Donnerstag, 1. Oktober 2020

Ratzinger-Schülerkreis: die Kardinäle Woelki und Ladaria erteilen den Reformideen des Synodalen Weges und der Forderung nach einem Weiheamt für Frauen eine klare Absage

Andrea Gagliarducci berichtet für acistampa über die Reden, die die Kardinäle Woelki und Ladaria bei der diesjährigen Tagung des Ratzinger-Schülerkreises in Rom gehalten haben - mit einer klaren Absage an die Reformideen des Synodalen Weges und an die Forderung nach einem Weiheamt für Frauen. Hier geht ´s zum Original:   klicken

"WAHRHEIT UND TRADITION-BEGINNEND BEI DEI VERBUM. LADARIAS UND WOELKIS GESICHTSPUNKTE"

 Beim Ratzinger Schülerkreis haben die beiden Kardinäle einen wichtigen Punkt des Denkens Benedikts XVI angesprochen. Der viel über die heutige Kirche aussagt."

"Manchmal scheint es so, als ob die Wahrheit unseres Glaubens als Drohung wahrgenommen wird" hat Kardinal Rainer Maria Woelki, der Erzbischof von Köln unterstrichen. Ein Echo kam von Kardinal Luis Ladaria, dem Präfekten der Glaubenskongregation: "Am Anfang des Christentums stand keine ethische Entscheidung oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit Jesus Christus." 

Ausgangspunkt für beide ist "Dei Verbum", die dogmatische Konstitution des II.Vaticanischen Konzils zur Göttlichen Offenbarung und vor allem der Kommentar dazu von Joseph Ratzinger. Die Gelegenheit bot das Treffen des Ratzinger-Schülerkreises, das Symposium der Ex-Schüler Benedikts XVI, das am vergangenen 26. September in öffentlicher Form stattfand. Die Gelegenheit auch -aber auf kritische Weise- auf die Gegenwart der Kirche zu schauen.

In Kardinal Woelkis Bericht gibt es einen " Steinernen Gast ": diesen synodale Weg, der in Deutschland begann, mit dem Ziel, neue Formen der Lehre über Frauen und Homosexualität zu finden, und deren Schlussfolgerungen er wiederholt abgelehnt hat.

Das schlechteste Ergebnis dieses Weges, sagte der Kardinal, wäre "wenn er zur Spaltung führen würde und daher außerhalb der Kirche, außerhalb der Gemeinschaft der Kirche", was die Verfassung von "so etwas wie der deutschen Nationalkirche" wäre und deshalb wäre das beste Ergebnis eine echte Reform..

Insbesondere hält sich Kardinal Woelki bei einigen Behauptungen des Arbeitstextes auf, insbesondere bei "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche", in der betont wird, daß "sich ihre Vielfalt nicht zuletzt aufgrund der Notwendigkeiten und pastoralen Bedürfnisse entwickelt hat “und daß aus diesem Grund geprüft werden, welche neuen Dienste und Ämter geplant werden sollten “.


Kardinal Woelki kommentiert: "Wenn man annimmt, daß der Handelnde in dieser historischen Entwicklung Gott ist, der Seine Kirche durch den Hl. Geist führt, dann ist das richtig. WENN man die historische Interpretation nimmt und die Gründe für diese Entwicklung als rein menschlich, säkular und intrinsich ansieht, ist das falsch

Deshalb - fährt der Erzbischof von Köln fort- "muß klar sein, daß die Frage nach neuen Ämtern nicht ein Ergebnis gegen Schrift und Tradition sein kann. in denen Gott selbst und sein Wille für uns offenbart werden." 

Jedoch bemerkt der Kardinal dann, daß die Tradition der Kirche durch in dem Dokument, das bewußt die Ordination von Frauen vorzubereiten scheint. übersehen wird und daß "sollte das fehlschlagen, neue Ämter geschaffen werden könnten, nicht weil sie auf besondere Bedürfnisse eingehen, sondern als Reaktion auf Empfindlichkeiten, weil viele den Ausschluss von Frauen von den Weiheämtern als schmerzhaft und ungerecht empfinden." 

Bleibt der Verdacht, daß der Synodale Weg einr Art Trojanisches Pferd ist "um die lange gehegten Wünsche zu realisieren" und daß wahrscheinlich "die Tradition und die allgemeine Interpretation der Kirche eher gefährdet,  als daß echte Antworten geuinden werden, die der Realität des Lebens gerecht werden- wie die Wahrheit der Offenbarung." 

Kardinal Ladaria seinerseits hat sich auf die "Fundamente des Glaubens und der lebendigen Tradition der Kirche" konzentriert. Er hat unterstrichen, daß "wenn wir die Fundamente unserer Überzeugungen suchen, wir notwendigerweise Natur und Eigenschaften der Offenbarung untersuchen müssen, weil der Glaube nur die Antwort auf sie ist." 

"Die Heilsoffenbarung, die ihren Höhepunkt und ihre Erfüllung in Christus hat, ist an alle Menschen gerichtet. Jeder kann sie empfangen und mit Glauben beantworten."

Kardinal Ladaria hat insbesondere unterstrichen, daß das "Lehramt der letzten Jahre vom Glauben als Geschenk des Selbst an Gott ist" spricht und dem Glauben -erklärt das II. Vaticanische Konzil- gehorcht man, der Mensch soll sich völlig und freiwillig Gott schenken." 

Ladaria bekräftigt: "Das Leben der Kirche ist ein Element der Tradition. Die Kirche kommuniziert, was sie ist und an was sie in ihrer Lehre, in ihrem Leben und in ihrem Kultus glaubt." 

Und der Fortschritt der Tradition erklärt, daß "das Verständnis für die übermittelten Dinge und Worte wächst", es handelt sich dabei prinzipiell um das Anwachsen des Verstehens nicht nur der Worte sondern auch der Dinge, die überliefert wurden,." Es gibt also eine Entwicklung der Kirche, die auch Tradition ist, "Gott kann immer noch durch den Geist zur Kirche, seiner Braut- sprechen, aber "es ist das zunehmende Verstehen dessen, was die Kirche glaubt und dessen was ist, die Kräfte der Tradition, die die Kirche zur eschatologischen Fülle bringen." 

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß es keine praktischen Antworten gibt, die zu einem echten Bruch mit der Tradition in der Kirche führen. Die Tradition wird auf unterschiedliche Weise gesehen und verstanden, aber sie bleibt, was sie ist. Auch hier scheint jede Art von praktischer Lösung, um auf die Empfindlichkeiten der Zeit zu reagieren, sich als völlig losgelöst vom Wesen der Kirche zu zeigen.

Quelle: acistampa. A.Gagliareducci 

1 Kommentar:

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier: Während die Progressisten Fakten schaffen (Abu Dhabi-Strukturen, Kooperationen UNO-Kirche, Synodaler Weg etc.) machen sich die „Konservativen“ einen Kopf über Texte und plaudern z.B. im Synodalen Weg munter mit. Sie realisieren nicht, dass inhaltliche (auch harsche) Kritik wie von Bischof Voderholzer (Niveau des Synodalforums) oder Kardinal Woelki („einseitiges Zitieren und Auslassungen") nur die Illusion eines „offenen, tabulosen Meinungsaustausches“ innerhalb der Gremien untermauert. Jede Kritik, die innerhalb des Synodalen Weges geäußert wird, dient den Progressisten als willkommenes Feigenblatt, mit dessen Hilfe der Öffentlichkeit - trotz feststehender Zielvorstellungen - eine Art „Pseudopluralismus“ vorgegaukelt werden kann. Motto: Es wurde harte Kritik vorgebracht und die haben wir in die Beschlüsse einfließen lassen (was dann natürlich nicht stimmt).

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