Mittwoch, 4. November 2020

Lügen & Diplomatie

R. Cascioli kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana einen neuen Text von Msgr. Viganò zum aktuellen Vorgehen der vaticanischen Diplomatie.
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"WENN DIE DIPLOMATIE SICH VON LÜGEN NÄHRT" 

"Ein neues Statement von Msgr. Carlo Maria Viganò  wirft erneut ein Licht auf die außeroredntliche Karriere von Msgr. Edgar Pena Parra, die Nr. 2 des Staatssekretariates - gefolgt von Vorwürfen wg. Homosexualität, Mißbrauch und Korruption. Aber das Geschehen geht weit über den persönlichen Fall hinaus...

Msgr. Carlo Maria Viganò hat es noch einmal versucht: mit einem langen, italienischen Brief, den Aldo Maria Valli, Ex-Nuntius in den USA und großer Ankläger des Papstes in der causa McCarrick, auf seinem blog veröffentlicht, in dem er das Dossier über die Nr.2 des Staatssekretariates, den Venezuelaner Edgar Pena Parra, erneut vorlegt, der die Stelle von Kardinal Angelo Becciu übernommen hat, der jetzt in Ungnade gefallen ist. 

Wir haben gesagt, daß er sie uns erneut vorlegt, weil Viganòs Vorwürfe gegen Pena Parra- wg. Homosexualität, sexuellen Mißbrauchs und Korruption- auf die Zeit von Juni 2019 zurück gehen, als er detaillierte Aussagen dazu in einem Interviuew mit der Washington Post veröffentlichte. Die Zeitung beschloss, diesen Teil des Interviews nicht zu veröffenbtlichen, versprach aber das später, nach weiteren Untersuchungen zu tun. Etwas, was dann nicht passierte. Deshalb tat Msgr. Viganò das im folgenden Juli selbst, als er bei LifeSiteNews einen langen Artikel veröffentlichte. 

Obwohl die sehr detaillierten Anschuldigungen sehr schwerwiegend waren, wurden sie im Wesentlichen von den großen Zeitungen und insbesondere vom Hl. Stuhl ignoriert, Jetzt, -fast eineinhalb Jahre später- legt Msgr. Viganò sie erneut vor- dieses mal jedoch um das offizielle Narrativ des Hl. Stuhls- geschaffen von der vaticanischen Kommunikationsabteilung und von den großen säkularen Zeitungen gern übernommen- vom Papst-Superman, zu widerlegen, der allein gegen das Böse und die Korruption in der römischen Kurie kämpft. Eine Geschichte, die nach der causa Becciu im großen Stil neu aufgelegt wird, um diese Verurteilung ohne Prozess zu rechtfertigen und das Bild vom tyrannischen und launischen Papst -eher ein Peron als ein guter Hirte- zu korrigieren. 

Viganòs Zeugnis ist auch deshalb interessant, weil es direkt sowohl Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin als auch Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga betrifft, - den Koordinator des Kardinalrates, der den Papst bei der Reform der Römischen Kurie unterstützt. Beide werden beschuldigt, den Aufstieg von Pena Parra begünstigt zu haben und - was Maradiaga angeht- bei seinen Vergehen Komplizen gewesen zu sein. 


Aber der Punkt ist : "Wer glaubt, daß diese Entfernung [von Kardinal Becciu] dazu dient, der Korruption iu der römischen Kurie entgegen zu treten- schreibt Msgr. Viganò- wird bestürzt sein, zu erfahren. daß derjenig, der das Amt von Becciu als Substitut übernommen hat, der die Katastrophen der Misswirtschaft und Intrigen von Becciu ausbügeln soll - genau so ist -und sogar noch erpressbarer als sein Vorgänger. Diese Erpressbarkeit ist unabdingbare Voraussetzung, um von denen manövriert werden zu können, die sich als Reformer der Kurie und Bestrafer eines nicht weiter definierten Klerikalismus präsentieren und die aber de facto von korrupten und unmoralischen Charakteren umgeben sind, die sie fördern, und die die Ermittlungen, die sie betreffen, vertuschen.

Mit anderen Worten, es findet keine Säuberungsaktion statt sondern nur ein interner Banden-Kampf zwischen Personen, die gleichermaßen kompromittiert wie erpreßbar sind. 

Tatsächlich hat die Tatsache, daß der Heilige Stuhl als Ersten Kardinal Maradiaga schickte, um die moralischen Gründe für Beccius Rauswurf zu erläutern und die Linie der Antikorruptionsarbeit des Papstes zu erklären, - in einem  Interviews mit Repubblica und Stampa - einen gewissen Eindruck hinterlassen- wenn er im kleinen Freundeskreis von Papst Franziskus über dessen Charakter spricht: auch hier Korruption und Vertuschung von sexuellem Mißbrauch in seiner Diözese. 

Aber die Stellungnahme, die am meisten verblüfft, ist die des Staatssekretärs Kardinal Parolin. Wenn Msgr. Viganòs Text an seine Verantwortung für die außergewöhnliche Karriere eines umtrittenen Charakters wie Pena Parra erinnert. kann man seine Rolle bei den aktuellen Ereignissen nicht vergessen: das Abkommen mit China und den Brief an die Nuntiaturen mit der Erklärung der Worte des Papstes über gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Was China angeht, genügt es an die Worte des Bischofs em. von Hong Kong, Kardinal Josephs Zen zu erinnern, der der Welt die Lügen von Kardinal Parolin zur Lage in China um das Abkommen zu rechtfertigen, offenbarte. Und was die gleichgeschechtlichen Partnerschaften betrifft, haben wir bereits kommentiert, daß der "Flicken schlimmer ist als das Loch". Vor allem aber stört die Lüge zur Tatsache, daß die Zustimmung zur zivilrechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften die Lehre nicht untergraben würde. 

Bei den einfachen katholischen Gläubigen kann die systematische Anwendung von Lügen und Listen, um Entscheidungen für politische Schritte und für Personen zu rechtfertigen, nur Verlegenheit hervorrufen. Bei allen diesen Ereignissen wird weit über den nachvollziehbaren Gebrauch diplomatischer Sprache und Aktionen hinaus gegangen. Aber etwas, das peinlich ist, wird dramatisch, wenn man bedenkt, daß er um den Glaubensinhalt (HS-Partnerschaften) und die Bedeutung von Zeugnis und Martyrium (siehe China) geht. "

Quelle: R. Cascioli, LNBQ 

 

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