Mittwoch, 6. Januar 2021

Fr. Hunwicke spricht

heute bei liturgicalnotes über das aufregende neue Jahr. und speziell über die bevorstehend Reise des Pontifex in den Irak und in die Heimat Abrahams. 
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"EIN AUFREGENDES JAHR..." (1)

weil der römische Pontifex es dem Hl. Joseph geweiht hat. Und weil PF in diesem Jahr als Pilger nach Ur in Chaldäa geht-um die Spuren Abrahams zu suchen. 

Möglicherweise hätte das Jahjr in einem verbindenderen Pontifikat auch Abraham geweiht werden können. (Da er im Römischen Martyrologium steht, müßte ich ihn wohl eigentlich den Hl. Abraham nennen). 

Wenn man das bedenkt, ist es seltsam, daß Abraham in der Lateinischen Kirche so wenig Kultus gewidmet wird. Jeden Morgen erinnern ihre treuen Priester im Kanon der Messe an ihn.: Abraham , unser Patriarch,  Sogar der Klerus des Novus Ordo erinnert zweimal täglich an ihn, bei den Laudes und der Vesper, in den Lobgesängen des Evangeliums, jeden Tag ihres Lebens. Wie angemessen: nach der Sintflut und der Schande Noahs war Abraham der Gerechte des Glaubens, in dem YHWH eine neue Menschheit schuf. Der authentische Römische Ritus feiert ihn am Quadragesima-Sonntag. Unser größter Theologe, der Hl. Paulus von Tarsus, hat Abrahams Bedeutung ausgelegt. Doch wann haben Sie zuletzt eine Kerze vor seinem Standbild angezündet? 

PFs Besuch in der Heimat unseres Gesegneten Vaters im modernen Irak biete zahlreiche wunderbare Gelegenheiten. Z.B.:

PF hat einige Sympathie für die Inkulturation liturgischer Kultur ausgedrückt, besonders im Amazonasgebiet. Ich teile die Auffassung, daß das mit Tränen enden wird, aber der Gedanke selbst hat zahlreiche ruhmreiche Vorgänger. Im Irak gibt es z.B. einen alten Chaldäischen Ritus, ein inkuuturierter Ausdruck von 2000 Jahren Zeugnis- martyrion. Er  wartet nur darauzf, daß ein Vikar Christi kommt und ihn feiert.  Addai und Mari und alles! Sicher wird PF diese Liturgie zelebrieren oder vielleicht- wie wir zu sagen pflegten- "vom Thron aus vorsitzen", während sein ehrwürdiger Bruder Patriarch Lois Raphael das Opfer zelebriert. Jede andere Möglichkeit wäre zu taktlos, um sie sich vorzustellen: daß ein besuchender Papst den Römischen Ritus an einem solchen Ort zelebrieren sollte, wäre ein Stück altmodischer Latinisierung. Das würde suggerieren, daß der Römische Ritus eine Art Primat über die anderen Riten hat, mit denen die Braut Christi so wundervoll geschmückt ist.  Es würde an die schlechten alten Zeiten erinnern, in denen spottende lateinische Priester und Prälaten die authentischen orientalischen Ausrucksformen des Glaubens als vorübergehende Zugeständnisse, Absurditäten verachteten, die nur den Ost-Gemeinschaften schrittweise den Weg erleichtern sollten, "richtige Katholiken" zu werden.

Aber es könnte etwas noch Schlimmeres geben als eine solche Taktlosigkeit.: wenn ein besuchender Papst den Römischen Ritus in der Form des Novus Ordo zelebierte. Das würde eine Bastard-Form dieser Liturgie bedeuten, eine Form die in den 1960-ern entstand- über jeden anderen Ritus, westlich wie östlich.- alt oder modern., Und das ist eine liturgische Form, die im Herzen Europas überwiegend von weißen Männern- von einer  und - Bitte Gott!. vorübergehenden Kultur geschaffen wurde. Das wäre wohl ein Akt eines diachronischen und synchronen Schismas; ein Herumtrampeln selbst auf dem Römischen Ritus in seiner authentischen Form. Ein Akt von überwältigendem europäischen, kulturellen und spirituellen Imperialismus scheußlichster Art. Kolonialismus in seiner schlimmsten Form- liturgisch ausgedrückt. 

Ich war PF gegenüber nicht immer unkritisch, aber sicher würde sogar er sofort das Unpassende eines solchen Lateinischen und Westlichen Triumphalismus erkennen. "

Quelle: liturgicalniotes, Fr. J.Hunwicke

  

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