch sei, um die Welt nicht verzweifeln zu lassen. Wir haben also Maximen für alle Arten von Menschen erstellt,  für die Wohltäter. die Priester, die Geweihten, für die Adeligen, die Diener, die Reichen, für die, die Erfolg haben, die, deren Geschäft schlecht geht, für die, die in Armut leben, für die geweihten Frauen, für die, die es nicht sind, für die Verheirateten, die Irregulären. Schließlich ist nichts ihrer Aufmerksamkeit entgangen."

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Tweet zum Tage


Marco Tosatti: "Kardinal Sarah hat keine Angst, zu kämpfen, auch wenn er allein ist."


Marco Tosatti  hat sich bei La Nuova Bussola Quotidiana Gedanken über den Umgang des Pontifex und seiner Entourage mit Kardinal Sarah gemacht.
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"SARAH ISOLIERT UND GEDEMÜTIGT, ABER ER 
KÄMPFT ALLEIN"
Jetzt, wo Kardinal Gerhard Müller nicht mehr Präfekt der Glaubenskongregation ist, ist das neue Hauptziel der Gruppe der Mächtigen, die um den regierenden Pontifex herum agieren, Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgie-Kongregation.
In den vergangenen Tagen hat der Pontifex Kardinal Sarah einen Korrektur-Brief geschrieben, als Antwort auf eine Notiz, die Kardinal Sarah ihm hatte zukommen lassen und die von einigen Massenmedien in Italien, Frankreich und Spanien veröffentlicht wurde.

Das Motiv dieses Wettkampfes was Folgendes. Der Pontifex hat das Motu Proprio "Magnum Principium" promulgiert, mit dem er den einzelnen Bischofskonferenzen erlaubt, eigene Übersetzungen der heiligen und liturgischen Texte zu erstellen. Rom sollte nur die Aufgabe haben, diese Übersetzungen zu ratifizieren und nicht ihre Treue zum Originaltext zu überprüfen.
Auf diese Weise würden einige mächtige Bischofskonferenzen -ohne die Kontrolle durch Rom- wie die deutsche- mehr Macht erlangen.
Kardinal Sarah hat mit seinem Brief an den Pontifex versucht, diese Unabhängigkeit zu begrenzen;
der Papst hat ihm öffentlich geantwortet, daß es nicht so ist, daß die Bischofskonferenzen die Freiheit und Verantwortung haben und das von Rom lediglich eine vage Ratifizierung erwartet wird.

Das ist sicher eine Ohrfeige für Kardinal Sarah. Aber nicht nur für ihn,; auch für Benedikt XVI, der die Reform der liturgischen Reform, die dem II.Vaticanischen Konzil folgte und immer noch sehr kritisiert wird, auf den Weg bringen wollte und auch für Johannes Paul II, der 2001 das Dokument "Litrugiam Authenticam" veröffentlichte, das jetzt vom Motu Proprio Magnum Principium verleugnet wird.


Kardinal Sarah & seine correctio "paternalis" durch den Papst

Steve Skojec kommentiert bei OnePeterFive den offenen Brief des Papstes an Kardinal Sarah.
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"KARDINAL SARAH WIRD BEI  DEN VERÄNDERUNGEN DER LITURGIE VON PAPST FRANZISKUS ÖFFENTLICH WIDERLEGT"

"In einem neuen offenen Brief, in dem er die Punkte, die Kardinal Sarah, Präfekt der Liturgie-und Sakramentenkongregation angemerkg hatte,  zurückweist har Papst Franziskus klargemacht, daß er dem Kommentar des Afrikanischen Kardinals zu seinem jüngsten Motu Proprio Magnum Principium nicht einverstanden ist. Dieses öffentliche "Ausrufen" des Kardinals, der für die Aufsicht über die Liturgie der Kirche zuständig ist, wird von einigen progressiven Elementen in der Kirche als Maßregelung gefeiert, die dann zu Rufen nach einem Rücktritt Sarahs führte.

In meiner eigenen Analyse von Magnum Principium habe ich argumentiert, daß die Delegierung der liturgischen Übersetzungen an die Bischofskonferenzen die Antithese zu einer authentischen liturgischen Entwciklung ist und eine vorsätzliche Balkanisierung der "ordentlichen Form der Liturgie der Kirche" darstellt, die sie zweifellos weiter schwächen wird.
In der Essenz stellt Magnum Primum da, wo Quo Primum die Liturgie des Lateinischen Ritus geeint und standardisiert hat- den liturgischen Turmbau-zu-Babel-Moment dar.
Ich habe auch über das Fehlen der Unterschrift Kardinal Sarahs unter dem Dokument spekuliert, das statt dessen die des Sekretärs der Kongregation, Erzbischofs Arthur Roche trägt:

      Ich weiß nicht, ob es eine Standardpraxis für den Sekretär der Liturgiekongregation ist, einem 
      Motu Proprio eine erklärende Note hizuzufügen, aber der Name des Präfekteb dieser 
      Kongregation - Kardinal Robert Sarah ist wegen seiner Abwesenheit verdächtig.
      Und es ist schwer, sich nicht zu fragen, ob das so ist, weil er nichts mit dem Inhalt zu tun haben
      will.

Eine Geschichte bon Associated Press zum Summorum Pontificum Kongress- eine Woche nach der Veröffentlichung des Motu Proprio - publiziert, bietet einen anderen Grund für die fehlende Unterschrift an, und behauptet, daß Kardinal Sarah von seinem Vertreter"- Erbischof Roche,an den Rand gedrängt wurde", der die Erklärungsnotiz zu Franziskus´ neuem Gesetz unterschrieben hat, der den Bischofskonferenzen das letzte Wort bei Messetextübersetzungen zuerkennt- und nicht Sarahs Amt.

In einem früher in diesem Monat auf mehreren websites in verschiedenen Sprachen veröffentlichten Kommentar, schien Kardinal Sarah seine Autortität zu versichern, während er die Interpretation von Magnum Principium als eine uneingeschränkte Gelegenheit zur Denzentralisierung der Messe mit verschiedenen regionalen Texten. Edward Pentin vom national Catholic Register hat geschrieben, daß Sarahs Kommentar die Wirkung hatte, "den Gläubigen zu versichern, daß der Vatican damit fortfahren wird, jede Veränderung oder neue liturgische Texte abzusichern, um sicherzustellen, daß sie dem originalen Latein treu bleiben". Pentin stellte auch fest, daß Kardinal Sarah versicherte, daß "der autoritätive Text" für liturgische Übersetzungen "Liturgiam Authenticam" bleibt, eine Instruktion, die 2001 von der Kongregation für Gottesdienst formuliert wurde, deren Absicht es war, "so weit wie möglich" sicher zu stellen, daß die Texte aus dem originalen Latein " als Ganzes und mit größter Genauigkeit übersetzt werden müssen."


Dienstag, 24. Oktober 2017

Rorate Caeli kommentiert die correctio "paternalis" die Papst Franziskus Kardinal Sarah öffentlich hat angedeihen lassen und welche Folgen die Neuerungen,  die das Motu Proprio "Magnum Principium" für die Einheit der Messetexte haben wird.
Hier geht´s zum Original:  klicken 

                        "FRANZISKUS VERSUS SARAH"
"Antworten und Kommentare ...oder nicht....von einem Papst sind selten zufällig  Als vier Kardinäle Papst Franziskus baten, die Pro-Scheidungssprache in Amoris Laetita klarzustellen, wurden die Fragen so lange ignoriert, daß die Hälfte der Kardinäle inzwischen verstorben sind. Die verbliebenen zwei warten weiterhin auf eine Antwort.

Wenn Franziskus aber eine Mission hat, bekommt alles (oder jeder) der im Weg steht,es mit dem demütigsten, barmherzigsten und nicht urteilenden Papst der Geschichte zu tun.

Das jüngste Beispiel dafür ist Magnum Principium, sein Motu Proprio um die Übersetzungen des novus ordo in die Hände der Bischofskonferenzen zu werfen anstatt unter die Autorität des Apostolischen Stuhls.
Offensichtlich ist das "und mit deinem Geiste" für den Durchschnittskatholiken zu schwer zu verstehen und " damit die Erneuerung des gesamten liturgischen Lebens weitergehen kann" werden sich die Übersetzungen des novus ordo von Land zu Land unterscheiden, ohne die Gefahr, daß jemand im Vatican sein veto einlegen kann "und auch mit dir" wie die englische Überetzung des "et cum spiritu tuo" lauten wird.
Zurück in die 70-er Jahre gehet der novus ordo.

Robert Kardinal Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation und Sakramentendisziplin hat einen Kommentar zum motu proprio verfaßt, und dabei versucht, die Liberalisierung des Papstes als begrenzte Aktion zu interpretieren, bei der das Amt des der Tradition zugeneigte Kardinals im wesentlichen die Kontrolle über die liturgischen Übersetzungen behalten würde.
Nur Tage später ließ Papst Franziskus wissen, daß die Macht Kardinal Sarahs tatschlich usurpiert werden wird und ging dabei so weit, Sarah zu sagen, er solle jeden, mit dem er in Verbindung gestanden hat, von Franziskus´ Willen unterrichten.

Jetzt, wo sich Papst Franziskus offensichtlich sehr für das liturgische Gesetz interessiert, steht Rorate zu einer Maßregelung jedes Prälaten, der die ernsteren Direktiven zur Messe ignoriert hat. Bis dahin, ist man frei, die Sonntagspflicht um 2:30 samstags in einer Kathedrale zu erfüllen und dabei alles das zu tragen, was einem gefällt- ohne jede Angst ermahnt zu werden, das anzubieten, was bisher als pontifikale Messe bekannt war.

Wie so viele andere Aktionen während dieses Pintifikates wird der Franziskus-Effekt weiterhin für das gute Geschäft der örtlichen Gemeinde mit der traditionellen Lateinischen Messe sorgen.

Quelle: Rorate Caeli

Montag, 23. Oktober 2017

Tweet zum Tage

Während der Predigt des Hl. Johannes Pauls II auf dem Siegesplatz in Warschau 1979 -in der er sagte, man könne Christus nicht aus dem Leben ausschließen-auch in kommunistischen Staaten nicht, begannen die Gläubigen spontan "Christus vincit" zu singen.

Heute vor 61 Jahren

am 23.Oktober 1956 begann in Ungarn der Aufstand gegen die sowjetische Besatzungsmacht
zum musikalischen Symbol für diesen mutigen Aufstand gegen die Großmacht wurde L.v.Beethovens Egmont-Ouvertüre


        

Marco Tosatti kommentiert Instruktionen einer italienischen Gemeinde zur Kommunion

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae den Flyer mit Instruktionen zum Empfang der Kommunion, den eine norditalienische Gemeinde verteilt hat.
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"EIN FALTBLATT ZUR KOMMUNION. IN DEN MUND? IN DIE HAND? UND WARUM NUR IM STEHEN WIE DIE PFERDE?"

"Ein Freund aus einer Stadt in Norditalien hat mir einen schönen, in seiner Gemeine gedruckte Flyer mit Instruktionen für die Kommunion geschickt. Ich weiß nicht, ob es sich um eine Veröffentlichung der Diözesan oder um eine Initiative auf unterer Ebene handelt.
Unter anderem wird gesagt, daß "die Italienische Kirche seit einigen Jahren den alten Brauch, die Communiuon in die Hand zu empfangen, weitergegeben hat."
Das bedeutet nicht, daß der Brauch der Mundkommunion abgeschafft worden ist. Tatsächlich zieht ein Teil der Gläubigen es vor, sie so empfangen.
Die Handkommunion scheint heute der Geste Jesu beim letzten Abendmahl eher zu entsprechen.
Er brach das Brot und gab es seinen Jüngern, damit sie es essen sollten.
Viel später überwog dann wieder der Gedanke, daß man das eucharistische Brot weder berühren noch kauen durfte. In diesem Sinn ist deshalb die Kommunion in die Hand sprechender und  bedeutender, wenn sie richtig ausgeführt wurde."

Wie Sie wissen, ist der, der das schreibt, weder ein weiser Mann noch ein Gelehrter, der alles akzeptiert, was ihm gesagt wird. Aber trotzdem möchte ich gern einige kleine Bemerkungen dazu machen. Besonders wo gesagt wird, daß man "kein Kreuzeszeichen, keine Verbeugung oder Kniebeuge machen muß, weder vorher noch nachher. Und warum?
Jeder soll diesen Augenblick - der kein banaler Moment ist- auf seine Weise erleben und mir scheint nicht, daß eine Verbeugung - als Zeichen des Respekts- oder eine Kniebeuge, nachdem man die Hostie empfangen hat, oder ein Kreuzeszeichen etwas anderes sind, als der Ausdruck der Bewegung des Herzens gegenüber der Heiligkeit dieses Augenblicks.

In den Instruktionen findet sich kein Hinweis auf den Brauch- der in vielen Ländern noch lebt- die Hostie knieend zu empfangen. Und auch das klingt schlecht für mich, muß ich zugeben.
Auch weil wir in der Körpersprache- die sehr wichtig ist- sehen, daß das Knien ein Zeichen tiefen Respekts ist.
Die Proskinese des orientalischen Christentums, die Stellung der Gläubigen des Islams, die verschiedenen Formen des Kniens in den östlichen Religionen, drücken auch etwas sehr Wahres und Tiefes in der Beziehung mit dem Göttlichen aus. Warum sich berauben und den zentralen Augenblick der Messe und vielleicht der Woche  für die, die glauben, auf eine Geste am Selbstbedienungsbufett reduzieren?


"Europa neu denken" dazu lädt der Vatican ein

Andrea Gagliarducci in Monday in the Vatican
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       "PAPST FRANZISKUS (UND DER VATICAN) DENKEN EUROPA NEU"
"Um bei einer Dialog-Plattform "Europa neu zu denken" und in die Zukunft zu schauen und um zu verstehen, wie Europa neu gedacht werden kann,  werden sich Ende der Woche Parlamentsmitglieder, Bischöfe und Diplomaten im Vatican treffen. Das ist ein wichtiges Ereignis- nicht nur weil Papst Franziskus Schlüsse daraus ziehen wird. Es ist wichtig, über dieses Ereignis hinauszuschauen und zu verstehen, warum die Europäische Kirche so wichtig für die Katholische Kirche ist.

Die Zeiten, in denen Diskussionen über die Christlichen Wurzeln Europas die Schlagzeilen eroberten scheinen weit in der Vergangenheit zu liegen. Zu der Zeit wurde der Entwurf einer europäischen Verfassung diskutiert und die Katholische Kirche bezog Stellung, indem sie das unterstrich, was offensichtlich war: daß die Christliche Kultur Erschafferin von Gemeinschaften ist und die Europäer können beaupten, daß sie nur dank dieser Gemeinschaften, die ein gemeinsames Erbe-bestehend aus Kirchen, Glaube, Erziehung und Liebe zu den Ärmsten und Ausgegrenzten teilen, etwas gemeinsam haben.
An vorderster Front dieses kulturellen Kampfes waren der Hl. Johannes Paul II und Kardinal Joseph Ratzinger. Ein Vortrag, den Letzterer am Vorabend des Todes des polnischen Papstes in Subiaco hielt, stellte fest, daß das eines derr Hauptziele der Kirche war und gewann Ratzinger die Stimmen der letzten unentschlossenen Kardinäle beim Konklave, das ihn zum Papst wählte.

Mehr als 10 Jahre später hat sich alles verändert. Europa ist 60 geworden, aber die europäischen Ziele haben sich von der Kulturdebatte entfernt. Während der letzten Jahre waren Wirtschaft und Politik die Hauptthemen der Diskussion, während die Europäischen Wurzeln und Identitäten der Völker völlig im Dunkeln lagen. Die Säkularisation hat alles eingeebnet, während Religionen in der öffentlichen Arena marginalisiert zu werden scheinen.
Anscheinend hat die Kirche selbst entschieden, anderswohin zu schauen, lieber zu den Plätzen der ersten Evangelisierung als auf die der Neuevangelisierung.
Die Wahl von Papst Franziskus 2013 , also die Wahl eines Papstes aus Argentinien, hat gezeigt, daß das die neue Zugehensweise war.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Correctio "Paternalis" ....eine weitere Revolution des aktuellen Pontifikates? Und ein päpstlicher Brief.

Riccardo Cascioli kommentiert den Brief, den Papst Franziskus La Nuova Bussola Quotidiana geschickt hat - eine "correctio paternalis" für Kardinal Sarahs Interpretation des neuen Motu Proprio -
und ihre möglichen Folgen für das Leben der Kirche.
Hier geht´s zum Original:  klicken

  "LITURGIE: "CORRECTIO PATERNALIS" DES PAPSTES AN KARDINAL SARAH"
"Kardinal Sarahs Interpretation des motu proprio "Magnum Principium" ist nicht richtig: Sinn des päpstlichen Dokumentes ist genau der, den Bischofskonferenzen für die liturgischen Übersetzungen diese große Autonomie und dieses Vertrauen zuzugestehen, die Kardinal Sarah gern begrenzen würde.

Das sagt Papst Franziskus selber in einem selbst verfaßen, an den Präfekten der Liturgie-und Sakramenten-Kongregation, Kardinal Sarah, adressierten Brief, den wir hier auf ausdrückliche Bitte des Papstes als Ganzes wiedergeben.
Es ist in der Tat La Nuova Bussola Quotidiana, die am 12. Oktober die Notiz von Kardinal Sarah veröffentlicht hat, die - anhand bereits formulierter Reaktionen - eine korrekte Interpretation des Motu Proprio anbot.

Die Geste des Papstes, der La Nuova Bussola bittet, seinen Brief zu veröffentlichen, nachdem sie den Kommentar von Kardinal Sarah publiziert hatte, ist präzedenzlos.
Und wegen der Fragen zu ihrem Grund, die wir erwähnen werden, sind wir sicherlich geehrt und dankbar für diese Aufmerksamkeit, mit der der Hl. Vater LaNuovaBussolaQuotidiana autorisiert, Gastgeber einer Diskussion zu sein, über Themen, die für das Leben der Kirche fundamental sind und deren Protagonist er gemeinsam mit einigen Kardinälen ist.

Kommen wit zum Thema der Kontroverse: diskutiert werden die Übersetzungen der liturgischen Texte, die in den verschiedenen Ländern im Gebrauch sind aus dem Lateinischen.
Die Übersetzungen (Fassungen und ev. Adaptationen) werden von den verschiedenen Bischofskonferenzen vorbereitet, die anschließend um die Approbation des Hl. Stuhles bitten.
Die Prüfung durch den Hl. Stuhl geschieht mit Hilfe zweier Instrumente: die confirmatio und die recognitio, die das Motu Proprio neu definieren will.

Hier die unterschiedlichen Interpretationen, die es in diesem Stadium gibt:
nach Kardinal Sarah  unterscheiden sich confirmatio und recognitio durch ihre Wirkung (die confirmatio ist nur die Übersetzung der typischen lateinischen Version; die recognitio fügt dem neue Texte und rituelle Veränderungen - offensichtlich nicht substantieller Art - hinzu) aber vom Gesichtspunkt der Verantwortlichkeit des Hl. Stuhls aus gesehen sind es zwei identische Akte.
Also ist in beiden Fällen auch eine detaillierte Analyse des Ganzen möglich und nötig: von neuen Texte, rituellen Modifikationen, Übersetzungen aus dem lateinischen Original.

Die Sorge Kardinal Sarahs als Präfekt der Liturgiekongregation ist offensichtlich:
die Einheit der Kirche auch in der Liturgie zu erhalten und dabei die Autonomie der Bischöfe aller Länder bei der Ausarbeitung der örtlichen Liturgie zu respektieren.

Hl. Johannes Paul II

Heute feiert die Kirche den Tag des Hl. Johannes Pauls II., den 39. Jahrestag seiner Inauguration
Es lohnt sich an diesem Tag noch einmal die Ansprache des Heiligen zu Beginn seines Pontifikates zu lesen. Hier geht´s zum Gesamtext in deutscher Übersetzung:  klicken


                                      ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II. 
AM BEGINN DES PONTIFIKATS
Sonntag, 22. Oktober 1978
»Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes« (Mt 16,16).
Diese Worte hat Simon, der Sohn des Jona, in der Gegend von Cäsarea Philippi ausgerufen. Ja, er hat sie in seiner eigenen Sprache formuliert, aus einer tiefen, lebendigen und bewußten Überzeugung — und doch haben sie nicht in ihm ihre Quelle, ihren Ursprung, »… denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel« (Mt 16,17). Das waren Worte des Glaubens.
Sie bezeichnen den Anfang der Sendung Petri in der Heilsgeschichte, in der Geschichte des Gottesvolkes. Damit, beginnend mit diesem Glaubensbekenntnis, sollte die Geschichte unserer Erlösung und die des Gottesvolkes eine neue Dimension erhalten: die Entfaltung der historischen Dimension der Kirche. (...)

2. Heute und an dieser Stelle müssen wir dieselben Worte von neuem aussprechen und hören: »Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.«


"Ja, liebe Brüder, Söhne und Töchter, auf diese Worte kommt es an! 
(....)
– Ihr alle, die ihr schon das unschätzbare Glück des Glaubens habt, 
– ihr alle, die ihr Gott noch sucht, 
– und auch ihr, die ihr von Zweifeln geplagt seid: 
nehmt noch einmal — heute und an dieser Stelle — jene Worte in euch auf, die Petrus ausgerufen hat. Diese Worte enthalten den Glauben der Kirche. In ihnen ist die neue Wahrheit, ja sogar die letzte und endgültige Wahrheit vom Menschen enthalten: Sohn des lebendigen Gottes. »Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!«
(...)

Die Ansprache endet mit dem Satz: " Helft mir, daß ich euch zu dienen vermag! Amen."

Quelle La Santa Sede, LEV
     

Die Correctio Filialis und ihre Folgen Up-date


Up-date: Wie die Universität Benedikt XVI Heiligenkreuz mitteilte, ist Professor Stark nicht entlassen worden.
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"21. Okt. 2017: Noch eine Klarstellung"

"Die von einer Website verbreitete Nachricht, dass es – nach der unten veröffentlichten Klarstellung zu einem Gastprofessor – „Verwirrung im Stift Heiligenkreuz“ gäbe oder „dieser Gastprofessorentlassen worden sei“, ist schlichtweg falsch. Die kanonische Entlassung eines Professors fällt in die Kompetenz jener Einrichtung, an der er hauptamtlich lehrt. Es handelt sich um frei erfundene Fake-News, die selbst von einem hohen Grad von Verwirrung zeugen oder diese vielleicht sogar kirchenspalterisch hervorrufen wollen."
+ Abt Dr. Maximilian Heim OCist
Rektor Prof. P. Dr. Karl Wallner OCist


Anläßlich der Entlassung eines Unterzeichners der "Correctio filialis" schaut Steve Skojec bei OnePeterFive etwas genauer hin.
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"DIE VERFOLGUNG DER RECHTGLÄUBIGKEIT GEHT WEITER"

"Wir finden es auch hart" sagt Amoris Laetitia (37) "den Gewissen der Gläubigen Platz einzuräumen, die oft so gut sie können -innerhalb ihrer Grenzen-auf das Evangelium antworten und in komplexen Situationen ihre Unterscheidung treffen können."

Es ist in der Tat seltsam- daß unter endlosen kirchlichen Diskussionen  über "Barmherzigkeit" "Dialog" und dem Beharren darauf, daß wir kritische moralische Entscheidungen treffen können und sollten, jetzt die Einschränkungen der akademischen Freiheit zunehmend gegenüber derartigen Äußerungen des Gewissens immer größer werden.
Soll heißen, Restriktionen, die bei gut ausgebildeten, orthodoxewn Gelehrten angewandt werden, die- durch ihr Gewissen angetrieben- ihre Stimme gegen thologische Entwicklungen in der Kirche erheben, die sie beunruhigend finden.

Als der geschätzte Österreichische Philosoph Josef Seifert einen Artikel schrieb, in dem er die schädlichen logischen Konsequenzen für die Morallehre der Kirche zur Diskussion stellle, die -wie er glaubte- eine Folge von Amoris Laetitia sein würden, war die Antwort, die er von seinem Erzbischof Don Javier Martínez bekam, prompt und unbarmherzig.
Er wurde zum sofortigen Rücktritt vom Dietrich-von-Hildebrandt-Lehrstuhl bei der Internationalen Akademie für Philosophie in Granada, einem Posten, der für ihn  geschaffen worden war, gezwungen- ohne auch nur soviel wie ein persönliches Gespräch über diese Entscheidung.
In einem Artikel in First Things mit dem Titel: "Die Verfolgung der Orthodoxie"  berichtete Seifert, daß diese Disziplinierungs-Aktion ihm nie direkt mitgeteilt wurde sondern durch einige Hinweise in e-mails und Telefongesprächen und durch eine Gehaltsabrechnung."
Die Gehaltsabrechnung -sagte Seifert- war am selben Tag datiert wie die Pressemitteilung an die Welt.
"Wegen der ungeheuren Traurigkeit der Diözese" über seinen Artikel und beschuldigt -ohne jede Rechtfertigung- daß er die "Einheit der Katholischen Kirche geschädigt habe", "den Glauben der Gläubigen verwirrt" und schließlich "die Autorität des Papstes unterminiert" und "der Welt mehr gedient habe als der Kirche habe."

War es das, was in Amoris Laetitia (60) gemeint war, als der Papst vom "Blick Jesu" sprach und "wie Er auf die Frauen und Männer blickte, denen er [sic] mit Liebe und Zärtlichkeit begegnete, und ihre Schritte in Wahrheit, Geduld und Barmherzigkeit begleitetete, als er [sic] die Gebote des Königreiches Gottes verkündete."?

Es scheint nicht so.

Bischof Athanasius Schneider -sagte in einem Interview mit Dr. Maike Hickson für OnePeterFive- daß "die Strafmaßnahmen gegen Professor Seifert durch einen kirchlichen Amtsträger nicht nur ungerecht ist, sondern letztendlich eine Flucht vor der Wahrheit bedeutet."
Schneider war nicht allein mit seiner Kritik.
In kurzer Zeit häuften sich Statements von Katholischen Gelehrten, die diesen Schritt bemängelten.