Mittwoch, 4. August 2021

Christliche Kunst

 Die Jungfrau mit dem Kind, Fra Angekico 

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicanotes heute über das Heilige Haus in Loretto und läßt die Hl. Therese von Lisieux berichten. was sie dort erlebte. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

                                  "DAS HEILIGE HAUS"

Pilger nach Loretto...oder -tatsächlich- zu dem einem Schrein des Heiligen Hauses...könnte an die folgende, von der Hl. Therese von Lisieux erzählte Episode erinnern:

"Das Beste von allem war, daß wir Unseren gesegneten Herrn in seinem eigenen Haus empfangen haben; es wurden seine lebenden Tempel, weil sie einstmals durch seine irdische Anwesenheit geheiligt worden waren. Es ist italienische Sitte, das Hl. Sakrament an einem einzigen dafür reservierten Altar zu bekommen, dem einzigen, an dem man die Kommunion machen kann. [Bedeutet das, daß in Frankreich dagegen das Geheiligte Sakrament auf mehr als einem Altar bewahrt wird? Gibt es deshalb ..das hat mich oft verwirrt...in Kirchen mit vielen Altären viele Tabernakel?] Hier in Loretto, wo die Basilika nur ein marmorner Schrein ist, in dem das Heilige Haus wie ein kostbarer Diamant ruht, das Hl. Sakrament befindet sich außerhalb der heiligen Einfriedung. Das sollte Celine und mir nicht genügen. Wir wollten im Inneren zur Kommunion gehen. Also haben wir Papa tun lassen, was der Rest der Welt tat- als sanfte Seele, die er ist und sind zu einem Priester unserer Gruppe gegangen, der die Spezialerlaubnis hatte, im Hl. Haus die Messe zu feiern; es ging einfach nur darum, ihn dazu zu bringen, zwei kleine Hostien auf die Patene zu legen- und da waren wir: glücklich, die Kommunion im Hl. Haus zu empfangen. Das war ein Segen direkt aus dem Himmel; keine Worte können unsere Gefühle beschreiben.  Es war ein Vorgeschmack auf den Moment, wenn wir mit unserem Herrn eins werden, an jenem anderen, ewigen Ort, an dem er weilt, wenn unsere Freude unendlich sein wird, wenn es keine Traurigkeit des Abschieds mehr gibt, nicht die Notwendigkeit, ein oder zwei Bruchstücke von durch die göttliche Gegenwart geheiligten Wänden zu kratzen, weil sein Haus für alle Ewigkeit auch das unsere sein wird. Es läßt uns einfach einen Blick auf sein irdisches Heim werfen, um uns die Armut und das verborgene Leben lieben zu lassen; was er für uns in seinem himmlischen Palast vorbereitet, wo wir ihn nicht mehr unter der Form eines kleinen Kindes oder einer sonsekrierten Hostie verborgen sehen, sondern wie er wirklich ist- in allem Glanz seiner Majestät." 

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

Marco Tosatti : Nach Summorum Pontificum jetzt die Interkommunion?

Marco Tosatti interpretiert bei Stilum Curiae, was ihm ein Freund von "jenseits der Mauer" über die kommenden Kirchen-Revolutionspläne des amtierenden Pontifex berichtet hat. 
Hier geht´s zum Original- klicken

"NACH SUMMORUM PONTIFICUM IST DAS NEUE ZIEL DIE INTERKOMMUNION..." 

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, ein Freund von jenseits der Mauer erzählt- und natürlich müßte die Nachricht verifiziert werden, aber uns scheint es richtig und interessant zu sein, sie zu veröffentlichen- daß der regierende Pontifex dazu zurückkehren will, sich mit der Interkommunion zu beschäftigen, d.h. mit der Möglichkeit für die Gläubigen anderer christlicher Konfessionen als der katholischen, an der Eucharistie teilzunehmen. 

Mit dieser Absicht soll er den neuen Sekretär der Liturgiekongregation, den Franziskaner Erzbischof Vittorio Francesco Viola, früher Prälat in Tortone und Dozent am Liturgischen Institut San Anselmo in Rom, beauftragt haben, eine für den September geplante Kommission zu bilden und im Verlauf von zwei Monaten dem Papst die Ergebnisse der Arbeit direkt vorzutragen.

Diese Methode -die Organismen, Kongregationen und Räte, die für die Behandlung bestimmter Themen eingesetzt wurden, zu umgehen- gefällt Papst Franziskus sehr gut. Sollte sich die Nachricht bestätigen. müssen wir uns nach dem Grund für einen so engen Zeitrahmen fragen.

EIner der möglichen Gründe könnte die deutsche Synode sein, bei der das Thema Interkommunion mit den Protestanten auf die Agenda gesetzt wurde. In Deutschland hat es schon in der Vergangenheit seitens einiger Bischöfe auf diesem Gebiet eine Flucht nach vorn gegeben. Zu diesem Thema hat sich Papst Franziskus nicht klar geäußert und hat bei einem Treffen 2018 dazu eingeladen, ein möglichst einheitliches Ergebnis zu finden...

Insgesamt fällt auf- immer vorausgesetzt, daß diese Stimmen ein reales Fundament haben- daß der Pontifex- sofort nachdem er versucht hat, das motu proprio Summorum Pontificum von Benedikt XVI zu widerrufen- auf seine Weise einen so dornigen Knoten  auflösen will, wobei einige glauben, daß das nur durch die Konversion zur Katholischen Kirche möglich ist."

Quelle: M.Tosatti, Stilum Curiae 

 

S. Magister: 2020 war ein Annus horribilis für die Kirche - nicht nur in Deutschland

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die Krise der Kirche -nicht nur in Deutschland -sondern auch in Italien, die sich dort besonders klar im Rückgang der freiwilligen Abgaben für die Kirche ausdrückt.
Hier geht´s zum Orignal:  klicken

"ANNUS HORRIBILIS" FÜR DIE KIRCHE IN DEUTSCHLAND. ABER AUCH IN ITALIEN UND IM VATICAN" 

Es hat einen Aufschrei über die katastrophale Statistik für 2020 gegeben, die Mitte Juli von der Bischofskonferenz der Katholischen Kirche Deutschlands veröffentlicht wurde und die im Vergleich zum vorherigen Jahr einen deutlichen Rückgang zeigt- besonders bei der Teilnahme an den Sakramenten. 

Ende Juli ist der Papa emeritus Benedikt XVI in einem autobiographischen Interview mit "Herder Korrespondenz" an die Wurzel des Übels gegangen und hat die Verantwortung für den Niedergang der Kirche der Amtskirche zur Last gelegt, die nur aus institutionellen Ämtern und Dokumenten besteht- aber immer weniger "Herz und Geist" zeigt, mit der Konsequenz des Exodus aus der Welt des Glaubens," 

Aber wenn Deutschland weint, lacht auch Italien nicht. Hier sind die Zahlen, die die Runde machen- außerhalb des Rampenlichts und ohne Erschütterung- aber auch sie  markieren für 2020 bei manchen Indikatoren einen scharfen Rückgang im Vergleich zu 2019. 

Das geht aus der Umfrage mit einer repräsentativen Stichprobe hervor, die CENSIS im Juli 2020 in Italien durchführte und die in dem Ende Juni erschienenen Buch "Die verlorene Herde" des Soziologie-Dekans Giuseppe De Rita veröffentlicht wurde. 

Diese Umfrage hat herausgefunden, daß nur 8% der Italiener und 11% der Katholiken der Kirche die Fähigkeit zusprachen, in der durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen schwíerigen Situation sinnvoll zu sein. 

Wenn eine Kirche, die als abwesend und in einem besonders kritischen Moment als von der breiten Mehrheit der Bevölkerung entfernt wahrgenommen wird- ist das sicher kein Zeichen von Vitalität in einem Land wie Italien, das in den frühen 2000-er Jahren von Papst Johannes Paul II als providentielle "Ausnahme" christlicher Ausdauer gesehen wurde, fähig, sich der Welle der Säkularisierung, die den Westen überschwemmte, entgegen zu stemmen. 

Aber da ist noch eine andere Statistik, die man bedenken muß. Und die hat mit dem zu tun, was die "8 Promille" genannt wird.

In der Praxis gibt der Italienische Staat 0,8% seiner Steuereinnahmen an die religiösen Konfessionen, die einen Vertrag mit dem Staat haben. 

Die Entscheidung, welcher Religionsgemeinschaft die Mittel zugeordnet werden sollen, liegt beim einzelnen Steuerzahler, der mit oder ohne Unterschrift anzeigt, wer den Betrag erhalten soll. 

Dienstag, 3. August 2021

Heute vor 529Jahren

am 3. August 1492 brach Cristoforo Colombo (Christopher Kolumbus)  mit drei Schiffen von Palos aus nach Westen über den Atlantik auf, um den Seeweg nach Indien zu finden. 

Tweet zum Tage

 

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über Ungereimtheiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Übersetzungen von TC und beklagt, daß es keine lateinische Urfassung dieses motu proprio gibt. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

                     "KÖNNTE SCHLIMMER WERDEN" 

Es gibt Probleme im Text von Traditionis Custodes: sogar Vincent Nichols hat auf eine Stelle im Begleitbrief hingewiesen, wo der englische und der italienische Text nicht das selbe zu sagen scheinen. 

Ich weiß nicht, ob andere auch das Folgende bemerkt haben: während TC einem Bischof, der beretis eine TLM-Gruppe in seiner Diözese hat, verbietet weitere solche Gruppen zuzulassen, ist ein Bischof, dem eine solche Gruppe fehlt, nicht diesem Verbot unterworfen. Ich bin nicht sicher, ob das gewollt ist. 

Ein Einwand könnte sein, daß das Dokument in großer Eile zusammengeschrieben wurde. Vielleicht klopfte der Chirurg schon an die Tür?

Normalerweise jammere ich- und wie recht ich damit habe- über Vatican-Dokumente, die ohne offiziellen Lateinischen Text formuliert werden. Diese Praxis ist in der Tat bedauernswerter Brauch im italophonen kulturellen Imperialismus. Jene von uns, die nicht Italienisch sprechen, sind jetzt (niemand gibt sich die Mühe das zu verschleiern) Katholiken zweiter Klasse. 

Aber....

Es gibt Beispiele von äußerst wichtigen Dokumenten, die nach ihrer offiziellen Veröffentlichung verändert wurden. Ich vermute, daß man viele Beipsiel bringen könnte, hier einfach einige: 

1. Die Bulle Apostolicae curae von Papst Leo XIII,  mit der die Anglikanischen Weihen verurteilt wurden, hat sich irgendwie zwischen dem ersten Druck der ASS und der folgenden Wiederveröffentlichung in den Acta Leonis XIII verändert und...beachten Sie das!...und die Vatican Website zeigte, als ich im Juni des vergangenen Jahres nachsah, den originalen, entfernten ASS-Text! (Das Motiv für die erste Veränderung scheint die Entfernung eines Schlupflochs gewesen zu sein, das den Status der Verurteilung verringert hätte...mein Verdacht ist, daß Kardinal Vaughan...ähm...)

2. Im Jahr 2000 hat die Vatican-Presse ("ex editione typica") das Institutio Generalis Missalis Romani veröffentlicht, mit der Versicherung, daß der Papst ihr am 11. Januar 2000 zugestimmt habe. Aber als der Text des gesamten Missale in der Folge veröffentlicht wurde, war der Text der Institutio grundlegend verändert worden. 

Das Erscheinen einer offiziellen Lateinischen Version von Traditionis Custodes in den AAS könnte leicht eine Gelegenheit sein, das Dokument auf eine Weise "aufzuräumen" die es noch wasserdichter und giftiger machen könnte, als es in seinen aktuellen Texten in modernen Sprachen ist. 

Es ist wichtig, sich zu erinnern, daß wir nicht der Gnade ehrenwerter oder netter Menschen ausgeliefert sind und daß PFs Hass auf uns - ähm- eingefleischt ist. 

Auf der anderen Seite könnte ein geänderter Text weniger übel sein, wenn PF genug Kummer von irritierten Bischöfen bekommt!

Aber darauf würde ich nicht wetten. 

Nicht, wenn ich Sie wäre, Squire*."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke

* der geneigte Leser möge sich aussuchen, ob er "Squire" als Knappe, Schildknappe oder Gutsherr o.ä. verstehen will.  

  

A. Socci zu Traditionis Custodes in einer Zeit, "In der die Kirche immer verlorener und verwirrter ist"

Messa in Latino hat einen Beitrag zum motu prorio "Traditionis Custodes" von  Antonio Socci für den "Libero" veröffentlicht. 
Hier geht´s zum Original:   klicken

"SOCCI: FRANZISKUS WIDERRUFT BENEDIKT (NACHDEM ER DIE PFEILER VON JOHANNES PAUL II EINGERISSEN HAT)"

Eine weitere traurige Anmerkung zum motu proprio: "Die Kirche ist immer verlorener und verwirrter in diesem Niedergang des Pontifkats." Luigi

Mit dem motu proprio "Traditionis Custodes" hat Papst Bergoglio die Liberalisierung der Messe im Alten Ritus von Benedikt XVI weggefegt, der 2007 auf die Bitte vieler, auch junger, von der alten, nach dem Konzil verbotenen Messe angezogenen Menschen, hatte antworten wollen.

Joseph Ratzinger, obwohl er ein Mann des II. Vaticanischen Konzils war, hat erzählt: "Ich war bestürzt über das Verbot des alten Missale, weil so etwas in der gesamten Liturgiegeschichte noch nie vorgekommen war. Man erweckte den Anschein, als sei dies völlig normal," 

Ratzinger unterstrich, daß "Pius V (nach dem Konzhil von Trient) sich darauf beschränkt hatte, das Missale Romano, das damals in Gebrauch war, zu  überarbeiten, wie es im Verlauf der Geschichte in allen Jahrhunderten immer vorgekommen war...ohne jemals ein Missale einem anderen gegenüber zu stellen. Es hat sich immer um einen fortwährenden Prozess von Wachstum und Reinigung gehandelt, in dem aber die Kontinuität nie zerstört wurde... jetzt dagegen" erklärte Ratzinger "hat die Promulgierung des Verbots des Missales, das sich im Lauf der Jahrhunderte seit der Zeit der Sakramentalen der antiken Kirche entwickelt hat, einen Bruch in der Geschichte der Liturgie verursacht, dessen Konsequenzen nur tragisch sein können...ein altes Gebäude wurde abgerissen und ein anderes gebaut." 

Ratzinger unterstrich, daß jetzt "für das Leben der Kirche eine liturgische Erneuerung dramatisch dringend ist, eine liturgische Versöhnung, die dazu zurückkehrt, die Einheit der Geschichte der Liturgie wieder zu erkennen und das II. Vaticanum nicht als Ruptur sondern als einen evolutionären Moment zu verstehen. Ich bin überzeugt, daß die kirchliche Krise, in der wir uns heute befinden, zu großen Teilen auf dem Zusammenbruch der Liturgie beruht, die heute manchmal so konzipiert wird, "als ob es Gott nicht gäbe": als ob es in ihr nicht mehr wichtig sei, ob es Gott gibt, der zu uns spricht und uns zuhört." 

Als Benedikt XVI mit "Summorum Pontificum" 2007 einen Irrtum reparierte, der nicht dem II.Vaticanischen Konzil zuzuschreiben war, tatsächlich widerspricht das Verbot der lateinischen Liturgie der Konzils-Konstitution über die Liturgie und auch dem Apostolischen Brief "Sacrificium laudis" von Paul VI wie auch "Veterum Sapientia" von Johannes XXIII.

Die Abschaffung des anitken Ritus kam gleichzeitig mit der galoppierenden Entschristlichung der 68er und mit einem dramatischen Zusammenbruch der Zivilisation. 

2005 - am Vorabend der Wahl Benedettos zum Pontifikat- hat der Schriftsteller Guido Ceronetti in einem offenen Brief in der Repubblica an den neuen Papst, darum gebeten " den erstickenden Knebel von der Stimme der Lateinischen Messe zu entfernen" damit es möglich wird, sie wie die in der volkssprachlichen Form zu feiern, "die von einer zerstörerischen liturgischen Reform aufgezwungen wurde."
Der Schriftsteller fügt hinzu, "sicher werden Sie nicht ignorieren, wie sehr diese Konzils-Reform der westlichen Riten den kommunistischen Regierungen gefallen hat: sie waren nicht dumm. sie hatten in ihrer bestialischen Ignoranz des Heiligen erkannt, daß sich ein Leck geöffnet hatte."  

Fundstück

CNA veröffentlicht die Übersetzung eines Beitrags, in dem Joe Bukaras über den Plan des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, ab sofort in seiner Kathedrale einmal monatlich  die traditionelle lateinische Messe zu feiern.
Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel

"ERZBISCHOF CORDILEONE FÜHRT MONATLICHE TRADITIONELLE MESSE IN KATHEDRALE EIN" 

beginnt der Artikel so: 

"Erzbischof Salvatore Cordileone hat eine monatliche Feier der traditionellen lateinischen Messe in der Kathedrale St. Mary of the Assumption in San Francisco eingeführt. Gleichzeitig betete er mit den Gläubigen eine Bußlitanei zur Sühne des Missbrauchs der Eucharistie.

Die monatliche Messe findet am ersten Mittwoch im Monat um 15 Uhr statt, "eine günstige Zeit für diese Messe, die an den Moment erinnert, in dem unser Herr Jesus Christus gestorben ist, um uns von Sünde und Tod zu erlösen", sagte die Direktorin des Instituts Benedikt XVI. für Gottesdienst und göttliche Musik, Maggie Gallagher, am 1. August." (...)

Quelle: Joe Bukuras, CNA

Das Päpstliche Zeremoniell: eine Sprache aus Worten, Gesten, und Ritualen

A. Gagliarducci hat bei aciStampa mit einer Serie begonnen, in der er das Päpstliche Zeremoniell und seine Besonderheiten und Bedeutung erklärt.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PÄPSTLICHE SPRACHEN,  WAS IST IHRE BEDEUTUNG UND WARUM SIE HEUTE NOCH WICHTIG SIND"

Was passiert, wenn der Papst ein Staatsoberhaupt, einen Außeminister empfängt? Und warum sind diese Gesten so wichtig? 

Eine der Möglichkeiten, durch die eine Institution über sich selbst sprechen kann, ist eine zeremoniell. Weil die Gesten, der gewährte Vorrang, die Bewegungen des Zeremoniells eine strukturierte, präzise, ​​symbolische und damit vollständige Sprache sind. Hinter dem Zeremoniell steht eine Geschichte, die unvermeidlich ist, und eine Ratio, die verstanden werden muss. Wenn diese Anforderung für alle Institutionen gilt, gilt sie noch mehr für den Heiligen Stuhl. Denn der Heilige Stuhl drückt eine besondere Realität aus, die durch Souveränität, internationale Rechtsperson, aber durch eine universale moralische und religiöse Mission charakterisiert wird. Und dann muss alles, jedes Detail, im Dienste der religiösen Dimension stehen, und das Bild des Papstes, des Stellvertreters Christi auf Erden, muss hervorstechen.

Msgr. Stefano Sanchirico, aktueller Mitarbeiter des Apostolischen Archivs des Vaticans, war zunächst päpstlicher Zeremoniar und dann jahrelang in der Präfektur des Päpstlichen Hauses im Dienst eines Prälaten des Vorzimmers. In diesen Diensten konnte er sich mit den päpstlichen Zeremonien und den täglichen Aktivitäten des Vorzimmers des Papstes beschäftigen, bei denen die Besuchsaudienzen der Staatsoberhäupter und Würdenträger einen wichtigen Teil darstellen, sehr darauf bedacht, daß alles, auch aus der Not diktierte- Ausnahmen, mit der besonderen Sprache des Zeremoniells weiterhin eine universelle Institution wie die katholische Kirche darstellt. 

Msgr. Sanchirico erklärt die Wichtigkeit des Zeremoniells, indem er einen Autor zitiert, der seinem Herzen nahe steht, den Kaiser Konstantin Porfirogenito, der im 10. Jahrhundert das Zeremoniell des Byzantinischen Reiches herausgab.

Montag, 2. August 2021

Christliche Kunst

"Die Jungfrau und das Kind mit zwei Engeln und dem Hl. Johannes dem Täufer" Sandro Botticelli, 1470

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über TC und die Folgen.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"EIN ANGLIKANER SPRICHT..."

videlicet Dom Gregory Dix in Shape, der schrieb

"..Eine gewisse Zeitlosigkeit der eucharistischen Handlung und eine Unabhängigkeit ihres Rahmens, im Einklang mit der Stabilität der Formen der Liturgie selbst in einer sich ständig ändernden Welt. ... In diesem zwanzigsten Jahrhundert hatte (der selige, bald heilige) Charles de Foucauld in seiner Einsiedelei in der Sahara das mit dem gleichen Ritus getan wie der Hl. Cuthbert zwölf Jahrhunderte zuvor in seiner Einsiedelei auf Lindisfarne in der Nordsee. Heute Morgen habe ich dies mit einer Reihe von Texten getan, die sich nicht um mehr als ein paar Silben geändert haben, seit der Hl. Augustinus genau diese Worte am dritten Ostersonntag im Sommer nach seiner Landung in Canterbury verwendet hat."

Kann so in Ritus mit einer derartigen auctoritas irgendeinem Priester der Lateinischen Kirche genommen werden? Von irgendeinem Römisch-Katholischen Priester in England oder sonstwo? 

Durch irgendein legislatives fiat oder irgendeine nackte Gewalt irgendeines Erneuerers

Ein sehr gelehrter englischer Priester hat vor kurzem die "Anordnungen für diese Liturgie" so beschrieben: ...wenn sie nur als "heilende Konzession an jene erlaubt wird, die ihren Weg zum Römischen Ritus erst noch finden müssen"..."ist das sowohl krass als auch grausam." 

Jemand in Rom scheint von jemandem in China einige Ideen über die erzwingbare Assimilation der Uighuren geliehen zu haben. Papst Xi! Ich habe meinen Haushalt instruiert, vorsichztig zu sein, wem sie die Tür öffnen. Keine Straßenhändler, keine Hausierer, keine Gehirnwäscher. 

Für mich hat PF im Hinblick auf den Usus deterior des Römischen Ritus ein neues Problem geschaffen. Er hat ihn ideologisiert...hat ihn in zu einem Symbol von etwas anderem gemacht, als es war ... hat es zu einem signum effifax seines eigenen persönlichen Verabscheuens der Großen Tradition und Hasses gewisser Leute gemacht. Ich muß darüber nachdenken, welche Implikationen dieses beunruhigende Aufzwingen einer neuen Bedeutung für mich hat. 

[neuer Gebrauch...ich experimentiere

UA - Usus Authenticus

UD - Usus Deterior ]

Quelle; liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

Traditionis Custodes: Ein anderer Tag wird kommen. Sei mutig kleine Herde!

Rorate Caeli veröffentlicht den Kommentar von Erzbischof Thomas E.Gullickson zu "Traditionis Custodes".  Lesen! Hier geht´s zum Originaal: klicken

"ZUM EDIKT GEGEN DIE TRADITIONELLE MESSE, " ES GEHT UM DIE GEWALT": "WARUM SOLLTE IRGENDWER, DER VORGIBT ZUR KIRCHE CHRISTI ZU GEHÖREN, AUF DIE LÄMMER EINZUSCHLAGEN?" ( VON ERZBISCHOF THOMAS E. GULLICKSON)

Nach der Absage der Pontifikalmesse im Nationalheiligtum der Vereinigten Staaten, die er am 14. August  2021zelebrieren wollte, hat Erzbischof Thomas Edward Gullickson, der frühere Nuntius des Hl. Stuhls in mehreren Ländern, zuletzt- bis vergangenes Jahr- in der Schweiz-hat in seinem persönlichen Blog die folgenden zwei Bemerkungen notiert:

28. Juli: 

 -Das Paulus-Insitut hat eine maßvolle Erklärung über seine Enttäuschung über das Verbot unserer geplanten Vigil-Messe zu Mariae Himmelfahrt in unserem National-Schrein durch den Kardinal von DC abgegeben. Daran haben sie gut getan und ihr Statement war richtig. Meine eigene Enttäuschung über diese bürokratische Absage an die besten Bemühungen guter Menschen ist nicht wirklich wichtig. Ich hätte dieses Zuammenkommen mit guten und gläubigen Menschen in Marias "Haus" in Washington geliebt und genossen. Es sollte nicht sein. Für mich persönlich -faßt es das zusammen. 

 -Als solches habe ich nichts zu sagen, was über das Statement das Paulus-Institutes hinausgeht, aber wenn ich dieses Bild von der Corpus-Christi-Prozession bei der Hl. Theologie-Konferenz im Juni in Spokane betrachte, frage ich mich, warum einige so bemüht sind, die Schafe zu zerstreuen Quare fremuerunt gentes... warum sollte irgendwer, der vorgibt zur Kirche Christi zu gehören, auf die Lämmer einprügeln?

In seinem gestrigen Artikel in der NY Times scheint Ross Douthta zu denken, daß jene, die das motu proprio als "Erfolg" bei diesem jüngsten Versuch, die Messe aller Zeiten zu unterdrücken, nicht alle möglichen Variablen zur Hand haben, die unsere Welt von der in Frankreich 1848 unterscheidet. Ich denke, ich weiß, wovon er spricht. 

Der Finanzskandal-Prozess im Vatican- und das Rechtsverständnis des amtierenden Papstes

A. Gagliarducci analysiert und kommentiert in seiner heutigen Kolumne für Monday in the Vatican  den ersten Tag des Vatican-Prozesses gegen 10 angeklagte früherer Mitarbeiter.
Hier geht´s zum Original:  klicken

PAPST FRANZISKUS, DIE SCHLÜSSEL ZUM VERSTÄNDNIS SEINES URTEILENS 

Der Prozess, der am 28. Juli im Vatican begann, wird nicht von kurzer Dauer sein. Das beweist die erste Anhörung, bei der alle Einsprüche der Rechtsanwälte der 10 Angeklagten präsentiert wurden, die 7 Stunden ohne Pause dauerte und bei der die Richter sich für während 1h und 20min im Beratungszimmer trafen. 

Man nennt es auch "Das Jüngste Gericht des Papstes" und auch wenn dieser Ausdruck sein marketing-Ziel verraten mag, ist er keineswegs übertrieben. Viel von der Glaubwürdigkeit des Pontifikates, das jetzt sein 8. Jahr erreicht hat, ohne eine der versprochenen Reformen erreicht zu haben, steht bei diesem Prozess auf dem Spiel. Vieles ist getan worden, aber alles unkoordiniert und auf unorganisierte Weise. Es gibt keine Reform. Es gibt viele kleine Reformen. Und dann ist da der Papst-ein einsamer Mann in der Verantwortung, der fest an der Spitze des Systems steht. 

Zur Zeit stehen wir an einem Wendepunkt des Pontifikates, das sich in einer Abwärtsphase zu befinden scheint, -auch der kürzlichen Operation von Papst Franziskus geschuldet, der uns im Alter von 85 zum ersten mal die mögliche Sterblichkeit des Papstes wahrnehmen ließ. 

Warum kann ein Zivilprozess ein Wendepunkt sein? Weil der Papst große Teile seiner Glaubwürdigkeit auf die Transparenz und die Finanzreform gesetzt hat. Mit wenig Erfolg. Die Reformen, die es bei Papst Franziskus gab, sind welche, die den festen, vor ihm  festgelegten Weg fortgesetzt haben.

Heute aber ist keiner der Protagonisten dieser Zeit der Reform mehr im Vatican. René Brülhart und Tommaso Di Ruzza, Präsident und Direktor der Finanzaufsicht sind nicht im Amt bestätigt worden- obwohl ihre Arbeit den Hl. Stuhl vor einem negativen Urteil durch das Moneyval-Komitee des Euroäischen Rates bewahrt hat und obwohl sie die schwierige Aufgabe gelöst haben, die laufenden Konten des IOR, der sog. "Vatican-Bank"- zu  überprüfen und neu zu ordnen. 

Nachdem der Papst die Untersuchungen beschloss, kehrten die Architekten der ersten Phase der Finanz-Reform in den Vatican zurück. Reformen, die auf Italien abzielten, bekamen nicht einmal grünes Licht von der FATF  (Financial Action Task Force). - Diese Reformen enthüllten die fehlenden Kenntnisse der internationalen Anti-Geldwäsche-Vorschriften. 

Wir sind zurück in der ersten Phase, die auch durch eine gewisse Nähe zu Italien gekennzeichnet ist. Aber es ist falsch, diesen Prozess durch die italienische Brille zu lesen. Das ist es, was die Vatican-Richter wollen, die gut-etablierte Karrieren in Italien haben oder hatten und die dieses Modell in die Leoninische Stadt bringen.

Alles auf Italien zu reduzieren bedeutet, den fundamentalen Schlüssel zum Prozess nicht zu verstehen: der Bezugspunkt für diese Verbrechen ist nicht Rom sondern Straßburg und Brüssel. Weil in Straßburh und Brüssel die internationalen Standards festgelegt und als Norm etabliert werden. Dort wird festgelegt, on die Menschenrechte rfespektiert werden und ob es einen fairen Prozess gibt.

Sonntag, 1. August 2021