Sonntag, 23. April 2017

Sandro Magister zum bei uns lauthals beschwiegenen Kongress über die Unklarheiten in Amoris Laetitia in Rom, Teil 1

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"NACH VIERKARDINÄLEN SPRECHEN SECHS LAIEN. WER WEISS OB DER PAPST WENIGSTENS IHNEN ZUHÖRT."

Die vier Kardinäle waren nie allein mit ihren Dubia. Der Beweis dafür ist, was am 22. April im Auditorium des Hotels Columbus- einen kurzen Spaziergang vom Petersplatz entfernt passierte, sechs renommierte Gelehrte aus ebenso vielen Ländern trafen sich, um einem Appell ihre Stimme zu leihen, der von großen Teilen des Gottesvolkes ....wurde, damit Klarheit geschaffen werde in der  durch Amoris Laetitia ausgelösten Verwirrung.

Anna M. Silvas ist aus Australien gekommen, Claudio Pierantoni aus Chile, Jürgen Liminski aus Deutschland, Douglas Farrow aus Kanada, Jean P. Messina aus Kamerun und Thibaud Collin aus Frankreich. Und einer nach dem anderen-wandte sich im Verlauf eines Tages der Krise zu, die das Dokument von Papst Franziskus ein Jahr nach einer Veröffentlichung in der Kirche erzeugt hat.

Settimo Cielo bietet seinen Lesern die vollständigen Texte der sechs Vorträge in ihrer Originalsprache an . Aber wir lenken die Aufmerksamkeit besonders auf den von Claudio Pierantoni, Patristiker und Professor für mittelalterliche Philosophie an der Universität von Chile in Santiago, den wir zusammengefaßt wiedergeben.

Pierantoni bringt noch einmal den Fall der beiden Päpste, die während der ersten christlichen Jahrhunderte in Irrtümer verfielen. Der ein wurde "post mortem" von einem Ökumenischen Konzil verurteilt und der andere dazu gebracht, sich zu Lebzeiten zu korrigieren.

Aber auch heute- argumentiert er- gibt es einen Papst. der "Opfer" einer weitverbreiteten Tendenz zum Irrtum ist, der die Fundamente und  der Glauben der Kirche unterminiert, "auch wenn er sich dessen kaum bewußt ist. Und auch er benötigt eine barmherzige Korrektur, die der Wahrheit ihren Glanz zurückbringen kann.

Pierantoni ist nicht der einzige unter den sechs, der auf die Lehren der älteren und jüngeren Vergangenheit zurückgreift.

Thibaut Collin, ein Professor für Moralphilosophie und Politik am Collège Stanislas in Paris erinnere an das Beispiel des Widerstandes zahlreicher Theologen und ganzer Episkopate gegen die Enzyklika "Humanae Vitae" von Paul VI, die als "rein ideal" herabgestuft und so als undurchführbar gemacht wurde. Und er zeigte, wie diese zerstörerische "pastorale" Logik mit "Amoris Laetitia" in Bezug auf die Unausflöslichkeit der Ehe wieder modern wurde- und bald aauch für homosexuelle Liebschaften.

Anna M. Silvas, Australierin, die dem Östlichen Ritus angehört, Patristikerin und Professorin an der Universität von Neu England , wies dagegen auf die Gefahr hin, daß auch die Katholische Kirche den jahrhundertealten Weg der Protestanten und Orthodoxen hinab zur Scheidung beschreiten könnte, gerade in dem Augenblick- wie sie überraschend hinzufügte- in dem die Koptische Kirche zur ausnahmslosen Unauflöslichkeit der Christlichen Ehe zurück kehrt.

Was eine Antwort von Papst Franziskus auf die Dubia und auch die Möglichkeit einer Korrektur von seiner Seite angeht, drückte Anna M. Silvas Skepsis aus. Sie schlägt statt dessen eine "Benedikt-Option" für die aktuelle nach-christliche Ära vor, inspiriert vom Mönchstum während des Kollaps der Antike, ein demütiges und gemeinsames Verweilen "bei Jesus und den Vätern"(Joh.14, 23) in gläubiger Erwartung, bestehend aus Gebet und Arbeit, damit der Sturm, der die Welt und die Kirche von heute erschüttert,ein Ende haben möge.

Sechs Stimmen, sechs verschieden Interpretationen. Alle tief beeinflußt von "Caritas in veritate".
Wer weiß, ob Papst Franziskus wenigstens ihnen zuhört.


23. April: Heiliger Georg - Märtyrer und Drachentöter

Wir gratulieren allen Georgs, Georges, Serges und Jorges zum Namenstag.

Mögen sie den Drachen - die alte Schlange innerlich und äußerlich besiegen!

Wir gratulieren mit dem Auszug dem Bach-Choral "Jesu meine Freude" ... und mit wunderschönen Bildern aus dem Libanon 2012:



Ein großes Geschenk für alle, die gerade ein bisschen der Mut verlassen hat!

Fundstück: Ein Kirchenlehrer...

Interview von Agathe Lukassek für  katholisch.de mit Peter Seewald mit dem Titel

                             "EIN KIRCHENLEHRER DER MODERNE"

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das so beginnt:

"Frage: Herr Seewald, haben Sie Benedikt XVI. seit dem Erscheinen Ihres letzten gemeinsamen Interviewbuchs im September 2016 getroffen?


Seewald: Ja, ich habe ihn im Dezember besucht und werde nochmal im Mai hinfahren, wenn der Trubel um seinen 90. Geburtstag vorbei ist. Diese Treffen dauern rund eine Stunde und ich habe immer Fragen im Gepäck, denn die Menschen wissen immer noch viel zu wenig über Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. So kommt es eigentlich nie zu einem klassischen Plausch. Jede Begegnung ist auch immer ein Arbeitstreffen. Wir sind ja keine Freunde geworden. Für meine journalistische Arbeit ist die kritische Distanz unerlässlich; Hofberichterstattung hat keinen Wert." (.....)

Quelle: katholisch.de, A.Lukassek


50 berühmte Konvertiten zur Katholischen Kirche

hat Matthew Benson im National Catholic Register aufgelistet.
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" 50 KATHOLISCHE KONVERTITEN: BERÜHMTE KIRCHGÄNGER DES VORIGEN JAHRHUNDERTS"

In der Ostervigil empfängt die Kirche Tausende neuer Katholiken. Im Durchschnitt treten in den USA jedes Jahr mehr als 100.000 Erwachsene in die Kirche ein. Sie kommen aus jedem Lebensbereich und jeder Altersgruppe.
Einige kommen nach vielen Jahren eines persönlichen Kampfes in die Kirche und einige am Ende ihres Lebens. Andere werden durch das Beispiel von Heiligen, Priestern, Ordensleuten, beispielhaften Laien und Familienmitgliedern, die Jesus bezeugen, dazu bewegt, katholisch zu werden.

Am Ende kommen sie natürlich alle zum selben Schluss wie ein anderer berühmter Konvertit, der Selige Kardinal John Henry Newman: "Was das Christentum angeht, verursachen 10.000 Probleme keinen Zweifel."
Und um sicher zu sein. werden viele Konvertiten durch das Beispiel berühmterer Konvertiten ermutigt. Kino-Stars, Poeten, Schriftsteller, Musiker. Philosophen. Wissenschaftler und sogar Königinnen waren in ihrem Gewissen überzeugt, daß sie katholisch werde  mußten.

Sie waren Sünder (wie wir alle) und-wie eine solch unterschiedliche und interessante Gruppe- haben sie sehr unterschiedliche Temperamente, Persönlichkeiten und  Schwächen.
Die erstaunliche Bandbreite ist in sich selbst ein Mikrokosmos der vielen verschiedenen Leute, die jährlich in die Kirche eintreten und auch eine hilfreiche Erinnerung daran, daß jeder von Christus gerufen ist und daß keine Vergangenheit- wie dunkel und turbulent auch immer- uns für Gottes liebende Umarmung der Barmherzigkeit und Vergebung unwillkommen macht. Hier sind einige der bemerkenswertesten Konvertiten des letzen Jahrhunderts.


Samstag, 22. April 2017

Interview

Wlodzimierz Redzioch hat für Niedziela Pater Hermann Geissler interviewt, das auch von acistampa veröffentlicht wurde.

"JOSEPH RATZINGER, EIN THEOLOGE, DER DEM GLAUBEN VERNUNFT GEBEN UND DIE WAHRHEIT KOMMUNIZIEREN KANN"

Der jung aussehende Priester, der mich im Palazzo des Sant´ Uffizio empfängt ist ein Österreicher und gehört zur spirituellen Familie "L´Opera", einer neuen Familie geweihten Lebens, das von Julia Verhaeghe, einer Belgierin (1910- 1997) gegründet und von Johannes Paul II 2001 anerkannt wurde.
Nach dem Theologie-Studium hat er über das Thema "Gewissen und Wahrheit bei Kardinal John Henry Newman" promoviert.
             
1991 wurde Hermann Geissler zum Priester geweiht und hat für zwei Jahre den pastoralen Dienst in einer Pfarrei in Österreich begonnen. Seit 1993 leitet er das Internationale Zentrum des Freunde Newmans in Rom und arbeitet in der Glaubenskongregation. 2009 hat ihn Benedikt XVI zum Chef der Doktrin-Abteilung der Kongregation ernannt. Er war 20 Jahre lang an der Seite von Kardinal Ratzinger und dann Benedikts XVI und ist deshalb eine der qualifiziertesten Personen, um anläßlich seines 90. Geburtstages über ihn zu sprechen.

"Wann haben Sie erstmals einen Text von Kardinal Joseph Ratzinger gelesen? 

1983 habe ich in Heiligenkreuz mit dem Theologiestudium begonnen. Zu der Zeit gab es nicht wenige Spannungen im Inneren der Kirche in Österreich. Für einen jungen Seminaristen war es schwer, den richtigen Weg zu finden. Ich habe also mit wahrem Enthusiasmus und großem Profit den "Report über den Glauben" von Kardinal Ratzinger gelesen, das 1984 erschienen war. Ich erinnere mich daran, daß ich von seiner Liebe zur Wahrheit berührt war, wegen einer Fähigkeit auf die Herausforderungen zu antworten, klar über den Glauben zu sprechen.

Wie kam es, daß Sie einer seiner Mitarbeiter in der Glaubenskongregation wurden? 

Ich weiß nicht, wer mich vorgeschlagen hatte. Ich erinnere nur, daß um Ostern 1993 mein Superior mich bat, nach Rom zu kommen. Er sagte mir, daß Kardinal Ratzinger um meine Mitarbeit gebeten habe. Ich war erstaunt, weil ich erst 27 Jahre alt war und mich einer solchen Aufgabe nicht gewachsen fühlte. Aber weil der Dienst an einer gesunden Lehre zum Charisma meiner spirituellen Familie "L´Opera" gehört, habe ich sofort zugestimmt. Kurze Zeit darauf, hatte ich eine erste Begegnung mit Kardinal Ratzinger, der zu mir sagte: Pater Geissler. wenn Sie anfangen in der Glaubenskongregation zu arbeiten, dürfen Sie nicht vergessen, demütig und einfach zu bleiben.


Amoris Laetitia -alte Theorien aus den 70-er Jahren....oder immer wieder St. Gallen und immer wieder Kardinal Kasper

Lorenzo Bertocchi untersucht in seinem Beitrag für La Nuova Bussola Quotidiana -am Tag des Amoris-Laetitia-Kongresses in Rom-noch einmal die Hintergründe der Verfechter der Zulassung der geschiedenen Wiederverheirateten zur Eucharistie.
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"POSSUMUS. DER KERN VON "AMORIS LAETITIA" WAR SCHON GESCHRIEBEN. BLEIBEN DIE DUBIA."
Das war alles schon geschrieben, sagt der Theologe der seit Jahren in wichtigen Universitäten lehrt, "im Grunde nimmt Amoris Laetitia alte Theorien wieder auf, die am Ende der 70-er Jahre von Theologen und Pastoren gefördert wurden." 
In der Zwischenzeit gibt es ein Buch zum Durchblättern,
Der Titel ist wichtig: "Glaube und Erneuerung. Das II.Vaticanische Konzil 40 Jahre danach"- herausgegeben von Msgr. Bruno Forte und einer Schar imponierender Co-Autoren. 
2005 verlegt von San Paolo, kurz nach der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst.

Dazu gehören die inzwischen verstorbenen Kardinäle Loris Capovilla, der schon Sekretär von Papst Johannes XXIII war und Carlo Maria Martini, nach seiner eigenen Definition "Gegenpapst"; 
der liturgische Ex-Zeremoniar von Johannes Paul II, Msgr. Piero Marini und schließlich Kardi nal Walter Kasper, der damalige Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.
Eine bedeutende Gruppe von Hirten und Theologen, die man- ohne viel Phantasie- als eine Dependance jener St. Gallen-Gruppe definieren könnte, die sich aus den berühmtesten Kardinälen aus dem Norden Zentraleuropas zusammensetzte und sich in der Schweizer Stadt traf, um zu meditieren und ein Team für die Erneuerung der Kirche zu bilden.
Es wäre ein offenes Geheimnis zu lüften, zu enthüllen, daß die Kardinäle Walter Kasper, Karl Lehmann, Achille Silvestrini, Basil Hume, Cormac Murphy- O´Connor, Godfried Danneels und Carlo Maria Martini sich in St. Gallen trafen und es ist auch kein Geheimnis, zu sagen, daß sie sich nicht in besonders gutem Einklang mit dem polnischen Papst  und seinem Präfekten des ehemaligen Sant´ Uffizio befanden. 

Eine Wende in der Morallehre der Kirche, geplant auch in ihrer pastoralen Anwendung, die auf den Flügeln eines gewissen "Geist des Konzils" realisiert werden sollte, manifestierte sich besonders deutlich nach der Enzyklika Humanae Vitae (1968) des Sel. Pauls VI, die die traditionelle Lehre über Empfängnisverhütung und die menschliche Liebe bestätigt hatte.
Das Pontifikat Johannes Pauls II und dann das Benedikts XVI stellte in den Augen vieler eine "Bremse" für eine "neue" Kirche dar. 
Es gab Leute, die nicht aufgaben und die den "kulturellen Teil" der Kirche darstellten,
Bücher, Zeitschriften, Lehrstühle, Seminare, Salons wurden gut von denen in Besitz genommen, die über den Buchstaben des Konzils hinausgehen wollten.
Mit spitzer Feder haben sie auf raffinierte Weise präzise Leitlinien zur Liturgie, dem Ökumenismus, zur Moral verfaßt, unabhängig von der Tatsache, daß seit Paul VI die Päpste davor warnten, nicht alles zu zerbrechen, was vorher gewesen war. 

Wenn man das 2005 veröffentlichte Buch durchblättert, kann man sich schnell dessen bewußt werden, mit welcher Leidenschaft die beseelt waren, die noch weiter gehen wollten.
Kardinal Kasper reflektiert in diesem Buch über die pastorale Konstitution "Gaudium et spes", die das Konzil- nicht ohne Mühe- einem neuen Verhältnis zwischen der Kirche und der modernen Welt gewidmet hatte. "Das ist alles neu" schrieb der deutsche Kardinal, für den in diesem Text nicht nur neue Themen (Wissenschaft, Kultur, Familie, Ehe, Friede, Krieg) hervorgingen sondern vor allem "eine neue Art wie das Dokument die sie angeht: ein Zugang im Dialog."


... wer zu spät kommt...

Wir erinnern uns noch gerne an den Ostermontag zurück. Was war das für eine Freude. Die Bayern feierten "ihren Papst", der am Sonntag seinen 90. Geburtstag begehen konnte.
Wunderbare Bilder, die nicht nur hier auf unserem Blog stehen, sondern auch um die Welt gingen. Sogar Radio Vatikan hatte ein Video ...
Wer allerdings genau hingesehen hat, konnte nirgendwo die Vertreter des Erzbistums München-Freising ausmachen. Kein Kardinal, der auf allen Bildern zu sehen ist und den emeritierten Papst in den höchsten Tönen lobt? Nanu, was war denn da los. Stand er etwa in der hinteren Reihe und war gar nicht zu sehen?
Nein. Nicht nur offensichtlich fand die bayerische Geburtstagsfeier ohne die Vertreter der Heimatdiözese Benedikts statt.
Denn die kamen erst am Dienstag.... völlig unbemerkt und selbstverständlich ohne Fernsehen oder sonstige Presse. Lediglich die Münchner Kirchennachrichten waren dabei. Hier gab's einen kurzen Bericht und auch ein Foto. Die fröhliche Stimmung vom Vortag scheint verflogen ... und es war wohl auch nicht so schönes Wetter, was es erlaubt hätte, einen Empfang vor der Tür von Mater Ecclesiae zu machen. "In privater Atmosphäre" steht im Artikel ... und es ist zu hoffen, dass Benedikt diese private Atmosphäre genutzt hat, um den Vertretern des Erzbistums München nicht nur für Gratulation aus dem Erzbistum zu danken, sondern insbesondere der Führung auch etwas ähnliches zu sagen, wie er es bei seiner Bischofsweihe im Münchner Dom getan hat:



Zeit wird's!

Freitag, 21. April 2017

Zur Guten Nacht

aus der Serie: es ist nicht alles schlecht was im neuen Gotteslob steht :_D

Du lässt den Tag o Gott nun enden.



 wobei ich, ehrlich gesagt, von der Melodie mehr angetan bin, als von dem Text.

ein altes Geburtstagskind

dem von Herzen zu gratulieren, wir nicht versäumen möchten, Rom, das heute seinen 2770. Geburtstag feiert.

                                  AD MULTOS ANNOS ROMA!

                             


Nicht ganz so alt, aber dennoch recht alt, nämlich 91, wurde heute, am 21.4.2017 die Queen, der wir auch gratulieren möchten.

Sandro Magister: Kriegsursachen wie der Papst sie sieht. Realität oder fixe Idee?


Sandro Magister gibt bei Settimo Cielo Passagen aus dem Artikel eines afrikanischen Gelehrten zum Thema Kriegsursachen wieder und stellt sie den von Papst Franziskus immer wieder vorgetragenen gegenüber.
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"WER ENTFESSELT DIE KRIEGE. "LA CIVILTÁ CATTOLICA" WIDERSPRICHT DEM PAPST"

"Im Stück-für-Stück-Weltkrieg von dem Papst Franziskus ununterbrochen spricht, sind für ihn immer und ausschließlich -im zufolge- "die, die Waffen herstellen und verkaufen" und dadurch "vom Blut der Männer und Frauen profitieren.

Das ist eine sehr materialistische und ökonomistische Erklärung, mit leicht  marxistischem Beigeschmack, die sogar auf Terrorakte angewandt wird.Franziskus hat das so geagt und unzählige Male wiederholt, zuletzt während der Hl. Osterwoche.

Seltsamerweise jedoch ignoriert das Magazin, das seinem Denken am nächsten steht "La Cilviltá Cattolica" und von seinem Jesuitischen Berater und Ghostwriter Antonio Spadaro herausgegeben wird, in einem kürzlich erschienenen wissenschaftlichen Artikel über die "bewaffneten Konflikte in Afrika" und vor  allem über das "Versagen der traditionellen Erklärungsansätze und Analysen" die Waffenproduktion und den Waffenhandel vollständig in seiner Begründung dieser Konflikte und führt sie statt dessen auf ganz andere Gründe zurück.

In den 10 Seiten des Artikels erscheint das Wort Waffen nur einmal, am Rande und ohne kausale Bedeutung.

Autor ist Arsène Brice Bado, ein Jesuit von der Elfenbeinküste, der an der Yale-Universität in den USA und an der Laval-Universität in Kanada studierte und Feldforschung in verschiedenen afrikanischen, in Konflikte verwickelte Länder betrieben hat.

Die These, auf der seine Analyse basiert, ist, daß die Schwierigkeit der Internationalen Gemeinschaft zur Beendigung dieser in Afrika ausgetragenen Konflikte beizutragen präzise "einem mangelnden Verständnis dieser Konflikte, ihrer Ursachen, der Beteiligten, ihrer Entwicklung und der auf dem Spiel stehenden Fragen"  beruhen.

Brice Bado untersucht dann die geläufigen Erklärungen, die für die Kriege in Afrika gegeben werden. Er führt sie auf sechs kausale Faktoren zurück, die er einen nach dem anderen untersucht: Identität, Wirtschaft, Institutionen, Geopolitik, Ereigniskette und Motive des Grolls.


Fall für Fall- mit Karl Rahner via Kardinal W. Kasper zur Synode

Stefano Fontana kommentiert bei LaNuovaBussolaQuotidiana die Konferenz, die morgen in Rom zum Thema "Amoris Laetitia" beginnt und bei der diverse katholische Gruppen Klarheit zu den widersprüchlichen Punkten fordern. Dabei weist er besonders auf den Einfluß Rahners und seiner Moraltheologie auf die Rede Kardinal Kaspers und auf die Synoden 2014 und 2015 hin. Dabei zitiert er auch aus seinem Buch "Die neue Kirche von Karl Rahner".
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"FALL FÜR FALL, BARMHERZIGKEIT FÜR ALLE, PLURALISTISCHES GEWISSEN. DIE SAAT RAHNERS HAT DIE SYNODE BEEINFLUSST."

"Die Themen, die im Verlauf des internationalen Kongresses den La NBQ und IlTimone für morgen organisiert haben angesprochen werden sollen, haben ihren Ursprung in der Familien-Synode von 2015 haben. Aus diesem Grund veröffentlichen wir mit Zustimmung  des Herausgebers ein Kapitel aus dem Buch von Stefano Fontana "Die neue Kirche von Karl Rahner", das in diesen Tagen bei "Fede e Cultura" erscheint

Während der langen Periode der Familiensynode -sowohl der außerordentlichen Synode im Oktober 2014 als auch der ordentlichen Synode im Oktober 2015 konnte man viele Elemente erkennen, die dem Einfluß Rahners zugeschrieben werden konnten. Man könnte auch sagen, daß die wichtigen Gegenpositionen, die während der beiden Synoden geäußert wurden, aus der Kontroverse zwischen den Lagern Rahners und seiner Gegenspieler stammen.

Sehr "rahnerische" Elemente waren bereits in der von Kardinal Walter Kasper im Februar 2014 im Februar 2014 vor den Kardinälen gehaltenen Einführungsrede zur Synode aufgetaucht.
Denken wir vor allem an den Gedanken, daß man eine Situation objektiver und öffentlicher Sünde, in der die wiederverheirateten Geschiedenen leben, nicht erkennen könne.
Nach der von Kasper vorgetragenen These, daß es keine wiederverheirateten Geschiedene gäbe sondern nur geschiedene Wiederverheiratete.
Die Realität aber zeigt keine tragenden und universalen Strukturen sondern nur individuelle Einzelsituationen. Diese Sichtweise ist nominalistischen Ursprungs, davon ausgehend, was William von Occkam im 15. Jahrhundert sagte und was dann auch die Luthers Philosophie und generell die der Protestanten wurde, weil sie der bessere Weg war, Vernunft und Glauben zu trennen.

Wenn es in Wirklichkeit keine universalen Strukturen gibt, die die Vernunft aus eigener Kraft erkennen kann, kann man natürlich auch weder von den Dingen auf Gott schließen, noch kann man sich der Sprache der Vernunft bedienen, um alles zu verstehen. Die Vernunft wäre nominalistisch, man könnte einzelne Dinge erfahren, denen man-weil sie einander ähneln- einen gemeinsamen Namen geben kann, aber nur einen Namen, der sich außer auf die einzelnen Dinge auf keine andere Realität bezieht. Der Glaube würde Fideismus.Gott ist allmächtig, er ist der völlig Andere, er ist Willen aber nicht Wahrheit.
"Veritatis splendor" von Johannes Paul II besagt das Gegenteil dessen, was Kasper behauptete, aber diese Enzyklika beruht auf einer anderen Philosophie.
Auch für Rahner gibt es nur Einzelfälle, die einzeln behandelt werden müssen, weil die Realität der Welt komplex ist, es keine Doktrin gibt, die man anwenden könnte und man nie erkennen kann, ob man sich vor einer mehr oder weniger sündhaften Situation befindet.
Angesichts eines Paares geschiedener Wiederverheirateter sollte die Kirche verstehen, annehmen und begleiten-in einem von Fall-zu-Fall-Vorgehen und mit der nicht genau definierten Differenzierung arbeiten.
Genau das hat Kardinal Kasper vorgeschlagen.

Während der synodalen Diskussionen haben viele Bischöfe gesagt, daß auch in einer homosexuellen Beziehung die Gnade Gottes anwesend ist. Vor, während und nach der Synode haben sich viele Bischöfe und Kardinäle dafür ausgesprochen, Homosexuellen Kirchenämter anzuvertrauen, auch wenn sie in ihren Beziehungen bleiben und die Anerkennung von Zivilehen zwischen homosexuellen Personen durch die Politik zu unterstützen. Es ist offensichtlich, daß diese Stellungnahmen zur Abschaffung des Naturrechts und der natürlichen Moralgesetze führen und nicht der Notwendigkeit Rechenschaft tragen, Natur und ihre Gesetze zu respektieren, wenn man dem Übernatürlichen und der Gnade gefallen will. Zu sagen, daß  Gnade auch in einer homosexuellen Beziehung ist, bedeutet- mit Karl Rahner- zu sagen, daß die Gnade immer allen gegeben ist, weil sie der Welt gegeben wurde, in der es keine Umstände außerhalb der Gnade Gottes gibt.

Man kann auch gut erkennen, daß die Einladung zur Parrhesia an die Synodenväter einen Rahner-Akzent hat. Sie bedeutet die Akzeptanz des Pluralismus innerhalb der Kirche, im Sinne moderner Gedankenfreiheit. Dieses Konzept der Gedankenfreiheit unterscheidet sich aber von der Freiheit im katholischen Sinn.
Parrhesia besteht aus dem Mut, die Wahrheit zu sagen, ohne Angst und ohne Zurückhaltung oder ohne die Sorge zu retten, was zu retten ist. Sie kann nicht bedeuten, in einem so wichtigen Kontext wie einer Synode für die Gläubigen skandalöse oder beunruhigende Ideen auszudrücken, oder solche, die Zweifel an der fundamentalen Wahrheit des bekannten Glaubens auslösen. Die Welt ist sicher pluralistisch, aber die Kirche kann das nicht sein. Aber wenn die Kirche Teil der Welt ist, wird sie auch pluralistisch sein, wie Rahner fortwährend versicherte.


Donnerstag, 20. April 2017

Der Papa emeritus schreibt an den Präsidenten der Republik Polen und die Teilnehmer des Symposiums zu seinen Ehren

Was der Papa emeritus zur augenblicklichen Lage in Europa zu sagen hat, hat er in einem Dankesbrief an den polnischen Präsidenten und die Teilnehmer eines Symposiums zu seinen Ehren geschrieben.
Er benennt das Problem mit dem Islamismus und seinen Folgen -auf gewohnte Weise -ganz klar und ohne ängstliche Umschreibungen und Euphemismen, wie man sie heute auch aus den höchsten Kirchenkreisen diesseits und jenseits der Alpen sonst zu hören bekommt.

Anläßlich des 90. Geburtstages des Papa emeritus ist in Polen unter der Schirmherrschaft des Polnischen Präsidenten eine wissenschaftliche Konferenz mit dem Thema "Das Konzept des Staates in der Lehre Kardinal Ratzingers/Benedikts XVI" veranstaltet worden.
Der Papa Emeritus hat sich in bei Veranstaltern und Teilnehmern bedankt.
Hier geht´s zum Original, das von der Ratzinger-Stiftung veröffentlicht wurde:  klicken  

Benedetto XVI 
Papa emerito 
Città del Vaticano, 15 aprile 2017 

Sehr verehrter Herr Präsident der Republik Polen! Eminenzen und Exzellenzen! Ehrenwerte Damen und Herren!
Mit großer und tiefer Bewegung, Dankbarkeit und Freude habe ich erfahren, daß sich anläßlich meines 90. Geburtstages unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik hohe Repräsentanten der Staats- und Kirchenautoritäten zu einer wissenschaftlichen Konferenz zum Thema:
"Das Konzept des Staates aus der Sicht der Lehre Kardinal Joseph Ratzingers/ Benedikts XVI" getroffen haben.

Das gewählte Thema bringt die Autoritäten von Staat und Kirche dazu, einen Dialog über eine für die Zukunft unseres Kontinents essentielle Frage zu führen.

Die Konfrontation zwischen den radikal atheistischen Konzepten und dem Aufkommen eines radikal religiösen Staates in den islamistischen Bewegungen, führt unsere Epoche in eine explosive Lage, deren Konsequenzen wir jeden Tag erleben.
Dieser Radikalismus erfordert, daß wir dringend ein überzeugendes Konzept eines Staates entwickeln, das uns in der Konfrontation mit den Herausforderungen helfen kann, diese zu überwinden.

In den Wirren der letzen 50 Jahre - hat Polen der Menschheit mit dem Zeugen-Bischof Kardinal Wyszynski und dem Hl. Papst Johannes Paul II zwei große Persönlichkeiten gegeben, die nicht nur über diese Frage nachgedacht,  sondern auch das Leiden und das lebendige Erleben getragen haben und so fortfahren, den Weg in die Zukunft anzuzeigen.
Mit meiner herzlichen Dankbarkeit für die Arbeit, die Sie, meine Herrschaften, sich bei dieser Gelegenheit vorgenommen haben, erteile ich Ihnen meinen väterlichen Segen,

Benedetto XVI



Father Hunwickes Wort zum Tage

Father J. Hunwicke wundert sich bei liturgicalnotes über die Suspendierung eines Priesters und fragt, wann man in Kommunion mit dem Papst ist und wann nicht.
Hier geht´s zum Original: klicken

          "IN KOMMUNION MIT DEM PAPST"
Irgendein Bischof dort im Fremden-Land hat einen Priester suspendiert, weil er in einer Predigt Papst Franziskus kritisiert hatte.
Persönlich denke ich, daß es eine schlechte Form ist, eine Predigt zu benutzen, um einen anderen Katholischen Kleriker zu kritisieren...einschließlich des Papstes. Das ist nicht der Sinn einer Predigt.

Aber ich mache eine große Ausnahme wegen der Ausdrücke. die dieser Bischof -wie berichtet wird- benutzt hat. Und ich erwähne das, weil es ein linguistischer Gebrauch ist, dem ich schon andernorts während dieses zunehmend illiberalen Pontifikates begegnet bin.


Predigen sollte- sagte der Bischof- der Meditation der Lesungen des Tages dienen und sicherlich nicht persönlichen Urteilen, besonders wenn sie nicht in Kommunion mit dem Papst seien.....Es ist sicher, daß das priesterliche Amt in der Katholischen Kirche die Kommunion mit dem Hl. Vater voraussetzt.[sic die ganze Syntax]


In Kommunion mit dem Papst zu sein oder (weil man sagen könnte, daß getaufte Nichtkatholiken in partieller Kommunion mit dem Papst sind) in voller Kommunion mit dem Papst, ist sicher eine juristische Kategorie. die beinhaltet, daß man nicht durch ein formales Urteil von der Kommunion mit der Katholischen Kirche getrennt ist oder weil man ein kanonisches Vergehen begangen hat, das nach kanonischem Recht die Exkommunikation latae sententiae nach sich zieht.


Einfach nur den Papst zu kritisieren (wie ungehörig und unklug auch immer) zieht sicher nicht eine solche Strafe nach sich. Oder wenn es das tut, welcher Kanon sagt das? 

Und welcher Kanon besagt, daß ein Kirchenmann, der so handelt, die Suspendierung entweder latae sententiae oder ferendiae sententiae auf sich zieht?

Wenn den Papst zu kritisieren, einen automatisch aus der Kommunion mit dem Leib Christi, der Kirche, entfernt, muß es eine Menge Leute geben, die Papst Benedikt kritisiert haben und immer noch mit einer unsichtbaren aber sehr realen Exkommunikation latae sententiae herumlaufen, die an ihren Hälsen baumelt und in peinlichen Augenblicken mit ihren Pektoralkreuzen zusammenstößt.


Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke 


Ist Antonio Spadaro Papst, wenn 2+2= 5 ist?

Joel Gallagher setzt sich im crisis magazine mit den aparten theologischen Ansichten Antonio Spadaros und damit, was man daraus schließen könnte, auseinander. Man sieht zu welchen absurden Gedankengängen und Spitzfindigkeiten es führt, wenn man in der Theologie auf Vernunft und Logik verzichtet, wie es das ein oder andere Mitglied der SJ und der Entourage der Papstes als opportun anzusehen scheint.
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"ANTONIO SPADARO, SJ : "BERTRAND RUSSEL IST PAPST"
"Natürlich hat Pater Antonio Spadaro, S.J. nicht gesagt, was im Titel dieses Textes steht, aber er könnte...Damals im Januar, hatte Pater Spadaro , ein enger Vertrauter von Papst Franziskus und sogenanntes Sprachrohr des Papstes getweetet:"Theologie ist nicht Mathematik mit 2+2 , in der Theologie kann das 5 ergeben. Weil es mit Gott und dem wirklichen Leben der Menschen zu tun hat..." Wenn das tatsächlich wahr ist, kann niemand leugnen, daß Bertrand Russel Papst ist.


                        CNS-POPE-PLANE (Paul Haring CNS)

Die Geschichte geht so: während einer Vorlesung sagte Bertrand Russel , daß er, wenn man ihm etwas Falsches vorschlage, er Wahrheit vom Falschen unterscheiden könne, weil eine unlogische These jede Möglichkeit einschließt. Er wurde dann prompt von einem Studenten unterbrochen, der sagte "2+2=5. Jetzt beweisen Sie, daß Sie der Papst sind."
Russel schwieg und dachte einige Augenblicke nach. Dann antwortete er:"Wenn 2+2= 5 ist, dann ist 4= 5. Ziehe 3 von beiden ab, dann erhältst du 1=2. Der Papst und ich sind 2 Personen und 2=1, deshalb sind der Papst und ich 1,"
Natürlich war Russel nicht der Papst, aber seine Schlußfolgerung war die logische Konsequenz einer beweisbar falschen Prämisse und einer vorgegebenen Verletzung der Vernunft. Diese Geschichte variiert und kann offensichtlich nicht bestätigt werden, Aber was macht das, wenn 2+2 auch5 sein kann?

Was aber an Pater Spadaros Tweet interessant ist, ist daß er nicht wie Russel mit der falschen Prämisse beginnt. Er schrieb: "Theologie ist nicht Mathematik", was in der Tat wahr ist.
Aber er läßt dann unmittelbar diese Prämisse durch ein völlig ungültiges und falsches Beispiel folgen und benutzt die Mathematik selbst um seinen Standpunkt zu beweisen.
Wenn Theologie NICHT Mathematik ist, kann er logischerweise nicht diese Behauptung durch ein mathematisches statement für die Theologie benutzen (sogar wenn das mathematische Prinzipien verletzt in der Bemühung seinen Standpunkt zu beweisen)
Nachdem dieser Tweet stark kritisiert wurde, machte Pater Spadaro einen weiteren unerklärlichen un unlogischen Schritt und bot einen mathematischen Beweis dafür an, daß 2+2= 5 sein könne.
Er macht dabei mindestens 2 grundlegende Fehler.
Zuerst behauptet er, daß in der Mathematiuk 4=5 sein kann, während seine urstrüngliche Behauptung war, daß 4 (2+2) in der Theologie 5 sein könne.
Jetzt versucht er zu beweisen, daß Vernunft die Vernunft verletzen kann, nicht daß die Vernunft den Glauben verletzen könne.
Und zweitens ist sein mathematischer Beweis ungenau ( eine kurze Erklärung die Quadratwurzel aus 4 ist beides 2 und -2, was aber nicht bedeutet daß 2= -2 ist.)


Mittwoch, 19. April 2017

Heute vor 12 Jahren....



       

Genau ein Jahr später, am 19.4.2006, erinnert sich Benedikt XVI bei der GA an seine Wahl
Hier geht es zum Original-Text der Ansprache:  klicken

        

 Ansprache an die Kardinäle am 22.4. 2005
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