Dienstag, 25. Juli 2017

Father Blake schreibt: Wie wird sich die Kirche an Papst Franziskus erinnern?

Father Blake hat den Osservatore-Artikel über den widerspenstigen Klerus gelesen und Austen Ivereigh zugehört, der sich um die Rezeption von Amoris Laetitia sorgte und dazu einen Beitrag für seinen marymagdalen-blog geschrieben.
Hier geht´s zum Original: klicken

                 "DIE REZEPTION VON PAPST FRANZISKUS"
"Ich bin -wie der größte Teil des Katholischen Klerus heutzutage- nicht sicher, daß die Orthodoxen nicht katholisch sind, oder Teil der Katholischen Kirche, so wie man sagen könnte, daß die im 16. Jahrhundert gegründeten Kirchen es nicht sind, oder die ohne gültige Sakramente es nicht sind.
Natürlich sind die, die die Taufe empfangen haben, immer irgendwie Teil der Katholischen Kirche, sogar wenn sie nach der Taufe ins Schisma gehen. 
Mit der "zwei-Lungen-Theorie" könnte man suggerieren, daß die Katholische Kirche ohne diese Einheit von Ost und West selbst defizitär ist und die Orthodoxen würden das selbe sagen, deshalb der Ausgriff auf Ost und West.

Praktisch könnte man sogar unterstellen, daß das große Schisma von 1054 erst 1870 mit dem I. Vaticanischen Konzil wirksam wurde. Bis dahin scheint es ein faires Maß an Interkommunion,sogar der Akzeptanz der gegenseitigen Jurisdiktion gegeben zu haben, orthodoxe Nonnen wählten jesuitische Beichtväter, in Italien wurden orthodoxe Eheauflöungs-Scheidungs-Erklärungen in den meisten Teilen und auch in der Katholischen Welt östlich von Italien akzeptiert.
Und obwohl wir die Theologie der Eucharistie sehr unterschiedlich formuliert haben mögen und diese Ausdrucksformen eher kultureller Art waren als wirklich ein Ausdruck eines unterschiedlichen Glaubens, könnten wir am Ende beide sagen: "Dieses ist Jesus".

Gestern habe ich Austen Ivereigh bei BBC zugehört, dem selbsternannten päsptlichen Apologeten, der über die "Aufnahme oder Nicht-Aufnahme" von Amoris Laetitia und des Lehramtes des Hl. Vaters oder sogar seiner Regierung sprach und im Osservatore Romano vom Samstafg gab  es diesen
faszinierenden Artikel über den italienischen Klerus- hoch und niedrig- der gegen Franziskus opponiert.
Aussage war, daß der Papst ein Guter und der Klerus Bösewichter und Ignoranten seien.
Historisch gesehen, arbeitet die Kirche so nicht und dieser Artikel wird warhscheinlich nur dazu dienen, die Isolation des Papstes zu betonen und andere zu ermutigen, darüber zu sprechen.


Ich stimme Ivereigh selten zu und frage mich oft, ob der Papst das tut, aber ich denke, daß diese Bezugnahme auf die "Aufnahme" wichtig ist. Im Westen haben wir ein sehr feudale und zunehmend aus den USA beeinflußte Haltung gegenüber der Autorität, die die als von oben kommend ansieht, die denen unten aufgezwungen wird.
Die orthodoxe Zugehensweise ist-vermute ich- etwas Katholischer, sicher patristisch, in dem Sinne, daß Konzile und Bischöfe  lehren, aber daß das ihre Lehre ist und nicht der Glaube der Kirche solange bis sie von  der gesamten Kirche akzeptiert wird (Hl. Vincent von Lerrins, katholisch ist, was immer, überall von allen geglaubt wurde).

So ist "Der Glaube" der Glaube der ganzen Kirche und sicher von nicht wenigen ihrer Hierarchie,
In der Tat können ein Papst oder Bischöfe sich nicht selbst als die Kirche identifizieren, sie sind letztlich so wichtig oder unwichtig wie jeder andere. Newman hat interessanterweise nach dem I. Vaticanischen Konzil geschrieben, daß das was die non-placet-Partei tat  und was ihr passierte sehr wichtig war, augenscheinlich war er an der Langzeitrezeption der Lehre des Konzils interessiert.
Nach dem II. Vaticanum könnten wir nicht
nur über alte Katholiken sondern auch über den Osten nachdenken.

In den frühen Tagen der Regierung dieses Papstes- als er sich so oft nicht als Papst sondern aös Bischof von Rom beschrieb, dachte ich, er würde sich vielleicht zu einem Verständnis des Papsttums
bewegen, das für beide Lungen- Osten und Westen- der patristischen Lehre folgend-akzeptabel wäre
und ich würde sagen auf der Linie mit wirklich Katholischem Fühlen.
Ein Bischof hat nur Autorität, weil er in Kommunion mit seiner Diözese und der Katholischen Kirche (der Kirche im Himmel und auf der Erde) handelt.
Der Bischof von Rom ist nicht anders: außer daß er Präsident der Kirche ist oder sogar ihr Monarch- ist er der Diener der Diener, ein heutzutage wenig gebrauchter Titel.

Ich wurde kürzlich von einem Sedisvacantisten niedergemacht; Kein vernünftiger Mensch würde die Wahl von Franziskus in Frage stellen, er ist Papst, trotz der Manipulationen der St. Gallen-Gruppe.
Eine sehr viel größere katholische Sorge ist die Akzeptanz von Franziskus´ Lehre, letztendlich wie die Kirche ihn erinnern wird, tatsächlich, ob sie ihn überhaupt erinnern wird oder als wenig mehr als einen kurzen historischen Rückfall oder als Kuriosität.
Durch Erinnern oder Nichterinnern- so geht die West-Kirche wirklich mit der Lehre von oben, von Konzilen, Päpsten und Bischöfen um.

Wenn der Osservatore-Artikel richtig ist -und es gibt keinen Grund sich vorzustellen, daß er das nicht ist- oder daß er sich nur auf Rom oder Italien bezieht, würde es so aussehen, als ob trotz des populären Beifalls von Journalisten und derer außerhalb oder am Rand der Kirche- der Klerus, wie sie sagen hoch und niedrig- und wahrscheinlich auch die engagierten Laien- Franziskus schnell vergessen werden und viele von ihnen werden das auch tun, wenn er still in seinem Grab zwischen seinen Vorgängern vermodert.
"Am Ende siegt der Herr"

 

Quelle: marymagdalenblog. Father R. Blake



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