Samstag, 6. Februar 2016

"Benedetto XVI, ein totaler Papst"

aci-stampa berichtet heute über die Vorstellung des neuen Buches von Marco Mancini  "Benedikt XVI - ein totaler Papst" durch Erzbischof Georg Gänswein 
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               "Benedetto XVI, ein totaler Papst"




"Das Werk von Marco Mancini "Benedetto XVI. Ein totaler Papst" - bereichert durch ein sehr persönliches und bewegendes Vorwort von Kardinal Tarcisio Bertone, durchläuft in großen Linien die entscheidenden Augenblicke und Punkte des Pontifikates Benedikts XVI. Der in 14 Kapitel eingeteilte Text  bietet einen Blick der Retrospektive an, der die Person eines Hirten von großem Format aufscheinen läßt, der auch so bleibt nachdem er die Zügel der Leitung der Kirche aus der Hand gegeben hat.
Nachdem ich das Buch gelesen und noch einmal gelesen habe, möchte ich mit Ihnen die Hauptlinien teilen und hervorheben, die mir die Persönlichkeit Papa Benedettos zu charakterisieren scheinen und helfen, sein Wirken besser zu verstehen.

Erste Richtschnur: der evangelische petrinische Dienst
Das Pontifikat Benedikts XVI ist zu allererst von seinem rigorosen und festen Wunsch bestimmt worden, eine Realität ins Zentrum des Lebens der Kirche zurückzubringen, dessen Identität nur die Kirche bewahrt; das Wort Gottes.
Es ist sicher, daß es nicht nur in eine weit entfernte Vergangenheit gehört, an einen Ort der historischen Erinnerung, sondern das Wort spricht auch in unserer Gegenwart und gehört zu unserem täglich gelebten Leben.
Benedikt XVI hat sich dem Wort Gottes geweiht mit dem Bewußtsein, daß - wie er kurz nach seiner Wahl sagte - er sich keinerlei Regierungsprogramm vorgenommen habe, jedenfalls sicher nicht so, wie man es allgemein versteht - er hat statt dessen unwiderruflich erklärt "Mein wahres Programm ist, nicht meinen Willen zu tun, nicht meinen Ideen zu folgen, sondern mich und die ganze Kirche bereit zu machen, auf das Wort und den Willen Gottes zu hören und sich von ihm führen zu lassen, so daß er selbst die Kirche führt in dieser Stunde unserer Geschichte.
Und wie Benedikt als erste Aufgabe seines Amtes sah, die Kirche an das Wort Gottes zu binden und den Gehorsam zum Wort zu garantieren, war er sich auch der Tatsache bewußt, daß seine erste Pflicht darin bestand, selbst auf exemplarische Weise den Gehorsam zu leben.


Und  so hat er dann die Hl. Schrift so sehr geliebt und die Menschen durch Verkündung und Predigten zum Kennenlernen des Evangeliums geführt. Sein petrinischer Dienst hätte auch als ganz und gar evangelisches Pontifikat charakterisiert werden können. Deshalb konnte Benedetto - bei der letzten Generalaudienz, bei der er sich als Bischof von Rom verabschiedete, klar bekennen, während seine Amtes als Nachfolger Petri von dem festen Bewußtsein begleitet worden zu sein, daß die Kirche ihr Leben vom Wort Gottes aus gestaltet.

Papst Benedikt hat sein Pontifikat konzipiert und verstanden nach der Bedeutung, die ihm der Hl. Ignatius von Antíochien gegeben hat - der in seinem Brief an die Römer (ungef. aus dem Jahr 100) die Kirche von Rom als Vorsitzende der Liebe gezeigt und erlebt hat, und das in der Überzeugung, daß der Vorsitz des Glaubens und seiner Lehre vor allem der Vorsitz der Liebe sein müsse. Weil ein Glaube ohne Liebe nicht der Glaube des biblischen Gottes ist. Die Lehre der Kirche erreicht die Herzen der Menchen nur, wenn sie sie zur Liebe führt.

Hier leuchtet wieder das tiefste Motiv hervor, für das im Denken und Handeln von Benedikt XVI Wahrheit und Liebe keine sich widersprechenden Worte sind, eher ergänzen und nähren sie sich gegenseitig, weil die Wahrheit ohne Liebe brutal werden kann und die Liebe ohne Wahrheit banal. Papst Benedikt hat sie deshalb als untrennbar angesehen - die Wahrheit des Glaubens von der Liebe Gottes zu den Menschen und der Liebe des Menschen zu Gott und zu seinen Brüdern, und er hat sein gesamtes Pontifikat in den Dienst der Verkündung dieses Glaubens gestellt. So hat er die Kirche haupsächlich durch seine Lehre geführt, von seinem Pontifikat wird in Zukunft als Erbe sein Lehramt bleiben, das er nicht nur durch seine 3 Enzykliken ausgeübt hat - "Deus caritas est", "Spe salvi" und "Caritas in veritate", sondern auch durch die Generalaudienzen mit seinen tiefschürfenden Katechesen über die Apostel, besonders über den Hl.Paulus, die Kirchenväter und die großen Theologen und Theologinnen in der Geschichte de Kirche, über das Priesteramt, das Gebet und über den Glauben 

Zweite Richtschnur: der Dienst an der Wahrheit, der Vernunft und der Schönheit des Glaubens
Papst Benedikt hat während seines reichen Lehramtes nicht den Glauben der Einfachen aus dem Blick verloren. Er war eher überzeugt, daß die Wahrheit des Glaubens sich in letzter Analyse in den Herzen der Demütigen findet und nur mit den Augen des Glaubens gesehen werden kann, wie er selbst in seiner Botschaft Urbi et Orbi Weihnachten 2010 sagte "Wenn die Wahrheit nur eine mathematische Formel wäre. würde sie sich von selbst durchsetzen. Wenn dagegen die Wahrheit Liebe ist, bittet sie um den Glaubens, um das Ja unseres Herzens."
Um menschlicher Glaube zu sein und zu bleiben, muß der christliche Glaube deshalb immer den Dialog mit der menschlichen Vernunft suchen. Der Dialog zwischen Glauben und Vernunft lag Benedikt XVI besonders am Herzen, weil er zutiefst davon überzeugt war, daß der eine vom anderen abhänge und nur im gegenseitigen Dialog die Pathologien der Venunft überwunden und die Krankheiten des Glaubens vermieden werden können.

Weil ohne Glauben die Vernunft einseitig und eindimensional zu werden und ohne Vernunft der Glaube seine Wahrheit zu verdecken und fundamentalistisch zu werden droht. Diese Themen sind kontinuierlich auch im Verlauf seiner 20 Apostolischen Reisen ins Ausland und in Italien angesprochen worden und in seinen Begegnungen mit der Welt der Kultur, der Wissenschaft und der Politik. So hat er essentielle Anregungen gegeben- zu tiefgehenden Überlegungen über den Glauben und seine erhellende Kraft für das Zusammenleben der Menschen.

Mit der Überzeugung, daß die Gottesfrage die Frage von grundlegender Bedeutung für die Fragen ist, die mit der Zukunft der Menschheit zusammenhängen. Mit seiner fundamentalen Homiletik hat Papst Benedikt dazu beitragen wollen, die Gottesfrage in der modernen Gesellschaft lebendig zu erhalten.
Der Dialog zwischen Vernunft und Glauben war für Benedikt XVI auch vor allem deshalb essentiell, weil Gott der Logos ist und die gesamte Schöpfung Zeugin dieser Venunft ist.
Der Logos ist nicht nur eine mathematische Vernunft sondern hat auch ein Herz und ist die Liebe.
Daraus hat Papa Ratzinger den folgenden Schluss gezogen: Die Wahrheit ist schön. Wahrheit und Schönheit gehören zusammen: die Schönheit ist das Siegel der Wahrheit.
Es war ein Hezensanliegen von Benedikt XVI, den Dialog mit der Kunst zu kultivieren - soweit sie zur Welt der Schönheit gehörte - aber auch und vor allem hat er sich bemüht, die Schönheit des Glaubens selber ans Licht zu bringen, damit man nicht nur vom Glauben spreche, sondern damit er vor allem gefeiert werde.
Fortsetzung folgt......
Quelle: acistampa, Erzbischof G. Gänswein, Marco Mancini

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