Dienstag, 18. Oktober 2016

Schokoladen-Luther versus Madonna von Fatima. Mehr Indizien für eine Ruptur.....

Antonio Socci kommentiert auf seine gewohnte Art die Entscheidung des Papstes, den Tag der Madonna von Fatima zu ignorieren und statt dessen einen Schokoladen-Luther in Begleitung einer protestantische Delegation zu empfangen. 
Hier geht´s zum Original vom 16. Oktober im Libero klicken
"BERGOGLIO, LÄSST AM TAG DER MADONNA VON FATIMA DIE STATUE LUTHERS TRIUMPHAL IN DEN VATICAN TRAGEN. DEN GRÖSSTEN HÄRETIKER WIE EINEN HEILIGEN UND FÜR HALLOWEEN (31.10.) BEREITET ER EINEN KLEINEN SCHERZ GEGEN DIE KATHOLISCHE KIRCHE VOR"
"2017 befinden wir uns 500 Jahre nach dem protestantischen Schisma (das das Ende der spirituellen Einheit Europas kennzeichnet) und 100 Jahre nach den Erscheinungen von Fatima, dem größten prophetischen Ereignis der Kirchengeschichte.
Luther steht am Anfang dieses Subjektivismus, aus dem- wie Jacques Maritain lehrt- dann die Philosophien und die Ideologien, die wir in der modernen Zeit erlebt haben, entstanden sind. 
Die Erscheinungen von Fatima dagegen- bei denen die Madonna die bolschewistische Revolution in Rußland ankündigte, die kommunistischen Verfolgungen und den Zweiten Weltkrieg- haben genau vor den apokalyptischen Konsequenzen dieser Ideologien gegen Gott gewarnt.
Es gibt also einen mysteriösen Antagonismus zwischen den beiden Ereignissen. In diesen Tagen erinnern wir uns an ihre fundamentalen Daten: der 31. Oktober ist der Tag Luthers während umgekehrt der 13.Oktober der Tage Marias ist.
Am 31.Oktober 1517 befestigte Luther seine 95 Thesen am Portal der Kathedrale von Wittenberg. Am 13.Oktober 1917 gab Maria vor 70.000 Menschen das ....Zeichen, das sie den drei Hirtenkindern in den vorhergehenden Monaten angekündigt hatte, ein Zeichen. das die portugiesische Laienpresse vorgab.
DIE MIT DER SONNE BEKLEIDETE FRAU
Die an jenem 13. Oktober anwesenden Journalisten waren wie versteinert. Daran erinnerte- für alle- Avelino de Almeida, Chefredakteur der auflagenstärksten und laizistischsten Lissaboner Tageszeitung "O Seculo".
Er hatte sich an diesem Tag persönlich auf den Weg gemacht, in das   Land um Fatima, um über das Mißlingen dieses klerikalen Durcheinanders zu berichten.
Im Gegenteil -am 15. Oktober sah er sich selbst einen Artikel unterschreiben, der schon in seinem Titel ganz etwas anderes sagte: "Außerordentliche Dinge! Wie die Sonne mittags in Fatima tanzte"
Besonders wegen dieses Ereignisses erkannte die Kirche die Erscheinungen sofort an (und die Prophezeiungen der Madonna haben sich pünktlich erfüllt).
Aber im Vatican hat Papst Franziskus dieses Jahr die Wiederkehr des "Wunders der Sonne" vergessen, der statt dessen am 31. Oktober nach Lund in Schweden reisen wird, ausdrücklich, um mit den Lutheranern die 500 Jahre des Luther-Schismas zu feiern.

Benedikt XVI hatte vor 4 Jahren wissen lassen, daß er nicht hingehen würde, weil "es da für die Kirche nichts zu feiern gibt."

Bergoglio dagegen geht hin. Schon diese Entscheidung hat viele Katholiken sprachlos gemacht ( mehr noch wegen der theologischen "Konzessionen", die er dort machen könnte) aber einen Proteststurm im internet hat auch die Entscheidung Bergoglios ausgelöst, eine Statue Luthers bei einer Audienz in den Vatican bringen zu lassen, während er das Wunder der Sonne, das in Fatima geschehen war, vergaß.

Wahr ist auch, daß bei dieser Audienz auch Protestanten anwesend waren, aber es war die symbolische Bedeutung dieses Einzugs Luthers in großem Pomp in den Vatican (wo sein Bildnis direkt neben Bergoglio stand) hat den wahren Skandal ausgelöst. Auch weil er punktgenau an diesem Tag der Madonna von Fatima stattfand. der dagegen völlig ignoriert wurde.



LUTHER FEIND DES GLAUBENS
Außerdem ist die Luther-Statue ein Widerspruch in sich. De facto charakterisieren sie sich selbst durch den rigorosen Kampf gegen Darstellungen des Heiligen:
"Besonders in Lund, dort, wohin Franziskus sich begibt," erinnert Vittorio Messori " sind alle Kirchen dem Erdboden gleichgemacht worden, darunter die Kathedrale, obwohl sie für die reformierte Nutzung jeder Dekoration beraubt worden waren. Die Steine der abgerissenen Katholischen Bauwerke wurden für die Verstärkung des Festungsgürtels der Stadt benutzt."

Offensichtlich ist es natürlich und gerecht, daß es heute einen brüderlichen Dialog zwischen Katholiken und Protestanten gibt, aber das Problem ist die Person Luthers, der mit dieser Statue wie ein Heiliger gefeiert wird.
War diese symbolische Geste , die wie eine Art "Kanonisierung" erscheint, nötig- besonders als Ersatz der Feier der Madonna?
Es  ist legitim, daß die Gelehrten sich mit Luther zu beschäftigen, aber ihn im Vatican wie einen Heiligen feiern- von Seiten des Papstes verursacht einen Skandal beim christlichen Volk.

Die Kirche hat Luther immer als "häretisch und schismatisch" und ihn am 3. Januar 1521 exkommuniziert.
Außerdem ist er der Protagonist einer der tragischsten Entwicklungen (vielleicht die tragischste) der christlichen Geschichte.
Der große Historiker Henri Pirenne -an den Messori- erinnert, hat geschrieben:
"Der Lutherismus wurde in den meisten Ländern, die ihn annahmen, mit Gewalt durch die Fürsten und Adeligen eingeführt, die die Kirchengüter konfiszierten, derer sie habhaft werden konnten. Die religiöse Überzeugung hat eine ziemlich geringe Rolle bei der Ausbreitung des neuen Glaubens gespielt. Mit Autorität und mit Gehorsam angenommen, hat er besonders gewaltsame Annektionen produziert.

Aus diesem Schisma -entstanden u.a. die tragischen Religionskriege: "Alles Wasser von Elba könnte nicht ausreichen um genügend Tränen zu liefern, um das Desaster der Reformation zu beweinen: das Übel ist ohne Heilmittel."  hatte Melanchton, der strikteste Mitarbeiter Luthers.
Schließlich war es Luther, der versprach "dem Papst die Zunge herauszureißen, ihn an den Galgen zu hängen- mit dem ganzen Gesindel, das ihn vergöttert."
Und es ist Luther, der so tönte: "Ich erkläre, daß alle Bordelle, Morde, Diebstähle, alle die Mörder, die Ehebrecher weniger schlimm sind, als diese Scheußlichkeit wie die päpstliche Messe "
Und dann ist  es Luther, der die schwersten Beleidigungen gegen die Juden aussprach (1543  veröffentlichte er "Über die Juden und ihre Lügen"), die so intensiv in Deutschland diskutiert werden.

Und es war schließlich Luther, der gegen die Vernunft wetterte, die nach seinem Dafürhalten blind, taub, stumm, voller Sakrilege" und sie ist nach seinem Dafürhalten "die größte Prostituierte im Dienst des Teufels"

Das- wurde beobachtet- führte direkt zum "Fundamentalismus" und de facto hat der wichtige protestantische Soziologe Jean-Paul Willaime geschrieben: "der Protestantismus ist ein Fundamentalismus" (aus dem- wie Massimo Introvigne feststellte,  am Ende der reine Absolutismus kam)
Deshalb hat der Hl. Pius X in "Pascendi" geschrieben, daß "der Irrtum der Prostestanten den ersten Schritt machte."

BERGOGLIO DER LUTHERFAN
Man versteht allerdings nicht, wie sein derzeitiger Nachfolger,  Bergoglio, alles das, was die Kirche immer bekräftigt hat, umstoßen konnte: "Bei der letzten seiner fliegenden Pressekonferenzen, während der Rückkehr aus Armenien, hat er eine Eloge auf Luther gehalten. Er sagte, daß der von den besten Absichten erfüllt war und daß seine Reformation "eine Medizin für die Kirche" war die "die essentiellen dogmatischen Abweichungen überfliegt" (Sandro Magister) 
Es gibt keine Erklärungen. In dem, was bereits Paul VI als er mit Jean Guitton sprach, sagte :" im Inneren des Katholizismus scheint ein nicht katholisches Denken zu dominieren und es kann sein, daß dieses nichtkatholische Denken im Inneren des Katholizismus stärker werden könnte, aber das wird niemals das Denken der Kirche repräsentieren.
Paul VI konnte sich nicht vorstellen, daß dieses "nichtkatholische Denken aus den Reihen der Kirche selbst kommen könnte.
Wo es durch starke innere theologische und klerikale Strömungen angeschoben wurde. Aber es gibt auch Gruppen außerhalb der Kirche die seit Jahrzehnten die Konversion des Vaticans zur Ideologie des political correctness betreiben.
Besonders in diesen Tagen erfahren wir von Wikileaks, daß wichtige Persönlichkeiten der demokratischen Welt in den USA (mit Obama und Clinton an der Macht)  2012 diskutiert haben, wie man "den Samen einer Revolution" in die Kirche einbringen könne, offensichtlich, um die üblichen progressistischen  Themen zu unterstützen (Ökologie, Sexualität, Emigration) .
Im Jahr darauf, 2013, gab es in der Kirche den rätselhaften Verzicht Benedikts XVI - dem von allen Medien und Mächten der Welt bekämpften- und es kam Bergoglio, der von allen Medien und laizistischen Mächten bejubelte.

Man könnte denken, daß der Schlüssel zu diesen Ereignissen-bezüglich der beiden Päpste- genau der geheimnisvollen Vision des Dritten Geheimnisses von Fatima entspricht: Schwester Lucia sprach "von einem weiß gekleideten Bischof", dann sah sie "den Hl.Vater mitten diesem Zittern " der voller Schmerz und Pein eine zerstörte Stadt durchquert. "


 Quelle:  Antonio Socci  “Libero”, 16 ottobre 2016
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Kommentare:

  1. Irgendwie würde ich mich schieflachen, wenn Papst Franziskus feierlich Luther heilig sprechen würde und ausgerechnet die Protestanten würden jubeln.
    Gerade wenn die Lutheraner ihren Luther ernst nehmen würden, würden sie es sich verbeten, dass ausgerechnet der 'Pabst, der Antichrist," wie Luther ihn tituliert hat zum Reformationsjublíläum anreist.
    Aber, so könnte man seufzen, die Evangelischen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
    Dazu kommt noch, dass es durchaus ernsthafte, tiefgreifende Unterschiede zwischen Protestanten und Lutheranern gibt (Das Wort steht zwischen uns, sagte Luther und zerschnitt das Tischtuch, als die Marburger Religionsgespräche mit Zwingli keine Einigung ergaben).
    Aber genau diese Unterschiede scheinen keinen zu interessieren, man ist sich einig, dass der liebe Gott ein guter Mann ist, und allenthalben einig mit Pontius Pilatus der als erster sagte "Was ist schon Wahrheit?!"
    Von daher wäre das alles eigentlich zum kugeln, wenn es nicht so zum Heulen wäre.

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  2. Man kann sich schon fragen, wie man zu der Übersetzung des Satzes von Pontius Pilatus kommt, der ja immerhin im Original nicht heißt: "was ist SCHON Wahrheit?" sondern einfach mal "was ist Wahrheit?" Das kann nun, je nach Betonung und Akzentuierung, verschieden gemeint sein. Pilatus kann es, wie so viele anseheinend für sicher halten, ironisch-abwertende gemeint haben, aber es könnte auch einfach interessiert, fragend, resignierend, nachdenklich .... gemeint gewesen sein.
    Und was die Konfessionen betrifft: "was ist Wahrheit"? Wir Katholischen wissen es ja, mit letzter Sicherheit, ach so, ja. Hat nicht Jesus vor einem solchen Denken gewarnt???
    Bitte nicht falsch verstehen: es GIBT eine Wahrheit, ich bin NICHT für Relativismus, ich sehe viele Misstände in der Haltung der heutigen EKD usw. Vorwürfe in dieser Richtung sind also überflüssig. Ich bin nur gegen ein Denken, das es sich allzu bequem darin macht, DIE Wahrheit ja für sich gepachtet zu haben, und das so blind wird für jeden (Selbst-)Zweifel.

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    1. Stimme Ihnen ja zu, und bezog diese Passage, dass man allenthalben einig sei der Frage des Pontius Pilatus, der ironisch nach der Wahrheit fragt, auch auf die katholische Kirche, so wie sie daher kommt.
      Und ich wüsste nicht, wo Sie aus meiner Antwort ein "Wir, wir Katholiken wir wissen was wahr ist, ach was sind wir so cool!" herauslesen können.
      Aber ich gebe zu, man trifft diese Haltung häufig, an, aber wie heißt es so schön "Wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß!"
      Es gibt EINE Wahrheit und diese Wahrheit ist eine Person, Jesus der Christus, und um dieser Wahrheit willen wurde viel und erbittert gestritten.
      Ich persönlich finde es schlimm, dass man sich nicht mehr streitet, so sehr ich es begrüße, dass man sich um Fragen der Wahrheit willen, nicht mehr massakriert, das nur zur Klarstellung.
      Um zu erklären wie ich es meine, schreib ich hier eine kure´ze Geschichte hin:
      Der Enkel des Rabbi kommt heulend nach Hause und sagt "Ich habe mich so toll versteckt und die, die haben einfach aufgehört zu suchen!" Da bricht der Rabbi ebenfalls in Tränen aus und sagt "genauso geht es Gott, mit den Menschen!"

      Noch mal zur Pontius Pilatus Frage, ja es könnte auch resigniert gefragt sein. Aber auch dann wäre es in dem Sinn "Was ist schon Wahrheit?" gefragt.
      man darf auch bei der Bewertung der Stelle nicht vergessen, dass die Frage die Antwort auf Jesu Selbstaussage "Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme!" ist.

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    2. Ja genau, und könnte es nicht sein, dass Pilatus in diesem Moment einfach interessiert nachgefragt hat: Wahrheit, ja - was ist das eigentlich? Wäre das nicht naheliegend? Pilatus war Römer und hatte mit dem, was die Juden Jesus vorwarfen, Gotteslästerung und so, nichts am Hut! Deshalb woltle er ihn ja auch nicht verturteilen, zunächst jedenfalls. Römer schauten immer, was bei anderen Religionen für sie interessant sein könnte, und die Gebildeten interessierten sich auch für Philosophie. Also abwegig ist ein interessiertes - wenn auch evtl. leicht distanziertes - Nachfragen da nicht.
      Was die Suche nach der Wahrheit betrifft, stimme ich Ihnen völlig zu, ich glaube aber, dass ein Streiten um Detailfrage, so wichtig das auch ist, letztlich nicht immer zum Ziel führt. Manchmal denke ich, mehr miteinander beten wäre besser, auch wenn man nicht in allen Detailfragen einer Meinung ist.

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    3. Ich finde zunächst einmal, der Kontext gibt eine wirklich und tief interessierte Frage des Pilatus nicht wirklich her.
      Einfach, weil wir doch glauben, dass die die suchen auch finden und denen, die anklopfen aufgetan wird.
      Pilatus, der aber, so steht es in der Schrift, weiß, dass Jesus aus Neid an ihn ausgeliefert wurde, versucht zu taktieren und verliert dabei, wenn man es so sehen will.
      Wenn man will, kann man das jedoch auch als Antwort Jesu verstehen, der dem Pilatus, der ja sozusagen der Stellvertreter, des fastgottgleich gedachten Kaisers, also Vertreter der Macht schlechthin ist, sozusagen seine Ohnmacht vor Augen führt.
      Wie gesagt, wirklich nachdenkenswert.
      Ich denke, wie gesagt, der Streit ist wichtig, aber noch wichtiger ist klar zu haben, dass man das göttliche, um das der Streit ja meist geht, nie in den Griff kriegen kann, dass man also, im allerletzten, in allem Streit und allem beten, immer nur auf den Weg kommen kann.
      Wenn ich ein Bild brauchen würde, dann würde ich das eines Fluchtpunktes, der außerhalb des Bildes liegt, wählen.
      Wir hier kommen nicht aus dem Bild raus, aber dennoch ist das Leben dazu da, sich auf den Fluchtpunkt auszurichten.
      Von daher ja, es wäre besser mehr miteinander zu beten und mehr die alte scholastische Diskussionsweise zu pflegen, die zuerst versucht den Gegner zu verstehen.

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