Donnerstag, 29. September 2016

2 Monate nach dem Mord an Père Hamel sprechen die Überlebenden

In einem Interview das Luc Adrian von La Famille Chrétienne mit ihnen führte, erinnern sich die 3 Überlebenden an den blutigen Morgen in der Kirche St,Etienne du Rouvray. Der Figaro berichtet.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"SAINT-ETIENNE DU ROUVRAY: DAS ERGREIFENDE ZEUGNIS DER ÜBERLEBENDEN DES ANGRIFFS"
2 Monate nach der Ermordung von Père Hamel in der Kirche der kleinen Gemeinde in der Seine-Maritime durch zwei Angreifer, die behaupteten zum IS zu gehören, haben sich die 3 Überlebenden der Website "Famille Chrétienne" anvertraut.
Sie kommen noch einmal auf ihre Konfrontation mit den Terroristen zurück, bei der sie vergeblich versucht haben, mit ihnen zu diskutieren.


                                     Deux passantes se recueillent devant l'église de Saint-Etienne-du-Rouvray, après l'assassinat du père Jacques Hamel le 26 juillet 2016.

Der Journalist von Famille Chrétienne, Luc Adrian hat sich mit Guy Coponet, der durch 3 Messerhiebe- davon einer in den Hals- verletzt wurde, seiner Frau Janine und seiner Schwester Danielle getroffen.
Es ist das erste mal, daß das Paar, beide in den 80-ern- offen Zeugnis ablegt.
Der 87-Jahre alte Arbeiter Guy Coponet ist ein Wunder.
Er mußte 45 Minuten warten, bis die Rettungskräfte eingreifen konnten.
"Der Notarzt, der mich versorgt hat, hat mir gesagt: "Es war eine göttliche Hand über Ihnen, weil keiner der Stiche ein lebenswichtiges Organ verletzt hat." Aber es war nicht weit davon entfernt....es ist wie ein Wunder!" erzählt er der "Famille Chrétienne".

Aber das Härteste für ihn war, gezwungen worden zu sein, die Hinrichtung von Père Hamel zu filmen.
Die beiden jungen Mörder haben mich am Kragen ("colbac"?)gepackt, mir eine Kamera in die Hand gedrückt und gesagt: "Papi du filmst".
Sie haben sogar die Qualität der Bilder überprüft und festgestellt, ob ich nicht zu sehr zitterte. Ich mußte die Ermordung meines Freundes Père Jacques filmen! Davon erhole ich mich nicht."

Er erklärt, daß die beiden Terroristen im Kopf hatten, ein Video zu machen, das durch die sozialen Medien um die Welt gehen und das ihnen den Titel "Märtyrer Allahs" einbringen sollte.
        
"Mein Vater- Dir überlasse ich mich"
Während des Angriffs versuchte Guy zu diskutieren. Er fragte einen der Mörder, ob er Kinder habe und fügte hinzu: " Denk an deine Eltern, du bist auf dem falschen Weg, du wirst sie durch Kummer töten."
Der Terrorist sticht auf ihn ein und zerrt ihn an die Stufen zum Altar- "Alles war rot, aber ich war mir nicht bewußt, daß es mein Blut war, das da floss. In dem Augenblick habe ich nicht gelitten.Ich habe mir an den Hals gegriffen, weil es da strömte."
Er bittet dann den Seligen Charles de Foucauld "er ist in der Wüste auch durch muslimische Hände gestorben" um Hilfe.
Er betet das Gebet des sich Ergebens. das er besonder liebt.
"Mein Vater, Dir überlasse ich mich,  tue, was Dir gefällt....ich lege meine Seele in Deine Hände zurück", erklärt er Luc Adrian.

Dann kommt es zu einer surrealen Unterhaltung zwischen Kermiche und Schwester Hélène, einer der Nonnen, die bei der Messe halfen.
"Haben Sie Angst zu sterben?" schleudert Kermich Hélène entgegen. "Nein" antwortet sie.
Er wundert sich. "Warum keine Angst?" "Weil ich an Gott glaube und weil ich weiß, daß ich glücklich sein werde," erzählt Schwester Danièlle Famille Chrétienne.
Er murmelt: "Ich glaube auch an Gott und ich habe keine Angst vor dem Tod"
Dann behauptet er "Jesus ist ein Mensch, nicht Gott!" fährt Schwester Danielle fort.
Guys Frau Janine bittet Kermiche um die Erlaubnis, sich setzen zu dürfen. "Er antwortete mir ohne zu zögern, höflich :" Ja setzen Sie sich Madame"
In diesem Augenblick bittet ihn Schwester Hélène. die auch erschöpft war, um ihren Stock, der an ihrem Platz geblieben war." Kermiche geht hin. nimmt den Stock und gibt ihn ihr" erzählt sie.

Um 10:30 läutet die Kirchenglocke. Die beiden Terroristen schieben die Überlebenden nach draußen, verlassen die Kirche "Allahu akbar" brüllend und lassen sich von den Polizisten töten.
"Das ist ein Selbstmord. Sie wollten sterben. Ich möchte sie im Himmel fragen "Warum das alles?" Um zu versuchen, zu verstehen," erzählt Schwester Danielle.

Heute erholen sich die Überlebenden der Kirche. Guy und Janine werden ihren 65. Hochzeitstag feiern. Jetzt stellt sich die Frage des Verzeihens.
"Ich könnte das nicht völlig tun, das steht Gott zu, mit seiner Gnade" sagt Guy.
Betet er manchmal mit seiner Frau für sie?
Wir kommen bis dahin, zu sagen "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun"
Sie überlegen, ob sie die Familien ihrer Henker treffen wollen "Um zu versuchen zu verstehen, und sie zu  besänftigen,"  sagt Janine.

Quelle: La Famille Chrétienne, Luc Adrian, LeFigaro



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