Dienstag, 7. Februar 2017

Überzogene Reaktion auf die Plakate: Die totale Barmherzigkeit?

R. Cascioli kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die maximal übertriebenen Reaktionen der journalistischen Revolutionswächter auf die Freitag Nacht erschienenen Plakate - denen übrigens auch die aus der klerikalen Entourage des Pontifex an verbaler Radikalität nicht nachstehen. Völlig vermißt wird dabei jeder Sinn für Humor.
Hier geht´s zum Original:  klicken

        "PLAKATE IN ROM, REAKTIONEN EINES TOTALITÄREN REGIMES"

"Ein bißchen Humor hilft dabei, voran zu gehen" hatte Papst Franziskus in der Predigt während der Messe bei seinem 80. Geburtstag, vor ungefähr 2 Monaten gesagt. Und wenige Tage vorher, in einem Interview mit  TV 2000 RadioInBlu hatte er erklärt: "Sinn für Humor ist eine Gnade und ich bitte jeden Tag darum und bete dieses schöne Gebet des Hl. Thomas Morus: " Gib mir den Sinn für Humor, Herr, damit ich über einen Scherz lachen kann (....) Der Sinn für Humor hebt dich, läßt dich das Provisorische des Lebens sehen und die Dinge mit einem Geist der erlösten Seele annehmen. Das ist eine menschliche Haltung, aber sie ist der Gnade Gottes näher."


                                             
Wir zweifeln nicht an der Tatsache, daß der Papst, als er von den überall in Rom verteilten Plakaten erfuhr, gelacht hat oder zumindest gelächelt.
"Ach Franz, du hast Kongregationen kommissioniert, Priester entlassen,  den Malteser Orden und die FFI enthauptet, Kardinäle ignoriert...wo ist deine Barmherzigkeit geblieben?"
So stand es auf diesen Plakaten, die an die Pasquinate erinnern, also diese Kärtchen oder satirischen Briefe, die zur Zeit des Kirchenstaates an der Statue im Zentrum Roms befestigt wurden.

Wenn Papst Franziskus auch gelacht haben sollte, dann die Revolutionswächter sicher nicht, die sich gestern wie ein Mann der Hexenjagd verschrieben haben.
Zumindest beunruhigend ist, daß die eine harte staatliche Intervention ausgelöst hat, um diese Form der Gewalt zu unterdrücken.
Man konnte alles lesen: von der Beschwerde über einen Angriff auf den Papst bis zum Vorwurf potentielle Attentäter zu bestärken und bewaffnen (link zu rossoporpora mit weiteren Kommentaren)
Wahrhaft sei ein richtiges Delirium, das am Ende dazu führte, die "Digos" gegen einen Studenten-Ulk zu mobilisieren, der wegen illegalen Plakatierens mit einer Geldstrafe geahndet werden kann.

Sicher und unbezweifelbar ist, daß die Plakate - die gegenwärtige Unzufriedenheit in vieler Katholiken ausdrücken. Und das erklärt die äußerst harte Reaktion der Regime-Presse, die Angst hat, ihre Dank dieses Pontifikates erworbenen Vorteile und Vergünstigungen zu verlieren.
Besonders diejenigen, die mit Gewaltmärschen in Richtung einer "neuen Kirche" marschieren wollen und daher weder Dissens noch Widerstandsnester dulden können.

Dann ist es unsinnig, wie hier über die Plakate berichtet wird, als vom okkulten Drama eines obskuren Netzes von Putschisten, das versucht, den Papst wegen seines klaren (?) Zeugnisses der Transparenz und des Willens zur Reform zu stürzen. Man geht sogar so weit (wie Avvenire), das ruhmreiche römische Volk zu beschreiben. das auf die Straßen eilt, um die Plakate abzureißen und ins Internet geht, um in den sozialen Netzwerken seine Empörung über das Geschehene und seine Solidarität mit dem Papst auszudrücken.

Aber wenn es etwas Beunruhigendes gibt dann das: die Geschichte der Plakate - in einen Akt des Terrorismus transformiert - zu benutzen, mit "Untersuchungen in konservativen Kreisen"  (die gleiche Sprache die bei der Suche nach Verantwortlichen der Anarcho-Widerstandskreise verwendet wird), um den Bischöfen, Theologen, Dozenten und Journalisten den Mund zu stopfen, die auch nur wagen, ihre Ratlosigkeit gegenüber bestimmten Aussagen und Unterlassungen des Papstes zu äußern.

Ein typisches Beispiel ist Alberto Melloni in Repubblicca, der sich mit der jetzt üblichen verbalen Gewalt gegen jene in den Kampf stürzt, die "einen antiquierten christlichen Fetisch repräsentieren, ungehorsam gegenüber dem Evangelium und süchtig nach Sichtbarkeit sind."
Würmer, die man zertreten muß, würde man denken, und der Papst hat unrecht, das nicht zu tun, wiederholt Melloni.
Er scheint sogar fast Papst Franziskus der Weichheit beschuldigen zu wollen, weil "nur mit der Hälfte dessen was Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, gesagt und getan hat, Pius XI das Kardinalsbirett zurückverlangt hätte." Und was hätte Kardinal Müller je anderes gesagt und getan, als zu bekräftigen und zu bestätigen, was die Kirchendoktrin sagt, die nicht eine Sammlung von leeren und trockenen unmenschlichen Gesetzen ist sondern das; was Gott selbst in Jesus Christus offenbart hat?

Was wollen also Melloni und seine Kumpane? Jeden demütigen und eliminieren, der noch von der Doktrin zu sprechen wagt, jede mögliche Form katholischer Äußerungen zum Schweigen bringen?
Für ihn ist der Inhalt des Interviews von Müller für Il Timone klar untolerierbar, unmöglich zu ertragen. Aber am Ende erbittet er keine Intervention des Papstes, nein: lassen wir stehen, daß es zu gut ist, zu denken, daß der Staat uns von dem befreit, was  der "schlimmste Katholizismus" ist, gefährlich nicht nur für die Kirche, sondern auch für Italien.
Er zerreißt sich die Kleider wegen der durch satirische Plakate provozierten Beleidigung des Papstes und behandelt dann einen Kardinal so, als sei er der schlimmste Verbrecher.
Wenn das die Zeugnisse der Barmherzigkeit sind, erwarten und sehr viel härtere Zeiten.

Quelle: R. Cacioli, La Nuova Bussola Quotidiana

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