Freitag, 16. Oktober 2015

Antonio Socci & der "Brief der 13"

Wie alle anderen Vaticanisti hat sich auch Antonio Socci im "Libero" Gedanken über den Brief der 13 Kardinäle gemacht, der am vaticanischen Himmel doch für heftige Turbulenzen und einen Wettstreit diverser Verschwörungstheorien gesorgt hat. Wir haben seinen Artikel bei rorate caeli gefunden, klicken   Dank dafür!

"DIE HINTERGRUNDGESCHICHTE ZUM "EXPLOSIVEN BRIEF DER 13 KARDINÄLE, WAS ER BEDEUTET-UND WAS BEI DER SYNODE UND IN DER KIRCHE PASSIEREN WIRD" 

"Der Brief der 13 Kardinäle an den Papst gegen die "Erstickung" der Synode und Bergoglios modernistische Thesen ist ziemlich sensationell, besonders wegen der Autorität seiner Unterschreiber.
Was dann passierte, um den Brief zu diskreditieren und seinen explosiven Inhalt zu verschleiern, muß erzählt werden.
Zuerst wurde der Brief als Zeichen einer Atmosphäre der Verschwörung der sogenannten Konservativen (also mit anderen Worten- der richtigen) Katholiken abgetan.
Marco Tosatti, ein ernsthafter und unanbhängiger Vaticanist, bemerkte zu Recht, daß ein privater Brief an den Papst mit Namen und Nachnamen, die transparenteste, loyalste und mutigste Sache ist, die wir kürzlich im Vatican gesehen haben (wenn man bedenkt, daß Bergoglio selbst -zumindest in Worten- um Offenheit bittet). Das ist das genaue Gegenteil einer Verschwörung. In der Tat hat er (der Brief), wie Tosatti sagt, den zahlreichen Verschwörungs-und Rebellions-schreibern eine goldene Gelegenheit verschafft.
Inzwischen erfahren wir- was verborgene Dinge angeht -von der deutschen "Tagespost" , daß es Papst Franziskus ist, der in Santa Marta seine eigene "Schattensynode" hat, der die Steuerung der offiziellen Synode obliegt.

Was die Verwirrung befeuerte, war das Leugnen von vier der 13 unterschreibenden Kardinäle.
Was war passiert?Am Montag Abend bestätigte Kardinal Pell durch einen Sprecher, daß der Brief von ihm und anderen Kardinälen unterschrieben worden war und fügte hinzu, daß es ein privater Brief sei, der von ihnen nicht veröffentlicht worden war. Außerdem erklärte er, daß in dem von Magister veröffentlichten Text "Fehler seien -sowohl im Inhalt als auch in der Liste der Unterschriften."
Montag Nacht erfuhren wir dann, daß das amerikanische Jesuiten-Magazin (mit progressiver Tendenz) bestätigte, daß er Brief von 13 Kardinälen unterschrieben worden sei, allesamt Synodenväter, und eine Liste mit 4 neuen Namen veröffentlichte- den richtigen-anstelle der 4 falschen, die zuvor geleugnet hatten, den Brief unterschrieben zu haben. Darüberhinaus bestätigte das Jesuiten-Magazin den von Magister veröffentlichten Text, ebenso wie es Elizabetta Piqué, Biographin und persönliche Freundin von Papst Franziskus in der in Buenos Aires erscheinenden "La Nacion" tat, die auf viele glaubwürdige Quellen zurückgreifen kann.


Gestern Abend hat Magister einen neuen Artikel veröffentlicht, in dem er diese zuverlässigen Bestätigungen zitiert und wiederholt, daß es 13 Unterschriften von Kardinälen (er rekonstruiert die korrekte Liste) gibt und daß der Text der selbe ist, den er zuerst veröffentlichte, auch wenn der an den Papst ausgelieferte Brief einige kleine Änderungen enthalten könne- in der Form  nicht im Inhalt."
Im folgenden Medienaufruhr entging der allgemeinen Aufmerksamkeit das Wichtigste: die Seltenheit eines solchen Dokumentes, unterzeichnet von anerkannten Autoritäten, Kardinalen, die viele Synodenväter repräsentieren, in dem sie das Instrumentum Laboris zerpflücken (die bei der 2014-Synode nicht angenommenen Punkte, deren Übernahme Bergoglio gesichert hatte- sind die kontroversteten)

Außerdem kritisieren die Kardinäle in ihrem Brief die neuen Prozeduren, die die laufende Synode ersticken (und versuchen, sie zu steuern). Der Brief drückt Bedenken über die Kommission aus, die die Schluss-Relatio erstellen soll, weil diese nicht von den Synodenvätern gewählt, sondern zur Gänze von Bergoglio nominiert wurde (alles Leute, die ihm angenehm sind).
Außerdem drückt der Brief auch Sorgen darüber aus, daß die Synode, die von Benedikt XVI zur Verteidigung der Familie einberufen worden war, damit endet, über die Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zu streiten: etwas, sollte es akzeptiert werden, das die gesamte Ehe-und Sakramentenlehre zusammenstürzen lassen würde.
Am Ende des Briefes steht auch eine dramatische Warnung- und, auch wenn sie in respektvoller Sprache geschrieben ist- sie klingt alarmierend- indem gesagt wird, daß am Ende des Weges, den Bergoglio in Nachahmung der europäischen protestantischen Kirchen eingeschlagen hat, der Zusammenbruch- mit anderen Worten- das Ende der Kirche steht.

In einer Erklärung vom nächsten Tag, gab Kardinal Pell zwei weitere wichtige Neuigkeiten darüber bekannt, was bei der Synode vorgeht. Die erste paßt genau zu dem, was er am letzten Sonntag in dieser Zeitung schrieb. nämlich, daß die Kasper-Bergoglio-Linie in der Minderheit ist.
In der Tat sagt Pell: "Es gibt eine große Übereinstimmung zu den meisten Punkten, aber es gibt augenscheinlich einige Meinungsverschiedenheiten, weil es eine Minderheit gibt, die die Lehre der Kirche zur richtigen Disposition zum Empfang der Kommunuion ändern will. Natürlich gibt es keinerlei Möglichkeit, die Lehre zu ändern."

Die andere Neuigkeit von Pell- sogar in sanfter Sprache ausgedrückt- ist diese: "Es gibt immer noch Sorgen unter den Synodenvätern über die Zusammensetzung des Komitees, das beauftragt ist, die Schluss-Relatio zu erstellen und über das Procedere, mit dem sie den Synodenvätern zur Abstimmung vorgestellt werden wird." Die Kontroverse dreht sich jetzt nur darum. Die Absicht, das ist jetzt sehr klar, Bergoglios ist, die Synode zu den Schlußfolgerungen zu drängen, die er will, um eine Legitimation zu haben, Kaspers Ideen in die Kirche einzuführen, vielleicht sogar in verdeckter Form- auf dem Weg, auf dem er durch das Motu Proprio die Scheidung einführte. Deshalb hat Bergoglio, der entdeckte, daß die Mehrheit bei der Synode katholisch ist, unglaublicherweise Fragen über die Schlussrelatio gestellt, die in jedem offizeillen Programm der Synode als deren Resultat beschrieben wird.

Als er die Bestürzung gesehen hatte, die die Regeländerungen der Synode verursachten, ließ er am nächsten Tag durch Pater Lombardi  bekannt geben, es werde eine "Relatio finalis" geben, aber er, Bergoglio, werde entscheiden, was damit zu tun sei und ob sie veröffentlicht werde.
Später erfuhr man, daß es wohl eher keine Relatio sein werde, die denen vergangener Synoden ähnelt, in denen über die einzelnen Propositionen abgestimmt wurde, sondern ein vager Text, über den en bloc abgestimmt wird- "friß oder stirb".  Eine Methode den Katholischen Teil in die Ecke zu manövrieren, mit generellem Bezug auf die Barmherzigkeit, die dann als grünes Licht für die Revolution interpretiert werden könnte.
In der Realität ist daran zu erinnern, daß kein Papst die Macht hat, das Gesetz Gottes und die Katholische Lehre auf den Kopf zu stellen, außer er will der Häresie und damit dem Ende verfallen.

Eher -wie ein wichtiger Kardinal bei der 2014-Synode sagte- könnten und sollten die Themen, die heute zur Debatte stehen und die bereits von der Kirche feierlich auf der Basis der Hl. Schrift definiert wurden-nicht in Frage gestellt werden, weil der Papst nicht tun kann, was er will- im Gegensatz zu dem, was viele glauben.

Ganz wie Benedikt XVI bei seiner Inaugurationsmesse am 7. Mai 2005 sagte:
"Der Papst ist kein absoluter Monarch, dessen Gedanken und Wünsche Gesetz sind. Im Gegenteil, das Amt des Papstes ist es, den Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort zu garantieren. Er soll nicht seine eigenen Ideen verkünden, sondern sich und die Kirche dauerhaft an den Gehorsam zu Gottes Wort binden, gegen jeden Versuches es anzupassen oder zu verwässern und gegenüber jeder Form von Opportunismus.(....) Der Papst weiß. daß er bei seinen wichtigen Entscheidungen an die große Gemeinschaft des Glaubens aller Zeiten gebunden ist, an die bindenen Interpretationen, die sich während der Pilgerschaft der Kirche auf der Erde entwickelt haben. So ist seine Macht nicht ein Darüberstehen sondern ein Dienen-gegenüber dem Wort Gottes. Es ist ihm aufgetragen, zu sichern, daß dieses Wort in seiner Größe präsent bleibt und in seiner Reinheit wiederklingt, sodaß es nicht durch ständige Änderung in seinem Gebracuh in Stücke gerissen wird."

Das ist die richtige Interpretation der "Macht zu binden und zu lösen", die Christus Petrus gab- ein Vers des Evangliums, der in diesen Tagen von der Bergoglio-Partei falsch eingesetzt wurde, fast so, als könne der argentinische Papst tun und lassen, was er wolle.

Der verehrungswürdige Bruno Lanteri, der ein großer Verteidiger des Papsttums war, erklärte in seinem Buch sehr klar: "Mir wird erzählt, dass der Hl. Vater alles tun kann "quodcumque solveris, quodcumque ligaveris...". Es stimmt, aber er kann nichts gegen die Göttliche Konstitution der Kirche tun. Er ist der Vikar Gottes, aber er ist nicht Gott, und er kann das Werk Gottes nicht zerstören."

Quelle. A. Socci, Libero, rorate caeli
  

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