Sonntag, 21. Oktober 2012

Die Rückkehr des "Fanone"

Wer heute die Übertragung der Hl. Messe in Rom gesehen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, wie mir auch, daß er Hl. Vater eine Art gestreifter Mozzetta trug.
Wie ich im blog Cantuale Antonianum ( Dank dafür)  fand, handelt es sich um das Fanone, zuletzt 1984 gesehen, als Papst Johannes Paul II es trug.

Hier eine summarische Übersetzung und Zusammenfassung des italienischen Textes:

"Das Fanone wurde bereits im Ordo Romanus des VIII. Jahrhunderts erwähnt, erst ab dem 12. JH - nach einer Entscheidung Papst Innonzenz´  III  blieb es allein den Päpsten vorbehalten. Nach den Worten von Innozenz sollte es an die Paramente der alttestamentarischen biblischen Priester erinnern. Das Fanone ( zu seiner Zeit noch Orale genannt) so sagte er, sei dem Ephod des hebräischen Hohepriesters gleich."

"Romanus Pontifex post albam et cingulum assumit orale (fanone) quod circa caput involvit et replicat super humeros, legalis pontificis sequens, qui post lineam strictam et zonam induerunt ephod -id est superhumerale."
Innocentius III.De Myst.Missae,I,c.53 *


**


Bis ins 16. JH war es quadratisch, seither ist das Fanone rund.
Er gehört auch zu den Paramenten, mit denen ein verstorbener Pontifex bekleidet wird, wenn er in der Petersbasilika zum letzten Gruß der Gläubigen aufgebahrt wird."

Heute also trug der Hl.Vater es erstmals. Will er, wie der italienische Autor des Artikels glaubt, damit sagen: "Der Papst, das bin ich!" ?

Quelle: Cantuale Antonianum


* grobe und fragmentarische Übersetzung des lateinischen Textes
Der Römische Pontifex soll nach der Albe und dem Cingulum das Orale überziehen, das er über den Kopf zieht und über die Oberarme breitet, dem pontificalen Gesetz folgend (....) das ist der ephod.

** das Foto stammt aus dem blog  blog.messainlatino.it

Kommentare:

  1. Mit dem Fanon hat der Hl. Vater ein weiteres Parament zurückgeholt, dass während der Liturgiereform aufgegeben wurde. Dazu die schöne Kombination mit einer neogotischen Kasel. Wenn sich der Trend fortsetzt kriegen wir bald doch noch die Sedia gestatoria wieder zu sehen.
    Aus diesem Anlasss habe ich schnell eine kleine Fanonserie zusammengestückelt, zu sehen unter:
    http://demut-jetzt.blogspot.de/2012/10/best-of-fanon-in-farbe.html

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    1. Nachdem es auf der Sedia G. recht wankend und schaukelig zu sitzen sein soll ( Seekrankheit!) glaube ich das eher nicht, das wäre für einen älteren Herren, der sicher eh zu Schwindel neigt, unangenehmn- er hat ja das Rollpodest- aber vielleicht die Fächer aus Pfauen-und Straußenfedern? Ich werde wohl nie verstehen, wie man Paramente, die auf so alte Traditionen zurückgehen und ja auch die Wurzeln sichtbar machen ( Hoherpriester), einfach per Federstrich abschaffen konnte. Die Orthodoxen würden nie auf derlei Ideen kommen- sie sind stolz auf das Alter und die Würde ihrer Liturgie und ihrer liturgischen Gewänder ( die u.a. unter dem Motto stehen - für Gott ist das Beste & Schönste gerade gut genug) aber wer so grottenhäßliche Kirchen baut- hat wohl auch kein Auge für die Schönheit der Gewänder.

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