Dienstag, 20. Oktober 2015

Was will Kardinal Kasper wirklich?

"benoît-et-moi" veröffentlicht heute einen Beitrag zur Synode, der so beginnt:
"Indem sie ein einzelnes Dogma leugnen, stellen die Kasperianer die gesamte Offenbarung in Frage."  
Ein Satz wie Donnerhall. Und wie es aussieht, tun Kardinal Kasper- der ewig grinsende- und seine bischöflichen Mitstreiter - wohl der Großteil der DBK- das ohne jeden Skrupel oder ohne jeden Zweifel, was denn -zumindest für die Kombattanten- etwas verwundert. Dass der alte Recke längst verloren gegangene theologische Schlachten des vorigen Jahrhunderts doch noch gewinnen möchte, mag der eine oder andere verstehen.  Der Autor Francois H. sieht den Grund für die Verbissenheit im Widerspruch gegen die Lehre. Hier geht´s zum Original :   klicken

"DIE WIEDERVERHEIRATETEN GESCHIEDENEN: WARUM SOVIEL VERBISSENHEIT?"



Wie es unglücklicherweise vorhersehbar war, hat die zweite Familiensynode ihre Aufmerksamkeit auf die Frage der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Hl. Kommunion focussiert- manchmal hat der Streit bis ins Extreme oder Lächerliche etwas Unwürdiges.
Die Verteidiger der traditionellen Doktrin haben es gesagt, sie haben es in jeder möglichen und vorstellbaren Weise wiederholt, es handelt sich um eine Frage, die das Lehramt in einer unreformierbaren Entscheidung geklärt hat: es hat nichts genützt.
Obwohl also die Vorschläge von Kardinal Kasper - ohne auch nur von den eher karikaturesken eines Msgr- Bonny oder eines Msgr. Vesco (Bischof von Oran) zu sprechen- bereits ihre theologische Inkonsistenz durch dei Abwesenheit jeglicher  Schrift- oder Traditionsgrundlagen bewiesen haben, die sie unhaltbar machen, sobald man sich auf den Standpunkt der  Offenbarung und des Glaubens stellt, sind diese Vorschläge wieder- gemacht worden- eher mit Konstanz als mit Leidenschaft - die einen nur zutiefst staunen lassen kann.
Eine Frage stellt sich in der Tat: "warum soviel Sturheit, um Vorschläge durchzusetzen, die der Lehre Christi und seiner Kirche widersprechen, obwohl- auch wenn es sicher einiges Leiden gibt- das pastorale Problem, das die Geschiedenen darstellen, eher begrenzt ist?

Ich wage hier eine Antwort: es geschieht nicht trotz ihres Widerspruchs zur Lehre der Kirche sondern wegen ihres Widerspruchs- daß diese Thesen der Erneuerer mit soviel Verbissenheit vorgeschlagen und immer wieder vorgeschlagen werden.

Man hätte Unrecht, die Intelligenz Kardinal Kaspers zu unterschätzen. Er hat die Kirchenlehre studiert. Er kennt die Heilige Schrift, die Konzilsbeschlüsse,die päpstlichen Enzykliken.  Daß er sie sicher mit dem voreingenommenen Blick einer bestimmten deutschen Theologie gelesen hat, die seit langem den Kriterien der wissenschaftlichen Theologie die einer durch den historistischen Idealismus gefärbten religiösen Philosophie unterlegt hat, ändert daran gar nichts: Kardinal Kasper kennt diese Texte.
Er kann nicht ignorieren, daß unser Herr, die Unauflöslichkeit der Ehe erklärt hat.
Es ist das, was der Hl. Paulus über die Ehe als Sakrament der Verbindung mit Christus und seiner Kirche lehrt. 
Er kann vor allem nicht ignorieren, daß das Konzil von Trient die Unauflöslichkeit der Ehe definiert und sie so zur unreformierbaren  Lehre gemacht hat. 
Auch nicht auf der anderen Seite, was der Hl. Paulus zum Kommunionssakrileg und was die Kirche über die Notwendikeit lehrt,  im Stand der Gnade sein zu müssen, um die Hl. Kommunion zu empfangen.
Man würde ihn beleidigen und jede Form der Wahrscheinlichkeit mißachten.

Warum also müht er sich so ab, eine offen dem katholischen Glauben widersprechende These aufrecht zu erhalten?  Genau deshalb: weil sie der katholischen Lehre widerspricht.



Kardinal Kasper weiß sehr gut, daß das I. Vat. Konzil erklärt hat, daß man- um den Katholischen Glauben zu haben- an den einen göttlichen und katholischen Glauben glauben muß, der in der Hl. Schrift und der Tradition enthalten ist und an alles, was von der Kirche als göttlich offenbarte Wahrheit verkündet wird. (Konstitution Dei Filius, Kapt. III) 
Und dieses Konzil hat auch gelehrt, daß der Glaube  die übernatürliche Tugend ist, durch die wir die offenbarten Dinge als wahr gauben- auf Grund der Autorität Gottes, der sie uns offenbart hat und der sich weder irren noch uns täuschen kann (ebd)
Mit anderen Worten- die Tugend des Glaubens- gegründet auf der Autorität des offenbarenden Gottes bewirkt das Zusammenwirken von Intelligenz und Herz bei allen von der Kirche  als Teil der Offenbarung gelehrten Dogmen, 
Woraus folgt, daß es genügt, mit Nachdruck ein einziges Dogma zu verleugnen, um den katholischen- also den übernatürlichen Glauben zu verlieren. 
Derjenige,  der so ein Dogma leugnet, leugnet nicht nur den Inhalt dieses einen Dogmas sondern weitgehend die göttliche Autorität der gesamten Offenbarung
Also leugnet derjenige, der ein Dogma des katholischen Glaubens leugnet, wirklich alle Dogmen, es ist die gesamte Offenbarung, die er zurückweist: er kann effektiv weiter an die andere nDogmen glauben, aber er hängt nicht mehr der übernatürlichen Autorität Gottes an, sondern einem einfachen menschlichen Glauben, einem Glauben, der nicht rettet.
Das ist der Grund für das berühmte "anathema sit", das die Kanons der Konzile von Trient oder Vatican I einleitete. 

Alles das weiß Kardinal Kasper sehr gut. Es ist einfach unmöglich, daß er es nicht weiß.
Aber man weiß auch, daß der selbe Kardinal Kasper - ehemaliger Assistent von Hans Küng an der Universität Tübingen- eine bestimmte Zahl von Thesen verkündet hat, von denen man sagen kann, daß sie radikal von der Lehre der Kirche abrücken, manchmal sogar vom einfachsten Christentum.
Man könnte z.B. die Leugnung der Transzendenz und der Unveränderlichkeit Gottes zitieren, die Zurückweisung der im Evangelium wiedergegebenen Wunder, und auf breiterer Basis die Relativierung aller christologischen Dogmen. 
Was man nicht ausschließen kann, ist daß der Kardinal vielleicht im Laufe der Zeit zu Positionen zurück gefunden hat, die dem Glauben nicht so direkt widersprechen, man kann auch nicht ausschließen, wie weit Kardinal Kasper sich zurückgezogen hat, in welchem Maß  und ob er- in aller Diskretion- an alle dem festgehalten hat oder nicht.

Mit einem Wort - es ist nicht ganz unwahrscheinlich, daß die Idee, direkt eine unreformierbare Lehre anzugreifen, eine Lehre des Glaubens- ihn nicht besonders berührt. Oder mehr noch: es ist nicht ganz und gar unwahrscheinlich, daß weil er schon seit langer Zeit zeigt, wie wenig er von der Lehre Christi und seiner Kirche hält, er in Wirklichkeit ein Mittel sucht, nicht seine spezielle Meinung zu einem Randthema aufzuzwingen, sondern die Gesamtheit der Lehre, die er seit langem zurückweist, zu sprengen.
  
Seit man weiß, daß eine Gruppe von Prälaten-während der Pontifkate von Johannes Paul II und Benedikt XVI  nicht errötete, sich als Mafia zu betrachten, zu allem bereit, um ihre Erneuerungsstandpunkte der universellen Kirche aufzuzwingen, scheint mir, daß diese Hypothese sich einer gewissen Glaubwürdigkeit erfreuen kann.
Kardinal Kasper und die anderen denkenden Köpfe der Erneuerer können es einfach nicht ignorieren: ihre Vorschläge würden -wenn man sie annimmt- direkt dazu führen, die unreformierbare Lehre zu revidieren, also ganz einfach die Unfehlbarkeit der Kirche wegzufegen.

Die Wahl der wiederverheirateten Geschiedenen als Thema geschah sicher nicht zufällig. Das Sujet hat den Vorteil mitleiderregend zu sein, die Vertreter der Tradition als hartherzig, unsensibel, unbarmherzig erscheinen lassen zu können; andererseits betrifft es nur eine vergleichsweise geringe Zahl von Gläubigen- die praktizierenden wiederverheirateten Geschiedenden, die sich nach der Hl.Kommunion sehnen- was erlaubt den möglicherweise beunruhigten Konservativen zu versichern,  daß diese Reform ihr religiöses Leben in keiner Weise berührt.
Insgesamt hat diese Frage also einen dreifachen Vorteil, einen oder mehrere Punkte des Glaubens zu leugnen ( die Unauflölichkeit der Ehe, die Notwendigkeit des festen Vosatzes, die Voraussetzung des Standes der Gnade für die Kommunion), eine starke Mitleidskomponente, und gleichzeitig -sozusagen an der Peripherie zu bleiben; die beiden letzten Punkte erlauben es, den ersten passieren zu lassen, der das große wahre Ziel der Erneuerer ist, die man nicht für Ignoranten oder Idioten halten darf,.

In der Tat sieht man- wenn durch die Synode oder den Papst, der wahrscheinlich die Fragen nicht in ihrer Sprache stellt, ihren Vorschlägen zugestimmt wird, es nicht nur um einige Punkte der Lehre der Kirche ginge, die geleugnet werden, sondern um die Unfehlbarkeit der Kirche und die Autorität ihrer Verkündung.
Es geht nicht nur darum, die Lehre zu diesem präzisen Punkt zu reformieren, sondern darum einen bösartigen Präzedenzfall zu schaffen, indem durch diese Tatsache allein alle Dogmen des Glaubens, die ganze Autorität der Kirche, die gesamte Offenbarung der Leugung anheim fallen.
Man könnte noch diesen oder jenen Artikel des Glaubens retten-aus pastoralen Gründen: in der Tat, man hätte schon den gesamten katholischen Glauben auf den Kopf gestellt und man würde diese oder jene Wahrheit nur noch zufällig beibehalten. 
Man könnte auch alles als eine rein disziplinarische Reform passieren lassen, es wird nichts bleiben, weil man ja schon den gesamten katholischen Glauben geleugnet und die Autorität der Offenbarung im Leben der Kirche annulliert hat, so daß von der Schrift oder der Tradition nichts als ein frommes Dekor bliebe, mit dem man die radikal der Lehre Christi entgegenstehenden Entwicklungen bedecken könnte.

Warum mit soviel Sturheit auf einem Punkt bestehen, der auf den ersten Blick sekundär erscheint?
Weil die denkenden Köpfe des Kasperismus sicher nicht diesen einen Punkt im Auge haben, sondern die Autorität einer Offenbarung, die sie seit langem ablehnen. Das ist keine schecht verstandene pastorale Fürsorge für die verstörten Gläubigen, die die zu Erneuerungen entschlossensten Partisanen bewegt, es ist der entschlossene Wille, anstelle der von Jesus Christus gegründeten Katholischen Kirche diese "gewisse Art von Kirche" zu etablieren, von der Kardinal Daneels geträumt hat."

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