Donnerstag, 13. April 2017

Die (manche?) Jesuiten müssen verrückt geworden sein....oder genügen heute ein paar Jesuiten, um die zweitausendjährige Lehre der Kirche umzustoßen?

Pater Thomas Reese, SJ, springt seinem Ordensgeneral und seinem Papst eilig zur Seite, um wie es aussieht- zu deren Rechtfertigung mit jesuitischen Schlaumeiereien Jesu Worte zu Ehe und Scheidung zu relativieren und in Frage zu stellen.
Das hat Sandro Magister zu einem entsprechenden Kommentar bei Settimo Cielo vernlaßt.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"AUCH JESUS WÜRDE DIE SCHEIDUNG HEUTE ZULASSEN.  SAGT  EINER AUS SEINER GESELLSCHAFT"
"Die Instruktionen über das,"was Jesus wirklich zu Ehe und Scheidung sagte"  die vor 2 Monaten vom Ordensgeneral der Gesellschaft Jesu, Fr.Arturo Sosa Abascal herausgegeben wurde, ist nicht auf taube Ohren gestoßen.

Im Gegenteil, einige unter den Jesuiten waren die ersten, die sie angewendet haben, um daraus zu schließen, daß Jesus heute die Scheidung erlauben würde,wenn eine Ehe erst einmal tot sei.

Der Jesuit, der diesen Schluß aus den vom Ordensgeneral gegebenen Prämissen zieht, ist kein niemand. Es ist Pater Thomas Reese, der frühere Herausgeber des Magazins der Jesuiten, America, und bekannte Feder für den National Catholic Reporter. Er hat das in seinem Kommentar getan, der am 6. April im NCR erschien.

"Was Gott zusammen gefügt hat..."

Bevor man seine Argumentation liest, ist es hilfreich sich noch einmal un Erinnerung zu rufen, was Pater Sosa im  Interview mit Rossoporpora vom 18. Februar sagte, dem Interview, das ebenso wohl überlegt wie explosiv war und das einen Tag, nachdem er es Wort für Wort überprüft hatte, veröffentlicht wurde.

"Um zu wissen. was Jesus wirklich sagte", stellte der Ordensgeneral der Jesuiten in diesem Interview fest, daß man sich daran erinnern solle, daß "zu der Zeit niemand ein Tonbandgerät hatte, um seine Worte aufzuzeichnen. Was man weiß, ist, daß die Worte Jesu in den Kontext gestellt werden müssen, daß sie in einer Sprache, einer bestimmten Situation an jemanden Spezifisches gerichtet wurden."

"Deshalb", so fuhr er fort, sei es,"um zu verstehen, was Jesus mit seinem "kein Mensch soll trennen, was Gott zusammengefügt hat" nicht genug, beim Buchstaben des Textes aufzuhören, sondern man müsse ihn untersuchen, so wie es Papst Franziskus tut, ohne über das, was in der Kirche zur Lehre wurde, rigide zu sein, "weil die Lehre die Differenzierung nicht ersetzt."

Dann beginnt Pater Reese damit, die Worte Jesu zu Ehe und Scheidung zu zitieren:

"Deshalb -was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Wer immer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch." (Mt. 19: 6,9)

"In den Gemütern der Kritiker von Papst Franziskus"- sagt er-"sind diese Worte "klar und endgültig und beenden die Diskussion."
Sofort danach aber schreibt er "es gibt mindestens 3 Gründe dafür, daß diese Worte Jesu nicht beweisen, daß Papst Franziskus sich irrt, wenn er die Möglichkeit zuläßt, daß wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen."

 - der erste Grund ist, daß "Jesus eine Menge Dinge gesagt hat, die wir nicht wörtlich und ohne Ausnahme beachten".

Und er gibt zahlreiche Beispiele, wie das-nie bei irgendetwas im Himmel oder auf der Erde zu schwören. Und dann wundert er sich:

 -"warum bestehen wir darauf. die Worte Jesu zur Scheidung als wörtlich zu erzwingen, wenn wir bei vielen anderen Dingen, die er sagt, alle Arten von Verhandlungsspielraum haben?"

Der zweite Grund ist,"daß Jesus keine Strafen für Scheidung und Wiederheirat aufzählt. Er sagt nicht. daß ein solcher Mensch dem Höllenfeuer übergeben wird, Er sagt nicht, daß sie aus der Christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden sollten. Er sagt nicht, daß man ihnen nicht vergeben kann."





Während er dagegen die "Strafen für andere Sünden aufzählt", besonders für die, die den Hungrigen keine Nahrung. den Durstigen nichts zu trinken geben usw. Ein Zeichen. daß für ihn diese Sünden sehr viel schwerwiegender sind als Scheidung, trotz der Tatsache, daß die Kirche es anders herum sieht. Und auf jeden Fall, ist es nicht klar, ob die Drohung mit der Hölle wörtlich genommen werden sollte."

 - Der dritte Grund ist "der historische Kontext" der Worte Jesu. "Wo Jesus lebte und lehrte, war die Scheidung nur für Männer möglich", so sehr, daß er im Matthäus-Evangelium nur von der Verstoßung der Frau durch ihren Ehemann spricht. wenn er das verbietet, tut er das deshalb, um die Frauen nicht länger der Verurteilung auszusetzen, die allen Verstoßenen drohte. - 

Pater Reese fährt fort: "Es hat bis ins 19.Jahrhundert gedauert, bis geschiedene Frauen ein bißchen vom Zivilrecht geschützt wurden. Das Ergebnis war eine katastrophale Ungerechtigkeit gegenüber den Frauen durch fast die ganze Menschheitsgeschichte hindurch. Jesus verdammt das ganz richtig, weil fast nur machtlose Frauen von mächtigen Männern geschieden wurden."


In Anführungszeichen weist Pater Reese darauf hin, daß "Markus, dessen Evangelium in Rom benutzt wurde, um die Lehre Jesu "gender-neutral" zu machen, indem es ihn auch das Verstoßen eines Ehemannes durch die Frau und ihre Wiederheirat verurteilen läßt. Und der Evangelist tat das "weil in Rom die Oberklasse-Frauen sich von ihren Männern scheiden lassen konnten."


Diese Beobachtung sollte genügen, um das gesamte Argument wertlos zu machen. Aber Pater Reese läßt es fallen und kommt zu dieser barschen Schlußfolgerung:


"Heute leben wir in einer anderen Welt: Wie können wir sicher sein , daß Jesus heute auf die gleiche Weise auf Scheidung reagieren würde? Es ist wahr, die meisten Scheidungen enthalten Sünden, moralisches Versagen und großen Schmerz. Es ist wahr, in den meisten Fällen ziehen die Frauen den Kürzeren. Scheidung ist nicht etwas, was man achselzuckend übergehen sollte, aber kann es, wenn eine Ehe einmal tot ist, eine Möglichkeit der Heilung und eines zukünftigen Lebens geben? Franziskus glaubt das, Ich auch."


Nicht nur die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen. Pater Reese geht viel weiter, im Namen Jesu, gibt er die Scheidung frei und läßt das auch den Papst tun.

Der das einzige mal als er am vergangenen 24. Februar Jesu Wort zu Ehe und Scheidung in einer seiner Predigt in Santa Marta kommentiert hat, sie überhaupt nicht wörtlich ansprach, sondern so weit ging, zu sagen "Jesus antwortet nicht, ob (das Verstoßen) legitim ist oder nicht."

Wenn das die "Differenzierung" ist, die nach den Worten des Ordensgenerals der Jesuiten bei den Worten anzuwenden ist, die von den Evangelien Jesus zugeordnet werden, muß man bemerken, daß nicht nur Pater Reese sondern auch der Jesuit, der jetzt auf den Stuhl Petri erhoben wurde, an ihnen festhalten müssen. 

Augenscheinlich waren die vielen Kritiken (zuletzt die von Kardinal Burke) zu Pater Sosas Interview, einschließlich des in die Tiefe gehenden Memorandums, das der Präfekt der Glaubenskongregation dem Papst Ende März zusandte, ohne jeden Nutzen.


Pater Sosa hat am 9. April bei einem Auftreten in der Fernsehsendung TgCom24 alle seine Ideen "in toto"wiederholt und gesagt: "Keiner hat die Worte, die Jesus sagte, aufgeschrieben oder mit einem Tonband aufgenommen, sondern erst viel später und mit verschiedenen Referenzpunkten. Darüber hinaus müssen die Worte Jesu in ihrem Kontext verstanden werden und die die Kirche im weiten Sinne verstanden- interpretiert. Die Lehre kommt irgendwie auch aus dieser Interpretation, die die Kirche macht.
Wenn man interpretiert, tut man das, um besser zu verstehen. was Jesus direkt gesagt hat. Wenn wir besser verstehen, was Jesus sagte, verstehen wir besser, wie wir uns verhalten sollten, um ihm ähnlicher zu sein."

Aber wenn- wie Pater Sosa sagt- es die Kirche ist, die "im breiten Sinn verstanden"die Worte Jesu "interpretiert" -sind dann ein paar Jesuiten genug, um das, was seit 2000 Jahren von den Kirchenvätern, den Päpsten, den Konzilen und vor ihnen den Evangelien gesagt wird, umzustoßen?"

Quelle: Sewttimo Cielo, Sandro Magister 

Kommentare:

  1. Der Knackpunkt ist doch folgender: (Ich zitiere aus dem Text) ....aber kann es, wenn eine Ehe einmal tot ist, eine Möglichkeit der Heilung und eines zukünftigen Lebens geben? Franziskus glaubt das, Ich auch....
    Und genau weil die Kirche das glaubt, deshalb glaubt sie, dass auch "tote" Ehen wieder lebendig werden können und verbietet deshalb die Wiederverheiratung!
    Nur wer nicht glaubt, dass die tote Ehe wieder lebendig und geheilt werden kann und eine Zukunft haben kann, der erlaubt die Scheidung und ein neues Spiel mit dem neuen Glück.

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  2. Als ehemaliger Jesuitenschüler, der von dieser "Kampfgruppe" gegen den Sozialismus erzogen und beeinflußt worden ist, wundert schon die Hinwendung dieses Ordens zum Sozialismus. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Andererseits: Das ist nicht das erste mal so. Nicht ohne Grund wurde der Orden von der Kirche (Rom) schon einmal aufgehoben. Die Geschichte dieses Ordens verläuft in Wellen.: Mal für den Glauben, mal dagegen. Immer mal schnappt der Intellekt über. Menschlich. Ich warte auf die Aufhebung und innere Reinigung. Sage ich mal so als Historiker.

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    1. dieser Hoffnung kann man sich nur anschließen.

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  3. Lehrer Lämpel17.04.17, 07:51

    EINZIG ENTSCHEIDEND AUCH IN DIESEN FRAGEN von Scheidung und Wiederheirat SIND DIE WORTE DES HERRN SELBST!

    Sie sind uns in den Evangelien der heiligen Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas eindeutig und unmissverständlich überliefert und 2000 Jahre lang hat sich zumindest die katholische Kirche daran gebunden gefühlt. 

    Wer daher als Christ sein Gewissen schulen will, muss einzig und allein an diesen Herrenworten Maß nehmen; an sonst nichts!

    Ich gebe hier die Bibelstellen nochmals zum Nachlesen und persönlichen Reflektieren an.
    Es sind:

    Mt19,3-9; Mk10,11-12 und vor allem auch Lk16,18! 

    Die Worte des Herrn sind darin bzgl. Scheidung und Wiederverheiratung absolut eindeutig und "wasserdicht"!

    Der einzig mögliche und auch vor Gott Bestand habende Weg ist die sog. kirchliche Eheanullierung - also die Feststellung, dass im betr. Fall gar keine kirchlich gültige Ehe vorlag, durch die vom Herrn selbst verliehene Lösegewalt der Kirche.

    Ansonsten dürfte in den betr. Fällen leider Ehebruch im christlich-biblischen Sinn vorliegen, und die Betreffenden sind dereinst einzig der Gnade und Barmherzigkeit Gottes unterworfen.

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    1. werter Herr Lehrer, wenn die Kirche eine Ehe anulliert, so macht sie n i c h t von ihrer Lösegewalt Gebrauch, sondern stellt lediglich fest, dieses vermeintliche Ehe war keine, weil sie eben keine war.
      Da wird also nix gelöst, was gebunden war, sondern es wird festgestellt da gibt es nix zu lösen, weil es gar nicht gebunden war!

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    2. Lehrer Lämpel19.04.17, 13:49

      @Ester, das ist Auslegungs- bzw. Ansichtssache.
      Natürlich ist eine kirchliche Eheanullierung keine "kirchliche" Ehescheidung - letztere gibt es nicht.
      Immerhin hat der Herr dem Petrus als Leiter Seiner Kirche ja die irdische Binde- und Lösegewalt feierlich übertragen und ihm zugesagt, seine diesbezügliche Entscheidung gelte auch im Himmel, wie wir im Evangelium ja wörtlich nachlesen können.

      Rein formal sind zunächst einmal auch die Partner einer vermeintlichen kirchlich geschlossenen Ehe zunächst gebunden an ihr gegenseitig gegebenes Ja-Wort.

      Erst durch das kirchenjuristische Eheannullierungsverfahren wird im Nachhinein festgestellt:
      Es war gar keine kirchlich-sakramentale Ehe.

      Sie wird von der Kirche feierlich durch das sog. Kirchengericht annulliert.

      Nun sind die Partner frei von ihrem einst gegebenen Eheversprechen.

      Ich nenne das ein "Lösen der Partner" aus dem vorherigen Zustand einer "scheinbaren kirchlichen Ehe"; dazu hat eben nur die kath. Kirche die Macht - verliehen von Christus selbst.

      Einverstanden?

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    3. ja okay.
      Mir ist aber wichtig klar zuhaben, dass man die Bibel nur in ihrem gesamt Zusammenhang verstehen kann, darf soll und muss.

      Also Petrus hat keine Lösegewalt betreffs eines richtig gespendeten Sakraments, er hat, im konkreten Fall nur die Macht die Leute aus den Schlingen in denen sie sich selber, eben durch das Fakesakrament, gefangen haben, zu lösen.

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    4. Ich finde übrigens nicht, dass das Ansicht- oder Auslegungssache ist!
      Im Sakrament begegnen wir Christus, und wer Christus nicht begegnen will, der gleicht doch einem Menschen, der sich alle mögliche reservieren, vormerken und zurücklegen lässt, sowie tausend verbindliche Termine ausmacht, und dann sagt, "oh tut mir leid, ich habe gar kein Geld dafür!"
      Kommt schon im rein irdischen Leben nicht gerade gut.

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    5. Lehrer Lämpel19.04.17, 21:10

      Na, Das sind wir ja etwa d'accord, nicht wahr?
      Nachdem die Missverständnisse ausgeräumt sind und alles abgeglichen ist.
      Darauf bezog sich mein erster Satz mit der "Ansichts- und Auslegungssache".

      Bleibense friedlich...

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