Mittwoch, 10. August 2016

Msgr. Antonio Livi: Die Eucharistie empfängt man mit dem Mund, kniend

Einige interessante liturgisch-sakramentale Beobachtungen von Msgr. Antonio Livi. Wir haben sie bei Messa in Latina gefunden.
"La Fede Quotidiana" hat am 2.8.16 ein Interview mit dem renommierten Theologieprofessor, Priester und Ideengeber der wichtigen website "Fides et Ratio" geführt und mit ihm über das gesamte Gebiet der Liturgie und über Äußerungen von Papst Franziskus gesprochen.
Hier geht´s zum Original:  klicken


                 antonio-livi

       
MSGR ANTONIO LIVI: "DIE KOMMUNION EMPFÄNGT MAN IM MUND UND KNIEND"

LFQ:
"Msgr. Livi, bei der Rückkehr von der Apostolischen Reise nach Armenien hat Papst Franziskus bei der traditionellen Pressekonferenz gesagt, daß unter den verschiedenen Kategorien, deretwegen die Kirche um Vergebung bitten müsse, auch die Homosexuellen seien. Was ist Ihre Meinung dazu?"

Msgr. Livi

"Ich denke, daß es zu diesem Punkt der Rede von Papst Franziskus zu viele verschiedene Interpretationen auf pastoraler Ebene und auf doktrinalem Gebiet gibt. Im Übrigen ist das, was Bergoglio in einem Schwätzchen mit den Journalisten während eines Rückfluges von einer Apostolischen Reise sagt -ja- interessant und auch wichtig-, aber sicher kann man dem nicht den Wert einer lehramtlichen Äußerung zuerkennen, umso weniger kann es den wahren und eigenen Dokumenten des Lehramtes entgegen gestellt werden. Die katholische Kirche hat- wenn sie offiziell zu diesem Thema Stellung beziehen will, immer eine kohärente Möglichkeit, vom Wort Gottes und der traditionellen Lehre der Kirche inspiriert, unfehlbar dieses Wort zu interpretieren.
Die traditionelle Doktrin der Kirche (das Dogma und die daraus folgenden moralischen Normen) kann heute von jedem Gläubigen bei der Lektüre des von Papst Johannes Paul II gewollten Katechismus der Katholischen Kirche nachgelesen werden.

Auch was das Urteil der Kirche über die Homosexuellen angeht, denke ich nicht, daß dem, was man im Katechismus liest, der eine sichere, definitive Doktrin enthält, viel hinzuzufügen ist.
Die Kirche hat immer jene, die von ihr die von Gott offenbarte Wahrheit über das freiwilligen homosexuellen Handlungen innewohnenden Schlechte erfahren möchten, vor den Sünden wider die Natur gewarnt, die zu den abscheulichen Sünden gehören, die "aus der Sicht Gottes nach Rache schreien."
Es ist also nicht möglich, daß der Papst durch zwei Bemerkungen während des Fluges die ganze Tradition der Kirche und die geltenden Normen des Kodex des Kanonischen Rechtes widerruft. Eher denke ich, daß -wie es meistens ist,- der Papst eine Botschaft an die Kultur richten wollte, die in unserer westlichen Welt zweifelsohne dominierend ist, eine Kultur die durch die absurde Behauptung der Legitimation -auch durch die öffentlichen Beispiele homosexuellen Verhaltens -charakterisiert wird, einschließlich der Nachahmung der wahren natürlichen Ehe, die sie in ganz Italien heuchlerischerweise "zivile Ehe" nennen.



Es ist offensichtlich, daß bei dieser Gelegenheit-wie bei so vielen anderen-der Papst beim Sprechen mit Journalisten von Fernsehen und Internationaler Presse, nicht den Kriterien des Lehramtes sondern der vaticanischen Diplomatie und der Medienpolitik folgt: um sie der Welt gegenüber beliebt zu machen, in Selbst-Promotion (Autopromotion) der Kirche .
Aus dieser Optik ist es nicht gewagt, zu behaupten, daß der Papst (ohne auf das Gesagte einzugehen oder über die unanfechtbaren Entscheidungen der obersten Autorität der Kirche zu urteilen ) definitiv -nicht die Kirche als solche- wohl aber die öffentliche Meinung im Inneren der Kirche zum Abriss führt. Tatsächlich läßt diese Art frei zu sprechen viele Leute, die vielleicht nur die laizistische und freimaurerische Presse lesen, denken, daß die Kirche bei diesen Themen vielleicht ihr Denken geändert und die Doktrin aller Zeiten zur Seite gelegt habe, während es so nicht ist, weil es so nicht ein darf."

"Die Heilige Kommunion: wie macht man es richtig?"

"Die konsekrierte Hostie, die der Leib Christi ist, wird im Mund empfangen und kniend. Diese Art hat die Kirche seit Jahrhunderten vorgeschrieben und es ist die einzige Art dem Sakrament der Eucharistie die Ehre zu erweisen, zur Feier der Liturgie, im Sinne der Anbetung und als Konsequenz des authentischen Glaubens in der Realpräsenz Christi, den Gott in der Gestalt von Brot und Wein zum Menschen gemacht hat, die der Priester während der Hl.Messe konsekriert hat.
Die Handkommunion, die etwas Protestantisches hat (weil sie die Dimension der Eucharistie zu verringern beabsichtigt), sollte vermieden werden und in der Tat hat Papst Paul VI sie nur als Ausnahme zugelassen, um einigen katholischen Episkopaten in Europa entgegen zu kommen, und Benedikt XVI war klar gegen sie.
Die Praxis der Handkommunion banalisiert das Sakrament und dann kommt man zur Massenprofanierung, wie es in Manila anläßlich der Hl. Messe von Papst Franziskus passierte, an der 2 Millionen Menschen teilnahmen, wo es im Augenblick der Kommunion ein unbeschreibliches Chaos gab,
Man muß die Kommunion in den Mund austeilen und möglichst Gläubigen, die knien, um sie zu empfangen. Wenn wir uns hinknien, drücken wir unsere volle Anbetung aus.
Heute kniet man sich selten hin, weil der lutherische Geist in den Kreis eingetreten ist, und auch weil der Sinn für das Heilige dazu tendiert, zu schwinden.
Man vergißt, daß man im Evangelium liest: Vor Jesus Christus kniet alles nieder- im Himmel, auf der Erde und überall."

"Papst Franziskus beugt bei der Konsekrierung nicht das Knie, warum?"

"Das muß man ihn fragen. Die Rubriken des Missale Romano (auch jene die aktuell für die Feier der
Messe nach dem ordentlichen Ritus gelten) schreiben vor, daß der Zelebrant nach der Konsekrierung
des Brotes und dann auch nach der Konsekrierung des Weines eine Kniebeuge machen muß. Keiner
kann das, was die Vorschriften und liturgischen Normen vorschreiben aus eigenem Willen übergehen-
Ich erinnere mich aber an Bilder, auf denen der aktuelle Papst sich am Gründonnerstag zur Fußwaschung
hinkniet, was mich denken läßt, daß es kein orthopädisches oder gesundheitliches Problem gibt.
Ich fürchte, daß dieses Betragen ein schlechtes Beispiel gibt. Im Übrigen ist die Kirchengeschichte
voller Päpste, die in der einen oder anderen Sache (immer zufällig, nie substantiell) ein schlechtes
Beispiel gegeben haben. Aber diese Päpste haben auch gute Beispiele von Heiligkeit gegeben und
insbesondere haben sie nie versäumt, die Pflicht das "Depositum Fidei" intakt zu halten, zu erfüllen,
das nicht von ihnen kommt. sondern das Wort Gottes selbst ist, der uns liebt und unsere ewige Rettung
will."

Quelle: Messa in Latino, Msgr. A.Livi

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