Montag, 2. November 2020

Papst Franziskus ernennt Erzbischof Tomasi zum päpstlichen Spezialdelegierten beim Malteser Orden

Hannah Brockhaus berichtet für CNA über die Ernennung von Erzbischof Tomasi zum Spezialdelegierten beim Malteser Orden.
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"PAPST FRANZISKUS NOMINIERT ERZBISCHOF TOMASI ALS DELEGIERTEN BEIM MALTESER ORDEN" 

Als Spezialdelegierter beim  Malteser Orden wird Erzbischof Tomasi mit dem neuen Großmeister zusammen arbeiten, der am 7. November in Rom gewählt wird. 

S.E. Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Hl. Stuhls bei den UN in Genf, gehörte zu den eingeladenen Experten bei einer vom Britischen Botschafter beim Hl. Stuhl Nigel Baker am 8. März 2012 in Rom anläßlich des Internationalen Frauentag veranstalteten Diskussion.

Papst Franziskus hat am Sonntag nach dem Rücktritt von Kardinal Becciu Erzbischof Silvano Maria Tomasi als seinen Spezialdelegierten beim Malteser Orden ernannt. 

In einem Päpstlichen Brief vom 1. November sagt Papst Franziskus, er habe den Amtsverzicht von Kardinal Becciu als Delegierter angenommen und an seiner Stelle Erzbischof Tomasi ernannt.

Erzbischof Tomasi, 80, wird bei einem Konsistorium am 28. November zum Kardinal kreiert. 2016 ging er nach 13 Jahren als Ständiger Beobachter bei den UN und speziellen Organisationen in Genf in den Ruhestand. 

Kardinal Becciu war seit Febraur 2017 der päpstliche Delegierte beim Souveränen Malteser Orden, seit er damit beauftragt wurde, die "spirituelle und moralische" Erneuerung des fast 1000-jährigen Ordens zu beaufsichtigen, der sich in einer Phase innerer Reform befand.

Nach Berichten, die ihn beschuldigten Millionen Euro aus Caritas- Fonds des Vaticans für spekulative und riskante Investitionen benutzt zu haben, hatte Papst Franziskus Kardinal Becciu dazu aufgefordert, als Präfekt der Heiligsprechungskongregation zurückzutreten und auf seine Rechte als Kardinal zu verzichten.

Erzbischof Tomasis Ernennung kommt in einer für den historischen Orden ausschlaggebenden Zeit, der sich-seit Papst Franziskus 2017 den Rücktritt der früheren Großmeisters Fra´ Matthew Festing erzwang-, in einer schleichenden konstitutionellen Krise befindet. 

Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem Fra´ Festing seinerseits 2016 den Rücktritt des Großkanzlers Albrecht Freiherr von Boeselager durchsetzte, nachdem bekannt geworden war, daß bei einem Hilfsprojekt des Ordens in Myanmar tausende von Kondomen verteilt worden waren. Boeselager bestand darauf, daß er nichts von der Verteilung der Kondome gewußt und daß er die beendet habe, sobald er davon erfuhr.

2017 wurde Boeselager als Großkanzler wieder eingesetzt und Kardinal Becciu als persönlicher Delegierter des Papstes ernannt, um die Reformen des Ordens zu beaufsichtigen - und so Kardinal Eaymond Burke in seiner Rolle als Kardinal-Patron zu verdrängen, der nur dem Namen nach auf seinem Posten blieb.

Kardinal Becciu sollte mit Fra´Giacomo Dalla Torre zusammen arbeiten, der zum Nachfolger von Festing gewählt worden war- zuerst vorübergehend und später dauerhaft - als der Orden sich auf eine Revision seines Regierungskodex und seiner Verfassung zubewegte- einschließlich der Revision der Rollen und Rechte der drei Ebenen der Ritter rund um die Welt. Dalla Toor starb dann im Mai. 

Am 7. November werden die Ritter des Souveränen Militärordens mit Profess ein Konzil des vollständigen Staatsrates abhalten, ein Treffen der Repräsentanten aus allen Provinzen und Rängen des Ordens , bei dem sie einen neuen Großmeisgter wählen werden. 

Im vergangenen Monat sagte Boeselager gegenüber CNA, daß "der päpstliche Delegierte nicht Teil der Ordensstruktur ist. Er ist der Repräsentant des Hl. Vaters, aber er ist nicht direkt in die  Leitungsarbeit des Ordens eingebunden." 


In seinem Brief vom 1. November an Erzbischof Tomasi sagte der Papst, daß er "sich aller notwendigen Befugnisse erfreuen wird, um jede Frage zu entscheiden, die sich aus der ihm anvertrauten Aufgabe ergeben mag, um den Eid des nächsten Grßmeisters entgegen zu nehmen und Sie werden mein einziger Ansprechpartner sein, für alles, was die Beziehungen zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem Orden betrifft." 

Erzbischof Tomasi, Italiener, wurde 1965 als Mitglied der Kongregation der Missionare des Hl. Karl Borromeo zum Priester geweiht. 

Er erwarb einen Doktortitel für Soziologie an der Fordham Universität in New York City. In den 1970-ern und -80-ern lehrte er in New York Soziologie und war Mitgründer des Zentrums für Migrations-Studien. 

1989 ernannte ihn Papst Johannes Paul II zum Sekretär des Päpstlichen Rates für die Pastorale Betreuung von Migranten und ....

Später diente er als Vatican-Diplomat, auf Posten als Apostolischer Nuntius in Äthiopien, Erithrea und Djibouti, bevor er zum Ständigen Beobachter ernannt wurde."

Quelle: H. Brockhaus, CNA 

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