Sonntag, 26. März 2017

über die Wahrheit

früher sagte ich immer:
Selbst wenn irgendwann einmal nur noch drei alte rosenkranzbetende Weiber und der Papst übrig sind, ist das kein Zeichen dafür, dass irgendwas an der Lehre falsch ist.
Heute bin ich mir beim Papst nicht mehr so sicher.
Aber es stimmt immer noch.
Selbst wenn niemand mehr übrig ist, ist das kein Hinweis darauf, dass irgendwas verkehrt ist am Katholischen.

Musik zum Sonntag

Joseph Haydn, Trio in G-Dur, 3. Satz "all´ Ongarese"

        

Heute vor 40 Jahren ....

... bekam die Erzdiözese München und Freising einen neuen Erzbischof:
Am 26. März 1977 wurde Joseph Ratzinger zum neuen Erzbischof ernannt.

MK-Online macht uns aber zu diesem Termin eine besondere Freude:
Es gibt einen Bericht mit der Zusammenfassung des damaligen Interviews und eine schöne Bildergalerie dazu.

Besonders bemerkenswert ist die Stelle, in der Professor Ratzinger vom Besuch des Nuntius erzählt:

"Ratzinger erzählte von dem für ihn völlig überraschenden Besuch des Nuntius. Er sei fest davon überzeugt gewesen, dass es ihn nicht treffe. Das aber hinderte den damals 49-Jährigen nicht daran, schon am Tag nach der Ernennung laut über seinen Wappenspruch nachzudenken. Schon damals war ihm klar, dass es „cooperatores veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit) werden würde. Auch als Bischof sei er nur ein „cooperator“, ein Mitarbeiter. „Nicht ein Chef, sondern ein Mitwirkender im Ganzen.“ 

Das liest sich fast so, wie die Beschreibung seiner Wahl am 19. April 2005 - dieser Tag muss dann wohl ein echtes Deja vu für den Kardinal gewesen sein.

Ein ganz besonderes Geschenk, ist das dort verlinkte pdf mit dem kompletten Interview und weiteren Artikeln aus der Münchner Kirchenzeitung vom 3. April 1977 - besonders interessant die Pressestimmen dazu .... ein Genuss zum Lesen und eine echte Freude obendrein.
Damals hatten die Münchner ein großes Glück mit ihrem Erzbischof  ... und ich kann mich erinnern als ich nach München kam, war er eine echte Respektsperson. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, ihn so anzugreifen, wie wir es während seines Pontifikats erleben mussten.

Und wir können in beiden Fällen zumindest für unsere Zeit bemerken: es kam nichts besseres nach!

Gestern in Mailand. Was noch gesagt werden mußte....

der päpstliche Besuch in der Diözese des Hl. Ambrosius- in der heruntergekommenen mainstream-Presse auf die Benutzung eines Dixi-Klos reduziert- hat den Chefredakteur von La Nuova Bussola Quotidiana, Riccardo Cascioli  zu einem lesenswerten Kommentar veranlaßt.
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      "MIT PETRUS GEGEN DIE PAPISTEN""Auch ich war gestern bei der Messe mit Papst Franziskus im Monza-Park. Und viele andere Mitarbeiter von La Nuova Bussola, die in der Diözese Mailand wohnen. Das Motiv ist ein einfaches. Kardinal Angelo Scola hat in seinem Schluss-Gruß daran erinnert-und dabei den Hl. Ambrosius zitiert: "Wo Petrus ist, ist die Kirche" um dann mit dem Zitat fortzufahren "Wo die Kirche ist, da ist nicht der Tod sondern das ewige Leben."

Zu einer Begegnung mit dem Papst zu gehen, bedeutet auch, diese Realität anzuerkennen und zu bestätigen, die unsere Identität begründet. Der ganze Rest- Sympathie oder Antipathie, Übereinstimmung oder Bestürzung etc. -kommt erst danach, auf einer anderen Ebene, man kann diese Grundtatsache nicht diskutieren.
Das gilt für jeden Nachfolger Petri: es ist die Garantie der objektiven Zugehörigkeit zum Leib Christi.
Sich gestern im Park von Monza zu befinden- wie es schon im Nordpark in Bresso mit Benedikt XVI und mit dem Hl. Johannes Paul II war - war eine Erfahrung von wirklicher Kirche.
Dieses Volk, das gestern in Monza anwesend war, ist das selbe wie es 2012 in Bresso mit Papst Benedikt XVI und bei den beiden Besuchen (1983 und 1984) des Hl. Johannes Paul II war. Es ist ein Volk, das sich um jeden Nachfolger Petri schart, weil es - ohne die Theologie zu debattieren - weiß, daß die Kirche nicht die von Franziskus ist noch irgendeines anderen: es ist die Kirche Christi - und das genügt.

Warum sage ich das? Weil es deprimierend ist, in diesen Tagen (und nicht nur) die Kommentare in den Zeitungen und den sozialen Netzwerken zu lesen, wo sich vor allem bemüht wird, die Lager für und gegen Papst Franziskus für immer zu trennen. Und dieses Spiel wird auch von bekannten "Unterschriften", erfolgreichen Karrieristen, interessierten Ideologen, Personen auf der Suche nach einer neuen Jungfräulichkeit und einfachen "A...leckern" (Papst Franziskus nennt sie argentinisch "Sockenlecker") betrieben.
Alle ängstlich bedacht, sich zu zeigen, sich im "richtigen Lager" sehen zu lassen, eifernd bemüht, zu zeigen, wer die Feinde des Papstes sind, wer "gegen" ihn ist, wer vor der Tür gelassen werden muß (inzwischen sagen sie, daß sie die Mauern abreissen).
Sie behandeln die Kirche als sei sie eine Partei, sie zwingen ein Regime auf: jede Frage, jede Bestürzung wird erstickt und im Namen des Gehorsams gegenüber dem Papst geleugnet, indem sie den Nachfolger Petri auf die Ebene irgendeines Tyrannen herabziehen, der in seinem Reich Gutes und Böses tun kann und die Macht über Leben und Tod seiner Untertanen hat.

Wir sind mit Petrus. Immer. Aber besonders deswegen fühlen wir uns frei, zu fragen, unsere Bestürzung auszudrücken, Klarheit zu Fragen, die für unseren Glauben und die Kirche fundamental sind, zu suchen, sowie zu Meinungsfragen Urteile zu formulieren. Den Rest schreiben der Katechismus und der Kodex des Kanonischen Rechts vor."

Quelle: R. Cascioli, LNBQ

Samstag, 25. März 2017

Ecce Virgo concipiet .....

           

            

Kardinal Arinze oder ein Löwe im Winter

John Allen hat für Crux den nigerianischen Kardinal F. Arinze interviewt.
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"KARDINAL ARINZE : NACH AFRIKANISCHEM STANDARD BIN ICH NICHT KONSERVATIV,  DA BIN ICH NORMAL"

Der Nigerianische Kardinal Francis Arinze - emeritierter Präfekt der Liturgie-& Sakramenten-Kongregation- nach der Abschlussmesse der Bischofssynode zur Familie im Vatican am 25. Oktober 2015

                           Cardinal: ‘By African standards, I’m not conservative, I’m normal’


Vom 22.-25. März fand in der Universität von Nôtre Dame, veranstaltet im Global-Gateway-Center, eine Konferenz über die Afrikanische Theologie statt. Einer der Gäste war der Nigerianische Kardinal Francis Arinze, früheres Oberhaupt der Liturgiekongregation.

Mariae Verkündigung in der Malerei

Der Kunsthistoriker Daniel Esparza führt uns bei Aleteia ein bißchen in die Symbolik der Verkündigungsdarstellungen der christlichen Kunst ein
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  "DIE (NICHT SO) VERBORGENEN INHALTE IN DEN    VERKÜNDIGUNGSBILDERN"

Von Fra Angelico zu Leonardo, das klassische Marienmotiv ist mehr als nur eine Illustration einer Passage im Evangelium.

 
  Bild public domain

Ungleich einiger anderer ikonographischen Motive der Christlichen Kunst wir die Verkündigungs-Szene zumindest in einem der Evangelien bis ins Detail erzählt: dem von Lukas.
Auch wenn man eine andere, kürzere Verkündigungsszene im matthäus-Evangelium (1, 18-25) die Verkündigung an Joseph, haben sich meisten Künstler das Lukas-Evangelium als erzählerische Quelle für ihre Bilder zu nutzen. 
Nicht nur wegen der vielen im Lukas-Text enthaltenen Einzelheiten sondern auch wegen seiner reichen Symbolik und theologischen Bedeutung- besonders der mariologischen- die in einer "graphischen" Übersetzung des Evangeliums-Textes angesprochen werden konnten.

Darstellungen der Verkündigung gehen bis ins frühe Christentum -zurück. die älteste kann man in der Priscilla-Katakombe finden, nach einigen Quellen ins 4. Jahrhundert datiert. Seit diesen frühen Wurzeln wurde dieses Sujet Teil des graphischen Repertoires fast jeden großen Künstlers. 
Diese Künstler und ihr Publikum waren sich des in der Szene enthaltenen tiefen, reichen Symbolismus bewußt, aber es ist eine visuelle Sprache, mit der wir heute weniger vertraut sind.

Einige Verkündigungs-Bilder, z.B. mittelalterliche Bilder aus dem 12. und 13. Jahrhundert enthalten den "Thron" Marias, einen kunstvollen Sitz, auf dem die Jungfrau sitzt um die Ankündigung des Engels entgegen zu nehmen. Mit seinen reichen Polstern und Schnitzereien (häufig den Löwenköpfen, mit denen der Thron König Salomos geschmückt war) zielte die Einbeziehung dieses anachronistischen Möbelstücks darauf ab, den Titel Marias als "Sitz der Weisheit" und ihre Autorität als Königin des Himmels, Regina Caeli, zu betonen.
Auch wenn die offizielle Katholische Lehre vom Königin-Status durch die Enzyklika Papst Pius XII "Ad Caeli Reginam" definiert wurde, wurde Maria in der Tradition seit dem 5. Jahrhundert "Königin des Himmels" genannt, direkt nach dem Konzil von Ephesus, das Maria als Mutter Gottes proklamierte.

Eine Taube, die traditionell (basierend auf dem Bericht über Jesu Taufe durch Johannes) in der Christlichen Kunst den Hl. Geist darstellt, spielt auf einigen mittelalterlichen Bildern der Verkündigung eine interessante Rolle. 
Während  die meisten üblichen Darstellungen die Taube über Maria schwebend darstellen ("der Geist des Allerhöchsten wird dich überschatten") fliegt die Taube in manchen Bildern auf das Ohr der Jungfrau zu. Den Grund dafür kann man in einigen frühen Texten der Christlichen Tradition finden, die sich auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu beziehen, sie habe durch das Hören auf die Worte des Engels empfangen, was beinhaltet, daß das Hören auf Gottes Wort die Seele fruchtbar macht.
Ephrem der Syrer (der größte Dichter des Zeitalters der Kirchen-Väter, der einzige "Theologen-Poet von Rang" neben Dante würde Robert Murray sagen) wurde 1920 von Papst Benedikt XV zum Kirchenlehrer ernannt, schrieb im frühen 4. Jahrhundert:

     "Wie der Brennende Busch am Horeb (Berg Sinai), der im Herzen der Flammen Gott            trug, so hat Maria Christus in ihre Jungfräulichkeit gebracht : durch ihr Ohr trat das        Göttliche Wort des Vaters ein und wohnte heimlich in ihrem Leib"

Es ist nicht ungewöhnlich, Maria eher ein Buch lesend vorzufinden, als mit einer Spindel oder anderen häuslichen Tätigkeiten beschäftigt. Nach einigen Quellenangaben ist das auf den Einfluss der Franziskanischen Spiritualität zurück zu führen, die die Frömmigkeit Mariens unterstreicht.
Das Buch, das Maria üblicherweise hält ist ein Psalter, was bedeutet, daß sie betet, wenn Gabriel die Botschaft überbringt. Einige Künstler gehen weiter ins Detail und zeigen Maria nicht mit einem Psalter sondern das Buch Jesaja, in dem die Prophezeiung der empfangenden Jungfrau (Jesaja 7:14, "Und der Herr selbst wird dir ein Zeichen geben. Weil eine Jungfrau empfangen wird und einen Sohn gebären uns sein Name wird sein Immanuel) zu finden ist. Natürlich gab es zu Marias Zeit keine Bücher,  wie wir  sie kennen; Künstler nutzten die Objekte ihrer eigenen Welt, um die Botschaft zu überbringen.


"Papst Franziskus als Historiker"- Fortsetzung


Fortsetzung :  "Papst Franziskus als Historiker" 
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"Was können die Bemerkungen des Papstes über die hegemoniale Konzeption eines Römischen Zentralismus bewirken? Sie verdunkeln mehr als daß sie uns etwas über die umstrittene, aber auch kritische und immer noch nicht ausreichend erforschte Ära der Entwicklung der weltweiten Katholischen Missionspraxis, der kirchlichen Aufsicht und Regulierung sagen.
Sie tun auch das Gedächtnis an Kirchenführer der länger zurückliegenden Vergangenheit ab und überdecken es,  zugunsten einer aktuellen Agenda für "inkulturierende" Formen von Christenheit in die indigenen Kulturen der Welt, eine Agenda, die detailliert in der apostolischen Exhortation des Hl. Vaters, "Evangelii Gaudium" skizziert wurde.

Dort- argumentiert der Hl. Vater - der für die Möglichkeit offen zu sein scheint, daß dieser alte Römische Katholizismus und sogar zentrale Rituale, Glaubensbekenntnisse und Formelemente vom Evangelium oder dem von der Kirche verkündeten Wort  getrennt werden können:
 "Es ist nicht essentiell, zusammen mit dem Evangelium eine bestimmte kulturelle Form einzuführen, ganz gleich wie schön oder alt sie sein mag. Die Botschaft, die wir verkünden. hat immer ein bestimmtes kulturelles Kleid, aber wir in der Kirche...verfallen manchmal  in ein unnötiges Heiligsprechen unserer eigenen Kultur."

Solche Bedenken können helfen, den Reiz zu erklären, den Martin Luther mit der starken Betonung des gepredigten Wortes  und seiner radikal spiritualisierten und ahistorischen Sicht der Kirche auf Papst Franziskus ausüben.
Kehren wir also zu den historischen Behauptungen des Hl. Vaters zurück, mit denen wir begonnen haben, über Martin Luther und die Gründe-durch die Zeit hindurch-für die tiefe Teilung zwischen Lutheranern und Katholiken. (Das sind Bemerkungen die- vom Papst aus Rom kommend- ich kann mir nicht helfen- für den Reformator selbst sehr erstaunlich sein könnten).

Im Hinblick auf die einfache Behauptung, daß Martin Luther eigentlich die Kirche nur hatte erneuern wollen, nicht sie spalten, ist es tatsächlich so, daß es heute historischer Konsens ist, daß der Reformator 1517, als er den religiösen Autoritäten  und einem größeren Publikum in und um Wittenberg die 95 Thesen präsentierte, nicht die Absicht hatte, die Katholische Kirche zu verlassen.
Allerdings leugnen auch Reformationsforscher, im Bewußtsein der zeitgenössischen ökumenischen Hindernisse nicht, daß Luther schon sehr früh während seiner Reform-Laufbahn überzeugt wurde, daß die internationale, sichtbare Kirche- wie sie von Päpsten, Kardinälen und Bischöfen geleitet wurde, unrettbar korrupt war,  "judaisiert" in ihrer Betonung von Gesetzen und Ritualen und deshalb inhärent mit der "wahren", unsichtbaren Kirche aller ernsthaften Gläubigen, wie er sie definierte.

Zum Fest Mariae Verkündigung

Dank an unsere Patrona Bavariae:




In neun Monaten ist Weihnachten!

ein Fundstück, oder warum wir nicht auf Gott hören

eigentlich neige ich dazu, sowohl im reallife, alsauch im virtual life, viel zu viel zu reden,
aber dem Satz, den ich heute gelesen habe, ist wenig hinzuzufügen.
Dieser Satz lautet:

Die meisten Christen hören nicht auf Gottes Stimme, weil sie eh schon beschlossen haben nicht zu tun, was er sagt

Der Tip für die Fastenzeit ist deshalb, mal wieder Bibel lesen, oder es mit der stillen Anbetung probieren.

Freitag, 24. März 2017

was zum Trost

Neulich war ich in Nightfever und wieder ging mir auf, was mir unmittelbar nach meiner Heimkehr in die Kirche aufgegangen war.
Die Schönheit eines allein von Kerzen erleuchteten Kirchenraums und den wunderbaren Trost, der von feierlich ausgesetztem Allerheiligsten mitsamt geistlicher Musik ausgeht.
Und doch fand ich es, wie damals schon, irgendwie zuwenig.
Man hat den starken Eindruck, dass die Geborgenheit, die man durchaus, so man will, der Präsens Gottes in der Hostie zuschreiben kann, absolut machtlos ist und das gute Gefühl hinter der Kirchentür aufhört und dazu  und das ist ja auch eine Erfahrung niemanden, der das nicht kennt einfach so trifft.

Kurios und virtuos zugleich.....

     
   Johann Sebastian Bach: Gigue aus der Französischen Suite Nr. 5 in G-Dur, BWV 816

            

Aus der Missionsgeschichte der Jesuiten. Der Papst als Historiker- oder Schuster bleib bei deinen Leisten...?

Bronwen Catherine McShea, Historikerin mit Schwerpunkt frühe Neuzeit, hat sich mit Papst Franziskus´ vielleicht etwas verinfachenden Thesen zur Mission und den Missionaren just dieser Zeit auseinander gesetzt und kommentiert sie bei bei "First Things"
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           "PAPST FRANZISKUS ALS HISTORIKER"
Während eines freundschaftlichen Treffens mit einer ökumenischen Delegation aus Finnland am 19. Januar hat Papst Franziskus seinen Einsatz für eine Wiedervereinigung mit den Lutherischen Christen unterstrichen, in dem er eine historische These über den großen deutschen Reformator aufstellte:

"Das Ziel Martin Luthers vor 500 Jahren war, die Kirche zu erneuern, nicht sie zu spalten."

Einen Tag oder so vorher, begann in Rom das Gerücht die Runde zu machen, daß der Vatican den 500. Jahrestag der 95 Thesen Luthers durch eine spezielle Briefmarke ehren wolle.
Und davor-im vergangenen Herbst- pries der Papst Luther dafür, die Aufmerksamkeit der Kirche auf die Zentralität der Hl.Schrift zurückgeleitet zu haben und die folgende Trennung zwischen Katholiken und Lutheranern nicht auf das, was der Reformator selbst getan hatte, zurückzuführen, sondern auf jene von uns, die "in uns selbst verschlossen sind aus Angst oder Unsicherheit im Hinblick auf den Glauben, den andere mit einem anderen Akzent und einer anderen Sprache bekennen."

Der kürzliche Exkurs des Papstes in die Geschichte der frühen Neuzeit hat ihn nicht nur in das Deutschland der Reformation geführt, sondern auch nach China und Indien in den Tagen der ersten Jesuiten-Mission.
Am 24. Oktober- bei einem ausführlichen Gespräch mit den Delegierten der 36. Vollversammlung der SJ hat unser erster jesuitischer Papst das Bestreben des modernen Katholizismus, die indigenen Kulturen zu schützen mit dem eurozentrischen, imperialistischen Charakter der Kolonialzeit-Kirche verglichen und behauptet, daß während wenige Jesuiten-Missionare des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts durch den Hl. Geist klar verstanden hätten, "daß das Evangelium bei den heidnischen Völkern inkulturiert werden müsse", und diese Missionare die Ausnahme von der Regel waren:

"Denken Sie z,B. an die Erfahrung von Matteo Ricci und Roberto de Nobili. Sie waren Pioniere, aber  eine hegemoniale Wahrnehmung des Römischen Zentralismus hat dieses Experiment beendet und  unterbrochen. Er kam einem Dialog zuvor, in dem Kulturen respektiert wurden. Und das passierte,  weil sie soziale Gebräuche mit einer religiösen Hermeneutik interpretierten Respekt für die  Toten....wurde mit Götzenanbetung verwechselt."

Erst vor kurzem schlug Franziskus vor, die Kirchenführer sollten zu einem "größeren Bewußtsein ...für indigene Völker kommen, um Ausdruck und Kultur jedes von ihnen zu unterstützen."

Als Christ des 21. Jahrhunderts applaudiere ich und bete um Erfolg für die fortgesetzten Bemühungen des Papstes, von Lutheranern, Katholiken und anderen, die Jesus Christus bekennen, sich um die Wiedervereinigung im Geist des Gebetes und der Wahrheit zu bemühen.
Ich teile auch die Sorgen des Papstes, daß die christliche Evangelisierung die reichen, diversen Kulturen hüten und stärken sollten, besonders angesichts des oft brutalen Vorgehens der Globalisierung.

Aber als Historikerin, mit besonderem Schwerpunkt für die Welt der Frühen Moderne, die von Luther und den frühen Jesuiten-Missionaren bewohnt wurde, zucke ich bei den historischen Formulierungen des Papstes zusammen.
Sie werden den Hauptakteuren und den beteiligten Faktoren nicht gerecht. Sie instrumentalisieren die Geschichte eher, als daß sie eine rezeptive Haltung gegenüber den Lehren aus der Geschichte einnehmen, um die Agenda des aktuellen Augenblicks voran zu bringen. 
Während solche Äußerungen harmlos wären, wären sie in einer meiner Einführungsvorlseungen vorgekommen, erfordern sie eine respektvolle Kritik, wenn sie von einem Mann geäußert werden, der den Titel und das Siegel des Summus Pontifex der Universalen Kirche trägt.


Donnerstag, 23. März 2017

Gott weiß!

Gestern habe ich mir meinen Frust etwas von der Seele geschrieben 
und die heutige Lesung ist wie eine Antwort darauf:

Selbige Lesung lautet:

Denn ich habe zu euren Vätern zur Zeit, da ich sie aus dem Lande Ägypten führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern;
23. sondern dies habe ich ihnen anbefohlen und gesprochen: Höret auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt in allem auf dem Wege, den ich euch geboten, auf dass es euch wohl gehe!20
24. Sie aber hörten nicht darauf21 und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern gingen ihren Gelüsten nach in der Verkehrtheit ihres bösen Herzens und sie kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht
25. von dem Tage an, da ihre Väter aus dem Lande Ägypten ausgezogen,22 bis auf diesen Tag. Und ich habe zu euch ohne Unterlass alle meine Diener, die Propheten, vom frühen Morgen beginnend, immerfort gesendet;
26. doch sie hörten nicht auf mich und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern waren halsstarrig und trieben es ärger als ihre Väter. [Jer 16,12]
27. Wenn du nun zu ihnen alle diese Worte redest, so werden sie doch nicht auf dich hören; und rufest du ihnen zu, so werden sie dir keine Antwort geben.
28. So sprich denn zu ihnen: Dies ist das Volk, welches auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, nicht gehört und keine Zucht angenommen hat; die Treue ist geschwunden und von ihrem Munde weggetilgt.


Historisches Datum: nicht ganz, aber fast. Heute vor 274 Jahren,


also am 19. März 1743 wurde Georg Friedrich Händels MESSIAS  erstmals in London im Covent Garden aufgeführt- der Text des Oratoriums besteht ausschließlich aus Bibel-Versen und beginnt mit "Comfort ye my people"


         


"Tröste dich, mein Volk, spricht dein Gott. Redet trostreich mit Jerusalem und ruft ihr zu, dass ihr Kriegsdienst zu Ende, dass ihre Missetat vergeben ist. Es ist seine Stimme, die verkündigt in der Wildnis: Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet in der Wüste einen Pfad für unsern Gott.

Jedes Tal soll erhöht werden, und jeden Berg und Hügel macht tief, das Krumme gerade und die unebenen Stellen glatt."
(Jesaja 40, 1-4)


Sandro Magister über Neo-Papisten aus Bologna und anderswo und vier Kirschen

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die teilweise auffälligen und merkwürdigen Reaktionen der Neo-Papolatriker in Theologie und Kirche auf Kritik am Pontifex und besonders auf die Dubia und ihre Autoren.
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"ERZBISCHOF FORTE, PROFESSOR MELLONI UND DIE UNVERDAUTEN VIER KIRSCHEN"

Forte
"Um zu verstehen, wie Franziskus mit seinen Widersachern umgeht, ist der Erzbischof und Theologe Bruno Forte ein zuverlässiges Orakel, besonders seit er öffentlich erzählt hat, was der  Papst ihm während der letzten Synode sagte, bei der er als Spezialsekretär agierte.
"Wenn wir ausdrücklich über die Kommunion für die wiederverheirateteten Geschiedenen sprechen, können Sie sich nicht vorstellen, welches Chaos diese Burschen für uns anrichten werden. Sprechen wir also nicht  direkt darüber, Sie sorgen für die Voraussetzungen und ich ziehe dann die Konsequenzen."

Wie man weiß, hat Franziskus die Konsequenzen gezogen- in der postsynodalen Exhortation "Amoris Laetitia" , aber in einer so mehrdeutigen Form, daß er unausweichlich den Widerstand und die Verwirrung in der ganzen Kirche verstärkt und dadurch vier Kardinäle dazu veranlaßt hat, ihn öffentlich zu bitten, Klarheit in die durch dieses sein flüssiges Lehramt  kreierten "dubia" zu bringen.

Für für Bruno Forte aber ist es nicht der Text von "Amoris Laetitia", der Zweifel erzeugt hat, sondern es sind diese letzteren und jene, die sie äußern, die Unsicherheit und Spaltung unter den Katholiken und anderen säen.

Das und mehr hat der Erzbischof und frühere Spezialsekretär der beiden Familiensynoden, der auch einer der Vertrauensmänner Jorge Mario Bergoglios ist, bei einer Pressekonferenz gesagt, die er am 9.März in Rom in der Kirche San Salvatore in Lauro gegeben hat- die vom Weihbischof der Papstdiözese, Gianrico Ruzza eingeleitet und deren weiterer Sprecher- direkt nach ihm- der Kirchenhistoriker Alberto Melloni, der leitende Kopf der berühmten "Schule von Bologna" war.

Das Hauptargument das Forte zur Unterstützung für die Position von Papst Franziskus vorbrachte, ist die Übereinstimmung zwischen dem, was in "Amoris Laetitia" geschrieben ist und den Propositionen,  über die bei der Bischofssynode abgestimmt wurde: ein "consensus fidelium"- fügte er hinzu- der von denen, die die "dubia" erhoben haben, fälschlicherweise verlassen worden ist.

Hier seine genauen Worte dazu, transskribiert nach einer Audioaufnahme der Konferenz:
"Die Schlusspunkte der Synode wurden von den Vertretern der Episkopate der gesamten Welt mit außerordentlicher Mehrheit angenommen: fast alle einstimmig und die delikateren zumindest von 
Zweidritteln.
Franziskus hatte klare Ideen, er wußte, wohin er gehen wollte. Als er mich zum Sekretär der Synode berief, sagte er zu mir: "Für mich ist es wichtig dort mit allen Bischöfen der Welt anzukommen, weil der Papst der Diener der Diener Gottes ist und ich will, daß wir zusammenwachsen.
Es ist für niemanden von uns wichtig, ob ein Dokument für die Kirche ohne die Reise, die wir gemacht haben, geschrieben wird. "
Das ist ein Aspekt, der nicht übersehen werden darf. Papst Franziskus hat die Kollegialität ernst genommen. Da sind diejenigen, die die ausgerechnet haben, daß 85% der postsynodalen Exhortation aus Texten der Schluss-Relatio der Synode stammen. Die Texte sind in Kollegialität mit den Episkopaten der Welt an der Seite des Nachfolgers Petri gereift.
Wir sehen uns  hier dem gegenüber, was ein veritabler "sensus" ist, ein beeindruckender "consensus fidelium" .
Das ist es, weshalb die dubia, im Untergrund Zweifel über jene, die sie geäußert haben aufkommen lassen, weil einige von ihnen bei der Synode nicht anwesend waren und nicht gesehen haben, welche große Kraft der Gemeinschaft es dort gab."


Mittwoch, 22. März 2017

Bibel für alle, besonders die Kirchenführer, oder so.

Ich versteh eigentlich nicht, wie sich jemand bekehren kann, indem er die Bibel liest, zu wenig erschließt sie sich beim reinen Lesen, so scheint mir.
Manche Bilder hat man sein Leben lang präsent, dann schlägt man die Schrift auf, liest das erste mal den Zusammenhang und ist nur noch geschockt.
Ein Beispiel ist der König David, der mir aus Kinderbibelzeiten als der liebe, nette, mutige, ehrliche, gute in Erinnerung war.
Irgendwann habe ich im Buch der Könige und der Chronik nachgelesen, mei, mei kann ich da nur sagen.
Es widerstrebt mir ja meinen Lesern schlechte Geschichten zuzumuten, aber David ist schon eine Nummer für sich, auch und wenn er oft in der Zwickmühle war.
Und jetzt sind wir beim Problem.
Irgendwo haben ich mal über genau dieses  Problem gelesen,. welches  schon den Kirchenvätern bekannt war, und in der Scholastik zu erbitterten Diskussionen geführt hat, wobei die Beteiligten nicht wirklich wussten, wie  man das zusammenbringen soll den guten, absoluten und absolut guten Gott und manche  Geschichten aus dem AT.
Der Autor nannte das was die Kirchenväter da veranstalteten "umständliche Reinwaschungsbemühungen"
Mir selber ist, und nun wird es aber auch schwierig, weil wer bin ich schon, der die Kirchenväter korrigieren will? aber dennoch mir ist ein anderer Ansatz lieber, nämlich:
Ich gehe einfach davon aus, dass die Gestalten des AT genauso Idioten waren, wie die Gestalten aus dem NT ff, also wir, und weder besser noch schlechter als wir, auch und wenn sie in anderen Zeiten lebten.

Die Grabeskirche in Jerusalem erstrahlt in neuem Glanz

Ein schöner Bericht des BR über die restaurierte Grabeskirche:


Die Neo-Papisten kennen bei Dissens mit dem Pontifex & der "neuen" Kirche kein Pardon

Riccardo Cascioli berichtet in seinem heutigen Leitartikel für La Nuova Bussola Quotidiana anhand einiger Vorkommnisse in Italien über die aktuelle Stimmung in der Kirche.
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  "BELEIDIGUNGEN GEGEN KARDINÄLE UND DIE "NEUE KIRCHE DES VOLKES"

"Die Luft in der Kirche wird immer dünner, wer auch immer wagt, auch nur Verwunderung über einige Äußerungen von Papst Franziskus zu äußern oder nur an die Glaubenswahrheit, die die Kirche immer verkündet hat, zu erinnern, endet im Fadenkreuz der neuen Jakobiner. Der Letzte in der Reihe, der die Kosten für dieses Klima tragen mußte, war der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard L. Müller, der an diesem Abend in Triest sein wird, um an einer Begegnung im Rahmen einer Inititative der Kathedrale des Hl. Giusto teilzunehmen.

Seiner Ankunft ging ein Protestbrief von der üblichen Gruppe von Katho-Kommunisten voraus, den hat die örtliche (Laien)-Tageszeitung Il Piccolo übernommen: "Unterschriften-Sammlung gegen den Anti-Bergoglio-Kardinal" titelte die Zeitung.
Nutzlos daran zu erinnern, daß Kardinal Müller sich nie gegen den Papst gewandt hat,  aber jetzt genügt es, die Zentralität der Lehre für die Erscheinung der Kirche zu bekräftigen, um die Hexenjagd zu eröffnen.
Und wenn man das nicht offen sagen kann, benutzt man als Vorwand die Pädophilie-Frage: in diesem Fall ist Müller zum Sündenbock für den  geräuschvollen Rücktritt eines Opfers sexuellen Mißbrauchs aus der Kommission gemacht worden, die ad hoc vom Papst eingesetzt wurde (und man sollte über den Gebrauch den man von einem Drama wie der Pädophilie macht, nachdenken, um die Rechnung mit einem Bischof zu begleichen, der nicht mit dem aktuellen Pontifikat übereinstimmt.)

Der Fall von Triest jedoch ist schwerwiegend und würde eine entschiedene Reaktion der Sala Stampa des Hl. Stuhls verdient haben, aber aus irgendeinem Grund würden wir auf Schweigen wetten.
Vielleicht weil wir letztlich einem Beispiel für fortgesetzte und ungestrafte peinliche Äußerungen gegen die Kardinäle beiwohnen, die die dubia unterschrieben haben und auch von Personen, die dem Papst nahe stehen.
Das ist der Fall, den der Vaticanist Sandro Magister vor einigen Tagen präsentiert hat, in dem einige Auszüge aus Statements von Bischof Bruno Forte und des Kirchenhistorikers Alberto Melloni am vergangenen 9. März in Rom anläßlich einer Konferenz gemacht hat, wiedergegeben werden.
Wenn Forte bei den "Säern von Zweifeln" die "Unsicherheiten und Spaltungen unter Katholiken und nicht nur" verursachen sieht, hat Melloni Spott über die Kardinäle ausgeschüttet als "vier Kirschen, die sich für  den Kirschbaum halten".
             
Am 25. Februar gab es dagegen einen schwerwiegenden Angriff von Don Vinicio Albanese, Gründer der Gemeinschaft von Capodarco, der mit seiner Gemeinschaft vom Papst in Audienz empfangen wurde und folgende Äußerungen fallen ließ: "Die, die Dubia stammeln, sind ein bißchen Pharisäer und Schriftgelehrte, weil sie die Barmherzigkeit nicht begreifen, die Sie für die Dinge vorschlagen. Das ist ärgerlich, aber wir sind mit Ihnen und werden Sie immer unterstützen"
Unglaublich, daß man öffentlich vor dem Papst so über Kardinäle sprechen kann, aber man muß leider sagen, daß es von Seiten des Pontifex keinerlei Reaktionen gab.

Ein Schweigen, daß auf verschiedene Art interpretieren kann, aber sicher gibt es Leute, die das als Signal dafür verstehen, daß man ruhig bestimmte Beleidigungen aussprechen kann. Und die sich dann entsprechend verhalten. Und letztendlich - und es schmerzt das sagen zu müssen- hat genau dieser Papst in seinem kürzlich der deutschen Zeitung "Die Zeit" gegebenen Interview wenig schmeichelhafte Worte gegen Kardinal Raymond Burke gesprochen. Thema waren die Ereignisse um den Malteser Orden, aber der Vorwurf der Unfähigkeit gegen ihn, der dem Namen nach Kardinalpatron der Malteser Ritter bleibt, ist präzedenzlos.

Auf die dubia hat es bis jetzt keine Antwort gegeben, zum Ausgleich kamen Beleidigungen gegen die. die sie formuliert haben.
Und außerdem Vorwürfe des Ungehorsams, der Feindseligkeit gegenüber dem Papst, des Verbreitens von Zwietracht und so weiter. Aber um diese Angriffe zu verstehen, ist es der Mühe wert, sich daran zu erinnern, wer die neuen Inquisitoren sind. Wir haben Alberto Melloni zitiert, ein Mensch, der sich rühmt, Papst Franziskus besonders nahe zu stehen und der sicher zu den Beharrlichsten beim Beleidigen der Dubia-Kardinäle gehört.

Bei dem öffentlichen Treffen, vom Anfang des Artikels, behauptete Melloni, nachdem er "dieses Instrument Fragen an den Papst zu stellen für ungeeignet" definierte, daß Bischöfe und Kardinäle nicht das Recht haben, den Papst als Angeklagten zu behandeln.  Jetzt muß man, zum Teil weil die Dubia das vorgesehene und viele male gebrauchte  Instrument sind, um den Sinn einiger Dokumente klarzustellen und nicht nur das,  und zum Teil, weil niemand den Papst als Angeklagten behandelt hat, daran erinnern, daß der Melloni, der heute "Papist"ist, auch der Melloni ist, der ein Dokument offenen Widerstandes gegen den Hl. Johannes Paul II unterschrieben hat.

Man schrieb das Jahr 1989, Johannes Paul II war seit 11 Jahren Papst und Theologen und Intellektuelle der Linken konnten eine Interpretation des II.Vaticanischen Konzils nicht ertragen, die nicht im Sinn einer Ruptur mit der früheren Kirche und der Gründung einer neuen Kirche konform war. Weniger denn je konnten sie ertragen, daß der Papst Bischöfe ernannte, die nicht auf der Linie der stattfindenden Revolution waren.
So - als nach einem äußerst harten Text des Moraltheologen Bernard Haring (ist es ein Zufall, das der jetzt wieder modern wird?), der den Papst auf dem Gebiet der Sexualmoral angriff, im Januar 1989 die "Kölner Erklärung" erschien,ein Frontalangriff auf den Papst. der von 162 deutschsprachigen Theologen unterschrieben worden war. Eine Initiative, die dann in Holland, Spanien, Frankreich und Belgien und anderen Ländern wiederholt wurde.


A. Gagliardducci:: Papst Franziskus Erwartungen und Realität. Fortsetzung


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Valente versäumt es auch nicht, das Staatssekretariat ins Visier zu nehmen. das am vergangenen 22. Februar ankündigte, daß ein spezialisierter multinationaler Konzern, die Verwertung des Papstbildes kontrollieren wird und im Fall des Mißbrauchs passend einschreiten- genau so- wie er feststellt- es Firmen tun, um ihre Firmenmarken zu schützen.

Alle diese Details und einige weitere führen zu der Frage: "Wurde Papst Franziskus betrogen?"
Wenn man Valentes Analyse liest, ist es leicht zu denken, daß die evangelikale Wirkung der Botschaft des Papstes durch die Leute, die den inneren Kreis des Papstes bilden, abgeschwächt wird.

Das führt aber zu einer weiteren Frage: wenn das wahr ist, wie konnten diese Leute solchen Einfluss gewinnen? Warum vertraute Papst Franziskus ihnen? Warum hat er nicht andere ausgesucht?

Tatsächlich wurden die selben Dinge auch zu Beginn des Pontifikates geschrieben- sogar auf diesem blog. Aber jeder, der sie erwähnte wurde als "kritisch" oder widerständig dem Papst gegenüber dämonisiert und etikettiert, oder sogar als sein Feind angesehen. Warum ist es erst jetzt möglich, diese Dinge zu sagen? Was ist passiert?

Diese Fragen bleiben offen, Nach Valentes Analyse kann der Papst nicht durch die Linse, daß er Argentinier und Jesuit ist, gelesen werden- also durch Bezugnahme auf seine Wurzeln und sein gewähltes Leben. Die Lebenswahl aber, die so tief in ihm so tief verwurzelt ist, daß die Jesuiten-Kriterien aus jeder seiner Predigten und Reden hervorströmen, die rein Ignatianische Themen bringen, wie das der Unterscheidung der Geister und die Korruption.
Die Lebenswahl ist so entscheidend, daß in der einzigen autorisierten Biographie , ein Art Manifest für einen Beinahe- Papst trägt den bedeutungsvollen Titel: "Der Jesuit".
Auf der anderen Seite- schauen wir nicht auf seine Nationalität, würden wir die Analyse der Wahrnehmung des "pueblo" und des südamerikanischen Populismus ausklammern, den Papst Franziskus oft gegenüber dem europäischen Populismus gepriesen hat- ersterer gut, letzterer gefährlich.

Diese beiden Optionen werden von Valente am Ende als "reduktionistisch" beurteilt, weil sie die Arbeit des Papstes eingrenzen würden.

Aber diese Art der Analyse ist nicht neu. Der Hl. Johannes Paul II , z.B. wurde oft abwertend als "der Pole" bezeichnet. Auf einer breiteren Skala brachte jeder Jahreszeitenwechsel anderen Widerstand. Und Valente erwähnt die Menschen um Johannes Paul II indem er sie als links- oder rechtsgerichtet einordnet und zur selben Zeit zu Verstehen gibt, daß man das heute nur noch verstehen kann, wenn man darauf schaut, was in er Regierungszeit von Johannes Paul II passierte, oder besser in den letzten Jahren.
Und es ist schockierend, daß wir über die Nachwirkungen des Pontifikates von Johannes Paul II sprechen, aber nie über das von Benedikt XVI, so als ob dessen Pontifikat nie existierte.

Aber die Suche nach Gott wird beiseite gelassen im Namen einer drängenden Reform, der es an Theologie und sogar offensichtlich an einer gewissen pastoralen Annäherung, die Papst Franziskus immer verlangt.

Es genügt einen schnelle Blick auf einige der Artikel zum 4. Jahrestag des Pontifikates von Papst Franziskus zu werfen, um am Ende zu verstehen, daß die pastorale Wirkung der päpstlichen Slogans- in die Peripherien zu gehen, den Geruch der Schafe anzunehmen, die mißbrauchte Phrase von der armen Kirche für die Armen- wurde eher als politische Aussagen interpretiert, als sei die Kirche eine Firma. die eine Sanierung zu jedem Preis braucht.


Dan Hitchens interviewt Fra´Mathew Festing

Dan Hitchens hat den "zurückgetretenen" Großmeister des Malteser Ordens Fra´ Matthew Festing für den Catholic Herald interviewt.
Hier geht´s zum Original:   klicken

"DER PAPST WÜRDE FESTING ERLAUBEN, SICH WIEDER ZUM GROSSMEISTER DER MALTESER WÄHLEN ZU LASSEN."

Fra´ Festing sagte, wenn der Malteser Orden will, daß er zurück kommt, würde er das in Erwägung ziehen.
"Papst Franziskus hat Fra´ Matthew Festing grünes Licht für eine Wiederwahl zum Großmeister des Malteser Ordens gegeben, wie der Catholic Heraldd bekannt geben kann.
Der Papst hatte Festing im Januar nach einer Periode der Turbulenzen im Orden gebeten, zurückzutreten

In einem Eklusivinterview beschrieb Festing diesen Wortwechsel mit dem Papst, nachdem er zugestimmt hatte:
Ich sagte: "kann ich Ihnen eine hypothetische Frage stellen?"
Der Papst sagt ja.
Ich sagte: "Hypothetisch, was würde passieren, wenn ich wiedergewählt werde? "
Er dachte einen Augenblick nach und sagte "Das wäre in Ordnung."

Festing sagt, er "habe nicht vor Wahlkampf zu führen" , aber wenn er gefragt würde als Großmeister zurückzukommen, würde er "das in Erwägung ziehen". Der Orden wird sich am 29. April zur Wahl des nächsten Großmeisters treffen.

In dem Interview spricht Festing auch von der Befriedigung und den Schwierigkeiten in den fast neun Jahren seiner Zeit als Großmeister und von den Herausforderungen, denen der Orden sich heute gegenüber sieht. Und er sprach auch offen über seine eigene Berufung als geweihter Ritter.

Hier das Interview im Volltext:

"DER FRÜHERE LEITER DER MALTESER RITTER SPRICHT ZUM ERSTEN MAL SEIT DER PAPST IHN ZUM RÜCKTRITT AUFGEFORDERT HATTE."

"Es ist auf viele Arten eine Erleichterung, sagt Fra´ Matthew Festing , nicht mehr  "His Most Eminent Highness the Prince and Grand Master of the Knights of Malta" zu sein.
Rückblickend sagt er, daß die Hilfswerke des Ordens rund um die Welt lohnend war, aber "man hat es die ganze Zeit mit albernen Kleinigkeiten zu tun, Rivalitäten, Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten."

So war es nicht völlig unwillkommen als am 24. Januar nach einer Periode der Turbulenzen im Malteser Orden Papst Franziskus Festing aufforderte, zurückzutreten.
Er sagte; "Ich wollte den Malteser Orden ausgraben und das wäre ohne Sie im Amt für mich leichter." 
Also sagte ich: "OK, fein"

Das war nicht das Ende, das Festing erwartet hatte, als er das Amt 2008 übernahm: Der Großmeister, der den gleichen Rang inne hat wie ein Kardinal und ein Staatsoberhaupt ist, wird auf Lebenszeit gewählt. Und wie es aussieht, könnte Festing doch wieder zurückkehren. 

Aber jetzt scheint er erstmal damit zufrieden, wieder in Northumberland zu sein, der Grafschaft in der er aufegwachsen ist. Sein Haus, ein großes steinernes Bauernhaus liegt verborgen in den dicht bewaldeten Hügeln Northumberlands, eine kurze Fahrt von der Schottischen Grenze entfernt. Als ich ankomme, begrüßt er mich herzlich, vielleicht ein bißchen argwöhnisch. Aber bald entspannt er sich gutgelaunt.


Marco Tosatti : Franziskus und die SSPX


Marco Tosatti (den Edward Pentin zusammen mit Sandro Magister zu den kompetentesten Interpreten das aktuellen Pontifikates zählt) kommentiert bei rorate caeli die neueste Entwicklung des Verhandlungsstandes zwischen dem H. Stuhl und der SSPX und faßt die vorausgegangenen Ereignisse noch einmal zusammen.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DREIMAL IST DER ZAUBERSPRUCH- TOSATTI:  "SSPX UND DER VATICAN SIND NUR NOCH EINEN SCHRITT VON DER ENDGÜLTIGEN VEREINBARUNG ENTFERNT"
DAS KÜNFTIGE RÖMISCHE HAUPTQUARTIER

"1988: der Anführer der SSPX, Erzbischof Lefebvre unterzeichnet. Am nächsten Tag ändert er seine Meinung, weil Johannes Paul II und Kardinal Ratzinger beim Thema der Bischöfe nicht klar sind.

2012: Gerade als der SSPX General-Superior nach Rom gerufen wird, zur -wie er denkt- endgültigen Unterzeichnung. Ratzinger- jetzt Benedikt XVI- macht eine der größten Kehrtwenden seines Pontifikates und verlangt- unter dem Druck einiger Kardinäle- nach einem weiteren doktrinalen Statement . Der Deal findet nicht statt.

2017: Alle Zeichen weisen auf eine unmittelbar bevorstehende Vereinbarung zwischen dem ultra-liberalen Pontifex aus Argentinien, Franziskus, und der ultrakonservativen Traditionellen Gesellschaft hin.

Diesen Montag Abend in Rom. bekräftigt der Religionsredakteur Tosatti (mit Sandro Magister zusammen der beste Interpret des laufenden Pontifikates), daß nur noch einige Unterschriften die Gesellschaft von der vollen Integration in die Kirche trennt.

Nicht nur, daß er die von Rorate veröffentlichte Nachrichten bestätigt; ungleich den fake news, die in den letzten Monaten über die Kirche der Hl.Maria auf dem Esquilin ( die zum Vicariat der Stadt Time gehört und nicht zum Verkauf steht), dem Gebäude, über das als Römisches Hauptquartier der Sozietät verhandelt wird, ist das:


                              
                 

Das ist die Kirche, die frühere Schule und der Konvent der Schwestern der Unbefleckten Empfängnis- ein Gebäudekomplex. der die Kirche Santa Maria Immaculata und St. Benedict Joseph Labre im Tuscolano-Viertel in Rom umfaßt, sehr nah an der Basilica Santa Croce in Ierusalemme, und der Kathedrale Roms San Giovanni in Laterano .

Wir wissen das, weil wir erfahren haben, daß die Schwestern bereits die zuständige römische Kurien-Kongregation kontaktiert haben und auf die Autorisierung warten, die Verhandlungen  fortzuführen.
                                                              *  *  *  *

Franziskus und die SSPX: da kommt es wirklich mehr auf das wann als auf das ob an.

Quelle: rorate caeli, M. Tosatti

Dienstag, 21. März 2017

Über die Priester, die Laien und die Welt, eine Überlegung

Es ging vorhin rund auf Twitter: ein bekannter Erzbischof einer als superkatholisch verschrienen Diözese hat im Jahr 2016 in seinem Priesterseminar einen einzigen neuen Seminaristen aufgenommen, aufnehmen können, wie auch immer.
Schlau wie besagter Erzbischof, den wir hier nicht näher personalisieren wollen, weil wir irgendwie doch einen dünnen Mantel des Schweigens ausbreiten wollen, nun mal ist, hat er flugs eine Initiative gestartet, dafür dass die Laien doch in seinem Bistum mehr Verantwortung übernehmen dürfen, sollen, müssen.
Eigentlich, auch das muss um der Wahrheit willen gesagt werden, sind wir gar nicht so nett, wie die Passage mit dem Mantel des Schweigens suggeriert, es ist  nur, so, dass es allüberall in deutschsprachigen Landen das gleiche, ja das selbe Trauerspiel ist.
Sollte es irgendwo nicht so sein, so tun sich die zugehörigen Eminenzen durch vornehmes Schweigen hervor, nun denn.
Besonders originell ist das alles nicht.
Liest man Texte von vor hundert Jahren, Guardini auch Ida Frederike Görres und andere, so  muss man feststellen der Verlust des Sakralen, der Verlust der Idee, dass das was der Priester tut Kult ist, wahrer Kult, also wahrer Dienst am wahren Gott und deshalb heilig, deshalb jeglicher Gestaltung enthoben, dass also all das so neu nicht ist.

Schöne Bilder aus Bayern

Immer wieder ein Grund zur Freude:
Die schönen Kirchen, die man in jeder Stadt und in jedem Dorf in Bayern findet.
Und das allerschönste daran ist, sie stehen nicht nur als Kulturdenkmäler in den Zentren dieser Städte und Dörfer herum. Sie werden auch benutzt.
Beten wir, dass es so bleibt.

Neues vom Malteser Orden und einer mysteriösen Großspende

Was es damit auf sich hat, untersucht Edward Pentin im Catholic Register.
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"DEUTSCHE ZEITUNG UNTERSUCHT DIE VERBINDUNG EINES MYSTERIÖSEN TRUSTS MIT DEM MALTESER ORDEN"
von Edward Pentin

"Bild beleuchtet eine viele-Millionen-Dollar-Spende, die als Kern des kürzlichen Streits des Ordens mit dem Hl. Stuhl gesehen wird.
Deutschlands Massenzeitung Bild hat berichtet, daß der Großkanzler des Malteser Ordens, Freiherr Albrecht von Boeselager eine 30 Millionen Schweizer Franken-Spende für den ORden angenommen hat- von einem -wie Bild es nennt- "fragwürdigen Trust" in Genf. Boeselager leugnet, einen Fehler begangen zu haben.
Der Grooßkanzler berichtete der Zeitung, daß der Orden in einer Periode von 7 Jahren 30 Millionen Schweizer Franken aus dem Fond ziehen könne. den Bild mit seinem Acronym "CPVG" nennt.
Bisher hat er Odern 3 Millionen Franken aus dem Fond bekommen, über den der REgister ertsmals im Januar berichtet hat.

Bildkorrespondent Nikolaus Harbusch, ein auf Wirtschaftskriminalität spezialisierter bekannter investigativer Reporter in Deutschland, berichtet, daß der .....- die die ZEitung einfach Ariane S, nennt,  einen Rahmenvertrag mit Boeselager unterschrieben hat, daß Geld am 1. März in Empfang zu nehmen. Diese Vereinbarung kam einige Wochen nachdem von Boeselager nach seiner Entlassung durch den damaligen Großmeister Fra´ Matthew Festing im Dezember als Großkanzler wieder eingesetzt worden war.

Ariane S., die auch in densogenannten "Panama-Papieren" auftaucht, leugnete in einer e-mail vom 6. Januar dem Register gegenüber, daß sie oder ihre Organisation irgendeine Verbindung zum Malteser Orden habe. In ihrem Schriftwechsel mit dem Register sprach sie von Strafen aus dem Schweizer Strafgesetzbuch, falls der Name des Trusts oder seiner Mitglieder , oder Vermutungen über den Trust veröffentlicht würden.

Boeselagr und andere Ordensmitglieder haben seit 2010 mit dem Trust zu tun gehabt, wie eine Dokumentation beweist, die der Register ....hat. aber Fra´ Festing wußte bis vor kurzem, nachdem er Boeselager direkt dazu befragt hatte, nichts von seiner Existenz.

Der Großkanzler erzählte Bild, er habe den Trust durch Anwälte überprüfen lassen, der heute in New Seeland registriert ist, daß der sauber sei und deshalb habe die Ordensleitung dem Fond einstimmig zugestimmt. Er sagte, daß er keine Einzelheiten über den Spender, Mr. Latour, kenne- nur daß das Geld von einer reichen französischen Familie stamme und daß der Fond vor dem II. Weltkrieg in eine Stiftung umgewandelt wurde. "Seither hat es da nur noch Inverstitionen gegeben, das ist alles, was ich weiß." sagte er.

"Wir kennen die Details wirklich nicht, weil unser Spender der CPVG-Trust ist und nicht Mr. Latour persönlich." sagte von Boeselager- und fügte hinzu, daß der Spender nur als M. Latour bekannt sei, weil er um Anonymität des Trusts gebeten hat und wir das akzeptieren mußten".

Auf die Frage von Bild ob es schmutziges Geld sein könnte, sagte von Boeselager: "Nach unserem besten Wissen nicht."
Gemäß der Wünsche des Spender , sollte der Malteser Orden ein Viertel des Trustvermögens aus dem Fond - mit einer Gesamtsumme von 120 Millionen Schweizer Franken.

Bild enthüllte, daß auf Anordnung des Ordens- der Staatsanwalt in Genf das Geld eingefroren hat, um zu klären, ob der Treuhänder der Unterschlagung schuldig sei. Nach eigenen Untersuchungen der Zeitung, die ihre eigenen Experten einsetzte, führte sie dazu zu glauben, daß die Vermögenswerte in Frankreich nie ordentlich versteuert worden sind.

Von Boeselager berichtete der Bild, " daß der Orden seine "Beschwerde gegen den Bevollmächtigten zurückgezogen hat, weil die Beschuldigung kein Fundament haben und niemand irgendeinen Schaden erlitten hat."
Er sagte, die 30 Millionen Franken die weitaus größte Geldsummen-Spende war, die der Orden in den letzten 10 Jahren bekommen hat.
Nach Boeselager , ist es Ordenspolitik, "schmutziges Geld" zurückzuweisen und sagte, es liefe auf
zwei Spenden aus der Schweiz und eine aus den USA hinaus. "Wenn das Geld schmutzig ist, werden wir es nicht nehmen" sagte er.


Erwartungen und Wirklichkeit, das Pontifikat. Bild eines Insiders

Andrea Gagliarducci / Monday in the Vatican
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  "PAPST FRANZISKUS: ERWARTUNGEN UND      REALITÄT"
"Es gibt eine Serie von 4 Artikeln, die Gianni Valente geschrieben hat und die wohl besser als andere Schriftstücke, die kürzlich verfaßt wurden, den Stand der Dinge im Pontifikat von Papst Franziskus erklären. Das ist kein Zufall.
Gianni Valente wird zu den engsten Freunden des Pontifex gezählt, den er kennt, seit er Erzbischof von Buenos Aires war. Seine direkte Verbindung zum Papst wurde nicht einmal nach der Wahl unterbrochen. Deshalb sollte jedes einzelne Wort seiner Analyse erwogen und studiert werden. 
Am Ende stellt er einige Fragen. Eine vor allem: hat jemand den Papst betrogen? 

Die Artikel habe einige Substanz und enthalten wohlbegründete Kritik, die auf den Kreis um den Papst zielt.


So beklagt Gianni Valente, daß der Papst anhand von Maßstäben und Kriterien gemessen wird, die normalerweise von den Organisationen angelegt werden, die angeheuert werden, um fast gescheiterte Großkonzerne zu reorganisieren, ebenso wie die "weltlichen, unternehmensartigen Maßstäbe, durch die das Pontifikat von Papst Franziskus gelesen wird."

Dann nimmt er die Weise wie das Image des Papstes kommuniziert wird, auf´s Korn, das "Stunt-Casting" um seine Präsenz schnell zu verbreiten, die die weltlich- Umformung aus dem Sichtfeld ----die ihm als obligatorische Aufgabe, um in die Ruhmeshalle der globalen "Superführer" zu gelangen, aufgegeben wurde. Und er fügt hinzu: "Man sollte sich de facto nicht darauf verlassen, daß er sich dafür interessiert. "Das heißt, daß es nicht sicher ist, daß der Papst sich für die Kurienreform interessiert, wie sie geplant ist. 

Gianni Valente spricht eine Menge Themen an. Er beschwert sich über die, die als frühe TRaditionalisten betrachtet werden, die er als die "Aussäer der dubia" etikettiert ( und der Bezug ist sehr klar) aber auch über die, die das Pontifikat preisen. Beide sind- nach Valente- viel zu sehr auf die Details konzentriert sind- um die evangelikale Wirkung der Botschaft des Papstes verstehen zu können.

Der Journalist; Autor vieler prestigesträchtiger Bücher, wirft auch ein Licht auf die Fakten, daß einige Überreste des Pontifikates von Johannes Paul II noch präsent sind, besonders wenn er behauptet, "daß die linken Wojtylaner nach verlorener Debatte mit den rechten Wojtylanern oft dazu neigen, Papst Franziskus Slogans über die Armen und die "hinausgehende" Kirche zu übernehmen- für den Fall daß das hilfreich sein könnte, um die Balance zwischen den klerikalen Netzwerken wieder herzustellen."

Es wird sogar behauptet, daß die Weihnachtsansprache des Papstes an die Kurie vom 22,12,2016 für den Papst und nicht vom Papst geschrieben wurde. Die Rede wird als Vorstellung der Super-Dicasterien beschrieben, -geplant, um ihnen mehr Gewicht zu geben und sie zu effektiveren Zentren, zu einer gewissen Art des Führungsanspruchs für die Universale Kirche zu machen und dabei die modernsten Regeln für Wirtschfts-Konzerne zu befolgen.

Valente schaut auch zurück und kritisiert den "Artifex (im Mittelalter Meister der visuellen Künste) der Wirtschaftsreform"- im Namen des Papstes unternommen-, die sich von Anfang an innerhalb der patentierten Regeln einer leidenschaftlichen angelsächsischen neokapitalistischen Ideologie bewegten: Transparenz und Effektivität.Investitionen, und Kapital, um nach den Regeln des Marktes Mittel zu generieren, offensichtlich zum Wohl der Armen."


Fundstück: heute vor 80 Jahren

am Palm-Sonntag, 21. März 1937, wurde von den Kanzeln aller katholischen deutschen Kirchen die neue Enzyklika Papst Pius´ XI  "Mit brennender Sorge" zur Lage der Menschen und der Kirche im III.Reich verlesen.
Gefunden haben wir dieses Audio- ein Interview mit Dr. Norbert Köster, Generalvikar der Diözese Münster, bei domradio.de. 
Hier geht´s zum Original:    klicken

Die Enzyklika beginnt so:

"Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten Wir seit geraumer Zeit den Leidensweg der Kirche, die wachsende Bedrängnis der ihr in Gesinnung und Tat treubleibenden Bekenner und Bekennerinnen inmitten des Landes und des Volkes, dem St. Bonifatius einst die Licht- und Frohbotschaft von Christus und dem Reiche Gottes gebracht hat."

Hier der Gesamttext der Enzyklika: klicken

Quelle: domradio.de, La Santa Sede, LEV

Besuch in der Mutter aller Kirchen auf dem Erdkreis

Um es kurz zu machen, das ist weder die Kirche des letzten Abendmahles in Jerusalem, noch die Grabeskirche, auch nicht die Hagia Sophia, und schon gar nicht der Petersdom, nein die eigentliche Papstkirche ist die Lateranbasilika!
Im Grunde logisch, weil das was die Kirche aufbaut die Eucharistie ist und das nur dann richtig funktioniert, wenn es in Einheit mit dem Papst geschieht (so schwer einem das manchmal zu glauben fällt) und von daher ist eben die Lateranbasilka die Mutter aller Kirchen auf dem Erdkreis.

Man klicke zu nächst hier  und freue sich!

dann klicke man hier  und navigiere sich selber durch die Basilika und freue sich wieder.


Montag, 20. März 2017

Filioque.....der Dreh-und Angelpunkt bei der Ökumene mit den Orthodoxen.


Father Hunwicke hat sich im Rahmen seiner Überlegungen zur Ökumene, Gedanken über das Filioque im Credo von Nicäa gemacht und läßt uns bei liturgicalnotes an ihnen teilhaben.
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                                                    "FILIOQUE"
"Ich habe nicht die Absicht, denen, die die groben Umrissse schon kennen, zu erklären, worum es hier ab initio geht. Nur einige Fakten hinzufügen, die vielleicht einige noch nicht kennen.

1995 hat der Päpstliche Rat für die Christliche Einheit ein gelehrtes und interessantes Papier veröffentlicht, in dem suggeriert wird, daß die fehlende Korrelation zwischen dem griechischen Wort
ekporeuesthai und dem lateinischen procedere "hervorgehen" Teil des Problems i
Ekporeuesthai  bezieht sich auf den Ursprung des Heiligen Geistes innerhalb der ewigen und glorreichen oikonomeia der Heiligen Dreifaltigkeit.
Und weil der Vater der Ursprung (aitia) des Beginns der beiden anderen Personen ist, muß der Geist klarerweise vom Vater allein ausgehen. Vorzuschlagen, er können ebenso aus dem Sohn hervorgehen, birgt die Gefahr-zwei Quellen der Göttlichkeit zu postulieren- und so an zwei Götter zu glauben.

Procedere ist andererseits ein Wort mit breiterer Bedeutung. Es teilt sowohl die Bedeutung von ekporeuesthai als auch von aussenden (proienai) des Geistes durch den Sohn  in der Zeit. Und es schließt die Möglichkeit ein, festzustellen, daß der Geist vom Vater durch den Sohn ausgeht. Als die Westkirche gegen den Arianismus kämpfte, schien es wichtig zu sein, die volle Göttlichkeit des Sohnes zu hüten und Seine authentische Missio des Geistes ins Glaubensbekenntnis aufzunehmen. 
Man könnte also argumentieren,  daß das filioque mit ekporeuethai schwer irrtümlich sei, weil es gleichbedeutend mit Polytheismus ist, während das weitermachen ohne das Filioque sehr zum Arianismus tendiert.

Es ist wohlbekannt, daß Rom das Hinzufügen des filioque zum Glaubensbekenntnis streng verbietet, wenn es griechisch (oder aus dem Griechischen übersetzt) ist- ob bei unierten Byzantinern oder im Kontext der Ökumene. Aber sie hatte keine Eile, das filioque aus dem Credo zu entfernen, wenn es lateinisch (oder aus dem Lateinischen übersetzt) benutzt wird.


Im Jahr 2000 kam es zu einer signifikanten neuen Entwicklung. Kardinal Joseph Ratzinger verfaßte ein Dokument- mit dem Titel "Dominus Iesus", das sofort Ziel hysterischen Mißbrauchs durch Analphabeten wurde, die es nicht lesen konnten (einschließlich des armen George Carey). 

Sie erinnern sich sicher an das Geschrei, das zu der Zeit von der öku"manischen" (ecumaniac) Industrie sowohl innerhalb als auch außerhalb der Katholischen Kirche erhoben wurde.
Dieser Furor hat gelegentlich immer noch einen Nachhall. Das ist und war unglücklich: das Dokument präsentiert einige interessante, in jeder Weise ökumenische Vorschläge. Nicht der geringste dabei ist der, als Fundament des Christlichen Glaubens das Credo von Nicäa in Latein und ohne das filioque anzugeben.

Es würde mir kaum Schlaflosigkeit verursachen, wenn ein Römischer Pontifex das filioque aus dem lateinischen Credo entfernen würde. Aber es würde einige Spuren hinterlassen, z.B. das quicumque vult. Und ich kenne einen Anglikanischen Priester, der sehr orthodoxophil ist, der an einem bestimmten Punkt des Credo die Lippen zusammenpreßt. Aber wenn er in College-Kapellen hier in Oxford Dienst tut, muß er es singen, in der Litanei "hervorgegangen aus dem Vater und dem Sohn..." weil es sonst eine verheerende Verwirrung gäbe, wenn der Chor seine Worte wiederholen muß. 

Der gelehrte Dom Benedikt von Silverstream hat mir einmal eine Version des Pange Lingua gezeigt, in der ein West-Orthodoxer die Doxologie des Hl. Thomas neu geschrieben hatte.....

Nein, ich würde diese Wege nicht gehen wollen. Der Lateinische Westen hat genau so ein Recht auf die Integrität seines eigenen Erbes, wie es der Byzantinische Osten hat. Am besten läßt man die schlafenden Hunde in Ruhe.....


Und wir tapferen Presbyter des Ordinariates werden auch kaum vergessen, daß das filioque von dem syrisch-griechischen Hl. Theodore, den der Hl. Papst Vitalian (657-672) nach Canterbury schickte, in der Englischen Kirche eingeführt wurde. Ich denke wir könnten die ....Englisch-Orthodoxen in einem saftigen Streite bei den Hörnern packen, indem wir sie fragen, ob die "Angelsächsische Kirche" des Hl. Theodore orthodox war... oder nicht....


Quelle: liturgicalnotes., Father J.Hunwicke


Fundstück

das Interview von Radio Vatican mit Erzbischof Georg Gänswein anläßlich des bevorstehenden 90. Geburtstages von Papa emeritus Benedikt XVI. Mitschrift und Audio zum Nachhören.
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Josefi!

Da der Tag des heiligen Josef ein Sonntag, wird dieses Hochfest am heutigen Tag nachgefeiert.

Stimmen wir uns ein auf diesen Tag mit einem schönen Bild aus Rom.

Mit Gebeten und einer Delegation aus Bayern feierte der emeritierte Papst seinen Namenstag in Mater Ecclesiae.



Wir werden heute in der heiligen Messe auch ihm gedenken und den heiligen Josef um seine Fürsprache für ihn bitten.



Was macht Luther für Papst Franziskus und katholische Theologen wie Kardinal Kasper so überzeugend?

Stefano Fontana untersucht bei La Nuova Bussola Quotidiana die neuen ökumenischen Anläufe der römischen Kirche zu einer gemeinsamen Wegstrecke mit den Protestanten und die Verschönerungsbemühungen am Reformator Luther selbst und wägt ab, wie realistisch beides ist.
Hier geht´s zum Original:   klicken

    "ES IST UNMÖGLICH, MIT LUTHER ZU GEHEN"
An diesem 500. Jahrestag der Lutherischen Reformation scheinen die Katholiken- vor allem die Männer der Kirche und Theologen- sich auf zwei Aspekte konzentrieren zu wollen. Der erste sind eher die subjektiven Ziele Luthers als die dogmatischen Inhalte der Reformation. Der zweite ist, eine "gemeinsamen Wegstrecke" zu gehen, unabhängig von dogmatischen Fragen.
Man kann gut sehen, daß aber diese beiden Schwerpunkte bereits die lutherische Perspektive einnehmen, sie wohnen der Reformation inne, weil sie zwei wichtige Voraussetzungen akzeptieren.

Es ist offensichtlich, daß die Reformation der Subjektivität Luthers viel verdankt, seinen inneren Erfahrungen und seinem Charakter. Seine Biographie -sei sie psychologisch, sei sie spirituell sollte nicht vom Tisch gewischt werden. Darüber haben -zu Recht- viele geschrieben, von Jacques Maritain zu Jean Guitton zu Angela Pellicari. Trotzdem darf man das nicht verabsolutieren und es zum einzigen Focus machen.
Die heutige Tendenz ist dagegen die: zu behaupten das Luther keine Revolution sondern eine Reform der Kirche wollte. Bis gestern war es deutsche Linie, zu sagen, daß die Reform keine Reform war sondern eine Revolution. Heute sagt man das Gegenteil.
Kardinal Kasper sagt de facto in seinem letzten, bei Morcelliana erschienenen Büchlein über Luther:
"Luther war ein Mann, der sich nach einer Erneuerung sehnte, kein Reformator. Mit diesem evangelischen Beispiel stellte sich Luther in die lange Tradition der katholischen Erneuerer, die ihm voran gegangen waren. Man denke da besonders an Franziskus von Assisi."

Es sieht so aus, als würden die Dinge so eingeordnet: die ursprünglichen Ziele Luthers waren gut und legitim, dann hat die Geschichte Hindernisse und produziert, nicht zuletzt durch die Katholische Kirche verursacht, die auch- wie Pater Pani in Nr. 4000 von Civiltá Cattolica schreibt-Kommunikationsprobleme schufen und Unverständnis und wenn es hier eine Verbindung mit den ursprünglichen Absichten gibt, kann man alles an seine Stelle rücken. Die kühne Verbindung zwischen Luther und dem Hl. Franziskus sagt viel über die Ziele dieser Strategie aus.

Diese Behauptung stellt die Elemente dogmatischen Inhalts der Reform in die zweite Reihe, um sich auf den guten Glauben des Zeugen zu konzentrieren.
Aber ein Zeuge kann nicht nur für seinen guten Willen verantwortlich gemacht werden, sondern auch für die Wahrheit dessen. was er sagt.
Die Konzentration auf die subjektiven Absichten Luthers akzeptiert bereits die lutherische Einstellung zu den Dingen. Der Glaube- ist der subjektive Akt des Glaubens oder der geglaubte Inhalt (die Experten sprechen vom fides qua e di fides quae)
Heute fallen für den Katholiken beide Dinge zusammen, aber nicht für den Lutheraner, für den gilt nur das Erste. Der Glaube im Lutherischen Sinn ist ein "sich anvertrauen", ein vertrauender Glaube an Christus. Pater Coggi, OP, erklärt in seinem letzten Buch über Luther, von "Studio Domenicano di Bologna" herausgegeben, gut, daß der Glaube Luthers, "ein Glaube ohne Dogmen ist."

Konzentriert man die Aufmerksamkeit nur auf die subjektiven Absichten Luthers, ist das schon ein sich Einordnen in die Luther-Perspektive der Zentralität des individuellen Gewissens und eines Glaubens ohne Argumente.


Sonntag, 19. März 2017

Tweet & Videos zumTage

Tanti auguri, unsere Glück- und Segenswünsche zum Namenstag, lieber Papa Emeritus !



und vom Angelus am 18. 12. 2005, bei dem Papa Benedetto dazu einludt, über den Hl. Joseph und seine Rolle in Christi Leben nachzudenken.

                



und bei seinem Besuch in Kamerun am 19.März 2009 hielt Papst Benedikt ein Predigt über den Hl. Joseph.
Hier geht´s zum deutschen Text der Predigt:   klicken

              

ein Ausschnitt aus der Predigt:

"...Gott allein konnte Josef die Kraft geben, dem Engel zu vertrauen. Gott allein wird euch, liebe Ehepaare, die Kraft geben, eure Familie so zu gründen, wie er es will. Bittet ihn darum! Gott liebt es, um das, was er geben will, gebeten zu werden. Bittet ihn um die Gnade einer wahren und immer treueren Liebe nach dem Vorbild seiner Liebe. Wie es im Psalm so großartig heißt: seine »Huld besteht für immer und ewig; seine Treue steht fest im Himmel« (Ps 89,3)...."

Quelle: La Santa Sede, LEV


Marco Tosatti fragt sich, wer unter den vielen in Rom wirklich für den Papst spricht.

Das tut er in einem Beitrag für La Nuova Bussola Quotidiana und zählt noch einmal, wer alles sich befugt fühlt, Denken, Tun und Wollen des Pontifex zu erklären und zu interpretieren.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"WER SPRICHT IM NAMEN DES PAPSTES? SO VIELE "PAPPKAMERADEN"
"In den vergangenen Tagen wurde an der Pontifikalen Universität von Santa Croce der 7. Kursus für Journalisten veranstaltet, für Journalisten, die sich für die vaticanische Information interessieren.
Am ersten Tag habe ich an einem runden Tisch das Problem von allen Seiten diskutiert: teilgenommen haben David Wiley, ein historischer Name der BBC, Luigi Accattoli, Prof. Giovanni Tridente von der PUSC, und der schreibt:
"Eine der Besonderheiten des historischen kirchlichen Augenblicks, den wir erleben, hat sich aus dem Kontext ergeben. Wir haben uns z.B. an die Epoche von Johannes Paul II erinnert. Zu jener Zeit war es klar, daß der Papst - wenn er nicht selber sprach, wie er es z.B. im  Flugzeug tat, und so eine Tradition schuf, die seine Nachfolger aufrecht erhalten haben, wenn auch nicht mit der gleichen Freiheit - eine Person hatte, die es in seinem Namen tat. Und diese Person war Joaquin Navarro Valls.

Der erfreute sich eines sehr engen Vertrauensverhältnisses mit Papst Wojtyla. So sehr, daß -nachdem er im Verlauf der Reise nach Ungarn bekannt gab, daß Johannes Paul II an einer Form von M.Parkinson leide, der vom Staatssekretariat vorbereitete Bekanntgabe-Brief direkt aus dem Appartamento blockiert wurde. Auch sein Privatsekretär, der heutige Kardinal Stanislaw Dziwicz gab gelegentliche Bruchstücke päpstlichen Denkens wieder.

Benedikt XVI hatte Pater Lombardi und - in salesianischen Stegreifäußerungen seinen Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone. Die Wirkung dieser .... haben wir gesehen. Man kann in seinem Fall nicht von einer glücklichen Beziehung zu den Medien sprechen

Und jetzt ist da Franziskus, und das Problem stellt sich auf eine ganz andere Weise. Auf die Frage, wer ist der Sprecher des Papstes? kann man nicht so einfach antworten. Sicher, da gibt es Greg Burke (keine Verbindung zum gleichnamigen Kardinal) der von Pater Federico Lombardi SJ seine Rolle als Direktor des Pressesaales des Hl. Stuhls geerbt hat. Aber wir können sagen, daß er bis heute ein eher unauffälliges Profil vorgezogen hat, jedenfalls als Pressesprecher des Papstes.  Es ist nicht so, daß ihm Fähigkeit oder Erfahrung fehlen. Er war viele Jahre lang Journalist und hat viele Jahre als Medienberater im Staatssekretariat gearbeitet. Dennoch hört man wenig von ihm und er sucht sicher nicht das Rampenlicht.

Für den Papst sprechen aber viele andere (außer dem Pontifex selber, der sicher nicht schweigsam ist)... da haben wir Scalfari mit seinen nicht registrierten und aus dem Gedächtnis wiedergegebenen Interviews. Die aber die Exegeten vor das selbe Problem stellen, wie einige berühmte Erscheinungen und übernatürliche Offenbarungen: nicht immer ist klar, ob der Seher seine eigenen Gedanken und Worte ausspricht oder die der Erscheinung.

Dann ist da natürlich Pater Antonio Spadaro, SJ, Direktor der Civiltá Cattolica, dem wahren Mann für die Medien, einschließlich der sozialen Medien - mit einigen kleinen Abstürzen - des Pontifex. Der kürzlich, in einem Gespräch mit der Agentur SIR (Presseagentur der Bischöfe) direkt vom Haß gegenüber dem Pontifex sprach: "Es sind nur wenige, die den Pontifex voreingenommen kritisieren, aber sie tun das in den sozialen Netzwerken, und erzielen große Wirkung. Es entsteht der Eindruck, daß es viele seien, aber in Wirklichkeit ist der Lärm Frucht eines Echos.
Das ist die Dynamik des Hasses, der nichts Christliches hat." So Pater Antonio Spadaro.