Freitag, 2. Dezember 2016

Im Bergoglio-Lehramt ist die Kirche nicht mehr Lehrerin aber auch nicht mehr Mutter

Corrispondenza Romana veröffentlicht diesen ursprünglich von Chiesa e postconcilio geposteten Kommentar zur aktuellen Situation der Römischen Kirche und des aktuellen Pontifikates- nach der Kontroverse um die dubia und nach der Veröffentlichung des Apostolischen Briefes "Misericordia et misera". Hier geht´s zum Original: klicken

"DAS LEHRAMT DER MEDIEN IST JETZT NICHT MEHR FLÜSSIG SONDERN SCHON GASFÖRMIG"

Nachdem er im Apostolischen Brief "Misericordia et misera"  verkündet hat, daß Abtreibung eine schreckliche Tat ist, hat der Papst die Möglichkeit zur Absolution für die, die bereuen und den Weg der Umkehr gewählt haben, ausgeweitet. Es ist offensichtlich, wie man sehr gut an den auf unserer Seite gesammelten Titeln sehen kann, daß die Medien die Nachricht durch ihr ideologisches Raster verzerrt wahrgenommen und Mißverständnisse erzeugt haben.

                               magistero-mediatico

Und dennoch sind da keine religiöse Autoritäten, die das dementieren, sie scheinen sogar zu diesem Verhalten im Sinne der Gutmenschen zu ermutigen.

Und es sind nicht nur die regimetreuen Medien sondern viele Wohlmeinende (siehe Introvigne, Buttiglione etc) und große Teile des Klerus, die sich beeilen, Bergoglio bei seinem permissiven Tun (dem bedingungslosen Vergeben) zu unterstützen.
Außerdem ist- unabhängig von den Mißverständnissen der Medien- "Misericordia et misera" ein Helldunkel, das dazu gedacht zu sein scheint, zu verwirren und nicht dazu, die Seelen zu führen.
Alles scheint sich abzuflachen: de facto ist die Exkommunikation Latae Sententiae nicht abgeschafft worden, die eine sehr schwere Strafe für Taten wie die Abtreibung ist.
Welchen Sinn aber soll es haben, sie de jure nicht abzuschaffen, sie aber dann de facto zu vereiteln, wenn jeder Priester sie rückgängig machen kann?
Und kann in der Hierarchie der Normen ein Apostolisches Schreiben dem Kanonischen Recht widersprechen?

Die vorhergehende Disziplin der dem  Bischof vorbehaltenen Absolution (oder einem vom Bischof beauftragten Priester) leugnet die Barmherzigkeit nicht, wie die Kirche sie nie verneint hat, aber sie betont die Schwere der Sünde und die Notwendigkeit eines reifen Bußeprozesses. Gott ist gut und barmherzig -aber auch gerecht.

Und dennoch kann- auf "Misericordia et misera" bezogen- Lucetta Scaraffia, Leitartiklerin des "Osservatore Romano" und anderer, nicht nur konfessioneller Zeitungen sagen, daß mit dieser Änderung der Einstufung der Abtreibung, "die Kirche aufhört, eine Abgabestelle für Regeln zu sein und eine Mutter wird, die nach so viel Leid zurückgekehrten Sünder empfängt."

Diese Vision der Ecclesia docens, regens, sanctificans als Agentur, die Regeln austeilt, überrascht und schmerzt.
Die immerwährende Kirche ist für immer Mutter und Lehrerin, die in ihrer tausendjährigen Geschichte ungezählte Reihen von Heiligen geschaffen hat. Während die Bergoglio-Kirche der Barmherzigkeit nicht mehr Lehrerin ist-aber auch nicht mehr Mutter, wenn man die neue Form sieht, in der sich sie sich gewollt formlos präsentiert- durch die Lässigkeit eines schlampigen Stils und unzusammenhängender Reden, die sich immer mehr als Instrument der grenzenlosen Globalisierung bestätigt.




Ich kehre noch einmal zum schmerzenden Punkt zurück, dem Kern des Problems: genau durch diese Maßnahmen, die über das Gesetz hinausgehen und eine neue von der Lehre abweichende Praxis installiert, kommt es zu einer Revolution des Formlosen und zur Aufgabe und Mißachtung der Tradition

Ich habe hier noch einmal das virtuelle Konzil studiert, das reale und das der gefälschten Hermeneutik (in der Tat das Konzil, das neue Paradigmen eingeführt hat, dessen Auswirkungen in paroxysmalen Rhythmen reifen) . Das Gleiche gilt auch für die Synode-die reale und die virtuelle- und für das, was ihnen folgte und folgen wird.
De facto wird jede dialektische Konfrontation vereitelt, weil die Gesprächspartner (die die Tradition bewahren und die Erneuerer) Leseraster verschiedener Realitäten benutzen: das Konzil, sie verändern die Sprache, eine fließende und nie definitive Rede. Neue Worte, die das alte Wissen verschleiern und die auch die Parameter zur Annäherung an die Realität verändert haben.
Und wenn man von der gleichen Sache spricht,  gibt man ihr eine unteschiedliche Bedeutung.
U.a. ist eines der Hauptmerkmale der aktuellen Hierarchie die Verwendung apodiktischer Sätze, ohne sich jemals die Mühe zu machen, sie zu beweisen und verstümmelte und sophistische Aussagen.
Aber sie müssen auch nichts beweisen, weil die neue Zugehensweise und die neue Sprache alles vom Ursprung her umgeworfen haben. Und das nicht Bewiesene der anomalen Pastoralität ohne definierte theologische Prinzipien nimmt uns den Rohstoff des Streites.

Das bewirkt das Vorrücken des fließenden, wechselnden, sich auflösenden Formlosen an Stelle des konstruierten Klaren, Unzweideutigen, Definierenden, Wahrheitsgemäßen.
Wir brauchen dagegen das Leuchtende, Beständige, Fruchtbare (nicht Museale oder Rigide oder Fixierte), die Standhaftigkeit des Dogmas, um nicht im Schlamm und Treibsand des historisch vorübergehenden Neo-Lehramtes zu versinken.

Bis man zur Kenntnis nimmt, daß dieses kippende Konzils-Erbe der wahre Knoten ist, der gelöst werden muß, wird unser Bemühen, die Wahrheit nach dem immerwährenden Lehramt neu zu bestätigen, den freien Seelen nützen und es kann wie eine Goldader weiter fließen, wie in einem unterirdischer Kanal, der am Ende dieser dunklen Nacht wieder auftaucht, aber es kann niemals eine Wirkung auf eine so deformierte und deformierende Wirklichkeit haben.
Und die ernste Erhabenheit einer möglichen kanonischen Korrektur*- ist in Gefahr, nicht das gewollte und erhoffte Ergebnis zu erzielen. Es sei denn, daß andere Faktoren hinzukommen oder- im Augenblick undenkbar- ein anderer, richtiger Wille entscheidet."

*Die von Kardinal Burke vorgezeichnete kanonische Korrektur sollte- wie man gut erkennen kann. nicht nur die postsynodale Exhortation betreffen, es genügt, an Lund und die Zusammenhänge zu denken, an die Parallel-Bündnisse bis zur Vermischung der Monotheismen und die Anerkennung des Islams, bis zu den Vorboten einer weltweiten Religion respektive der aus den Konzilserinnerungen entstandenen Knotenpunkte - den falsche Ökumenismus, die religiöse Freiheit...

Quelle:Corrispondenza Romana, La Chiesa e postconcilio


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