Samstag, 26. November 2016

Bischof Athanasius Schneider verteidigt den Appell der vier Kardinäle, Fortsetzung

Fortsetzung
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"Euer [der Bischöfe von Gallien] unbesiegbarer Glaube behält die ehrenvolle Unterscheidung zwischen bewußtem Wert und Inhalt und abstoßender listiger, vager und zögernder Aktion bei und bleibt sicher in Christus, und bewahrt den Beruf in seiner Freiheit. Doch weil wir alle tiefe und starke Schmerzen wegen der Handlungen der Bösen gegen Gott erleiden mußten - seit der Zeit als die Kirche anfing durch Störungen bedrängt zu werden, die Ausbürgerung von Bischöfen, der Absetzung von Priestern, der Einschüchterung der Menschen, Bedrohung des Glaubens und der Bestimmung der Bedeutung der Lehre Christi durch menschlichen Willen und Kraft,, Eure entschlossener Glaube gibt nicht vor,  diese Tatsachen nicht zu kennen oder zuzugeben, daß er sie tolerieren kann, indem er wahrnimmt, daß heuchlerischer Zustimmung sie vor die Schranken des Gewissens bringen würde. (Hil, De Syn., 4)

Ich habe gesagt, was ich selbst glaube, im Bewußtsein, daß ich das in meinen Dienst als Soldat der Kirche schulde, um Euch in Übereinstimmung mit der Lehre des Evangeliums durch diese Briefe die Stimme des Amtes zu schicken, das ich in Christus innehabe. Eure Aufgabe ist es zu diskutieren, und so zu handeln, daß ihr die unverletzliche Treue, in der ihr steht, immer im gewissenhaften Herzen und daß ihr weiterhin das behaltet, was ihr jetzt haltet (Hil. De Syn, 92)

Die folgenden Worte die der Hl Basil der Große an die Lateinischen Bischöfe richtete, können in mancherlei Hinsicht auf die Situation derer angewendet werden, die in unseren Tagen nach doktrinaler Klarheit fragen -einschließlich unserer vier Kardinäle.
Die eine Beschuldigung die heute zu sicherer schwerer Bestrafung führt, ist die die Tradition der Väter sorgfältig zu bewahren. Wir werden nicht wegen Reichtums angegriffen oder Ruhm oder irgendeinem zeitlichen Vorteil.
Wir stehen in der Arena, um für unser gemeinsames Erbe zu kämpfen, für den Schatz unseres gesunden, von den Vätern überkommenen Glaubens, Trauert mit uns alle ihr, die ihr die Brüder liebt, über das zum Schweigen bringen unserer Männer der wahren Religion und beim Öffnen der kühnen und blasphemischen Lippen aller derer, die Unrichtiges gegen Gott äußern. Die Pfeiler und Fundamente der Wahrheit sind zerstreut. Wir deren Bedeutungslosigkeit uns erlaubt hat, übersehen zu werden- werden unserer Rechtes auf freie Rede beraubt. (Ep. 243,2.4)





Heute werden die Bischöfe und Kardinäle, die nach Klarheit verlangen und versuchen, ihre Pflicht zu erfüllen und die überlieferte Göttliche Offenbarung über die Sakramente von Ehe und Eucharistie heilig und treu zu bewahren und zu interpretieren, werden nicht mehr ins Exil geschickt wie die Bischöfe von Nicäa in der Arianischen Krise. Im Gegensatz zur Zeit der Arianischen Krise wird -wie der Bischof von Regensburg Rudolf Graber 1973 schrieb, die Exilierung der Bischöfe heute  durch eine Vertuschungs-Strategie und Verleumdungskampagnen ersetzt ("Athanasius und die Kirche unserer Zeit, Ahrensberg 1973)

Ein anderer Meister des Katholischen Glaubens während der Arianischen Krise war der Hl.Gregor von Nazianz. Er hat die folgende überraschende Charakterisierung des Verhaltens der Mehrheit der Hirten der Kirche dieser Zeiten geschrieben:
"Sicher haben die Hirten dumm gehandelt: weil nur sehr wenige- die entweder übersehen wurden, weil sie unbedeutend waren oder wegen ihrer Tugend widerstanden- überdauerten und Same und Wurzel für das Wiederaufblühen und die Wiederbelebung Israels unter Einfluss des Geistes wurden, alle zu verschiedenen Zeiten, die sich nur dadurch voneinander unterschieden daß die einen früher, die anderen später unterlagen. Einige waren Meister und Führer in Unfrömmigkeit und andere schlossen sich der zweiten Schlachtreihe an, weil sie von Angst, Vorteile, oder Schmeichelei oder was am ehesten zu entschuldigen war durch ihre eigene Ignoranz" (Orat. 21-24).

Als Papst Liberius 357 eine des sogenannten "formulas von Sirmium", in denen er bewußt den dogmatisch definierten Ausdruck "homo-ousios" verwarf und den Hl. Athanasius exkommunizierte, um in Frieden und Harmonie mit Arianischen und Halb-Arianischen Bischöfen des Ostens zu leben, waren die treuen Katholiken und einige wenige Bischöfe, besonders der Hl. Hilarius von Poitiers zutiefst schockiert.
Der Hl.Hilarius übermittelte den Brief, den Papst Liberius an die Orient-Bischöfe geschickt hatte, in dem er die Annahme der Formel von Sirmium und der Exkommunikation des Hl. Athanasius ankündigte.
In tiefem Schmerz und bestürzt fügte der Hl. Hilarius in einer Art Verzweiflung hinzu: "Anathema sei Dir von mir gesagt, Wortverdreher Liberi" . Ich sage Anathema seist Du,Praevaricator Liberius. (Denzinger-Schönmetz)
Papst Liberius wollte Ruhe und Harmonie um jeden Preis, sogar zu Lasten der Göttlichen Wahrheit.
In diesem Brief an die heterodoxen Lateinischen Bischöfe Ursace, Valens und Germinius kündigte er ihnen die oben erwähnten Entscheidungen an, er schrieb daß er Frieden und Harmonie dem Martyrium vorzog. (Denzinger-Schönmetz)

"In welchem dramatischen Gegensatz stand das Verhalten von Papst Liberius zur Überzeugung des Hl.Hilarius von Poitiers: "Wir machen keinen Frieden auf Kosten der Wahrheit, indem wir Konzessionen machen, um den Ruf der Toleranz zu erwerben. Wir machen Frieden, indem wir zu Recht nach den Regeln des Hl.Geistes kämpfen. Es gibt die Gefahr sich heimlich unter dem wundervollen Namen des Friedens mit dem Unglauben zu verbünden." (Hil.,Ad Const.)

Der Selige John Henry Newman hat diese ungewöhnlich traurigen Tatsachen mit der folgenden weisen und ausgewogenen Bekräftigung kommentiert: " Während es historisch wahr ist, ist es keineswegs doktrinär falsch, daß ein Papst als Privatgelehrter und noch viel mehr Bischöfe, wenn sie nicht ex cathedra lehren, sich irren können, wie sie sich-wir haben es gesehen-im 4, Jahrhundert irrten. Papst Liberius hätte ein von Eusebios formula at Sirmium unterschreiben können und die Masse der Bischöfe in Ariminum oder anderswo- und sie könnten trotz dieses Irrtums in ihren ex-cathedra-Entscheidungen unfehlbar sein." (Die Arianer des 4. Jahrhunderts, London, 1876)

Die vier Kardinäle, die mit prophetischer Stimme doktrínale und pastorale  Klarheit fordern, haben vor ihrem Gewissen, vor der Geschichte und einer unzähligen Schar einfacher gläubiger Katholiken, die wegen ihrer Treue zur Kirchenlehre über die Unauflöslichkeit der Ehe an die kirchliche Peripherie abgeschoben werden ein großes Verdienst erworben.
Vor allem aber haben die vier Bischöfe in den Augen Gottes ein großes Verdienst. Wegen ihrer mutigen Stimmen wird ihr Name beim  Jüngsten Gericht hell scheinen. Weil sie der Stimme ihres Gewissens gehorchten  und sich der Worte des Hl. Paulus erinnerten: "Gegen die Wahrheit können wir nichts tun, nur für sie" (2 Kor.,13,8)
Sicherlich werden beim Jüngsten Gericht die oben erwähnten klerikalen Kritiker der vier Kardinäle die Frage nach ihrer hefigen Attacke auf das so richtige, ehrenvolle und verdienstvolle Tun dieser 4 Mitglieder des Heiligen Kardinalskollegiums beantworten müssen.

Die folgenden, vom Hl.Geist inspirierten Worte erhalten ihren prophetischen Wert besonders angesichts der wachsenden doktrinalen und praktischen Konfusion bzgl. des Ehesakraments in unseren Tagen :" In kommenden Tagen, wenn die Menschen die gesunde Lehre nicht mehr ertragen, werden sie mit juckenden Ohren Lehrer um sich sammeln, die zu ihren eigenen Leidenschaften passen und sich vom Hören der Wahrheit abwenden und in die Mythen abwandern. Was dich betrifft, sei immer nüchternen Geistes, ertrage das Leid, tue die Arbeit eines Evangelisten, erfülle deinen Dienst" (2 Tim, 4, 3-5)

Mögen alle, die in unseren Tagen ihr Taufversprechen noch ernst nehmen und ihre priesterlichen und bischöflichen Versprechen, die Stärke und die Gnade Gottes empfangen, so daß sie zusammen mit dem Hl. Hilarius die Worte wiederholt: "Mag ich auch immer im Exil sein, wenn nur die Wahrheit wieder gepredigt wird" (De Syn 78) 
Diese Stärke und Gnade wünschen wir unseren vier Kardinälen  ebenso wie allen die sie kritisieren von ganzem Herzen,.

Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese Saint Mary in Astana

Quelle rorate caeli

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