Samstag, 14. November 2020

Ökumene in Zeiten der Herausforderung durch Migration und Flüchtlingsströme

A. Gagliarducci kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana die aktuellen Bemühungen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen um Fortschritte in der Ökumene.  Hier geht´s zum Original: klicken

"ÖKUMENISMUS, DREI INITIATIVEN UND ZWEI DOKUMENTE IN ARBEIT" 

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen arbeitet an drei Initiativen und zwei Dokumenten, die die ökumenische Zusammenarbeit weiter entwickeln sollen.

Drei Initiativen des Lenkungsausschusses für den orthodox-katholischen Dialog, zwei Veröffentlichungen der Gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen der katholischen Kirche und dem Ökumenischen Rat der Kirchen: das sind die nächsten Schritte des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, um neue Brücken des Dialogs zu finden.

Der Lenkungsausschuss für den katholisch-orthodoxen Dialog der Pro-Oriente-Stiftung fand virtuell am 6. und 7. November 2020  statt. Die Katholische Kirche wurde bei dieser dritten Sitzung von Pater Hyacinthe Destivelle O.P. , Mitarbeiter der Orientabteilung des 2018 gegründeten  Pro-Oriente-Dicasteriums, repräsentiert. 

Das Komitée setzt sich aus 16 katholischen und orthodoxen Theologen zusammen und das Ziel ihrer Initiative ist eine katholisch-orthodoxe Wiederannäherung. Zur Zeit gibt es drei Arbeitsgruppen, die Projekte zur Annäherung der Katholischen und der Orthodoxen Kirche fördern. 

Die erste ist die Gruppe "Heilung der Erinnerung" . Dieser Gruppe beschäftigt sich besonders mit sensiblen historischen Fragen in der Beziehung zwischen Orthodoxen und Katholiken- mit besonderer Betonung auf einigen besonderen Situationen im Mittleren Osten, dem Balkan und Osteuropa. 

Die zweite Arbeitsgruppe nennt sich "Verbindende Dialoge" und soll eine Datenbank einrichten, die Informationen und Dokumente zu den zwischen Katholiken und Orthodoxen in aller Welt begonnnen Dialogen sammelt und diese Dialoge zur Verfügung stellt. 

Die dritte Gruppe nennt sich "Rezeption und Inspiration". Diese Gruppe hat verschiedene Projekte vorgeschlagen, die die Rezeption der bei den Dialogen in der Gesesllschaft gesammelten Resultate erleichtern soll. 

Das sind drei sehr wichtige Arbeitsgruppen, die sich auf diese essentiellen Fragen konzentrieren. Vor allem in Osteuropa, wo die Orthodoxen Kirchen oft politisch genutzt und die Katholischen Kirchen auf dem Territorium sogar "absorbiert" wurden, ist das Thema der Heilung des Gedächtnisses von wesentlicher Bedeutung. Der bekannteste Fall ist der der Pseudosynode von Lemberg in der Ukraine. Die Erinnerung zu heilen bedeutet, den Holzwurm der Verfolgung beiseite zu legen und zur Ausgangssituation zurückzukehren, aber das sieht auch die Rückgabe der Kirchen an die Katholische Kirche vor, die später an die Orthodoxen gingen. Das wird nicht leicht werden. Darüber wird auf der vierten Sitzung des Ausschusses, die 2021 in Wien stattfinden soll, weiter gesprochen werden. 


Im Umfeld der neuen ökumenischen Initiativen sind bei der Gemischten Arbeitsgruppe der Katholischen Kirche und des Ökumenischen Kirchenrates zwei neue ökumenische Initiativen in Arbeit. Die gemischte Gruppe, die 1965 als eine der ersten Früchte des II. Vaticanischen Konzils gegründet wurde, ist immer ein Katalysator der theologischen Diskussion und der praktischen Zusammenarbeit gewesen. 

Die beiden Dokumente sind "Der Frieden ist ein Schatz für alle- eine ökumenische Überlegung zur Errichtung des Friedens in Konflikt-und Gewaltsituationen " und "Migranten und Flüchltinge- ökumenische Herausforderung und Chance".  Beide antworten auf die Notwendigkeit, daß die christlichen Konfessionen sich in praktischen Situationen mit ihren gemeinsamen Werten vereinen müssen.

Über diese beiden Dokumente wurde am 6. November bei einem online-Treffen der gemischten Gruppe diskutiert. 

Der Ökumenische Kirchenrat wurde von Nifon di Târgovişte, Mitglied des Zentralkomitées der CEC und Co-Moderator der Gemischten Gruppe vertreten, von Rev.do Odair Pedroso Mateus, dem Vizepräsidenten ad interim und Direktor von "Glaube und Verfassung", von Dr. Vasile Octavian Mihoc, Direktor des Programms für die Ökumenischen Beziehungen und Co-Sekretär der Gruppe. 

Die Katholische Kirche wurde von Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin, Co-Moderator der gemischten Arbeitsgruppe, von Bischof Brian Farrell, Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, von Msgr. Juan Usma Gómez und von Rev.do Andrzej Choromanski, Co-Sekretär der  gemischten Arbeitsgruppe vertreten

Während der aktuellen Arbeitsperiode, die 2014 begann und mit dem nächsten, für 2022 vorgesehenen Treffen enden wird, hat sich die Gemischte Arbeitsgruppe auf die Rolle der Kirchen im Kampf gegen Gewalt und für die Förderung des Friedens und auf die ökumenischen Herausforderungen und Chancen durch Migranten und Flüchtlinge konzentriert. "

Quelle: A. Gagliarducci, LNBQ

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