Donnerstag, 10. November 2016

Bei den Mönchen in Norcia

Die Katholische Nachrichtenagentur Zenit hat den Vize-Prior von Norcia besucht  und zum derzeitigen Stand der Dinge befragt.
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"DIESE MÖNCHE SIND SPIRITUELLE KOMBATTANTEN ZWISCHEN DEN ERSCHÜTTERUNGEN DES ERDBEBENS"

Pater Nivakoff, Vize-Prior der Benediktiner in Norcia, erklärt, daß die Mönche trotz des Erdbebens vor Ort geblieben sind und zeigt, daß der einzige Weg zur Rettung der Glaube an Jesus Christus ist.

Seit gestern Nachmittag schützen schwere Plastikzelte die Ruine der Basilika des H. Benedikts  in Norcia, die in Folge des Erdbebens vom 30. Oktober einstürzte, vor dem Unwetter. Diese Abdeckung wurde unter den Blicken einiger Benediktinermönche von den Feuerwehrleuten angebracht.

Ihre Anwesenheit in der Stadt ist still aber wichtig. Verwurzelt im Land und in Übereinstimmung mit der Regola ihres Gründers, haben die Mönche seit dem 24. August nach den letzten gewaltigen Stößen der Bevölkerung von Norcia materielle Hilfe und spirituellen Trost gespendet.

                            Father Benedict Nivakoff says Mass in September, 2016. Photo courtesy of The Monks of Norcia

Nicht mehr im ebenfalls beschädigten Kloster sondern in sichereren Holzhütten fahren sie damit fort, die tägliche Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus, also in Latein, zu feiern.
Die Feierlichkeit und die Rituale ihrer Gesten sind ein Bild des Bollwerks des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, die sie- die wahren spirituellen Kämpfer in einer durch eine natürliche Geißelung negativ gezeichneten Umwelt bieten.
ZENIT hat darüber mit dem Vize-Prior, dem us-amerikanischen Pater Benedetto Nivakoff gesprochen.

Pater, wie war die Lage in den letzten Stunden?

Hier in Norcia fängt es an, kalt zu werden. Die Beben gehen weiter, einige stärker einige weniger stark, wir fühlen sie stündlich.

Wie reagiert die Bevölkerung?

Sie ist eher entmutigt. Der Großteil der Bewohner Norcias ist in einer von den Behörden erzwungenen Aktion  in die Gegend des Trasimener Sees evakuiert worden. Die, die geblieben sind und nicht im historischen Zentrum wohnen. Ihre Hauptbeschäftigung ist es, nach Norcia zurück zu kommen und wieder wie vor dem Erdbeben zu leben.

Wo befinden Sie sich zur Zeit genau?
Wir haben zwei Klöster, eines im historischen Zentrum und eines auf dem Lande. Beide sind eingestürzt. Aber nach dem 24. August haben wir Holzhütten in der Nähe errichtet, außerhalb des Klosters außerhalb der Stadt, das wir San Benedetto in Monte nennen.  Also wohnen wir in diesen Bauten, die -weil aus Holz- sicherer sind.





Ihre Gemeinschaft wird von Mönchen aus der ganzen Welt gebildet. Wollen Sie in Norcia bleiben?

Sicher. Die Mönche wollen die Stabilität. Wenn eine Tragödie dieser Art passiert, fühlt sich ein Mönch mehr denn je mit dem Land verbunden. Sofort nach dem Erdbeben vom 30. Oktober sind die Priestern die im Kloster waren, nach draußen gegangen um denen, denen es schlecht ging, die Sakramente zu bringen und um die Feuerwehrmännern bei der materiellen Hilfe zu unterstützen.
Wie haben sich Ihre täglichen Pflichten in Folge des Erdbebens geändert?

Wir haben die Mattutin ein bißchen vorgezogen, um mehr Zeit zu haben. Vorher sind wir um 3:45 aufgestanden, jetzt um 3:30.

Wie wichtig ist das Gebet besonders in dieser schwierigen Phase für Sie?

(Seufzt) Es ist essentiell. Tragödien dieser Art kann man nicht verstehen, wenn wir Gott in unserem Leben nicht gegenwärtig haben. Nur wenn wir auf Ihn schauen und auf die lange Geschichte der Schöpfung, können wir den Sinn eines solchen Ereignisses verstehen.

Gibt es ein Gebet, das mehr als andere zu dieser Situation paßt?

Während der Messe vom 24. August und seitdem rezitieren wir immer ein Gebet, das um Schutz des Volkes, die Vergebung unserer Sünden und um den Schutz vor dem Teufel bittet.

Ausdrucksvoll war das Bild der Mönche, Nonnen und Laien die kurz nach dem Erdbeben vor der zerstörten Basilika de Hl. Benedikts knieten und beteten....
Dieses Bild erinnert daran, daß Niederzuknien ein Akt der Unterwerfung ist: Gott ist der Schöpfer und wir sind die Geschöpfe. In diesem Moment haben wir uns an Ihn mit einer Bitte gewandt für alle die, wegen des Erdbebens litten.

Das Leben eines Mönches ist ein Leben im Kampf: ein Konzept, das sich in diesem Augenblick sehr stark ausdrückt?

Ja, es ist ein spiritueller Kampf. Der Rücken des Mönches muß gerade bleiben. Er hat die Pflicht, den sogenannten acht Lastern zu widerstehen. Ich erinnere mich, daß die Mönche in die Wüste gegangen sind, um versucht zu werden. Wenn ein Feuerwehrmann Flammen sieht, wirft er sich ihnen entgegen. Nun, der Mönch tut das Gleiche: er prüft ich selber, indem er den Versuchungen entgegen geht, um mit der Hilfe Gottes die Treue zu halten und gereinigt zu werden.

Ihr Benediktiner lebt die Arbeit wie eine Fortsetzung des Gebetes. Mit dieser Absicht produziert ihr in Norcia das Nursia-Bier. In welchem Zustand ist das Brauhaus?

Das Brauhaus hat wunderbarerweise keine Schäden erlitten, obwohl das Gebäude völlig unerreichbar ist. Das bedeutet unausweichlich, daß es für ein oder zwei  Monate keine Produktion geben wird, das ist die Zeit. die benötigt wird, um die Rote Zone, im der es liegt. zugänglich zu machen, wo wir dann schrittweise die Bierproduktion wieder aufnehmen werden.

Der Unternehmer Brunello Cucinelli hat sich verpflichtet, finanziell zum Wiederaufbau der Basilika beizutragen. Wie stehen Sie zu seiner Verpflichtung? Sind Sie ihm in diesen Tagen persönlich begegnet?

Ja, wir haben ihn persönlich getroffen und er hat uns seine Unterstützung und Nähe zugesagt. Außerdem wünscht er sich, daß dieses Kloster wieder zum Leben zurück kehren kann. Er ist ein Mann des Glaubens und des Gebetes, er sieht im hl.Bernhard einen Führer auch in den dunkelsten Momenten der Geschichte.

Auf Grund der Äußerungen eines Priesters im Radio, der eine Verbindung zwischen Naturkatastrophen und Göttlichen Strafen -wegen der Zustimmung zur HS-Ehe in Italien- hergestellte- sind kontroversen ausgelöst worden.  Welchen Gedanken hat er sich vom Geschehen gemacht?

Ich habe das nicht sehr verfolgt. Aber daß Gott in die Geschichte eingreift- zum Guten oder Schlechten- ist Teil unseres Glaubens. Sonst wäre er ein Gott, der sich nicht für uns interessiert. Es ist wahr, manchmal erlegt er auch schwere Umstände auf, die aber dazu dienen, uns zu reinigen.
Die Frage ist delikater, wenn wir behaupten, daß die Tragödie X durch eine Sünde Y verursacht wird.
Es ist nicht ausgeschlossen, aber das sind sehr geheimnisvolle Umstände und wir werden das erst nach unserem Tod verstehen. In Augenblicken wie diesen ist es nützlich, sich dem Gebet anzuvertrauen.

Mancher hat sich nach dem Erdbeben vom 24. August, das viele Todesfälle verursachte, gefragt wo Gott war....

Ich würde es als ein Wunder betrachten, daß es- trotz der starken Erschütterungen vom 26. bis 30. Oktober - nicht mehr Opfer gegeben hat. Das ist das Geheimnis der Vorsehung: nach dem Erdbeben von Amatrice haben viele unsere Zone verlassen oder haben Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Wenn dass nicht passiert wäre, würden wir heute alle unter den Trümmern liegen.

Die Statue des Hl.Benedikts- mitten auf dem Platz vor der Basilika-ist stehen geblieben. Was bedeutet die Figur dieses Heiligen im Europa von heute, dessen Patron er ist? 

Daß diese Statue stehen geblieben ist, stellt eine Analogie dar. Der Hl.Benedikt fordert uns Mönche auf, im Land zu bleiben um es zu bekehren. In einer Zeit wie der unseren, großer ....physischer und ideologischer Art, vorübergehender Moden, die nicht nur Europa bewegen, ist die Botschaft des Hl.Benedikts im Glauben an Jesus Christus verwurzelt zu bleiben, wichtig. Das ist der einzige Weg zur Rettung.

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