Dienstag, 18. April 2017

Sandro Magister zum Verbot an Fra´ Matthew nach Rom zu reisen

Auch Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo das Reiseverbot gegen den Ex-Großmeister des Malteser Ordens.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DAS VERBOT FÜR DEN EX-GROSSMEISTER. DER PAPST VERBIETET IHM, EINEN FUSS NACH ROM ZU SETZEN."

"Für den 29. April ist in Rom ein Treffen des kompletten Staatsrates der geweihten Ritter geplant, dem Organ, das nach den Statuten die Wahl des neuen Großmeister des Malteser Ordens durchführen wird.
Wie bekannt ist, hat der vorherige Großmeister Fra´Matthew Festing aus England am 24. Januar Papst Franziskus -einer Anordnung gehorchend- seinen Rücktritt in die Hände gelegt.

Seither wurde die höchste Autorität des Ordens -in seinem Amt als Interims-Stellvertreters vom Großkommndanten Fra´ Ludwig Hoffmann von Rumerstein ausgeübt.

Am 4. Februar jedoch hat Papst Franziskus dem Orden auch seinen Spezial-Delegaten und "ausschließlichen Sprecher" vorangesetzt. der de facto voll bemächtigt ist- in Person von Erzbischof Angelo Becciu, Substitut im Staatssekretariat.

Der folgende Brief ist ein eklatanter Beweis für die Ausübung dieser vollen Macht.
Im Namen des Papstes, verbietet Becciu dem vorherigen Großmeister an der Wahl seines Nachfolgers teilzunehmen. Und nicht nur das. Er verbietet ihm sogar anläßlich dieses Konklaves nach Rom zu kommen.

Hier die vollständige Übersetzung des Briefes, der am Karsamstag an Festing geschickt wurde.


"Der Spezialdelegierte für den
Souveränen Militär Hospitalorden des
Hl. Johannes von Jerusalem, Rhodos und Malta
00120 CÍTTA DEL VATICANO
Aus dem Vatican, 15. April 2017

Lieber verehrungswürdiger Bruder,
von dem Augenblick an, als ich die mir vom Hl. Vater anvertraute Aufgabe als sein Delegierter für den Souveränen Militärischen Hospitalorden des Hl. Johannes von Jerusalem von Rhodos und Malta akzeptiert habe, war eine meiner Prioritäten, meine Kenntnis des Ordens- sei es durch persönliche Treffen mit seinen Mitgliedern oder durch Briefwechsel zu vertiefen und bin so fähig geworden, sowohl die Vitalität des Ordens als auch die Komplexität seiner Probleme, die aus einer gewissen Desorientierung entstanden ist zu würdigen, die von tiefem Leiden wegen der kürzlichen Krise begleitet wurden.
Alles in allem jedoch kann man klar den Wunsch sehen. eine neue Seite aufzuschlagen , an der Versöhnung der verschiedenen Elemente zu arbeiten und eine Überarbeitung der Konstitution einzuleiten.
Allerdings haben viele- im Hinblick auf die Vollversammlung des Staatsrates- die am 29. April stattfinden soll, ihren Wunsch ausgedrückt, daß Sie nicht nach Rom kommen und an der Abstimmung teilnehmen. Ihre Anwesenheit würde  erst vor kurzem geheilte Wunden ausreißen und verhindern, daß sie in einer Atmosphäre des Friedens und der wiedergewonnenen Harmonie stattfindet.
Indem in das Obengesagte bedenke, und die Entscheidung mit dem Hl. Vater geteilt habe. bitte ich Sie in meiner Eigenschaft als Spezialdelegierter, nicht bei der Vollversammlung des Staatsrates anwesend zu sein und bei dieser Gelegenheit auf Ihre Reise nach Rom zu verzichten. Ich bitte Sie darum als einen Akt des Gehorsams, in dem Sie -ohne Zweifel- dieses Ihr Opfer als ein Geschenk zum Wohl des Malteser Ordens erkennen werden.

Indem ich Ihnen meine Wünsche für ein Glückliches Osterfest sende, versichere ich Sie meiner Erinnerung in meinen Gebeten.

Aufrichtig in Christus
Erzbischof Angelo Becciu
Special Delegate

an 
Fra' Matthew Festing
Burks, Tarsot
Hexham NE48 1LA
Northumberland
GREAT BRITAIN

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister

Kommentare:

  1. es ist kein Verbot, sondern eine Bitte, also eigentlich noch schlimmer wie ein einfaches Verbot.
    Weil wer einer Bitte nicht entspricht, der steht als ungehobelter Klotz da.
    Merkwürdig finde ich die Verquickung von Bitte und den Hinweis auf den Gehorsam, damit wird aus der Bitte, m.E. nämlich wieder ein Befehl, aber, so könnte man resigniert sagen, auf klare Worte warten wir ja schon lange vergeblich!

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  2. Das ist schon eine frivole Einmischung in die Angelegenheiten eines souveränen Staatswesens, die als Präjudiz dem Vatikan als Staatswesen auf die Füße fallen wird. Dieser Staat ist gerade mal 90 Jahre alt und versucht, einem 900 Jahre alten Staatswesen ein Ende zu bereiten. In der Folge sehe ich als Bilanz des jetzigen Pontifikats einen Vatikanstaat noch vor seinem 100-jährigen Bestehen untergehen und die Kirche in zwei unterschiedliche Richtungen gespalten.

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