Dienstag, 22. November 2016

A. Socci: Sonnenuntergang eines Pontifikates

Antonio Socci bei Lo Straniero zur aktuellen Lage des Pontifikates nach der us-amerikanischen Präsidentschaftswahl, den Dubia und dem Konsistorium   klicken


"EIN KATASTROPHALES PONTIFIKAT, DAS SEINEN SONNENUNTERGANG ERLEBT (WIE DIE ÄRA OBAMA CLINTON)

Gestern sprach die New York Times von einem Rennen Papst Bergoglios gegen die Zeit,  um die Kirche endgültig in einen progressistischen Club zu transformieren, wie sie dem Radical-Chic gefällt.
Um dabei erfolgreich zu sein - müßte er - der NYT zufolge - eine Zahl von Kardinälen kreieren, die in der Lage wären, einen Nachfolger nach seinem Ebenbild zu wählen. Aber die Operation ist dringend. Da genügt das gestrige Konsistorium nicht.
In Katholischen Kreisen gibt es dagegen das Gefühl, daß dieses Pontifikat in einer Sackgasse gelandet ist, weil der politische Kontext,  in dem es entstanden war (die Präsidentschaft Obama/Clinton), verschwunden ist.


Das gestrige Konsistorium. das Ende des Hl. Jahres (heute) und der 80. Geburtstag (am 17. Dezember)  sagen, daß es Zeit für eine Bilanz für den Papst ist, die - verdeckt - von den Modernisten, die von einer Revolution träumten,a ls enttäuschend  betrachtet wird und von den Katholiken als Katastrophe (außerdem sprechen die Statistiken von einer Abnahme der religiösen Praxis) 
Schauen wir auf die verschiedenen Punkte.

FLOP
Franziskus´ Jubiläumsjahr war ein Flop, und das nicht nur für die römischen Hoteliers. Das christliche Volk hat es links liegen gelassen oder es ohne Überzeugung gelebt.
Der Besuch des Papstes in Lund am 31. Oktober zur Erinnerung an den 500. Jahrestag des Luther-Schismas, der als historischer Wendepunkt angekündigt worden war, mit der Perspektive der Interkommunion zwischen Katholiken und Protestanten, hat sich in eine Parade verwandelt, die nicht über die üblichen Absichtserklärungen hinausgingen (mit dem unangenehmen Gefühl einer moralischen Legitimation Luthers bei vielen Katholiken)

Die Themen, mit denen Bergoglio seit zwei Jahren die Kirche erzittern läßt - also die Eucharistie und die nicht sakramentalen Ehen haben zum Scheitern der beiden Synoden geführt.
Er hat dann Revanche genommen, indem er eine postsynodale Exhortation schrieb, Amoris Laetitia, die vorgibt, die 2000-jährige Geschichte der Kirche zu verändern, ohne es ausdrücklich zu sagen, indem er die Revolution in der Praxis als "von Fall zu Fall pastoral"  passieren ließ.

Eine Umkehr der Tatsachen, die von vielen Gläubigen und Bischöfen als verheerend angesehen wird,  bis zu dem Punkt daß einige Kardinäle: - repräsentativ für viele andere Kardinäle und Bischöfe - ihre "Dubia" schwarz auf weiß zu Papier gebracht, sie für alle bekannt gemacht haben, nachdem der Papst sich geweigert hatte, sie zu beantworten und die zweideutigen Punkte  und Auslöser von Konflikten klarzustellen. Seine Position ist zur Zeit eine der extremen Schwäche, weil es die Aufgabe des Nachfolgers Petri ist, genaue und definitiv klare Worte zu sprechen - zur Verteidigung der Katholischen Lehre. Wenn er sich weigert, das zu tun und selber die doktrinale Verwirrung und das Chaos in der Kirche unterhält, delegitimiert er sich ganz von allein selber.

Bis zu dem Punkt, daß der amerikanische Kardinal R.Burke, einer der Unterzeichner der Dubia im National Catholic Register erklärt, daß "wenn es keine Antwort auf die Fragen zu den kontroversen Punkten gibt, sich die Frage nach einem formellen Akt der Korrektur eines schweren Irrtums stellt."
Gestern hat der amerikanische Vaticanist Edward Pentin in einem Tweet berichtet, daß eine Quelle in Santa Marta Bergoglio als "kochend vor Wut" gegenüber den vier Kardinälen beschrieben habe. 

Die Unhaltbarkeit seiner Position beruht auf der Tatsache, daß er auf die "Dubia" , die man mit ja oder nein beantworten muß - weder das eine noch das andere antworten kann, weil er dann entweder seine Revolution verleugnen müßte (was eine Kapitulation wäre) - oder öffentlich zugeben, daß er mit der Katholischen Lehre gebrochen hat - und sich so als Papst delegitimieren.
Bergoglio ist so weit gegangen, beim gestrigen Konsistorium das traditionelle Treffen mit den Kardinälen abzusagen, damit sie ihm nicht eventuell vor aller Welt Fragen zu den Dubia stellen konnten. 

Aber der größte Mißerfolg von Papst Bergoglio ist sein politisches Scheitern - wenn man bedenkt, daß die drei ultraprogressistischen politischen Themen sein Pontifikat charakterisieren: 
die Tore für die Massenimmigration ganz weit öffnen, der Ökokatastrophismus und die akritische Öffnung gegenüber dem Islam.
Außer den politischen Niederlagen, die der Papst in seinem Südamerika erlitten hat (z.B.. in Argentinien und Kolumbien) stellt besonders der Sieg Donald Trumps bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen  eine Niederlage für ihn dar. 
Zuerst weil Trumps Linie im Gegensatz zu seiner eigenen (und Obamas) bei Immigration, Ökokatastrophismus und Islam steht. Dann weil Bergoglio während seiner Amerika-Reise Trump explizit mit einem sehr harten, absolut ungewöhnlichen Anatema "ad personam" attackiert hat.
Die Tatsache, daß Trump danach gewonnen hat und daß dabei die Stimmen der Katholiken mit ausschlaggebend waren, ließ gewisse Spezialisten sagen, daß die amerikanischen Katholiken Franziskus desavouiert haben.

Schließlich haben die US-amerikanischen Bischöfe nach der Präsidentschaftswahl abgestimmt, um eine neue Führung für ihre Bischofskonferenz zu wählen. Das war wie ein "Referendum über den Papst" sagte der Vaticanist John Allen.
Und die von Bergoglio bevorzugten Namen haben Schiffbruch erlitten. Es wurden andere gewählt.
Die Ära Trump führt zum geopolitischen Abstieg des Bergoglianismus.
Es ist kein Zufall, wenn es besonders Obama ist (und der liberale Medienzirkus), der den argentinischen Papst zum Mythos gemacht hat, den Papst, der die Prioritäten seiner Vorgängerpäpste (Benedikt XVI und Johannes Paul II) über den Haufen geworfen habe, indem er die Obama-Agenda zu der seinen machte und sich so in eine Art globalen Almosenier des Obamaismus verwandelte.  

DER SELTSAME RÜCKTRITT
Es ist auch von Bedeutung, daß man heute wieder anfängt über die seltsamen Umstände zu sprechen, die zum mysteriösen Amtsverzicht  Benedikts XVI führten.
In den letzten Tagen hat Professor Germano Dottori, Professor für Strategische Studien an der  Luiss-Universsität in Rom und Berater der Zeitschrift "Limes" (ein geopolitisches Magazin der Linken) der katholischen Agentur Zenit ein Interview gegeben.

Er wurde darin u.a. zu den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten gefragt, die geheimgehaltene Aspekte Hillary Clintons und ihres Stabes aufgedeckt haben, z.B. den "Brief von 2012" (zur Zeit Benedikt XVI) der eine gewisse Absicht für die Katholische Kirche offenbart [in Wirklichkeit handelt es sich wahrscheinlich um die  e-mails, über die wir hier gesprochen haben.
Dottori antwortete:
"Dokumente sind ans Licht gekommen, die den starken Willen von Hillarys Stab zeigen, eine Revolte im Herzen der Kirche zu provozieren, um die Hierarchie zu schwächen. Man hat sich der an der Basis gegründeten Pressure-Groups  und Verbindungen bedient und ist dabei dem bewährten Schema der "bunten Revolutionen" gefolgt. 
Wir sind noch nicht bei einem flagranten Delikt, aber wir sind ihm nahe.
Auch wenn ich keinerlei Beweise habe, habe ich immer gedacht, daß Benedikt XVI gedrängt wurde, durch eine komplexe Machenschaft derer, die ein Interesse daran hatten, die Versöhnung mit der russischen Orthodoxie, dem religiösen Grundpfeiler einer fortschreitenden Annäherung Kontinentaleuropas und Moskaus zu blockieren."
Heute in der Ära Trump wird diese Perspektive für die Kirche wieder aktuell (und für Europa). 
Und die Begegnung Franziskus´ mit dem Patriarchen Kyrill wäre eine der ersten Etappen dabei gewesen, wenn Franziskus sich nicht unmittelbar danach daran gemacht hätte, das, was er unterschrieben hatte, umzudeuten.

Es ist fast unmöglich, aber es wäre eine außerordentliche Wendung, daß Bergoglio die Obama-Agenda (und die Scalfaris) verwirft, um sich die Ratzinger-Agenda zu eigen zu machen, indem er die Hand (die ihm Benedikt XVI oft brüderlich und korrigierend entgegen gehalten hat, um doktrinale Entgleisungen und die Implosion der Kirche zu vermeiden) zu ergreifen.
Welche sind die anderen Wege,  die Papst Bergoglio offen stehen? 
In diesen Tagen kursiert das Gerücht von einem "großen Coup": der Einberufung eines Konzils.
Aber das erscheint grotesk und wäre schwer zu realisieren - auch aus praktischen Gründen (und dem Alter der Papstes).
Andere spekulieren über einen Rücktritt am Datum seines 80. Geburtstages (in einem Monat), was das Konsistorium vom November erklären würde (im Angesicht eines Konklaves).
Wahrscheinlicher wird sich dieses  Pontifikat - sich selbst und die Kirche abnutzend - Tag für Tag hinschleppen,  ins Chaos und zu  politischen Komitees für Immigranten führen. Und zu immer mehr neuen bergoglianischen Kardinälen, um seine Macht zu konsolidieren."

Quelle: A. Socci, Lo Staniero



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