Samstag, 3. Dezember 2016

Kardinal Müller, die "Kasper-Häresie" und der Streit um AL und die dubia

Riccardo Cascioli bei La Nuova Bussola Quotidiana gibt die Aussagen Kardinal Müllers zu den dubia wieder und stellt die manipulativen Kommentare der Hyper.Papolatriker (z.b. bei Vatican Insider) dazu bloß. Hier geht´s zum Original: klicken


"DIE VIER KARDINÄLE SIND NICHT ALLEINE, AUCH MÜLLER IST MIT IHNEN"
"Und jetzt ist das Losungswort: "minimieren"
Wir sprechen vom ...Wert , den die Worte des Präekten der Glaubenskongregation, Gerhard L.Müller in der Debatte über Amoris Laetitia und den dubia der vier Kardinäle haben. In einem Interview mit der österr. Agentur "Kathpress" erklärt er offiziell, daß die Kongregation nicht Stellung bezieht, und fordert dazu auf, in der Debatte nicht zu polarisieren und den Ton nicht zu verschärfen, erklärt aber gleichzeitig auch klar- innerhalb der Grenzen, die ihm durch seine Rolle auferlegt sind, daß er die Tradition der Kirche bestätigt, soll heißen, daß die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen klar ausgeschlossen ist.
Und dann- sofort darauf- erklärt Vatican Insider seinen Lesern, daß es sich um eine "persönliche Meinung" und schließt so schon an der Wurzel jeden objektiven Wert aus. Die offensichtliche wenn auch plumpe Absicht dabei ist, jede radikale Kritik an dem, was jemand als "Kasper-Häresie" definiert hat, zu entkräften. Aber wenn wir auf das Interview schauen, war das sicher nicht die Absicht Kardinal Müllers.

Sehen wir also, was der Präfekt der Glaubenskongregation wirklich gesagt hat. Besonders weil die Kongregation nicht auf die dubia geantwortet hat, obwohl sie -neben dem Papst-auch an sie gerichtet waren? Weil die Kongregation mit "Autorisierung durch den Papst" spricht und handelt und "nicht an den Diskussionen teilnehmen kann".
In dieser Hinsicht sieht Müller die Gefahr einer Polarisierung und fordert eine objektive Diskussion. ohne sie zu überhitzen.
Übersetzung: der Papst will nicht antworten, und deshalb kann es auch die Kongregation nicht, aber die vier Kardinäle haben Recht, wenn sie sagen, daß das Schweigen den Weg für eine offene Debatte frei macht, Wenn Pater Spadaro und Avvenire auch ihren Seelenfrieden mit Kardinal Kasper machen, ist die Diskussion dennoch nicht beendet, wie sie vorgeben, sondern sie muß in einer Argumentation über ihre Inhalte weitergehen, ohne jene zu beleidigen, die Klarheit fordern.

Müller antwortet dann nicht direkt - das kann er nicht, wie wir gesehen haben- auf die Frage zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen, aber seine Antwort ist trotzdem sehr bedeutungsvoll: auf keinen Fall- sagt der Kardinal- "darf Amoris Laetitia so interpretiert werden, als zeige sie daß die früheren Aussagen der Päpste und der Glaubenskongregation nicht mehr gültig seien."




Und er weist ausdrücklich auf die offizielle Antwort hin, die die Glaubenskongregation (unter dem Vorsitz von Kardinal Ratzinger) 1994 drei deutschen Bischöfen (wundert sich jemand?)gab, die in einem Hirtenbrief ihre Absicht angekündigt hatten, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen. Die Antwort lautete, daß, obwohl solche Personen nicht aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen sind, sie die Hl. Kommunion nicht empfangen können. Ohne wenn und aber.
Und falls das nicht klar sei-unterstrich Kardinal Müller- daß die Unauflöslichkeit der Ehe  das unantastbare lehramtlicher Fundament jedweder pastoralen Begleitung sein müsse."

Jeder kann leicht begreifen daß die Bekräftigung der Wahrheit über die Ehe und die Unmöglichkeit, dem zu widersprechen, was vorangegangene Päpste betätigt haben, keine persönliche Meinung ist und Kardinal Müller sie auch nicht so versteht. Es ist dagegen ein gewichtiger Beitrag, der den Weg für phantasievolle doktrinale Neuerfindungen versperren soll, dem zwei Tage später ein analoger Beitrag von Kardinal Robert Sarah, dem Präfekten der Liturgiekongregation folgte, der in einem Interview sagte, daß die gesamte Kirche immer an der Tatsache festgehalten hat, daß keiner die Kommunion empfangen kann, der sich einer schweren Sünde bewußt ist, ein Prinzip, das definitiv in der Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" des Hl. Johannes Pauls II bestätigt wurde. Und falls das nicht klar sei, hat er hinzu gefügt, daß "auch ein Papst dieses göttliche Gesetz nicht abschaffen kann."

Und ein letztes Element hat Kardinal Müller erklärt: in der Kirche, sagte er, gibt es keine Schlacht um die Macht oder eine Kontroverse zwischen Konservativen und Progressisten, wie viele behaupten, sondern eine Schlacht "für den Sieg der Wahrheit". Das-und nur das- kann de facto eine persönliche Meinung sein. Aber soweit es uns angeht, teilen wir sie völlig."

Quelle: R.Cascioli, La Nuova Bussola Qoutidiana

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen