Mittwoch, 30. November 2016

Eine Träne vom Papst, Elogen vom Moskauer Patriarchen und trockene Augen bei den kubanischen Bischöfen anläßlich des Todes von Fidel Castro

Sandro Magister vergleicht bei Settimo Cielo die Reaktionen verschiedener Kirchenoberhäupter auf den Tod des ehemaligen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro.
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"UND SO WAR ES. DIE TRÄNE DES PAPSTES, DAS "GRIECHISCHE WEINEN" VON PATRIARCH KYRILL & DIE TROCKENEN AUGEN DER KUBANISCHEN BISCHÖFE"

"Beim Tod von Fidel Castro gab es von Seiten der Oberhäupter der Kirche unterschiedliche Reaktionen, wie ein Vergleich zwischen der des Papstes, des Moskauer Patriarchen und der kubanischen Bischöfe zeigt.

Papst Franziskus hat seine Trauer in einem nüchternen Telegramm an den Bruder und Nachfolger des Verstorbenen ausgedrückt.

Ausgreifender jedoch war die Botschaft des Patriarchen von Moskau, Kyrill, in dem er seine "tiefe Trauer" in einem Lobgesang auf das Andenken des Verstorbenen ausdrückte.

"Commandante Fidel" war eines der bekanntesten Staatsoberhäupter unserer Zeit. Er hat internationale Autorität erlangt und wurde schon zu Lebzeiten zur Legende. Weil der Fleisch von Fleisch des kubanischen  Volkes war, hat er alle seine Kräfte darauf verwendet, sein Vaterland wirklich unabhängig zu machen und fähig, in der Völkerfamilie der ganzen Welt eine wichtige Stellung einzunehmen.

"In der Russischen orthodoxen Kirche ist der Name von Fidel Castro immer mit Respekt und Dankbarkeit ausgesprochen worden. Unter persönlicher Mitwirkung des Commandante ist in Havanna eine der Ikone der Gottesmutter von Kazan geweihte Kirche errichtet worden, deren oberster Bauherr-wie er sagte- er selbst war."

"Ich bewahre meine Begegnungen mit Commandante Fidel warm in Erinnerung. Ich war immer berührt von seiner großen und scharfen Intelligenz, seiner Fähigkeit kompetent über die verschiedensten Themen zu sprechen. Unser letztes Gespräch fand am 13. Februar 2016 in seiner Wohnung statt, einen Tag nach meiner Begegnung mit dem Römischen Papst Franziskus."

"Ich werden in meinem Herzen immer eine gute Erinnerungen an diesen mutigen und charismatischen Mann bewahren, einen ernsthaften Freund der russisch-orthodoxen Kirche."

Wechselt man dann zu den kubanischen Bischöfen, die Castro den Castrismus aus sehr viel größerer Nähe kennen, ändert sich die Musik. Und das gründlich.

In ihrem knappen Comuniqué wird die Todesnachricht ohne Adjektive formuliert. Die Bischöfe drücken den Familienangehörigen und den staatlichen Autoritäten ihr Beileid aus, empfehlen die Seele des Dr. Fidel Castro Ruz Gott an und schließen mit diesem Wunsch-ohne den Toten noch einmal zu nennen:
"Wir legen die Zukunft des Vaterlandes unter den Mantel der Jungfrau der Caritá del Cobre, unserer Mutter und Schutzpatronin, damit sie uns schütze und inspiriere, zusammen zu arbeiten, um den Traum, für den José Marti sein Leben gegeben hat, zu verwirklichen: ein Vaterland für alle und für das Wohl aller."

Quelle: Sandro Magister, Settimo Cielo 



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