Mittwoch, 23. Juli 2014

Die Verfolgung der Christen im Irak und das Schweigen der Welt

Zur Ehre der französischen Presse hat sich der Figaro ausführlich diesem Thema gewidmet- schreibt Klartext und verzichtet, etwas was man als außergewöhnlich betrachten muß, auf alle multi-kulti-gutmenschlichen Beschwichtigungen, Euphemismen, so verlogenen wie leider üblichen Verniedlichungen und das auf der Titelseite.

                             

Der Leitartikel trägt den Namen "Das Golgatha der Christen im Irak" und darunter steht ein Editorial von Etienne de Montety mit dem Titel: "Ruhe. Wir verfolgen!", das sich in harten Worten mit dem Schweigen der Welt auseinandersetzt.
Es beginnt so: "Der Islamische Staat hat den Christen von Mossul den Krieg erklärt. Sie werden aufgefordert, das Kalifat zu verlassen oder sich der Ungläubigensteuer zu unterwerfen und Ziel öffentlicher Racheakte zu werden. Durch das "Nun" für Nazarener an ihren Häusern, als Jünger Christi zu Bürgern zweiter Klasse erklärt, die nur die Wahl haben, zu konvertieren oder durch das Schwert umzukommen" und endet mit der Frage, die genau so auch für uns gilt "Was muss passieren, damit die Welt Kenntnis nimmt? Müssen die Sommerferien zu ende sein, die Tour de France?....."

Wie eine Anklage liest sich die Überschrift eines weiteren Beitrages im Figaro:
"Warum soviel Gleichgültigkeit?"     klicken

Ein weiterer Beitrag trägt die Überschrift
: "Die Verfolgung der Christen.....Verbrechen gegen die Menschlichkeit"   klicken
"...En Irak, les actes commis par l'Etat islamique peuvent être considérés comme un «crime contre l'humanité». Ce sont les termes employés dimanche par le secrétaire général de l'ONU Ban Ki-Moon, qui a «condamné de la manière le plus ferme possible la persécution systématique des minorités en Irak par l'Etat islamique (EI) et les groupes armés qui lui sont liés»."
"Die Taten die im Irak vom Islamischen Staat ( gemeint ist sie ISIS) begangen werden, müssen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gewertet werden", sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon. der die systematische Verfolgung der Minderheiten durch die ISIS und die mit ihnen verbündeten bewaffneten Gruppen auf das Schärfste verurteilte."

Und der Artikel fragt : "Warum schaltet sich die UNO nicht ein?" 
Außer den Christen (vor der Einverleibung in das neue Kalifat lebten in Mossul 35.000 Christen, jetzt ist die Stadt christenfrei , was irgendwie stark an ein Vorbild aus unserer jüngeren Geschichte erinnert) werden von den islamischen Missionierern der ISIS auch Schiiten, Turkmenen und andere verfolgt, verschleppt, getötet.



Mark Fromager, der französische Leiter von "Kirche in Not" stellt im Beitrag "Warum so viel Gleichgültigkeit?"  fest:
 "C'est un grand mystère! Il ne s'agit pas que des chrétiens d'Orient. D'une manière générale, le sort des chrétiens dans le monde n'intéresse personne. Lorsqu'il s'agit de persécutions antichrétiennes, c'est la mélodie du silence! Est-ce parce que le christianisme n'est plus censé faire partie de la sphère publique? Faut-il y voir un lien avec le rejet de nos racines et de notre identité? (....)
 "Das ist ein großes Rätsel. Es geht nicht nur um die Christen des Orients. Generell interessiert das Schicksal der Christen in der Welt niemanden. Nachdem es sich um antichristliche Verfolgungen handelt, hören wir die Melodie des Schweigens!  Kommt das daher, daß das Christentum nicht mehr als Teil der Öffentlichkeitssphäre betrachtet wird? Muß man da eine Verbindung zur Ablehnung unserer Wurzeln und unserer Identität sehen?"
Und er berichtet, daß auch die Häuser der Schiiten von den Schergen des Kalifen mit einem besonderen Zeichen gekennzeichnet werden.

Unsere Übersetzung des Figaro- Editorials von Etienne de Montety

"Ruhe ! Wir verfolgen gerade!"
"Der Islamische Staat hat den Christen von Mossul den Krieg erklärt. Sie werden aufgefordert, das Kalifat zu verlassen oder sich der Ungläubigensteuer zu unterwerfen und Ziel öffentlicher Racheakte zu werden. Durch das "Nun" für Nazarener an ihren Häusern, als Jünger Christi zu Bürgern zweiter Klasse erklärt, die nur die Wahl haben, zu konvertieren oder durch das Schwert umzukommen"
Die Intoleranz wird nicht mehr verborgen. Sie wird durch den Häuptling Abu Bakr al-Bagdadi proklamiert, der sich selbst Ibrahim nennt.
Eine finstere Ironie. Ibrahim ist der arabische Name Abrahams, des Vaters der Gläubigen, der aus dem
Irak kam und in dessen Namen Muslime und Christen der Region zusammentreffen und in Frieden leben sollten.
Vor der amerikanischen Intervention gab es 1 Million Christen im Irak. Jetzt gibt es noch 400.000.
Mit jeder Welle der Quälerei, Gewalt, Verfolgung machen sie sich auf den Weg des Exodus.
Einer dieser Exilanten, Joseph Fadelle, beschreibt in seinem Buch "The Price to Pay" das grauenvolle Schicksal, das seine Glaubensbrüder jahrelang erdulden mußten.
Mit der Errichtung des Kalifats  ist die Drohung nun klar: es gibt einen Feind: die Christenheit!

Sicherlich, große Stimmen lassen sich mißbilligend hören:  es war Papst Franziskus, der vor Monaten die Alarmglocken läutete und seine Glaubensbrüder seines Mitgefühles versicherte. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon  hat gerade das "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verurteilt. Außenministerien sind besorgt und werden lauter. Und dann? Die öffentliche europäische Meinung, so begierig auf Mobilisierung, Petitionen, Demonstrationen aller Art....und in diesem Fall? Nichts. !
Ruhe, wir verfolgen gerade!

"Wollen wir noch viel länger taub bleiben?"
Muss ein Massaker, um uns zu berühren, außerhalb der Sommerferien stattfinden? Nach der Tour de France? Bevor die großen Urlauberströme kommen?  Werden wir angesichts der erschreckenden Folge von Horror, Vertreibung, Mord in Mossul nur unsere Indifferenz zur Schau stellen?
Christen oder Nichtchristen wie lange wollen wir gegenüber diesen schrecklichen Worten des Evangeliums noch stumm bleiben: "Wenn sie still bleiben, werden die Steine es herausschreien."
Quelle: LeFigaro, roratecaeli

Kein Wort in diesem Artikel, das wir nicht unterschreiben könnten.

                                               
                                                        Christus nobiscum state







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