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Freitag, 14. Februar 2020

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über den anglikanischen Theologen und Thomisten Eric Lionel Mascall, und Mitglied des zölibatären "Oratory of the Good Shepherd" und seine geistige Nähe zum Katholizismus
Hier geht´s zum Original:  klicken

Eric Mascall


Heute am 14. Februar ist der 27. Jahrestag des Todes von Eric Mascall, Priester und Gelehrter.
Fr. Aidan Nichols hat geschrieben, daß das Katholische Revival in der Church of England  im 20. Jahrhundert eine ausgewählte Reihe von gelehrten Patristikern und Theologen inspiriert hat.
...in solchen Zahlen, daß die orthodoxen Katholiken mit wenig Mühe die von der Katholischen Kirche "getrennten Kirchenlehrer" anerkennen können. Zu dieser auserwählten Schar zählt er auch Eric Mascall. Mascall war in der Tat einer der klügsten Köpfe beim Erkennen und in der Analyse der
Täuschungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ist es jetzt, nachdem die von Mascall repräsentierte Tradition formal und organisiert in den Ordinariaten in die volle Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri eingetreten ist, zu...aufdringlich..zu hoffen, daß unsere Mitkatholiken diese Personen als auch zu ihnen gehörend ansehen?
Genau so -wie ich sicher bin- daß sie uns nicht übelnehmen, daß ihre eigenen Heiligen und großen Männer jetzt auch unsere geworden sind....die Märtyrer des Elizabethanischen Zeitalters; Bischof Challoner und seine Mit-Bekenner?

Ist es das, was der Ausdruck "Einheit der Kirche" bedeutet?

Quelle: Fr. J.Hunwicke, liturgicalnotes

Samstag, 7. Dezember 2019

Hl. Ambrosius bitte für uns!

Heute feiert die Kirche das Fest des Hl. Ambrosius, Kirchenvater und Bischof von Mailand im 4. Jahrhundert. Papa emeritus Benedetto XVI hat ihn in einer seiner einer Katechesen anläßlich der Generalaudienz am 24. Oktober 2007 vorgestellt . Hier geht´s zum Gesamttext:  klicken
Hier ein Ausschnitt- Zitat:

Der Hl. Ambrosius

"(...) Es ist offensichtlich, daß das persönliche Zeugnis des Predigers und der Grad der Beispielhaftigkeit der christlichen Gemeinde die Wirksamkeit der Predigt bedingen. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Abschnitt aus den Bekenntnissen des hl. Augustinus von Bedeutung. Er war als Lehrer für Rhetorik nach Mailand gekommen; er war Skeptiker, kein Christ. 
Er war auf der Suche, aber nicht imstande, wirklich die christliche Wahrheit zu finden. Es waren nicht in erster Linie die schönen Predigten des Ambrosius (auch wenn sie von Augustinus geschätzt wurden), die das Herz des skeptischen und verzweifelten jungen afrikanischen Rhetors bewegten und ihn endgültig zur Bekehrung drängten. Es war vielmehr das Zeugnis des Bischofs und seiner mailändischen Kirche, die betete und sang, einig wie ein einziger Leib. 
Eine Kirche, die fähig war, den Anmaßungen des Kaisers und seiner Mutter zu widerstehen, die in den ersten Tagen des Jahres 386 erneut die Enteignung eines Kultgebäudes für die Zeremonien der Arianer verlangt hatten. In dem Gebäude, das beschlagnahmt werden sollte – so erzählt Augustinus – »hielt das fromme Volk Nachtwache, bereit, mit seinem Bischof zu sterben «. 
Dieses Zeugnis aus den »Bekenntnissen« ist wertvoll, da es andeutet, daß sich etwas im Inneren des Augustinus zu regen begann, der fortfährt: »Auch wir selbst, obgleich noch kalt und nicht von deinem Geist befeuert, wurden doch vom Bangen und von der Verwirrung der Stadt ergriffen« (Bekenntnisse 9,7)."  (....)
Quelle: La Santa Sede, LEV, Benedikt XVI

                           HEILIGER AMBROSIUS BITTE FÜR UNS!

Montag, 18. November 2019

Fr. Hunwicke spricht...

heute bei liturgicalnotes über das Päpstliche Lehramt in Zeiten der Krise.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DAS ZEITLICHE AUSSETZEN DES PÄPSTLICHEN LEHRAMTES" 

Kürzlich hatte ich schon einige Punkte zur Lehre des hl. John Henry Newman bezüglich des Lehramtes in Zeiten von Krise und Glaubensabfall angesprochen. Daraus könnte sich eine ganz praktische Frage ergeben: Sollten wir in unseren Predigten die Formulierung verwenden: „Wie
unser heiliger Vater Franziskus gesagt hat...“?

Ich habe von solchen Wendungen nie viel gehalten. Uns Leuten aus der anglikanischen Tradition liegt es näher, uns auf die heilige Schrift oder die Väter zu stützen. Wie oft wohl hat sich der hl. John Henry Newman einer Anspielung auf den letzten Merkspruch Pius‘ IX. bedient?
Ich kann mich an kein einziges Beispiel erinnern. Aber die Zeiten verändern sich, und im letzten Pontifikat hatte ich den Eindruck, daß vieles von dem was, Papa Ratzinger sagte, sich erfreulich väter-mäßig anhörte.

Könnte es etwas schaden, PF mit ein paar Worten zu zitieren, die für sich völlig rechtgläubig klingen?

Ich bin in diesen etwas kniffligen Fragen der Alltagsklugheit nicht unfehlbar. Aber ich habe den
Eindruck, daß es nicht ungefährlich ist, selbst die besten und orthodoxesten Aussagen von PF zu zitieren. Es besteht immer die Gefahr, daß man ohne es zu wollen an der Verbreitung des Eindrucks
mitwirkt, daß er ein zuverlässiger Vertreter des katholischen Glaubens wäre.

Und leider ist es inzwischen natürlich völlig offensichtlich, daß das weit entfernt von der Wahrheit ist. (Sollten wir ihn zukünftig vielleicht als Papst Liberius II. bezeichnen?)

Vielleicht sollten wir uns an der Art orientieren, in der Newman zu predigen pflegte: schlicht und bodenständig statt päpstlich und problematisierend!

Aber nicht an Dr. Pusey. Das wäre zu viel des patristischen Guten!

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

Und weil wohl- wie wir- die wenigsten unserer geneigten Lesen wirklich wissen, wer Dr. Pusey ist und wo und wie er gewirkt hat, fügen wir hier einige Informationen -unter dem Titel "Wer war Dr. Pusey?" hinzu: klicken


Donnerstag, 14. November 2019

Sandro Magisters Nachlese zur Amazonas-Synode

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die zu Ende gegangene Amazonas-Synode, die Pachamama-Kontroverse und die Katechese, in der Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 6. November, die Inkulturation des christlichen Glaubens in die heidnische Kultur durch den Hl. Apostel Paulus als Vorbild des Umgangs mit den heidnischen Symbolen während der Amazonas-Synode bezeichnete. Er fügt seinem Kommentar einen Text des Patristikers Leonardo Lugaresi über das Vorgehen des Hl. Paulus in Athen hinzu.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PACHAMAMA UND DIE GÖTTER DER ALTEN GRIECHEN. DIE ATHENER LEKTION DES HL. PAULUS"  

Die Amazonas-Synode ist abgeheftet, aber der Skandal, der ihren Verlauf begleitete, ist weit davon entfernt, überwunden zu sein.

Es war Papst Franziskus selber, der dieses "Zeichen des Widerspruchs" erzeugt hat, als er zuerst am 4. Oktober in den Vaticanischen Gärten als er bei den Niederwerfungen vor den Verbeugungen vor unidentifizierten Objekten der Verehrung, einschließlich einer hölzernen Statuette einer nackten, schwangeren Frau, anwesend war, die am folgenden Tag in einer Prozession in den Petersdom getragen wurde, und dann am 25. Oktober in der Synoden-Aula, als er die Statuette als Pachamama identifizierte- eine Inka-Gottheit- und gleichzeitig "idolatrische Absichten" leugnete- bis zu dem Punkt, eine "Aufstellung während der Hl. Messe zum Abschlusss der Synode zu erwägen."

Zwischen diesen beiden Alten während der der drei Wochen dauernden Synode weigerten sich die obersten Informationsmitarbeiter des Vaticans konstant, auf die wiederholten Bitten der internationalen Presse um Klarstellung zu antworten, während in einer nahegelegenen Kirche diese Statuetten weiterhin verehrt wurden- außer an den Tagen, wo sie von einem jungen österreichischen, von anti-idolatrischen Eifer erfüllten Katholiken- entfernt und in den Tiber geworfen worden waren.

Nach der Synode ging die Kontroverse weiter- auch zwischen Bischöfen und Kardinälen, wobei einige von ihnen sehr kritisch waren und andere dagegen, wie der österreichiscbh-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, soweit gingen, die Hoffnung auszudrücken, daß Pachamama in die Katholische Liturgie aufgenommen werde.


Samstag, 9. November 2019

Fr. Hunwicke spricht

-anläßlich des heutigen Weihetages der Papstkirche San Giovanni in Laterano, der Lateran-Basilika, bei liturgicalnotes über die frühe Ausbreitung des römischen Christentums in England und seinen Niedergang durch den Abfall von der Mutterkirche....und zitiert dazu den neuen Hl. John Henry Newman. Hier geht´s zum Original: klicken

          "DER HL. JOHN HENRY NEWMAN ÜBER DIE STINKENDE LEICHE" 
"Als der Hl. Augustinus nach Canterbury kam. baute er eine Kathedrale in honorem Sancti Salvatoris
mit anderen Worten- er gab ihr den gleichen Namen wie den der päpstlichen Kathedralkirche in Rom- der Lateran-Basilika, der Mutterkirche der Welt, deren Weihefest wir heute feiern.
Später, als Rom gerade die Basiliken der Hl. Petrus und Paulus bekommen hatte- außerhalb der Mauern, weil sie über den Friedhöfen gebaut wurden, wo die Apostel begraben wurden (Römische Begräbnis-Stätten lagen immer außerhalb der Stadtmauern) - mußte auch Canterbury ein Peter-und Paul-Kloster außerhalb der Stadtmauer haben, (vulgo das St. Augustin-Kloster) wo es Begräbnisse gab. Und als Äquivalent zu Santa Maria Maggiore in Rom gab es östlich von SS. Peter und Paul die Kirche Unserer Lieben Frau.

Nostalgie, Nostalgie. Das heutige Erinnern an die Weihe der Lateran-Basilika wird sicher mit den Tränen jener benetzt, die eine Anglikanische Religions-Ausbildung erhielten. Wir betrauern die Zerstörung der großen Ecclesia Anglicana , die von Anfang an ein Leuchtfeuer und Monument der Romanitas auf diesen feuchten und nebligen Inseln des Nordens war- zu einer Zeit als das Römische Christentum sich noch kaum über Rom hinaus ausgebreitet hatte.
Wie der Hl. John Henry es ausdrückte, Canterbury ist seinen Weg gegangen, und York ist gegangen, und Durham ist gegangen und Winchester ist gegangen. Es war bitter, sich von ihnen zu trennen. Wir hingen an der Vision vergangener Größe und glaubten nicht, sie könne zunichte werden....aber das lebenspendende Prinzip der Wahrheit, der Schatten von St. Peter, die Gnade des Erlösers, die Gnade des Erlösers hat sie verlassen. Diese alte Kirche ist zu einer Leiche geworden (eine wunderbare Veränderung!). und dann verseuchte sie die Luft, die sie einstmals erfrischte und belastet den Erdboden, den sie verschönerte.

Wie James Joyce es formulierte, war der H. John Henry ein wunderbarer Prosa-Stilist...Sie könnten sagen ein Stilist des Stilisten.

Nur er konnte damit davon kommen, die Kirche von England eine stinkende Leiche zu nennen, weil er es so elegant ausgedrückt hat."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke

 .

Freitag, 1. März 2019

Sandro Magister über den Begriff "Gottes Zorn" in Zeiten der Krise

Sandro Magister setzt sich bei Settimo Cielo mit dem Begriff "Zorn Gottes" auseinander.. den Papst Franziskus überraschend in seiner Abschlußrede beim vaticanischen Gipfeltreffen benutzt hat.
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"DER ZORN GOTTES IST NICHT TABU. DAS GIBT SOGAR PAPST FRANZISKUS ZU."

Während die Aufmerksamkeit durch das Unglück Kardinal George Pells gefesselt war, sollte man eine überraschende Passage der Rede, mit der Franziskus das Gipfeltreffen zum sexuellen Mißbrauch vom 21. -24. Februar nicht übergehen. Er sagte "in der berechtigten Wut der Menschen sieht die Kirche eine Spiegelung des Zornes Gottes."

Der "Zorn Gottes" wird in den Reden des aktuellen Papstes die eher ein unendlicher Strom der göttlichen Gnade sind, selten, sehr selten vorkommen.

Und stattd dessen hat er sich dieses mal auf dieses Gebiet gewagt, das nicht nur für ihn ein sehr beschwerliches Terrain ist sondern auch für die Menschheit aller Zeiten. Weil bereits für das philosophische Denken der Zeit Jesu - für Seneca und Cicero- der Zorn Gottes etwas Undenkbares und Unaussprechliches war. Und auch heute ist es ein fast universales Tabu.

So schrieb diesbezüglich der brillante Jesuit Jean Daniélou, den Papst Paul VI zum Kardinal machte,  in seinem Essay von 1953:
"Wenige andere Ausdrücke schmerzen bescheidene moderne Ohren mehr. Schon die Juden Alexandrias erröteten darüber vor den griechischen Philosophen und bemühten sich, dessen Bedeutung abzuschwächen. Heute erscheint es einer Simone Weil unerträglich, die, wie einst Marcione den Gott der Liebe des Neuen Testaments dem Gott des Zorns des Alten gegenüberstellt. Aber auch im Alten Testament findet man Liebe und im Neuen den Zorn. Wir müssen also die Dinge so akzeptieren, wie sie sind: Zorn ist eine der Einstellungen des biblischen Gottes. Und wir werden noch mehr sagen: Dieser anscheinend anthropomorphe Ausdruck ist vielleicht derjenige, der in seinem Kern die dichteste Ladung des Geheimnisses enthält und uns dabei hilft, tiefer in die göttliche Transzendenz einzudringen. "

Das ist eine Suche, die nach der wahren Meinung des "Zornes Gottes", die die Kirchenväter seit den ersten Jahrhunderten beschäftigte und es ist wichtig sich heute darauf zurück zu besinnen, weil der Ausdruck weiterhin skandalös ist. Das hat Leonardo Lugaresi, ein Spezialist für Kirchenväter und Professsor an der Universität Bologna in einem Aufsatz in einem Buch mehrerer Autoren "Krise und Erneuerung zwischen der klassischen Welt und dem antiken Christentum" getan, das 2015 von Angela Maria Mazzanti herausgegeben und von der Bononia University Press veröffentlicht wurde.


Dienstag, 14. August 2018

Eine neue Epoche in der Kirche?

Rorate Caeli kommentiert eine Äußerung, die ein Mitglied des magischesn Kreises von Papst Franziskus, Father T. Rosicka, in einem von der Nachrichtenagentur Zenit (up-date: die den Beitrag jetzt teilweise zurückgezogen hat) veröffentlichten Beitrag geschrieben hat.
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"MITGLIED DES INNEREN KREISES DES PAPSTES: "DIE KIRCHE IN EINER NEUEN PHASE,  JENSEITS VON SCHRIFT UND TRADITION"

"Bitte lesen Sie die folgenden Worte aus dem Artikel, den Fr. Thomas Rosicka, der kanadische Priester, der eines der englisch-sprechenden Hauptmitglieder des inneren Kreises von Fraanziskus ist, geschrieben und den die Nachrichtenagentur Zenit am 31. Juli veröffentlicht hat:

  "Papst Franziskus bricht mit der Katholischen Tradition so oft er will, weil er "frei ist von fehlgeordneten Bindungen. "Unsere Kirche ist tatsächlich in eine neue Phase eingetreten:
mit dem Erscheinen des ersten Jesuiten-Papstes wird sie eher von einem Einzelnen offen 
  regiert als durch die Autorität der Schift allein oder durch ihre eigenen Diktate aus Tradition plus Schrift."               

Das ist auf so vielen Ebenen erstaunlich, daß es schwer verdaulich ist: zuerst die Behauptung, daß diie Kirche angeblich in eine "neue Phase" eingetreten ist, geführt von dieser neuen Art eines post-christlichen messianischen Führer, einer Aer katholischen "Reverend Moon"; zum zweiten dieses erschreckende Zugeständnis, daß diese neue Art Führer einen tyrannischen Zugriff auf die Kirche hat, der völlig von der Schrift und der Tradition getrennt und unabhängig ist und über beide hinausgeht.

Lassen Sie uns dabin zurückgehen, was die Kirche heute über den Römischen Pontifex mit ihren ziemlich autoritären Worten im I. Vaticanum lehrt (Pastor aeternus):

Der Heilige Geist wurde den Nachfolgern Petri versprochen- nicht so, daß sie- durch diese Offenbarung- neue Doktrinen lehren könnten, sondern so, daß sie mit seiner Hilfe religiös und treu
das von den Aposteln übermittelte Glaubenserbe auslegen können. Tatsächlich wurde ihre apostolische Lehre von allen verehrenswürdigen Vätern angenommen und von allen Heiligen rechtgläubigen Lehrern verehrt und befolgt, weil sie sehr wohl wußten, daß dieser Stuhl Petri
immer von jedem Irrtum unbefleckt bleibt -in Übereinstimmung mit dem göttlichen Versprechen,
das Unser Herr und Erlöser dem Prinzen seiner Jünger gab: "Ich habe für dich gebetet, daß du nicht
scheitern mögest; und wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder."


                                                      *     *     *     *     *

Der Heilige Papsr Pius X hat die Kirche angemessen gewarnt:

Aber für Katholiken wird das zweite Konzil on Nicäa immer Gesetzeskraft haben, wo es jene ver-
dammt, die es nach der unfrommen Art der Ketzer wagen, von den kirchlichen Traditionen abzu-
weichen, irgendwelche Neuigkeiten zu erfinden.....oder eine der rechtmäßigen Traditionen der
Katholischen Kirche durch Bosheit oder Handwerk umzustoßen; und Katholiken werden auch das
Bekenntnis des vierten Konzils von Konstantinopel als Gesetz anerkennen: Wir bekennen hiermit
die Regeln, die der Heiligen und Apostolischen Kirche durch die Heiligen und erlauchten Apostel,
göttlichen Interpreten, die Väter und Lehrer der Kirche vermacht wurden zu bewahren und zu h hüten. Weshalb die Römischen Pontifices Pius IV und Pius IX die Einfügung folgender Erklärung in das Glaubensbekenntnisses anordneten:
"Ich anerkenne und akzeptiere entschieden die apostolischen und krichlichen Traditionen und andere Gebote und Konstitutionen der Kirche."

Hl. Pius X
Pascendi Dominici Gregis, 42

Quelle: Rorate Caeli
  

Montag, 19. Februar 2018

Als Christ in einer nichtchristlichen Welt leben- in der Spätantike und jetzt: ein Vergleich-...Fortsetzung


Natürlich gab es am Ende des 3. Jahrhunderts mit dem Mönchstum in der kirchlichen Praxis eine Form einer Entfremdung von der "polis" und der Wahl der "Wüste", die sich dann als die dritte Option präsentieren sollte. Das aber betrifft eine elitäre Gruppe von Individuen und ist eher eine kritische Selbstdistanzierung als ein Verlassen der Stadt.
Der Mönch verläßt tatsächlich das städtische soziale Umfeld, hält aber eine sehr intensive und enge Beziehung zu ihr aufrecht, weil er die Beziehung zu anderen Christen behält, "die in der Welt bleiben" und macht aus seinem Eremiten-Leben einen Maßstab zu alle jene, die weiterhin im städtischen Raum leben.

Aber es gibt noch eine vierte Art der Beziehung, die eine Minderheitsgruppe mit der Welt, die sie umgibt und "belagert", haben kann und sie besteht darin, in eine sehr kritische Beziehung einzutreten und -kraft der Fähigkeit dieser Gruppe zur Aufrechterhaltung von Solidität und Konsistenz des Verhaltens bezüglich der so gewonnenen Urteile- einen kulturellen Einfluss auf eine Gesellschaft auszuüben, der auf lange Sicht, die allgemeine Ordnung in eine Krise bringen kann.

Die fundamentale Frage, die wir uns stellen sollten, ist deshalb nicht: "Wie haben die Christen das Römische Imperium erobert?" sondern eher "Wie haben sie als Christen in einer völlig unchristlichen Welt gelebt?" das heißt in einer Welt, die von ihnen als fremd und feindlich gegenüber Christus wahrgenommen wurde?

Die Christenheit war in der Tat fähig, über eine Zeitspanne von mehreren Jahrhunderten, einen wirklichen Wechsel der kulturellen Paradigmen,  eine Weltsicht, Verhaltensmodelle, Ausdrucksformen zu realisieren und eine Position einzunehmen, die im öffentlichen Raum etwas weniger randständig war und immer mehr Einfluß auf ihn gewann.

Das Christentum ging in der antiken Welt- über eine Zeitspanne von 3 Jahrhunderten-den Weg vom Stigma des "existiabilis superstitio" vom tödlichen, von allen zurückgewiesenen Aberglauben, zur Anerkennung seiner völligen Plausibilität als religiöse und kulturelle Basis des von Konstantin neu gegründeten Reiches, ohne daß die Christen inzwischen die Mehrheit oder immerhin eine ansehnliche Minderheit der Bevölkerung gebildet hätten.

Es ist wichtig, klarzustellen, daß-weil "Gott den Sohn nicht in die Welt geschickt hat, um über die Welt zu urteilen, sondern damit die Welt  durch ihn gerettet werde": (Joh, 3:17) , vom christlichen Standpunkt aus, die Form dieses Urteils weder Verdammung noch unterschiedslose Offenheit sondern eben genau "Krisis" ist.

In seinem positiven Wert der Unterscheidung zwischen wahr und falsch, gut und böse, schön und häßlich, nützlich und schädlich- basierend auf einem Vergleich mit einem Kriterium- ist Krisis in der Tat das Urteil, das geschlossene Systeme aufbricht, ihre latenten Spannungen und Widersprüche und die inneren Beziehugen zwischen den Elementen, die sie bilden und die Regeln, die ihr Funktionieren in Frage stellen, aufdeckt: mit einem Wort- es stellt sie auf den Prüfstand und öffnet sie für Änderungen.

Die Möglichkeit der "Krisis" hängt von der historischen Tatsache der Inkarnation des Gottessohnes ab, der in die Welt kommt, aber anders als die Welt ein Vergleichselement einführt. ein Kriterium für Beobachtungen, das der menschlichen Weisheit sonst vorenthalten würde

Hilfe bei der Illustration dieses Konzepts kommt von einem Zitat aus den ersten Predigten zum Hexameron von Basil von Caesarea. In dieser Predigt stellt der große Kirchenvater aus Kappadokien fest, daß an einem bestimmten Punkt die weltliche Weisheit- die Wissenschaft der Griechen.- fähig ist, alles Sichtbare zu messen, aber fasziniert von der Kreisförmigkeit der kosmischen Bewegungen nicht in der Lage ist, ihr einen zeitlichen Anfang zuzurodnen und deshalb denkt, daß die Welt unendlich ist, weil "sie ohne Anfang ist."
Was sie nicht weiß, ist daß am Anfang "Gott schuf".
Offen für eine ausschließlich räumliche Dimension aber gegenüber einer zeitlichen versschlossen, ist die Naturphilosophie der Heiden unfähig, das Geschehen in der Welt zu beurteilen, weil sie ihre Bedeutung und ihre Exponenten nicht verstehen kann, sie also de facto in der Lage sind, die ganze Welt zu  beobachten. zu beschreiben, zu zählen und zu messen, aber keine einziges Mittel gefunden hat, zu dem Punkt zu kommen, an Gott als den Schöpfer des Universums und den gerechten Richter  zu denken, der die Handlungen gerecht entlohnt oder eine Vorstellung vom Ende der Welt zu entwickeln, die mit der Lehre eines Gerichts übereinstimmt.

Mit anderen Worten: was Basil meint ist, daß ohne Anfang (und konsequenterweise dann auch ohne Ende) eine "Krisis" der Welt nicht möglich ist, weil die Welt- trotz ihrer wechselnden Erscheinungsbilder-sich selbst ewig gleicht und mit nichts anderem, mit keinem oder etwas anderem, was vor oder nach , unter oder über ihr war, als mit sich selbst verglichen werden kann

Die physikalische Theologie der heidnischen Philosophen ist deshalb nicht in der Lage die Welt zu beurteilen. weil es keinen äußeren Punkt zur Unterstützung für die Konstruktion eines Hebels gibt.
Durch die Inkarnation des Sohnes Gottes behaupten die Christen dagegen, diesen Unterstützungspunkt gefunden zu haben, der ihnen erlaubt, diese kritische Opertion durchzuführen.

Es ist dieses Bewußtsein für die "kritische Kraft" der Schöpfung und Inkarnation, mit dem es Tertullian mehr als eineinhalb Jahrhunderte vor Basil unternahm, über die Wirklichkeit der Welt, die "die Christenheit belagert"  zu urteilen." [...]

                                               *     *     *     *     *
Leonardo Lugaresi ist gelehrter Patristiker und Professor in Bologna ebenso wie ein geschätzter Mitarbeiter des "Osservatore Romano" und den Lesern von Settimo Cielo  wegen seiner Beiträge zu den aktuellen neuen Formen des Polytheismus bekannt.

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister

Sonntag, 18. Februar 2018

Als Christ in einer nichtchristlichen Welt leben- in der Spätantike und jetzt: ein Vergleich.

Sandro Magister  und Professor Leonardo Lungaresi vergleichen in einem bei Settimo Cielo veröffentlichten Briefwechsel die Situation der Christen der ersten Jahrhunderte und der Gegenwart in einer jeweils nichtchristlichen Welt- damals und jetzt.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"WIE MAN HEUTE EINE "KREATIVE MINDERHEIT" SEIN KANN. DAS BEISPIEL DER CHRISTEN DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE."

"Lieber Magister,
Ihr Artikel zur "Benedict-Option" erfaßt wirklich eine zentrale Frage- "die" zentrale Frage würde ich sagen- des zeitgenössischen Christentums: wie soll man als Christ in einer (jetzt) nichtchristlichen Welt leben.

Das war auch das Problem der Kirche in den ersten Jahrhunderten: wie soll man als Christ in einer (noch) nichtchristlichen Welt ?

Es gab einen Faktor, der im Gewissen der Christen damals sehr präsent war heute aber nicht eher nicht mehr erkannt wird, obwohl es entscheidend ist, sich ihm entgegen zu stellen: es ist der Faktor "Krisis" -was bedeutet, ein Urteil zu fällen, das in der Lage ist, die weltliche Kultur in eine Krise zu stürzen und der Faktor "chresis", der bedeutet, das was diese Kultur besitzt, aber nicht mehr richtig einzusetzen weiß, auf richtige Weise zu benutzen.

Die "Benedict-Option" überwindet das Risiko der "Selbstghettoisierung"-wenn -wie der Autor glaube ich denkt- sie mit einer starken "kritischen Fähigkeit" ausgestattet ist, die das Gegensatz zu Schließung ist und im Gegenteil die wahre Form des Dialogs ist- mit der Welt, die die Christen ausdrücklich dazu aufruft, Sauerteig, Salz und Licht der Welt zu sein, der geführt werden muß und kann.

Zusammen mit anderen Patristikern habe ich einige Jahre lang an dem Thema "krisis/chresis" gearbeitet.

Im nächsten Herbst soll die Arbeit veröffentlicht werden, wegen unseres Ingteresses an der Italienischen Übersetzung der grundlegenden Arbeit bon Christian Gnilka "Chresis. Die Methode der Kirchenväter im Umgang mit der Antiken Kultur", Basel, 2012,  der wir auch im Frühling 2019 , wahrscheinlich in Bologna eine Konferenz widmen wollen.

Außerdem sind im Verlagshaus der Heiligkreuz-Universität gerade die Vorträge einer anderen Konferenz, die wir 2016 in Bologna abgehalten haben veröffentlicht worden (A.M. Mazzanti-I.Vigorelli Hrg) "Krisis und Veränderungen im spätantiken Zeitalter. Zeitgenössische Überlegungen"
Edusc. Rom, 2017)

In ihr ist auch mein Beitrag enthalten, der den Titel trug "Cottidie sbedimur" Als Christ in einer nichtchristlichen Welt leben: die Vorschläge Tertullians". Ich denke, daß man einiges darin finden kann, das für die aktuelle Debatte nützlich ist.

Danke, mit großer Herzlichkeit und Wertschätzung,

Leonardo Lugaresi"

                                        *     *     *     *     *


"Lieber Professor Lugaresi,
ich bin es, der Ihnen danken muß. Und ich biete den Lesern von Settimo Cielo folgenden erhellenden Ausschnitt der Einleitung Ihrer Präsentation an."

Sandro Magister

                                         *     *     *     *     *


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Antonio Socci zur derzeitigen Lage der Kirche nach AL und den dubia.

Er vergleicht auf seinem blog LoStraniero die aktuelle Situation in Rom mit der im 4. Jahrhundert, als die Kirche dem Arianismus gegenüber stand und sieht im Hl. Athanasius das Vorbild zur Lösung der Krise.
Hier geht´s zum Original: klicken

"ALS DER HL ATHANASIUS FAST ALLEIN BLIEB, UM DEN KATHOLISCHEN GLAUBEN ZU VERTEIDIGEN, VERFOLGT UND EXKOMMUNIZIERT WURDE. ABER DANN..."

"Woran der große Blaise Pascal in seinen "Gedanken" über das Geschehen in der Kirche des 4. Jahrhunderts erinnert und wie er über seine Zeit denkt. Seine Gedanken gelten auch auf besondere Weise auch für unsere Zeit: wie man sieht, wird auch heute, derjenige, der die Integrität des Katholischen Glaubens verteidigt, isoliert, verfolgt, beschuldigt, die Kirche zu spalten und wie ein Hund behandelt. 
Aber die Lektion des 4. Jahrhunderts lehrt uns, was dann passiert: als  Gott die Christenheit zum wahren Glauben zurückführte, wurde Athanasius heilig gesprochen, Kirchenlehrer und Kirchenvater.
Und wer zu jener Zeit die Macht in der Kirche auf der Erde hatte und der Arianischen Häresie folgte, mußte sich dann vor dem Höchsten Richter verantworten.

"Es beunruhigt uns, die Vergangenheit der Kirche mit dem zu vergleichen, was jetzt geschieht, und dabei an den Hl. Athanasius, die Hl. Terese und andere mit Ruhm Gekrönte und ihre Richter als schwarze Dämonen zu denken.

Tatsächlich jetzt, wo die Zeit die Dinge klargestellt hat, scheinen sie uns so zu sein, aber zu der Zeit, als sie ihn verfolgten, war dieser große Heilige nur ein Mann namens Athanasius und die Heilige Terese nur ein Mädchen.

"Elias war ein Mann wie wir und den gleichen Leidenschaften ausgesetzt wie wir." sagt der Hl. Petrus, um die Christen vor der falschen Idee zu bewahren, die uns das Beispiel der Heiligen als für unsere Lebensbedingungen unpassend zurückweisen läßt: "Sie waren Heilige" sagen wir, "sie waren nicht wie wir."

Was passierte also?
Der Hl.  Athanasius war ein Mann namens Athanasius, beschuldigt fast wie ein Hund, als solcher und wegen dieser oder jener Schuld bei diesem anderen Konzil verurteilt. Alle Bischöfe sind einverstanden, auch der Papst.

Was sagt man jenen, die widersprechen? Daß sie den Frieden stören, daß sie Schismatiker sind etc. 
Eifer, Licht. Vier Charaktertypen: Eifer ohne Wissenschaft, Wissenschaft ohne Eifer, weder Eifer noch Wissenschaft, Eifer und Wissenschaft. 
Die ersten drei verurteilen, die anderen sprechen ihn frei und werden von der Kirche exkommuniziert und retten doch die Kirche.

Quelle: LoStraniero, A. Socci

Freitag, 4. August 2017

Kirchenhistorische Studien zum Friedenskuss

Father J.Hunwicke geht als studierter und begeisterter Historiker auf seinem blog liturgicalnotes der Geschichte des Vaterunsers und des Friedenskusses in der Liturgie der Kirche nach.
Hier kann man eine Schlußfolgerungen im Original lesen:  klicken.


                        "PAX DOMINI SIT SEMPER VOBISCUM"

"Es scheint einen Konsens darüber zu geben, daß es keine Beweise dafür gibt, daß das Vaterunser vor 350 irgendwo in der Christenheit in der Messe war.
Davor war es ein nicht-liturgisches Gebet, das vielleicht mehrmals am Tag gebetet wurde- privat oder in Gruppen von Gläubigen. Und es gibt Beweise, daß in dieser Periode die Christen, die das Vater-unser miteinander teilten, es mit einem Friedenskuss beendeten.
Das früheste Zeugnis, das ich dafrür kenne, findet sich bei Tertullian. Dann hatte sich die Sitte herausgebildet den Friedenskuss nach dem Vaterunser  auszulassen, wenn gefastet wurde.
Tertullian war damit nicht einverstanden, weil es eine Neigung entgegen Matthäus 6:16 öffentlich mit dem Fasten zu prahlen, offenbare.
Er nennt den Kuß das signaculum orationis: das Siegel (so wie ein Dokument besiegelt werden kann) oder Ende des Gebetes. Rhetorisch fragt er: "Welches Gebet ist vollständig, wenn ihm der Hl. Kuss entrissen wird? Wen hindert der Friedensgruß, wenn er gegenüber dem Herrn seine Pflicht tut? Welche Art Opfer ist es, von dem die Leute ohne Friedensgruß weggehen?
Und einige Paragraphen früher, in denen er über das Beenden von Gebeten spricht, benutzt er den Satz  "assignata oratione" - wenn das Gebet besiegelt ist.
Ebenso kommentiert Origenes den Friedenskuss und bezieht sich auf den Hl. Paulus, der ihn in Römer 16 und anderswo als "nach dem Gebet" beschreibt. Weil der Hl. Paulus nie näher definiert wo der Kuß gegeben werden soll,  Origenes´ "nach dem Gebet bezieht sich vermutlich darauf, daß er seine eigene Zeit hat.

Es ist sehr wahrscheinlich, was damals passierte. Als das Vater-unser in die Messe  eingeführt wurde brachte es das signaculum, den Friedenskuß mit sich. So ist das "pax" in der Liturgie in sich selbst nicht eine versöhnende Vorbereitung der Kommunion sondern das Siegel unter dem Vater-unser und dem Eucharistischen Hochgebet. Wir finden diese Situation im Brief von Papst Innocenz I an Bischof Gubbio aus dem Jahr 416 wiedergegeben. Unruhestifter in Gubbio hatten gesagt, daß es besser sei, die Gebräuche einer anderen Kirche zu befolgen als Dinge zu tun. die zu erwähnen mir nicht erlaubt ist, und die zeigen, daß die Leute allem, was in den Mysterien gestan und in der Kirche zelebriert wird, zugestimmt haben und um zu demonstrieren, daß die durch das signaculum nach dem Paxx beendet werden."
Die Tatsache, daß er den von Tertullian benutzten Terminus signaculum verwendet, läßt vermuten. daß wir es mit einem konventionellen Gebrauch zu tun haben, weitverbreitet genug, um in Rom und Nordafrika während einer Periode von mindestens 200 Jahren üblich gewesen zu sein.

Deshalb scheint die römische Position des Friedenskusses logisch und bedeutend gewesen zu sein, über die Einführung des Vater-unsers in die Messe hinaus. damals, als die Christen sich in kleinen Gruppen trafen um das Gebet der Herrn gemeinsam zu sprechen. Diese Logik war die allgemeine und gemeinsame Teilnahme des Gottesvolkes am Gebet des Herrn. Natürlich schließt das die Wahrnehmung des Friedensgrußes als Geste der Versöhnung unter denen, die als ein Leib, die kurz davor sind in der Eucharistie den einen Leib und den einen Kelch mit dem Blut des Erlösers zu empfangen, nicht aus. Das lassen die letzten Sätze des Gebetes, die die gegenseitige Vergebung betreffen, vermuten.

Aber ich frage mich, ob es eine etwas andere Sichtweise gibt, die hier gültig sein könnte. Könnte sich die Passage aus Tertullian, die ich zitiert habe, sich nicht auf den außerliturgischen Gebrauch des Gebetes der Herrn unter Christen bezogen sondern auf seine Benutzung innerhalb der Messe?
Er scheint über etwas gemeinsameres zu sprechen als nur eine halbprivate Gebetsgruppe. Und bedenken Sie den Satz "was für ein Opfer...?"  und dann gibt es in der Nähe einen Paragraphen, in dem er den Brauch kritisiert, sich nach dem "Pax" hinzusetzen, wenn der Friedenskuss einfach nur eine kleines Gebetstreffen beendet, sollte es den Teilnehmern nicht erlaubt sein, sich hinzusetzen, wenn es einmal vorbei war?

EIn anderes "und" ....Nachdem er seine Mitchristen kritisierte, weil sie mit der Tatsache prahlen, daß sie fasten, fährt er fort "am Paschafest, an dem die Vorschrift allen das Fasten







Another And ... Having criticised his fellow Christians for witholding the Kiss so as publicly to flaunt the fact that they had been fasting, he goes on ' ... on the day of the Pasch, on which there is a rule of fasting which is common to all and as it were public, we rightly drop the kiss, because we don't care about hiding the thing [i.e. fasting] which we are doing with everybody else'. Those familiar with the traditional Roman Rite will recall that, to this day, we do not exchange the Sign of Peace at the Good Friday Mass of the Presanctified, nor at the Mass of the Easter Vigil (even though the celebrant has said the words). This is because we are all deemed to have been fasting.

Questions arise: if the Our Father was within the Mass as early as the time of Tertullian, what does this do to our understanding of the early history of the Liturgy? How are we to fit in the apparently second century evidence for the Peace coming at an earlier point in the Mass? Why should those fasting consider it appropriate to withold the Kiss? What is the relevance of all this to the Eucharistic Fast, first witnessed in North Africa at the end of the fourth century? And does the evidence we have considered derive support from Dom Gregory Dix's compelling theory about the Mass of the Presanctified (i.e., that the third century practice of Christians communicating themselves privately on weekdays from the Host which they had reserved at the Sunday Mass, and blessing by the recitation of the Lord's Prayer and then drinking a cup of wine as an 'antitype' of the Blood of Christ, is found as the Communion Rite of the traditional Roman Good Friday liturgy, simply transferred from the private to the communal context)?

I never cease to be surprised at what I find whenever I delve back into the history of the venerable and wonderful Roman Rite.

Samstag, 25. März 2017

Mariae Verkündigung in der Malerei

Der Kunsthistoriker Daniel Esparza führt uns bei Aleteia ein bißchen in die Symbolik der Verkündigungsdarstellungen der christlichen Kunst ein
Hier geht´s zum Original:  klicken

  "DIE (NICHT SO) VERBORGENEN INHALTE IN DEN    VERKÜNDIGUNGSBILDERN"

Von Fra Angelico zu Leonardo, das klassische Marienmotiv ist mehr als nur eine Illustration einer Passage im Evangelium.

 
  Bild public domain

Ungleich einiger anderer ikonographischen Motive der Christlichen Kunst wir die Verkündigungs-Szene zumindest in einem der Evangelien bis ins Detail erzählt: dem von Lukas.
Auch wenn man eine andere, kürzere Verkündigungsszene im matthäus-Evangelium (1, 18-25) die Verkündigung an Joseph, haben sich meisten Künstler das Lukas-Evangelium als erzählerische Quelle für ihre Bilder zu nutzen. 
Nicht nur wegen der vielen im Lukas-Text enthaltenen Einzelheiten sondern auch wegen seiner reichen Symbolik und theologischen Bedeutung- besonders der mariologischen- die in einer "graphischen" Übersetzung des Evangeliums-Textes angesprochen werden konnten.

Darstellungen der Verkündigung gehen bis ins frühe Christentum -zurück. die älteste kann man in der Priscilla-Katakombe finden, nach einigen Quellen ins 4. Jahrhundert datiert. Seit diesen frühen Wurzeln wurde dieses Sujet Teil des graphischen Repertoires fast jeden großen Künstlers. 
Diese Künstler und ihr Publikum waren sich des in der Szene enthaltenen tiefen, reichen Symbolismus bewußt, aber es ist eine visuelle Sprache, mit der wir heute weniger vertraut sind.

Einige Verkündigungs-Bilder, z.B. mittelalterliche Bilder aus dem 12. und 13. Jahrhundert enthalten den "Thron" Marias, einen kunstvollen Sitz, auf dem die Jungfrau sitzt um die Ankündigung des Engels entgegen zu nehmen. Mit seinen reichen Polstern und Schnitzereien (häufig den Löwenköpfen, mit denen der Thron König Salomos geschmückt war) zielte die Einbeziehung dieses anachronistischen Möbelstücks darauf ab, den Titel Marias als "Sitz der Weisheit" und ihre Autorität als Königin des Himmels, Regina Caeli, zu betonen.
Auch wenn die offizielle Katholische Lehre vom Königin-Status durch die Enzyklika Papst Pius XII "Ad Caeli Reginam" definiert wurde, wurde Maria in der Tradition seit dem 5. Jahrhundert "Königin des Himmels" genannt, direkt nach dem Konzil von Ephesus, das Maria als Mutter Gottes proklamierte.

Eine Taube, die traditionell (basierend auf dem Bericht über Jesu Taufe durch Johannes) in der Christlichen Kunst den Hl. Geist darstellt, spielt auf einigen mittelalterlichen Bildern der Verkündigung eine interessante Rolle. 
Während  die meisten üblichen Darstellungen die Taube über Maria schwebend darstellen ("der Geist des Allerhöchsten wird dich überschatten") fliegt die Taube in manchen Bildern auf das Ohr der Jungfrau zu. Den Grund dafür kann man in einigen frühen Texten der Christlichen Tradition finden, die sich auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu beziehen, sie habe durch das Hören auf die Worte des Engels empfangen, was beinhaltet, daß das Hören auf Gottes Wort die Seele fruchtbar macht.
Ephrem der Syrer (der größte Dichter des Zeitalters der Kirchen-Väter, der einzige "Theologen-Poet von Rang" neben Dante würde Robert Murray sagen) wurde 1920 von Papst Benedikt XV zum Kirchenlehrer ernannt, schrieb im frühen 4. Jahrhundert:

     "Wie der Brennende Busch am Horeb (Berg Sinai), der im Herzen der Flammen Gott            trug, so hat Maria Christus in ihre Jungfräulichkeit gebracht : durch ihr Ohr trat das        Göttliche Wort des Vaters ein und wohnte heimlich in ihrem Leib"

Es ist nicht ungewöhnlich, Maria eher ein Buch lesend vorzufinden, als mit einer Spindel oder anderen häuslichen Tätigkeiten beschäftigt. Nach einigen Quellenangaben ist das auf den Einfluss der Franziskanischen Spiritualität zurück zu führen, die die Frömmigkeit Mariens unterstreicht.
Das Buch, das Maria üblicherweise hält ist ein Psalter, was bedeutet, daß sie betet, wenn Gabriel die Botschaft überbringt. Einige Künstler gehen weiter ins Detail und zeigen Maria nicht mit einem Psalter sondern das Buch Jesaja, in dem die Prophezeiung der empfangenden Jungfrau (Jesaja 7:14, "Und der Herr selbst wird dir ein Zeichen geben. Weil eine Jungfrau empfangen wird und einen Sohn gebären uns sein Name wird sein Immanuel) zu finden ist. Natürlich gab es zu Marias Zeit keine Bücher,  wie wir  sie kennen; Künstler nutzten die Objekte ihrer eigenen Welt, um die Botschaft zu überbringen.


Montag, 17. Oktober 2016

Fundstück

Gefunden bei BenoîtXVI-et-moi. Merci! Hier geht´s zum Original:  klicken

KARDINAL SARAH ÜBER BENEDIKT XVI

Der gute Prälat ist von Jean Sevilla für die letzte ausgabe des Magazins des Figaro interviewt worden.
Hier ein kurzer Ausschnitt: 
            
"Ich habe Benedikt XVI kennen gelernt, der mich sehr durch die Tiefe seines inneren Lebens, die Intensität seines theologischen und spirituellen Denkens , seine Demut und besonders seine Bindung an Gott, die Kirche beeindruckt.

Er ist auch ein Mann, der viel gelitten hat. Er hat ein Opfer gelebt, indem er sein tiefstes Inneres in sein Lehramt gelegt hat. Ich hoffe, daß er eines Tages unter die Kirchenväter eingeordnet wird."

Quelle: BenoîtXVI-et-moi


Samstag, 2. Juli 2016

Antonio Socci: Samizdat 2.1

Antonio Socci hat jetzt  bei LoStraniero die Fortsetzung seines Samizdat -Artikels gepostet.
Teil 1 ist hier zu lesen: klicken
Hier geht´s zum Original:  klicken

"SAMIZDAT (2a). DER GROSSE GEGENSATZ IST DER EUCHARISTISCHE JESUS"

 "Andrea Riccardi, Vorsitzender der S. Egidio-Gemeinschaft hat vor kurzem bei einer Pressekonferenz geleugnet, daß Kardinal Martini beim Konklave 2005 für den damaligen Kardinal Bergoglio gestimmt habe:"Man sagt, daß Martini, auch er Jesuit, Bergoglio als der Aufgabe nicht gewachsen erachtete," berichtete Riccardi.  

Ich glaube, daß er in Wirklichkeit für ihn stimmte, aber Gründe hatte zu behaupten, er sei nicht auf der Höhe der Aufgabe, Er ist es nicht unter sehr schwerwiegenden Umständen (wie der Abgrund zeigt, in den er die Kirche führt). Aber auch unter dem menschlichen Standpunkt ist Bergoglio im Ganzen "unfit", inadäquat für eine so delikate und schwere Aufgabe.
Es ist schwer, Spuren der Tugend der Vorsicht bei ihm zu finden.Und überdies ist es praktisch unmöglich, besondere Zeichen vom Beistand des Hl. Geistes  auszumachen.

In der Tat-jedesmal, wenn Bergoglio frei spricht (also ohne einen Redetext abzulesen, der für ihn vorbereitet wurde) sagt er Ungeheuerlichkeiten, die Schauer und Schläge mit der Spitzhacke gegen die Katholische Kirche sind,
Es genügt, die täglichen Predigten in Santa Marta zu zitieren, Aber nicht nur.
Am 16. Juni in der Lateranbasilika hat er eine Blasphemie.. und die Katholische Ehe in der Substanz demoliert.
Am Sonntag, 26. Juni, auf dem Rückflug von Armenien -hat er,  nachdem er die Katholische Kirche durch seine Aussage, daß sie sich bei allen entschuldigen müsse (für ihre Existenz), kriminalisierte, praktisch den häretischen und schismatischen Martin Luther rehabilitiert ( und selig gesprochen) und sagte: "Und heute sind Lutheraner und Katholiken- zusammen mit allen Protestanten- einig über die Rechtfertigungslehre: bei diesem wichtigen Punkt hat er sich nicht geirrt."

Abgesehen von der Tatsache, daß das gemeinsamen Dokument von 1998 -wie 
dann von Ratzinger geklärt wurde- nicht bedeutet, daß wir bzgl. der Recht-fertigungslehre  einer Meinung sind, sondern es bedeutet vor allem, daß die Kirche nicht gesagt hat, daß Luther bei diesem Punkt nicht irrte.
Im Gegenteil. Soviel ist wahr, das genau dieser Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, angesichts der Exkommunizierung der Protestanten 
nach der Unterschrift unter dieses Dokument erklärte: "Die Gültigkeit der Exkommunikation bleibt. Wer sich der vom Konzil von Trient erklärten Lehre entgegenstellt, stellt sich gegen die Lehre und den den Glauben der Kirche."

Das ist eine fundamentale Frage, weil die Rehabilitierung Luthers die symbolische Fahne ist,
die die Modernisten seit Jahren auf der Katholischen Kirche als Zeichen für ihre Auflösung aufpflanzen wollen. Besonders in Nordeuropa wird in diese Richtung gedrängt.
Schon beim II.Vaticanischen Konzil konnte man es hören, wie Kardinal Siri bezeugte: "Wenn
jemand mit der Absicht zum Konzil gekommen ist, mit dem Ziel, es zu Luther zu führen, also
gegen die Göttliche Tradition und gegen den Primat Petri, dann gibt es- und das ist wahr - ab
einem gewissen Punkt die Gefahr,- auf welcher Basis weiß ich nicht- daß jemande die Kanonisierung Luthers vorschlagen könnte. Und sie sagen, daß Paul VI davor Angst gehabt habe," (Zeugnisse von Kardinal Giuseppe Siri in "Der Papst der nicht gewählt wurde," von Benny Lai)
Mit der Zeit haben sie verstanden daß -wie es die Intuition des Modernisten Ernesto Buonaiutu 
war, einen solchen Sieg niemals gegen den Papst erreichen könnten, wohl aber mit Hilfe eines kooperierenden Papstes, der von oben her, der Katholische Kirche die Protestantisierung 
aufzwingt. (Auf diese Weise würde sie stufenweise protestantisch).


Donnerstag, 30. Juni 2016

Antonio Socci : Samizdat Teil 1

Gestern hat Antonio Socci neue Erkenntnisse zur Lage der Kirche angekündigt. Heute hat er bei LoStraniero den ersten Teil veröffentlicht.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"AM FEST SANKT PETER UND PAUL. ÜBER DIE PFLICHT, ÖFFENTLICH DEN PAPST ZU KORRIGIEREN, AUCH WENN ES SICH UM DEN HEILIGEN PETRUS HANDELT DER (IM GEGENSATZ ZU SEINEN NACHFOLGERN) DIREKT VON CHRISTUS GEWÄHLT WURDE. UND WIE BENEDIKT XVI GESTERN BERGOGLIO KORRIGIERTE"

"Der große Kirchenlehrer, der Hl. Thomas von Aquin, (ich entnehme das Zitat dem Buch Roberto de Mattei "Vicario di Cristo") der in verschiedenen Werken gelehrt hat, daß es in besonderen Fällen eine gebotene Pflicht ist, sich öffentlich dem Papst entgegen zu stellen - wie der Hl. Paulus öffentlich dem Hl. Petrus widersprach: "Wenn es eine Gefahr für den Glauben gibt müssen die Prälaten ....
So wie der Hl. Paulus ihn öffentlich wegen einer Gefahr, die unmittelbar den Glauben bedrohte, tadelte.
Und wie der Kommentar des Hl.Augustinus sagt: der Hl. Petrus hat denen, die regieren, ein Beispiel gegeben, weil sie sich manchmal vom rechten Weg entfernen und eine Korrektur, auch wenn sie von seinen Untertanen kommt, nicht als unverdient zurückweisen. (ad gal, 2,14)

Dann der Aquinate, der in einem anderen Werk zur öffentlichen Kritik des Hl.Paulus am Hl. Petrus
schrieb:
"Wenn eine zukünftige Gefahr für den Glauben gibt, müssen die Prälaten von denen die ihnen unterstellt sind, auch öffentlich kritisiert werden. So wie der Hl. Paulus, der dem Hl. Petrus unterstellt war, ihn öffentlich wegen der Gefahr eines Skandals für den Glauben kritisierte.. Und - wie der Kommentar des Hl. Augustinus sagt - gab dieser Hl. Petrus den Regierenden ein Beispiel, so daß sie - wenn sie sicb manchmal vom rechten Weg entfernten, eine Kritik von ihren Untertanen nicht als unberechtigt zurückweisen konnten." (gal, 2,14) 

Und weiter mit dem Aquinaten: er schrieb in einem anderen Werk - über die öffentliche Kritik des Hl. Paulus am Hl. Petrus:
"Der Vorwurf war gerecht und nützlich, und sein Motiv war nicht unwichtig: es handelte sich um eine Gefahr für die Erhaltung der Wahrheit des Evangeliums....Die Art des Vorwurfs war angemessen, weil sie öffentlich und offensichtlich war. Also schreibt der Hl. Paulus "Ich spreche vor allen anderen zu Kephas - (Petrus), weil die von Petrus durchgeführte Simulation eine Gefahr für alle bedeutete,
Im 1. Timotheus-Brief 5, 20 lesen wir: "Tadle die, die sündigen, vor allen anderen." Das mußten die offenkundigen Sünder verstehen, nicht jene verborgenen, weil bei denen die entsprechend der eigenen Ordnung der brüderlichen Berichtigung anzuwenden ist."

Man muß betonen, daß diese Episode exemplarisch ist - Mit ihr. sagt der Hl. Thomas - bietet die Hl. Schrift ein Beispiel dafür an, wie sich die Hirten und die einfachen Gläubigen verhalten sollten.
"Den Prälaten wurde ein Beispiel von Demut gegeben, damit sie sich nicht weigern, Anliegen ihrer Untergebenen und ihnen Anvertrauten zu akzeptieren und denen, die ihnen unterstellt waren - wurde ein Beispiel für Eifer und Freiheit gegeben, weil sie sich nicht fürchteten, ihre Prälaten zu korrigieren, besonders wenn der Fehler öffentlich war und eine Gefahr für viele darstellte.


Samstag, 11. Juni 2016

Alice in "Amoris Laetitia Land", Fortsetzung und Schluss

Fortsetzung und Schluss von "Alice in Amoris-Leetitia Land"

                   Die weiteren Implikationen von "Amoris Laetitia"


"Die ernsten Schwierigkeiten, die ich besonders für Priester sehe, rühren von den widersprüchlichen Interpretationen der diskret in "Amoris Laetitia" eingebauten Schlupflöcher her. Was wird ein junger neuer Priester tun, der- gut informiert- daran festhalten möchte, daß wiederverheiratete Geschiedene auf keine Weise zur Hl. Kommunion zugelassen werden können, während sein Gemeindepfarrer einer Politik der "Begleitung" folgt, die im Gegenteil davon ausgeht, daß sie das können.
Was wird ein Gemeindepfarrer mit einem ähnlichen Sinn für Treue tun, wenn sein Bischof und die Diözese sich für eine liberalere Politik entscheiden?  
Was werden Regionalbischöfe in Beziehung zu anderen Regionalbischöfen tun, weil jede Bischofsversanmlung selbst entscheidet, wie sie die Nuancen dieser neuen Doktrinen zerteilen und einteilen soll, so daß im schlimmsten Fall, das was auf der einen Seite der Grenze für eine Todsünde gehalten wird, auf der anderen Seite der Grenze "weg-begleitet wird und verziehen? 
Wir wissen, daß das schon seit Jahren offiziell in gewissen deutschen Diözesen passiert und inoffiziell in Argentinien und sogar hier in Australien - wie ich durch meine eigene Familie verbürgen kann. Ein solches Ergebnis ist sehr erschreckend. Es kann sein, daß das, wie ein anderer Freund, auch er ein verheirateter Mann, glaubt, der Zusammenbruch der katholischen christlichen Überlieferung sein wird.
Aber natürlich haben uns auch andere Aspekte kirchlichen und sozialen Niedergangs an diesen Punkt gebracht: die Verwüstung.durch Pseudo-Erneuerungen der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten, die taubmachend dumme Politik der Inkulturation in eine entwurzelte westliche Kultur des militanten Säkularismus, die unermüdliche progressive Erosion von Ehe und Familie in der Gesellschaft, die größeren Angriffe auf die Kirche von innen und außen, die Papst Benedikjt so beklagte, der lange Abfall bestimmter Theologen und Laien bezüglich der Empfängnisverhütung, die schrecklichen sexuellen Skandalen, die unzähligen leichten Sakrilegien, der Verlust des Liturgiegeistes, das innere de-facto-Schisma und eine ganze Reihe ernsthafter Themen und Pläne, von dünnen "Papieren" mit einer Art de-jure-Ähnlichkeit untermauerte Kircheneinheit, die Muster tiefer spiritueller und moralischer Dissonanz, die heutzutage unter dem Titel "katholisch" unter der zerfetzten Oberfläche lauert.
Und wir, wir wundern uns, daß die Kirche geschwächt ist und wegdämmert?

Freitag, 10. Juni 2016

"Alice in Amoris Laetitia Land" Fortsetzung

In ihrem kritischen Kommentar zu "Amoris Laetitia", den man getrost als vernichtend bezeichnen kann, fährt Anna M. Silva mit der Beurteilung von Kapitel 8 der postsynodalen Apostolischen Exhortation fort.
Hier geht´s zum Original bei Sandro Magister : klicken


                                   Bei der Lektüre von Kapitel 8
"Und das alles war, bevor ich dazu kam, Kapitel 8 zu lesen. Ich habe mich gefragt, ob die außerordentliche Weitschweifigkeit der ersten sieben Kapitel vielleicht dazu gedacht war, uns zu ermüden, bevor wir dieses entscheidende Kapitel erreichen und um uns unaufmerksam vorzufinden. Für mich ist der gesamte Tenor dieses Kapitels problematisch, nicht nur Nr. 302 und die Fußnote 351.
Sobald ich damit fertig war, dachte ich: glockenklar: Papst Franziskus wollte eine bestimmte Form der Kasper-These von Anfang an. Hier ist sie- Kasper hat gewonnen.
Es erklärt die trockenen Kommentare des Papstes am Ende der 2015-Synode, als er die engstirnigen Pharisäer verurteilte, offensichtlich jene, die einen größeren Erfolg seiner Agenda verhindert hatten. "Pharisäer"?  Diese seine schlampige Sprache!
Sie waren auf ihre Weise die Modernisten des Judentums, die Meister der zehntausend Nuancen-und die, die am stursten an der Praxis der Scheidung und Wiederverheiratung festhielten. In dieser ganzen Angelegenheit sind Kasper und seine Verbündeten die Pharisäer.

Fahren wir fort. Die Worte in Nr. 295 zu den Kommentaren des Hl. Johannes zur Gradualität in "Familiaris Consortio" 34, erscheinen mir verräterisch und korrumpierend. Weil sie versuchen, Johannes Paul für die Unterstützung genau der "Situations-Ethik" zu gewinnen und zu korrumpieren, der der heilige Papst mit seiner ganzen liebenden, pastoralen Intelligenz und Energie entgegen trat. Hören wir, was der Hl. Johannes Paul wirklich über das Gesetz der Gradualität sagt:

"Verheiratete Menschen ....können jedoch das Gesetz nicht immer nur als Ideal, das man in Zukunft erreichen muß, betrachten: sie müssen es als Gebot Christi, des Herrn, ansehen, Schwierigkeiten durch Beständigkeit zu überwinden. Und so kann das, was wir als "Gesetz der Gradualität" oder als Schritt-für-Schritt-Vorangehen kennen, nicht als Gradualität des Gesetzes betrachtet werden, in den verschiedenen Graden oder Formen der Vorschrift des Gesetzes Gottes, die es für verschiedene Persönlichkeiten und Situationen gibt. In Gottes Plan sind alle Männer und Frauen in der Ehe zur Heiligkeit aufgerufen."

Fußnote 329 in "Amoris Laetitia" präsentiert ebenfalls eine andere, wiederholte verwendete Verfälschung. Sie zitiert eine Passage aus "Gaudium et Spes" 51, die die Intimität des ehelichen Lebens betrifft. Aber in einem unbemerkten Schrittwechsel wird sie statt dessen den wiederverheirateten Geschiedenen in den Mund gelegt. Solche Verfälschung beweist mit Sicherheit, daß die Bezugnahmen und Fußnoten, die in diesem Dokument die Hauptarbeit leisten, einer genauen Untersuchung unterzogen werden müssen.


Donnerstag, 9. Juni 2016

Sandro Magister: "Alice im "Amoris Laetitia"Land"

Sandro Magister berichtet bei www.chiesa über die vernichtende Kritik einer australischen Gelehrten an der postsynodalen Exhortation ."Wir haben jeden Grund unter den Füßen verloren und fallen wie Alice in ein Paralleluniversum, wo nichts ist, wie es zu sein scheint."
Hier geht´s zum Original:   klicken


                                                            

  "ALICE IN AMORIS LAETITIA LAND"
"Behalten Sie die Autorin dieses Buches im Auge, und die erste kritische Ausgabe eines Meisterwerkes der Hl. Basilius des Großen, dessen Original griechische Version verloren ging und uns in der antiken syrischen Version -in den 5 vor zwei Jahren vom historischen Verlag Brill-(seit dem 17. Jahrhundert in den Niederlanden) veröffentlicht- überliefert wurde.

Die Autorin ist Anna M. Silvas, eine der weltbekanntesten Spezialistinnen für Kirchenväter besonders der des Ostens. Sie gehört der Griechisch-Katholischen-Kirche Rumäniens an und lebt in Armindale, Australien, in Neu-Südwales.
Sie lehrt an der Universität von Neu-England und an der Australischen Katholischen Universität. Ihre Hauptgebiete sind die Väter Kappadokiens-Basilius, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, die Entwicklung des weiblichen Mönchstums und der Asketizismus der frühen  Christentums im Mittelalters.
Sie gibt auch Kurse zu Ehe, Familie und Sexualität in der Katholischen Tradition am Päpstlichen Johannes-Paul-Institut zu Ehe und Familie in Melbourne. 

Hier folgt ihr Kommentar zur postsynodalen apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia", den sie vor einem großem Auditorium von Bischöfen und Priestern abgab und der dann auf der website der Pfarrgemeinde des Seligen John Henry Newman in Caulfield North in der Nähe von Melbourne veröffentlicht wurde.

                                    "Einige Sorgen über Amoris Laetitia"
                                                  von Anna M. Silvas    

" In dieser Rede möchte ich einige der dringendsten Sorgen ausdrücken, die ich zu "Amoris Laetitia" habe. Ich habe meine Überlegungen in drei Sektionen eingeteilt. Der erste Teil drückt die allgemeinen Sorgen aus, Teil 2 dreht sich um das jetzt unrühmliche Kapitel 8 und Teil 3 befaßt sich mit einigen Folgen von Amoris Laetitia für die Priester und den Katholizismus.
Ich bin mir bewußt, daß Amoris Laetitia als apostolische Exhortation nicht unter die Unfehlbarkeit fällt. Dennoch ist es ein Dokument des ordentlichen päpstlichen Lehramtes und macht so den Gedanken, es besonders auf doktrinaler Basis zu kritisieren, besonders schwierig. Das scheint mir eine präzedenzlose Situation zu sein . Ich wünschte, es gäbe mehr große Heilige wie den Hl. Paulus oder den Hl. Athanasius oder den Hl.Bernhard oder die Hl. Katharina von Siena, die den Mut hätten und die spirituelle Gabe der Prophezeiung der wahren Art, um gegenüber dem Nachfolger Petri die Wahrheit auszusprechen und ihn zu einer besseren Geisteshaltung zurückzurufen.
In dieser Stunde scheint sich die hierarchische Autorität der Kirche in einer Art  seltsamer Lähmung zu befinden.
Wo sind die Heiligen des Intellekts, lange gereinigt durch den Kontakt in Gebet und Askese mit dem lebendigen Gott, begabt und gesalbt durch das Wort, die einer solchen Aufgabe gewachsen wären? Wo sind sie?



Dienstag, 26. Januar 2016

Füße....und ihre Waschung

Father R. Blake betrachtet die Fußwaschung in der Gründonnerstagsliturgie aus allen möglichen Blickwinkeln. Hier geht´s zum Original: klicken

                                  "FÜSSE"
"Wie viele Priester (die meisten?) hat auch der Papst Frauen die Füße gewaschen und hat jetzt die Vorschrift geändert, so daß das nicht länger außergesetzlich ist. Interessanterweise wird die Zahl 12, die uns an die 12 Apostel erinnern soll- und nicht an die zahllosen Jünger, noch in der Liturgie beibehalten, es geht also immer noch um die Apostel. Nicht nur um irgendeine Zahl alter Jünger.

Interessanterweise werden die Füße der Hl. Jungfrau nicht gewaschen, ich habe mich immer gefragt, ob sie oder irgendeine andere Frau beim Letzten Abendmahl anwesend war - auch wenn einige Fromme sie darstellen, wie sie die Hl. Kommunion empfängt, sind die Gelehrten geteilter Meinung


Die Tradition hat das Letzte Abendmahl immer so gesehen wie Johannes und die anderen Evangelisten es beschreiben - als eine Offenbarung des Priestertums Christi und als Teil des Ordinationsritus für die 12, wobei die rituelle Fußwaschung ein wichtiger Teil war. Der natürlich der Etablierung des Neuen und Ewigen Testamentes eingeschrieben ist.
Ich mag die Vorstellung, daß der Patriarch von Moskau 12 Bischöfen in liturgischer Kleidung, die ihre Mitren tragen, die Füße wäscht.
Ich erinnere die Darstellung des Letzten Abendmahles in einer französischen Kirche, auf der die Apostel am Tisch die bischöflichen Insignien der lateinischen Kirche tragen, Judas verläßt den Raum und seine hohe Mitra wird ihm am Türrahmen vom Kopf gestoßen. Die Apostel beim Letzten Abendmahl - einschließlich Judas - waren Bischöfe.


Meine Mutter ist eine Italienerin aus Pula. Als sie jung war, was es am Gründonnerstag für jeden, der Autorität hatte, Sitte jenen, über die er diese Autorität hatte, die Füße zu waschen, so wusch mein Großvater die Füße seiner Söhne und aller männlichen Angestellten, meine Großmutter die ihrer Töchter und der weiblichen Angestellten.

Freitag, 28. August 2015

Der Heilige Augustinus

Heute feiert die Kirche das Fest des Hl.Augustinus, des Doctor gratiae, der verliebt war in die Liebe Gottes.



am 22. April 2007 besuchte Papst Benedikt XVI Pavia und feierte in der Basilica "San Pietro in Ciel´ d´Oro", in der sich das Grab des heiligen Kirchenvaters befindet, mit den Priestern, Ordensleuten und Seminaristen der Diözese die zweite Vesper.
Hier die deutsche Fassung seiner Predigt   klicken , sie beginnt so:

"Mein Besuch in Pavia nimmt in diesem Augenblick, in dem er zu seinem Abschluß kommt, die Form einer Pilgerreise an. In dieser Form hatte ich ihn anfangs geplant, in dem Wunsch, hierherzukommen und die sterblichen Überreste des hl. Augustinus zu verehren, um so die Huldigung der ganzen katholischen Kirche an einen ihrer größten »Väter« zum Ausdruck zu bringen und auch meine persönliche Verehrung und Dankbarkeit gegenüber demjenigen, der so sehr teilhatte an meinem Leben als Theologe und als Hirte – aber davor noch, so würde ich sagen, als Mensch und als Priester." (.....)

Quelle: La Santa Sede, LEV, raffaella

                "HEILIGER AUGUSTINUS BITTE FÜR UNS!"