Mittwoch, 23. November 2016

Ad Orientem

Lifesitenews berichtet über den Brief, den Papa emeritus Benedikt XVI anläßlich des 25. Jahrestages der Wahl des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I schrieb, in dem er auch auf die Bedeutung der Ausrichtung des Zelebranten ad orientem eingeht.
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"PAPST EMERITUS BENEDIKT ERNEUERT DEN AUFRUF AN DIE PRIESTER, SICH NACH OSTEN AUSZURICHTEN"

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Papst Benedikt XVI unterstützt die Reorientierung des Priesters in der Messe nach Osten -als ökumenisches Instrument und sagt: "In der Ausrichtung der Liturgie nach Osten sehen wir, daß
die Christen zusammen mit dem Herrn auf die Erlösung der Schöpfung in ihrer Gesamtheit zugehen wollen."

Diese Worte wurden in einem am 12. Oktober vom Osservatore Romano als Tribut an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I, zum kommenden 25. Jahrestag seiner Wahl betrachtenden Brief veröffentlicht.

Der Brief ist Teil eines Buches, mit einem Vorwort von Papst Franziskus, das den Titel trägt "Bartholomäus, Apostel und Visionär. 25 Jahre in der Leitung des Christlichen Ostens."

Papst Emeritus Benedikt fährt dann fort, die sonnenbezogene Bedeutung der Orientierung des Priesters in der Liturgie zu erklären: "Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr, ist zugleich auch die Sonne, die die Welt erleuchtet. Glaube ist also immer auf die Gesamtheit der Schöpfung ausgerichtet. Deshalb erfüllt Patriarch Bartholomäus einen wichtigen Aspekt seiner priesterlichen Mission genau durch sein Engagement für die Schöpfung."

Mit diesen Worten unterstreicht er damit das mächtige vereinigende Element der Liturgischen Traditionen des Ostens und des Westens, in dem die Orientierung nach Osten den Lateinischen Ritus universalisierte.
Die Orientierung dient auch als symbolisches Ziel, wie er erklärte: " Ein Hirte der Herde Jesu Christi kümmert sich nicht nur um den Kreis seiner eigenen Gläubigen. Die Gemeinschaft der Kirche ist universal, auch in dem Sinn, daß sie alle Realitäten einschließt." Sich zur aufgehenden Sonne auszurichten ist fundamental dafür, sich der ganzen Welt zuzuwenden, nicht nur einem geschlossenen Kreis: "auf dem Weg zur Erlösung der ganzen Schöpfung."





Die Sprache ist in der Theologie der Liturgie von Benedikt XVI nicht neu.

1966 sagte Joseph Ratzinger den Deutschen Katholiken: " Ist es wirklich so wichtig, dem Priester ins Gesicht zu sehen, oder ist es nicht wirklich heilsam, zu denken, daß er auch ein Christ ist wie alle anderen und daß er sich mit ihnen Gott zuwendet und mit allen zusammen "Vater unser" sagt?"

Im Vorwort von Pater Michael Uwe Langs Buch "Conversi ad Dominum" schrieb der damalige Kardinal Ratzinger: "In der alten Kirche war es üblich, daß der Bischof oder Priester nach der Predigt seinen Gläubigen zurief :""conversi ad dominum" : wendet euch dem Herrn zu-.
Das bedeutete zuallererst für alle, sich nach Osten, in die Richtung der aufgehenden Sonne zu drehen."

Er fügt dann hinzu "Conversi ad Dominum" wieder und wieder müssen wir uns selbst von der falschen Richtung umwenden, die wir so oft in Gedanken und Taten einschlagen. Immer wieder müssen wir uns Ihm zuwenden, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist."

Und dann wiederholt er -2000 in seinem "Geist der Liturgie" wieder: Die Hinwendung des Priesters zu den Leuten hat die Gemeinde zu einem in sich selbst verschlossenen Kreis gemacht. In seiner äußeren Form öffnet der sich nicht länger auf das hin, was vor ihm und über ihm liegt, sondern ist in sich selbst verschlossen. Die gemeinsame Ausrichtung nach Osten war nicht eine "Zelebration zur Wand hin", sie bedeutete nicht, daß der Priester "den Menschen den Rücken zuwandte".
Der Priester selbst wurde nicht als so wichtig angesehen. Weil genau wie die Gemeinde in der Synagoge gemeinsam nach Jerusalem blickte, auch in der Christlichen Liturgie die Gemeinde gemeinsam auf den Herrn nach Osten schaute."

Diese Worte über die Bedeutung der Orientierung der Liturgie sind besonders überzeugend, wenn sie im Zusammenhang mit den jüngsten Appellen Kardinal Robert Sarahs, der höchsten Autorität der Kirche in liturgischer Hinsicht, an die Priester, sich während ihrer liturgischen Zelebrationen nach Osten zu orientieren.

Benedikts von Herzen kommender Brief an Bartholomäus endet mit den freundlichen Worten: "Ich fühle, daß es besonders glückhaft ist, daß nach meinem Amtsverzicht der Patriarch mir immer nahe geblieben ist und mich sogar in meinem kleinen Kloster besucht hat. An vielen Plätzen in meinem Apartment kann man Erinnerungsstücke von ihm finden. Diese Erinnerungsstücke sind nicht nur lieb gewordene Zeichen unserer persönlichen Freundschaft, sondern auch Signalposten für die Einheit zwischen Konstantinopel und Rom, Zeichen der Hoffnung, daß wir auf die Einheit zugehen."

Quelle: lifesitenews

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