Mittwoch, 29. März 2017

Papst Benedikt XVI - der unverstandene Revolutionär

Vatican Insider hat in La Stampa eine Vorschau zu einer Dokumentation von Rai Cultura - in Zusammenarbeit mit vielen anderen- veröffentlicht.
Hier geht´s zum Originalartikel:  klicken

"RAI STORIA: BENEDETTO XVI EIN UNVERSTAN-DENER REVOLUTIONÄR"

Das Pontifikat von Joseph RatzingerDer Papa emeritus

                         

"Anläßlich des 90. Geburtstages des Papa emeritus Benedikt XVI hat Antonia Pillosio für Rai Cultura ein Special gedreht, das am 4. April ausgestrahlt wird.

Um das Pontifikat von Joseph Ratzinger zu verstehen, beginnt die Dokumentation mit dem Bericht über die revolutionäre Geste seines Rücktritts, lange meditiert und nach dem Beginn des Jahres des Glaubens angekündigt.
Warum hat Benedikt XVI eine gleiche Ankündigung am 11. Februar, dem Gedenktag der Hl. Jungfrau von Lourdes, der von der Kirche den Kranken gewidmet ist, gemacht?
Warum bei einem Routinetreffen mit den Kardinälen?
Und warum die Entscheidung, sich zurückzuziehen und in einem Klausurkloster im Inneren des Vaticans zu leben ?

In der Dokumentation, die auch Material von "Teche Rai" benutzt, sprechen die Historiker Elio Guerriero, Andrea Riccardi, und Don Roberto Regoli, die Vaticanisti Andrea Tornielli und Sandro Magister, die Kardinäle Gerhard L. Müller und Gianfranco Ravasi, Pater Federico Lombardi und Antonio Paolucci.

Dieser Rücktritt war weder ein Akt der Rebellion, noch ein schmerzloser Schritt, sondern eine prophetische Geste: "Für ihn"- unterstreicht Elio Guerriero- "war das eine wirklich natürliche Sache. Er sagte mir: ich war auch etwas überrascht, ich hatte die Auswirkung unterschätzt, den eine solche Geste haben würde, vielleicht war es nicht zumutbar"

Mit seinem Rücktritt hat Benedikt XVI dem Nachfolger Franziskus das Erbe seines reformatorischen Impulses vererbt. "Er hat es dem zukünftigen Papst, einer Person, die in der Lage ist, die Regierung der Kirche anzugehen, zugespielt" unterstreicht Sandro Magister " etwas außerordentlich Anspruchsvolles, so sehr, daß er sich nicht mehr stark genug fühlte, um das tun zu können."


Dienstag, 28. März 2017

Der Malteser Orden und das Geheimnis der 30 Millionen Schweizer Franken

Nachdem sich Sandro Magister bei Settimo Cielo der causa Malteser Orden & die 30 Millionen Schweizer Franken angenommen hat, ist die Sache virtuell wieder ins Rollen gekommen.
Zunächst stellte Eugenio A.di Robbiato, Kommunikationshef des Ordens in einem an den Vaticanista gerichteten Brief, die Dinge aus offizieller Sicht des Ordens richtig- dem folgte jetzt eine weitere Richtigstellung aus wohlinformierter Quelle- wie Magister glaubhaft versichert- die, was heute in Rom eher die Regel ist, anonym bleiben möchte, ihm aber wohlbekannt ist.
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"MALTESER RITTER.  DIE DOPPELTE WAHRHEIT ÜBER DIE 30 MILLIONEN SCHWEIZER FRANKEN"

"Die Antwort von Eugenio Airoldi di Robbiate, Direktor des Pressebüros des Malteser-Ordens- zu dem was am 23. März von Settimo Cielo über das "Geheimnis der 30 Millionen Schweizer Franken" veröffentlicht wurde, ist von anderen Malteser-Rittern nicht stillschweigend hingenommen worden, die der Geistesarbeit des früheren Großmeisters Fra´ Matthew Festing, näher stehen, der am 24. Januar von Papst Franziskus persönlich gezwungen wurde, seinen Rücktritt einzureichen.

Hier nun, was von einer in den Ordensbelangen sehr gut informierten Person in einem an Informationen reichen Brief geschrieben wird, der seinerseits dem widerspricht, was der offizielle Sprecher des Ordens behauptete und das korrigiert oder vervollständigt.



  "Lieber Magister,
Manchmal machen sogar die, die für die Außenkommunikation großer Organisationen verantwortlich sind, Fehler oder ungenaue Angaben. Da gibt es auch keine Ausnahme von der Regel für den Malteser Orden, was kürzlich zu großer Verwirrung führte, besonders bzgl. des New-Zealand CPVG-Trusts mit seinem Schweizer Treuhänder, dessen Existenz zuerst geleugnet wurde, und dem dann eine große Verwirrung über die rechtlichen Umstände folgte, die zu einer Konfrontation zwischen dem Orden und dem Trust führte.

Zur jüngsten Stellungnahme des Ordens muss es einige Klarstellungen geben, um seine Inhalte zu korrigieren oder ihnen zu widersprechen.

Albrecht Freiherr von Boeselager wurde nicht als gewähltes Mitglied des Souveränen Ordensrates abgesetzt, sondern weil gegen ihn ein Disziplinarverfahren eröffnet worden war. Dieser Umstand führte zu seiner Suspendierung als Ordensmitglied und deshalb zu seiner automatischen Disqualifizierung für den Posten des Großkanzlers.

Die ganze Prozedur war juristisch vom Generalanwalt des Ordens geprüft worden, der sie als rechtens beurteilte.
Über alle Begleitumstände wurde auf der Website des Ordens berichtet, was dann später wieder zurückgenommen wurde.
Der Großmeister hatte eine Kopie des Briefes beigefügt, der am 14. Januar an zahlreiche mit dem Orden verbundene Persönlichkeiten geschickt wurde.
In den vergangenen 15 Jahren waren 2 Mitglieder des Souveränen Rates zurückgetreten, beides Italiener, auf Bitten des Großmeisters.

Der Großmeister erfuhr - wie im 2015 verfaßten Report des Ethik-Komitees des Ordens berichtet wird - von der Verteilung von Kondomen und Abtreibungsmedikamenten in der Zeit von 2004 bis 2014, (die dann 2015 wiederaufgenommen wurde) durch Malteser International Ende 2014, nach einem Treffen mit dem Hospitalier in Hongkong.
Nach der Einrichtung eines Ethik-Komitees und der Veröffentlichung des Berichts (zu Beginn von 2016) erbat der Großmeister eine Stellungnahme von Kardinal Müller von der Glaubenskongregation (am 12. März 2016), nach der er begann von Boeselager unter Druck zu setzen.
Deshalb gab es vor Ende 2014 keine Diskussion in Anwesenheit des Großmeisters oder des Souveränen Rates über die Verteilung von Empfängnisverhütungs- und Abtreibungsmitteln - wie ebenfalls durch einen Brief des Großmeisters vom 8.April 2016 bestätigt wird.


warum zeigt sich Gott nicht?

In der Antwort auf diese Frage sind schon mehrere Bibliotheken voll geschrieben worden und wahrscheinlich schon ganze Meere voller verzweifelter Tränen geweint worden und deshalb kann auch ich sie nicht beantworten.
Was man aber feststellen muss, ist, dass Gott den Seinen nichts erspart, keinen Irrtum und keine Sünde, und schon gar nicht die Folgen davon.
Was man aber auch feststellen muss, ist dass Gott zwar nichts verhindert, nicht eingreift, aber immer da ist.
Das ist wohl eines der Geheimnisse des Kreuzes, das  Gott ermöglicht hat in allen unseren Dunkelheiten, gar Finsternissen da zu sein.

Auch früher schrieben Kardinäle Briefe an Päpste...

Einen solchen Fall aus dem 14. Jahrhundert hat sich Father Hunwicke ausgesucht, um in der Kirchengeschichte vielleicht einen Präzedenzfall für die immer noch unbeantworteten Dubia zu finden. In diesem Fall allerdings kann man nur hoffen, daß die causa dubia einen anderen Verlauf nimmt.
Hier geht´s zum Original bei liturgicalnotes:  klicken

"DIE FORMALE KORREKTUR EINES RÖMISCHEN PONTIFEX ..UND IHRE GEFAHREN"...(1)
Eine der größten Zierden dieser sehr bescheidenen Universität war Kardinal Dom Adam Easton, bedeutender Lehrer Griechisch- und Hebräischlehrer, bedeutender Kirchenrechtler, internationaler Diplomat, Arbeiter für die Einheit der Kirche, geistlicher Direktor.....

1381 wurde er von Papst Urban VI zum Kardinal-Priester gemacht. Seine Probleme begannen, als dieser Papst 1384 seine Kurie nach Nocera (Umbrien) verlegte.
Bald darauf schrieben 5 Kardinäle, unter ihnen Easton, einen Brief an Urban, in dem sie gegen seine Grausamkeit und seine Herrschsucht protestierten,
Das führte zu ihrer Gefangennahme im Castello von Nocera und ihrer täglichen Folter unter der persönlichen Aufsicht des Hl. Vaters.
Irgendwann um Weihnachten und Neujahr 1385/86 herum wurden vier der (jetzt degradierten) Kardinäle und ein weiterer Kardinal, der unter Verdacht geraten war, in Genua hingerichtet.
Easton überlebte wegen der persönlichen Intervention König Richards II.
Während des folgenden Pontifikates, dem von Bonifaz IX, wurde Easton  in Gnaden und in die Kardinalswürde wieder aufgenommen.

Man sagt, er habe bei der Einführung des Festes Mariae Heimsuchung in der Universalen Kirche seine Hand im Spiel gehabt- als ein Akt der Fürbitte für die Einigkeit der Kirche. (Das Verhalten Papst Urbans VI hatte zum Großen Westlichen Schisma geführt....das ist etwas , was passieren kann, wenn man ein wirres, zutiefst dyfunktionales Pontifikat hat....)

Später mehr zu Kardinal Easton,  Mann für unsere Tage

Quelle: liturgicalnotes, Father John Hunwicke


Montag, 27. März 2017

Ein Benediktiner-Mönch stellt den Mauer-Brücken-Slogans des Papstes das Bild von der Tür entgegen

Sandro Magister hat dem Benediktiner-Mönch Giulio Meriattini bei Settimo Cielo einen Platz für seinen Kommentar zu den päpstlichen Slogans von Mauern & Brücken und Flüchtlingen eingeräumt.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"WEDER MAUERN NOCH BRÜCKEN FÜR MIGRANTEN; SONDERN TÜREN  ZUM ÖFFNEN UND SCHLIESSEN. MIT DIFFERENZIERUNG"

"Es ist die größte Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg" so definierte Papst Franziskus vor einigen Tagen das Migrationsphänomen, das seinem Herzen sehr nahe steht und das er nonstop kommentiert.

"Willkommen" ist sein Dogma, wenn auch in Proportion zu den Kapazitäten jedes Landes, die Neuankömmlinge zu integrieren. Und "keine Mauern sondern Brücken" ist die Parole, die er oft als Ermahnung für die  Kirche und die Staaten wiederholt.

Aber wie viel ist dieses Bild wert, so suggestiv es auch ist?
Giulio Meriattini aus dem Benediktiner-Orden behauptet, daß das Bild einer Tür passender wäre, um besser auszudrücken, was bezüglich der Migranten getan werden sollte.

Er hat seine Überlegungen in der letzten Ausgabe des Magazins "La Scala" veröffentlicht, das vierteljährlich zum Thema Spiritualität in der Abtei La Madonna della Scala in Noci erscheint, zu der er gehört.

Dom Meiattini ist auch Professor an der Theologischen Fakultät von Apulien und am Päpstlichen Athenäum Sant´Anselmo in Rom.
Leser von Settimo Cielo werden sich an ihn wegen seiner kritischen Analyse des ersten der vier Postulate erinnert, die wie er sagt Papst Franziskus als Inspiration nutzt, nach dem "Zeit größer als Raum ist."

"Auch Bergoglio Hat Seine Nichtverhandelbaren Prinzipien"

Hier ein Ausschnitt aus seinem Artikel in "La Scala", der im Original dreimal länger ist.

"WIR BRAUCHEN TÜREN! ZUM THEMA WILLKOMMEN"
von Giulio Meiattini, OSB

1. Eine falsche Alternative

Es ist zum Refrain geworden :"Keine Mauern sondern Brücken!" , das klingt als Slogan gut und es drückt effektvoll eine gesunde Reaktion auf exzessive Abwehrinstinkte aus, die drohen Selbstsucht und Indifferenz zu verdecken. Aber mein Eindruck ist, daß das Umschalten von Mauern auf Brücken die Vermeidung eines Exzesses ist, während man in einen anderen verfällt.

Um die Welt zu bewohnen, hat der Mensch zuerst die Notwendigkeit gefühlt ein "Heim" zu haben. Jetzt wird dieses Heim mit Mauern gebaut -aber auch mit Türen.
Durch die Tür kann man ein-und ausgehen. Es ist durch die Tür, daß ein Fremder oder ein Gast hindurchgehen kann, vorausgesetzt, daß er um Erlaubnis bittet und diese gewährt wird, oder daß er willkommenheißend eingeladen wird. 
Die Tür in einem Heim ist das Symbol für Diskretion und deshalb für Unterscheidung, wie wir das Biblische Buch Kohelet paraphrasieren könnten.


Das deutsche Rom - München leuchtet manchmal heller

Ricardo Cascioli beschreibt es im unteren Artikel sehr treffend:

Päpste kommen und gehen, Bischöfe kommen und gehen, aber wir bleiben katholisch.
Das konnten wir an diesem strahlenden Wochenende in München wieder wunderbar erleben.
"Maria Verkündigung" war ein Fest wie Weihnachten - nur ohne Bäume. Unsere Kirche war fast so voll, wie am heiligen Abend und dem entsprechend feierlich wurde die Heilige Messe gefeiert. Die Feste der Patrona Bavariae sind eben immer etwas ganz besonderes und der Dank für den Schutz und die Hilfe unserer Gottesmutter lässt die Menschen in die Kirchen strömen.

Die Papsteuphorie ist nach dem Rücktritt Benedikts verflogen und so gehen die Katholiken in Bayern wieder ihrem Glaubensleben nach. Modernisten? Ja, die gibt's auch. Die gehen selten in die Kirche, aber helfen bei der Caritas, oder machen Politik bei Diözesanversammlungen, wo sie die über die neuesten Seventies-Rezepte diskutieren, von denen sie glauben, die seien die richtigen für die "neue Zeit".
Zumindest liest man das hin und wieder mal in den Medien. Aber die fühlen sich auf der protestantischen Seite ganz wohl.

Frauenförderung sehen wir z.B. ganz anders. Und es ist so erfreulich, dass es so viele marianische Vereinigungen gibt, die durch die Kraft des Gebetes zusammengeführt werden und die Traditionen für Prozessionen und Bittgänge aufrechterhalten.  Und vor allem, dass es in einer Großstadt wie München selbstverständlich ist, diese katholische Tradition aufrecht zu erhalten.
So durfte ich am Sonntag zum ersten Mal eine solche Prozession mitfeiern. Und es war ganz großartig.

Mariensaeule oberer Teil
Maria Patrona Bavariae.
Zu Füßen unserer Patrona Bavariae auf dem Marienplatz in München, beteten wir zuerst den "Freudenreichen Rosenkranz". Zunächst beäugt oder bestaunt von den vorbeilaufenden Touristen oder stadtbummelnden Einheimischen. Und man konnte sehen, die Menschen gingen vorbei, kamen zurück, blieben stehen und beteten mit. Schnell waren die Sitzplätze weg und viele mussten stehen. Aber sie blieben - und beteten mit. Nach dem Rosenkranzgebet hörten wir noch eine Ansprache des Vorsitzenden der Vereinigung "Patrona Bavariae" und einen längeren Vortrag eines Priesters, der uns Maria zum Vorbild nahelegte, in Sachen Gottvertrauen, Glauben und auch Mission. Genau. Mission. Ein wunderbarer Text an den sich die Fürbitten anschlossen. Wir beteten für unsere Kirche, für das Land und die Stadt für die Familien und unsere Kinder und trugen alle unsere Anliegen durch Maria zu ihrem Sohn.
Inzwischen war auch die Blasmusik startklar und so zogen wir singend und betend hinter den Bildern der Gottesmutter und einer von Männern getragenen Statue unserer Patrona Bavariae vom Marienplatz zur Residenz. Auf unserem Weg durch die Altstadt passierten wir den Max-Josef-Platz, wo zur gleichen Zeit eine Demo pro Europa stattfand. Und wir haben uns darüber gefreut, dass so viele Menschen die Europafahne in ihren Händen hielten, von der die wenigsten um die Symbolik dieses Kranzes mit den 12 Sternen wissen:

Kardinal Burke hofft immer noch auf eine Antwort

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae ein Gespräch, das Kardinal Burke in einer Pfarrgemeinde in Springfield, Virgina führte
Hier geht´s zum Original:  klicken

"BURKE: ICH HOFFE NOCH, DASS DER PAPST AUF DIE DUBIA ANTWORTET. DIE VERWIRRUNG IST SCHÄDLICH FÜR DIE KIRCHE: WIR WERDEN INSISTIEREN."

Am Abend des 24. März hat Kardinal R.Burke in der Gemeinde von St. Raymond von Penaford in Springfield, Virginia einige Fragen zu den Dubia der vier Kardinäle beantwortet und zur möglichen formalen Korrektur, die ein eventuelles Ausbleiben der Antwort seitens des Pontifex nötig machen könnte.

                                       

Der Gemeindepfarrer von Saint Raymond, Pater John De Celles, hat dem Kardinal einige Fragen gestellt. Hier einige Ausschnitte aus der Unterhaltung.

De Celles:
"Es gibt viele Stimmen, die um die Dubia kreisen...Wissen Sie ob es vom Hl. Vater oder der Glaubenskongregation eine Antwort auf die Dubia geben wird?"

Kard. Burke:
"Ich hoffe ernsthaft, daß es sie gibt, weil es fundamentale Fragen sind, die ehrlich durch den Text der postsynodalen Exhortation "Amoris Laetitia" entstanden sind. Und solange es keine Antwort gibt, werden diese Fragen sich weiter ausbreiten und eine für die Kirche sehr schädliche Verwirrung, es ist eine der fundamentalen Fragen, die die Wahrheit betrifft, nach der es Dinge gibt, die immer und überall falsch sind, -die wir als in sich schlechte Handlungen bezeichnen. und so werden wir Kardinäle weiterhin darauf bestehen, eine Antwort auf diese ernsten Fragen zu hören."

Kardinal Burke hat den Gedanken zurückgewiesen, daß die Dubia respektlos und arrogant seien, er erinnert daran, daß es sich um ein traditionelles System handelt, den Papst um Klarheit über die immerwährende Lehre der Kirche zu ersuchen. Und dann erklärt er, warum die Dubia öffentlich ausgedrückt wurden, nachdem man von der Glaubenskongregation erfahren hatte, daß es keine Antwort geben werde.

"Wir haben es für notwendig erachtet, sie öffentlich zu machen, weil so viele Gläubige zu uns kommen und uns diese Fragen stellen und sagen, was ist daran schlecht, wir haben diese Fragen und es sieht so aus, als ob keiner der Kardinäle, die die große Verantwortung haben, dem Papst zu assistieren, sich diese Fragen stellt, und dann haben wir sie veröffentlicht und auch das haben wir mit großem Respekt getan."

De Celles:
"Wenn es keine Antwort gibt, was werden Sie vier Kardinäle antworten?"

Burke:
"Dann werden wir die Situation einfach korrigieren , erneut auf respektvolle Weise, und das ist einfach - die Antwort aus der immerwährenden Lehre der Kirche ableiten und sie für das Wohl der Seelen bekannt machen."

Der amerikanische Kardinal hat keinerlei Hinweis auf den Zeitablauf dieser eventuellen Korrektur der postsynodalen Exhortation gegeben. Und außerdem hat er über eine Korrektur im Allgemeinen gesprochen und nicht von einer direkt an den Pontifex gerichteten Korrektur. Amoris Laetitia steht kurz vor Vollendung ihres 1. Lebensjahres sie wurde im April 2016  veröffentlicht. Und sofort haben die Bischofskonferenzen und die Bischöfe Erklärungen abgegeben, die sich auf sich widersprechenden Linien bzgl. der Anwendung des Dokumentes bewegen und so den Zustand der Verwirrung unterhalten."

Hier das Video:

     

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti 

Sonntag, 26. März 2017

Manfred Lütz über Eugen Drewermann und seine psychischen Probleme

Manfred Lütz spricht bei domradio über Eugen Drewermann,dem vor 25 Jahren die Lehrerlaubnis und Predigtbefugnis entzogen wurde. Lütz geht mit den psychologischen Kenntnissen des Herrn Drewermann, auf die seine medialen Jünger immer so abhoben, sehr kritisch um...

Hier geht´s zum Original mit dem Titel: "Ein tragischer Clinch"    klicken

Er beginnt so: 

" Ich habe damals das Klerikerbuch gelesen, weil es ja sozusagen um eine Psychoanalyse der Kleriker ging, und war so entsetzt über die fachlichen Fehler, die da drin standen, dass ich zunächst mal Eugen Drewermann privat geschrieben habe und ihn um ein Gespräch gebeten habe. Das hat dann irgendwann nach einigen Komplikationen auch in seiner Wohnung stattgefunden, weil ich erst mit ihm reden wollte, bevor ich über ihn rede. Aber es war eigentlich ein Dialog gar nicht möglich, weil er völlig an seine Begrifflichkeiten gebunden war und so eine absolute Sicht von seiner Meinung hatte, dass das überhaupt nicht veränderbar war. Es gibt eine Stelle im Klerikerbuch, da hat er offensichtlich eine endomorph-depressive Frau psychoanalysiert und das ist lebensgefährlich, wie wir Fachleute wissen. Und die hat sich nachher  umgebracht und das hat er der Mutter vorgeworfen - die hatte eine Mutterproblematik gehabt. Und das fand ich richtig gefährlich. Ich habe das auch anderen Kollegen gezeigt und deswegen versucht, mit ihm darüber zu sprechen, weil er ja noch nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung hat."

Quelle: domradio. de

über die Wahrheit

früher sagte ich immer:
Selbst wenn irgendwann einmal nur noch drei alte rosenkranzbetende Weiber und der Papst übrig sind, ist das kein Zeichen dafür, dass irgendwas an der Lehre falsch ist.
Heute bin ich mir beim Papst nicht mehr so sicher.
Aber es stimmt immer noch.
Selbst wenn niemand mehr übrig ist, ist das kein Hinweis darauf, dass irgendwas verkehrt ist am Katholischen.

Musik zum Sonntag

Joseph Haydn, Trio in G-Dur, 3. Satz "all´ Ongarese"

        

Heute vor 40 Jahren ....

... bekam die Erzdiözese München und Freising einen neuen Erzbischof:
Am 26. März 1977 wurde Joseph Ratzinger zum neuen Erzbischof ernannt.

MK-Online macht uns aber zu diesem Termin eine besondere Freude:
Es gibt einen Bericht mit der Zusammenfassung des damaligen Interviews und eine schöne Bildergalerie dazu.

Besonders bemerkenswert ist die Stelle, in der Professor Ratzinger vom Besuch des Nuntius erzählt:

"Ratzinger erzählte von dem für ihn völlig überraschenden Besuch des Nuntius. Er sei fest davon überzeugt gewesen, dass es ihn nicht treffe. Das aber hinderte den damals 49-Jährigen nicht daran, schon am Tag nach der Ernennung laut über seinen Wappenspruch nachzudenken. Schon damals war ihm klar, dass es „cooperatores veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit) werden würde. Auch als Bischof sei er nur ein „cooperator“, ein Mitarbeiter. „Nicht ein Chef, sondern ein Mitwirkender im Ganzen.“ 

Das liest sich fast so, wie die Beschreibung seiner Wahl am 19. April 2005 - dieser Tag muss dann wohl ein echtes Deja vu für den Kardinal gewesen sein.

Ein ganz besonderes Geschenk, ist das dort verlinkte pdf mit dem kompletten Interview und weiteren Artikeln aus der Münchner Kirchenzeitung vom 3. April 1977 - besonders interessant die Pressestimmen dazu .... ein Genuss zum Lesen und eine echte Freude obendrein.
Damals hatten die Münchner ein großes Glück mit ihrem Erzbischof  ... und ich kann mich erinnern als ich nach München kam, war er eine echte Respektsperson. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, ihn so anzugreifen, wie wir es während seines Pontifikats erleben mussten.

Und wir können in beiden Fällen zumindest für unsere Zeit bemerken: es kam nichts besseres nach!

Gestern in Mailand. Was noch gesagt werden mußte....

der päpstliche Besuch in der Diözese des Hl. Ambrosius- in der heruntergekommenen mainstream-Presse auf die Benutzung eines Dixi-Klos reduziert- hat den Chefredakteur von La Nuova Bussola Quotidiana, Riccardo Cascioli  zu einem lesenswerten Kommentar veranlaßt.
Hier geht´s zum Original:  klicken

      "MIT PETRUS GEGEN DIE PAPISTEN""Auch ich war gestern bei der Messe mit Papst Franziskus im Monza-Park. Und viele andere Mitarbeiter von La Nuova Bussola, die in der Diözese Mailand wohnen. Das Motiv ist ein einfaches. Kardinal Angelo Scola hat in seinem Schluss-Gruß daran erinnert-und dabei den Hl. Ambrosius zitiert: "Wo Petrus ist, ist die Kirche" um dann mit dem Zitat fortzufahren "Wo die Kirche ist, da ist nicht der Tod sondern das ewige Leben."

Zu einer Begegnung mit dem Papst zu gehen, bedeutet auch, diese Realität anzuerkennen und zu bestätigen, die unsere Identität begründet. Der ganze Rest- Sympathie oder Antipathie, Übereinstimmung oder Bestürzung etc. -kommt erst danach, auf einer anderen Ebene, man kann diese Grundtatsache nicht diskutieren.
Das gilt für jeden Nachfolger Petri: es ist die Garantie der objektiven Zugehörigkeit zum Leib Christi.
Sich gestern im Park von Monza zu befinden- wie es schon im Nordpark in Bresso mit Benedikt XVI und mit dem Hl. Johannes Paul II war - war eine Erfahrung von wirklicher Kirche.
Dieses Volk, das gestern in Monza anwesend war, ist das selbe wie es 2012 in Bresso mit Papst Benedikt XVI und bei den beiden Besuchen (1983 und 1984) des Hl. Johannes Paul II war. Es ist ein Volk, das sich um jeden Nachfolger Petri schart, weil es - ohne die Theologie zu debattieren - weiß, daß die Kirche nicht die von Franziskus ist noch irgendeines anderen: es ist die Kirche Christi - und das genügt.

Warum sage ich das? Weil es deprimierend ist, in diesen Tagen (und nicht nur) die Kommentare in den Zeitungen und den sozialen Netzwerken zu lesen, wo sich vor allem bemüht wird, die Lager für und gegen Papst Franziskus für immer zu trennen. Und dieses Spiel wird auch von bekannten "Unterschriften", erfolgreichen Karrieristen, interessierten Ideologen, Personen auf der Suche nach einer neuen Jungfräulichkeit und einfachen "A...leckern" (Papst Franziskus nennt sie argentinisch "Sockenlecker") betrieben.
Alle ängstlich bedacht, sich zu zeigen, sich im "richtigen Lager" sehen zu lassen, eifernd bemüht, zu zeigen, wer die Feinde des Papstes sind, wer "gegen" ihn ist, wer vor der Tür gelassen werden muß (inzwischen sagen sie, daß sie die Mauern abreissen).
Sie behandeln die Kirche als sei sie eine Partei, sie zwingen ein Regime auf: jede Frage, jede Bestürzung wird erstickt und im Namen des Gehorsams gegenüber dem Papst geleugnet, indem sie den Nachfolger Petri auf die Ebene irgendeines Tyrannen herabziehen, der in seinem Reich Gutes und Böses tun kann und die Macht über Leben und Tod seiner Untertanen hat.

Wir sind mit Petrus. Immer. Aber besonders deswegen fühlen wir uns frei, zu fragen, unsere Bestürzung auszudrücken, Klarheit zu Fragen, die für unseren Glauben und die Kirche fundamental sind, zu suchen, sowie zu Meinungsfragen Urteile zu formulieren. Den Rest schreiben der Katechismus und der Kodex des Kanonischen Rechts vor."

Quelle: R. Cascioli, LNBQ

Samstag, 25. März 2017

Ecce Virgo concipiet .....

           

            

Kardinal Arinze oder ein Löwe im Winter

John Allen hat für Crux den nigerianischen Kardinal F. Arinze interviewt.
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"KARDINAL ARINZE : NACH AFRIKANISCHEM STANDARD BIN ICH NICHT KONSERVATIV,  DA BIN ICH NORMAL"

Der Nigerianische Kardinal Francis Arinze - emeritierter Präfekt der Liturgie-& Sakramenten-Kongregation- nach der Abschlussmesse der Bischofssynode zur Familie im Vatican am 25. Oktober 2015

                           Cardinal: ‘By African standards, I’m not conservative, I’m normal’


Vom 22.-25. März fand in der Universität von Nôtre Dame, veranstaltet im Global-Gateway-Center, eine Konferenz über die Afrikanische Theologie statt. Einer der Gäste war der Nigerianische Kardinal Francis Arinze, früheres Oberhaupt der Liturgiekongregation.

Mariae Verkündigung in der Malerei

Der Kunsthistoriker Daniel Esparza führt uns bei Aleteia ein bißchen in die Symbolik der Verkündigungsdarstellungen der christlichen Kunst ein
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  "DIE (NICHT SO) VERBORGENEN INHALTE IN DEN    VERKÜNDIGUNGSBILDERN"

Von Fra Angelico zu Leonardo, das klassische Marienmotiv ist mehr als nur eine Illustration einer Passage im Evangelium.

 
  Bild public domain

Ungleich einiger anderer ikonographischen Motive der Christlichen Kunst wir die Verkündigungs-Szene zumindest in einem der Evangelien bis ins Detail erzählt: dem von Lukas.
Auch wenn man eine andere, kürzere Verkündigungsszene im matthäus-Evangelium (1, 18-25) die Verkündigung an Joseph, haben sich meisten Künstler das Lukas-Evangelium als erzählerische Quelle für ihre Bilder zu nutzen. 
Nicht nur wegen der vielen im Lukas-Text enthaltenen Einzelheiten sondern auch wegen seiner reichen Symbolik und theologischen Bedeutung- besonders der mariologischen- die in einer "graphischen" Übersetzung des Evangeliums-Textes angesprochen werden konnten.

Darstellungen der Verkündigung gehen bis ins frühe Christentum -zurück. die älteste kann man in der Priscilla-Katakombe finden, nach einigen Quellen ins 4. Jahrhundert datiert. Seit diesen frühen Wurzeln wurde dieses Sujet Teil des graphischen Repertoires fast jeden großen Künstlers. 
Diese Künstler und ihr Publikum waren sich des in der Szene enthaltenen tiefen, reichen Symbolismus bewußt, aber es ist eine visuelle Sprache, mit der wir heute weniger vertraut sind.

Einige Verkündigungs-Bilder, z.B. mittelalterliche Bilder aus dem 12. und 13. Jahrhundert enthalten den "Thron" Marias, einen kunstvollen Sitz, auf dem die Jungfrau sitzt um die Ankündigung des Engels entgegen zu nehmen. Mit seinen reichen Polstern und Schnitzereien (häufig den Löwenköpfen, mit denen der Thron König Salomos geschmückt war) zielte die Einbeziehung dieses anachronistischen Möbelstücks darauf ab, den Titel Marias als "Sitz der Weisheit" und ihre Autorität als Königin des Himmels, Regina Caeli, zu betonen.
Auch wenn die offizielle Katholische Lehre vom Königin-Status durch die Enzyklika Papst Pius XII "Ad Caeli Reginam" definiert wurde, wurde Maria in der Tradition seit dem 5. Jahrhundert "Königin des Himmels" genannt, direkt nach dem Konzil von Ephesus, das Maria als Mutter Gottes proklamierte.

Eine Taube, die traditionell (basierend auf dem Bericht über Jesu Taufe durch Johannes) in der Christlichen Kunst den Hl. Geist darstellt, spielt auf einigen mittelalterlichen Bildern der Verkündigung eine interessante Rolle. 
Während  die meisten üblichen Darstellungen die Taube über Maria schwebend darstellen ("der Geist des Allerhöchsten wird dich überschatten") fliegt die Taube in manchen Bildern auf das Ohr der Jungfrau zu. Den Grund dafür kann man in einigen frühen Texten der Christlichen Tradition finden, die sich auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu beziehen, sie habe durch das Hören auf die Worte des Engels empfangen, was beinhaltet, daß das Hören auf Gottes Wort die Seele fruchtbar macht.
Ephrem der Syrer (der größte Dichter des Zeitalters der Kirchen-Väter, der einzige "Theologen-Poet von Rang" neben Dante würde Robert Murray sagen) wurde 1920 von Papst Benedikt XV zum Kirchenlehrer ernannt, schrieb im frühen 4. Jahrhundert:

     "Wie der Brennende Busch am Horeb (Berg Sinai), der im Herzen der Flammen Gott            trug, so hat Maria Christus in ihre Jungfräulichkeit gebracht : durch ihr Ohr trat das        Göttliche Wort des Vaters ein und wohnte heimlich in ihrem Leib"

Es ist nicht ungewöhnlich, Maria eher ein Buch lesend vorzufinden, als mit einer Spindel oder anderen häuslichen Tätigkeiten beschäftigt. Nach einigen Quellenangaben ist das auf den Einfluss der Franziskanischen Spiritualität zurück zu führen, die die Frömmigkeit Mariens unterstreicht.
Das Buch, das Maria üblicherweise hält ist ein Psalter, was bedeutet, daß sie betet, wenn Gabriel die Botschaft überbringt. Einige Künstler gehen weiter ins Detail und zeigen Maria nicht mit einem Psalter sondern das Buch Jesaja, in dem die Prophezeiung der empfangenden Jungfrau (Jesaja 7:14, "Und der Herr selbst wird dir ein Zeichen geben. Weil eine Jungfrau empfangen wird und einen Sohn gebären uns sein Name wird sein Immanuel) zu finden ist. Natürlich gab es zu Marias Zeit keine Bücher,  wie wir  sie kennen; Künstler nutzten die Objekte ihrer eigenen Welt, um die Botschaft zu überbringen.