Freitag, 9. Dezember 2016

Warum das progressive Christentum scheitern wird.

Pater Dwight E. Longenecker hat sich  auf seinem blog "Standing on my head" Gedanken über die Zukunft des Christentums gemacht.
Wir haben den  Beitrag hier gefunden:  klicken

Der jüngste Furor in der Anglikanischen Gemeinschaft hat wieder die reale Teilung der Christenheit beleuchtet. : zwischen- mangels eines besseren Wortes- "historischen" und "progressiven" Christen.

"11 GRÜNDE WARUM DAS PROGRESSIVE CHRISTENTUM BALD AUSSTERBEN WIRD"   

Die historischen Christen glauben, daß ihre Religion von Gott offenbart wurde- in Person seines Sohnes Jesus Christus und daß die Schriften die Primärzeugen dieser Offenbarung sind. Sie glauben, daß die Kirche die Verkörperung des auferstandenen Herrn Jesus in der Welt ist und daß es  ihre Mission ist,  das was verloren ist und immer noch gültig und lebendig ist, zu suchen und zu retten. Historische Christen glauben an das übernatürliche Leben der Kirche und erwarten, daß Gott in der Welt und in ihrem Leben wirkt. 

Progressive Christen glauben, daß ihre Religion ein historischer Zufall von Umständen und Menschen ist, daß Jesus Christus bestenfalls ein göttlich inspirierter Lehrer war, die Schriften fehlerhafte menschliche Dokumente-beeinflußt vom Heidentum- sind und daß die Kirche eine Körperschaft spirituell gesinnter Menschen ist, die allen Frieden und Gerechtigkeit bringen und die Welt zu  einem besseren Ort machen will.

Ich stelle fest, daß ich mit breiten Pinselstrichen male, aber die grundlegende Trennung ist erkennbar und Gläubige beider Seiten sollten zugeben, daß es in allen Nominierungen historische und progressive Christen gibt.
Die wirkliche Trennung der Christenheit ist nicht länger zwischen Protestanten und Katholiken sondern zwischen Progressiven und Historischen.
Wenn ich "trennen" sage,  sollte ich sagen "Schlacht" weil beide Seiten in eine unendliche und unlösbare Schlacht verwickelt sind. Unendlich weil keine Seite weichen will und unlösbar weil die Trennung sich bis in die theologischen und philosophischen Wurzeln beider Aspekte erstreckt.

Dennoch ist es- wenn man die Dynamik der progressiven Christenheit ansieht wahr,  daß man sehen, wird, daß sie am Ende des Jahrhunderts entweder ausgestorben sein oder aufgehört haben wird, Christenheit zu sein.
Heute trägt der Modernismus bei den Mainstream-Protestanten und in Teilen der Katholischen Kirche noch christliche Kleider.
Das kann aus 11 sehr einfachen Gründen nicht mehr lange andauern :

1. Modernisten leugnen das Übernatürliche und sind deshalb nicht wirklich religiös.
Mit Religion meine ich Beziehung zum Übernatürlichen. Religion (ob das Leute sind, die um ein Lagerfeuer herumspringen oder ein Feierliches Hochamt in der Katholischen Kirche feiern) handelt von einem Austausch mit der anderen Welt. Es geht um Rettung der Seelen, Erlösung von der Sünde, Himmel, Hölle, Verdammung, Nachleben, Engel und Dämonen und alles das.
Progressive befassen sich nicht damit. Für sie ist Religion eine Sache, bei der man um gleiche Rechte kämpft, darum die Welt zu einem besseren Platz zu machen, zu jedermann freundlich zu sein und um"Spiritualität". 
Es dauert nicht lange, bis die Leute merken, daß man dafür nicht in die Kirche zu gehen braucht. Also hören die Leute damit auf und das kann schon den Tod des progressiven Christentums bedeuten.
Die erste Generation progressiver Christen wird die Kirche regelmäßig besuchen, die zweite manchmal, die dritte fast nie. Die vierte und fünfte wird keinerlei Notwendigkeit für Verehrung sehen. Sie werden schließen, daß Religion nicht mehr als gute Werke ist, dann ist das religiöse Ritual überflüssig ...und das wäre ganz richtig.

2. Progressive Religion ist essentiell individualistisch nicht gemeinschaftlich.
Jeder Mensch bildet sich seine eigene Meinung über die Dinge. Deshalb-wenn es zur Religion kommt- wird die separatistische Natur progressiver Religion immer intensiver werden. Individuen mit festen Meinungen werde kleinere und leidenschaftlichere Gruppen gleichgesinnter Menschen bilden und je kleiner die Gruppen sind, desto eher werden sie verwelken und sterben.




3. Progressives Christentum ist subjektiv und sentimental
Ihm fehlt eine Doktrin und es bevorzugt individuelle Spiritualität und sentimentale Antworten auf Doktrinen und moralische Themen. Es dauer daher nicht lange, bevor die individualistischen und sentimentalen Neigungen einen Menschen aus der Kirche treiben, die dogmatisch und anspruchsvoll ist. Modernisten ziehen ihre eigene Spiritualität und emotionalen Erfahrungen jeder Art formalen organisierten religiösen Engagements vor
Daher die moderne Aussage: "ich bin an Spiritualität interessiert, nicht an Religion" . Wenn diese Haltung überwiegt, stirbt die modernistische Religion, weil ihre Anhänger im Dazugehören und Glauben keinen Sinn mehr sehen.

4. Progressives Christentum ist historisch revisionistisch
Sie schreiben die Geschichte nach ihre Vorurteilen neu. In religiösen Worten bedeutet das,  daß sie von der Tradition abgeschnitten sind. Deshalb sind sie vom  Lebensstrom der wahren Religion abgeschnitten. Weil sie sich selbst von der Tradition abgeschnitten haben, werden sie nur die letzte religiöse Modeerscheinung, Spielerei oder Anpassung an die zeitgenössische Kultur haben.
Eine so kurzlebige Haltung kann nicht langfristig für eine anhaltende religiöse Langlebigkeit sorgen.
Religion gedeiht, wenn sie als Tradition gepflegt und durch die Jahre erweitert wird. EIne Religion, die die Tradition zerstört, zerstört sich daher selbst.

5. Progressives Christentum basiert auf überholtem Bibelstudium
Zynismus, moderner Zweifel und Verneinung der Glaubwürdigkeit der Bibel basiert auf dem rationalistischen Bibelstudium, das sein Verkaufsdatum längst überschritten hat. Die archäologischen, historischen und Textfunde des letzten Jahrhunderts lassen die protestantischen Bibelkritiker alt aussehen. 
Neue jüngere Bibelforscher benutzen die gleiche kritische Methode zur Analyse und Forschung, um zu zeigen, daß die Bibel sehr viel historischer ist, als die alten deutschen Burschen dachten.
Das Kartenhaus, das die modernistische Bibelforschung ist, bricht zusammen und wird das auch weiterhin tun. Den progressiven Christen wird dann nur übrig bleiben zum historischen Christentum zurück zu kehren oder nach einem Ausgang zu suchen, bei dem vom Glauben überhaupt nichts übrig geblieben ist.

6. Progressives Christentum stellt an seine Anhänger keine großen Ansprüche
Fragen Sie jeden Modernisten:" Warum sollte ich in die Kirche  kommen?" Was würde er antworten?
"Du mußt nicht in die Kirche. Sie ist da, wenn du willst. Wenn sie dir gut tut und du dich dann besser fühlst, sind wir hier,um dir zu dienen."
Modernistische Katholische Priester ringen die Hände und wundern sich, warum niemand mehr in die Messe kommt. Das kommt daher, daß sie seit 40 Jahren gesagt haben"Es ist wirklich keine Todsünde, die Messe zu versäumen. Du solltest kommen, weil du Gott liebst, nicht weil du ihn fürchtest." Während diese Gefühle lobenswert sein mögen, sollten sie doch nicht erstaunt sein, daß niemand mehr zur Messe kommt.
Der Progressive selbst versteht nicht wirklich, warum irgendwer religiös sein sollte. Er begann als religiöser Mensch, der an Sünde, Erlösung und die übernatürliche Geschichte glaubte. Er wurde allmählich Modernist und setzte während der ganzen Zeit seine religiöse Praxis fort, aber er hörte nie auf, zu fragen, warum so etwas nötig sein sollte. Wenn er ehrlich ist, und sich selbst, diese Frage stellt, wird er bald auch das Ausüben seiner Religion einstellen.
Außer-natürlich- wenn er Kleriker ist. Wenn er  Berufsreligiöser ist, würde er einen anderen Beruf brauchen, da ist es leichter die Show beizubehalten.

7. Progressive lassen die moralische Degeneration zu, die ihre Kraft aus der wirklichen Religion schöpft
Anhänger aller übernatürlichen Religionen fordern moralische Reinheit, Selbstdisziplin und Zurückhaltung. Wahre Religion erfordert Selbstdisziplin. Der Modernist sieht Religion nicht als Selbstverleugnung sondern als Selbsterfüllung.
Hedonisten werden bald feststellen, daß Religion-eben wenn sie in modernistischer Form verwässert ist- die Mühe nicht wert ist.
Ein anderer Aspekt dieses Punktes ist, daß progressive  Christen künstliche Empfängnisverhütung nutzen und Abtreibung unterstützen. Es ist keine Spitzenwissenschaft zu schließen, daß eine Bevölkerung die aufhört, Kinder zu bekommen, bald aussterben wird.

8. Die Kirche des Globalen Südens ist im Kommen
Das Christentum ist in Afrika, Asien und Südamerika am vitalsten. Die Christen dort sind sowohl historisch als auch modern. Sie sind jung, sie sind voller Energie und sie folgen dem Evangelium voller Freude und Dynamik. Daß die Afrikanischen Anglikaner die Episcopalen ausschließen wollen, ist ein Hinweis auf die Zukunft.
Das Historische Christentum wird aufsteigen und das progressive Christentum besiegen, ganz einfach, weil das erste authentisch ist und das zweite eine Fälschung.

9. Progressive sind langweilig und respektabel
Sie denken gewöhnlich, daß sie radikal seien, aber sie grau geworden, spießig und Teil des Establishments. Sie gehen immer mit der Menge, besonders wenn diese radikal oder subversiv sein will. Respektabilität ist der Todeskuss für eine wahre Religion und bourgeoiser Radikalismus die Grube.

10. Historische Christen sind jetzt die Radikalen
Wenn die ganze Welt liberal wird, ist es der Konservative, der radikal ist. Wenn die ganze Welt in moralische Dekadenz verwickelt ist, wird Keuschheit radikal. Wenn die ganze Welt von Völlerei verzehrt wird, ist der Fastende radikal. Wenn die ganze Welt vom Relativismus verschlungen wird, ist der Dogmatiker der Radikale. Wenn dien ganze Welt vom Materialismus geblendet wird, ist es der Spuernaturalist der radikal ist.
Christentum ist nur dann eine gute Nachricht, wenn es radikal ist und so sind es die historischen und heldenhaften Christen, die herrschen werden.

11. "Alle sind willkommen".... wird verschwinden
Es ist eine Ironie, daß das finale, unfehlbare Dogma für Progressive das "alle sind willkommen " ist. Sie realisieren nicht, daß eine Religion nur eine Religion sein kann, wenn sie Grenzen hat. 
Es gibt keinen Cub, wenn es keine Regeln gibt und es gibt keine Kirche, wenn es kein Dogma oder keine moralischen Forderungen gibt. Deshalb wird - während sie glücklich rufen "DIes ist ein Haus des Gebetes für alle Menschen" wird es zunehmend ein leeres Haus des Gebetes für niemanden.
Die Türen der progressiven Kirchen mögen weit geöffnet sein...aber deswegen, damit die LEute so schnell wie möglich hinaus kommen können.

Quelle: "Standing on my Head", Fr. Dwight E Longenecker
  


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