Sonntag, 21. August 2016

Die Lateinamerika-Connection in der Kurie

Sandro Magister macht sich bei Settimo Cielo Gedanken über die lateinamerikanische Seilschaft und ihren Einfluss in der Kurie. Hier geht´s zum Original: klicken

"ZWISCHEN BUTTIGLIONE UND RODRIGO GUERRA, DIE LATEINAMERIKA-CONNECTION"
Das Doppelinterview von zwei Kennern des Denkens Karol Wojtylas, des Italieners Rocco Buttiglione und des Mexikaners Rodrigo Guerras, im Osservatore Romano - das die Interpretation von "Amoris Laetitia" unterstützt, die die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene für möglich hält, kann weiterhin auf Interesse rechnen und Debatten anstoßen, wie www.chiesa dokumentiert hat.


Der Brief, den wir hier wiedergeben, wirft ein Licht auf die Verbindungen zwischen den beiden Autoren und auf den Hintergrund des ihnen gemeinsamen Abstands von den Standpunkten Johannes Pauls II bei den Themen Ehe und Familie.
Autor ist ein alter Schüler Buttigliones auf dem Gebiet Philosophie und Politik und Lehramt Johanns Pauls II.
"Gentile Sandro Magister,
ich möchte darauf hinweisen, daß das Curriculum von Professor Rodrigo Guerra eine Überlagerung des Textes von Buttiglione ist, beginnend mit seiner Dissertation an der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein,deren Prorektor Buttiglione war und weiter mit ihrer gemeinsamen Anwesenheit im Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, deren Mitglied Buttiglione auch war.
Gar nicht zu sprechen von seinen akademischen Aufgaben in Mexiko, wo er seit 20 Jahren auch aus familiären Gründen wegen der Heirat einer seiner Töchter mit einem Vertreter des mexikanischen Bürgertums präsent ist.
Kurz gesagt: Professor Guerra ist ein Schüler Buttigliones und ihre gemeinsame Position, die sie im Osservatore Romano vertreten, ist kein Zufall.

Aller Wahrscheinlichkeit nach beweist das der Hintergrund dieser ihrer gemeinsamen Position und besonders das, was Guerra in Paragraph 5 geschrieben hat.
Die dort formulierte Gemeinsamkeit des theologischen und pastoralen Denkens Buttigliones und anderer, unter ihnen Professor Massimo Borghesi und Alver Metalli, auch sie aus Comunione e Liberazione stammend und mit analogen Positionen aufwartend, ist offensichtlich.
Man kann von einer lateinamerikanischen katholischen Denkschule sprechen, zu der besonders Buttiglione beigetragen hat- mit seiner Lehre, die betont, daß er die europäische Philosophie viel lehren kann, besonders die europäisch katholische.



Diese Position im katholischen Umfeld, deren bekanntester Vertreter heute Buttiglione ist, findet ihre Wurzeln in den überholten Versuchen der Befreiungstheologie vieler jener, die zunächst auf Inititative Johannes Paul II in den Episkopaten und an den größeren Universitäten Lateinamerikas wirkten. Der Versuch, der meiner Meinung nach, als Erkennungsmerkmal den Subjektivismus hat und sich in einer Pastoral zeigt, die eher aus der Glaubenserfahrung kommt und weniger zu den dogmatischen und katechetischen Formulierungen des Glaubens neigt.
Ich kann Ihnen meine Sorge über die aktuelle Position Buttigliones gar nicht klar genug ausdrücken,
die so weit von dem entfernt ist, was er lange behauptet und gelehrt hat, als er unter den Freunden Johannes Paus II gut eingeführt war, des Papstes, der auf seinen Rat hin, dem Päpstlichen Institut für Studien zur Ehe und Familie Leben und Namen gab.

Hochachtungsvoll.....Unterschrift

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

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