Samstag, 7. März 2020

E. Gotti Tedeschi: Was uns das Corona-Virus lehrt.

Marco Tosatti veröffentlicht heute bei Stilum Curiae die Überlegungen zum Thema Corona-Virus und die menschliche Schwäche und Sterblichkeit, die E. Gott Tedeschi ihm nach einem Gespräch mit Don Nicola Bux übermittelt hat.
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"GOTTI TEDESCHI: WAS UNS DAS CORONA-VIRUS LEHRT... "

Liebe Stilumcurialisten, gestern Abend hat Professor Ettore G. Te deschi mir eine kurze spirituelle Überlegung geschickt, die aus einem Kolloquium mit Msgr. Nicola Bux in Zeiten des Corona-Virus entstanden ist. Mir scheint, daß es gerechtfertigt ist, Sie daran teilhaben zu lassen. Gute Lektüre. 
                                                           § § §

Lieber Marco, 
heute morgen hat ein kurzes telefonisches Colloquium mit Don Nicols Bux zu einer Überlegung geführt, die Ihre Leser von Stilum Curiae vielleicht zu schätzen wissen.
Don Nicola erzählte mir, daß diese durch das Coronavirus verursachte Angst viele Menschen, die sich nicht das Problem der Fragilität des menschlichen Lebens und des Sinns des Lebens gestellt haben, dazu veranlasst hat, es ernsthaft zu betrachten und um spirituelle Gespräche zu bitten. Das hat mich viel nachdenken lassen, genug, um eine Lehre daraus zu ziehen ...

Ich habe mich nicht nur an die Lesung vom Aschermittwoch, Genesis 3, 19 erinnert "Memento homo quis pulvis es..."aber auch, daß der Hl. Paulus geschrieben hat, daß "wenn ich schwach bin, dann bin ich stark" und in der Schwäche manifestiert sich die Kraft Gottes (2Kor 12, 10) . Und heute sind wir sehr schwach. 

Aber auch Seneca schrieb, daß "wir leben, als ob wenn wir für immer leben und vergessen, wie zerbrechlich wir sind" . Philosophische Weisheit. Unsere vermeintliche Selbstgenügsamkeit, das Gefühl der Unsterblichkeit, das oft durch beruflichen Erfolg (fast immer nicht nachhaltig) oder durch unangreifbare Gesundheit (auf die wir vertrauten, bis wir entdeckten, daß das unmöglich ist) bestätigt wird, entpuppt sich plötzlich als Illusion, die unsere Augen für unsere unausweichlichen Grenzen öffnet.. Grenzen, die vor allem die Hilfe Gottes, aber auch die Hilfe anderer erfordern und plötzlich eine heilige Solidarität mit anderen erzeugen.
Unsere Zerbrechlichkeit in einem Moment der Angst wie diesem vor diesem Virus, von dem wir nicht viel verstehen, erzeugt ein Bedürfnis nach und eine Verfügbarkeit zu unterstützender Aufmerksamkeit, die für uns und unseren Nächsten -in beiden Richtunge-   therapeutisch" wird. Besonders in einer Zeit, in der Notaufnahmen geschlossen, Krankenhäuser verstopft, Ärzte in Quarantäne festsitzen und am Telefon immer besetzt sind (um ihren Patienten zu helfen), entdecken wir in diesem Moment nicht nur, wie verrückt wir waren, zu glauben, wir hätten keine Grenzen, sondern auch, wie gefährlich es war, das zu  tun, weil wir vergessen hatten, was es ist, Nächstenliebe und Solidarität zu geben und zu empfangen.
Wenn wir gezwungen sind, Leiden und Schmerz zu erfahren, die  für uns und für andere an sich
sicherlich nicht gut sind, können wir sie in einen Wert verwandeln, eine Gelegenheit für spirituelles Wachstum in einer Welt, die so materialistisch ist, daß sie Angst macht.
Benedikt XVI erklärt in  "Spe Salvi" (Nr. 38), daß"das Maß der Menschlichkeit im Wesentlichen in der Beziehung zu Leidenden und zum  Leiden bestimmt wird" und dies gilt sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft. Aber auch der Heilige Paulus erklärt sich im Brief an die Kolosser als "glücklich über die Leiden, die ich für Euch ertrage, und vollendet in meinem Fleisch das, was in den Leiden Christi zugunsten seines (mystischen) Leibes, der die Kirche ist, fehlt" (Kol 1,24). Könnte dies eine Gelegenheit sein, unsere Anfechtungen auch oder vor allem für unsere Kirche aufzuopfern?
Ich glaube schon.

Ihr Ettore Gotti Tedeschi

Quelle: Stilum Curiae, M..Tosatti, E.G. Tedeschi

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