Samstag, 24. April 2021

Mehr zum Responsum und zum drohenden Schisma

Steve Skojec kommentiert bei One-Peter-Five die deutsch-römische Kontroverse um die Segnung homosexueller Paare und das drohende Schisma über diese Frage und fragt sich, welche Position Papst Franziskus in deiser Frage einnehmen wird. 
Hier geht´s zum Original:  klicken 

"DER DRUCK WÄCHST AN, DAMIT DIE KIRCHE IHRE LEHRE ZU HOMOSEXUALITÄT ÄNDERT, WÄHREND DAS OFFENE SCHISMA DROHT." 

Es wird weiterhin Druck auf die Kirchenführer ausgeübt, um die Sprache der Katholischen Lehre zu ändern, die feststellt, daß homosexuelle Handlungen "in sich irregulär" sind und man ihnen "auf keinen Fall zustimmen kann"- ein Druck, von dem Kritiker glauben, daß er von einigen Gruppen und Einzelpersonen ausgeübt wird, um das sündige Verhalten in der Kirche zu normalisieren. 

Die deutschen Bischöfe, die mitten in ihrem zweijährigen Synodalen Weg sind, zu dem eine Neubewertung der Sexuallehre der Kirche gehört, sind die sichtbarste und jüngste Gruppe, die darauf drängt, die Lehre zu ändern, mit besonderer Betonung auf der Veränderungen der Sprache im Katechismus der Katholischen Kirche.

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte in einem Interview im Dezember, daß es Änderungen des Katechismus bzgl. der Homosexualität geben müsse und besonders, daß es darin Offenheit für die Segnung homosexueller Verbindungen gegen müsse, eine Möglichkeit, die im vergangenen Monat von der Glaubenskongregation abgelehnt wurde. 

Pater Christoph Behrens, ein Priester der deutschen Diözese Dresden, sagte, daß er glaube, daß die Sprache des Katechismus "von meinem pastoralen und theologischen Gesichtspunkt aus einfach peinlich ist". Der Priester, dessen Bischof  Heinrich Timmerevers ist, hat ihn gebeten, einen Dienst für Homosexuelle in seiner Diözese einzurichten und der im vergangenen September die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen befürwortete, fügte hinzu: "Man kann nur hoffen, daß nicht zu viele Leute diesen Unsinn lesen." 


Weitere Rufe nach Änderung der Sprache des Katechismus sind auch von amerikanischen Kirchenführern -einschließlich Kardinal Joseph Tobin- gekommen. Der Erzbischof von Newark, New Jersey, sagte 2019, daß die Sprache sehr unglücklich sei und fügte hinzu, daß er hoffe, daß die Kirche in der Diskussion andere Worte über Homosexualität benutzen werde, die ein bißchen weniger verletzend sind." 

Pentin zitiert einige andere, vorsehbarere Quellen der Agitation für diese Änderungen, wie James Martin. Andere, wie Kardinal Christoph Schönborn, der den  Katechismus in den 1990-ern editierte, sind kaum überraschender. Schönborn, der sich seit einiger Zeit in diese Richtung bewegt hat, sagte, daß "er denke, daß Homosexualität anderen sexuellen Sünden, wie Scheidung und Wiederverheiratung ähnelt und deshalb "nicht in sich schlecht ist". 

In Deutschland ist die Debatte über das kürzliche Verbot der Segnung schwuler Verbindungen durch die Glaubenskongregation - mit Zustimmung des Papstes- jetzt zu einer Art Protestbewegung geworden. Laut Luisella Scrosati von La Nuova Bussola Quotidiana haben um die 2500 deutsche Gemeindepfarrer und Diakone einen Tag des Segens für alle Liebenden- einschließlich homosexueller Paare festgelegt und "einige Bischöfe haben bereits bekannt gegeben, daß sie nicht die Absicht haben, die "rebellischen" Priester irgendwie zu bestrafen." Scrosati fährt fort: 

"-Und so hat -ohne große Umschweife- die klar schismatische Opposition für den kommenden 10. Mai einen Tag der Segnung für alle Liebenden--ganz klar einschließlich homosexueller Paare- Hauptstreitobjekt- organisiert. Organisation- natürlich im deutschen Stil: Erstellung einer website mit dem "sehr originellen" Titel : #liebegewinnt.de , über die es möglich ist, sich als Einzelperson oder als Pfarrei zu registrieren. Ebenfalls vorhanden ist die Google-Map mit Flaggen, um die Orte zu identifizieren, an denen Segensfeiern stattfinden können: ein Tipp für die sieben Engel der Kelche des göttlichen Zorns, das Ziel nicht zu verfehlen ...

-Nach den kritischen Äußerungen zum Responsum der Glaubenskongregation von Kardinal Reinhard Marx, vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Msgr. Georg Bätzing, vom Bischof von Osnabrück, Msgr. Franz-Joseph Bode und vom Münsteraner Weihbischof Msgr. Dieter Geerlings geht man nun zu Taten über. Und das tut man mit einer gezielten, offenen Polemik: "Angesichts der Weigerung der Glaubenskongregation homosexuelle Paare zu segnen, erheben wir die Stimme und sagen: wir werden auch in Zukunft die Paare begleiten, die eine stabile Beziehung haben und werden ihre Beziehung segnen. Wir werden ihnen nicht eine Segenszeremonie verweigern.

-Beim Unterstreichen der Segnung der Beziehungen geht es also um die ausdrückliche Ablehnung der zentralen Achse des Responsum vom 22. Februar, in dem festgelegt wurde, daß das Problem dieser Segnungen nicht bei einzelnen Personen liegt, sondern in den "stabilen Beziehungen oder Partnerschaften, die sexuelle Praktiken außerhalb der Ehe (d.h. außerhalb der unauflöslichen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, offen für die Weitergabe des Lebens) beinhalten, wie dies bei gleichgeschlechtlichen Verbindungen der Fall ist." (...)

Da sind diejenigen, die an der Hoffnung festhalten, daß Papst Franziskus diesen offenen Dissens ansprechen wird, besonders weil das CDF -Dokument als Reaktion seine direkte Zustimmung enthält. 

Aber- wie ich schon warnte, als die Entscheidung herauskam,- ist seine Bilanz bei diesem Thema alles andere als orthodox. 

In einem Bericht vom 13. April in "Church Militant", wurde auch enthüllt, daß Juan Carlos Cruz, ein Opfer des klerikalen sexuellen Mißbrauchs, den Franziksus früher in diesem Jahr zum Mitglied des Päpstliches Rates für den Schutz Minderjähriger ernannte, sagte, daß Franziskus "durch die Erklärung der Glaubenskongregation zur Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen "verletzt" sei, auch wenn sie seinen Namen trägt: 

- "Ich habe mit dem Papst gesprochen" berichtete Cruz der chilenischen Zeitung "La Tercera" in einem Artikel vom 10. April und fügte hinzu "ich möchte die Vetraulichkeit nicht verletzen, aber ich weiß, daß der Papst ein Mann ist, der dadurch sehr verletzt ist- obwohl er letztendöich dafür verantwortlich ist." 

Cruz war eines der Opfer des sexuellen Mißbrauchs durch Fr. Fernando Karadima in Chile. Franziskus hat die Vorwürfe, daß Juan Barros, ein Protegé von Karadima, Komplize beim Mißbrauch war, schlecht gehandhabt und Barros 2015 zum Bischof von Osorno ernannt. Mehrere Jahre und ein weltweites PR-Desaster später, traf sich Franziskus im Mai 2018 mit Cruz um sich zu entschuldigen. Während dieses Treffens sagte Franziskus zu Cruz, der ein offen homosexueller Mann ist "Gott hat dich so gemacht und liebt dich so und mich interessiert es nicht, der Papst liebt dich auch so. Du mußt glücklich sein, so wie du bist" In den folgenden Monaten, hat der Papst am Ende den Rücktritt von Barros akzeptiert, wie ich hier berichtet habe: 

"Cruz hat in seinem Interview mit La Tercera anerkannt, daß Franziskus dem Responsum bzgl. homosexueller Verbindungen zugestimmt hat und am Ende dafür verantwortlich ist, auch wenn er behauptet, daß der Pontifex dadurch "verletzt sei" und das gutmachen wird, Cruz sagte "Ich fühle, daß er diese Situation auf irgendeine Wiese bereinigen wird." 

Er führte aus: 

"Ich kenne die Details nicht, aber ich weiß. daß er das nicht unterschrieben hat. Trotzdem  ist das, was im Responsum genannt wird, die Verantwortung der CDF und wurde so oder so veröffentlicht. Das entschuldigt den Papst nicht, weil erfür alles verantwortlich ist.Der Papst, den ich kenne, kein Papst ist, der sich bzgl. der LGBT-Gemeinschaft auf diese Weise äußern würde- ganz im Gegenteil."

Cruz hat seine eigene Antwort auf das Responsum niedergeschrieben. Er hat einen Meinungsartikel "Who am I to judge?"verfaßt, bezugnehmend auf eine Äußerung des Papstes von 2013, die so verstanden wurde, daß er homosexuellen Verbindungen zustimme. In seinem Artikel drischt Cruz auf die CDF wegen eines angeblichen Doppelstandards ein: "Warum glauben diese Männer, daß sie das Recht haben, so verletzend die LGBT-Community mit Sätzen wie "Die Kirche kann nicht die Sünde segnen" zu diskriminieren."  Bitte? Von Segnungen ausgeschlossen? Haben wir keine Bischöfe gesehen, die Karadima segnen? 

Cruz spießt die Präfekten der CDF auf:

"Sie leben in ihrer eigenen Welt, weit entfernt von den Menschen und versuchen, das Nichtzuverteidigende zu verteidigen. Wir sehen in dieser monströsen Äußerung zu gleichgeschlechtlichen Verbindungen, die Langsamkeit bei der Untersuchung der Mißbrauchsverbrechen, ihren Mangel an Menschlichkeit und Wissen um das menschliche Leiden.Ich kenne hervorragende Leute bei der CDF, die daran arbeiten, der Katholischen Lehre gerecht zu werden und sie zu erklären. Aber unglücklicherweise haben die Präfekten den Stil von Torquemadas Inquisition, und tun, was sie wollen, um die Katholiken weiter ui verängstigen."

Alle Augen richten sich auf den Vatican, während diese Gefühle sich anhäufen. Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, wie der Papst antworten will." 

Quelle: S. Skojec, 1-Peter-5 

 

 

 

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