Montag, 16. März 2020

Fr. Hunwicke spricht...

heute bei liturgicalnotes noch einmal über die kürzlich wiederentdeckten Reliquien der Hl. Eanswythe und die Bedeutung des christlichen Reliquienkultes.
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             S. EANSWYTHE UND DER RELIQUIENKULT"

"Die Entdeckung und Identifzierung der Reliquien der hl. Jungfrau und Äbtissin
Eanswytha in der anglikanischen Pfarrkirche von Folkestone (siehe auch den Artikel
von vor ungefähr einer Woche) scheint mir eine hervorragende Gelegenheit zu bieten,
etwas über die Bedeutung der Reliquien zu informieren, wie die Lateiner, die
Byzantiner und die Kopten sie verstehen.
Die erhabene Wahrheit, daß Gott selbst
einen "Leib, mit Fleisch und Knochen und allem was zur Vollständigkeit der
menschlichen Natur gehört" angenommen hat, daß er durch seine Fleischwerdung die
ganze materielle Welt erlöst hat; daß er auch weiterhin durch die berührbare und
sichtbare Realität der materiellen Dinge wirkt, daß die Reliquien der Heiligen eine
machtvolle Vorahnung der Auferstehung des Leibes darstellen … das alles sind keine
eher abseitigen Gedankengespinste, sondern gehört zum Zentrum unseres Glaubens.
Die Reliquien der hl. Eanswytha könnten eine starke Hilfe dabei bieten, die Bedeutung
des Ordenslebens und der Würde des geweihten Lebens wieder ins Bewußtsein zu
rufen.
Die Verbreitung von Reliquien, die mit deren wiederholten Teilungen einherging und die
ganze christliche Welt erfasste, wird von manchen Schlaumeiern als abenteuerliche
oder mittelalterliche Praxis verächtlich gemacht.
Doch sie hat viel dazu beigetragen die Christen zusammen zu bringen, sie hat ein umfassendes christliches Reich entstehen lassen und das Bewußtsein dafür gefestigt, daß wir alle als Gefährten in Gemeinschaft miteinander verbunden sind.
Das Sammeln von Reliquien sollte dem modernen Christen nie peinlich oder
verächtlich sein. Als ich noch Pfarrer von "Thomas der Märtyrer ,an der Eisenbahn‘“ in
Oxford war, pilgerte ich mit der Gemeinde nach Walsingham, wo das anglikanische
Heiligtum über eine schöne Sammlung von Reliquien verfügt. Und so konnten wir nicht
nur zu Füßen Unserer Lieben Frau niederknien, sondern hatten auch die Freude, eine
beträchtliche Reliquie unseres Pfarrpatrons, des hl. Thomas von Canterbury verehren
zu können. Anders ausgedrückt: Wir wallfahrteten nicht nur zum englischen
„Nazareth“, sondern auch nach „Canterbury“ - und das umso mehr, als im wirklichen
Canterbury da, wo einst die ursprüngliche Gedenkstätte war, heute eine große, vielsagende, schmähliche Leere herrscht."

Fortsetzung folgt...

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

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